Präventionsbericht 2025
In unserem Präventionsbericht sind die wichtigsten Kennzahlen und Aktivitäten der SVLFG des Jahres 2025 zu Prävention und Gesundheitsförderung übersichtlich zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Branchenübergreifend
- Fachausschüsse setzen Impulse
- Aktivitäten DLZ Nord
- Aktivitäten DLZ Mitte
- Aktivitäten DLZ Süd
- Ausbildung von Aufsichtspersonen
- Präventionsanreize
- Qualifizierung
- Prävention vor Berufskrankheiten
- Biologische Gefährdungen
- Messtechnischer Dienst
- Gefahrstoffe
- Klima wandelt Arbeit
- Arbeit gesund gestalten
- Arbeitsschutz-Management-System
- Begutachtung Sicherheitstechnischer Dienst
Landwirtschaft
- Entwicklung Unfallgeschehen
- Schwerpunkt Mehrachstraktoren
- Übergang EU-Maschinenverordnung
- Kommunikation zur Verhaltensprävention
- Sonderpreis für Sicherheit
- Branchenlehrgang Landwirtschaft
- Normung
Tierhaltung
- Aktivitäten Rinderhaltung
- Aktivitäten Pferdehaltung
Gartenbau
- Unfallgeschehen
- Normung
- Präsenz zeigen - Prävention vermitteln
- Weiterbildungsprojekt Zugabe
Nachwuchs für Arbeitsschutz sensibilisieren
Forst
- App Stockfibel to go
- Arbeitsschutz in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen stärken
- Forstprävention zum Anfassen
- Normung
Jagd
- Präventionskommunikation
- Jagdleitende im Fokus
Saisonarbeitskräfte
- Kontinuität schafft Vertrauen
- Gesundheitstage erreichen so viele wie nie
Auszubildende
- AzubiAktiv
Frauen
Kinder
LKK-Versicherte
- Aktivitäten der LKK
Mit uns im Gleichgewicht
Sicher. Gesund. Leben.
Mit dem Präventionsbericht 2025 geben wir einen Einblick in unsere Arbeit als Verbundträger für mehr Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität in der Grünen Branche. Unser Ziel ist es, Menschen der grünen Berufe in ihrer Arbeits- und Lebenswelt ganzheitlich zu unterstützen – von der Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten bis hin zur Gesundheitsförderung und Stärkung der Gesundheitskompetenz.
Auch in 2025 zeigt sich, dass präventive Maßnahmen unumgänglich sind. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist erneut zurückgegangen. Gleichzeitig machen schwere und tödliche Unfälle sowie neue arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken deutlich, dass wir unsere Präventionsarbeit kontinuierlich weiterentwickeln müssen.
Die Arbeits- und Lebensbedingungen in der Grünen Branche unterliegen einem spürbaren Wandel. Veränderungen im Klima und in der demografischen Struktur, aber auch neue Gesundheitsrisiken stellen Betriebe und Versicherte vor weitere Herausforderungen.
Mit unseren Beratungen zum Hitze- und UV-Schutz, dem Ausbau des Anwenderschutzes beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sowie wissenschaftlich begleiteten Projekten schaffen wir praxisnahe Lösungen für einen wirksamen Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Prävention bedeutet für uns weit mehr als sicheres Arbeiten. Mit Angeboten wie „Mit uns im Gleichgewicht“, der betrieblichen Gesundheitsförderung, Gesundheitsangeboten für LKK-Versicherte, zielgruppenspezifischen Programmen für Frauen, Saisonarbeitskräfte, Auszubildende, aber auch für Kinder in Kooperation mit AckerRacker begleiten wir die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen.
Persönliche Beratung in den Betrieben verbinden wir dabei immer mehr mit modernen digitalen Angeboten – von Online-Seminaren über Erklärfilme bis hin zu Social Media –, um Prävention verständlich, alltagsnah und für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.
Unser herzlicher Dank gilt allen Mitgliedern und Versicherten, den ehrenamtlich Engagierten in der Selbstverwaltung, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unseren Partnerinnen und Partnern. Gemeinsam gestalten wir Prävention ganzheitlich – für sichere Arbeit, mehr Gesundheit und eine lebenswerte Zukunft im ländlichen Raum.
Branchenübergreifend
Fachausschüsse setzen Impulse
Im Jahr 2025 wurde die strategische Präventionsarbeit der Selbstverwaltung durch einen intensiven Austausch der vier Fachausschüsse weiter gestärkt. Einen besonderen Meilenstein stellte der erste gemeinsame Workshop im März dar. Ziel war es, aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen branchenübergreifend zu beleuchten sowie Impulse für die Weiterentwicklung der Präventionsstrategie zu erarbeiten. Im Mittelpunkt standen die Themen Auswirkungen des Klimawandels, seelische Gesundheit in der Grünen Branche, demografischer Wandel in den Betrieben sowie Möglichkeiten zur stärkeren Einbindung des Sicherheitstechnischen Dienstes.
Die Ergebnisse bestätigten in weiten Teilen die bisherigen Aktivitäten und lieferten zugleich neue konzeptionelle Ansätze. Hervorgehoben wurden insbesondere die Bedeutung zielgerichteter Öffentlichkeitsarbeit, die Nutzung digitaler Präventionsinformationen, eine stärkere Präsenz vor Ort sowie die Einbindung von Multiplikatoren.
Gerhard Sehnert, Geschäftsführer der SVLFG„Ich bin dankbar für das enge Band, das in der SVLFG zwischen Ehren- und Hauptamt besteht. Ein gemeinsamer Workshop der Fachausschüsse hat der Verwaltung wichtige Impulse gegeben, unsere Präventionsangebote noch besser auf die Bedarfe der Menschen in der Grünen Branche anzupassen.“
Unsere Förderung von OPG-Bedienerschutzvorrichtungen für Frontlader leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Unfallrisiken, insbesondere bei Kleintraktoren ohne Kabine. Immer wieder kam es zu Verletzungen durch herabfallende Lasten wie Ballen oder Kisten. Vor dem Hintergrund des Anwendungswarnvermerks der EU-Kommission zur Norm EN 12525 hat sich gezeigt, dass bestehende Lösungen, etwa Anbaugeräte, keinen aus-reichenden Schutz bieten. OPG-Systeme bieten einen wirksamen Schutz des Fahrerplatzes und sind sowohl für Neuanschaffungen als auch zur Nachrüstung verfügbar.
Die Anerkennung der Berufskrankheit Parkinson durch chemische Pflanzenschutzmittel hat den Fokus im Gartenbau und in der Landwirtschaft deutlich geschärft. Wir haben unsere Präventionsaktivitäten weiterentwickelt, um Betriebe beim sicheren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln noch intensiver zu unterstützen. Die zentrale Botschaft lautet: Konsequenter Anwenderschutz ist entscheidend – jeder vermiedene Kontakt reduziert das Erkrankungsrisiko. Im Mittelpunkt steht die systematische Umsetzung des STOP-Prinzips. Dabei gilt: Gefährdungen sollen möglichst durch Substitution vermieden, durch techni-sche Lösungen reduziert und durch organisatorische Maßnahmen ergänzt werden. Persönliche Schutzausrüstung kommt gezielt dort zum Einsatz, wo weitergehende Maßnahmen nicht ausreichen.
Wir begleiten die Betriebe bundesweit durch ein dichtes Beratungsnetz. 370 Aufsichtspersonen unterstützen vor Ort, identifizieren Verbesserungspotenziale und entwickeln gemeinsam mit den Verantwortlichen passgenaue Lösungen.
Verteilung der meldepflichtigen Unfälle nach Alter der verletzten Person in 2025 Bei den über 50-Jährigen häufen sich die Unfälle − die tödlichen Unfälle machen 67 % aus.
Alter der verletzten Person | meldepflichtige Unfälle | Tödliche Unfälle |
|---|---|---|
| unter 16 Jahre | 142 | 1 |
| 16 bis 18 Jahre | 2.100 | 1 |
| 19 bis 25 Jahre | 7.397 | 7 |
| 26 bis 30 Jahre | 5.048 | 1 |
| 31 bis 35 Jahre | 4.965 | 3 |
| 36 bis 40 Jahre | 4.905 | 2 |
| 41 bis 45 Jahre | 4.594 | 6 |
| 46 bis 50 Jahre | 4.339 | 10 |
| 51 bis 55 Jahre | 5.590 | 6 |
| 56 bis 60 Jahre | 6.821 | 6 |
| 61 bis 65 Jahre | 5.363 | 10 |
| 66 bis 70 Jahre | 2.159 | 11 |
| über 70 Jahre | 2.219 | 29 |
Im Jahr 2025 haben die Aufsichtspersonen im Außendienst den direkten Kontakt zu unseren Versicherten vor Ort weiter intensiviert. Durch 100.185 Beratungen (auch telefonisch), 46.114 Betriebsbesichtigungen sowie zahlreiche Vorträge, Schulungen und regionalen Aktionen wurden die Anforderungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes praxisnah an die Bedürfnisse der Grünen Branche angepasst.
Im Mittelpunkt stand dabei eine individuelle Betreuung direkt in den Betrieben, ergänzt durch zielgruppenorientierte regionale und überregionale Angebote. Die Dienstleistungszentren Prävention (DLZ) legten besondere Schwerpunkte auf branchenspezifische Risikobereiche sowie auf besonders gefährdete Personengruppen. Dazu zählten unter anderem die Rinderhaltung, die Forstwirtschaft, Saisonarbeitskräfte und Auszubildende. Mit vielfältigen Formaten haben wir Prävention sichtbar, erleb-bar und unmittelbar umsetzbar gemacht.
Aktivitäten DLZ Nord Prävention
„In den Dienstleistungszentren setzen wir Prävention konsequent dort um, wo sie gebraucht wird: direkt in den Betrieben, praxisnah und abgestimmt auf die besonderen Anforderungen unserer Regionen und Branchen.“ Dagmar Heyens, Mitglied des Vorstandes
Eine wirksame Präventionsarbeit erfordert die kontinuierliche Fortbildung unserer Aufsichtspersonen. Aufgrund des weiterhin hohen Unfallgeschehens in der Rinderhaltung wurden acht neue Rindertrainer nach einem überarbeiteten internen Konzept praxisnah qualifiziert. Dadurch konnten die Voraussetzungen geschaffen werden, betriebsnahe Rinderseminare künftig verstärkt anzubieten.
Auch im Forstbereich waren wir 2025 erneut besonders aktiv. Unsere Forstexperten führten flächendeckend praktische Vorführungen zur sicheren Schadholzfällung durch. Im Dienstleistungszentrum Nord haben wir 2025 zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt, um Arbeits- und Gesundheitsschutz praxisnah in die Betriebe zu tragen und unterschiedliche Zielgruppen direkt vor Ort zu erreichen.
Von diesen werden im Folgenden einige Beispiele vorgestellt. Ein besonderes Fachseminar organisierten wir in Waren an der Müritz zum Thema Sicher und gesund arbeiten mit der Rettungsweste. Teilnehmende aus Binnenfischerei, Kommunalbetrieben, Landschaftspflege sowie Boden- und Wasserverbänden setzten sich intensiv mit Auswahl, Schutzwirkung und regelmäßiger Prüfung von Rettungswesten auseinander. Neben der rechtlichen und fachlichen Einordnung stand die praktische Anwendung im Vordergrund. Die anschaulichen Vorführungen stärkten die Handlungssicherheit im betrieblichen Alltag.
Im Rahmen mehrerer Präventions- und Gesundheitstage stärkte das DLZ Nord im Jahr 2025 die Gesundheitskompetenz von Beschäftigten in unterschiedlichen Betrieben und Einrichtungen. Praktische Angebote wie Hautmessungen, Slacklinetraining, Belastungsmessungen, ergonomische Fahrersitzeinstellungen sowie Fachvorträge zu Rückenbelastungen, Sonnenschutz und Hitze kamen unter anderem bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in Rendsburg, im Bereich Technische Dienste der Landeshauptstadt Dresden, bei Wesergold in Mecklenburg-Vorpommern sowie bei der Rijk Zwaan Marne GmbH in Dithmarschen zum Einsatz.
Dort durchliefen die Beschäftigten vier interaktive Stationen zu Fußgesundheit und Sicherheitsschuhen, der Erprobung passiver Exoskelette, Koordinationsübungen sowie gezielten Ausgleichs- und Dehnübungen.
Über das gesamte Jahr hinweg organisierten wir zudem Informationsveranstaltungen für Saisonarbeitskräfte – häufig direkt auf den Betrieben oder in Feldnähe. Schwerpunkte waren Sonnenschutz, Hitzeprävention und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Spezifische Angebote setzten wir unter anderem in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen für ukrainische, polnische, georgische und rumänische Saisonkräfte um.
Aktivitäten DLZ Mitte Prävention
„Von steilen Rebbergen bis zur Schadholzaufarbeitung – die Herausforderungen im DLZ Mitte sind vielfältig. Wir wollen die Betriebe mit passgenauen Angeboten dabei unterstützen, sichere Arbeitsverfahren umzusetzen und gesundheitliche Belastungen nachhaltig zu reduzieren.“ Ingo Steitz, Mitglied des Vorstandes
Das Dienstleistungszentrum Mitte betreut eine vielfältige Region mit branchenspezifischen Risiken.
Im Forstbereich setzte das DLZ Mitte auf praktische Schulungen und Vorführungen. Bei den Arbeitssicherheitstagen des Waldservice Ortenau in Gengenbach informierten unsere Präventionsfachkräfte an drei Tagen rund 330 Teilnehmende über aktuelle Präventionsthemen. Weitere Veranstaltungen widmeten sich der sicheren Schadholzaufarbeitung und dem Einsatz von Forstseilwinden. So wurden bei der städtischen Forstverwaltung Mannheim sowie bei der Forstbetriebsgemeinschaft Öhringen insgesamt 65 Forstprofis und Privatwaldbesitzer in Theorie und Praxis geschult. Im Mittelpunkt standen moderne Arbeitsverfahren und der sichere Umgang mit speziellen Hilfsmitteln.
Spezialtraining für Wein- und Obstbau
Der Weinbau ist im Zuständigkeitsbereich überdurchschnittlich stark vertreten. Deshalb haben sich praxisnahe Qualifizierungsangebote für den sicheren Einsatz von Schmalspurtraktoren als fester Bestandteil der Präventionsarbeit etabliert. Die Arbeit mit Schmalspurtraktoren in Hanglagen und engen Rebzeilen erfordert besondere fahrtechnische Fähigkeiten. Im Frühjahr 2025 fanden an den Standorten Weinsberg, Ihringen und Bad Kreuznach fünf Schulungen mit insgesamt 94 Teilnehmenden statt. Die anhaltend hohe Nachfrage zeigt den Bedarf an spezialisierten Sicherheitsangeboten für den Wein- und Obstbau. Auch Kommunen nutzen inzwischen verstärkt das Angebot in Bad Kreuznach.
Auch die Rinderhaltung blieb ein wichtiges Handlungsfeld. Durch Fachbeiträge und Praxisbeispiele wurden Themen wie der Einsatz von Sicherheitsfangfressgittern sowie der Umgang mit Deckbullen aufgegriffen. Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten, die den Stress für Mensch und Tier verringern und gleichzeitig die Arbeitssicherheit erhöhen. Mit Best Practices wurde gezeigt, dass sich viele Verbesserungen auch in bestehenden Ställen wirtschaftlich umsetzen lassen.
Im Gartenbau und in kommunalen Bereichen wurden Gesundheitstage und Informationsangebote genutzt, um Themen wie Sonnenschutz, ergonomisches Arbeiten und gesunde Bewegung anschaulich zu vermitteln.
Aktivitäten DLZ Süd Prävention
„Mit unseren Kindersicherheitstagen im Dienstleistungszentrum Süd setzen wir ein starkes Zeichen für Prävention von Anfang an und sensibilisieren Kinder frühzeitig für Gefahren auf dem Bauernhof und im Wald. Wenn Sicherheit spielerisch erlebt wird, schaffen wir nachhaltiges Bewusstsein.“ Magdalena Arnold, Mitglied der Vertreterversammlung
Das DLZ Süd ist innerhalb der SVLFG für Bayern zuständig. Zusätzlich zu den Kernaufgaben wurden uns dort Aufgaben des staatlichen Arbeitsschutzes für Arbeitgeberbetriebe der Grünen Branchen übertragen.
Dadurch stehen unseren Mitgliedsbetrieben kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Außendienst für Fragen rund um die SVLFG, den Arbeits- und Gesundheitsschutz nach SGB VII sowie das Arbeitsschutzgesetz zur Verfügung. Der Schwerpunkt der Präventionsarbeit liegt auf persönlichen Kontakten vor Ort.
Praxisnahes Training in der Rinderhaltung
Ein besonderer Aktionsschwerpunkt lag erneut auf der Präventionsarbeit in der Rinderhaltung. Die Tierhaltung zählt weiterhin zu den unfallträchtigsten Bereichen der Landwirtschaft, wobei die Rinderhaltung die Unfallstatistik anführt. Bayern ist geprägt von zahlreichen milchviehhaltenden Familienbetrieben, wodurch ein hoher Beratungsbedarf besteht.
Im Berichtsjahr wurden hierzu 83 Veranstaltungen mit 2.231 Teilnehmenden durchgeführt, insbesondere zu den Themen stressfreier Umgang mit Rindern, sichere Verladevorgänge sowie baulich-technische Anforderungen. Ergänzend fanden fünf Aufbauseminare des LUV-Modells statt. Weitere Schwerpunkte waren Vor-Ort-Beratungen bei Betriebsbesichtigungen, Unfalluntersuchungen, die Umsetzung der Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.1 Tierhaltung sowie individuelle Bauberatungen bei Neu- und Umbauten.
Forsterfahrungsaustausch
Im September 2025 fand der jährliche Forsterfahrungsaustausch im DLZ Süd statt. Daran nahmen Forstfachkräfte aus allen Dienstleistungszentren sowie Expertinnen und Experten aus Österreich, der Schweiz und dem Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e. V. (KWF) teil.
Das Programm umfasste die neue Handlungshilfe Schadholz, Präventionskonzepte der Nachbarländer sowie digitale Anwendungen zur satellitenunterstützten Schadholzidentifikation. Praxisvorführungen zeigten moderne Verfahren der Schadholzfällung mit Spillwinden, akkubetriebenen Systemen sowie der Königsbronner Anschlagtechnik. Ergänzt wurde das Programm durch Fachvorträge zu Vibrationsbelastungen, Werkzeugauswuchtung und mobilen Seilpresssystemen.
Kindersicherheitstage: Lernen mit Spaß und Wirkung!
Ein weiteres Highlight waren sechs Kindersicherheitstage im DLZ Süd mit über 400 Kindern. Gemeinsam mit dem Bayerischen Bauernverband wurde ein Programm gestaltet, das Wissen, Bewegung und praktische Erlebnisse verband. An verschiedenen Stationen lernten die Kinder spielerisch den sicheren Umgang mit Gefahrenquellen auf dem Bauernhof kennen. Besonders eindrucksvoll war die Demonstration eines umkippenden Quaderballens, welche die Gefahren in der Landwirtschaft anschaulich verdeutlichte.
„Unsere Aufsichtspersonen unterstützen die Unternehmer und Versicherten dabei, die Arbeit sicherer und gesünder zu gestalten. Ihr Rüstzeug dazu erhalten sie in der zweijährigen Ausbildung zur Aufsichtsperson.“ Nicole Sadtkowski-Männel, stellvertretende Geschäftsführerin der SVLFG
Um Versicherte in Landwirtschaft, Forst und Gartenbau wirksam zu erreichen, setzen wir insbesondere auf die enge Betreuung der Betriebe vor Ort.
Eine zentrale Rolle übernehmen dabei die Aufsichtspersonen, die im Rahmen ihrer Beratungs- und Kontrolltätigkeit täglich im direkten Austausch mit den Unter-nehmen stehen. Gleichzeitig stellt der demografische Wandel auch diesen Bereich vor Herausforderungen, sodass die gezielte Ausbildung neuer Fachkräfte zunehmend an Bedeutung gewinnt. Das Tätigkeitsprofil der Aufsichtsperson umfasst ein breites Spektrum anspruchsvoller Aufgaben, die ein hohes Maß an Handlungskompetenz erfordern. Dazu gehört beispielsweise, innerhalb kurzer Zeit kritische Arbeitssituationen im Betrieb zu erkennen, zu hinterfragen, zu analysieren und fundiert zu bewerten. Eine wesentliche Grundlage hierfür ist ein umfassendes Verständnis der Strukturen, Abläufe und Tätigkeitsfelder der versicherten Betriebe. Erfahrene Kolleginnen und Kollegen engagieren sich daher intensiv in der Qualifizierung des Nachwuchses und sichern so den kontinuierlichen Wissenstransfer sowie die Qualität der Präventionsarbeit.
Ausbildungsjahrgänge im Überblick
Im Ausbildungsjahrgang 2023 – 2025 haben 23 Kolleginnen und Kollegen die Prüfung zur Aufsichtsperson (AP I) erfolgreich abgelegt. Die feierliche Abschlussveranstaltung fand am 17. Dezember 2025 in Kassel statt. Nach einem Grußwort des Vorstandsvorsitzenden Henner Braach wurden die Zeugnisse an die Absolventinnen und Absolventen überreicht. Mit dem erfolgreichen Abschluss konnte der Außendienst im Bereich Prävention gezielt verstärkt und die Beratungs- und Überwachungstätigkeit in den versicherten Unternehmen weiter ausgebaut werden.
Der Ausbildungsjahrgang 2024 – 2026 hat deutliche Fortschritte erzielt. Insgesamt wurden 21 Lehrgänge erfolgreich durchgeführt, davon 12 in Präsenz und 9 im Online-Format.
Die Ergebnisse der Lernstandserhebungen zeigen eine positive Entwicklung, machen zugleich aber auch weiteren Qualifizierungsbedarf deutlich, um die Teilnehmenden gezielt auf die Prüfung im Jahr 2026 sowie auf ihre zukünftigen Aufgaben vorzubereiten.
Parallel dazu startete am 1. November 2025 der neue Ausbildungsjahrgang 2025 – 2027 mit 26 Teilnehmenden. Neben 20 neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen nehmen 6 bereits im Außendienst tätige Mitarbeitende im Rahmen einer Fortbildung an der Ausbildung teil. Eine Einführungswoche unter Beteiligung der Team- und Abschnittsleitungen bildete den Auftakt. In diesem Rahmen wurden erste Ausbildungsinhalte, Abläufe sowie Hospitationen abgestimmt und geplant.
"Anreize wirken. Jeder Zuschuss motiviert zu nachhaltigem Präventionsfortschritt und schafft mehr Sicherheit in der Grünen Branche.“ Lutz Freytag, Mitglied des Vorstandes
Seit vielen Jahren setzen wir auf ein Prämiensystem, um unsere Mitgliedsbetriebe gezielt bei mehr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu unterstützen. Dazu gehören Zuschüsse für zwei- bis fünftägige Lehrgänge an von der SVLFG anerkannten Fortbildungsstätten, Erste-Hilfe-Ausbildung, Fahrsicherheitstrainings sowie DEULA-Kurse.
Zum 1. Januar 2025 erhöhten wir die Zuschüsse für Motorsägenkurse von 60 Euro für einen zweitägigen Lehrgang bis 150 Euro für einen fünftägigen Lehrgang. Dadurch konnte die Inanspruchnahme dieser Angebote weiter gesteigert werden.
Förderung mit Wirkung
2025 stellte die SVLFG erneut Mittel für den Kauf ausgewählter Produkte bereit, die dem Arbeitsschutz und der Gesundheitsvorsorge dienen. Für beide Förderaktionen stand insgesamt ein Budget von 1,2 Millionen Euro zur Verfügung.
Die erste Aktion startete am 1. Februar 2025 und setzte Schwerpunkte bei besonders unfallgefährdeten Arbeitsbereichen – bei der Tierhaltung und der motormanuellen Baumfällung – sowie beim Atemschutz im Hinblick auf das Berufskrankheitengeschehen.
Gefördert wurden beispielsweise Fang und Behandlungsstände, Halsfangrahmen, Kälberfangkörbe, Höhensicherungsgeräte, funkgesteuerte Fällkeile, kamerabasierte Personenerkennungssysteme und gebläseunterstützte Atemschutzgeräte. Besonders gefragt waren der Fang- und Behandlungsstand sowie die Rückfahrkamera. Anträge und Rechnungen konnten ausschließlich über das Versichertenportal meine SVLFG eingereicht werden. Ab März 2025 folgte die zweite Förderaktion für Kühlkleidung und Sonnenschutzprodukte.
„Moderne Lernformate, digital und in Präsenz, sind die Basis für nachhaltiges Wissensmanagement im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Wir entwickeln unsere Qualifizierungsangebote kontinuierlich weiter.“ Frank Lauhöfer, alternierender Vorsitzender des Gesundheitsserviceausschusses
Unsere Schulungsstrategie greift die aktuellen Entwicklungen in Lehre und Bildung auf und beschreibt zugleich die zukünftige Ausrichtung der Fort- und Weiterbildungsangebote.
Mit dieser Strategie positionieren wir uns innerhalb der Bildungslandschaft der Unfallversicherungsträger und vertreten einen klaren didaktisch-methodischen Ansatz, insbesondere vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung von Bildungsangeboten.
Unsere Ziele
- Wir greifen digitale Entwicklungen in Gesellschaft und Politik aktiv auf und integrieren diese in unsere Schulungsangebote.
- Wir schaffen flexible, zeiteffiziente und ortsunabhängige Lernformate für Versicherte und für Mitarbeitende.
- Wir sprechen unterschiedliche Zielgruppen gezielt über passende Formate und Kanäle an und machen Prävention so wirksam zugänglich.
- Wir stehen für ein modernes Bildungsverständnis – innovativ, digital, praxisnah.
Zielgruppenorientierte Lernformate
Wir richten unsere Schulungsangebote an den unterschiedlichen Bedarfen unserer Zielgruppen aus, darunter versicherte Personen, Unternehmerinnen und Unternehmer, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragte, Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitende des Präventionsbereichs.
Da zeitliche Ressourcen und Lerngewohnheiten variieren, setzen wir auf eine Kombination verschiedener Formate. Weder rein digitale Angebote noch ausschließlich Präsenzveranstaltungen sind zeitgemäß. Deshalb entwickeln wir unsere Schulungen in einer zweiseitigen Ausrichtung weiter und nutzen außerdem verstärkt hybride Formate, die digitale Anteile, Präsenzphasen und selbstorganisiertes Lernen sinnvoll verbinden. So erreichen wir unsere Zielgruppen passgenau und flexibel.
Aus der Seminarstatistik 2025
| Maßnahme | Teilnehmende |
|---|---|
| Seminare und Vorträge inkl. Online-Angebote | 74.536 |
davon für Versicherte, Betriebs-/Personalräte | 47.653 |
| für Unternehmer und Führungskräfte | 24.082 |
| für Sicherheitsbeauftragte | 1.431 |
| für Fachkräfte für Arbeitssicherheit | 1.045 |
| für Betriebsärzte | 325 |
„Die Zahl der Verdachtsmeldungen auf die neue Berufskrankheit Parkinson zeigt die Notwendigkeit, finanzielle und organisatorische Herausforderungen konsequent zu meistern. Wir unterstützen unsere Versicherten im Antragsprozess.“
Uwe Kühne, alternierender Vorsitzender des Präventionsausschusses
Im Berufskrankheitengeschehen setzte sich auch 2025 die Entwicklung fort, dass neben dem klassischen branchentypischen Erkrankungsspektrum chronische und langzeitexpositionsbedingte Erkrankungen an Bedeutung gewinnen. Dies erfordert sowohl eine vorausschauende Präventionsstrategie als auch eine frühzeitige individuelle Begleitung betroffener Versicherter. Das Parkinson-Syndrom infolge langjähriger beruflicher Exposition gegenüber bestimmten Pflanzenschutzmitteln blieb im Fokus unserer Begutachtungspraxis und Fachöffentlichkeitsarbeit.
Auch vor der formalen Aufnahme in die Berufskrankheitenliste (BK-Liste) wurde die Erkrankung bereits als mögliche „Wie-Berufskrankheit“ geprüft und anerkannt.
Erweiterung der Berufskrankheiten
Zum 1. April 2025 wurde die BK-Liste um drei weitere Erkrankungen ergänzt, darunter eine belastungsbedingte Schädigung der Rotatorenmanschette (BK-Nr. 2117). In Bezug auf diese Erkrankung können vier Expositionsarten als belastungsrelevant angesehen werden.
Dazu gehören insbesondere Hand-Arm-Vibrationen beim Einsatz handgehaltener und handgeführter Maschinen wie Motorsägen, Freischneider, Steintrennmaschinen oder Bodenverdichtungsgeräte. Auch das regelmäßige Heben von Lasten ab 20 kg kann die Rotatorenmanschette schädigen.
Zu diesen Belastungsformen liegen bereits zahlreiche Erfahrungs- und Katasterwerte aus der Präventionspraxis vor. Darüber hinaus erhöhen auch Hand- und Armarbeiten mit moderater oder hoher Wiederholfrequenz sowie Tätigkeiten auf Schulterhöhe oder darüber – insbesondere bei deutlicher Abspreizung des Oberarms – das Risiko von Läsionen der Rotatorenmanschette. Für diese beiden Expositionsarten fehlen bislang bei nahezu allen Unfallversicherungsträgern ausreichende Mess- und Erfahrungswerte.
Daher initiierte das Institut für Arbeitsschutz der DGUV das Forschungsprojekt SchulterKatast, an dem wir beteiligt sind.
Berufskrankheiten gemäß Anlage 1 BKV | Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit in 2025 | Anerkannte Berufskrankheiten in 2025 |
|---|---|---|
| Hauterkrankungen | 3.019 | 1.507 |
| davon Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung | 2.743 | 1.473 |
Lendenwirbelsäule, Ganzkörperschwingungen, Heben und Tragen | 1.013 | 72 |
| Lärmschwerhörigkeit | 784 | 393 |
| von Tieren übertragbare Krankheiten | 452 | 214 |
| Atemwegserkrankungen | 298 | 96 |
| Wie-BK Parkinson durch chemische Pflanzenschutzmittel | 460 | 413 |
| Weitere | 420 | 135 |
| Insgesamt | 6.446 | 2.830 |
„Zur Prävention von Zoonosen – von Tieren auf Menschen übertragbare Erkrankungen – ist es wichtig, das Infektionsrisiko zu erkennen und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“ Dr. Alexandra Riethmüller, Fachreferentin für biologische Gefährdungen
Aussagen wie Das kleine Tier kann mir doch nichts anhaben sind keine Seltenheit, wenn es um Zecken geht. Die von ihnen ausgehende Infektionsgefährdung mit Borrelien-Bakterien beziehungsweise FSME-Viren wird oft unterschätzt.
Ähnliches gilt auch bei Hautpilzerkrankungen. Nicht jedes mit Kälberflechte infizierte Tier zeigt typische haarlose Stellen – die Infektionsgefährdung für den Menschen ist dennoch vorhanden.
Ein Zeckenstich kann unter bestimmten Umständen zu Erkrankungen wie Lyme-Borreliose (im Folgenden Borreliose) oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) führen.
Ein erhöhtes Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden, besteht bei Personen, die sich aus beruflichen Gründen oder während Freizeitaktivitäten oft in der Natur aufhalten. In Tierbeständen (Rinder, Schafe, Pferde) mit Kälberflechte ist das Risiko für Hautpilzerkrankungen durch beispielsweise Trichophyton-Arten deutlich erhöht.
Zoonosen als Berufskrankheitsrisiko
Unter der BK-Nr. 3102 der Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) werden Infektionserreger erfasst, die von Tieren auf Menschen übertragen werden, sowie die entsprechenden Diagnosen. In unserer BK-Statistik spielen Borreliose und FSME sowie Hautpilzerkrankungen bei den von Tieren auf Menschen übertragbaren Krankheiten eine große Rolle.
Bei den angezeigten Berufskrankheiten liegt die Borreliose mit 64,5 Prozent im Mittelwert der Jahre 2021 bis 2025 auf dem vordersten Platz, gefolgt von weiteren Zoonosen, Hautpilzerkrankungen sowie FSME.
Fachinformation aktualisiert
Die Informationen zu Gefährdungen und Schutzmaßnahmen bezüglich der Exposition gegenüber Zecken wurden vollständig überarbeitet und an den aktuellen wissenschaftlichen Stand angepasst:
Darüber hinaus wurden aufgrund der weiterhin hohen Relevanz von Hautpilzerkrankungen in der Tierhaltung die Informationsschriften B.01.03 Pilze und B.01.13 Kälberflechte inhaltlich aktualisiert.
Ziel der Überarbeitungen ist es, Betrieben praxisnahe und aktuelle Handlungsempfehlungen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz bereitzustellen.
Besonders hervorzuheben sind die neue Fachinformation Achtung, Zecken! sowie die Neufassung des Präventionsflyers F28, der als Printmedium zur Verfügung steht:
„Mit dem Messwertkataster Schulterbelastungen schaffen wir eine wissenschaftliche Grundlage für wirksame Prävention bei schulterbelastenden Tätigkeiten. Versicherte können sich aktiv als Teilnehmende am Forschungsvorhaben einbringen.“ Kathleen Kleinsorg, Mitglied des Vorstandes
In 2025 initiierten wir in Kooperation mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ein Forschungsprojekt zur Vermeidung arbeitsbedingter Erkrankungen bei schulterbelastenden Tätigkeiten. Hacken, Heben, Tragen, Schneiden, Überkopfarbeiten: Wer in der Grünen Branche arbeitet, weiß, wie sehr die Schultern täglich gefordert sind.
Forschungsprojekt SchulterKatast
Ziel des Projekts ist der Aufbau eines Katasters mit wissenschaftlich fundierten Informationen zu schulterbelastenden Tätigkeiten.
Diese Informationen dienen als Grundlage für die Entwicklung geeigneter Präventionsmaßnahmen und können zur Berufskrankheiten-Beurteilung von schulterbelastenden Tätigkeiten wie der BK-Nr. 2117 genutzt werden.
Im Herbst 2025 wurden erste Messungen in Mitgliedsbetrieben durchgeführt. Der Schwerpunkt der Messungen lag beim Melken von Kühen. Im Rahmen dieser Messungen wurden sowohl das Melken im Melkstand als auch die Verwendung von Rohrmelkanlagen berücksichtigt. Die Endauswertung und die abschließende Zusammenstellung der Ergebnisse erfolgt durch das Institut für Arbeitsschutz der DGUV. Die Messungen werden fortgeführt. Interessierte Unternehmen und Beschäftigte sind eingeladen, sich an dem Forschungsprojekt zu beteiligen und somit einen Beitrag zur kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu leisten.
„Jeder vermiedene Kontakt zählt. Prävention bei Pflanzenschutzmaßnahmen ist ein entscheidender Beitrag, um langfristige Gesundheitsrisiken wie Parkinson wirksam zu reduzieren.“ Thomas Schröder, Mitglied des Vorstandes
Unser technischer Außendienst hat im Jahr 2025 das Programm krebserzeugende Gefahrstoffe der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie weiterverfolgt und Ende des Jahres abgeschlossen. Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass über alle Branchen hinweg die Gefahrstoffe Dieselmotoremissionen (Dieselruß, DME) und Quarzstaub am häufigsten anzutreffen sind. Dieser Befund lässt sich auch auf die Grüne Branche übertragen. Eine Gefährdungsbeurteilung zu den Gefahrstoffen im Arbeitsprogramm wurde über alle Branchen bei 33 % der aufgesuchten Unternehmen durchgeführt. Um den versicherten Betrieben den Einstieg in die Gefährdungsbeurteilung zu Quarzstaub und DME zu erleichtern, wurde die Handlungshilfe für die Gefährdungsbeurteilung Gefahrstoffe um entsprechende Module ergänzt.
Kommunikationsarbeit verstärkt
Der Anwenderschutz bei Arbeiten mit Pflanzenschutzmitteln stand auch im Jahr 2025 im Fokus. Wir setzten crossmediale Kommunikationsmaßnahmen zum Anwenderschutz um. Das Thema wurde auf Messen, im Mitgliedermagazin, in weiteren Fachartikeln, Vorträgen, Beratungen sowie auf Social Media zur Unterstützung von Unterweisungen und betrieblicher Praxis aufgegriffen.
Im Rahmen des Interviews Anwenderschutz bei Pflanzenschutzarbeiten – Jeder Tropfen ist zu viel griff Präventionsleiter Frank Gutheil zentrale Aspekte des Anwenderschutzes zur Verhinderung der Berufskrankheit Parkinson durch chemische Pflanzenschutzmittel auf. Dabei standen vor allem vorbeugende Maßnahmen, das S.T.O.P.-Prinzip sowie die persönliche Beratung durch Aufsichtspersonen im Mittelpunkt.
Wir nutzten 2025 unsere Messepräsenz, um über sicheren Anwenderschutz zu informieren. Besucherinnen und Besucher erhielten Hinweise zur Gefährdungsbeurteilung, zur sicheren Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sowie zum Einsatz geeigneter Persönlicher Schutzausrüstung. Auf der Online-Themenseite zu Pflanzenschutzarbeiten stehen mehrere animierte Filme zur Verfügung, die als Unterweisungs- und Informationsmaterial genutzt werden können. Die Filme vermitteln Sicherheitsaspekte praxisnah und verständlich. Sie eignen sich besonders für Schulungen im Betrieb.
„Betriebe, die Wetterlagen berücksichtigen, Arbeitsabläufe anpassen, geeignete Schutzmaßnahmen zur Verfügung stellen und nutzen, investieren in die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden und reduzieren gleichzeitig Ausfallzeiten, erhöhen die Arbeitssicherheit und sichern die Leistungsfähigkeit ihres Betriebs.“ Frank Gutheil, Bereichsleiter Prävention
Der Klimawandel verändert die Arbeitsbedingungen. Beschäftigte in der Grünen Branche arbeiten überwiegend im Freien und sind den Folgen besonders ausgesetzt.
Zunehmende Hitzeperioden, höhere UV-Belastung mit steigendem Hautkrebsrisiko sowie neue biologische Risiken erhöhen die Gefährdungen.
Hinzu kommen psychische Belastungen infolge von Ernteausfällen und wirtschaftlichem Druck. Wir begegnen mit gezielten Maßnahmen in Beratung, Qualifizierung und Öffentlichkeitsarbeit.
Hitze- und UV-Schutz
Mit gezielten Sensibilisierungskampagnen, darunter auf unseren Social-Media-Kanälen und im Mitgliedermagazin Alles SVLFG stärken wir das Bewusstsein für Hitze- und UV- Risiken sowie für die Hautkrebsvorsorge. Dort veröffentlichen wir praxisnahe Tipps und Informationen zu Präventionsangeboten. Wir informieren über geeignete Schutzkleidung und organisatorische Maßnahmen, beraten zur arbeitsmedizinischen Vorsorge und fördern geeignete Präventionsprodukte.
Anpassung der Gefährdungsbeurteilung
Klimabedingte Risiken werden systematisch in die Gefährdungsbeurteilung integriert.
Wir beraten Betriebe bei der technischen und organisatorischen Anpassung von Arbeitsverfahren. Auch beim Hitzeschutz gilt die konsequente Nutzung des TOP-Prinzips. Technische Maßnahmen haben Vorrang.
Mobile Wetterschutzzelte reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung deutlich. Organisatorische Maßnahmen umfassen unter anderem die Anpassung der Arbeitszeiten sowie ausreichend lange Erholungspausen.
Zu den personenbezogene Maßnahmen gehören geeignete UV-Schutzkleidung oder Kühlkleidung, Kopfbedeckungen mit breiter Krempe oder Nackenschutz, Sonnenschutzmittel sowie regelmäßiges Trinken.
Qualifizierung und Beratung
Mit Vorträgen, Seminarangeboten sowie Informationsmaterialien und Handlungshilfen für Unterweisungen werden Betriebe praxisnah unterstützt. Ergänzend führen wir Sicherheits-und Gesundheitstage durch und bieten individuelle Beratung durch Präventionsfachkräfte an.
Vernetzung
Wir wirken aktiv an Projekten zur klimaresilienten Arbeitsgestaltung mit, unter anderem gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Darüber hinaus pflegen wir den Austausch mit anderen Unfallversicherungsträgern und beobachten Risiken, um unsere Präventionsstrategie auf Basis neuer Erkenntnisse kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Maßnahmen zum Hitze- und Sonnenschutz 2025
| Maßnahme | Anzahl |
|---|---|
Beratungen zum Hitze- und Sonnenschutz durchgeführt | 3.900 |
Abrufe der Infobox zum Hitze- und Sonnenschutz | 1.000 |
Präventionszuschüsse für UV-/ Hitzeschutzprodukte | 287 |
Sicherheits- und Gesundheitstage themenbezogen realisiert | 93 |
Arbeit gesund gestalten
„Unsere neue Kurzfilmreihe zur Ergonomie zeigt: Bereits durch gezielte Anpassungen, etwa bei Arbeitshöhe, Hebetechnik, Lastverteilung oder durch den Einsatz geeigneter Hilfsmittel, kann eine spürbare Entlastung erreicht werden.“ Sabine Biller, alternierende Vorsitzende des Fachausschusses Gartenbau
Unser Abschnitt Gesunde Arbeit leistet einen zentralen Beitrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung und zur Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren in der Grünen Branche. Wir orientieren uns dabei an den realen Arbeitsbedingungen unserer Versicherten und unterstützen Betriebe bei der Umsetzung von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen im betrieblichen Setting.
Unser Angebot umfasste Seminare, digitale Lernformate und Informationsmaterialien.
Einen Überblick über alle Angebote finden Sie unter:
Unsere kostenfreien Angebote leisten einen wichtigen Beitrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung.
Wir kommen dafür unmittelbar in die Betriebe und unterstützen mit praxisnahen Formaten, die auf die jeweiligen Arbeitsbedingungen zugeschnitten sind. Dazu gehören insbesondere Gesundheits- und Sicherheitstage sowie interaktive Workshops.
| Maßnahme | Teilnehmende |
|---|---|
Sicherheits- und Gesundheitstage im Betrieb | 1.780 |
Vorträge (Online und Präsenz) | 3.010 |
Schulungen (Online und Präsenz) | 922 |
Aktivwerkstatt Rücken | 333 |
| Ernährungsworkshops | 396 |
Die BGF-Koordinierungsstelle hat 593 Beratungen zum Thema Gesundheit am Arbeitsplatz in 2025 durchgeführt.
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- Gesunde Arbeit
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0561 785-10010 0561 785-219070
Neue Kurzfilmreihe zu Ergonomie
Ergonomische Arbeitsweisen sind unverzichtbar, um gesund zu bleiben. Neun Kurzfilme zeigen anhand praxisnaher Beispiele, wie sich Tätigkeiten mit einfachen Hilfsmitteln und geeigneten Maßnahmen schonender ausführen lassen. Ein Avatar vergleicht dabei intuitive mit ergonomischen Vorgehensweisen und verdeutlicht, wie Rücken und Gelenke entlastet werden. Thematisiert werden das Ausmisten einer Pferdebox mit Schubkarre, das Beladen einer Pritsche, Entasten, Freischneiden, das Bewegen von Heuballen, das Tragen von Sattel und Zubehör, Pflanzen, Pflastern sowie Kantensteinsetzen und das rückengerechte Arbeiten im Forst.
„Ein Arbeitsschutz-Management-System schafft klare Strukturen für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb und beugt Unfällen vor. Das Beispiel der Ramerth Dienstleistungen GmbH zeigt, wie Prävention erfolgreich im Betrieb verankert werden kann.“ Ely Eibisch, Mitglied des Vorstandes
Das Arbeitsschutz-Management-System (AMS) der SVLFG dient als strukturiertes Konzept für Sicherheit und Gesundheitsschutz in Unternehmen. Das AMS-Verfahren ist ein Richtlinien gestütztes und anerkanntes Begutachtungsverfahren zur Prüfung der systematischen Organisation des Arbeitsschutzes im Unternehmen durch eine neutrale Stelle.
Dies unterstützt Unternehmen dabei, rechtliche Anforderungen sicher zu erfüllen und Prävention als Führungsaufgabe nachhaltig zu verankern. Ein begutachtetes AMS ist ein Nachweis für die Öffentlichkeit, Auftraggeber und Beschäftigte. Oft ist es Voraussetzung zur Auftragserteilung. In 2025 wurden 26 Audits in versicherten Unternehmen erfolgreich durchgeführt, davon 6 Erstaudits und 20 Reaudits. 85 begutachtete Unternehmen wurden auf unserer Webseite veröffentlicht. 40 Unternehmen befanden sich in der Beratung. Unter den AMS begutachteten Unternehmen in 2025 war auch die Ramerth Dienstleistungen GmbH aus Emmerting. Ausschlaggebend waren die konsequente Verankerung von Arbeits-und Gesundheitsschutz in allen betrieblichen Abläufen sowie das gelebte Engagement von Unternehmensleitung und Beschäftigten.
Regelmäßige Gefährdungsbeurteilungen, strukturierte Schulungen und digitale Kontrollsysteme zur Überwachung von Maschinen und Geräten helfen, Sicherheit und Gesundheit zu fördern.
Mit der Begutachtung und Anerkennung von Fortbildungsstätten für gefährliche Baumarbeiten, Waldbesitzerschulungen und Seilklettertechnik (SKT) setzen wir bundesweit einheitliche Standards für Qualität und Sicherheit.
Im Jahr 2025 waren 232 Fortbildungsstätten anerkannt, teilweise für mehrere Lehrgangstypen.
Die Koordinierungsstelle prüfte 46 Ausbilder für AS-Baum I, 4 Ausbilder für AS-Baum II und 2 SKT-Ausbilder (A und B). 185 SKT-Fachkundeausweise wurden ausgestellt. Neben der Begutachtung sichern wir durch Beratung und Messepräsenz, wie bei den Augsburger Baumpflegetagen, eine praxisnahe und effektive Prävention.
„Arbeitsschutz entfaltet im Alltag seine Wirksamkeit, wenn er praktikabel ist. Dabei unterstützen wir unsere Mitgliedsbetriebe individuell und partnerschaftlich vor Ort mit verständlicher und praxisnaher Beratung.“ Ines Sopalla, Arbeitsbereichsleiterin Sicherheitstechnischer Dienst
Der Sicherheitstechnische Dienst (STD) der SVLFG unterstützt als Dienstleister alle Themen des Arbeitsschutzes in den Mitgliedsbetrieben.
Die Beratung vor Ort spielte eine zentrale Rolle: Gemeinsam werden Abläufe analysiert, Risiken bewertet und praktikable Schutzmaßnahmen entwickelt. Ergänzend stellt der STD verständlich aufbereitete Informationen und direkt nutzbare Arbeitshilfen für den betrieblichen Alltag bereit.
Schwerpunkt 2025: Brandschutz im Betrieb
Ein Fokus lag auf dem Themenheft Brandschutz im Betrieb. Brände stellen für jeden Betrieb ein erhebliches Risiko dar – für Menschen, Sachwerte und die wirtschaftliche Stabilität. Das Themenheft unterstützt Betriebe dabei, ihren Brandschutz systematisch zu organisieren. Neben Fachinformationen enthält es unter anderem Vorlagen für Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen und Unterweisungen. Damit liefert es konkrete Werkzeuge für die Praxis.
Zukunftsorientiert
Um die Betriebe weiterhin auf fachlich hohem Niveau begleiten zu können, wurden die Strukturen des STD im Jahr 2025 gezielt weiterentwickelt. Dazu zählen die Besetzung einer neuen Arbeitsbereichsleitung sowie die Stärkung von Innen- und Außendienst. Parallel wurde die fachliche Qualifizierung der Außendienstmitarbeitenden ausgebaut. Schwerpunkte waren unter anderem psychische Gesundheit, KI-gestützte Kamerasysteme, Lärmbelastungen in der Tierhaltung sowie Neuerungen bei Persönlicher Schutzausrüstung.
Demonstrationsmittel unterstützen dabei, neue Lösungen anschaulich in der Praxis zu vermitteln. Mit Blick auf gesetzliche Entwicklungen bereitet sich der STD zudem auf die verpflichtende elektronische Rechnungsstellung ab 2027 vor. Ziel ist es, Prozesse frühzeitig digital, rechtssicher und anwenderfreundlich zu gestalten.
Der STD versteht sich als verlässlicher Partner der Mitgliedsbetriebe. Mit praxisnaher Beratung, aktuellen Themen und konkreten Hilfsmitteln trägt er dazu bei, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verankern.
Landwirtschaft
Jürgen Maurer, Mitglied des VorstandesIm Umgang mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen entscheidet umsichtiges Verhalten über die Sicherheit. Wir unterstützen dies durch gezielte Präventionsarbeit mit praxisnahen Informationen.“
Unfallgeschehen
Im Jahr 2025 zeigt sich in allen Bereichen der Landwirtschaft ein rückläufiges Unfallgeschehen bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen.
Besonders deutlich ist der Rückgang in der Tierhaltung und im Pflanzenbau. Demgegenüber entwickelt sich die Zahl der tödlichen Unfälle uneinheitlich: Während in der Tierhaltung ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist, steigen die tödlichen Unfälle im Pflanzenbau sowie im allgemeinen Bereich an.
Insgesamt verdeutlichen die Zahlen, dass die Präventionsmaßnahmen wirken, gleichzeitig jedoch weiterhin besonderer Handlungsbedarf bei der Vermeidung schwerer und tödlicher Unfälle besteht.
Schwerpunkt Mehrachstraktoren
Wir präsentierten und vermittelten die Ergebnisse der Sonderuntersuchung zu Mehrachstraktoren sowie daraus abgeleitete Maßnahmen zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz. Im Austausch mit Vertretern der Landtechnikindustrie wurden die Untersuchungsergebnisse in mehreren Fachgesprächen diskutiert. Ziel war es, die Erkenntnisse für die Weiterentwicklung und Gestaltung zukünftiger Landmaschinen zu nutzen.
Parallel dazu initiierten wir Maßnahmen der Verhaltensprävention, um das sichere Auf-und Absteigen im Betriebsalltag zu fördern und das Unfallrisiko zu reduzieren.
Übergang EU-Maschinenverordnung
Ein Schwerpunkt im Berichtsjahr war der Übergang auf die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab 20. Januar 2027 die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ablösen wird.
Die Arbeiten an einem EU-Leitfaden wurden aufgenommen, der die einheitliche Anwendung der Verordnung, die unmittelbar ohne nationale Umsetzung gilt, in allen EU-Mitgliedstaaten unterstützen soll. Unsere Präventionsexperten bringen sich in einer europäischen Arbeitsgruppe ein und erarbeiten Fachbeiträge zu Themen wie Anschnallen, Schutz vor Hochspannungsleitungen und autonomem Maschineneinsatz.
Kommunikation zur Verhaltensprävention
In 2025 wurden die Internetseite Sicheres Auf- und Absteigen sowie ein begleitender Präventionsfilm veröffentlicht.
Hintergrund ist das weiterhin hohe Unfallrisiko beim Ein- und Aussteigen bei Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Der Kurzfilm Sicheres Auf- und Absteigen – Kopf an statt Kopf voraus, zeigt praktisch, worauf es für sicheres Verhalten ankommt.
Ergänzend stellt die Internetseite anschauliche Informationen und Handlungsempfehlungen bereit. Beide Formate sind sowohl zur Wissensvermittlung als auch zur Unterweisung geeignet und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Unfallrisiken im Arbeitsalltag:
Flankierend wurde eine Social-Media-Kampagne zum sicheren Fahren mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen umgesetzt. Im Fokus stehen zentrale Verhaltensregeln wie das konsequente Anschnallen und das Prinzip Sehen und gesehen werden.
Über kurze, zielgruppengerechte Beiträge werden praxisnahe Hinweise vermittelt und für typische Gefährdungssituationen sensibilisiert. Die Kampagne trägt dazu bei, insbesondere jüngere Zielgruppen zu erreichen und sicherheitsrelevantes Verhalten nachhaltig im Arbeitsalltag zu verankern.
TOP 10 der Unfallgegenstandsgruppen in der Branche Landwirtschaft in 2025
| Unfallgegenstandsgruppen | Anzahl |
|---|---|
| Rinder | 4.103 |
| Wege im Freien | 3.214 |
| Wege in/an Gebäuden | 2.608 |
| Traktoren | 1.799 |
| Pferde | 1.787 |
| Werkzeuge/Geräte ohne Fremdantrieb | 1.531 |
| Leitern/Aufstiege | 1.036 |
| Anhänger | 960 |
| Bauliche Anlagen und Einrichtungen | 885 |
| Stalleinrichtungen | 835 |
Sonderpreis für Sicherheit
Bei der Bundesentscheidung des Berufswettbewerbs der Deutschen Landjugend waren nicht nur Fachkenntnisse, Teamgeist und Praxiserfahrung gefragt – auch mit Wissen über Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz konnten die jungen Teilnehmenden punkten. Im Berichtsjahr hatten wir den Sicherheitspreis in allen Sparten ausgelobt. Die 98 Teilnehmenden mussten rund 20 Fragen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz beantworten, jeweils auf ihre Sparte zugeschnitten. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten Bluetooth-Kopfhörer mit geräuschunterdrückenden Lautsprechern, die unerwünschte Hintergrundgeräusche reduzieren.
Der alternierende Vorsitzende des Vorstandes der SVLFG Henner Braach überreichte diesen Sonderpreis.
Henner Braach, alternierender Vorsitzender der Vorstandes„Mit dem Sonderpreis möchten wir junge Menschen dafür sensibilisieren, wie wichtig sicheres und gesundes Arbeiten im Berufsalltag ist und gleichzeitig ihre Leistungen anerkennen.“
Branchenlehrgang Landwirtschaft
Besondere Ausbildungsmodule bereiten unsere Aufsichtspersonen auf die spezifischen Anforderungen vor. Der Lehrgang Sichere Maschinen, 2025 wieder mit der DEULA Nienburg durchgeführt, überzeugte durch eine Kombination aus Theorie und Praxis. Im Branchenlehrgang Landwirtschaft standen unter anderem die Themen Pferdehaltung, Landmaschinen, Biogas sowie Weinbau im Fokus. Im Trainingscenter der Firma Claas in Harsewinkel setzten sich die zukünftigen Aufsichtspersonen mit den sicherheitsrelevanten Aspekten von Landmaschinen auseinander und vertieften ihr Praxiswissen.
Meldepflichtige Unfälle in 2025 in den Untergruppen innerhalb der Branche Landwirtschaft
| Arbeitsgebiete | Anzahl |
|---|---|
| Tierhaltung | 13.829 |
| Allgemeine Arbeiten | 11.541 |
| Pflanzenbau | 5.133 |
Tödliche Unfälle in 2025 in den Untergruppen innerhalb der Branche Landwirtschaft
| Arbeitsgebiete | Anzahl |
|---|---|
| Pflanzenbau | 24 |
| Tierhaltung | 17 |
| Allgemeine Arbeiten | 17 |
Normung
Frontlader im Fokus
Am 30. April 2024 veröffentlichte die EU-Kommission einen Anwendungswarnvermerk zur Norm EN 12525 für Frontlader. Seither dient diese Norm nicht mehr uneingeschränkt als Nachweis zur Einhaltung grundlegender Sicherheitsanforderungen. 2025 brachten wir unsere Position als Unfallversicherungsträger in nationale und europäische Gremien ein. Parallel dazu wurde die Sicherheitsnorm weiterentwickelt und bis zum Schlussentwurf (prEN 12525) vorangetrieben.
Projekt Sichtfeld
Der Arbeitsentwurf für die Norm Sichtfeld selbstfahrender landwirtschaftlicher Maschinen wurde in enger Abstimmung mit Arbeitsschutzexperten aus Frankreich und der Schweiz erarbeitet und fachlich konsolidiert. Die Zusammenarbeit knüpft an einen bereits angenommenen Normungsantrag an, der Zielsetzung, Begründung und Anwendungsbereich verbindlich festlegt. Auf dieser Basis wird das Verfahren weitergeführt, um einen belastbaren Entwurf für eine internationale Norm (ISO-Standard) zu erarbeiten.
Sebastian Dittmar, Branchenreferent LandwirtschaftUnsere Untersuchung von Traktorunfällen zeigt, dass die Gesamtzahl der Unfälle sinkt, die Zahl der tödlichen Unfälle jedoch nicht. Besonders gefährdet sind sehr junge sowie ältere Fahrerinnen und Fahrer.“
Agrialp: Unfallprävention stärken
Bild agrialp einfügen!
Wie sich Unfälle in der Landwirtschaft wirksam vermeiden lassen, diskutierten im November 2025 Präventionsexperten auf der Aktionsbühne der internationalen Landwirtschaftsmesse Agrialp in Bozen. Intensive Sensibilisierungsmaßnahmen haben zu einem spürbaren Rückgang der Unfallzahlen geführt. Gleichzeitig besteht weiterhin Handlungsbedarf. Sebastian Dittmar, Branchenreferent Landwirtschaft, betonte insbesondere die Bedeutung fundierter Unfallanalysen als Grundlage zielgerichteter Präventionsmaßnahmen. So konnte Dittmar zeigen, dass die Gesamtzahl der Unfälle sinkt, die Zahl der tödlichen Unfälle jedoch nicht. Besonders gefährdet sind sehr junge sowie ältere Fahrerinnen und Fahrer. Auffällig ist zudem der vergleichsweise hohe Anteil an Unfallverletzten ab 60 Jahren. Unfälle mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen ereignen sich häufig im Hofbereich und treten vor allem beim Absteigen sowie bei fehlender Nutzung von Sicherheitseinrichtungen auf.
Auf der Zielgerade − 3. GDA Periode
Im Berichtsjahr setzten wir unsere aktive Partnerschaft in der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) fort.
Diese bundesweite Initiative wird getragen von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern. Sie verfolgt das Ziel, den Arbeitsschutz in Deutschland durch abgestimmte Maßnahmen und enge Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken. Im Fokus stehen die Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsprogramme in den Handlungsfeldern Muskel-Skelett-Belastungen, psychische Belastungen sowie der sichere Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen. In der fünfjährigen 3. GDA-Periode hat unser Außendienst das Ziel von über 10.000 Grunddatenbögen erreicht. Zudem entwickelten wir Ansätze im Hinblick auf das Experimentierjahr 2026 mit Schwerpunkt Absturzprävention.
Tierhaltung
Unfallstatistik Seite 28 ergänzen!
Dr. Florian Heuser, stellvertretender Bereichsleiter PräventionSichere Tierhaltung schützt Mensch und Tier gleichermaßen. Oft reichen dafür einfache, praxisnahe Maßnahmen.“
Aktivitäten Rinderhaltung
Im Jahr 2025 richtete sich die Präventionsarbeit weiterhin auf die Umsetzung der Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.1 Tierhaltung. Nach wie vor haben nicht alle Betriebe die Vorschrift vollständig umgesetzt. Dabei führen Selektion und Tierfixierung nicht nur zu einer Verringerung der Unfallgefahr aller beteiligten Personen, sondern reduzieren auch die Verletzungsgefahr bei den Tieren. Sicher fixierte Tiere sind weniger stressanfällig, sie zeigen daher ein geringeres Abwehrverhalten, ein entscheidender Faktor für mehr Sicherheit.
Zur weiteren Sensibilisierung für die Anforderungen der VSG 4.1 wurden in der Mitgliederzeitschrift Alles SVLFG zwei Fachbeiträge veröffentlicht: Viehtrieb mit oder ohne Wagen (Ausgabe 1/25) sowie Sicherheitsfangfressgitter gehört dazu (Ausgabe 3/25). Beide Beiträge stellen praxisnahe und wirtschaftlich umsetzbare Lösungen vor und verdeutlichen, dass wirksame Arbeitssicherheit nicht zwingend mit hohen Investitionen verbunden ist. Ergänzt wurde das Informationsangebot durch ein breites Spektrum an Vorträgen und Seminaren, sowohl in Präsenz als auch in digitalen Formaten, sowie an regionalen und überregionalen Messeauftritten.
Seminare Rinderhaltung
| Veranstaltungen, auch online | Teilnehmende |
|---|---|
| 97 Vorträge | 2.335 |
| 123 Seminare | 2.310 |
Jörg Eyermann, Mitglied des VorstandesDas Projekt Sichere Rinderhaltung zeigt eindrucksvoll, wie Forschung, Praxis und Prävention zusammenwirken können, um konkrete Maßnahmen für mehr Arbeitssicherheit in der Rinderhaltung umzusetzen.“
Projekt "Sichere Rinderhaltung"
Das von der SVLFG geförderte Forschungsprojekt Sichere Rinderhaltung – Fokus Bullenbox, Abkalben und Verbringen von Rindern verfolgt das Ziel, Gefährdungen im Umgang mit Rindern zu reduzieren und die Arbeitssicherheit in rinderhaltenden Betrieben zu verbessern.
Das Projekt wurde von Dezember 2023 bis September 2025 gemeinsam von der Hochschule Weihenstephan Triesdorf, der Ludwig Maximilians Universität München und dem Tiergesundheitsdienst Bayern durchgeführt.
In einem Projektbetrieb wurde eine automatisierte, herdennahe Deckbullenbox in Verbindung mit einem automatischen Melksystem umgesetzt und im Oktober 2025 in Betrieb genommen. Die ersten Praxiserfahrungen lieferten wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Systems, insbesondere bei der Tierselektion und der Brunsterkennung.
Parallel dazu wurden in zwölf Praxisbetrieben typische Gefährdungssituationen beim Umgang mit Rindern analysiert. Auf dieser Grundlage konnten gemeinsam mit den Betrieben praxisnahe Lösungsansätze entwickelt und teilweise bereits umgesetzt werden. Dazu zählen unter anderem die Installation von Hubschranken, der Einbau von Fressfanggittern mit Personenschlupf sowie der Einsatz sogenannter Bud-Box-Systeme.
TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Tierhaltung in 2025 Tierkontakt bleibt zentrales Unfallrisiko!
| Unfallgegenstände | Unfallzahlen |
|---|---|
| Rinder | 4.082 |
| Wege in/an Gebäuden | 1.878 |
| Pferde | 1.771 |
| Wege im Freien | 833 |
| Stalleinrichtungen | 793 |
Tödliche Unfälle in der Branche Tierhaltung in 2025
| Unfallgegenstände | Unfallzahlen |
|---|---|
| Rinder | 8 |
| Motorfahrzeuge | 3 |
| Bauliche Anlagen/ Einrichtungen | 2 |
| Handgezogene Fahrzeuge | 1 |
| Leitern/ Aufstiege | 1 |
| Wege im Freien | 1 |
| Wege in/ an Gebäuden | 1 |
Alexandra Schneider, alternierende Vorsitzende der VertreterversammlungSicherheit im Pferdebetrieb ist kein Zufall. Sie entsteht durch Wissen, Erfahrung und konsequente Umsetzung im Alltag.“
Aktivitäten Pferdehaltung
Die Präventionsarbeit in der Pferdehaltung zielte auch im Berichtsjahr darauf ab, Unfallrisiken im Umgang mit Pferden zu reduzieren und das Sicherheitsbewusstsein in den Betrieben zu stärken. Ein besonderer Fokus lag auf dem besseren Verständnis des Tierverhaltens als Grundlage für sicheres Arbeiten.
Ein zentrales Angebot war das Seminar "Sicher und gesund in der Pferdehaltung" am 13. und 14. Mai 2025 in Raesfeld/Nordrhein-Westfalen. Die Teilnehmenden setzten sich unter Anleitung der Präventionsmitarbeiter Britta Schumacher und Stefan Hoffrogge intensiv mit dem Sozialverhalten und der Sinneswahrnehmung von Pferden auseinander. Hintergrund ist, dass Pferde aus menschlicher Sicht häufig unerwartet reagieren und dadurch ein erhöhtes Unfallrisiko besteht. Nach der theoretischen Einführung stand am zweiten Tag die Praxis im Mittelpunkt. Auf einem Pferdebetrieb konnten Alltagssituationen mithilfe einer VR-Brille aus Sicht der Tiere erlebt werden. Alle Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, diese Perspektive selbst zu erfahren. Dabei wurden Situationen beim Transport, in der Reithalle und auf der Weide simuliert. Unterschiede in der Wahrnehmung, etwa beim Sehen, bei Lichtwechseln oder im räumlichen Erfassen, wurden so unmittelbar erfahrbar. Die gewonnenen Eindrücke führten zu intensivem Austausch und lieferten konkrete Ansätze für Verbesserungen im Betrieb.
Darüber hinaus wurde die Präventionsarbeit gezielt in die Aus- und Weiterbildung integriert. An der Deutschen Reitschule in Warendorf ist das Thema Arbeitsschutz mittlerweile fester Bestandteil der Meisterausbildung. Eine Prüfungsaufgabe im Fachteil 1 wird von uns gestellt und behandelt die betriebliche Gefährdungsbeurteilung. Im Rahmen einer Sicherheitsbeauftragten- und Unternehmermodellschulung wurde angehenden Pferdewirtschaftsmeistern praxisnah vermittelt, wie Arbeitsschutz im Betrieb organisiert und umgesetzt wird. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Erstellung betrieblicher Gefährdungsbeurteilungen. Die Teilnehmenden setzten sich dabei intensiv mit typischen Risiken auseinander: von der Stallarbeit über den Umgang mit Pferden bis hin zu betrieblichen Abläufen. Bei der ergänzenden Betriebsbegehung des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts Warendorf konnten konkrete Risiken analysiert und Lösungen erarbeitet werden. Mit dieser Schulung erwerben die Teilnehmenden die Qualifikation zur sicherheitstechnischen Betreuung ihrer Betriebe.
Die Maßnahmen verdeutlichen: Sicherheit und Gesundheitsschutz sind zentrale Bausteine einer modernen Pferdehaltung und werden zunehmend systematisch in Praxis und Ausbildung verankert.
Flyer zu PSA im Pferdesport entwickelt
Der Präventionsflyer F50 "PSA im Pferdesport" informiert kompakt über geeignete Persönliche Schutzausrüstung beim Reiten, Fahren und im täglichen Umgang mit Pferden. Ziel ist es, das Bewusstsein für geeignete Schutzmaßnahmen zu stärken und deren Anwendung im Arbeitsalltag zu fördern.
Gartenbau
Jörg Schwarz, Branchenreferent GartenbauDie rückläufigen Unfallzahlen im Gartenbau zeigen die Wirkung gezielter Prävention. Gleichzeitig machen schwere Ereignisse bei Baumarbeiten und im Umgang mit Maschinen deutlich, dass diese Risiken konsequent adressiert werden müssen.“
Unfallgeschehen
Unfallstatistik hier einfügen!
Das Unfallgeschehen im Gartenbau hat sich erneut positiv entwickelt. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle konnte gegenüber dem Vorjahr leicht gesenkt werden. Gleichzeitig ist bei den tödlichen Arbeitsunfällen eine gegenläufige Entwicklung zu verzeichnen. Dies verdeutlicht, dass trotz insgesamt rückläufiger Unfallzahlen weiterhin erhebliche Risiken bestehen. Die konsequente Weiterentwicklung der Präventionsarbeit im Gartenbau bleibt daher eine zentrale Aufgabe.
Analyse der Schwerpunkte
Grundlage für eine wirksame Prävention ist die systematische Analyse des Unfallgeschehens. Sie ermöglicht es, Unfallschwerpunkte zu identifizieren und daraus zielgerichtete Maßnahmen abzuleiten. Sie liefert auch wichtige Impulse für unser Prämiensystem, das Investitionen in innovative und sichere Technologien gezielt fördert. Bei den Unfallbereichen entfielen die meisten meldepflichtigen Arbeitsunfälle weiterhin auf Garten- und Landschaftsbaustellen, obwohl die Zahl hier gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent zurückging. Deutliche Zunahmen zeigten sich insbesondere auf dem Weg zu oder von der Arbeitsstelle, bei allgemeinen Transportarbeiten sowie bei Stein- und Pflasterarbeiten. Rückläufig entwickelten sich dagegen unter anderem die Unfallzahlen in der Grünflächenpflege, bei sonstigen allgemeinen Arbeiten sowie bei Strauch- und Heckenschnittarbeiten. Bei der Auswertung nach Tätigkeit verzeichnet das Handhaben von Werkzeugen und Geräten mit 3.581 Unfällen den stärksten Anstieg.
Präventionsansätze gegen schwere Unfälle
Besonders schwere Unfallfolgen treten vor allem bei Baumfäll- und Entastungsarbeiten sowie im Zusammenhang mit Transport- und Wegeunfällen auf. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Unfällen mit mobilen Arbeitsmitteln. Häufige Ursachen sind eingeschränkte Sichtverhältnisse (tote Winkel). In nahezu der Hälfte der Fälle waren Erdbaumaschinen beteiligt, daneben Traktoren, Transportfahrzeuge und Gabelstapler. Moderne Kamera-Monitor-Systeme, zunehmend auch mit KI gestützter Personenerkennung, bieten hier wirksame Unterstützung. Die gezielte Förderung solcher Systeme hat sich als geeignete Maßnahme zur Unfallvermeidung erwiesen. Schwere Unfälle entstehen beim Einsatz von Hubarbeitsbühnen zudem durch den sogenannten Katapult-Effekt, etwa bei Fahrbahnunebenheiten, beim Lösen verhakter Arbeitsbühnen oder bei Kollisionen. Zur Reduzierung dieses Risikos fördern wir geeignete Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz in Kombination mit speziell angepassten Höhensicherungsgeräten.
TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Gartenbau in 2025
| Arbeitsgebiete | Unfallzahlen |
|---|---|
Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten | 10.573 |
| Allgemeine Arbeiten | 4.314 |
Unterhaltungsarbeiten an Maschinen | 1.135 |
| Feld-/Kulturarbeiten | 875 |
| Bauarbeiten | 436 |
Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor
Wir beteiligten uns am Weihenstephaner Hochschulforum 2025 zum Thema "Effektives Management im Gartenbau". Ein besonderer Impuls ging vom Vortrag von Nicola Haldenwang aus, Präventionsmitarbeiterin der SVLFG, die unter dem Titel "Durch Unternehmenskultur zum Unternehmenserfolg" die Bedeutung werteorientierter Führung und gelebter Prävention hervorhob. Die große Resonanz und die intensive Diskussion mit den Teilnehmenden verdeutlichten das hohe Interesse am Thema. Der Austausch eröffnete neue Perspektiven für die praktische Umsetzung in den Betrieben und zeigte deutlich, dass eine starke Präventionskultur maßgeblich zur langfristigen Stabilität und zum wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen im Gartenbau beitragen kann.
Normung
Mehr Sicherheit bei Aufsitz-Rasenmähern
Bei Aufsitz-Rasenmähern ereignen sich schwere Unfälle, insbesondere beim Mähen an Hängen. Ursache ist, dass die zulässige Hangneigung überschritten wird und Maschinen bei Unebenheiten kippen oder sich überschlagen. Problematisch ist zudem, dass viele Maschinen weder über eine Neigungsanzeige noch – bei Maschinen unter 400 kg – über Überrollschutzsysteme oder Sitzgurte verfügen. Wir haben diese Sicherheitsdefizite im Rahmen ihrer Normungsarbeit wiederholt thematisiert und gegenüber Herstellern auf Handlungsbedarf hingewiesen.
Nachdem Frankreich bei der EU-Kommission einen formellen Einwand gegen Teile der Norm EN ISO 5395-3 Aufsitz-Rasenmäher eingereicht hat, unterstützen wir insbesondere die Forderungen nach Schutzmaßnahmen gegen Stabilitätsverlust sowie Warnvorrichtungen bei starker Neigung.
Präsenz zeigen - Prävention vermitteln
Wir beteiligten uns an zahlreichen regionalen und überregionalen Fachmessen der Grünen Branche, darunter die Fachausstellung Friedhofstechnik in Essen sowie die Floriga in Leipzig. Mit Infoständen und persönlicher Beratung durch den Präventionsaußendienst wurde das Fachpublikum angesprochen, um die Verbundenheit mit dem Berufsstand zu unterstreichen und zentrale Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sichtbar zu machen.
Schwerpunkte lagen auf Hitze- und UV-Schutz, gesunder Ernährung sowie Infektionsrisiken, etwa durch Zeckenstiche. Insbesondere die langjährige Präsenz auf der Floriga unterstreicht die kontinuierliche Branchenverankerung. Die hohe Zahl an Gesprächen zeigt: Der direkte Austausch vor Ort bleibt ein wichtiger Baustein erfolgreicher Präventionsarbeit.
Herbert Hüsgen, Mitglied des VorstandesGebäudebegrünung gewinnt angesichts des Klimawandels im urbanen Raum stark an Bedeutung. Qualifizierung und Prävention müssen dabei Hand in Hand gehen, um nachhaltiges und sicheres Arbeiten gleichermaßen zu gewährleisten
Weiterbildungsprojekt Zugabe
2025 haben wir das Sozialpartnerprojekt "Zugabe – Zukunftsaufgabe Gebäudebegrünung" aktiv unterstützt.
Ziel war es, zertifizierte Weiterbildungsangebote für die drei Zukunftsthemen Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung zu entwickeln. Im Rahmen der zweiwöchigen Fortbildung übernahmen unsere Präventionsmitarbeitenden den Themenbereich Arbeits- und Gesundheitsschutz und vermittelten diesen praxisnah durch Fachvorträge, Austauschformate und Übungen. Gemeinsam mit Partnern aus Bildung und Forschung konnten erstmals drei Qualifizierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Damit wurde ein wichtiger Impuls für die Verbindung von nachhaltiger Bauweise und sicherem Arbeiten gesetzt.
Nachwuchs für Arbeitsschutz sensibilisieren
Bild Siegerehrung einfügen!
Wir unterstützten auch 2025 zahlreiche regionale und überregionale Berufswettbewerbe im Gartenbau und richteten uns dabei an Auszubildende aller Sparten. Ziel war es, Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes praxisnah zu vermitteln und frühzeitig im Berufsalltag zu verankern. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf UV- und Hitzeschutz, ein zentrales Risiko im Gartenbau. Mit einem Informationsstand sowie persönlicher Beratung durch den Präventionsaußendienst wurden die Teilnehmenden sensibilisiert und zum Mitmachen motiviert. Ergänzend erhielten sie passende Motivationsprodukte. So konnten wir als Berufsgenossenschaft unsere Rolle als kompetente Partnerin stärken.
Forst
Unfallstatistik einfügen!
Stephan Neumann, alternierender Vorsitzender der VertreterversammlungDie Unfallzahlen im forstlichen Versichertenbereich sind im Vorjahresvergleich deutlich rückläufig. Es ist erfreulich, dass die enge Zusammenarbeit mit den Versicherten durch die Prävention Wirkung zeigt. Wir werden die gute Präventionsarbeit mit weiteren Angeboten fortsetzen und ausbauen."
TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Forst in 2025
| Arbeitsgebiete | Unfallzahlen |
|---|---|
| Wald- und Forstarbeiten | 3.523 |
| Unterhaltungsarbeiten an Maschinen | 274 |
| Arbeiten im Haushalt und Hausgarten | 268 |
| Allgemeine Arbeiten | 195 |
| Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten | 87 |
Tödliche Unfälle in der Branche Forst in 2025
| Arbeitsgebiete | Unfallzahlen |
|---|---|
| Wald- und Forstarbeiten | 20 |
| Unterhaltungsarbeiten an Maschinen | 2 |
| Allgemeine Arbeiten | 1 |
| Arbeiten im Haushalt und Hausgarten | 1 |
Klaus Klugmann, Branchenreferent Forst und JagdMit der Mehrsprachigkeit von Stockfibel to go reagieren wir auf die Praxis: Die App unterstützt nicht nur die fachliche Qualität der Motorsägenarbeit, sondern trägt auch dazu bei, Ausbildungsinhalte sprachübergreifend verständlich zu vermitteln.“
App jetzt mehrsprachig
Die App "Stockfibel to go" wurde im Berichtsjahr weiterentwickelt und ist nun in sieben Sprachen verfügbar. Anlass für die Erweiterung waren wiederkehrende Nachfragen sowohl aus dem europäischen Ausland als auch aus Deutschland. Mit dem Update wird der zunehmenden Internationalität der im Forst tätigen Beschäftigten Rechnung getragen.
Die App ermöglicht es, direkt am Wurzelstock eines mit der Motorsäge gefällten Baumes die fachgerechte Arbeitsausführung einfach und praxisnah zu überprüfen. Insbesondere in der Aus- und Weiterbildung hat sich "Stockfibel to go" als wertvolles Hilfsmittel bewährt. Die klare Darstellung der Fachinhalte zu den einzelnen Stockkriterien macht die App zu einem effektiven Instrument zur Qualitätskontrolle und Wissensvermittlung im forstlichen Arbeitsalltag. Mit inzwischen deutlich über 10.000 Downloads unterstreicht die App ihre hohe Akzeptanz und Relevanz in der Praxis. Neben Deutsch stehen die Sprachen Englisch, Französisch, Polnisch, Rumänisch, Slowakisch, Spanisch und Tschechisch zur Verfügung. Damit leistet "Stockfibel to go" einen wichtigen Beitrag zur Arbeitssicherheit, zur Qualitätssicherung und zur Verständigung in international zusammengesetzten Arbeitsteams im Forstbereich.
Arbeitsschutz in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen stärken
Für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse haben wir eine Fachinformation zum Arbeitsschutz erarbeitet.
Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse (FWZ) ermöglichen Waldbesitzenden eine gemeinsam organisierte Waldbewirtschaftung. Je nach Beschäftigungsverhältnis ergeben sich dabei zwei grundlegende Konstellationen mit unterschiedlichen arbeitsschutzrechtlichen Pflichten und Verantwortungsbereichen. Unsere Unfallanalysen haben gezeigt, dass Verantwortlichkeiten und organisatorische Aufgaben in der Praxis teilweise nicht ausreichend bekannt sind oder nicht klar gehandhabt werden.
Mit der Fachinformation schaffen wir Transparenz zu Fürsorgepflichten und Zuständigkeiten innerhalb der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse. Wir geben den Verantwortlichen eine klare rechtliche Orientierung und unterstützen sie dabei, ihre Organisationsstrukturen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. So tragen wir aktiv dazu bei, den Arbeitsschutz im jeweiligen Zuständigkeitsbereich wirksam zu stärken.
Forstprävention zum Anfassen
Prävention wirkt am besten, wenn sie erlebbar ist.
Ob Praxisvorführung, Erfahrungsaustausch oder Fachtag – wir begleiteten unsere Versicherten auch im Jahr 2025 mit Fachwissen, Dialog und konkreten Lösungen direkt vor Ort im Wald. Die Unfallzahlen verdeutlichen, wie zentral Arbeitssicherheit für alle Waldbesitzenden und forstlichen Dienstleister ist. Deshalb begleiten wir unsere Versicherten nicht nur im Rahmen unserer bewährten Präventionsarbeit, sondern auch bei zahlreichen Praxisveranstaltungen im Wald, wie die folgenden Beispiele zeigen.
Ob bei Waldbesitzertagen, Sicherheitstagen, Praxisvorführungen oder Weiterbildungen – der persönliche Austausch auf Augenhöhe und die praxisnahe Expertise unserer Präventionsfachleute werden von den Teilnehmenden geschätzt und tragen aktiv zu mehr Sicherheit im Arbeitsalltag bei.
Gesund arbeiten im Wald
Beim Präventionstag der Arenberg Meppen GmbH im Emsland zeigten wir erschütterungsarme Fälltechniken, Maßnahmen zur Minderung von Vibrationen am Freischneider sowie Risiken für Stolper- und Sturzunfälle. Zudem gaben wir Tipps zu gesunder Ernährung bei der Arbeit für rund 35 Mitarbeitende.
Praxis trifft Prävention
Beim Fachtag für Waldeigentum und Forstbetriebe im Schwarzwald berieten unsere Präventionsexperten rund 500 Teilnehmende zu Schadholz, Zeckenschutz und funkferngesteuerten Fällkeilen. Zahlreiche Gespräche zeigten, wie praxisnahe Tipps, innovative Technik und die Förderung über Präventionsanreize der SVLFG die Sicherheit im Wald erhöhen.
Intensiver Erfahrungsaustausch
Bei den Berliner Forsten besprachen Forstwirte Forstwirtschaftsmeister und Ausbilder gemeinsam mit den SVLFG-Forstexperten ausgesuchte Fälltechniken. Anschließend trainierten sie im Wald mit Schnittübungen die sichere Ausführung.
Praxisvorführung Schadholzfällung
In Wibbese (Niedersachsen) zeigten unsere Präventionsexperten vor rund 90 Teilnehmenden, wie die sichere Holzernte vor allem im Schadholz gelingt – unterstützt durch Kran, Forstseilwinde und funkferngesteuerten Fällkeil.
Waldbestand und Technik wurden von Dr. Jörn Jakob sowie den Forstunternehmern Armin Retz und der ForSer GmbH bereitgestellt.
Normung
Schutzeinrichtungen an Forsttraktoren
Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, insbesondere landwirtschaftliche Traktoren, können nachträglich für forstwirtschaftliche Anwendungen umgebaut werden, um ihre Einsatzmöglichkeiten zu erweitern. Die sichere Nutzung von Traktoren im forstwirtschaftlichen Einsatz erfordert angesichts spezifischer Gefährdungen, wie umstürzende Bäume, eindringende Äste, herabfallendes Totholz sowie Fahrten in sehr unebenem und zerklüftetem Gelände, ein hohes Schutzniveau für die Bedienenden.
Häufig werden landwirtschaftliche Zugmaschinen nachträglich für forstliche Anwendungen umgebaut, wodurch sich aufgrund unterschiedlicher rechtlicher Grundlagen (Traktorenverordnung und Maschinenrichtlinie) teils abweichende Sicherheitsstandards ergeben. Während Forstmaschinen in der Regel über umfassendere Schutzsysteme verfügen, besteht bei im Forst eingesetzten landwirtschaftlichen Traktoren noch Handlungsbedarf.
Vor diesem Hintergrund hat der Arbeitsausschuss Forstmaschinen im DIN-Normenausschuss Kommunale Technik im Jahr 2025 die Erarbeitung einer neuen Norm für Schutzaufbauten an Traktoren im Forsteinsatz aufgenommen. Die Arbeiten erfolgen zunächst auf nationaler Ebene unter Leitung der KANGeschäftsstelle mit dem Ziel, eine europäische Norm zu etablieren. Wir bringen uns aktiv in diesen Normungsprozess ein, um praxisnahe Anforderungen aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz zu implementieren und so zu einer Verbesserung des Sicherheitsniveaus in der Forstarbeit beizutragen.