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Präventionsbericht 2025

In unserem Präventionsbericht sind die wichtigsten Kennzahlen und Aktivitäten der SVLFG des Jahres 2025 zu Prävention und Gesundheitsförderung übersichtlich zusammengefasst.

Inhalts­verzeichnis 

Vergrößerung des Bildes für Ein Forstarbeiter in vollständiger Arbeits- bzw. Schutzkleidung erklärt anderen Forstarbeitern ein Stockbild..

Vorwort

Branchenübergreifend

  • Fachausschüsse setzen Impulse
  • Aktivitäten DLZ Nord
  • Aktivitäten DLZ Mitte
  • Aktivitäten DLZ Süd 
  • Ausbildung von Aufsichtspersonen 
  • Präventionsanreize 
  • Qualifizierung 
  • Prävention vor Berufskrankheiten 
  • Biologische Gefährdungen 
  • Messtechnischer Dienst 
  • Gefahrstoffe
  • Klima wandelt Arbeit 
  • Arbeit gesund gestalten 
  • Arbeitsschutz-Management-System 
  • Begutachtung Sicherheitstechnischer Dienst

Landwirtschaft

  • Entwicklung Unfallgeschehen 
  • Schwerpunkt Mehrachstraktoren
  • Übergang EU-Maschinenverordnung 
  • Kommunikation zur Verhaltensprävention 
  • Sonderpreis für Sicherheit 
  • Branchenlehrgang Landwirtschaft 
  • Normung

Tierhaltung

  • Aktivitäten Rinderhaltung 
  • Aktivitäten Pferdehaltung

Gartenbau

  • Unfallgeschehen
  • Normung
  • Präsenz zeigen - Prävention vermitteln
  • Weiterbildungsprojekt Zugabe
  •  Nachwuchs für Arbeitsschutz sensibilisieren

Forst

  • App Stockfibel to go
  • Arbeitsschutz in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen stärken 
  • Forstprävention zum Anfassen
  • Normung

Jagd

  • Präventionskommunikation 
  • Jagdleitende im Fokus

Saisonarbeitskräfte

  • Kontinuität schafft Vertrauen 
  • Gesundheitstage erreichen so viele wie nie

Auszubildende

  • AzubiAktiv

Frauen

Kinder

LKK-Versicherte

  • Aktivitäten der LKK

Mit uns im Gleichgewicht

Sicher. Gesund. Leben.

Mit dem Präventionsbericht 2025 geben wir einen Einblick in unsere Arbeit als Verbundträger für mehr Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität in der Grünen Branche. Unser Ziel ist es, Menschen der grünen Berufe in ihrer Arbeits- und Lebenswelt ganzheitlich zu unterstützen – von der Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten bis hin zur Gesundheitsförderung und Stärkung der Gesundheitskompetenz.

Auch in 2025 zeigt sich, dass präventive Maßnahmen unumgänglich sind. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist erneut zurückgegangen. Gleichzeitig machen schwere und tödliche Unfälle sowie neue arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken deutlich, dass wir unsere Präventionsarbeit kontinuierlich weiterentwickeln müssen.

Die Arbeits- und Lebensbedingungen in der Grünen Branche unterliegen einem spürbaren Wandel. Veränderungen im Klima und in der demografischen Struktur, aber auch neue Gesundheitsrisiken stellen Betriebe und Versicherte vor weitere Herausforderungen. 

Mit unseren Beratungen zum Hitze- und UV-Schutz, dem Ausbau des Anwenderschutzes beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sowie wissenschaftlich begleiteten Projekten schaffen wir praxisnahe Lösungen für einen wirksamen Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Prävention bedeutet für uns weit mehr als sicheres Arbeiten. Mit Angeboten wie „Mit uns im Gleichgewicht“, der betrieblichen Gesundheitsförderung, Gesundheitsangeboten für LKK-Versicherte, zielgruppenspezifischen Programmen für Frauen, Saisonarbeitskräfte, Auszubildende, aber auch für Kinder in Kooperation mit AckerRacker begleiten wir die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen.

Persönliche Beratung in den Betrieben verbinden wir dabei immer mehr mit modernen digitalen Angeboten – von Online-Seminaren über Erklärfilme bis hin zu Social Media –, um Prävention verständlich, alltagsnah und für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.

Unser herzlicher Dank gilt allen Mitgliedern und Versicherten, den ehrenamtlich Engagierten in der Selbstverwaltung, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unseren Partnerinnen und Partnern. Gemeinsam gestalten wir Prävention ganzheitlich – für sichere Arbeit, mehr Gesundheit und eine lebenswerte Zukunft im ländlichen Raum.

Branchen­übergreifend

Vergrößerung des Bildes für Die Entwicklung der angezeigten, meldepflichtigen und tödlichen Unfälle in den Jahren 2021 bis 2025 wird graphisch dargestellt. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl der dargestellten Unfälle in 2025 gesunken. .
Fünf-Jahres-Entwicklung Arbeits- und Wegeunfälle

Fachausschüsse setzen Impulse

Im Jahr 2025 wurde die strategische Präventionsarbeit der Selbstverwaltung durch einen intensiven Austausch der vier Fachausschüsse weiter gestärkt. Einen besonderen Meilenstein stellte der erste gemeinsame Workshop im März dar. Ziel war es, aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen branchenübergreifend zu beleuchten sowie Impulse für die Weiterentwicklung der Präventionsstrategie zu erarbeiten. Im Mittelpunkt standen die Themen Auswirkungen des Klimawandels, seelische Gesundheit in der Grünen Branche, demografischer Wandel in den Betrieben sowie Möglichkeiten zur stärkeren Einbindung des Sicherheitstechnischen Dienstes.

Die Ergebnisse bestätigten in weiten Teilen die bisherigen Aktivitäten und lieferten zugleich neue konzeptionelle Ansätze. Hervorgehoben wurden insbesondere die Bedeutung zielgerichteter Öffentlichkeitsarbeit, die Nutzung digitaler Präventionsinformationen, eine stärkere Präsenz vor Ort sowie die Einbindung von Multiplikatoren.

„Ich bin dankbar für das enge Band, das in der SVLFG zwischen Ehren- und Hauptamt besteht. Ein gemeinsamer Workshop der Fachausschüsse hat der Verwaltung wichtige Impulse gegeben, unsere Präventionsangebote noch besser auf die Bedarfe der Menschen in der Grünen Branche anzupassen.“

Gerhard Sehnert, Geschäftsführer der SVLFG

Landwirtschaft

Im Umgang mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen entscheidet umsichtiges Verhalten über die Sicherheit. Wir unterstützen dies durch gezielte Präventionsarbeit mit praxisnahen Informationen.“

Jürgen Maurer, Mitglied des Vorstandes
Vergrößerung des Bildes für Diagramm, welches die Entwicklung der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Landwirtschaft in den letzten 5 Jahren darstellt. .
Entwicklung der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Landwirtschaft 2025

Unfallgeschehen

Im Jahr 2025 zeigt sich in allen Bereichen der Landwirtschaft ein rückläufiges Unfallgeschehen bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen.

Besonders deutlich ist der Rückgang in der Tierhaltung und im Pflanzenbau. Demgegenüber entwickelt sich die Zahl der tödlichen Unfälle uneinheitlich: Während in der Tierhaltung ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist, steigen die tödlichen Unfälle im Pflanzenbau sowie im allgemeinen Bereich an.

Insgesamt verdeutlichen die Zahlen, dass die Präventionsmaßnahmen wirken, gleichzeitig jedoch weiterhin besonderer Handlungsbedarf bei der Vermeidung schwerer und tödlicher Unfälle besteht.

Schwerpunkt Mehrachstraktoren

Wir präsentierten und vermittelten die Ergebnisse der Sonderuntersuchung zu Mehrachstraktoren sowie daraus abgeleitete Maßnahmen zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz. Im Austausch mit Vertretern der Landtechnikindustrie wurden die Untersuchungsergebnisse in mehreren Fachgesprächen diskutiert. Ziel war es, die Erkenntnisse für die Weiterentwicklung und Gestaltung zukünftiger Landmaschinen zu nutzen.

Parallel dazu initiierten wir Maßnahmen der Verhaltensprävention, um das sichere Auf-und Absteigen im Betriebsalltag zu fördern und das Unfallrisiko zu reduzieren.

Übergang EU-Maschinenverordnung

Ein Schwerpunkt im Berichtsjahr war der Übergang auf die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab 20. Januar 2027 die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ablösen wird. 

Die Arbeiten an einem EU-Leitfaden wurden aufgenommen, der die einheitliche Anwendung der Verordnung, die unmittelbar ohne nationale Umsetzung gilt, in allen EU-Mitgliedstaaten unterstützen soll. Unsere Präventionsexperten bringen sich in einer europäischen Arbeitsgruppe ein und erarbeiten Fachbeiträge zu Themen wie Anschnallen, Schutz vor Hochspannungsleitungen und autonomem Maschineneinsatz.

Kommunikation zur Verhaltensprävention

In 2025 wurden die Internetseite Sicheres Auf- und Absteigen sowie ein begleitender Präventionsfilm veröffentlicht.

Hintergrund ist das weiterhin hohe Unfallrisiko beim Ein- und Aussteigen bei Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Der Kurzfilm Sicheres Auf- und Absteigen – Kopf an statt Kopf voraus, zeigt praktisch, worauf es für sicheres Verhalten ankommt.

Ergänzend stellt die Internetseite anschauliche Informationen und Handlungsempfehlungen bereit. Beide Formate sind sowohl zur Wissensvermittlung als auch zur Unterweisung geeignet und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Unfallrisiken im Arbeitsalltag:

Flankierend wurde eine Social-Media-Kampagne zum sicheren Fahren mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen umgesetzt. Im Fokus stehen zentrale Verhaltensregeln wie das konsequente Anschnallen und das Prinzip Sehen und gesehen werden. 

Über kurze, zielgruppengerechte Beiträge werden praxisnahe Hinweise vermittelt und für typische Gefährdungssituationen sensibilisiert. Die Kampagne trägt dazu bei, insbesondere jüngere Zielgruppen zu erreichen und sicherheitsrelevantes Verhalten nachhaltig im Arbeitsalltag zu verankern.

TOP 10 der Unfallgegenstandsgruppen in der Branche Landwirtschaft in 2025

TOP 10 der Unfallgegenstandsgruppen in der Branche Landwirtschaft in 2025
UnfallgegenstandsgruppenAnzahl
Rinder4.103
Wege im Freien3.214
Wege in/an Gebäuden2.608
Traktoren1.799
Pferde1.787
Werkzeuge/Geräte ohne Fremdantrieb1.531
Leitern/Aufstiege1.036
Anhänger960
Bauliche Anlagen und Einrichtungen885
Stalleinrichtungen835

Sonderpreis für Sicherheit

Bei der Bundesentscheidung des Berufswettbewerbs der Deutschen Landjugend waren nicht nur Fachkenntnisse, Teamgeist und Praxiserfahrung gefragt – auch mit Wissen über Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz konnten die jungen Teilnehmenden punkten. Im Berichtsjahr hatten wir den Sicherheitspreis in allen Sparten ausgelobt. Die 98 Teilnehmenden mussten rund 20 Fragen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz beantworten, jeweils auf ihre Sparte zugeschnitten. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten Bluetooth-Kopfhörer mit geräuschunterdrückenden Lautsprechern, die unerwünschte Hintergrundgeräusche reduzieren.

Der alternierende Vorsitzende des Vorstandes der SVLFG Henner Braach überreichte diesen Sonderpreis.

„Mit dem Sonderpreis möchten wir junge Menschen dafür sensibilisieren, wie wichtig sicheres und gesundes Arbeiten im Berufsalltag ist und gleichzeitig ihre Leistungen anerkennen.“

Henner Braach, alternierender Vorsitzender der Vorstandes

Branchenlehrgang Landwirtschaft

Besondere Ausbildungsmodule bereiten unsere Aufsichtspersonen auf die spezifischen Anforderungen vor. Der Lehrgang Sichere Maschinen, 2025 wieder mit der DEULA Nienburg durchgeführt, überzeugte durch eine Kombination aus Theorie und Praxis. Im Branchenlehrgang Landwirtschaft standen unter anderem die Themen Pferdehaltung, Landmaschinen, Biogas sowie Weinbau im Fokus. Im Trainingscenter der Firma Claas in Harsewinkel setzten sich die zukünftigen Aufsichtspersonen mit den sicherheitsrelevanten Aspekten von Landmaschinen auseinander und vertieften ihr Praxiswissen.

Meldepflichtige Unfälle in 2025 in den Untergruppen innerhalb der Branche Landwirtschaft

Meldepflichtige Unfälle in 2025 in den Untergruppen innerhalb der Branche Landwirtschaft
ArbeitsgebieteAnzahl
Tierhaltung13.829
Allgemeine Arbeiten11.541
Pflanzenbau5.133

Tödliche Unfälle in 2025 in den Untergruppen innerhalb der Branche Landwirtschaft

Tödliche Unfälle in 2025 in den Untergruppen innerhalb der Branche Landwirtschaft
ArbeitsgebieteAnzahl
Pflanzenbau24
Tierhaltung17
Allgemeine Arbeiten17

Normung

Frontlader im Fokus

Am 30. April 2024 veröffentlichte die EU-Kommission einen Anwendungswarnvermerk zur Norm EN 12525 für Frontlader. Seither dient diese Norm nicht mehr uneingeschränkt als Nachweis zur Einhaltung grundlegender Sicherheitsanforderungen. 2025 brachten wir unsere Position als Unfallversicherungsträger in nationale und europäische Gremien ein. Parallel dazu wurde die Sicherheitsnorm weiterentwickelt und bis zum Schlussentwurf (prEN 12525) vorangetrieben.

Projekt Sichtfeld

Der Arbeitsentwurf für die Norm Sichtfeld selbstfahrender landwirtschaftlicher Maschinen wurde in enger Abstimmung mit Arbeitsschutzexperten aus Frankreich und der Schweiz erarbeitet und fachlich konsolidiert. Die Zusammenarbeit knüpft an einen bereits angenommenen Normungsantrag an, der Zielsetzung, Begründung und Anwendungsbereich verbindlich festlegt. Auf dieser Basis wird das Verfahren weitergeführt, um einen belastbaren Entwurf für eine internationale Norm (ISO-Standard) zu erarbeiten.

Unsere Untersuchung von Traktorunfällen zeigt, dass die Gesamtzahl der Unfälle sinkt, die Zahl der tödlichen Unfälle jedoch nicht. Besonders gefährdet sind sehr junge sowie ältere Fahrerinnen und Fahrer.“

Sebastian Dittmar, Branchenreferent Landwirtschaft

Agrialp: Unfallprävention stärken

Bild agrialp einfügen!

Wie sich Unfälle in der Landwirtschaft wirksam vermeiden lassen, diskutierten im November 2025 Präventionsexperten auf der Aktionsbühne der internationalen Landwirtschaftsmesse Agrialp in Bozen. Intensive Sensibilisierungsmaßnahmen haben zu einem spürbaren Rückgang der Unfallzahlen geführt. Gleichzeitig besteht weiterhin Handlungsbedarf. Sebastian Dittmar, Branchenreferent Landwirtschaft, betonte insbesondere die Bedeutung fundierter Unfallanalysen als Grundlage zielgerichteter Präventionsmaßnahmen. So konnte Dittmar zeigen, dass die Gesamtzahl der Unfälle sinkt, die Zahl der tödlichen Unfälle jedoch nicht. Besonders gefährdet sind sehr junge sowie ältere Fahrerinnen und Fahrer. Auffällig ist zudem der vergleichsweise hohe Anteil an Unfallverletzten ab 60 Jahren. Unfälle mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen ereignen sich häufig im Hofbereich und treten vor allem beim Absteigen sowie bei fehlender Nutzung von Sicherheitseinrichtungen auf.

Auf der Zielgerade − 3. GDA Periode

Im Berichtsjahr setzten wir unsere aktive Partnerschaft in der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) fort. 

Diese bundesweite Initiative wird getragen von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern. Sie verfolgt das Ziel, den Arbeitsschutz in Deutschland durch abgestimmte Maßnahmen und enge Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken. Im Fokus stehen die Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsprogramme in den Handlungsfeldern Muskel-Skelett-Belastungen, psychische Belastungen sowie der sichere Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen. In der fünfjährigen 3. GDA-Periode hat unser Außendienst das Ziel von über 10.000 Grunddatenbögen erreicht. Zudem entwickelten wir Ansätze im Hinblick auf das Experimentierjahr 2026 mit Schwerpunkt Absturzprävention.

Tierhaltung

Unfallstatistik Seite 28 ergänzen!

Sichere Tierhaltung schützt Mensch und Tier gleichermaßen. Oft reichen dafür einfache, praxisnahe Maßnahmen.“

Dr. Florian Heuser, stellvertretender Bereichsleiter Prävention

Aktivitäten Rinderhaltung

Im Jahr 2025 richtete sich die Präventionsarbeit weiterhin auf die Umsetzung der Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.1 Tierhaltung. Nach wie vor haben nicht alle Betriebe die Vorschrift vollständig umgesetzt. Dabei führen Selektion und Tierfixierung nicht nur zu einer Verringerung der Unfallgefahr aller beteiligten Personen, sondern reduzieren auch die Verletzungsgefahr bei den Tieren. Sicher fixierte Tiere sind weniger stressanfällig, sie zeigen daher ein geringeres Abwehrverhalten, ein entscheidender Faktor für mehr Sicherheit.

Zur weiteren Sensibilisierung für die Anforderungen der VSG 4.1 wurden in der Mitgliederzeitschrift Alles SVLFG zwei Fachbeiträge veröffentlicht: Viehtrieb mit oder ohne Wagen (Ausgabe 1/25) sowie Sicherheitsfangfressgitter gehört dazu (Ausgabe 3/25). Beide Beiträge stellen praxisnahe und wirtschaftlich umsetzbare Lösungen vor und verdeutlichen, dass wirksame Arbeitssicherheit nicht zwingend mit hohen Investitionen verbunden ist. Ergänzt wurde das Informationsangebot durch ein breites Spektrum an Vorträgen und Seminaren, sowohl in Präsenz als auch in digitalen Formaten, sowie an regionalen und überregionalen Messeauftritten.

Seminare Rinderhaltung

Seminare Rinderhaltung
Veranstaltungen, auch onlineTeilnehmende
97 Vorträge2.335 
123 Seminare2.310

Das Projekt Sichere Rinderhaltung zeigt eindrucksvoll, wie Forschung, Praxis und Prävention zusammenwirken können, um konkrete Maßnahmen für mehr Arbeitssicherheit in der Rinderhaltung umzusetzen.“

Jörg Eyermann, Mitglied des Vorstandes

Projekt "Sichere Rinderhaltung"

Das von der SVLFG geförderte Forschungsprojekt Sichere Rinderhaltung – Fokus Bullenbox, Abkalben und Verbringen von Rindern verfolgt das Ziel, Gefährdungen im Umgang mit Rindern zu reduzieren und die Arbeitssicherheit in rinderhaltenden Betrieben zu verbessern.

Das Projekt wurde von Dezember 2023 bis September 2025 gemeinsam von der Hochschule Weihenstephan Triesdorf, der Ludwig Maximilians Universität München und dem Tiergesundheitsdienst Bayern durchgeführt.

In einem Projektbetrieb wurde eine automatisierte, herdennahe Deckbullenbox in Verbindung mit einem automatischen Melksystem umgesetzt und im Oktober 2025 in Betrieb genommen. Die ersten Praxiserfahrungen lieferten wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Systems, insbesondere bei der Tierselektion und der Brunsterkennung.

Parallel dazu wurden in zwölf Praxisbetrieben typische Gefährdungssituationen beim Umgang mit Rindern analysiert. Auf dieser Grundlage konnten gemeinsam mit den Betrieben praxisnahe Lösungsansätze entwickelt und teilweise bereits umgesetzt werden. Dazu zählen unter anderem die Installation von Hubschranken, der Einbau von Fressfanggittern mit Personenschlupf sowie der Einsatz sogenannter Bud-Box-Systeme.

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Tierhaltung in 2025 Tierkontakt bleibt zentrales Unfallrisiko!

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Tierhaltung in 2025Tierkontakt bleibt zentrales Unfallrisiko!
UnfallgegenständeUnfallzahlen
Rinder4.082
Wege in/an Gebäuden1.878
Pferde1.771
Wege im Freien833
Stalleinrichtungen793

Tödliche Unfälle in der Branche Tierhaltung in 2025

Tödliche Unfälle in der Branche Tierhaltung in 2025
UnfallgegenständeUnfallzahlen
Rinder8
Motorfahrzeuge3
Bauliche Anlagen/ Einrichtungen2
Handgezogene Fahrzeuge1
Leitern/ Aufstiege1
Wege im Freien1
Wege in/ an Gebäuden1

Sicherheit im Pferdebetrieb ist kein Zufall. Sie entsteht durch Wissen, Erfahrung und konsequente Umsetzung im Alltag.“

Alexandra Schneider, alternierende Vorsitzende der Vertreterversammlung

Aktivitäten Pferdehaltung

Die Präventionsarbeit in der Pferdehaltung zielte auch im Berichtsjahr darauf ab, Unfallrisiken im Umgang mit Pferden zu reduzieren und das Sicherheitsbewusstsein in den Betrieben zu stärken. Ein besonderer Fokus lag auf dem besseren Verständnis des Tierverhaltens als Grundlage für sicheres Arbeiten.

Ein zentrales Angebot war das Seminar "Sicher und gesund in der Pferdehaltung" am 13. und 14. Mai 2025 in Raesfeld/Nordrhein-Westfalen. Die Teilnehmenden setzten sich unter Anleitung der Präventionsmitarbeiter Britta Schumacher und Stefan Hoffrogge intensiv mit dem Sozialverhalten und der Sinneswahrnehmung von Pferden auseinander. Hintergrund ist, dass Pferde aus menschlicher Sicht häufig unerwartet reagieren und dadurch ein erhöhtes Unfallrisiko besteht. Nach der theoretischen Einführung stand am zweiten Tag die Praxis im Mittelpunkt. Auf einem Pferdebetrieb konnten Alltagssituationen mithilfe einer VR-Brille aus Sicht der Tiere erlebt werden. Alle Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, diese Perspektive selbst zu erfahren. Dabei wurden Situationen beim Transport, in der Reithalle und auf der Weide simuliert. Unterschiede in der Wahrnehmung, etwa beim Sehen, bei Lichtwechseln oder im räumlichen Erfassen, wurden so unmittelbar erfahrbar. Die gewonnenen Eindrücke führten zu intensivem Austausch und lieferten konkrete Ansätze für Verbesserungen im Betrieb.

Darüber hinaus wurde die Präventionsarbeit gezielt in die Aus- und Weiterbildung integriert. An der Deutschen Reitschule in Warendorf ist das Thema Arbeitsschutz mittlerweile fester Bestandteil der Meisterausbildung. Eine Prüfungsaufgabe im Fachteil 1 wird von uns gestellt und behandelt die betriebliche Gefährdungsbeurteilung. Im Rahmen einer Sicherheitsbeauftragten- und Unternehmermodellschulung wurde angehenden Pferdewirtschaftsmeistern praxisnah vermittelt, wie Arbeitsschutz im Betrieb organisiert und umgesetzt wird. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Erstellung betrieblicher Gefährdungsbeurteilungen. Die Teilnehmenden setzten sich dabei intensiv mit typischen Risiken auseinander: von der Stallarbeit über den Umgang mit Pferden bis hin zu betrieblichen Abläufen. Bei der ergänzenden Betriebsbegehung des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts Warendorf konnten konkrete Risiken analysiert und Lösungen erarbeitet werden. Mit dieser Schulung erwerben die Teilnehmenden die Qualifikation zur sicherheitstechnischen Betreuung ihrer Betriebe.

Die Maßnahmen verdeutlichen: Sicherheit und Gesundheitsschutz sind zentrale Bausteine einer modernen Pferdehaltung und werden zunehmend systematisch in Praxis und Ausbildung verankert. 

Flyer zu PSA im Pferdesport entwickelt

Der Präventionsflyer F50 "PSA im Pferdesport" informiert kompakt über geeignete Persönliche Schutzausrüstung beim Reiten, Fahren und im täglichen Umgang mit Pferden. Ziel ist es, das Bewusstsein für geeignete Schutzmaßnahmen zu stärken und deren Anwendung im Arbeitsalltag zu fördern.

Gartenbau

Die rückläufigen Unfallzahlen im Gartenbau zeigen die Wirkung gezielter Prävention. Gleichzeitig machen schwere Ereignisse bei Baumarbeiten und im Umgang mit Maschinen deutlich, dass diese Risiken konsequent adressiert werden müssen.“

Jörg Schwarz, Branchenreferent Gartenbau

Unfallgeschehen

Unfallstatistik hier einfügen!

Das Unfallgeschehen im Gartenbau hat sich erneut positiv entwickelt. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle konnte gegenüber dem Vorjahr leicht gesenkt werden. Gleichzeitig ist bei den tödlichen Arbeitsunfällen eine gegenläufige Entwicklung zu verzeichnen. Dies verdeutlicht, dass trotz insgesamt rückläufiger Unfallzahlen weiterhin erhebliche Risiken bestehen. Die konsequente Weiterentwicklung der Präventionsarbeit im Gartenbau bleibt daher eine zentrale Aufgabe.

Analyse der Schwerpunkte

Grundlage für eine wirksame Prävention ist die systematische Analyse des Unfallgeschehens. Sie ermöglicht es, Unfallschwerpunkte zu identifizieren und daraus zielgerichtete Maßnahmen abzuleiten. Sie liefert auch wichtige Impulse für unser Prämiensystem, das Investitionen in innovative und sichere Technologien gezielt fördert. Bei den Unfallbereichen entfielen die meisten meldepflichtigen Arbeitsunfälle weiterhin auf Garten- und Landschaftsbaustellen, obwohl die Zahl hier gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent zurückging. Deutliche Zunahmen zeigten sich insbesondere auf dem Weg zu oder von der Arbeitsstelle, bei allgemeinen Transportarbeiten sowie bei Stein- und Pflasterarbeiten. Rückläufig entwickelten sich dagegen unter anderem die Unfallzahlen in der Grünflächenpflege, bei sonstigen allgemeinen Arbeiten sowie bei Strauch- und Heckenschnittarbeiten. Bei der Auswertung nach Tätigkeit verzeichnet das Handhaben von Werkzeugen und Geräten mit 3.581 Unfällen den stärksten Anstieg.

Präventionsansätze gegen schwere Unfälle

Besonders schwere Unfallfolgen treten vor allem bei Baumfäll- und Entastungsarbeiten sowie im Zusammenhang mit Transport- und Wegeunfällen auf. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Unfällen mit mobilen Arbeitsmitteln. Häufige Ursachen sind eingeschränkte Sichtverhältnisse (tote Winkel). In nahezu der Hälfte der Fälle waren Erdbaumaschinen beteiligt, daneben Traktoren, Transportfahrzeuge und Gabelstapler. Moderne Kamera-Monitor-Systeme, zunehmend auch mit KI gestützter Personenerkennung, bieten hier wirksame Unterstützung. Die gezielte Förderung solcher Systeme hat sich als geeignete Maßnahme zur Unfallvermeidung erwiesen. Schwere Unfälle entstehen beim Einsatz von Hubarbeitsbühnen zudem durch den sogenannten Katapult-Effekt, etwa bei Fahrbahnunebenheiten, beim Lösen verhakter Arbeitsbühnen oder bei Kollisionen. Zur Reduzierung dieses Risikos fördern wir geeignete Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz in Kombination mit speziell angepassten Höhensicherungsgeräten. 

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Gartenbau in 2025

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Gartenbau in 2025
ArbeitsgebieteUnfallzahlen

Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten

10.573

Allgemeine Arbeiten4.314

Unterhaltungsarbeiten an Maschinen

1.135
Feld-/Kulturarbeiten875
Bauarbeiten436

Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor

Wir beteiligten uns am Weihenstephaner Hochschulforum 2025 zum Thema "Effektives Management im Gartenbau". Ein besonderer Impuls ging vom Vortrag von Nicola Haldenwang aus, Präventionsmitarbeiterin der SVLFG, die unter dem Titel "Durch Unternehmenskultur zum Unternehmenserfolg" die Bedeutung werteorientierter Führung und gelebter Prävention hervorhob. Die große Resonanz und die intensive Diskussion mit den Teilnehmenden verdeutlichten das hohe Interesse am Thema. Der Austausch eröffnete neue Perspektiven für die praktische Umsetzung in den Betrieben und zeigte deutlich, dass eine starke Präventionskultur maßgeblich zur langfristigen Stabilität und zum wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen im Gartenbau beitragen kann.

Normung

Mehr Sicherheit bei Aufsitz-Rasenmähern

Bei Aufsitz-Rasenmähern ereignen sich schwere Unfälle, insbesondere beim Mähen an Hängen. Ursache ist, dass die zulässige Hangneigung überschritten wird und Maschinen bei Unebenheiten kippen oder sich überschlagen. Problematisch ist zudem, dass viele Maschinen weder über eine Neigungsanzeige noch – bei Maschinen unter 400 kg – über Überrollschutzsysteme oder Sitzgurte verfügen. Wir haben diese Sicherheitsdefizite im Rahmen ihrer Normungsarbeit wiederholt thematisiert und gegenüber Herstellern auf Handlungsbedarf hingewiesen. 

Nachdem Frankreich bei der EU-Kommission einen formellen Einwand gegen Teile der Norm EN ISO 5395-3 Aufsitz-Rasenmäher eingereicht hat, unterstützen wir insbesondere die Forderungen nach Schutzmaßnahmen gegen Stabilitätsverlust sowie Warnvorrichtungen bei starker Neigung. 

Präsenz zeigen - Prävention vermitteln

Wir beteiligten uns an zahlreichen regionalen und überregionalen Fachmessen der Grünen Branche, darunter die Fachausstellung Friedhofstechnik in Essen sowie die Floriga in Leipzig. Mit Infoständen und persönlicher Beratung durch den Präventionsaußendienst wurde das Fachpublikum angesprochen, um die Verbundenheit mit dem Berufsstand zu unterstreichen und zentrale Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sichtbar zu machen. 

Schwerpunkte lagen auf Hitze- und UV-Schutz, gesunder Ernährung sowie Infektionsrisiken, etwa durch Zeckenstiche. Insbesondere die langjährige Präsenz auf der Floriga unterstreicht die kontinuierliche Branchenverankerung. Die hohe Zahl an Gesprächen zeigt: Der direkte Austausch vor Ort bleibt ein wichtiger Baustein erfolgreicher Präventionsarbeit.

Gebäudebegrünung gewinnt angesichts des Klimawandels im urbanen Raum stark an Bedeutung. Qualifizierung und Prävention müssen dabei Hand in Hand gehen, um nachhaltiges und sicheres Arbeiten gleichermaßen zu gewährleisten

Herbert Hüsgen, Mitglied des Vorstandes

Weiterbildungsprojekt Zugabe

2025 haben wir das Sozialpartnerprojekt "Zugabe – Zukunftsaufgabe Gebäudebegrünung" aktiv unterstützt.

Ziel war es, zertifizierte Weiterbildungsangebote für die drei Zukunftsthemen Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung zu entwickeln. Im Rahmen der zweiwöchigen Fortbildung übernahmen unsere Präventionsmitarbeitenden den Themenbereich Arbeits- und Gesundheitsschutz und vermittelten diesen praxisnah durch Fachvorträge, Austauschformate und Übungen. Gemeinsam mit Partnern aus Bildung und Forschung konnten erstmals drei Qualifizierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Damit wurde ein wichtiger Impuls für die Verbindung von nachhaltiger Bauweise und sicherem Arbeiten gesetzt.

Nachwuchs für Arbeitsschutz sensibilisieren

Bild Siegerehrung einfügen!

Wir unterstützten auch 2025 zahlreiche regionale und überregionale Berufswettbewerbe im Gartenbau und richteten uns dabei an Auszubildende aller Sparten. Ziel war es, Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes praxisnah zu vermitteln und frühzeitig im Berufsalltag zu verankern. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf UV- und Hitzeschutz, ein zentrales Risiko im Gartenbau. Mit einem Informationsstand sowie persönlicher Beratung durch den Präventionsaußendienst wurden die Teilnehmenden sensibilisiert und zum Mitmachen motiviert. Ergänzend erhielten sie passende Motivationsprodukte. So konnten wir als Berufsgenossenschaft unsere Rolle als kompetente Partnerin stärken.

Forst

Unfallstatistik einfügen!

Die Unfallzahlen im forstlichen Versichertenbereich sind im Vorjahresvergleich deutlich rückläufig. Es ist erfreulich, dass die enge Zusammenarbeit mit den Versicherten durch die Prävention Wirkung zeigt. Wir werden die gute Präventionsarbeit mit weiteren Angeboten fortsetzen und ausbauen."

Stephan Neumann, alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung

Das höchste Unfallrisiko liegt weiterhin bei motormanuellen Tätigkeiten.

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Forst in 2025

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Forst in 2025
ArbeitsgebieteUnfallzahlen
Wald- und Forstarbeiten3.523
Unterhaltungsarbeiten an Maschinen274
Arbeiten im Haushalt und Hausgarten268
Allgemeine Arbeiten195
Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten87

Tödliche Unfälle in der Branche Forst in 2025

Tödliche Unfälle in der Branche Forst in 2025
ArbeitsgebieteUnfallzahlen
Wald- und Forstarbeiten20
Unterhaltungsarbeiten an Maschinen2
Allgemeine Arbeiten1
Arbeiten im Haushalt und Hausgarten1

Mit der Mehrsprachigkeit von Stockfibel to go reagieren wir auf die Praxis: Die App unterstützt nicht nur die fachliche Qualität der Motorsägenarbeit, sondern trägt auch dazu bei, Ausbildungsinhalte sprachübergreifend verständlich zu vermitteln.“

Klaus Klugmann, Branchenreferent Forst und Jagd
Vergrößerung des Bildes für Baumrinde auf einem Handy Display zu sehen. Drunter steht "Ergebnis". Es ist ein Abbild der Stockfibel App..

App jetzt mehrsprachig

Die App "Stockfibel to go" wurde im Berichtsjahr weiterentwickelt und ist nun in sieben Sprachen verfügbar. Anlass für die Erweiterung waren wiederkehrende Nachfragen sowohl aus dem europäischen Ausland als auch aus Deutschland. Mit dem Update wird der zunehmenden Internationalität der im Forst tätigen Beschäftigten Rechnung getragen.

Die App ermöglicht es, direkt am Wurzelstock eines mit der Motorsäge gefällten Baumes die fachgerechte Arbeitsausführung einfach und praxisnah zu überprüfen. Insbesondere in der Aus- und Weiterbildung hat sich "Stockfibel to go" als wertvolles Hilfsmittel bewährt. Die klare Darstellung der Fachinhalte zu den einzelnen Stockkriterien macht die App zu einem effektiven Instrument zur Qualitätskontrolle und Wissensvermittlung im forstlichen Arbeitsalltag. Mit inzwischen deutlich über 10.000 Downloads unterstreicht die App ihre hohe Akzeptanz und Relevanz in der Praxis. Neben Deutsch stehen die Sprachen Englisch, Französisch, Polnisch, Rumänisch, Slowakisch, Spanisch und Tschechisch zur Verfügung. Damit leistet "Stockfibel to go" einen wichtigen Beitrag zur Arbeitssicherheit, zur Qualitätssicherung und zur Verständigung in international zusammengesetzten Arbeitsteams im Forstbereich.

Arbeitsschutz in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen stärken

Für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse haben wir eine Fachinformation zum Arbeitsschutz erarbeitet. 

Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse (FWZ) ermöglichen Waldbesitzenden eine gemeinsam organisierte Waldbewirtschaftung. Je nach Beschäftigungsverhältnis ergeben sich dabei zwei grundlegende Konstellationen mit unterschiedlichen arbeitsschutzrechtlichen Pflichten und Verantwortungsbereichen. Unsere Unfallanalysen haben gezeigt, dass Verantwortlichkeiten und organisatorische Aufgaben in der Praxis teilweise nicht ausreichend bekannt sind oder nicht klar gehandhabt werden.

Mit der Fachinformation schaffen wir Transparenz zu Fürsorgepflichten und Zuständigkeiten innerhalb der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse. Wir geben den Verantwortlichen eine klare rechtliche Orientierung und unterstützen sie dabei, ihre Organisationsstrukturen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. So tragen wir aktiv dazu bei, den Arbeitsschutz im jeweiligen Zuständigkeitsbereich wirksam zu stärken.

Forstprävention zum Anfassen

Prävention wirkt am besten, wenn sie erlebbar ist. 

Ob Praxisvorführung, Erfahrungsaustausch oder Fachtag – wir begleiteten unsere Versicherten auch im Jahr 2025 mit Fachwissen, Dialog und konkreten Lösungen direkt vor Ort im Wald. Die Unfallzahlen verdeutlichen, wie zentral Arbeitssicherheit für alle Waldbesitzenden und forstlichen Dienstleister ist. Deshalb begleiten wir unsere Versicherten nicht nur im Rahmen unserer bewährten Präventionsarbeit, sondern auch bei zahlreichen Praxisveranstaltungen im Wald, wie die folgenden Beispiele zeigen. 

Ob bei Waldbesitzertagen, Sicherheitstagen, Praxisvorführungen oder Weiterbildungen – der persönliche Austausch auf Augenhöhe und die praxisnahe Expertise unserer Präventionsfachleute werden von den Teilnehmenden geschätzt und tragen aktiv zu mehr Sicherheit im Arbeitsalltag bei.

Vergrößerung des Bildes für Mehrere Personen stehen im Wald beisammen. Einer hält ein Papier in der Hand und liest vor. Im Vordergrund ein Freischneidegerät, welches zur Hälfte in einem durchsichtigen Kasten steckt..
Präventionstag der Arenberg Meppen GmbH im Emsland

Gesund arbeiten im Wald

Beim Präventionstag der Arenberg Meppen GmbH im Emsland zeigten wir erschütterungsarme Fälltechniken, Maßnahmen zur Minderung von Vibrationen am Freischneider sowie Risiken für Stolper- und Sturzunfälle. Zudem gaben wir Tipps zu gesunder Ernährung bei der Arbeit für rund 35 Mitarbeitende.

Vergrößerung des Bildes für Vier Personen stehen im Wald vor Plakaten der SVLFG. Eine Person erklärt etwas..
Fachtag für Waldeigentum und Forstbetriebe im Schwarzwald

Praxis trifft Prävention

Beim Fachtag für Waldeigentum und Forstbetriebe im Schwarzwald berieten unsere Präventionsexperten rund 500 Teilnehmende zu Schadholz, Zeckenschutz und funkferngesteuerten Fällkeilen. Zahlreiche Gespräche zeigten, wie praxisnahe Tipps, innovative Technik und die Förderung über Präventionsanreize der SVLFG die Sicherheit im Wald erhöhen.

Vergrößerung des Bildes für Mehrere Waldarbeiter in vollständiger Arbeitskleidung stehen beisammen im Wald, ein Waldarbeiter referiert..
Erfahrungsaustausch Berliner Forsten

Intensiver Erfahrungsaustausch

Bei den Berliner Forsten besprachen Forstwirte Forstwirtschaftsmeister und Ausbilder gemeinsam mit den SVLFG-Forstexperten ausgesuchte Fälltechniken. Anschließend trainierten sie im Wald mit Schnittübungen die sichere Ausführung.

Vergrößerung des Bildes für Ein Waldarbeiter in vollständiger Arbeitskleidung kniet vor einem gefällten Baumstamm und referiert dazu vor vielen Waldarbeitern, ebenfalls in vollständiger Arbeitskleidung..
Praxisvorführung Schadholzfällung Wibbese

Praxisvorführung Schadholzfällung

In Wibbese (Niedersachsen) zeigten unsere Präventionsexperten vor rund 90 Teilnehmenden, wie die sichere Holzernte vor allem im Schadholz gelingt – unterstützt durch Kran, Forstseilwinde und funkferngesteuerten Fällkeil. 

Waldbestand und Technik wurden von Dr. Jörn Jakob sowie den Forstunternehmern Armin Retz und der ForSer GmbH bereitgestellt.

Vergrößerung des Bildes für Ein roter Traktor mit Überrollbügel steht im Wald..
Forstmaschinen verfügen in der Regel über umfassendere Schutzsysteme. Bei im Forst eingesetzten landwirtschaftlichen Traktoren besteht jedoch  Handlungsbedarf.

Normung

Schutzeinrichtungen an Forsttraktoren

Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, insbesondere landwirtschaftliche Traktoren, können nachträglich für forstwirtschaftliche Anwendungen umgebaut werden, um ihre Einsatzmöglichkeiten zu erweitern. Die sichere Nutzung von Traktoren im forstwirtschaftlichen Einsatz erfordert angesichts spezifischer Gefährdungen, wie umstürzende Bäume, eindringende Äste, herabfallendes Totholz sowie Fahrten in sehr unebenem und zerklüftetem Gelände, ein hohes Schutzniveau für die Bedienenden. 

Häufig werden landwirtschaftliche Zugmaschinen nachträglich für forstliche Anwendungen umgebaut, wodurch sich aufgrund unterschiedlicher rechtlicher Grundlagen (Traktorenverordnung und Maschinenrichtlinie) teils abweichende Sicherheitsstandards ergeben. Während Forstmaschinen in der Regel über umfassendere Schutzsysteme verfügen, besteht bei im Forst eingesetzten landwirtschaftlichen Traktoren noch Handlungsbedarf. 

Vor diesem Hintergrund hat der Arbeitsausschuss Forstmaschinen im DIN-Normenausschuss Kommunale Technik im Jahr 2025 die Erarbeitung einer neuen Norm für Schutzaufbauten an Traktoren im Forsteinsatz aufgenommen. Die Arbeiten erfolgen zunächst auf nationaler Ebene unter Leitung der KANGeschäftsstelle mit dem Ziel, eine europäische Norm zu etablieren. Wir bringen uns aktiv in diesen Normungsprozess ein, um praxisnahe Anforderungen aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz zu implementieren und so zu einer Verbesserung des Sicherheitsniveaus in der Forstarbeit beizutragen.

Auszubildende

Vergrößerung des Bildes für Ein Messestand der SVLFG auf dem sich viele Besucher und Besucherinnen informieren..
Junge Menschen informierten sich im Rahmen der Speed Learning Tour am Info-Stand über Arbeits- und Gesundheitsschutz im Gartenbau.

Frauen

Kinder

LKK-Versicherte

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