Präventionsbericht 2025
In unserem Präventionsbericht sind die wichtigsten Kennzahlen und Aktivitäten der SVLFG des Jahres 2025 zu Prävention und Gesundheitsförderung übersichtlich zusammengefasst.
Entdecken Sie die Themen und Kennzahlen unseres Präventionsberichts direkt auf dieser Seite. Wer den gesamten Bericht lieber kompakt lesen möchte, kann ihn hier als PDF herunterladen.
Inhaltsverzeichnis
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Branchenübergreifend
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Fachausschüsse setzen Impulse
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Sicher mit dem Frontlader
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Anwenderschutz stärken
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Verteilung der meldepflichtigen Unfälle
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Aktivitäten der drei Dienstleistungszenten Prävention
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Ausbildung von Aufsichtspersonen
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Präventionsanreize
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Qualifizierung
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Prävention vor Berufskrankheiten
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Biologische Gefährdungen
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Messtechnischer Dienst
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Gefahrstoffe
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Klima wandelt Arbeit
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Arbeit gesund gestalten
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Arbeitsschutz-Management-System
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Begutachtung
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Sicherheitstechnischer Dienst
Sicher. Gesund. Leben.
Mit dem Präventionsbericht 2025 geben wir einen Einblick in unsere Arbeit als Verbundträger für mehr Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität in der Grünen Branche. Unser Ziel ist es, Menschen der grünen Berufe in ihrer Arbeits- und Lebenswelt ganzheitlich zu unterstützen – von der Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten bis hin zur Gesundheitsförderung und Stärkung der Gesundheitskompetenz.
Auch in 2025 zeigt sich, dass präventive Maßnahmen unumgänglich sind. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist erneut zurückgegangen. Gleichzeitig machen schwere und tödliche Unfälle sowie neue arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken deutlich, dass wir unsere Präventionsarbeit kontinuierlich weiterentwickeln müssen.
Die Arbeits- und Lebensbedingungen in der Grünen Branche unterliegen einem spürbaren Wandel. Veränderungen im Klima und in der demografischen Struktur, aber auch neue Gesundheitsrisiken stellen Betriebe und Versicherte vor weitere Herausforderungen.
Mit unseren Beratungen zum Hitze- und UV-Schutz, dem Ausbau des Anwenderschutzes beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sowie wissenschaftlich begleiteten Projekten schaffen wir praxisnahe Lösungen für einen wirksamen Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Prävention bedeutet für uns weit mehr als sicheres Arbeiten. Mit Angeboten wie „Mit uns im Gleichgewicht“, der betrieblichen Gesundheitsförderung, Gesundheitsangeboten für LKK-Versicherte, zielgruppenspezifischen Programmen für Frauen, Saisonarbeitskräfte, Auszubildende, aber auch für Kinder in Kooperation mit AckerRacker begleiten wir die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen.
Persönliche Beratung in den Betrieben verbinden wir dabei immer mehr mit modernen digitalen Angeboten – von Online-Seminaren über Erklärfilme bis hin zu Social Media –, um Prävention verständlich, alltagsnah und für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.
Unser herzlicher Dank gilt allen Mitgliedern und Versicherten, den ehrenamtlich Engagierten in der Selbstverwaltung, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unseren Partnerinnen und Partnern. Gemeinsam gestalten wir Prävention ganzheitlich – für sichere Arbeit, mehr Gesundheit und eine lebenswerte Zukunft im ländlichen Raum.
Branchenübergreifend
Fachausschüsse setzen Impulse
Im Jahr 2025 wurde die strategische Präventionsarbeit der Selbstverwaltung durch einen intensiven Austausch der vier Fachausschüsse weiter gestärkt. Einen besonderen Meilenstein stellte der erste gemeinsame Workshop im März dar. Ziel war es, aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen branchenübergreifend zu beleuchten sowie Impulse für die Weiterentwicklung der Präventionsstrategie zu erarbeiten. Im Mittelpunkt standen die Themen Auswirkungen des Klimawandels, seelische Gesundheit in der Grünen Branche, demografischer Wandel in den Betrieben sowie Möglichkeiten zur stärkeren Einbindung des Sicherheitstechnischen Dienstes.
Die Ergebnisse bestätigten in weiten Teilen die bisherigen Aktivitäten und lieferten zugleich neue konzeptionelle Ansätze. Hervorgehoben wurden insbesondere die Bedeutung zielgerichteter Öffentlichkeitsarbeit, die Nutzung digitaler Präventionsinformationen, eine stärkere Präsenz vor Ort sowie die Einbindung von Multiplikatoren.
Gerhard Sehnert, Geschäftsführer der SVLFG„Ich bin dankbar für das enge Band, das in der SVLFG zwischen Ehren- und Hauptamt besteht. Ein gemeinsamer Workshop der Fachausschüsse hat der Verwaltung wichtige Impulse gegeben, unsere Präventionsangebote noch besser auf die Bedarfe der Menschen in der Grünen Branche anzupassen.“
Unsere Förderung von OPG-Bedienerschutzvorrichtungen für Frontlader leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Unfallrisiken, insbesondere bei Kleintraktoren ohne Kabine. Immer wieder kam es zu Verletzungen durch herabfallende Lasten wie Ballen oder Kisten. Vor dem Hintergrund des Anwendungswarnvermerks der EU-Kommission zur Norm EN 12525 hat sich gezeigt, dass bestehende Lösungen, etwa Anbaugeräte, keinen aus-reichenden Schutz bieten. OPG-Systeme bieten einen wirksamen Schutz des Fahrerplatzes und sind sowohl für Neuanschaffungen als auch zur Nachrüstung verfügbar.
Die Anerkennung der Berufskrankheit Parkinson durch chemische Pflanzenschutzmittel hat den Fokus im Gartenbau und in der Landwirtschaft deutlich geschärft. Wir haben unsere Präventionsaktivitäten weiterentwickelt, um Betriebe beim sicheren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln noch intensiver zu unterstützen. Die zentrale Botschaft lautet: Konsequenter Anwenderschutz ist entscheidend – jeder vermiedene Kontakt reduziert das Erkrankungsrisiko. Im Mittelpunkt steht die systematische Umsetzung des STOP-Prinzips. Dabei gilt: Gefährdungen sollen möglichst durch Substitution vermieden, durch techni-sche Lösungen reduziert und durch organisatorische Maßnahmen ergänzt werden. Persönliche Schutzausrüstung kommt gezielt dort zum Einsatz, wo weitergehende Maßnahmen nicht ausreichen.
Wir begleiten die Betriebe bundesweit durch ein dichtes Beratungsnetz. 370 Aufsichtspersonen unterstützen vor Ort, identifizieren Verbesserungspotenziale und entwickeln gemeinsam mit den Verantwortlichen passgenaue Lösungen.
Verteilung der meldepflichtigen Unfälle nach Alter der verletzten Person in 2025 Bei den über 50-Jährigen häufen sich die Unfälle − die tödlichen Unfälle machen 67 % aus.
Alter der verletzten Person | meldepflichtige Unfälle | Tödliche Unfälle |
|---|---|---|
| unter 16 Jahre | 142 | 1 |
| 16 bis 18 Jahre | 2.100 | 1 |
| 19 bis 25 Jahre | 7.397 | 7 |
| 26 bis 30 Jahre | 5.048 | 1 |
| 31 bis 35 Jahre | 4.965 | 3 |
| 36 bis 40 Jahre | 4.905 | 2 |
| 41 bis 45 Jahre | 4.594 | 6 |
| 46 bis 50 Jahre | 4.339 | 10 |
| 51 bis 55 Jahre | 5.590 | 6 |
| 56 bis 60 Jahre | 6.821 | 6 |
| 61 bis 65 Jahre | 5.363 | 10 |
| 66 bis 70 Jahre | 2.159 | 11 |
| über 70 Jahre | 2.219 | 29 |
Im Jahr 2025 haben die Aufsichtspersonen im Außendienst den direkten Kontakt zu unseren Versicherten vor Ort weiter intensiviert. Durch 100.185 Beratungen (auch telefonisch), 46.114 Betriebsbesichtigungen sowie zahlreiche Vorträge, Schulungen und regionalen Aktionen wurden die Anforderungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes praxisnah an die Bedürfnisse der Grünen Branche angepasst.
Im Mittelpunkt stand dabei eine individuelle Betreuung direkt in den Betrieben, ergänzt durch zielgruppenorientierte regionale und überregionale Angebote. Die Dienstleistungszentren Prävention (DLZ) legten besondere Schwerpunkte auf branchenspezifische Risikobereiche sowie auf besonders gefährdete Personengruppen. Dazu zählten unter anderem die Rinderhaltung, die Forstwirtschaft, Saisonarbeitskräfte und Auszubildende. Mit vielfältigen Formaten haben wir Prävention sichtbar, erleb-bar und unmittelbar umsetzbar gemacht.
Aktivitäten DLZ Nord Prävention
„In den Dienstleistungszentren setzen wir Prävention konsequent dort um, wo sie gebraucht wird: direkt in den Betrieben, praxisnah und abgestimmt auf die besonderen Anforderungen unserer Regionen und Branchen.“ Dagmar Heyens, Mitglied des Vorstandes
Eine wirksame Präventionsarbeit erfordert die kontinuierliche Fortbildung unserer Aufsichtspersonen. Aufgrund des weiterhin hohen Unfallgeschehens in der Rinderhaltung wurden acht neue Rindertrainer nach einem überarbeiteten internen Konzept praxisnah qualifiziert. Dadurch konnten die Voraussetzungen geschaffen werden, betriebsnahe Rinderseminare künftig verstärkt anzubieten.
Auch im Forstbereich waren wir 2025 erneut besonders aktiv. Unsere Forstexperten führten flächendeckend praktische Vorführungen zur sicheren Schadholzfällung durch. Im Dienstleistungszentrum Nord haben wir 2025 zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt, um Arbeits- und Gesundheitsschutz praxisnah in die Betriebe zu tragen und unterschiedliche Zielgruppen direkt vor Ort zu erreichen.
Von diesen werden im Folgenden einige Beispiele vorgestellt. Ein besonderes Fachseminar organisierten wir in Waren an der Müritz zum Thema Sicher und gesund arbeiten mit der Rettungsweste. Teilnehmende aus Binnenfischerei, Kommunalbetrieben, Landschaftspflege sowie Boden- und Wasserverbänden setzten sich intensiv mit Auswahl, Schutzwirkung und regelmäßiger Prüfung von Rettungswesten auseinander. Neben der rechtlichen und fachlichen Einordnung stand die praktische Anwendung im Vordergrund. Die anschaulichen Vorführungen stärkten die Handlungssicherheit im betrieblichen Alltag.
Im Rahmen mehrerer Präventions- und Gesundheitstage stärkte das DLZ Nord im Jahr 2025 die Gesundheitskompetenz von Beschäftigten in unterschiedlichen Betrieben und Einrichtungen. Praktische Angebote wie Hautmessungen, Slacklinetraining, Belastungsmessungen, ergonomische Fahrersitzeinstellungen sowie Fachvorträge zu Rückenbelastungen, Sonnenschutz und Hitze kamen unter anderem bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in Rendsburg, im Bereich Technische Dienste der Landeshauptstadt Dresden, bei Wesergold in Mecklenburg-Vorpommern sowie bei der Rijk Zwaan Marne GmbH in Dithmarschen zum Einsatz.
Dort durchliefen die Beschäftigten vier interaktive Stationen zu Fußgesundheit und Sicherheitsschuhen, der Erprobung passiver Exoskelette, Koordinationsübungen sowie gezielten Ausgleichs- und Dehnübungen.
Über das gesamte Jahr hinweg organisierten wir zudem Informationsveranstaltungen für Saisonarbeitskräfte – häufig direkt auf den Betrieben oder in Feldnähe. Schwerpunkte waren Sonnenschutz, Hitzeprävention und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Spezifische Angebote setzten wir unter anderem in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen für ukrainische, polnische, georgische und rumänische Saisonkräfte um.
Aktivitäten DLZ Mitte Prävention
„Von steilen Rebbergen bis zur Schadholzaufarbeitung – die Herausforderungen im DLZ Mitte sind vielfältig. Wir wollen die Betriebe mit passgenauen Angeboten dabei unterstützen, sichere Arbeitsverfahren umzusetzen und gesundheitliche Belastungen nachhaltig zu reduzieren.“ Ingo Steitz, Mitglied des Vorstandes
Das Dienstleistungszentrum Mitte betreut eine vielfältige Region mit branchenspezifischen Risiken.
Im Forstbereich setzte das DLZ Mitte auf praktische Schulungen und Vorführungen. Bei den Arbeitssicherheitstagen des Waldservice Ortenau in Gengenbach informierten unsere Präventionsfachkräfte an drei Tagen rund 330 Teilnehmende über aktuelle Präventionsthemen. Weitere Veranstaltungen widmeten sich der sicheren Schadholzaufarbeitung und dem Einsatz von Forstseilwinden. So wurden bei der städtischen Forstverwaltung Mannheim sowie bei der Forstbetriebsgemeinschaft Öhringen insgesamt 65 Forstprofis und Privatwaldbesitzer in Theorie und Praxis geschult. Im Mittelpunkt standen moderne Arbeitsverfahren und der sichere Umgang mit speziellen Hilfsmitteln.
Spezialtraining für Wein- und Obstbau
Der Weinbau ist im Zuständigkeitsbereich überdurchschnittlich stark vertreten. Deshalb haben sich praxisnahe Qualifizierungsangebote für den sicheren Einsatz von Schmalspurtraktoren als fester Bestandteil der Präventionsarbeit etabliert. Die Arbeit mit Schmalspurtraktoren in Hanglagen und engen Rebzeilen erfordert besondere fahrtechnische Fähigkeiten. Im Frühjahr 2025 fanden an den Standorten Weinsberg, Ihringen und Bad Kreuznach fünf Schulungen mit insgesamt 94 Teilnehmenden statt. Die anhaltend hohe Nachfrage zeigt den Bedarf an spezialisierten Sicherheitsangeboten für den Wein- und Obstbau. Auch Kommunen nutzen inzwischen verstärkt das Angebot in Bad Kreuznach.
Auch die Rinderhaltung blieb ein wichtiges Handlungsfeld. Durch Fachbeiträge und Praxisbeispiele wurden Themen wie der Einsatz von Sicherheitsfangfressgittern sowie der Umgang mit Deckbullen aufgegriffen. Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten, die den Stress für Mensch und Tier verringern und gleichzeitig die Arbeitssicherheit erhöhen. Mit Best Practices wurde gezeigt, dass sich viele Verbesserungen auch in bestehenden Ställen wirtschaftlich umsetzen lassen.
Im Gartenbau und in kommunalen Bereichen wurden Gesundheitstage und Informationsangebote genutzt, um Themen wie Sonnenschutz, ergonomisches Arbeiten und gesunde Bewegung anschaulich zu vermitteln.
Aktivitäten DLZ Süd Prävention
„Mit unseren Kindersicherheitstagen im Dienstleistungszentrum Süd setzen wir ein starkes Zeichen für Prävention von Anfang an und sensibilisieren Kinder frühzeitig für Gefahren auf dem Bauernhof und im Wald. Wenn Sicherheit spielerisch erlebt wird, schaffen wir nachhaltiges Bewusstsein.“ Magdalena Arnold, Mitglied der Vertreterversammlung
Das DLZ Süd ist innerhalb der SVLFG für Bayern zuständig. Zusätzlich zu den Kernaufgaben wurden uns dort Aufgaben des staatlichen Arbeitsschutzes für Arbeitgeberbetriebe der Grünen Branchen übertragen.
Dadurch stehen unseren Mitgliedsbetrieben kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Außendienst für Fragen rund um die SVLFG, den Arbeits- und Gesundheitsschutz nach SGB VII sowie das Arbeitsschutzgesetz zur Verfügung. Der Schwerpunkt der Präventionsarbeit liegt auf persönlichen Kontakten vor Ort.
Praxisnahes Training in der Rinderhaltung
Ein besonderer Aktionsschwerpunkt lag erneut auf der Präventionsarbeit in der Rinderhaltung. Die Tierhaltung zählt weiterhin zu den unfallträchtigsten Bereichen der Landwirtschaft, wobei die Rinderhaltung die Unfallstatistik anführt. Bayern ist geprägt von zahlreichen milchviehhaltenden Familienbetrieben, wodurch ein hoher Beratungsbedarf besteht.
Im Berichtsjahr wurden hierzu 83 Veranstaltungen mit 2.231 Teilnehmenden durchgeführt, insbesondere zu den Themen stressfreier Umgang mit Rindern, sichere Verladevorgänge sowie baulich-technische Anforderungen. Ergänzend fanden fünf Aufbauseminare des LUV-Modells statt. Weitere Schwerpunkte waren Vor-Ort-Beratungen bei Betriebsbesichtigungen, Unfalluntersuchungen, die Umsetzung der Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.1 Tierhaltung sowie individuelle Bauberatungen bei Neu- und Umbauten.
Forsterfahrungsaustausch
Im September 2025 fand der jährliche Forsterfahrungsaustausch im DLZ Süd statt. Daran nahmen Forstfachkräfte aus allen Dienstleistungszentren sowie Expertinnen und Experten aus Österreich, der Schweiz und dem Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e. V. (KWF) teil.
Das Programm umfasste die neue Handlungshilfe Schadholz, Präventionskonzepte der Nachbarländer sowie digitale Anwendungen zur satellitenunterstützten Schadholzidentifikation. Praxisvorführungen zeigten moderne Verfahren der Schadholzfällung mit Spillwinden, akkubetriebenen Systemen sowie der Königsbronner Anschlagtechnik. Ergänzt wurde das Programm durch Fachvorträge zu Vibrationsbelastungen, Werkzeugauswuchtung und mobilen Seilpresssystemen.
Kindersicherheitstage: Lernen mit Spaß und Wirkung!
Ein weiteres Highlight waren sechs Kindersicherheitstage im DLZ Süd mit über 400 Kindern. Gemeinsam mit dem Bayerischen Bauernverband wurde ein Programm gestaltet, das Wissen, Bewegung und praktische Erlebnisse verband. An verschiedenen Stationen lernten die Kinder spielerisch den sicheren Umgang mit Gefahrenquellen auf dem Bauernhof kennen. Besonders eindrucksvoll war die Demonstration eines umkippenden Quaderballens, welche die Gefahren in der Landwirtschaft anschaulich verdeutlichte.
„Unsere Aufsichtspersonen unterstützen die Unternehmer und Versicherten dabei, die Arbeit sicherer und gesünder zu gestalten. Ihr Rüstzeug dazu erhalten sie in der zweijährigen Ausbildung zur Aufsichtsperson.“ Nicole Sadtkowski-Männel, stellvertretende Geschäftsführerin der SVLFG
Um Versicherte in Landwirtschaft, Forst und Gartenbau wirksam zu erreichen, setzen wir insbesondere auf die enge Betreuung der Betriebe vor Ort.
Eine zentrale Rolle übernehmen dabei die Aufsichtspersonen, die im Rahmen ihrer Beratungs- und Kontrolltätigkeit täglich im direkten Austausch mit den Unter-nehmen stehen. Gleichzeitig stellt der demografische Wandel auch diesen Bereich vor Herausforderungen, sodass die gezielte Ausbildung neuer Fachkräfte zunehmend an Bedeutung gewinnt. Das Tätigkeitsprofil der Aufsichtsperson umfasst ein breites Spektrum anspruchsvoller Aufgaben, die ein hohes Maß an Handlungskompetenz erfordern. Dazu gehört beispielsweise, innerhalb kurzer Zeit kritische Arbeitssituationen im Betrieb zu erkennen, zu hinterfragen, zu analysieren und fundiert zu bewerten. Eine wesentliche Grundlage hierfür ist ein umfassendes Verständnis der Strukturen, Abläufe und Tätigkeitsfelder der versicherten Betriebe. Erfahrene Kolleginnen und Kollegen engagieren sich daher intensiv in der Qualifizierung des Nachwuchses und sichern so den kontinuierlichen Wissenstransfer sowie die Qualität der Präventionsarbeit.
Ausbildungsjahrgänge im Überblick
Im Ausbildungsjahrgang 2023 – 2025 haben 23 Kolleginnen und Kollegen die Prüfung zur Aufsichtsperson (AP I) erfolgreich abgelegt. Die feierliche Abschlussveranstaltung fand am 17. Dezember 2025 in Kassel statt. Nach einem Grußwort des Vorstandsvorsitzenden Henner Braach wurden die Zeugnisse an die Absolventinnen und Absolventen überreicht. Mit dem erfolgreichen Abschluss konnte der Außendienst im Bereich Prävention gezielt verstärkt und die Beratungs- und Überwachungstätigkeit in den versicherten Unternehmen weiter ausgebaut werden.
Der Ausbildungsjahrgang 2024 – 2026 hat deutliche Fortschritte erzielt. Insgesamt wurden 21 Lehrgänge erfolgreich durchgeführt, davon 12 in Präsenz und 9 im Online-Format.
Die Ergebnisse der Lernstandserhebungen zeigen eine positive Entwicklung, machen zugleich aber auch weiteren Qualifizierungsbedarf deutlich, um die Teilnehmenden gezielt auf die Prüfung im Jahr 2026 sowie auf ihre zukünftigen Aufgaben vorzubereiten.
Parallel dazu startete am 1. November 2025 der neue Ausbildungsjahrgang 2025 – 2027 mit 26 Teilnehmenden. Neben 20 neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen nehmen 6 bereits im Außendienst tätige Mitarbeitende im Rahmen einer Fortbildung an der Ausbildung teil. Eine Einführungswoche unter Beteiligung der Team- und Abschnittsleitungen bildete den Auftakt. In diesem Rahmen wurden erste Ausbildungsinhalte, Abläufe sowie Hospitationen abgestimmt und geplant.
"Anreize wirken. Jeder Zuschuss motiviert zu nachhaltigem Präventionsfortschritt und schafft mehr Sicherheit in der Grünen Branche.“ Lutz Freytag, Mitglied des Vorstandes
Seit vielen Jahren setzen wir auf ein Prämiensystem, um unsere Mitgliedsbetriebe gezielt bei mehr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu unterstützen. Dazu gehören Zuschüsse für zwei- bis fünftägige Lehrgänge an von der SVLFG anerkannten Fortbildungsstätten, Erste-Hilfe-Ausbildung, Fahrsicherheitstrainings sowie DEULA-Kurse.
Zum 1. Januar 2025 erhöhten wir die Zuschüsse für Motorsägenkurse von 60 Euro für einen zweitägigen Lehrgang bis 150 Euro für einen fünftägigen Lehrgang. Dadurch konnte die Inanspruchnahme dieser Angebote weiter gesteigert werden.
Förderung mit Wirkung
2025 stellte die SVLFG erneut Mittel für den Kauf ausgewählter Produkte bereit, die dem Arbeitsschutz und der Gesundheitsvorsorge dienen. Für beide Förderaktionen stand insgesamt ein Budget von 1,2 Millionen Euro zur Verfügung.
Die erste Aktion startete am 1. Februar 2025 und setzte Schwerpunkte bei besonders unfallgefährdeten Arbeitsbereichen – bei der Tierhaltung und der motormanuellen Baumfällung – sowie beim Atemschutz im Hinblick auf das Berufskrankheitengeschehen.
Gefördert wurden beispielsweise Fang und Behandlungsstände, Halsfangrahmen, Kälberfangkörbe, Höhensicherungsgeräte, funkgesteuerte Fällkeile, kamerabasierte Personenerkennungssysteme und gebläseunterstützte Atemschutzgeräte. Besonders gefragt waren der Fang- und Behandlungsstand sowie die Rückfahrkamera. Anträge und Rechnungen konnten ausschließlich über das Versichertenportal meine SVLFG eingereicht werden. Ab März 2025 folgte die zweite Förderaktion für Kühlkleidung und Sonnenschutzprodukte.
„Moderne Lernformate, digital und in Präsenz, sind die Basis für nachhaltiges Wissensmanagement im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Wir entwickeln unsere Qualifizierungsangebote kontinuierlich weiter.“ Frank Lauhöfer, alternierender Vorsitzender des Gesundheitsserviceausschusses
Unsere Schulungsstrategie greift die aktuellen Entwicklungen in Lehre und Bildung auf und beschreibt zugleich die zukünftige Ausrichtung der Fort- und Weiterbildungsangebote.
Mit dieser Strategie positionieren wir uns innerhalb der Bildungslandschaft der Unfallversicherungsträger und vertreten einen klaren didaktisch-methodischen Ansatz, insbesondere vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung von Bildungsangeboten.
Unsere Ziele
- Wir greifen digitale Entwicklungen in Gesellschaft und Politik aktiv auf und integrieren diese in unsere Schulungsangebote.
- Wir schaffen flexible, zeiteffiziente und ortsunabhängige Lernformate für Versicherte und für Mitarbeitende.
- Wir sprechen unterschiedliche Zielgruppen gezielt über passende Formate und Kanäle an und machen Prävention so wirksam zugänglich.
- Wir stehen für ein modernes Bildungsverständnis – innovativ, digital, praxisnah.
Zielgruppenorientierte Lernformate
Wir richten unsere Schulungsangebote an den unterschiedlichen Bedarfen unserer Zielgruppen aus, darunter versicherte Personen, Unternehmerinnen und Unternehmer, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragte, Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitende des Präventionsbereichs.
Da zeitliche Ressourcen und Lerngewohnheiten variieren, setzen wir auf eine Kombination verschiedener Formate. Weder rein digitale Angebote noch ausschließlich Präsenzveranstaltungen sind zeitgemäß. Deshalb entwickeln wir unsere Schulungen in einer zweiseitigen Ausrichtung weiter und nutzen außerdem verstärkt hybride Formate, die digitale Anteile, Präsenzphasen und selbstorganisiertes Lernen sinnvoll verbinden. So erreichen wir unsere Zielgruppen passgenau und flexibel.
Aus der Seminarstatistik 2025
| Maßnahme | Teilnehmende |
|---|---|
| Seminare und Vorträge inkl. Online-Angebote | 74.536 |
davon für Versicherte, Betriebs-/Personalräte | 47.653 |
| für Unternehmer und Führungskräfte | 24.082 |
| für Sicherheitsbeauftragte | 1.431 |
| für Fachkräfte für Arbeitssicherheit | 1.045 |
| für Betriebsärzte | 325 |
„Die Zahl der Verdachtsmeldungen auf die neue Berufskrankheit Parkinson zeigt die Notwendigkeit, finanzielle und organisatorische Herausforderungen konsequent zu meistern. Wir unterstützen unsere Versicherten im Antragsprozess.“
Uwe Kühne, alternierender Vorsitzender des Präventionsausschusses
Im Berufskrankheitengeschehen setzte sich auch 2025 die Entwicklung fort, dass neben dem klassischen branchentypischen Erkrankungsspektrum chronische und langzeitexpositionsbedingte Erkrankungen an Bedeutung gewinnen. Dies erfordert sowohl eine vorausschauende Präventionsstrategie als auch eine frühzeitige individuelle Begleitung betroffener Versicherter. Das Parkinson-Syndrom infolge langjähriger beruflicher Exposition gegenüber bestimmten Pflanzenschutzmitteln blieb im Fokus unserer Begutachtungspraxis und Fachöffentlichkeitsarbeit.
Auch vor der formalen Aufnahme in die Berufskrankheitenliste (BK-Liste) wurde die Erkrankung bereits als mögliche „Wie-Berufskrankheit“ geprüft und anerkannt.
Erweiterung der Berufskrankheiten
Zum 1. April 2025 wurde die BK-Liste um drei weitere Erkrankungen ergänzt, darunter eine belastungsbedingte Schädigung der Rotatorenmanschette (BK-Nr. 2117). In Bezug auf diese Erkrankung können vier Expositionsarten als belastungsrelevant angesehen werden.
Dazu gehören insbesondere Hand-Arm-Vibrationen beim Einsatz handgehaltener und handgeführter Maschinen wie Motorsägen, Freischneider, Steintrennmaschinen oder Bodenverdichtungsgeräte. Auch das regelmäßige Heben von Lasten ab 20 kg kann die Rotatorenmanschette schädigen.
Zu diesen Belastungsformen liegen bereits zahlreiche Erfahrungs- und Katasterwerte aus der Präventionspraxis vor. Darüber hinaus erhöhen auch Hand- und Armarbeiten mit moderater oder hoher Wiederholfrequenz sowie Tätigkeiten auf Schulterhöhe oder darüber – insbesondere bei deutlicher Abspreizung des Oberarms – das Risiko von Läsionen der Rotatorenmanschette. Für diese beiden Expositionsarten fehlen bislang bei nahezu allen Unfallversicherungsträgern ausreichende Mess- und Erfahrungswerte.
Daher initiierte das Institut für Arbeitsschutz der DGUV das Forschungsprojekt SchulterKatast, an dem wir beteiligt sind.
Berufskrankheiten gemäß Anlage 1 BKV | Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit in 2025 | Anerkannte Berufskrankheiten in 2025 |
|---|---|---|
| Hauterkrankungen | 3.019 | 1.507 |
| davon Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung | 2.743 | 1.473 |
Lendenwirbelsäule, Ganzkörperschwingungen, Heben und Tragen | 1.013 | 72 |
| Lärmschwerhörigkeit | 784 | 393 |
| von Tieren übertragbare Krankheiten | 452 | 214 |
| Atemwegserkrankungen | 298 | 96 |
| Wie-BK Parkinson durch chemische Pflanzenschutzmittel | 460 | 413 |
| Weitere | 420 | 135 |
| Insgesamt | 6.446 | 2.830 |
„Zur Prävention von Zoonosen – von Tieren auf Menschen übertragbare Erkrankungen – ist es wichtig, das Infektionsrisiko zu erkennen und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“ Dr. Alexandra Riethmüller, Fachreferentin für biologische Gefährdungen
Aussagen wie Das kleine Tier kann mir doch nichts anhaben sind keine Seltenheit, wenn es um Zecken geht. Die von ihnen ausgehende Infektionsgefährdung mit Borrelien-Bakterien beziehungsweise FSME-Viren wird oft unterschätzt.
Ähnliches gilt auch bei Hautpilzerkrankungen. Nicht jedes mit Kälberflechte infizierte Tier zeigt typische haarlose Stellen – die Infektionsgefährdung für den Menschen ist dennoch vorhanden.
Ein Zeckenstich kann unter bestimmten Umständen zu Erkrankungen wie Lyme-Borreliose (im Folgenden Borreliose) oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) führen.
Ein erhöhtes Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden, besteht bei Personen, die sich aus beruflichen Gründen oder während Freizeitaktivitäten oft in der Natur aufhalten. In Tierbeständen (Rinder, Schafe, Pferde) mit Kälberflechte ist das Risiko für Hautpilzerkrankungen durch beispielsweise Trichophyton-Arten deutlich erhöht.
Zoonosen als Berufskrankheitsrisiko
Unter der BK-Nr. 3102 der Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) werden Infektionserreger erfasst, die von Tieren auf Menschen übertragen werden, sowie die entsprechenden Diagnosen. In unserer BK-Statistik spielen Borreliose und FSME sowie Hautpilzerkrankungen bei den von Tieren auf Menschen übertragbaren Krankheiten eine große Rolle.
Bei den angezeigten Berufskrankheiten liegt die Borreliose mit 64,5 Prozent im Mittelwert der Jahre 2021 bis 2025 auf dem vordersten Platz, gefolgt von weiteren Zoonosen, Hautpilzerkrankungen sowie FSME.
Fachinformation aktualisiert
Die Informationen zu Gefährdungen und Schutzmaßnahmen bezüglich der Exposition gegenüber Zecken wurden vollständig überarbeitet und an den aktuellen wissenschaftlichen Stand angepasst:
Darüber hinaus wurden aufgrund der weiterhin hohen Relevanz von Hautpilzerkrankungen in der Tierhaltung die Informationsschriften B.01.03 Pilze und B.01.13 Kälberflechte inhaltlich aktualisiert.
Ziel der Überarbeitungen ist es, Betrieben praxisnahe und aktuelle Handlungsempfehlungen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz bereitzustellen.
Besonders hervorzuheben sind die neue Fachinformation Achtung, Zecken! sowie die Neufassung des Präventionsflyers F28, der als Printmedium zur Verfügung steht:
„Mit dem Messwertkataster Schulterbelastungen schaffen wir eine wissenschaftliche Grundlage für wirksame Prävention bei schulterbelastenden Tätigkeiten. Versicherte können sich aktiv als Teilnehmende am Forschungsvorhaben einbringen.“ Kathleen Kleinsorg, Mitglied des Vorstandes
In 2025 initiierten wir in Kooperation mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ein Forschungsprojekt zur Vermeidung arbeitsbedingter Erkrankungen bei schulterbelastenden Tätigkeiten. Hacken, Heben, Tragen, Schneiden, Überkopfarbeiten: Wer in der Grünen Branche arbeitet, weiß, wie sehr die Schultern täglich gefordert sind.
Forschungsprojekt SchulterKatast
Ziel des Projekts ist der Aufbau eines Katasters mit wissenschaftlich fundierten Informationen zu schulterbelastenden Tätigkeiten.
Diese Informationen dienen als Grundlage für die Entwicklung geeigneter Präventionsmaßnahmen und können zur Berufskrankheiten-Beurteilung von schulterbelastenden Tätigkeiten wie der BK-Nr. 2117 genutzt werden.
Im Herbst 2025 wurden erste Messungen in Mitgliedsbetrieben durchgeführt. Der Schwerpunkt der Messungen lag beim Melken von Kühen. Im Rahmen dieser Messungen wurden sowohl das Melken im Melkstand als auch die Verwendung von Rohrmelkanlagen berücksichtigt. Die Endauswertung und die abschließende Zusammenstellung der Ergebnisse erfolgt durch das Institut für Arbeitsschutz der DGUV. Die Messungen werden fortgeführt. Interessierte Unternehmen und Beschäftigte sind eingeladen, sich an dem Forschungsprojekt zu beteiligen und somit einen Beitrag zur kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu leisten.
„Jeder vermiedene Kontakt zählt. Prävention bei Pflanzenschutzmaßnahmen ist ein entscheidender Beitrag, um langfristige Gesundheitsrisiken wie Parkinson wirksam zu reduzieren.“ Thomas Schröder, Mitglied des Vorstandes
Unser technischer Außendienst hat im Jahr 2025 das Programm krebserzeugende Gefahrstoffe der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie weiterverfolgt und Ende des Jahres abgeschlossen. Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass über alle Branchen hinweg die Gefahrstoffe Dieselmotoremissionen (Dieselruß, DME) und Quarzstaub am häufigsten anzutreffen sind. Dieser Befund lässt sich auch auf die Grüne Branche übertragen. Eine Gefährdungsbeurteilung zu den Gefahrstoffen im Arbeitsprogramm wurde über alle Branchen bei 33 % der aufgesuchten Unternehmen durchgeführt. Um den versicherten Betrieben den Einstieg in die Gefährdungsbeurteilung zu Quarzstaub und DME zu erleichtern, wurde die Handlungshilfe für die Gefährdungsbeurteilung Gefahrstoffe um entsprechende Module ergänzt.
Kommunikationsarbeit verstärkt
Der Anwenderschutz bei Arbeiten mit Pflanzenschutzmitteln stand auch im Jahr 2025 im Fokus. Wir setzten crossmediale Kommunikationsmaßnahmen zum Anwenderschutz um. Das Thema wurde auf Messen, im Mitgliedermagazin, in weiteren Fachartikeln, Vorträgen, Beratungen sowie auf Social Media zur Unterstützung von Unterweisungen und betrieblicher Praxis aufgegriffen.
Im Rahmen des Interviews Anwenderschutz bei Pflanzenschutzarbeiten – Jeder Tropfen ist zu viel griff Präventionsleiter Frank Gutheil zentrale Aspekte des Anwenderschutzes zur Verhinderung der Berufskrankheit Parkinson durch chemische Pflanzenschutzmittel auf. Dabei standen vor allem vorbeugende Maßnahmen, das S.T.O.P.-Prinzip sowie die persönliche Beratung durch Aufsichtspersonen im Mittelpunkt.
Wir nutzten 2025 unsere Messepräsenz, um über sicheren Anwenderschutz zu informieren. Besucherinnen und Besucher erhielten Hinweise zur Gefährdungsbeurteilung, zur sicheren Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sowie zum Einsatz geeigneter Persönlicher Schutzausrüstung. Auf der Online-Themenseite zu Pflanzenschutzarbeiten stehen mehrere animierte Filme zur Verfügung, die als Unterweisungs- und Informationsmaterial genutzt werden können. Die Filme vermitteln Sicherheitsaspekte praxisnah und verständlich. Sie eignen sich besonders für Schulungen im Betrieb.
„Betriebe, die Wetterlagen berücksichtigen, Arbeitsabläufe anpassen, geeignete Schutzmaßnahmen zur Verfügung stellen und nutzen, investieren in die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden und reduzieren gleichzeitig Ausfallzeiten, erhöhen die Arbeitssicherheit und sichern die Leistungsfähigkeit ihres Betriebs.“ Frank Gutheil, Bereichsleiter Prävention
Der Klimawandel verändert die Arbeitsbedingungen. Beschäftigte in der Grünen Branche arbeiten überwiegend im Freien und sind den Folgen besonders ausgesetzt.
Zunehmende Hitzeperioden, höhere UV-Belastung mit steigendem Hautkrebsrisiko sowie neue biologische Risiken erhöhen die Gefährdungen.
Hinzu kommen psychische Belastungen infolge von Ernteausfällen und wirtschaftlichem Druck. Wir begegnen mit gezielten Maßnahmen in Beratung, Qualifizierung und Öffentlichkeitsarbeit.
Hitze- und UV-Schutz
Mit gezielten Sensibilisierungskampagnen, darunter auf unseren Social-Media-Kanälen und im Mitgliedermagazin Alles SVLFG stärken wir das Bewusstsein für Hitze- und UV- Risiken sowie für die Hautkrebsvorsorge. Dort veröffentlichen wir praxisnahe Tipps und Informationen zu Präventionsangeboten. Wir informieren über geeignete Schutzkleidung und organisatorische Maßnahmen, beraten zur arbeitsmedizinischen Vorsorge und fördern geeignete Präventionsprodukte.
Anpassung der Gefährdungsbeurteilung
Klimabedingte Risiken werden systematisch in die Gefährdungsbeurteilung integriert.
Wir beraten Betriebe bei der technischen und organisatorischen Anpassung von Arbeitsverfahren. Auch beim Hitzeschutz gilt die konsequente Nutzung des TOP-Prinzips. Technische Maßnahmen haben Vorrang.
Mobile Wetterschutzzelte reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung deutlich. Organisatorische Maßnahmen umfassen unter anderem die Anpassung der Arbeitszeiten sowie ausreichend lange Erholungspausen.
Zu den personenbezogene Maßnahmen gehören geeignete UV-Schutzkleidung oder Kühlkleidung, Kopfbedeckungen mit breiter Krempe oder Nackenschutz, Sonnenschutzmittel sowie regelmäßiges Trinken.
Qualifizierung und Beratung
Mit Vorträgen, Seminarangeboten sowie Informationsmaterialien und Handlungshilfen für Unterweisungen werden Betriebe praxisnah unterstützt. Ergänzend führen wir Sicherheits-und Gesundheitstage durch und bieten individuelle Beratung durch Präventionsfachkräfte an.
Vernetzung
Wir wirken aktiv an Projekten zur klimaresilienten Arbeitsgestaltung mit, unter anderem gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Darüber hinaus pflegen wir den Austausch mit anderen Unfallversicherungsträgern und beobachten Risiken, um unsere Präventionsstrategie auf Basis neuer Erkenntnisse kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Maßnahmen zum Hitze- und Sonnenschutz 2025
| Maßnahme | Anzahl |
|---|---|
Beratungen zum Hitze- und Sonnenschutz durchgeführt | 3.900 |
Abrufe der Infobox zum Hitze- und Sonnenschutz | 1.000 |
Präventionszuschüsse für UV-/ Hitzeschutzprodukte | 287 |
Sicherheits- und Gesundheitstage themenbezogen realisiert | 93 |
Arbeit gesund gestalten
„Unsere neue Kurzfilmreihe zur Ergonomie zeigt: Bereits durch gezielte Anpassungen, etwa bei Arbeitshöhe, Hebetechnik, Lastverteilung oder durch den Einsatz geeigneter Hilfsmittel, kann eine spürbare Entlastung erreicht werden.“ Sabine Biller, alternierende Vorsitzende des Fachausschusses Gartenbau
Unser Abschnitt Gesunde Arbeit leistet einen zentralen Beitrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung und zur Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren in der Grünen Branche. Wir orientieren uns dabei an den realen Arbeitsbedingungen unserer Versicherten und unterstützen Betriebe bei der Umsetzung von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen im betrieblichen Setting.
Unser Angebot umfasste Seminare, digitale Lernformate und Informationsmaterialien.
Einen Überblick über alle Angebote finden Sie unter:
Unsere kostenfreien Angebote leisten einen wichtigen Beitrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung.
Wir kommen dafür unmittelbar in die Betriebe und unterstützen mit praxisnahen Formaten, die auf die jeweiligen Arbeitsbedingungen zugeschnitten sind. Dazu gehören insbesondere Gesundheits- und Sicherheitstage sowie interaktive Workshops.
| Maßnahme | Teilnehmende |
|---|---|
Sicherheits- und Gesundheitstage im Betrieb | 1.780 |
Vorträge (Online und Präsenz) | 3.010 |
Schulungen (Online und Präsenz) | 922 |
Aktivwerkstatt Rücken | 333 |
| Ernährungsworkshops | 396 |
Die BGF-Koordinierungsstelle hat 593 Beratungen zum Thema Gesundheit am Arbeitsplatz in 2025 durchgeführt.
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- Gesunde Arbeit
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0561 785-10010 0561 785-219070
Neue Kurzfilmreihe zu Ergonomie
Ergonomische Arbeitsweisen sind unverzichtbar, um gesund zu bleiben. Neun Kurzfilme zeigen anhand praxisnaher Beispiele, wie sich Tätigkeiten mit einfachen Hilfsmitteln und geeigneten Maßnahmen schonender ausführen lassen. Ein Avatar vergleicht dabei intuitive mit ergonomischen Vorgehensweisen und verdeutlicht, wie Rücken und Gelenke entlastet werden. Thematisiert werden das Ausmisten einer Pferdebox mit Schubkarre, das Beladen einer Pritsche, Entasten, Freischneiden, das Bewegen von Heuballen, das Tragen von Sattel und Zubehör, Pflanzen, Pflastern sowie Kantensteinsetzen und das rückengerechte Arbeiten im Forst.
„Ein Arbeitsschutz-Management-System schafft klare Strukturen für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb und beugt Unfällen vor. Das Beispiel der Ramerth Dienstleistungen GmbH zeigt, wie Prävention erfolgreich im Betrieb verankert werden kann.“ Ely Eibisch, Mitglied des Vorstandes
Das Arbeitsschutz-Management-System (AMS) der SVLFG dient als strukturiertes Konzept für Sicherheit und Gesundheitsschutz in Unternehmen. Das AMS-Verfahren ist ein Richtlinien gestütztes und anerkanntes Begutachtungsverfahren zur Prüfung der systematischen Organisation des Arbeitsschutzes im Unternehmen durch eine neutrale Stelle.
Dies unterstützt Unternehmen dabei, rechtliche Anforderungen sicher zu erfüllen und Prävention als Führungsaufgabe nachhaltig zu verankern. Ein begutachtetes AMS ist ein Nachweis für die Öffentlichkeit, Auftraggeber und Beschäftigte. Oft ist es Voraussetzung zur Auftragserteilung. In 2025 wurden 26 Audits in versicherten Unternehmen erfolgreich durchgeführt, davon 6 Erstaudits und 20 Reaudits. 85 begutachtete Unternehmen wurden auf unserer Webseite veröffentlicht. 40 Unternehmen befanden sich in der Beratung. Unter den AMS begutachteten Unternehmen in 2025 war auch die Ramerth Dienstleistungen GmbH aus Emmerting. Ausschlaggebend waren die konsequente Verankerung von Arbeits-und Gesundheitsschutz in allen betrieblichen Abläufen sowie das gelebte Engagement von Unternehmensleitung und Beschäftigten.
Regelmäßige Gefährdungsbeurteilungen, strukturierte Schulungen und digitale Kontrollsysteme zur Überwachung von Maschinen und Geräten helfen, Sicherheit und Gesundheit zu fördern.
Mit der Begutachtung und Anerkennung von Fortbildungsstätten für gefährliche Baumarbeiten, Waldbesitzerschulungen und Seilklettertechnik (SKT) setzen wir bundesweit einheitliche Standards für Qualität und Sicherheit.
Im Jahr 2025 waren 232 Fortbildungsstätten anerkannt, teilweise für mehrere Lehrgangstypen.
Die Koordinierungsstelle prüfte 46 Ausbilder für AS-Baum I, 4 Ausbilder für AS-Baum II und 2 SKT-Ausbilder (A und B). 185 SKT-Fachkundeausweise wurden ausgestellt. Neben der Begutachtung sichern wir durch Beratung und Messepräsenz, wie bei den Augsburger Baumpflegetagen, eine praxisnahe und effektive Prävention.
„Arbeitsschutz entfaltet im Alltag seine Wirksamkeit, wenn er praktikabel ist. Dabei unterstützen wir unsere Mitgliedsbetriebe individuell und partnerschaftlich vor Ort mit verständlicher und praxisnaher Beratung.“ Ines Sopalla, Arbeitsbereichsleiterin Sicherheitstechnischer Dienst
Der Sicherheitstechnische Dienst (STD) der SVLFG unterstützt als Dienstleister alle Themen des Arbeitsschutzes in den Mitgliedsbetrieben.
Die Beratung vor Ort spielte eine zentrale Rolle: Gemeinsam werden Abläufe analysiert, Risiken bewertet und praktikable Schutzmaßnahmen entwickelt. Ergänzend stellt der STD verständlich aufbereitete Informationen und direkt nutzbare Arbeitshilfen für den betrieblichen Alltag bereit.
Schwerpunkt 2025: Brandschutz im Betrieb
Ein Fokus lag auf dem Themenheft Brandschutz im Betrieb. Brände stellen für jeden Betrieb ein erhebliches Risiko dar – für Menschen, Sachwerte und die wirtschaftliche Stabilität. Das Themenheft unterstützt Betriebe dabei, ihren Brandschutz systematisch zu organisieren. Neben Fachinformationen enthält es unter anderem Vorlagen für Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen und Unterweisungen. Damit liefert es konkrete Werkzeuge für die Praxis.
Zukunftsorientiert
Um die Betriebe weiterhin auf fachlich hohem Niveau begleiten zu können, wurden die Strukturen des STD im Jahr 2025 gezielt weiterentwickelt. Dazu zählen die Besetzung einer neuen Arbeitsbereichsleitung sowie die Stärkung von Innen- und Außendienst. Parallel wurde die fachliche Qualifizierung der Außendienstmitarbeitenden ausgebaut. Schwerpunkte waren unter anderem psychische Gesundheit, KI-gestützte Kamerasysteme, Lärmbelastungen in der Tierhaltung sowie Neuerungen bei Persönlicher Schutzausrüstung.
Demonstrationsmittel unterstützen dabei, neue Lösungen anschaulich in der Praxis zu vermitteln. Mit Blick auf gesetzliche Entwicklungen bereitet sich der STD zudem auf die verpflichtende elektronische Rechnungsstellung ab 2027 vor. Ziel ist es, Prozesse frühzeitig digital, rechtssicher und anwenderfreundlich zu gestalten.
Der STD versteht sich als verlässlicher Partner der Mitgliedsbetriebe. Mit praxisnaher Beratung, aktuellen Themen und konkreten Hilfsmitteln trägt er dazu bei, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verankern.
Landwirtschaft
Jürgen Maurer, Mitglied des VorstandesIm Umgang mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen entscheidet umsichtiges Verhalten über die Sicherheit. Wir unterstützen dies durch gezielte Präventionsarbeit mit praxisnahen Informationen.“
Unfallgeschehen
Im Jahr 2025 zeigt sich in allen Bereichen der Landwirtschaft ein rückläufiges Unfallgeschehen bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen.
Besonders deutlich ist der Rückgang in der Tierhaltung und im Pflanzenbau. Demgegenüber entwickelt sich die Zahl der tödlichen Unfälle uneinheitlich: Während in der Tierhaltung ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist, steigen die tödlichen Unfälle im Pflanzenbau sowie im allgemeinen Bereich an.
Insgesamt verdeutlichen die Zahlen, dass die Präventionsmaßnahmen wirken, gleichzeitig jedoch weiterhin besonderer Handlungsbedarf bei der Vermeidung schwerer und tödlicher Unfälle besteht.
Schwerpunkt Mehrachstraktoren
Wir präsentierten und vermittelten die Ergebnisse der Sonderuntersuchung zu Mehrachstraktoren sowie daraus abgeleitete Maßnahmen zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz. Im Austausch mit Vertretern der Landtechnikindustrie wurden die Untersuchungsergebnisse in mehreren Fachgesprächen diskutiert. Ziel war es, die Erkenntnisse für die Weiterentwicklung und Gestaltung zukünftiger Landmaschinen zu nutzen.
Parallel dazu initiierten wir Maßnahmen der Verhaltensprävention, um das sichere Auf-und Absteigen im Betriebsalltag zu fördern und das Unfallrisiko zu reduzieren.
Übergang EU-Maschinenverordnung
Ein Schwerpunkt im Berichtsjahr war der Übergang auf die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab 20. Januar 2027 die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ablösen wird.
Die Arbeiten an einem EU-Leitfaden wurden aufgenommen, der die einheitliche Anwendung der Verordnung, die unmittelbar ohne nationale Umsetzung gilt, in allen EU-Mitgliedstaaten unterstützen soll. Unsere Präventionsexperten bringen sich in einer europäischen Arbeitsgruppe ein und erarbeiten Fachbeiträge zu Themen wie Anschnallen, Schutz vor Hochspannungsleitungen und autonomem Maschineneinsatz.
Kommunikation zur Verhaltensprävention
In 2025 wurden die Internetseite Sicheres Auf- und Absteigen sowie ein begleitender Präventionsfilm veröffentlicht.
Hintergrund ist das weiterhin hohe Unfallrisiko beim Ein- und Aussteigen bei Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Der Kurzfilm Sicheres Auf- und Absteigen – Kopf an statt Kopf voraus, zeigt praktisch, worauf es für sicheres Verhalten ankommt.
Ergänzend stellt die Internetseite anschauliche Informationen und Handlungsempfehlungen bereit. Beide Formate sind sowohl zur Wissensvermittlung als auch zur Unterweisung geeignet und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Unfallrisiken im Arbeitsalltag:
Flankierend wurde eine Social-Media-Kampagne zum sicheren Fahren mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen umgesetzt. Im Fokus stehen zentrale Verhaltensregeln wie das konsequente Anschnallen und das Prinzip Sehen und gesehen werden.
Über kurze, zielgruppengerechte Beiträge werden praxisnahe Hinweise vermittelt und für typische Gefährdungssituationen sensibilisiert. Die Kampagne trägt dazu bei, insbesondere jüngere Zielgruppen zu erreichen und sicherheitsrelevantes Verhalten nachhaltig im Arbeitsalltag zu verankern.
TOP 10 der Unfallgegenstandsgruppen in der Branche Landwirtschaft in 2025
| Unfallgegenstandsgruppen | Anzahl |
|---|---|
| Rinder | 4.103 |
| Wege im Freien | 3.214 |
| Wege in/an Gebäuden | 2.608 |
| Traktoren | 1.799 |
| Pferde | 1.787 |
| Werkzeuge/Geräte ohne Fremdantrieb | 1.531 |
| Leitern/Aufstiege | 1.036 |
| Anhänger | 960 |
| Bauliche Anlagen und Einrichtungen | 885 |
| Stalleinrichtungen | 835 |
Sonderpreis für Sicherheit
Bei der Bundesentscheidung des Berufswettbewerbs der Deutschen Landjugend waren nicht nur Fachkenntnisse, Teamgeist und Praxiserfahrung gefragt – auch mit Wissen über Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz konnten die jungen Teilnehmenden punkten. Im Berichtsjahr hatten wir den Sicherheitspreis in allen Sparten ausgelobt. Die 98 Teilnehmenden mussten rund 20 Fragen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz beantworten, jeweils auf ihre Sparte zugeschnitten. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten Bluetooth-Kopfhörer mit geräuschunterdrückenden Lautsprechern, die unerwünschte Hintergrundgeräusche reduzieren.
Der alternierende Vorsitzende des Vorstandes der SVLFG Henner Braach überreichte diesen Sonderpreis.
Henner Braach, alternierender Vorsitzender der Vorstandes„Mit dem Sonderpreis möchten wir junge Menschen dafür sensibilisieren, wie wichtig sicheres und gesundes Arbeiten im Berufsalltag ist und gleichzeitig ihre Leistungen anerkennen.“
Branchenlehrgang Landwirtschaft
Besondere Ausbildungsmodule bereiten unsere Aufsichtspersonen auf die spezifischen Anforderungen vor. Der Lehrgang Sichere Maschinen, 2025 wieder mit der DEULA Nienburg durchgeführt, überzeugte durch eine Kombination aus Theorie und Praxis. Im Branchenlehrgang Landwirtschaft standen unter anderem die Themen Pferdehaltung, Landmaschinen, Biogas sowie Weinbau im Fokus. Im Trainingscenter der Firma Claas in Harsewinkel setzten sich die zukünftigen Aufsichtspersonen mit den sicherheitsrelevanten Aspekten von Landmaschinen auseinander und vertieften ihr Praxiswissen.
Meldepflichtige Unfälle in 2025 in den Untergruppen innerhalb der Branche Landwirtschaft
| Arbeitsgebiete | Anzahl |
|---|---|
| Tierhaltung | 13.829 |
| Allgemeine Arbeiten | 11.541 |
| Pflanzenbau | 5.133 |
Tödliche Unfälle in 2025 in den Untergruppen innerhalb der Branche Landwirtschaft
| Arbeitsgebiete | Anzahl |
|---|---|
| Pflanzenbau | 24 |
| Tierhaltung | 17 |
| Allgemeine Arbeiten | 17 |
Normung
Frontlader im Fokus
Am 30. April 2024 veröffentlichte die EU-Kommission einen Anwendungswarnvermerk zur Norm EN 12525 für Frontlader. Seither dient diese Norm nicht mehr uneingeschränkt als Nachweis zur Einhaltung grundlegender Sicherheitsanforderungen. 2025 brachten wir unsere Position als Unfallversicherungsträger in nationale und europäische Gremien ein. Parallel dazu wurde die Sicherheitsnorm weiterentwickelt und bis zum Schlussentwurf (prEN 12525) vorangetrieben.
Projekt Sichtfeld
Der Arbeitsentwurf für die Norm Sichtfeld selbstfahrender landwirtschaftlicher Maschinen wurde in enger Abstimmung mit Arbeitsschutzexperten aus Frankreich und der Schweiz erarbeitet und fachlich konsolidiert. Die Zusammenarbeit knüpft an einen bereits angenommenen Normungsantrag an, der Zielsetzung, Begründung und Anwendungsbereich verbindlich festlegt. Auf dieser Basis wird das Verfahren weitergeführt, um einen belastbaren Entwurf für eine internationale Norm (ISO-Standard) zu erarbeiten.
Sebastian Dittmar, Branchenreferent LandwirtschaftUnsere Untersuchung von Traktorunfällen zeigt, dass die Gesamtzahl der Unfälle sinkt, die Zahl der tödlichen Unfälle jedoch nicht. Besonders gefährdet sind sehr junge sowie ältere Fahrerinnen und Fahrer.“
Agrialp: Unfallprävention stärken
Bild agrialp einfügen!
Wie sich Unfälle in der Landwirtschaft wirksam vermeiden lassen, diskutierten im November 2025 Präventionsexperten auf der Aktionsbühne der internationalen Landwirtschaftsmesse Agrialp in Bozen. Intensive Sensibilisierungsmaßnahmen haben zu einem spürbaren Rückgang der Unfallzahlen geführt. Gleichzeitig besteht weiterhin Handlungsbedarf. Sebastian Dittmar, Branchenreferent Landwirtschaft, betonte insbesondere die Bedeutung fundierter Unfallanalysen als Grundlage zielgerichteter Präventionsmaßnahmen. So konnte Dittmar zeigen, dass die Gesamtzahl der Unfälle sinkt, die Zahl der tödlichen Unfälle jedoch nicht. Besonders gefährdet sind sehr junge sowie ältere Fahrerinnen und Fahrer. Auffällig ist zudem der vergleichsweise hohe Anteil an Unfallverletzten ab 60 Jahren. Unfälle mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen ereignen sich häufig im Hofbereich und treten vor allem beim Absteigen sowie bei fehlender Nutzung von Sicherheitseinrichtungen auf.
Auf der Zielgerade − 3. GDA Periode
Im Berichtsjahr setzten wir unsere aktive Partnerschaft in der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) fort.
Diese bundesweite Initiative wird getragen von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern. Sie verfolgt das Ziel, den Arbeitsschutz in Deutschland durch abgestimmte Maßnahmen und enge Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken. Im Fokus stehen die Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsprogramme in den Handlungsfeldern Muskel-Skelett-Belastungen, psychische Belastungen sowie der sichere Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen. In der fünfjährigen 3. GDA-Periode hat unser Außendienst das Ziel von über 10.000 Grunddatenbögen erreicht. Zudem entwickelten wir Ansätze im Hinblick auf das Experimentierjahr 2026 mit Schwerpunkt Absturzprävention.
Tierhaltung
Dr. Florian Heuser, stellvertretender Bereichsleiter PräventionSichere Tierhaltung schützt Mensch und Tier gleichermaßen. Oft reichen dafür einfache, praxisnahe Maßnahmen.“
Aktivitäten Rinderhaltung
Im Jahr 2025 richtete sich die Präventionsarbeit weiterhin auf die Umsetzung der Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.1 Tierhaltung. Nach wie vor haben nicht alle Betriebe die Vorschrift vollständig umgesetzt. Dabei führen Selektion und Tierfixierung nicht nur zu einer Verringerung der Unfallgefahr aller beteiligten Personen, sondern reduzieren auch die Verletzungsgefahr bei den Tieren. Sicher fixierte Tiere sind weniger stressanfällig, sie zeigen daher ein geringeres Abwehrverhalten, ein entscheidender Faktor für mehr Sicherheit.
Zur weiteren Sensibilisierung für die Anforderungen der VSG 4.1 wurden in der Mitgliederzeitschrift Alles SVLFG zwei Fachbeiträge veröffentlicht: Viehtrieb mit oder ohne Wagen (Ausgabe 1/25) sowie Sicherheitsfangfressgitter gehört dazu (Ausgabe 3/25). Beide Beiträge stellen praxisnahe und wirtschaftlich umsetzbare Lösungen vor und verdeutlichen, dass wirksame Arbeitssicherheit nicht zwingend mit hohen Investitionen verbunden ist. Ergänzt wurde das Informationsangebot durch ein breites Spektrum an Vorträgen und Seminaren, sowohl in Präsenz als auch in digitalen Formaten, sowie an regionalen und überregionalen Messeauftritten.
Seminare Rinderhaltung
| Veranstaltungen, auch online | Teilnehmende |
|---|---|
| 97 Vorträge | 2.335 |
| 123 Seminare | 2.310 |
Jörg Eyermann, Mitglied des VorstandesDas Projekt Sichere Rinderhaltung zeigt eindrucksvoll, wie Forschung, Praxis und Prävention zusammenwirken können, um konkrete Maßnahmen für mehr Arbeitssicherheit in der Rinderhaltung umzusetzen.“
Projekt "Sichere Rinderhaltung"
Das von der SVLFG geförderte Forschungsprojekt Sichere Rinderhaltung – Fokus Bullenbox, Abkalben und Verbringen von Rindern verfolgt das Ziel, Gefährdungen im Umgang mit Rindern zu reduzieren und die Arbeitssicherheit in rinderhaltenden Betrieben zu verbessern.
Das Projekt wurde von Dezember 2023 bis September 2025 gemeinsam von der Hochschule Weihenstephan Triesdorf, der Ludwig Maximilians Universität München und dem Tiergesundheitsdienst Bayern durchgeführt.
In einem Projektbetrieb wurde eine automatisierte, herdennahe Deckbullenbox in Verbindung mit einem automatischen Melksystem umgesetzt und im Oktober 2025 in Betrieb genommen. Die ersten Praxiserfahrungen lieferten wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Systems, insbesondere bei der Tierselektion und der Brunsterkennung.
Parallel dazu wurden in zwölf Praxisbetrieben typische Gefährdungssituationen beim Umgang mit Rindern analysiert. Auf dieser Grundlage konnten gemeinsam mit den Betrieben praxisnahe Lösungsansätze entwickelt und teilweise bereits umgesetzt werden. Dazu zählen unter anderem die Installation von Hubschranken, der Einbau von Fressfanggittern mit Personenschlupf sowie der Einsatz sogenannter Bud-Box-Systeme.
TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Tierhaltung in 2025 Tierkontakt bleibt zentrales Unfallrisiko!
| Unfallgegenstände | Unfallzahlen |
|---|---|
| Rinder | 4.082 |
| Wege in/an Gebäuden | 1.878 |
| Pferde | 1.771 |
| Wege im Freien | 833 |
| Stalleinrichtungen | 793 |
Tödliche Unfälle in der Branche Tierhaltung in 2025
| Unfallgegenstände | Unfallzahlen |
|---|---|
| Rinder | 8 |
| Motorfahrzeuge | 3 |
| Bauliche Anlagen/ Einrichtungen | 2 |
| Handgezogene Fahrzeuge | 1 |
| Leitern/ Aufstiege | 1 |
| Wege im Freien | 1 |
| Wege in/ an Gebäuden | 1 |
Alexandra Schneider, alternierende Vorsitzende der VertreterversammlungSicherheit im Pferdebetrieb ist kein Zufall. Sie entsteht durch Wissen, Erfahrung und konsequente Umsetzung im Alltag.“
Aktivitäten Pferdehaltung
Die Präventionsarbeit in der Pferdehaltung zielte auch im Berichtsjahr darauf ab, Unfallrisiken im Umgang mit Pferden zu reduzieren und das Sicherheitsbewusstsein in den Betrieben zu stärken. Ein besonderer Fokus lag auf dem besseren Verständnis des Tierverhaltens als Grundlage für sicheres Arbeiten.
Ein zentrales Angebot war das Seminar "Sicher und gesund in der Pferdehaltung" am 13. und 14. Mai 2025 in Raesfeld/Nordrhein-Westfalen. Die Teilnehmenden setzten sich unter Anleitung der Präventionsmitarbeiter Britta Schumacher und Stefan Hoffrogge intensiv mit dem Sozialverhalten und der Sinneswahrnehmung von Pferden auseinander. Hintergrund ist, dass Pferde aus menschlicher Sicht häufig unerwartet reagieren und dadurch ein erhöhtes Unfallrisiko besteht. Nach der theoretischen Einführung stand am zweiten Tag die Praxis im Mittelpunkt. Auf einem Pferdebetrieb konnten Alltagssituationen mithilfe einer VR-Brille aus Sicht der Tiere erlebt werden. Alle Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, diese Perspektive selbst zu erfahren. Dabei wurden Situationen beim Transport, in der Reithalle und auf der Weide simuliert. Unterschiede in der Wahrnehmung, etwa beim Sehen, bei Lichtwechseln oder im räumlichen Erfassen, wurden so unmittelbar erfahrbar. Die gewonnenen Eindrücke führten zu intensivem Austausch und lieferten konkrete Ansätze für Verbesserungen im Betrieb.
Darüber hinaus wurde die Präventionsarbeit gezielt in die Aus- und Weiterbildung integriert. An der Deutschen Reitschule in Warendorf ist das Thema Arbeitsschutz mittlerweile fester Bestandteil der Meisterausbildung. Eine Prüfungsaufgabe im Fachteil 1 wird von uns gestellt und behandelt die betriebliche Gefährdungsbeurteilung. Im Rahmen einer Sicherheitsbeauftragten- und Unternehmermodellschulung wurde angehenden Pferdewirtschaftsmeistern praxisnah vermittelt, wie Arbeitsschutz im Betrieb organisiert und umgesetzt wird. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Erstellung betrieblicher Gefährdungsbeurteilungen. Die Teilnehmenden setzten sich dabei intensiv mit typischen Risiken auseinander: von der Stallarbeit über den Umgang mit Pferden bis hin zu betrieblichen Abläufen. Bei der ergänzenden Betriebsbegehung des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts Warendorf konnten konkrete Risiken analysiert und Lösungen erarbeitet werden. Mit dieser Schulung erwerben die Teilnehmenden die Qualifikation zur sicherheitstechnischen Betreuung ihrer Betriebe.
Die Maßnahmen verdeutlichen: Sicherheit und Gesundheitsschutz sind zentrale Bausteine einer modernen Pferdehaltung und werden zunehmend systematisch in Praxis und Ausbildung verankert.
Flyer zu PSA im Pferdesport entwickelt
Der Präventionsflyer F50 "PSA im Pferdesport" informiert kompakt über geeignete Persönliche Schutzausrüstung beim Reiten, Fahren und im täglichen Umgang mit Pferden. Ziel ist es, das Bewusstsein für geeignete Schutzmaßnahmen zu stärken und deren Anwendung im Arbeitsalltag zu fördern.
Gartenbau
Jörg Schwarz, Branchenreferent GartenbauDie rückläufigen Unfallzahlen im Gartenbau zeigen die Wirkung gezielter Prävention. Gleichzeitig machen schwere Ereignisse bei Baumarbeiten und im Umgang mit Maschinen deutlich, dass diese Risiken konsequent adressiert werden müssen.“
Unfallgeschehen
Das Unfallgeschehen im Gartenbau hat sich erneut positiv entwickelt. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle konnte gegenüber dem Vorjahr leicht gesenkt werden. Gleichzeitig ist bei den tödlichen Arbeitsunfällen eine gegenläufige Entwicklung zu verzeichnen. Dies verdeutlicht, dass trotz insgesamt rückläufiger Unfallzahlen weiterhin erhebliche Risiken bestehen. Die konsequente Weiterentwicklung der Präventionsarbeit im Gartenbau bleibt daher eine zentrale Aufgabe.
Analyse der Schwerpunkte
Grundlage für eine wirksame Prävention ist die systematische Analyse des Unfallgeschehens. Sie ermöglicht es, Unfallschwerpunkte zu identifizieren und daraus zielgerichtete Maßnahmen abzuleiten. Sie liefert auch wichtige Impulse für unser Prämiensystem, das Investitionen in innovative und sichere Technologien gezielt fördert. Bei den Unfallbereichen entfielen die meisten meldepflichtigen Arbeitsunfälle weiterhin auf Garten- und Landschaftsbaustellen, obwohl die Zahl hier gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent zurückging. Deutliche Zunahmen zeigten sich insbesondere auf dem Weg zu oder von der Arbeitsstelle, bei allgemeinen Transportarbeiten sowie bei Stein- und Pflasterarbeiten. Rückläufig entwickelten sich dagegen unter anderem die Unfallzahlen in der Grünflächenpflege, bei sonstigen allgemeinen Arbeiten sowie bei Strauch- und Heckenschnittarbeiten. Bei der Auswertung nach Tätigkeit verzeichnet das Handhaben von Werkzeugen und Geräten mit 3.581 Unfällen den stärksten Anstieg.
Präventionsansätze gegen schwere Unfälle
Besonders schwere Unfallfolgen treten vor allem bei Baumfäll- und Entastungsarbeiten sowie im Zusammenhang mit Transport- und Wegeunfällen auf. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Unfällen mit mobilen Arbeitsmitteln. Häufige Ursachen sind eingeschränkte Sichtverhältnisse (tote Winkel). In nahezu der Hälfte der Fälle waren Erdbaumaschinen beteiligt, daneben Traktoren, Transportfahrzeuge und Gabelstapler. Moderne Kamera-Monitor-Systeme, zunehmend auch mit KI gestützter Personenerkennung, bieten hier wirksame Unterstützung. Die gezielte Förderung solcher Systeme hat sich als geeignete Maßnahme zur Unfallvermeidung erwiesen. Schwere Unfälle entstehen beim Einsatz von Hubarbeitsbühnen zudem durch den sogenannten Katapult-Effekt, etwa bei Fahrbahnunebenheiten, beim Lösen verhakter Arbeitsbühnen oder bei Kollisionen. Zur Reduzierung dieses Risikos fördern wir geeignete Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz in Kombination mit speziell angepassten Höhensicherungsgeräten.
TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Gartenbau in 2025
| Arbeitsgebiete | Unfallzahlen |
|---|---|
Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten | 10.573 |
| Allgemeine Arbeiten | 4.314 |
Unterhaltungsarbeiten an Maschinen | 1.135 |
| Feld-/Kulturarbeiten | 875 |
| Bauarbeiten | 436 |
Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor
Wir beteiligten uns am Weihenstephaner Hochschulforum 2025 zum Thema "Effektives Management im Gartenbau". Ein besonderer Impuls ging vom Vortrag von Nicola Haldenwang aus, Präventionsmitarbeiterin der SVLFG, die unter dem Titel "Durch Unternehmenskultur zum Unternehmenserfolg" die Bedeutung werteorientierter Führung und gelebter Prävention hervorhob. Die große Resonanz und die intensive Diskussion mit den Teilnehmenden verdeutlichten das hohe Interesse am Thema. Der Austausch eröffnete neue Perspektiven für die praktische Umsetzung in den Betrieben und zeigte deutlich, dass eine starke Präventionskultur maßgeblich zur langfristigen Stabilität und zum wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen im Gartenbau beitragen kann.
Normung
Mehr Sicherheit bei Aufsitz-Rasenmähern
Bei Aufsitz-Rasenmähern ereignen sich schwere Unfälle, insbesondere beim Mähen an Hängen. Ursache ist, dass die zulässige Hangneigung überschritten wird und Maschinen bei Unebenheiten kippen oder sich überschlagen. Problematisch ist zudem, dass viele Maschinen weder über eine Neigungsanzeige noch – bei Maschinen unter 400 kg – über Überrollschutzsysteme oder Sitzgurte verfügen. Wir haben diese Sicherheitsdefizite im Rahmen ihrer Normungsarbeit wiederholt thematisiert und gegenüber Herstellern auf Handlungsbedarf hingewiesen.
Nachdem Frankreich bei der EU-Kommission einen formellen Einwand gegen Teile der Norm EN ISO 5395-3 Aufsitz-Rasenmäher eingereicht hat, unterstützen wir insbesondere die Forderungen nach Schutzmaßnahmen gegen Stabilitätsverlust sowie Warnvorrichtungen bei starker Neigung.
Präsenz zeigen - Prävention vermitteln
Wir beteiligten uns an zahlreichen regionalen und überregionalen Fachmessen der Grünen Branche, darunter die Fachausstellung Friedhofstechnik in Essen sowie die Floriga in Leipzig. Mit Infoständen und persönlicher Beratung durch den Präventionsaußendienst wurde das Fachpublikum angesprochen, um die Verbundenheit mit dem Berufsstand zu unterstreichen und zentrale Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sichtbar zu machen.
Schwerpunkte lagen auf Hitze- und UV-Schutz, gesunder Ernährung sowie Infektionsrisiken, etwa durch Zeckenstiche. Insbesondere die langjährige Präsenz auf der Floriga unterstreicht die kontinuierliche Branchenverankerung. Die hohe Zahl an Gesprächen zeigt: Der direkte Austausch vor Ort bleibt ein wichtiger Baustein erfolgreicher Präventionsarbeit.
Herbert Hüsgen, Mitglied des VorstandesGebäudebegrünung gewinnt angesichts des Klimawandels im urbanen Raum stark an Bedeutung. Qualifizierung und Prävention müssen dabei Hand in Hand gehen, um nachhaltiges und sicheres Arbeiten gleichermaßen zu gewährleisten
Weiterbildungsprojekt Zugabe
2025 haben wir das Sozialpartnerprojekt "Zugabe – Zukunftsaufgabe Gebäudebegrünung" aktiv unterstützt.
Ziel war es, zertifizierte Weiterbildungsangebote für die drei Zukunftsthemen Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung zu entwickeln. Im Rahmen der zweiwöchigen Fortbildung übernahmen unsere Präventionsmitarbeitenden den Themenbereich Arbeits- und Gesundheitsschutz und vermittelten diesen praxisnah durch Fachvorträge, Austauschformate und Übungen. Gemeinsam mit Partnern aus Bildung und Forschung konnten erstmals drei Qualifizierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Damit wurde ein wichtiger Impuls für die Verbindung von nachhaltiger Bauweise und sicherem Arbeiten gesetzt.
Nachwuchs für Arbeitsschutz sensibilisieren
Wir unterstützten auch 2025 zahlreiche regionale und überregionale Berufswettbewerbe im Gartenbau und richteten uns dabei an Auszubildende aller Sparten. Ziel war es, Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes praxisnah zu vermitteln und frühzeitig im Berufsalltag zu verankern. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf UV- und Hitzeschutz, ein zentrales Risiko im Gartenbau. Mit einem Informationsstand sowie persönlicher Beratung durch den Präventionsaußendienst wurden die Teilnehmenden sensibilisiert und zum Mitmachen motiviert. Ergänzend erhielten sie passende Motivationsprodukte. So konnten wir als Berufsgenossenschaft unsere Rolle als kompetente Partnerin stärken.
Forst
Stephan Neumann, alternierender Vorsitzender der VertreterversammlungDie Unfallzahlen im forstlichen Versichertenbereich sind im Vorjahresvergleich deutlich rückläufig. Es ist erfreulich, dass die enge Zusammenarbeit mit den Versicherten durch die Prävention Wirkung zeigt. Wir werden die gute Präventionsarbeit mit weiteren Angeboten fortsetzen und ausbauen."
TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Forst in 2025
| Arbeitsgebiete | Unfallzahlen |
|---|---|
| Wald- und Forstarbeiten | 3.523 |
| Unterhaltungsarbeiten an Maschinen | 274 |
| Arbeiten im Haushalt und Hausgarten | 268 |
| Allgemeine Arbeiten | 195 |
| Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten | 87 |
Tödliche Unfälle in der Branche Forst in 2025
| Arbeitsgebiete | Unfallzahlen |
|---|---|
| Wald- und Forstarbeiten | 20 |
| Unterhaltungsarbeiten an Maschinen | 2 |
| Allgemeine Arbeiten | 1 |
| Arbeiten im Haushalt und Hausgarten | 1 |
Klaus Klugmann, Branchenreferent Forst und JagdMit der Mehrsprachigkeit von Stockfibel to go reagieren wir auf die Praxis: Die App unterstützt nicht nur die fachliche Qualität der Motorsägenarbeit, sondern trägt auch dazu bei, Ausbildungsinhalte sprachübergreifend verständlich zu vermitteln.“
App jetzt mehrsprachig
Die App "Stockfibel to go" wurde im Berichtsjahr weiterentwickelt und ist nun in sieben Sprachen verfügbar. Anlass für die Erweiterung waren wiederkehrende Nachfragen sowohl aus dem europäischen Ausland als auch aus Deutschland. Mit dem Update wird der zunehmenden Internationalität der im Forst tätigen Beschäftigten Rechnung getragen.
Die App ermöglicht es, direkt am Wurzelstock eines mit der Motorsäge gefällten Baumes die fachgerechte Arbeitsausführung einfach und praxisnah zu überprüfen. Insbesondere in der Aus- und Weiterbildung hat sich "Stockfibel to go" als wertvolles Hilfsmittel bewährt. Die klare Darstellung der Fachinhalte zu den einzelnen Stockkriterien macht die App zu einem effektiven Instrument zur Qualitätskontrolle und Wissensvermittlung im forstlichen Arbeitsalltag. Mit inzwischen deutlich über 10.000 Downloads unterstreicht die App ihre hohe Akzeptanz und Relevanz in der Praxis. Neben Deutsch stehen die Sprachen Englisch, Französisch, Polnisch, Rumänisch, Slowakisch, Spanisch und Tschechisch zur Verfügung. Damit leistet "Stockfibel to go" einen wichtigen Beitrag zur Arbeitssicherheit, zur Qualitätssicherung und zur Verständigung in international zusammengesetzten Arbeitsteams im Forstbereich.
Arbeitsschutz in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen stärken
Für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse haben wir eine Fachinformation zum Arbeitsschutz erarbeitet.
Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse (FWZ) ermöglichen Waldbesitzenden eine gemeinsam organisierte Waldbewirtschaftung. Je nach Beschäftigungsverhältnis ergeben sich dabei zwei grundlegende Konstellationen mit unterschiedlichen arbeitsschutzrechtlichen Pflichten und Verantwortungsbereichen. Unsere Unfallanalysen haben gezeigt, dass Verantwortlichkeiten und organisatorische Aufgaben in der Praxis teilweise nicht ausreichend bekannt sind oder nicht klar gehandhabt werden.
Mit der Fachinformation schaffen wir Transparenz zu Fürsorgepflichten und Zuständigkeiten innerhalb der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse. Wir geben den Verantwortlichen eine klare rechtliche Orientierung und unterstützen sie dabei, ihre Organisationsstrukturen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. So tragen wir aktiv dazu bei, den Arbeitsschutz im jeweiligen Zuständigkeitsbereich wirksam zu stärken.
Forstprävention zum Anfassen
Prävention wirkt am besten, wenn sie erlebbar ist.
Ob Praxisvorführung, Erfahrungsaustausch oder Fachtag – wir begleiteten unsere Versicherten auch im Jahr 2025 mit Fachwissen, Dialog und konkreten Lösungen direkt vor Ort im Wald. Die Unfallzahlen verdeutlichen, wie zentral Arbeitssicherheit für alle Waldbesitzenden und forstlichen Dienstleister ist. Deshalb begleiten wir unsere Versicherten nicht nur im Rahmen unserer bewährten Präventionsarbeit, sondern auch bei zahlreichen Praxisveranstaltungen im Wald, wie die folgenden Beispiele zeigen.
Ob bei Waldbesitzertagen, Sicherheitstagen, Praxisvorführungen oder Weiterbildungen – der persönliche Austausch auf Augenhöhe und die praxisnahe Expertise unserer Präventionsfachleute werden von den Teilnehmenden geschätzt und tragen aktiv zu mehr Sicherheit im Arbeitsalltag bei.
Gesund arbeiten im Wald
Beim Präventionstag der Arenberg Meppen GmbH im Emsland zeigten wir erschütterungsarme Fälltechniken, Maßnahmen zur Minderung von Vibrationen am Freischneider sowie Risiken für Stolper- und Sturzunfälle. Zudem gaben wir Tipps zu gesunder Ernährung bei der Arbeit für rund 35 Mitarbeitende.
Praxis trifft Prävention
Beim Fachtag für Waldeigentum und Forstbetriebe im Schwarzwald berieten unsere Präventionsexperten rund 500 Teilnehmende zu Schadholz, Zeckenschutz und funkferngesteuerten Fällkeilen. Zahlreiche Gespräche zeigten, wie praxisnahe Tipps, innovative Technik und die Förderung über Präventionsanreize der SVLFG die Sicherheit im Wald erhöhen.
Intensiver Erfahrungsaustausch
Bei den Berliner Forsten besprachen Forstwirte Forstwirtschaftsmeister und Ausbilder gemeinsam mit den SVLFG-Forstexperten ausgesuchte Fälltechniken. Anschließend trainierten sie im Wald mit Schnittübungen die sichere Ausführung.
Praxisvorführung Schadholzfällung
In Wibbese (Niedersachsen) zeigten unsere Präventionsexperten vor rund 90 Teilnehmenden, wie die sichere Holzernte vor allem im Schadholz gelingt – unterstützt durch Kran, Forstseilwinde und funkferngesteuerten Fällkeil.
Waldbestand und Technik wurden von Dr. Jörn Jakob sowie den Forstunternehmern Armin Retz und der ForSer GmbH bereitgestellt.
Normung
Schutzeinrichtungen an Forsttraktoren
Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, insbesondere landwirtschaftliche Traktoren, können nachträglich für forstwirtschaftliche Anwendungen umgebaut werden, um ihre Einsatzmöglichkeiten zu erweitern. Die sichere Nutzung von Traktoren im forstwirtschaftlichen Einsatz erfordert angesichts spezifischer Gefährdungen, wie umstürzende Bäume, eindringende Äste, herabfallendes Totholz sowie Fahrten in sehr unebenem und zerklüftetem Gelände, ein hohes Schutzniveau für die Bedienenden.
Häufig werden landwirtschaftliche Zugmaschinen nachträglich für forstliche Anwendungen umgebaut, wodurch sich aufgrund unterschiedlicher rechtlicher Grundlagen (Traktorenverordnung und Maschinenrichtlinie) teils abweichende Sicherheitsstandards ergeben. Während Forstmaschinen in der Regel über umfassendere Schutzsysteme verfügen, besteht bei im Forst eingesetzten landwirtschaftlichen Traktoren noch Handlungsbedarf.
Vor diesem Hintergrund hat der Arbeitsausschuss Forstmaschinen im DIN-Normenausschuss Kommunale Technik im Jahr 2025 die Erarbeitung einer neuen Norm für Schutzaufbauten an Traktoren im Forsteinsatz aufgenommen. Die Arbeiten erfolgen zunächst auf nationaler Ebene unter Leitung der KANGeschäftsstelle mit dem Ziel, eine europäische Norm zu etablieren. Wir bringen uns aktiv in diesen Normungsprozess ein, um praxisnahe Anforderungen aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz zu implementieren und so zu einer Verbesserung des Sicherheitsniveaus in der Forstarbeit beizutragen.
Jagd
Unfallgeschehen
Sturzereignisse führen das Unfallgeschehen bei der Jagd an.
Im Jahr 2025 blieb das Unfallgeschehen in der Branche Jagd insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres: Mit 460 meldepflichtigen Arbeitsunfällen lag der Wert etwas höher als im Vorjahr mit 449 Unfällen. Positiv hervorzuheben ist, dass kein tödlicher Arbeitsunfall zu verzeichnen war. Das Arbeitsgebiet Jagd, Hege, Wildfütterung weist weiterhin die meisten Unfälle auf. Schwerpunkte bilden dabei insbesondere Stolper- und Sturzunfälle auf Wegen sowie Unfälle an jagdbaulichen Anlagen. Leiterunfälle verzeichnen den größten Zuwachs. Die Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit, bestehende Präventionsmaßnahmen gezielt weiterzuführen und insbesondere in den genannten Risikobereichen zu intensivieren.
TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Jagd in 2025
| Arbeitsgebiete | Unfallzahlen |
|---|---|
| Jagd, Hege, Wildfütterung | 228 |
| jagdliche Tätigkeiten | 139 |
| Unterhaltungsarbeiten an Betriebseinrichtungen | 20 |
| Wald- und Forstarbeiten | 13 |
| Kultur- und Pflegearbeiten | 12 |
| Unfallgegenstände | Unfallzahlen |
|---|---|
| natürlicher Boden, Acker-, Wiesen-, Waldboden | 102 |
| Hochsitz | 73 |
| Jagdmesser und andere Messer | 62 |
| Wildtiere, wie Reh, Hase, Fuchs | 20 |
| Anlegeleiter | 17 |
Präventionskommunikation
Unter Bezug auf das Unfallgeschehen des Vorjahres stellten wir Unfälle im Zusammenhang mit Hochsitzen in den Mittelpunkt unserer Pressearbeit.
Abstürze ereignen sich besonders häufig beim Auf- und Absteigen sowie beim Bau und bei Reparaturarbeiten an jagdlichen Einrichtungen. Durch regelmäßige Prüfungen lassen sich Absturz- und Durchtrittsrisiken deutlich reduzieren. Die Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.4 Jagd verpflichtet dazu, Hochsitze vor jeder Benutzung zu kontrollieren und mindestens einmal jährlich einer Sicht- und Funktionsprüfung zu unterziehen.
Auf unserer Internetseite zum sicheren Jagdwesen bündeln wir alle relevanten Informationen zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz für Jägerinnen und Jäger. Wir stellen nicht nur die Vorschriften dar, sondern geben praxisnahe Hinweise, die helfen, Risiken zu minimieren und die Sicherheit sowie die Gesundheit aller Beteiligten zu stärken.
Philipp Victor Russell, alternierender Vorsitzender des Fachausschusses Forstwirtschaft und JagdEine klare Sicherheitseinweisung wie die Jagdansprache und strukturierte Abläufe sind der Schlüssel, um Risiken bei Erntejagden wirksam zu minimieren. Deshalb bieten wir Seminare für Jagdleitende an.“
Jagdleitende im Fokus
Für den Arbeitsschutz bei Gesellschaftsjagden kommt den Jagdleiterinnen und Jagdleitern eine zentrale Verantwortung zu. Deshalb haben wir gezielt Seminare für Jagdleiterinnen und Jagdleiter entwickelt und diese in Niedersachsen gemeinsam mit der Landesjägerschaft Niedersachsen am Jägerlehrhof Jagdschloss Springe pilotiert. In den Veranstaltungen vermitteln wir Schwerpunkte im Unfallgeschehen bei Gesellschaftsjagden und konkretisieren die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Jagdleitung im Arbeitsschutz.
Einen Fokus legt unser Seminarreferent Jürgen Meyer auf die sicherheitsrelevante Jagdansprache als zentrales Instrument der Unfallprävention. Ergänzend stellen wir Checklisten im Internet zum Download bereit, um die Inhalte nachhaltig verfügbar zu machen.
Unsere Jagdexpertinnen und -experten stehen mit praxisnahen Angeboten bereit, etwa für Vorträge auf Hegeringveranstaltungen, die Begleitung der Berufsjägerausbildung sowie die Mitwirkung in der Qualifizierung von Wildtierhütenden, beispielsweise in Baden-Württemberg.
Die Angebote wurden im Jahr 2025 verstärkt nachgefragt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund schwerer Unfälle im nichtversicherten Bereich.
Kurzvideos zur sicheren Jagd
In 2025 produzierten wir drei Kurzvideos im Rahmen einer Influencer-Kampagne, darunter zum Thema "Das muss ein Jagdleiter beachten!" Diese vermitteln sicherheitsrelevante Inhalte kompakt und zielgruppengerecht, insbesondere für jüngere Jägerinnen und Jäger. Im Dezember wurden sie über Instagram als YouTube Shorts veröffentlicht. Ziel war es, Präventionsthemen in der Jagd aufmerksamkeitsstark und niedrigschwellig zu platzieren.
Saisonarbeitskräfte
Kontinuität schafft Vertrauen
2025 führten wir die Kampagne Präventionsmaßnahmen für Saisonarbeitskräfte fort und berücksichtigten dabei die Evaluationsergebnisse des PECO Institut e. V. aus dem Jahr 2024.
Die Rückmeldungen zeigen deutlich: Unsere rund um die Uhr verfügbaren, multisprachlichen Informationsangebote auf Instagram, Facebook, YouTube sowie in der Web-App werden von den Saisonarbeitskräften sehr geschätzt. Ein besonderer Meilenstein war der vollständige Relaunch unserer Web-App – dem ältesten digitalen Informationsprodukt für Saisonarbeitskräfte. Nun stehen alle Inhalte in modernisierter Struktur und verbesserter Nutzerführung bereit.
Reinhold Watzele, Leiter des Kompetenzzentrums Arbeit und Gesundheit„Für Saisonarbeitskräfte (SAK) ist die SVLFG ein verlässlicher Partner. Durch unsere digitalen Angebote stellen wir Informationen zur Prävention jederzeit und ortsunabhängig bereit – ein Service, der durch zahlreiche positive Rückmeldungen deutlich wertgeschätzt wird.“
Gesundheitstage erreichen so viele wie nie
Im persönlichen Kontakt wurde das Angebot weiter ausgebaut:
Gesundheitstage bleiben neben den Betriebsbesuchen das am stärksten nachgefragte Präsenzformat und konnten erneut gesteigert werden. Ergänzend wurde der Einsatz der Informationsterminals deutlich erweitert.
Die drei interaktiven Großbildschirme stellen die Inhalte der Web-App in den verschiedenen Sprachen der Saisonarbeitskräfte bereit und ermöglichen eine intuitive Nutzung per Gesten- und Sprachsteuerung. Sie wurden temporär in Aufenthaltsbereichen größerer Betriebe installiert und anschließend im Rahmen einer Roadshow weiter eingesetzt.
Die kontinuierliche Bereitstellung verlässlicher Informationen ist für diese Zielgruppe von zentraler Bedeutung. Sie stärkt Vertrauen und Akzeptanz und zeigt sich in steigenden Nutzungszahlen. Diese Entwicklung bestärkt uns darin, die Präventionsangebote konsequent weiterzuentwickeln.
Aktivitäten für SAK
- 41 Gesundheitstage mit 3.290 Teilnehmenden
- 898 Betriebsbesuche mit Vor-Ort-Beratungen
- 3 interaktive Infoterminals auf Betrieben im Einsatz
- 36.000 Besuche auf unserer WebApp www.agriwork-germany.de
Auszubildende
Das Lern- und Informationsverhalten von Jugendlichen und Auszubildenden hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert.
Diese Entwicklung ist nicht zufällig, sondern Ergebnis einer veränderten Lebenswelt: digital, visuell geprägt, jederzeit vernetzt. Für die Präventionsarbeit in den grünen Berufen stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie können Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Gesundheitsförderung unter diesen Bedingungen wirksam vermittelt werden?
Auszubildende wachsen heute in einer Umgebung auf, in der Wissen jederzeit verfügbar ist. Lernen erfolgt mobil, häufig situativ und in kurzen, klar strukturierten Einheiten. Inhalte werden selbst gesteuert ausgewählt, unmittelbares Feedback wird erwartet. Gleichzeitig ist Lernen stark erfahrungsbasiert. Was nicht praktisch erlebt oder emotional verankert wird, bleibt selten nachhaltig bestehen.
Diese Entwicklung trifft auf eine Ausbildungsrealität, die in der Grünen Branche traditionell handlungsorientiert ist. Landwirtschaft, Gartenbau oder Forstwirtschaft sind geprägt von körperlicher Arbeit, direkter Erfahrung und Lernen am konkreten Tun. Prävention wird hier weniger über abstrakte Regelwerke verstanden, sondern über Vorbilder, Routinen und unmittelbare Konsequenzen von Fehlverhalten.
Verhaltensänderungen entstehen vor allem durch eigenes Erleben: durch Ausprobieren, Fehler machen, Sicherheit aufbauen und Identifikation mit dem eigenen Handeln.
Nicole Wichmann, stellv. Abschnittsleiterin Gesunde Arbeit„Wir verstehen Prävention als festen Bestandteil moderner Ausbildung. Digitale Lernangebote, erlebnisorientierte Formate und Multiplikatoren in den Bildungsstätten ergänzen sich dabei zu einem nachhaltigen Gesamtkonzept.“
AktivBits stärken selbstgesteuertes Lernen
Genau an dieser Schnittstelle entstehen Herausforderungen. Klassische Unterweisungsformate erreichen viele junge Menschen nur noch begrenzt. Sie passen weder zur Erwartung an Interaktivität noch zur Forderung nach unmittelbarer Relevanz. Prävention droht damit, als Pflichtprogramm wahrgenommen zu werden.
Die Konsequenz ist eindeutig: Präventionsarbeit muss sich anpassen. Sie muss kürzer, zugänglicher und stärker erlebnisorientiert werden, ohne an fachlicher Tiefe zu verlieren.
Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Angebote gezielt weiterentwickelt. Ein zentraler Baustein sind digitale Learning Nuggets auf dem AzubiCampus. Das Angebot wurde um zwei weitere AktivBits erweitert. Damit stehen nun fünf Lernmodule zu den Themen Ernährung, Rückengesundheit, UV-Schutz, Lärm und Persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung. Die Inhalte sind ohne Registrierung zugänglich und ermöglichen ein flexibles, selbstgesteuertes Lernen. Ergänzt wird dieses Angebot durch erlebnisorientierte Gesundheitsworkshops, die in den Berufsschulen während der Unterrichtszeit durchgeführt werden.
Im Berichtsjahr konnten damit über 1.000 Auszubildende direkt erreicht werden. Wichtig ist das eigene Erleben. Körperliche und psychische Belastungen werden erfahrbar gemacht und gemeinsam reflektiert. Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung wird so konkret und persönlich nachvollziehbar.
Ein weiterer Ansatz setzt an den Bildungsstätten selbst an. Aktuell sind 40 Rückenbeauftragte an 10 überbetrieblichen Bildungsstätten im Einsatz. Sie fungieren als Multiplikatoren und integrieren ergonomische Aspekte direkt in die praktische Ausbildung. Die Rückenbeauftragten sind Lehrkräfte dieser Bildungsstätten, die durch uns regelmäßig aus- und fortgebildet werden. Ziel ist es, das Thema fachlich aktuell zu halten, langfristig zu verankern und gleichzeitig einen Austausch unter den Multiplikatoren zu ermöglichen.
Zugriffszahlen Aktiv Bits
| Themen | Zugriffe |
|---|---|
Starker Rücken - Ergo Check | 899 |
Clever essen – Ernährung unterwegs | 849 |
UV-Schutz – lass dich nicht verbrennen | 782 |
Safety first – Persönliche Schutzausrüstung (neu) | 193 |
| Lärm im Griff – laut ist out (neu) | 171 |
Prävention im Schnellformat
Auch neue Formate der Ansprache wurden erprobt. Auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen, einer der weltweit führenden Fachmessen für den Gartenbau, wurde mit der Speed Learning Tour ein niedrigschwelliges Angebot speziell für junge Menschen umgesetzt. Die Tour wurde gemeinsam von der IPM und der Pflanzenschule organisiert.
Ziel war es, Hemmungen abzubauen und einen leichten Zugang zu Fachthemen zu schaffen. Unser Info-Stand war eine von 21 Stationen. Inhalte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes wurden so in sehr kurzen, kompakten Einheiten vermittelt. Im Fokus standen schnelle, verständliche Informationen und direkte Ansprache statt klassischer Beratungssituationen.
Ein Gewinnspiel mit Gutscheinen diente ergänzend als Anreiz zur Teilnahme. Die Maßnahmen zeigen eine klare Entwicklung: Prävention wird nicht mehr isoliert vermittelt, sondern systematisch in die Lern- und Erfahrungswelt der Auszubildenden integriert.
Digitale Angebote, praktische Erfahrungen und strukturelle Verankerung greifen ineinander. Damit verändert sich auch die Rolle der Prävention. Sie wird vom Pflichtprogramm zum Bestandteil der Ausbildung, der erlebt und angewendet wird. Ziel bleibt, sicherheits- und gesundheitsgerechtes Verhalten frühzeitig zu verankern und langfristig wirksam zu machen.
Frauen
Wir für Frauen
Frauen in der Grünen Branche stehen vor besonderen Herausforderungen: Hohe Arbeitsbelastung, fehlende Trennung von Arbeit und Familie sowie Verantwortung in Pflege und Ehrenamt prägen ihren Alltag.
Deshalb war die Stärkung dieser Zielgruppe im Jahr 2025 ein Schwerpunkt unseres Messe und Öffentlichkeitsengagements. Über eine spezielle Internetseite sowie Beiträge in den sozialen Medien machten wir Frauen auf unsere spezifischen Service- und Beratungsangebote aufmerksam. Darüber hinaus informierten wir im Mitgliedermagazin und über Pressemeldungen zu besonderen Themen und Leistungsangeboten, darunter zum Herzinfarkt bei Frauen in der Ausgabe Alles SVLFG 2/25.
Susanne Böhmer, Mitglied der Vertreterversammlung„Frauen sind in Gegenwart und Zukunft für die Grüne Branche unverzichtbar. Sie mit gezielten Angeboten wie dem Coaching für Gründerinnen und Unternehmerinnen zu unterstützen, setzt ein starkes Signal: Wir stehen an ihrer Seite.“
Sichtbarkeit erhöhen
Auf der Grünen Woche 2025 wurde in einem Austausch mit Vertreterinnen aus Politik, Finanzwirtschaft und Verbänden die Bedeutung von Frauen für die Zukunft der Landwirtschaft, des Gartenbaus und im ländlichen Raum hervorgehoben, darunter auch unsere alternierende Vorsitzende der Vertreterversammlung Juliane Vees. Begleitend zum Bühnenprogramm informierten wir am SVLFG-Stand über passgenaue Angebote zu sozialer Absicherung, Gesundheitsförderung und beruflicher Entwicklung von Frauen.
Damit setzten wir Impulse, um das Thema stärker in die mediale und politische Wahrnehmung zu rücken.
Coaching für Frauen
Gemeinsam mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank unterstützten wir auch weiterhin Frauen aus der Grünen Branche mit einem Coaching-Programm.
Das Angebot kombiniert betriebswirtschaftliche Beratung zur Existenzgründung und Unternehmensführung mit Themen wie Selbstorganisation, Gesundheitsschutz und Prävention. Das Coaching richtet sich an Frauen, die in der Grünen Branche unternehmerisch tätig sind oder dies planen, und kann auch nach einer Gründung sowie bei betrieblichen Veränderungen in den letzten fünf Jahren genutzt werden. Wir verantworten die organisatorische Umsetzung, während die Finanzierung über die Landwirtschaftliche Rentenbank erfolgt.
Kinder
Acker Racker
Als Hauptpartner förderten wir auch 2025 Kindergärten, die am Bildungsprogramm AckerRacker des gemeinnützigen Vereins Acker e. V. teilnehmen. Schon seit 2021 machen wir uns dafür stark, Kita-Kinder zwischen drei und sechs Jahren für den Anbau und den Genuss von leckerem Gemüse zu begeistern.
Zusätzlich bieten wir an, Kontakte zu landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betrieben herzustellen, die bereit sind, die Kinder, deren Erzieherinnen und Erzieher sowie die Eltern zu sich einzuladen. Auf diese Weise ermöglichen wir der Zielgruppe einen praxisnahen Einblick in die Arbeit von Landwirtinnen und Landwirten und zeigen, wo gesunde und unverarbeitete Lebensmittel herkommen. Im Berichtsjahr konnten wir neun Betriebsbesuche organisieren.
Mit unserer Partnerschaft fördern wir die inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung des Programms, um im Zuge der Vision #jedes Kind eine möglichst große Anzahl an Kita- und Kindergartenkindern anzusprechen.
Im Fokus stehen vor allem Einrichtungen in sozioökonomisch benachteiligten Umfeldern und in ländlichen Regionen.
Angela Sehn, Mitglied des VorstandesFrisches Obst und Gemüse ist lecker, gesund und vor allem unverarbeitet. Wir wollen Kindern zeigen, wo Lebensmittel im Einklang mit der Natur wachsen und geerntet werden und warum die Arbeit unserer Landwirte unverzichtbar ist.“
Mit der Kamera durchs AckerJahr
Wir haben zwei Kurzfilme veröffentlicht, in denen wir gemeinsam mit Acker e. V. und dem Waldkindergarten Die Frischlinge aus Kirchheimbolanden Einblick in große Momente aus dem kleinen Alltag des Bildungsprogramms geben. Sie zeigen unter anderem, was bei der Einrichtung des Ackers zu beachten ist, wie die Aufgaben eines Acker-Coaches aussehen und wie eine Ackerstunde gestaltet werden kann.
Zu finden sind die Filme Der Pflanzworkshop und Die AckerStunde in der Playlist Acker Racker und die SVLFG auf unserem YouTube-Kanal
LKK-Versicherte
Aktivitäten der LKK
Die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) erbringt Leistungen in Form von Präventionskursen für unsere Versicherten in den Handlungsfeldern, Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten sowie Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Zum Portfolio gehören sowohl Leistungen zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken als auch Leistungen zur Förderung des selbstbestimmten gesundheitsorientierten Handelns der Versicherten.
Das GKV-Bündnis für Gesundheit ist die gemeinsame Initiative aller gesetzlichen Krankenkassen zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Prävention in Lebenswelten. Es setzt auch 2025 einen klaren Schwerpunkt auf die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen in den Lebenswelten. Grundlage ist das Arbeitsprogramm 2025 des GKV-Spitzenverbandes gemäß § 20a Absatz 4 SGB V, das den Landesarbeitsgemeinschaften einen Orientierungsrahmen für kassenartenübergreifende Maßnahmen bietet. Gesundheitsförderung und Prävention müssen passgenau, praxisnah und nachhaltig ausgestaltet sein, um wirksam zu sein. Das Arbeitsprogramm 2025 unterstützt diesen Ansatz durch bundeseinheitliche Handlungsfelder, strukturwirksame Maßnahmen sowie die Entwicklung und wissenschaftliche Evaluation innovativer Präventionskonzepte, insbesondere dort, wo gesundheitliche Ungleichheiten bestehen. Es geht um Förderprogramme, Kooperationen mit lokalen Partnern und den systematischen Aufbau gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen in Lebenswelten. Für uns bietet dieser Rahmen die Möglichkeit, bewährte Ansätze weiterzuentwickeln und neue Konzepte zu erproben.
Wolfgang Epp, Mitglied des Gesundheitsserviceausschusses„Das GKV-Bündnis für Gesundheit steht für kassenartenübergreifende Zusammenarbeit. Wir brachten uns aktiv ein, um gemeinsam mit den Landesarbeitsgemeinschaften gesundheitsförderliche Strukturen auszubauen und Prävention in Lebenswelten dort zu stärken, wo sie den größten Nutzen entfaltet.“
Gesunde Lebenswelten
Ziel der Prävention in Lebenswelten ist es, gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen dauerhaft in den jeweiligen Lebenswelten zu verankern. Wir greifen diesen Ansatz gezielt auf und unterstützen Maßnahmen in unterschiedlichen Lebenswelten. Programme wie AckerRacker leisten hier einen wichtigen Beitrag, indem sie Kita-Kinder altersgerecht an gesunde Ernährung und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln heranführen und zugleich pädagogische Fachkräfte und Einrichtungen strukturell einbinden.
Ein wirkungsstarkes Beispiel zur Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Pflegeeinrichtungen ist das Projekt Gemeinsam gesund essen in Niedersachsen, das wir gemeinsam mit der AOK fördern. Die Ernährungsqualität für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende soll in diesen Einrichtungen nachhaltig verbessert werden. Wir leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Gesundheitsförderung und Prävention in Deutschland.
Gesundheitsfördernde Maßnahmen
| Maßnahme | Ausgaben in Euro |
|---|---|
Primärprävention (individuelle verhaltensbezogene Präventionskurse) | 1.590.309,95 |
| Betriebliche Gesundheitsförderung | 363.895,73 |
Nichtbetriebliche Lebenswelten und Gesundheitsförderung | 1.562.348,57 |
Qualität Präventionskurse sichern
Die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) stellt bundesweit einheitliche Qualitätsstandards für Präventionskurse der gesetzlichen Krankenkassen sicher.
Im Jahr 2025 konnten etwa 43.400 Präventionskurse zertifiziert und 6.200 Kursleitungen neu anerkannt werden.
Mit dem Auslaufen der Bestandsschutzregelungen werden seit Ende 2025 alle neu tätigen Kursleitungen nach den einheitlichen Qualitätsstandards des Leitfadens Prävention geprüft. Dynamisch entwickelte sich auch der Bereich digitaler Präventionsangebote: 2.330 IKT-Kurse (Informations-und Kommunikationstechnologiebasierte Kurse) wurden 2025 zertifiziert, ein Plus von 74 % gegenüber dem Vorjahr.
Als Landwirtschaftliche Krankenkasse unterstützen wir unsere Versicherten mit Kurzkuren, die Gesundheitsförderung und Erholung in kompakter Form verbinden. An fünf Standorten werden 4- bis 8-tägige Programme mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten.
Auf dem Programm stehen Bewegungsangebote, ergänzt durch Angebote zur Stressbewältigung, Entspannung oder gesunden Ernährung. Die alltagsnahen Programme fördern einen gesundheitsbewussten Lebensstil und unterstützen die Teilnehmenden dabei, positive Verhaltensweisen nachhaltig in ihren Alltag zu integrieren.
Angebote erfolgreich genutzt
Durch die Teilnahme an den Präventionskursen erwerben unsere LKK-Versicherten wichtige Kompetenzen für einen gesunden Lebensstil und werden motiviert, diesen dauerhaft beizubehalten.
Nach dem pandemiebedingten Rückgang hat sich die Inanspruchnahme der Präsenzkurse auf hohem Niveau stabilisiert: Im Jahr 2025 nahmen 10.443 Versicherte an zertifizierten Präventionskursen teil. Besonders gefragt bleiben Bewegungsangebote (70,6 %), während Kurse zur Stressbewältigung mit 28 % ebenfalls einen hohen Stellenwert einnehmen. Schlusslicht bilden die Kurse in den Handlungsfeldern Ernährung mit rund 1,4 % und Sucht (unter 0,1 %). Auch digitale Präventionsangebote gewinnen zunehmend an Bedeutung: Die Zahl der in Anspruch genommenen Online-Kurse stieg auf 337.
Dirk Ender, Bereichsleiter Leistung„Die Nutzung digitaler Präventionskurse hat sich 2025 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung wird sehr begrüßt und durch die Zentrale Prüfstelle Prävention bestätigt, indem sie die Zertifizierung digitaler Kurse stetig ausbaut.“
Handlungsfelder der Primärprävention
- Reduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheitssportliche Aktivität
- Vorbeugung und Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch geeignete verhaltens-und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme
Ernährung
- Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung
- Vermeidung/Reduktion von Übergewicht
Suchtmittelkonsum
- Förderung des Nichtrauchens
- Gesundheitsgerechter Umgang mit Alkohol/ Reduzierung des Alkoholkonsums
Stress- und Ressourcenmanagement
- Multimodales Stress- und Ressourcenmanagement
- Förderung von Entspannung und Erholung
Mit uns im Gleichgewicht
Dominika Empl, Mitglied des GesundheitsserviceausschussesPsychische Gesundheit verdient Aufmerksamkeit. Seit vielen Jahren setzen wir uns dafür ein, psychische Belastungen in der Grünen Branche sichtbar zu machen. Wer frühzeitig Unterstützung annimmt, kann langfristig gesund bleiben.“
Reden und Zuhören können helfen
Jahrelanger Dauerstress belastet Körper, Psyche und zwischenmenschliche Kommunikation.
Die Fähigkeit zur Selbstfürsorge nimmt ab, Lösungen im Alltag fallen schwerer. Hemmungen, Tabus und Scham führen oft dazu, dass Betroffene schweigen. Nicht selten fällt es leichter, sich fremden Menschen anzuvertrauen als der eigenen Familie oder Freunden.
Die Erfahrung zeigt, dass Menschen in belastenden Situationen Gesundheitsangebote brauchen, die einfach erreichbar, verlässlich und auf Wunsch anonym sind. Ob ungesunde Stressbelastung im Alltag, kräftezehrende häusliche Pflege oder eine persönliche Krise, unsere Gesundheitsangebote unterstützen viele Menschen in der Grünen Branche mit passenden Hilfen.
Besonders in den Seminaren vor Ort erleben Teilnehmende, wie hilfreich der Austausch mit anderen in ähnlichen Situationen ist. Viele sagen, dass es entlastet, mit den eigenen Sorgen nicht allein zu sein. Unsere telefonischen und digitalen Angebote erleichtern den Zugang zu weiterer Hilfe. Die Krisenhotline der SVLFG ist rund um die Uhr erreichbar, hört zu und vermittelt bei Bedarf passende Unterstützung. Die folgenden Beiträge zeigen, was sich 2025 bei "Mit uns im Gleichgewicht" entwickelt hat.
Interview mit Juliane Vees
„Es ist niemand alleine. Auch in dem Moment, in dem ich denke, meine Situation ist so dunkel, dass ich niemanden mehr habe, gibt es noch Hilfe von außen.“ Juliane Vees, alternierende Vorsitzende der Vertreterversammlung
Unter dem Dach des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro) wurde die Arbeitsgruppe Suizidprävention in der Grünen Branche ins Leben gerufen, an der wir aktiv beteiligt sind. Ziel dieser Initiative ist es, das Tabuthema Suizid in der Landwirtschaft und der ganzen Grünen Branche sichtbar zu machen und Betroffenen frühzeitig präventive Hilfsangebote bereitzustellen.
Sie vertreten die SVLFG in der Arbeitsgruppe Suizidprävention in der Grünen Branche. Was hat die Arbeitsgruppe zu einer Befragung unter den Beratenden veranlasst?
"In Deutschland fehlten bislang belastbare Erkenntnisse zu Suizidalität in unserer Branche. Deshalb haben wir Fragen entwickelt und bundesweit 439 Teilnehmende aus rund 70 Organisationen und Berufsgruppen befragt. Die große Resonanz zeigt: Der Bedarf, offen über psychische Belastungen zu sprechen und Strukturen besser zu verstehen, ist hoch. Nach Einschätzung der Befragten hat das Thema in den letzten Jahren zugenommen."
Am 10. September 2025, dem Welttag der Suizidprävention, haben Sie einen bundesweiten Informationsabend veranstaltet. Wie kam es zu diesem Format und was war Ihnen dabei wichtig?
"Ich war sehr dankbar, dass wir so mit unserer Arbeit an die Öffentlichkeit gehen konnten. Seit Bestehen der Arbeitsgruppe gab es immer wieder Anfragen nach Vorträgen. Der Welttag der Suizidprävention war ein passender Anlass – auch um erste Ergebnisse unserer Umfrage vorzustellen. Die hohe Teilnehmendenzahl und die zahlreichen Rückmeldungen haben deutlich gemacht, wie relevant das Thema ist. Mir ist es eine Herzensangelegenheit, bildlich gesprochen im dunklen Keller das Licht anzuschalten."
Welche Botschaft ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
"Der Schlüsselsatz für mich lautet: Niemand ist allein. Selbst in den dunkelsten Momenten gibt es Hilfe von außen. Besonders berührt hat mich, mit wie viel Engagement und Verständnis die Hilfsangebote auf die Grüne Branche zugeschnitten sind."
Wie geht es weiter?
» Wir wollen das Thema stärker auf politischer Ebene verankern und streben perspektivisch eine Studie zur psychischen Belastung in der Grünen Branche an. Die Befragung der Beratenden war ein erster Schritt. Künftig beziehen wir gezielt Betroffene und landwirtschaftliche Familien ein und machen bestehende Hilfsangebote transparenter zugänglich.
„Wir haben regelmäßig Frauen und Männer am Telefon, die weinen und völlig verzweifelt sind. Diese Menschen aus den grünen Berufen werden zu Hilfsangeboten vertraulich und unverbindlich beraten.“ Stefan Adelsberger, Verantwortlicher Telezentrum
Das eigens für die Versichertenberatung eingerichtete Telezentrum, bundesweit zu erreichen unter der Telefonnummer 0561 785-10512, ist erste Anlaufstelle für Menschen aus der Grünen Branche, die sich mit ihren Sorgen und Nöten an uns wenden. Diese Menschen lieben ihren Beruf, die Arbeit in und mit der Natur, die Arbeit mit ihren Tieren, auf den Feldern, die Produktion landwirtschaftlicher Produkte sowie ihren abwechslungsreichen Arbeitsalltag und dennoch: Manchen wird es einfach zu viel und der Blick auf die positiven Dinge fällt oftmals schwer.
9.338 Anrufe bis Ende 2025, davon 51 % Männer
Zu den häufigsten Anrufgründen im Telezentrum zählen zwischenmenschliche Konflikte, Arbeitsüberlastungen, Probleme mit der Betriebsnachfolge, Pflegesituationen, schwere Erkrankungen bis hin zu Todesfällen. Als weitere Belastungsfaktoren werden problematische Marktsituationen, die immer schwieriger werdenden rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die negativen Auswirkungen durch den Klimawandel genannt. Immer häufiger wird von finanziellen Schieflagen und Engpässen berichtet, welche zusätzlich Kummer und Sorgen bereiten. Für viele Menschen aus den grünen Berufen ist das Thema seelische Gesundheit immer noch ein großes Tabu. Teilweise wird nicht einmal in der Familie darüber gesprochen und Betroffene – vermehrt die Männer – holen sich erst spät Hilfe. Unser Ziel ist es, belastete Menschen zu motivieren, sich rechtzeitig Hilfe zu holen. Die Beratung ist unkompliziert und vertraulich und kann helfen, dass Betroffene wieder positiver in die Zukunft blicken.
Hier noch Bild Anrufgründe einfügen
Rund um die Uhr steht unsere Krisenhotline, die unter 0561 785-10101 auch anonym erreichbar und mit Psychologinnen und Psychologen besetzt ist, zur Verfügung.
Belastete Versicherte können auf wissenschaftlich evaluierte Unterstützungsangebote zurückgreifen. Dazu zählen ein telefonisches Einzelfallcoaching mit individueller psychologischer Begleitung bis zu sechs Monaten, Gruppenangebote zu Themen wie Stressabbau, Betriebsnachfolge oder Pflegeauszeiten, eine ganzheitliche sozioökonomische Beratung bei betrieblichen und familiären Herausforderungen, Mediation zur konstruktiven Lösung von Konflikten sowie eine Fallkoordination für besonders komplexe Problemlagen.
Unsere Gruppenangebote zu Themen wie Stressabbau, Betriebsnachfolge, Auszeiten für Pflegepersonen, soziales Engagement und Aktivprogramme bieten die Möglichkeit, Gesundheitskurse unter professioneller Anleitung gemeinsam mit Berufskolleginnen und Berufskollegen zu erleben. Die Seminare finden bewusst in kleinen Gruppen statt und fördern einen intensiven, wertvollen Austausch mit Menschen, die sich mit ähnlichen Fragestellungen beschäftigen. Die Angebote werden bundesweit an verschiedenen Standorten durchgeführt.
Stresskompetenz nachhaltig stärken
Hohe Arbeitsbelastung, Zeitdruck und die Verantwortung für Betrieb und Familie prägen den Alltag vieler Versicherter in der Grünen Branche. Um sie gezielt zu unterstützen, bieten wir wissenschaftlich fundierte Stressmanagement-Seminare an.
In kompakten Präsenzsemina ren – wie etwa im Gesundresort feelMOOR in Bad Wurzach im Januar 2025 – setzen sich die Teilnehmenden intensiv mit ihren persönlichen Stressmustern auseinander. Sie lernen, Belastungen frühzeitig zu erkennen, eigene Reaktionen besser einzuordnen und alltagstaugliche Strategien für einen gesunden Umgang mit Stress zu entwickeln. Fachliche Impulse, praktische Übungen und Bewegungsangebote ergänzen den ganzheitlichen Ansatz. Auch der Austausch in der Gruppe trägt dazu bei, neue Perspektiven zu gewinnen. In 2025 führten wir zwölf Präsenz- sowie zwei Online-Seminare durch. Damit leisten die Angebote einen wichtigen Beitrag zur Prävention und zur nachhaltigen Stärkung der psychischen Gesundheit.
Interview mit Marco Steblein
Vorarbeiter im Landschaftsbau der JOHN GmbH in Hallstadt und Teilnehmer am Stressmanagement Seminar in Bad Wurzach
Warum haben Sie sich für das Seminar angemeldet?
"Der Auslöser war mein dauerhaft hohes Stresslevel. Ich war oft gereizt, konnte schlecht abschalten, und wenn der Druck nachließ, kam meist erstmal eine Krankheitsphase."
Was hat Ihnen am meisten geholfen?
"Ganz entscheidend war für mich der praxisnahe Ansatz der Referentin – sie kennt die Belastungen aus eigener Erfahrung. Besonders geholfen hat mir der Gedanke, nicht weniger zu arbeiten, sondern besser mit Stress umzugehen. So kann ich meine Leistung bringen, ohne ständig die Quittung dafür zu bekommen."
Wie gelingt Ihnen der Transfer in Ihrem Alltag?
"Eine große Stütze ist meine Frau, und auch die Unterstützung meiner Chefs Christoph und Sebastian ist mir sehr wichtig. Außerdem habe ich gelernt, bewusst Zeitpuffer einzuplanen. In dieser Zeit nutze ich die Gelegenheit, Aufgaben Schritt für Schritt abzubauen – so bleibt der Stress deutlich geringer."
Digitale Angebote stärken häusliche Pflege
„Pflegende leisten Enormes. Unsere digitalen Formate eröffnen neue Wege, pflegende Angehörige flexibel und alltagsnah zu unterstützen.“ Albrecht Freiherr von Bodenhausen, Mitglied des Gesundheitsserviceausschusses
Die Unterstützung pflegender Angehöriger bleibt eine wichtige Aufgabe – insbesondere in der Grünen Branche, in der familiäre Strukturen und generationenübergreifendes Zusammenleben eine besondere Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund haben wir unser Engagement ausgebaut und mit innovativen Formaten wie der digitalen Trainings- und Erholungswoche sowie dem digitalen Pflegestammtisch neue Wege der Unterstützung geschaffen. Ziel ist es, pflegende Angehörige niedrigschwellig zu erreichen, zu entlasten und ihnen Raum für Austausch und Erholung zu bieten. Künftig ist angesichts der wachsenden Bedeutung häuslicher Pflege mit einem steigenden Bedarf zu rechnen.
Wirksamkeit und Akzeptanz bestätigt
90 % der Teilnehmenden würden die Angebote weiterempfehlen.
Die wissenschaftliche Begleitung zeigt ein differenziertes, insgesamt jedoch sehr positives Bild der digitalen Angebote. Besonders erreicht werden pflegende Angehörige mit hoher Belastungssituation, für die digitale Formate häufig eine der wenigen realistischen Teilnahmemöglichkeiten darstellen. Sowohl die digitale Trainings- und Erholungswoche als auch der digitale Pflegestammtisch weisen eine hohe Akzeptanz und einen ausgeprägten subjektiven Nutzen auf. Die Teilnehmenden berichten insbesondere von einer spürbaren Verbesserung ihres Wohlbefindens, dem Gefühl, ernst genommen zu werden, sowie von der entlastenden Erfahrung, mit ihren Herausforderungen nicht allein zu sein.
Darüber hinaus erfüllen die Angebote wichtige strukturelle Funktionen: Sie wirken als Türöffner in weiterführende Unterstützungsangebote und dienen zugleich als niedrigschwellige Nachsorge. Der digitale Pflegestammtisch wird zudem aktiv weiterempfohlen und trägt zur langfristigen Stabilisierung der Teilnehmenden bei. Auch wenn die Effekte im Vergleich zu Präsenzformaten weniger nachhaltig ausfallen und die Fallzahlen bislang überschaubar sind, zeigt sich deutlich: Für eine spezifische Zielgruppe sind die digitalen Angebote eine unverzichtbare Ergänzung und schließen eine Versorgungslücke.
„Das Projekt Trittsicher in die Zukunft zeigt, wie erfolgreiche Präventionsarbeit vor Ort umgesetzt werden kann. Viele Städte und Gemeinden berichten von hoher Akzeptanz und positiven Effekten für die Lebensqualität. Das zeigt: Kommunale Gesundheitsförderung wirkt, wenn sie nah am Menschen ist.“ Alexander Handschuh, Pressesprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes e. V. (DStGB)
Das Forschungs- und Präventionsprogramm Trittsicher in die Zukunft verfolgt das Ziel, wohnortnahe Bewegungsangebote zur Sturzprävention für Menschen ab 65 Jahren nachhaltig zu etablieren. Hintergrund ist die weiterhin hohe Relevanz von Stürzen als eine der häufigsten Ursachen für den Verlust von Selbständigkeit im Alter.
Nach dem erfolgreichen Start des Vorhabens im Jahr 2024 in den fünf östlichen Bundesländern konnte das Programm in 2025 ausgebaut werden: Erstmals wurden Kurse in allen Bundesländern angeboten. Bis zum 15. Oktober 2025 haben mehr als 2.500 Personen Interesse für das Modellprojekt bekundet. Die Durchführung erfolgte durch über 220 qualifizierte Kursleitungen, die mit großem Engagement insgesamt 224 Kurse realisierten. Die breite Resonanz und die hohe Teilnahmebereitschaft unterstreichen die Relevanz des Programms. Die wissenschaftliche Auswertung von rund 10.000 erhobenen Fragebögen ist für das Jahr 2026 vorgesehen.
Hohe Akzeptanz
2.467 Teilnehmende an der Studie
Neben den quantitativen Erfolgen zeigen insbesondere die Rückmeldungen der Teilnehmenden die Wirkung des Programms. Viele berichten von spürbaren Fortschritten in Beweglichkeit, Kraft und Alltagssicherheit. So wurde beispielsweise geschildert, dass selbst zuvor als unmöglich empfundene Bewegungsabläufe am Ende erfolgreich gemeistert wurden – ein Erfolg, der nicht selten auch in der Gruppe gewürdigt wurde.
Darüber hinaus beschreiben Teilnehmende, dass sie sich nach Abschluss des Trainingszeitraums deutlich fitter und mobiler fühlen und die Übungen als wertvolle Bereicherung ihres Alltags wahrnehmen. Gleichzeitig wird bedauert, dass das strukturierte Angebot zeitlich begrenzt ist, was den Wunsch nach Verstetigung solcher Programme deutlich macht. Ein weiterer zentraler Effekt liegt in der gesteigerten Körperwahrnehmung: Alltägliche Bewegungen wie das Aufstehen oder Drehen werden bewusster ausgeführt und aktiv mit den erlernten Trainingsinhalten verknüpft.
Nicht zuletzt wird das Programm auch emotional sehr positiv aufgenommen. Neben den körperlichen Effekten wird immer wieder betont, dass das Training auch zur psychischen Stabilisierung beiträgt und Freude bereitet.
"Ich habe schon viele Präventionsprogramme betreut. Und Trittsicher in die Zukunft ist das beste und nachhaltigste, das ich bisher kennengelernt habe. Als Kursleitung macht es Freude zu sehen, welche Fortschritte die Teilnehmenden innerhalb von neun Wochen machen. Mit vielen bin ich auch lange danach noch in Kontakt und kann sehen, wie motiviert sie dranbleiben. Das ist wirklich außergewöhnlich." Marie Möller, Kursleiterin und Rehasport- Therapeutin Wartburgkreis, Thüringen
Kommunikation
Wahrnehmung stärken
Die zielgerichtete, verständliche und wirkungsvolle Kommunikation ist ein zentraler Baustein unserer Präventionsarbeit. Im Berichtsjahr waren die Kommunikationsmaßnahmen darauf ausgerichtet, die Wahrnehmung der SVLFG weiter zu stärken und Präventions-sowie Gesundheitsangebote nachhaltig in den Zielgruppen zu verankern. Ein weiterer Fokus lag auf der Förderung einer gesunden Lebensweise durch gezielte Gesundheitskommunikation.
Hierüber informierten wir in 77 Pressemitteilungen und 14 Fachartikeln. Ein besonderer Fokus lag auf der adressatengerechten Information der Versicherten. Dazu wurde die Medienpräsenz weiter ausgebaut.
Um auch komplexe Themen transparent und nutzerfreundlich zu vermitteln, legten wir gleichzeitig großen Wert auf eine klare Orientierung. Ergänzend leistete das Mitgliedermagazin Alles SVLFG einen wichtigen Beitrag Hier veröffentlichten wir praxisnahe Präventionsinhalte sowie aktuelle Informationen zu Leistungen und Angeboten der SVLFG in vier Ausgaben und gewohnter Auflagenstärke und auch jeweils in erweiterter Web-Version.
Aufbau der Social-Media Kanäle
Ein bedeutender Meilenstein unserer Öffentlichkeitsarbeit war die Einführung der Social-Media-Unternehmensprofile auf Facebook und Instagram im Juli 2025. Parallel dazu wurden die bestehenden Social-Media-Angebote für Saisonarbeitskräfte weiter in polnischer und rumänischer Sprache betrieben.
Mit der erweiterten Präsenz positionierten wir uns stärker als moderner Sozialversicherungsträger und attraktiver Arbeitgeber. Zugleich wurde der Austausch mit den Versicherten intensiviert, die Rolle der SVLFG als verlässlicher Partner gestärkt und die Sichtbarkeit der Leistungen erhöht. Inhaltlich konzentrierten sich die Aktivitäten auf die Schwerpunktthemen Prävention und Gesundheit, Versicherung und Leistungen sowie Karriere.
Die Social-Media-Kommunikation wurde konsequent crossmedial umgesetzt. Inhalte aus anderen Kommunikationskanälen wurden aufgegriffen, zielgruppengerecht weiterentwickelt und so aufbereitet, dass das Alleinstellungsmerkmal des Verbundträgers deutlich hervortrat. Ergänzend kamen zielgruppenspezifische Maßnahmen zum Einsatz, um unterschiedliche Versichertengruppen passgenau zu erreichen. Zu den reichweitenstärksten Beiträgen auf Instagram zählten insbesondere Informationen zu den Präventionszuschüssen 2026 und das Video Meme passender Gehörschutz. Diese stießen damit auf großes Interesse bei den Versicherten.
Bettina Hanfstingl, alternierende Vorsitzende des ÖffentlichkeitsausschussesÜber Social Media erreichen wir unsere Versicherten direkter und können Prävention alltagsnah und verständlich vermitteln. So stärken wir Gesundheits- und Sicherheitsbewusstsein genau dort, wo Informationen gebraucht werden.
Nähe schaffen digital
Im Jahr 2025 lag der Schwerpunkt im Internet auf der qualitativen Weiterentwicklung und Optimierung der Homepage. Ziel war es, ein breiteres Spektrum an Informationen bereitzustellen und unterschiedliche Zielgruppen gezielt mit relevanten Inhalten anzusprechen.
Ergänzend dazu dienten Newsletter, YouTube-Kanal sowie Social-Media-Kanäle dazu, Präventions-und Gesundheitsinformationen, aktuelle Serviceangebote und Themen zur Arbeitssicherheit direkt zu kommunizieren.
Dass die Strategie ihren Zweck erfüllte, stellt die Statistik unter Beweis: So erreichte der Newsletter 4.931 Abonnentinnen und Abonnenten, darunter 286 neue Empfänger, während der YouTube-Kanal mit 240 Videos insgesamt 96.394 Aufrufe erzielte.
Besonders erfolgreiche Inhalte waren YouTube Shorts und Reels zu praxisnahen Themen wie Präventionszuschüsse, Schutzmaßnahmen im Forst und Messeauftritte.
TOP 5 Themen auf www.svlfg.de
| Adresse | Aufrufe |
|---|---|
| Prämiensystem | 41.799 |
| Die Beiträge zur Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft | 41.358 |
| Anerkannte Lehrgänge für Arbeiten mit der Motorsäge | 34.690 |
| Gefährdungsbeurteilung | 23.485 |
| Leistungen - Berufsgenossenschaft | 22.236 |
Prävention erlebbar machen
Unsere Beratungsteams präsentierten sich auf zahlreichen regionalen und überregionalen Messen sowie Veranstaltungen und Vorträgen. Ziel war es, Prävention und Gesundheitsförderung vor Ort zu vermitteln und den direkten Austausch zu stärken.
Arbeitssicherheit und Gesundheitsvorsorge wurden durch Exponate, Demonstrationen und Mitmachaktionen erlebbar gemacht. Inhaltliche Schwerpunkte waren 2025 erneut der UV- und Hitzeschutz sowie die Sensibilisierung für psychische Gesundheit. Darüber hinaus standen die Gefährdungsbeurteilung, der Anwenderschutz bei Pflanzenschutzmaßnahmen sowie der sichere Technikeinsatz im Forst im Fokus. Ergänzend wurden kameragestützte Personenerkennungssysteme und die Bedeutung von Gurtsystemen bei land-und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen vorgestellt.
Internationales
Ulrich Löhr, ENASP Präsident seit Oktober 2025Die Transformation der Landwirtschaft bringt tiefgreifende Veränderungen für die Landwirtinnen und Landwirte mit sich. Unsere Aufgabe ist es, die sozialen Sicherungssysteme vorausschauend auszurichten, um sie nachhaltig zu unterstützen.
Am 28. Oktober 2025 veranstaltete das Europäische Netzwerk der Agrarsozialversicherungssysteme (ENASP) die jährliche Konferenz in Berlin unter dem Motto Agriculture and Social Protection in the Age of Technological Transformation, Digitalisation and AI.
Die Netzwerkmitglieder diskutierten mit Teilnehmenden aus Politik, Wissenschaft und der Grünen Branche europäischer Länder Auswirkungen von Digitalisierung, Automatisierung und Künstlicher Intelligenz auf die landwirtschaftliche Arbeit sowie die Rolle von sozialem Schutz und Prävention in diesem Wandel. Bei der ENASP-Hauptversammlung betraute das Gremium die SVLFG erneut mit der Präsidentschaft und stellte Präsident Ulrich Löhr als Nachfolger von Martin Empl vor.
ENASP positionierte sich 2025 zur Initiative der Europäischen Kommission zum Generationenwechsel in der Landwirtschaft und begrüßte deren Ziel, junge Landwirtinnen und Landwirte gezielt zu gewinnen und zu unterstützen. In der Stellungnahme hob ENASP insbesondere die Bedeutung von Gesundheits- und Präventionsaspekten, einschließlich der psychischen Gesundheit, sowie von sektorspezifischen sozialen Sicherungssystemen hervor. Mehrere der eingebrachten Punkte fanden Eingang in das Strategiepapier der Europäischen Kommission für den Generationswechsel in der Landwirtschaft.
Im Berichtsjahr beteiligten wir uns aktiv an mehreren internationalen Veranstaltungen der Sektion Prävention in der Landwirtschaft der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS, engl. ISSA). Dazu zählten ein Webinar zu Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz in ländlichen Gebieten mit einem Fachvortrag von Präventionsmitarbeiter Andreas Glasl zu klimaangepassten Maßnahmen im Arbeitsschutz in Deutschland sowie ein Symposium Kulturelle Vielfalt bei der Arbeit: Sichere und gesunde Integration von Fachkräften.
Bei diesem wurde die mehrsprachige Informationsvermittlung im Arbeits- und Gesundheitsschutz für Saisonarbeitskräfte in der Agrarwirtschaft von Ina Siebeneich, Bereich Prävention, vorgestellt. Zudem wirkten wir beim Panel zur Prävention in der Landwirtschaft des 41. Internationalen Kolloquiums in Krakau mit. Am Weltforum für soziale Sicherheit in Kuala Lumpur nahm Dr. Frank Zeismann als Vertreter des Bereichs Prävention teil. Darüber hinaus vertraten wir die deutschen IVSS-Mitglieder im Lenkungsausschuss des Europäischen Netzwerks der IVSS (IEN). Nach einer erfolgreichen Interessenbekundung wurde Jörg Heinel, alternierender Vorstandsvorsitzender der SVLFG, für das Triennium 2026 – 2028 erneut in den Lenkungsausschuss berufen.
EU-Projekt SafeHabitus aktiv an der Weiterentwicklung praxisnaher Ansätze zur Förderung von Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden in der Landwirtschaft. Zentrale Schwerpunkte waren politische Dialoge, Vernetzung sowie der Wissenstransfer auf nationaler und europäischer Ebene. Neben zwei National Policy Dialogues in Berlin und Hannover brachten wir uns in Fachveranstaltungen wie dem SafeHabitus Policy Seminar auf EU-Ebene ein und führten eine Umfrage zum Arbeitsschutz in der Grünen Branche durch.
Die Ergebnisse flossen in Projektberichte und Empfehlungen ein. Ergänzend wurden sieben praxisorientierte Fachbeiträge (Technical Notes) zu bewährten Präventionsansätzen veröffentlicht und weitere vorbereitet.
In der Association Internationale de la Mutualité (AIM), dem internationalen Netzwerk von Sozialversicherungsträgern und solidarischen Gesundheitssystemen, setzten wir uns auch 2025 für einen hochwertigen und gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung für alle ein. Unter dem Vorsitz von Ingo Steitz wirken wir in der Arbeitsgruppe Gesundheit in allen Politikbereichen und Prävention sowie in der Arbeitsgruppe Long-Term Care mit. Das Jahr stand im Zeichen des 75-jährigen Jubiläums der AIM (Year of Solidarity), das bei der Generalversammlung in Brüssel mit Schwerpunkten auf Solidarität, Arzneimittelzugang, Digitalisierung sowie Klima und Gesundheit gewürdigt wurde.
Ende August 2025 war die SVLFG auf der Schweizer Unfallverhütungstagung der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) vertreten. Im Mittelpunkt standen die Sicherheit in der Rinderhaltung sowie Gesundheitsthemen in der Landwirtschaft.
In einem internationalen Austausch mit Fachkolleginnen und Fachkollegen aus der Schweiz, Frankreich und Südtirol wurden praxisnahe und lösungsorientierte Ansätze diskutiert. Unser Präventionsexperte Benedikt Rodens stellte aktuelle Schwerpunkte zur Sicherheit im Umgang mit Rindern, insbesondere Erfahrungen aus der Praxis zur Deckbullenbox, sowie das Präventionsangebot AzubiAktiv – fit for green für Auszubildende vor.