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Präventionsbericht 2025

In unserem Präventionsbericht sind die wichtigsten Kennzahlen und Aktivitäten der SVLFG des Jahres 2025 zu Prävention und Gesundheitsförderung übersichtlich zusammengefasst.

Vergrößerung des Bildes für Ein Forstarbeiter in vollständiger Arbeits- bzw. Schutzkleidung erklärt anderen Forstarbeitern ein Stockbild..

Entdecken Sie die Themen und Kennzahlen unseres Präventionsberichts direkt auf dieser Seite. Wer den gesamten Bericht lieber kompakt lesen möchte, kann ihn hier als PDF herunterladen.

Inhalts­verzeichnis

Sicher. Gesund. Leben.

Mit dem Präventionsbericht 2025 geben wir einen Einblick in unsere Arbeit als Verbundträger für mehr Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität in der Grünen Branche. Unser Ziel ist es, Menschen der grünen Berufe in ihrer Arbeits- und Lebenswelt ganzheitlich zu unterstützen – von der Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten bis hin zur Gesundheitsförderung und Stärkung der Gesundheitskompetenz.

Auch in 2025 zeigt sich, dass präventive Maßnahmen unumgänglich sind. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist erneut zurückgegangen. Gleichzeitig machen schwere und tödliche Unfälle sowie neue arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken deutlich, dass wir unsere Präventionsarbeit kontinuierlich weiterentwickeln müssen.

Die Arbeits- und Lebensbedingungen in der Grünen Branche unterliegen einem spürbaren Wandel. Veränderungen im Klima und in der demografischen Struktur, aber auch neue Gesundheitsrisiken stellen Betriebe und Versicherte vor weitere Herausforderungen. 

Mit unseren Beratungen zum Hitze- und UV-Schutz, dem Ausbau des Anwenderschutzes beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sowie wissenschaftlich begleiteten Projekten schaffen wir praxisnahe Lösungen für einen wirksamen Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Prävention bedeutet für uns weit mehr als sicheres Arbeiten. Mit Angeboten wie „Mit uns im Gleichgewicht“, der betrieblichen Gesundheitsförderung, Gesundheitsangeboten für LKK-Versicherte, zielgruppenspezifischen Programmen für Frauen, Saisonarbeitskräfte, Auszubildende, aber auch für Kinder in Kooperation mit AckerRacker begleiten wir die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen.

Persönliche Beratung in den Betrieben verbinden wir dabei immer mehr mit modernen digitalen Angeboten – von Online-Seminaren über Erklärfilme bis hin zu Social Media –, um Prävention verständlich, alltagsnah und für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.

Unser herzlicher Dank gilt allen Mitgliedern und Versicherten, den ehrenamtlich Engagierten in der Selbstverwaltung, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unseren Partnerinnen und Partnern. Gemeinsam gestalten wir Prävention ganzheitlich – für sichere Arbeit, mehr Gesundheit und eine lebenswerte Zukunft im ländlichen Raum.

Branchen­übergreifend

Vergrößerung des Bildes für Die Entwicklung der angezeigten, meldepflichtigen und tödlichen Unfälle in den Jahren 2021 bis 2025 wird graphisch dargestellt. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl der dargestellten Unfälle in 2025 gesunken. .
Fünf-Jahres-Entwicklung Arbeits- und Wegeunfälle

Fachausschüsse setzen Impulse

Im Jahr 2025 wurde die strategische Präventionsarbeit der Selbstverwaltung durch einen intensiven Austausch der vier Fachausschüsse weiter gestärkt. Einen besonderen Meilenstein stellte der erste gemeinsame Workshop im März dar. Ziel war es, aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen branchenübergreifend zu beleuchten sowie Impulse für die Weiterentwicklung der Präventionsstrategie zu erarbeiten. Im Mittelpunkt standen die Themen Auswirkungen des Klimawandels, seelische Gesundheit in der Grünen Branche, demografischer Wandel in den Betrieben sowie Möglichkeiten zur stärkeren Einbindung des Sicherheitstechnischen Dienstes.

Die Ergebnisse bestätigten in weiten Teilen die bisherigen Aktivitäten und lieferten zugleich neue konzeptionelle Ansätze. Hervorgehoben wurden insbesondere die Bedeutung zielgerichteter Öffentlichkeitsarbeit, die Nutzung digitaler Präventionsinformationen, eine stärkere Präsenz vor Ort sowie die Einbindung von Multiplikatoren.

„Ich bin dankbar für das enge Band, das in der SVLFG zwischen Ehren- und Hauptamt besteht. Ein gemeinsamer Workshop der Fachausschüsse hat der Verwaltung wichtige Impulse gegeben, unsere Präventionsangebote noch besser auf die Bedarfe der Menschen in der Grünen Branche anzupassen.“

Gerhard Sehnert, Geschäftsführer der SVLFG

Landwirtschaft

Im Umgang mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen entscheidet umsichtiges Verhalten über die Sicherheit. Wir unterstützen dies durch gezielte Präventionsarbeit mit praxisnahen Informationen.“

Jürgen Maurer, Mitglied des Vorstandes
Vergrößerung des Bildes für Diagramm, welches die Entwicklung der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Landwirtschaft in den letzten 5 Jahren darstellt. .
Entwicklung der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Landwirtschaft 2025

Unfallgeschehen

Im Jahr 2025 zeigt sich in allen Bereichen der Landwirtschaft ein rückläufiges Unfallgeschehen bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen.

Besonders deutlich ist der Rückgang in der Tierhaltung und im Pflanzenbau. Demgegenüber entwickelt sich die Zahl der tödlichen Unfälle uneinheitlich: Während in der Tierhaltung ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist, steigen die tödlichen Unfälle im Pflanzenbau sowie im allgemeinen Bereich an.

Insgesamt verdeutlichen die Zahlen, dass die Präventionsmaßnahmen wirken, gleichzeitig jedoch weiterhin besonderer Handlungsbedarf bei der Vermeidung schwerer und tödlicher Unfälle besteht.

Schwerpunkt Mehrachstraktoren

Wir präsentierten und vermittelten die Ergebnisse der Sonderuntersuchung zu Mehrachstraktoren sowie daraus abgeleitete Maßnahmen zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz. Im Austausch mit Vertretern der Landtechnikindustrie wurden die Untersuchungsergebnisse in mehreren Fachgesprächen diskutiert. Ziel war es, die Erkenntnisse für die Weiterentwicklung und Gestaltung zukünftiger Landmaschinen zu nutzen.

Parallel dazu initiierten wir Maßnahmen der Verhaltensprävention, um das sichere Auf-und Absteigen im Betriebsalltag zu fördern und das Unfallrisiko zu reduzieren.

Übergang EU-Maschinenverordnung

Ein Schwerpunkt im Berichtsjahr war der Übergang auf die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab 20. Januar 2027 die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ablösen wird. 

Die Arbeiten an einem EU-Leitfaden wurden aufgenommen, der die einheitliche Anwendung der Verordnung, die unmittelbar ohne nationale Umsetzung gilt, in allen EU-Mitgliedstaaten unterstützen soll. Unsere Präventionsexperten bringen sich in einer europäischen Arbeitsgruppe ein und erarbeiten Fachbeiträge zu Themen wie Anschnallen, Schutz vor Hochspannungsleitungen und autonomem Maschineneinsatz.

Kommunikation zur Verhaltensprävention

In 2025 wurden die Internetseite Sicheres Auf- und Absteigen sowie ein begleitender Präventionsfilm veröffentlicht.

Hintergrund ist das weiterhin hohe Unfallrisiko beim Ein- und Aussteigen bei Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Der Kurzfilm Sicheres Auf- und Absteigen – Kopf an statt Kopf voraus, zeigt praktisch, worauf es für sicheres Verhalten ankommt.

Ergänzend stellt die Internetseite anschauliche Informationen und Handlungsempfehlungen bereit. Beide Formate sind sowohl zur Wissensvermittlung als auch zur Unterweisung geeignet und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Unfallrisiken im Arbeitsalltag:

Flankierend wurde eine Social-Media-Kampagne zum sicheren Fahren mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen umgesetzt. Im Fokus stehen zentrale Verhaltensregeln wie das konsequente Anschnallen und das Prinzip Sehen und gesehen werden. 

Über kurze, zielgruppengerechte Beiträge werden praxisnahe Hinweise vermittelt und für typische Gefährdungssituationen sensibilisiert. Die Kampagne trägt dazu bei, insbesondere jüngere Zielgruppen zu erreichen und sicherheitsrelevantes Verhalten nachhaltig im Arbeitsalltag zu verankern.

TOP 10 der Unfallgegenstandsgruppen in der Branche Landwirtschaft in 2025

TOP 10 der Unfallgegenstandsgruppen in der Branche Landwirtschaft in 2025
UnfallgegenstandsgruppenAnzahl
Rinder4.103
Wege im Freien3.214
Wege in/an Gebäuden2.608
Traktoren1.799
Pferde1.787
Werkzeuge/Geräte ohne Fremdantrieb1.531
Leitern/Aufstiege1.036
Anhänger960
Bauliche Anlagen und Einrichtungen885
Stalleinrichtungen835

Sonderpreis für Sicherheit

Bei der Bundesentscheidung des Berufswettbewerbs der Deutschen Landjugend waren nicht nur Fachkenntnisse, Teamgeist und Praxiserfahrung gefragt – auch mit Wissen über Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz konnten die jungen Teilnehmenden punkten. Im Berichtsjahr hatten wir den Sicherheitspreis in allen Sparten ausgelobt. Die 98 Teilnehmenden mussten rund 20 Fragen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz beantworten, jeweils auf ihre Sparte zugeschnitten. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten Bluetooth-Kopfhörer mit geräuschunterdrückenden Lautsprechern, die unerwünschte Hintergrundgeräusche reduzieren.

Der alternierende Vorsitzende des Vorstandes der SVLFG Henner Braach überreichte diesen Sonderpreis.

„Mit dem Sonderpreis möchten wir junge Menschen dafür sensibilisieren, wie wichtig sicheres und gesundes Arbeiten im Berufsalltag ist und gleichzeitig ihre Leistungen anerkennen.“

Henner Braach, alternierender Vorsitzender der Vorstandes

Branchenlehrgang Landwirtschaft

Besondere Ausbildungsmodule bereiten unsere Aufsichtspersonen auf die spezifischen Anforderungen vor. Der Lehrgang Sichere Maschinen, 2025 wieder mit der DEULA Nienburg durchgeführt, überzeugte durch eine Kombination aus Theorie und Praxis. Im Branchenlehrgang Landwirtschaft standen unter anderem die Themen Pferdehaltung, Landmaschinen, Biogas sowie Weinbau im Fokus. Im Trainingscenter der Firma Claas in Harsewinkel setzten sich die zukünftigen Aufsichtspersonen mit den sicherheitsrelevanten Aspekten von Landmaschinen auseinander und vertieften ihr Praxiswissen.

Meldepflichtige Unfälle in 2025 in den Untergruppen innerhalb der Branche Landwirtschaft

Meldepflichtige Unfälle in 2025 in den Untergruppen innerhalb der Branche Landwirtschaft
ArbeitsgebieteAnzahl
Tierhaltung13.829
Allgemeine Arbeiten11.541
Pflanzenbau5.133

Tödliche Unfälle in 2025 in den Untergruppen innerhalb der Branche Landwirtschaft

Tödliche Unfälle in 2025 in den Untergruppen innerhalb der Branche Landwirtschaft
ArbeitsgebieteAnzahl
Pflanzenbau24
Tierhaltung17
Allgemeine Arbeiten17

Normung

Frontlader im Fokus

Am 30. April 2024 veröffentlichte die EU-Kommission einen Anwendungswarnvermerk zur Norm EN 12525 für Frontlader. Seither dient diese Norm nicht mehr uneingeschränkt als Nachweis zur Einhaltung grundlegender Sicherheitsanforderungen. 2025 brachten wir unsere Position als Unfallversicherungsträger in nationale und europäische Gremien ein. Parallel dazu wurde die Sicherheitsnorm weiterentwickelt und bis zum Schlussentwurf (prEN 12525) vorangetrieben.

Projekt Sichtfeld

Der Arbeitsentwurf für die Norm Sichtfeld selbstfahrender landwirtschaftlicher Maschinen wurde in enger Abstimmung mit Arbeitsschutzexperten aus Frankreich und der Schweiz erarbeitet und fachlich konsolidiert. Die Zusammenarbeit knüpft an einen bereits angenommenen Normungsantrag an, der Zielsetzung, Begründung und Anwendungsbereich verbindlich festlegt. Auf dieser Basis wird das Verfahren weitergeführt, um einen belastbaren Entwurf für eine internationale Norm (ISO-Standard) zu erarbeiten.

Unsere Untersuchung von Traktorunfällen zeigt, dass die Gesamtzahl der Unfälle sinkt, die Zahl der tödlichen Unfälle jedoch nicht. Besonders gefährdet sind sehr junge sowie ältere Fahrerinnen und Fahrer.“

Sebastian Dittmar, Branchenreferent Landwirtschaft
Vergrößerung des Bildes für Fünf Männer stehen auf einem Podium und schauen in die Kamera..
Steter Tropfen höhlt den Stein: Dank Sensibilisierung  geht die Zahl der       Unfälle in  der Landwirtschaft zurück, berichteten die Experten Christoph Falkensteiner, Thomas Frey, Sebastian Dittmar, Denis Litt und Martin Mair.

Agrialp: Unfallprävention stärken

Bild agrialp einfügen!

Wie sich Unfälle in der Landwirtschaft wirksam vermeiden lassen, diskutierten im November 2025 Präventionsexperten auf der Aktionsbühne der internationalen Landwirtschaftsmesse Agrialp in Bozen. Intensive Sensibilisierungsmaßnahmen haben zu einem spürbaren Rückgang der Unfallzahlen geführt. Gleichzeitig besteht weiterhin Handlungsbedarf. Sebastian Dittmar, Branchenreferent Landwirtschaft, betonte insbesondere die Bedeutung fundierter Unfallanalysen als Grundlage zielgerichteter Präventionsmaßnahmen. So konnte Dittmar zeigen, dass die Gesamtzahl der Unfälle sinkt, die Zahl der tödlichen Unfälle jedoch nicht. Besonders gefährdet sind sehr junge sowie ältere Fahrerinnen und Fahrer. Auffällig ist zudem der vergleichsweise hohe Anteil an Unfallverletzten ab 60 Jahren. Unfälle mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen ereignen sich häufig im Hofbereich und treten vor allem beim Absteigen sowie bei fehlender Nutzung von Sicherheitseinrichtungen auf.

Auf der Zielgerade − 3. GDA Periode

Im Berichtsjahr setzten wir unsere aktive Partnerschaft in der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) fort. 

Diese bundesweite Initiative wird getragen von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern. Sie verfolgt das Ziel, den Arbeitsschutz in Deutschland durch abgestimmte Maßnahmen und enge Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken. Im Fokus stehen die Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsprogramme in den Handlungsfeldern Muskel-Skelett-Belastungen, psychische Belastungen sowie der sichere Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen. In der fünfjährigen 3. GDA-Periode hat unser Außendienst das Ziel von über 10.000 Grunddatenbögen erreicht. Zudem entwickelten wir Ansätze im Hinblick auf das Experimentierjahr 2026 mit Schwerpunkt Absturzprävention.

Tierhaltung

Vergrößerung des Bildes für Diagramm, welches die Entwicklung der meldepflichtigen Unfälle in der Tierhaltung in den letzten 5 Jahren darstellt. .
Entwicklung der meldepflichtigen Unfälle in der Tierhaltung 2021 bis 2025

Sichere Tierhaltung schützt Mensch und Tier gleichermaßen. Oft reichen dafür einfache, praxisnahe Maßnahmen.“

Dr. Florian Heuser, stellvertretender Bereichsleiter Prävention

Aktivitäten Rinderhaltung

Im Jahr 2025 richtete sich die Präventionsarbeit weiterhin auf die Umsetzung der Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.1 Tierhaltung. Nach wie vor haben nicht alle Betriebe die Vorschrift vollständig umgesetzt. Dabei führen Selektion und Tierfixierung nicht nur zu einer Verringerung der Unfallgefahr aller beteiligten Personen, sondern reduzieren auch die Verletzungsgefahr bei den Tieren. Sicher fixierte Tiere sind weniger stressanfällig, sie zeigen daher ein geringeres Abwehrverhalten, ein entscheidender Faktor für mehr Sicherheit.

Zur weiteren Sensibilisierung für die Anforderungen der VSG 4.1 wurden in der Mitgliederzeitschrift Alles SVLFG zwei Fachbeiträge veröffentlicht: Viehtrieb mit oder ohne Wagen (Ausgabe 1/25) sowie Sicherheitsfangfressgitter gehört dazu (Ausgabe 3/25). Beide Beiträge stellen praxisnahe und wirtschaftlich umsetzbare Lösungen vor und verdeutlichen, dass wirksame Arbeitssicherheit nicht zwingend mit hohen Investitionen verbunden ist. Ergänzt wurde das Informationsangebot durch ein breites Spektrum an Vorträgen und Seminaren, sowohl in Präsenz als auch in digitalen Formaten, sowie an regionalen und überregionalen Messeauftritten.

Seminare Rinderhaltung

Seminare Rinderhaltung
Veranstaltungen, auch onlineTeilnehmende
97 Vorträge2.335 
123 Seminare2.310

Das Projekt Sichere Rinderhaltung zeigt eindrucksvoll, wie Forschung, Praxis und Prävention zusammenwirken können, um konkrete Maßnahmen für mehr Arbeitssicherheit in der Rinderhaltung umzusetzen.“

Jörg Eyermann, Mitglied des Vorstandes

Projekt "Sichere Rinderhaltung"

Das von der SVLFG geförderte Forschungsprojekt Sichere Rinderhaltung – Fokus Bullenbox, Abkalben und Verbringen von Rindern verfolgt das Ziel, Gefährdungen im Umgang mit Rindern zu reduzieren und die Arbeitssicherheit in rinderhaltenden Betrieben zu verbessern.

Das Projekt wurde von Dezember 2023 bis September 2025 gemeinsam von der Hochschule Weihenstephan Triesdorf, der Ludwig Maximilians Universität München und dem Tiergesundheitsdienst Bayern durchgeführt.

In einem Projektbetrieb wurde eine automatisierte, herdennahe Deckbullenbox in Verbindung mit einem automatischen Melksystem umgesetzt und im Oktober 2025 in Betrieb genommen. Die ersten Praxiserfahrungen lieferten wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Systems, insbesondere bei der Tierselektion und der Brunsterkennung.

Parallel dazu wurden in zwölf Praxisbetrieben typische Gefährdungssituationen beim Umgang mit Rindern analysiert. Auf dieser Grundlage konnten gemeinsam mit den Betrieben praxisnahe Lösungsansätze entwickelt und teilweise bereits umgesetzt werden. Dazu zählen unter anderem die Installation von Hubschranken, der Einbau von Fressfanggittern mit Personenschlupf sowie der Einsatz sogenannter Bud-Box-Systeme.

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Tierhaltung in 2025 Tierkontakt bleibt zentrales Unfallrisiko!

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Tierhaltung in 2025Tierkontakt bleibt zentrales Unfallrisiko!
UnfallgegenständeUnfallzahlen
Rinder4.082
Wege in/an Gebäuden1.878
Pferde1.771
Wege im Freien833
Stalleinrichtungen793

Tödliche Unfälle in der Branche Tierhaltung in 2025

Tödliche Unfälle in der Branche Tierhaltung in 2025
UnfallgegenständeUnfallzahlen
Rinder8
Motorfahrzeuge3
Bauliche Anlagen/ Einrichtungen2
Handgezogene Fahrzeuge1
Leitern/ Aufstiege1
Wege im Freien1
Wege in/ an Gebäuden1

Sicherheit im Pferdebetrieb ist kein Zufall. Sie entsteht durch Wissen, Erfahrung und konsequente Umsetzung im Alltag.“

Alexandra Schneider, alternierende Vorsitzende der Vertreterversammlung

Aktivitäten Pferdehaltung

Die Präventionsarbeit in der Pferdehaltung zielte auch im Berichtsjahr darauf ab, Unfallrisiken im Umgang mit Pferden zu reduzieren und das Sicherheitsbewusstsein in den Betrieben zu stärken. Ein besonderer Fokus lag auf dem besseren Verständnis des Tierverhaltens als Grundlage für sicheres Arbeiten.

Ein zentrales Angebot war das Seminar "Sicher und gesund in der Pferdehaltung" am 13. und 14. Mai 2025 in Raesfeld/Nordrhein-Westfalen. Die Teilnehmenden setzten sich unter Anleitung der Präventionsmitarbeiter Britta Schumacher und Stefan Hoffrogge intensiv mit dem Sozialverhalten und der Sinneswahrnehmung von Pferden auseinander. Hintergrund ist, dass Pferde aus menschlicher Sicht häufig unerwartet reagieren und dadurch ein erhöhtes Unfallrisiko besteht. Nach der theoretischen Einführung stand am zweiten Tag die Praxis im Mittelpunkt. Auf einem Pferdebetrieb konnten Alltagssituationen mithilfe einer VR-Brille aus Sicht der Tiere erlebt werden. Alle Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, diese Perspektive selbst zu erfahren. Dabei wurden Situationen beim Transport, in der Reithalle und auf der Weide simuliert. Unterschiede in der Wahrnehmung, etwa beim Sehen, bei Lichtwechseln oder im räumlichen Erfassen, wurden so unmittelbar erfahrbar. Die gewonnenen Eindrücke führten zu intensivem Austausch und lieferten konkrete Ansätze für Verbesserungen im Betrieb.

Darüber hinaus wurde die Präventionsarbeit gezielt in die Aus- und Weiterbildung integriert. An der Deutschen Reitschule in Warendorf ist das Thema Arbeitsschutz mittlerweile fester Bestandteil der Meisterausbildung. Eine Prüfungsaufgabe im Fachteil 1 wird von uns gestellt und behandelt die betriebliche Gefährdungsbeurteilung. Im Rahmen einer Sicherheitsbeauftragten- und Unternehmermodellschulung wurde angehenden Pferdewirtschaftsmeistern praxisnah vermittelt, wie Arbeitsschutz im Betrieb organisiert und umgesetzt wird. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Erstellung betrieblicher Gefährdungsbeurteilungen. Die Teilnehmenden setzten sich dabei intensiv mit typischen Risiken auseinander: von der Stallarbeit über den Umgang mit Pferden bis hin zu betrieblichen Abläufen. Bei der ergänzenden Betriebsbegehung des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts Warendorf konnten konkrete Risiken analysiert und Lösungen erarbeitet werden. Mit dieser Schulung erwerben die Teilnehmenden die Qualifikation zur sicherheitstechnischen Betreuung ihrer Betriebe.

Die Maßnahmen verdeutlichen: Sicherheit und Gesundheitsschutz sind zentrale Bausteine einer modernen Pferdehaltung und werden zunehmend systematisch in Praxis und Ausbildung verankert. 

Flyer zu PSA im Pferdesport entwickelt

Der Präventionsflyer F50 "PSA im Pferdesport" informiert kompakt über geeignete Persönliche Schutzausrüstung beim Reiten, Fahren und im täglichen Umgang mit Pferden. Ziel ist es, das Bewusstsein für geeignete Schutzmaßnahmen zu stärken und deren Anwendung im Arbeitsalltag zu fördern.

Gartenbau

Die rückläufigen Unfallzahlen im Gartenbau zeigen die Wirkung gezielter Prävention. Gleichzeitig machen schwere Ereignisse bei Baumarbeiten und im Umgang mit Maschinen deutlich, dass diese Risiken konsequent adressiert werden müssen.“

Jörg Schwarz, Branchenreferent Gartenbau
Vergrößerung des Bildes für Diagramm, welches die Entwicklung der meldepflichtigen Unfälle im Gartenbau in den letzten 5 Jahren darstellt. .
Entwicklung der meldepflichtigen Unfälle im Gartenbau 2021 bis 2025

Unfallgeschehen

Das Unfallgeschehen im Gartenbau hat sich erneut positiv entwickelt. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle konnte gegenüber dem Vorjahr leicht gesenkt werden. Gleichzeitig ist bei den tödlichen Arbeitsunfällen eine gegenläufige Entwicklung zu verzeichnen. Dies verdeutlicht, dass trotz insgesamt rückläufiger Unfallzahlen weiterhin erhebliche Risiken bestehen. Die konsequente Weiterentwicklung der Präventionsarbeit im Gartenbau bleibt daher eine zentrale Aufgabe.

Analyse der Schwerpunkte

Grundlage für eine wirksame Prävention ist die systematische Analyse des Unfallgeschehens. Sie ermöglicht es, Unfallschwerpunkte zu identifizieren und daraus zielgerichtete Maßnahmen abzuleiten. Sie liefert auch wichtige Impulse für unser Prämiensystem, das Investitionen in innovative und sichere Technologien gezielt fördert. Bei den Unfallbereichen entfielen die meisten meldepflichtigen Arbeitsunfälle weiterhin auf Garten- und Landschaftsbaustellen, obwohl die Zahl hier gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent zurückging. Deutliche Zunahmen zeigten sich insbesondere auf dem Weg zu oder von der Arbeitsstelle, bei allgemeinen Transportarbeiten sowie bei Stein- und Pflasterarbeiten. Rückläufig entwickelten sich dagegen unter anderem die Unfallzahlen in der Grünflächenpflege, bei sonstigen allgemeinen Arbeiten sowie bei Strauch- und Heckenschnittarbeiten. Bei der Auswertung nach Tätigkeit verzeichnet das Handhaben von Werkzeugen und Geräten mit 3.581 Unfällen den stärksten Anstieg.

Präventionsansätze gegen schwere Unfälle

Besonders schwere Unfallfolgen treten vor allem bei Baumfäll- und Entastungsarbeiten sowie im Zusammenhang mit Transport- und Wegeunfällen auf. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Unfällen mit mobilen Arbeitsmitteln. Häufige Ursachen sind eingeschränkte Sichtverhältnisse (tote Winkel). In nahezu der Hälfte der Fälle waren Erdbaumaschinen beteiligt, daneben Traktoren, Transportfahrzeuge und Gabelstapler. Moderne Kamera-Monitor-Systeme, zunehmend auch mit KI gestützter Personenerkennung, bieten hier wirksame Unterstützung. Die gezielte Förderung solcher Systeme hat sich als geeignete Maßnahme zur Unfallvermeidung erwiesen. Schwere Unfälle entstehen beim Einsatz von Hubarbeitsbühnen zudem durch den sogenannten Katapult-Effekt, etwa bei Fahrbahnunebenheiten, beim Lösen verhakter Arbeitsbühnen oder bei Kollisionen. Zur Reduzierung dieses Risikos fördern wir geeignete Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz in Kombination mit speziell angepassten Höhensicherungsgeräten. 

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Gartenbau in 2025

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Gartenbau in 2025
ArbeitsgebieteUnfallzahlen

Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten

10.573

Allgemeine Arbeiten4.314

Unterhaltungsarbeiten an Maschinen

1.135
Feld-/Kulturarbeiten875
Bauarbeiten436

Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor

Wir beteiligten uns am Weihenstephaner Hochschulforum 2025 zum Thema "Effektives Management im Gartenbau". Ein besonderer Impuls ging vom Vortrag von Nicola Haldenwang aus, Präventionsmitarbeiterin der SVLFG, die unter dem Titel "Durch Unternehmenskultur zum Unternehmenserfolg" die Bedeutung werteorientierter Führung und gelebter Prävention hervorhob. Die große Resonanz und die intensive Diskussion mit den Teilnehmenden verdeutlichten das hohe Interesse am Thema. Der Austausch eröffnete neue Perspektiven für die praktische Umsetzung in den Betrieben und zeigte deutlich, dass eine starke Präventionskultur maßgeblich zur langfristigen Stabilität und zum wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen im Gartenbau beitragen kann.

Normung

Mehr Sicherheit bei Aufsitz-Rasenmähern

Bei Aufsitz-Rasenmähern ereignen sich schwere Unfälle, insbesondere beim Mähen an Hängen. Ursache ist, dass die zulässige Hangneigung überschritten wird und Maschinen bei Unebenheiten kippen oder sich überschlagen. Problematisch ist zudem, dass viele Maschinen weder über eine Neigungsanzeige noch – bei Maschinen unter 400 kg – über Überrollschutzsysteme oder Sitzgurte verfügen. Wir haben diese Sicherheitsdefizite im Rahmen ihrer Normungsarbeit wiederholt thematisiert und gegenüber Herstellern auf Handlungsbedarf hingewiesen. 

Nachdem Frankreich bei der EU-Kommission einen formellen Einwand gegen Teile der Norm EN ISO 5395-3 Aufsitz-Rasenmäher eingereicht hat, unterstützen wir insbesondere die Forderungen nach Schutzmaßnahmen gegen Stabilitätsverlust sowie Warnvorrichtungen bei starker Neigung. 

Präsenz zeigen - Prävention vermitteln

Wir beteiligten uns an zahlreichen regionalen und überregionalen Fachmessen der Grünen Branche, darunter die Fachausstellung Friedhofstechnik in Essen sowie die Floriga in Leipzig. Mit Infoständen und persönlicher Beratung durch den Präventionsaußendienst wurde das Fachpublikum angesprochen, um die Verbundenheit mit dem Berufsstand zu unterstreichen und zentrale Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sichtbar zu machen. 

Schwerpunkte lagen auf Hitze- und UV-Schutz, gesunder Ernährung sowie Infektionsrisiken, etwa durch Zeckenstiche. Insbesondere die langjährige Präsenz auf der Floriga unterstreicht die kontinuierliche Branchenverankerung. Die hohe Zahl an Gesprächen zeigt: Der direkte Austausch vor Ort bleibt ein wichtiger Baustein erfolgreicher Präventionsarbeit.

Gebäudebegrünung gewinnt angesichts des Klimawandels im urbanen Raum stark an Bedeutung. Qualifizierung und Prävention müssen dabei Hand in Hand gehen, um nachhaltiges und sicheres Arbeiten gleichermaßen zu gewährleisten

Herbert Hüsgen, Mitglied des Vorstandes

Weiterbildungsprojekt Zugabe

2025 haben wir das Sozialpartnerprojekt "Zugabe – Zukunftsaufgabe Gebäudebegrünung" aktiv unterstützt.

Ziel war es, zertifizierte Weiterbildungsangebote für die drei Zukunftsthemen Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung zu entwickeln. Im Rahmen der zweiwöchigen Fortbildung übernahmen unsere Präventionsmitarbeitenden den Themenbereich Arbeits- und Gesundheitsschutz und vermittelten diesen praxisnah durch Fachvorträge, Austauschformate und Übungen. Gemeinsam mit Partnern aus Bildung und Forschung konnten erstmals drei Qualifizierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Damit wurde ein wichtiger Impuls für die Verbindung von nachhaltiger Bauweise und sicherem Arbeiten gesetzt.

Vergrößerung des Bildes für Sechs Männer stehen jeweils zu zweit auf einem Podest bei einer Sieherehrung mit Urkunden in der Hand.
Zur Siegerehrung nach dem Berufswettkampf gab es von der SVLFG Taschen mit Sonnen- und Hitzeschutzprodukten.

Nachwuchs für Arbeitsschutz sensibilisieren

Wir unterstützten auch 2025 zahlreiche regionale und überregionale Berufswettbewerbe im Gartenbau und richteten uns dabei an Auszubildende aller Sparten. Ziel war es, Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes praxisnah zu vermitteln und frühzeitig im Berufsalltag zu verankern. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf UV- und Hitzeschutz, ein zentrales Risiko im Gartenbau. Mit einem Informationsstand sowie persönlicher Beratung durch den Präventionsaußendienst wurden die Teilnehmenden sensibilisiert und zum Mitmachen motiviert. Ergänzend erhielten sie passende Motivationsprodukte. So konnten wir als Berufsgenossenschaft unsere Rolle als kompetente Partnerin stärken.

Forst

Vergrößerung des Bildes für Diagramm, welches die Entwicklung der meldepflichtigen Unfälle im Forst in den letzten 5 Jahren darstellt. .
Entwicklung der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Forst

Die Unfallzahlen im forstlichen Versichertenbereich sind im Vorjahresvergleich deutlich rückläufig. Es ist erfreulich, dass die enge Zusammenarbeit mit den Versicherten durch die Prävention Wirkung zeigt. Wir werden die gute Präventionsarbeit mit weiteren Angeboten fortsetzen und ausbauen."

Stephan Neumann, alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung

Das höchste Unfallrisiko liegt weiterhin bei motormanuellen Tätigkeiten.

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Forst in 2025

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Forst in 2025
ArbeitsgebieteUnfallzahlen
Wald- und Forstarbeiten3.523
Unterhaltungsarbeiten an Maschinen274
Arbeiten im Haushalt und Hausgarten268
Allgemeine Arbeiten195
Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten87

Tödliche Unfälle in der Branche Forst in 2025

Tödliche Unfälle in der Branche Forst in 2025
ArbeitsgebieteUnfallzahlen
Wald- und Forstarbeiten20
Unterhaltungsarbeiten an Maschinen2
Allgemeine Arbeiten1
Arbeiten im Haushalt und Hausgarten1

Mit der Mehrsprachigkeit von Stockfibel to go reagieren wir auf die Praxis: Die App unterstützt nicht nur die fachliche Qualität der Motorsägenarbeit, sondern trägt auch dazu bei, Ausbildungsinhalte sprachübergreifend verständlich zu vermitteln.“

Klaus Klugmann, Branchenreferent Forst und Jagd
Vergrößerung des Bildes für Baumrinde auf einem Handy Display zu sehen. Drunter steht "Ergebnis". Es ist ein Abbild der Stockfibel App..

App jetzt mehrsprachig

Die App "Stockfibel to go" wurde im Berichtsjahr weiterentwickelt und ist nun in sieben Sprachen verfügbar. Anlass für die Erweiterung waren wiederkehrende Nachfragen sowohl aus dem europäischen Ausland als auch aus Deutschland. Mit dem Update wird der zunehmenden Internationalität der im Forst tätigen Beschäftigten Rechnung getragen.

Die App ermöglicht es, direkt am Wurzelstock eines mit der Motorsäge gefällten Baumes die fachgerechte Arbeitsausführung einfach und praxisnah zu überprüfen. Insbesondere in der Aus- und Weiterbildung hat sich "Stockfibel to go" als wertvolles Hilfsmittel bewährt. Die klare Darstellung der Fachinhalte zu den einzelnen Stockkriterien macht die App zu einem effektiven Instrument zur Qualitätskontrolle und Wissensvermittlung im forstlichen Arbeitsalltag. Mit inzwischen deutlich über 10.000 Downloads unterstreicht die App ihre hohe Akzeptanz und Relevanz in der Praxis. Neben Deutsch stehen die Sprachen Englisch, Französisch, Polnisch, Rumänisch, Slowakisch, Spanisch und Tschechisch zur Verfügung. Damit leistet "Stockfibel to go" einen wichtigen Beitrag zur Arbeitssicherheit, zur Qualitätssicherung und zur Verständigung in international zusammengesetzten Arbeitsteams im Forstbereich.

Arbeitsschutz in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen stärken

Für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse haben wir eine Fachinformation zum Arbeitsschutz erarbeitet. 

Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse (FWZ) ermöglichen Waldbesitzenden eine gemeinsam organisierte Waldbewirtschaftung. Je nach Beschäftigungsverhältnis ergeben sich dabei zwei grundlegende Konstellationen mit unterschiedlichen arbeitsschutzrechtlichen Pflichten und Verantwortungsbereichen. Unsere Unfallanalysen haben gezeigt, dass Verantwortlichkeiten und organisatorische Aufgaben in der Praxis teilweise nicht ausreichend bekannt sind oder nicht klar gehandhabt werden.

Mit der Fachinformation schaffen wir Transparenz zu Fürsorgepflichten und Zuständigkeiten innerhalb der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse. Wir geben den Verantwortlichen eine klare rechtliche Orientierung und unterstützen sie dabei, ihre Organisationsstrukturen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. So tragen wir aktiv dazu bei, den Arbeitsschutz im jeweiligen Zuständigkeitsbereich wirksam zu stärken.

Forstprävention zum Anfassen

Prävention wirkt am besten, wenn sie erlebbar ist. 

Ob Praxisvorführung, Erfahrungsaustausch oder Fachtag – wir begleiteten unsere Versicherten auch im Jahr 2025 mit Fachwissen, Dialog und konkreten Lösungen direkt vor Ort im Wald. Die Unfallzahlen verdeutlichen, wie zentral Arbeitssicherheit für alle Waldbesitzenden und forstlichen Dienstleister ist. Deshalb begleiten wir unsere Versicherten nicht nur im Rahmen unserer bewährten Präventionsarbeit, sondern auch bei zahlreichen Praxisveranstaltungen im Wald, wie die folgenden Beispiele zeigen. 

Ob bei Waldbesitzertagen, Sicherheitstagen, Praxisvorführungen oder Weiterbildungen – der persönliche Austausch auf Augenhöhe und die praxisnahe Expertise unserer Präventionsfachleute werden von den Teilnehmenden geschätzt und tragen aktiv zu mehr Sicherheit im Arbeitsalltag bei.

Vergrößerung des Bildes für Mehrere Personen stehen im Wald beisammen. Einer hält ein Papier in der Hand und liest vor. Im Vordergrund ein Freischneidegerät, welches zur Hälfte in einem durchsichtigen Kasten steckt..
Präventionstag der Arenberg Meppen GmbH im Emsland

Gesund arbeiten im Wald

Beim Präventionstag der Arenberg Meppen GmbH im Emsland zeigten wir erschütterungsarme Fälltechniken, Maßnahmen zur Minderung von Vibrationen am Freischneider sowie Risiken für Stolper- und Sturzunfälle. Zudem gaben wir Tipps zu gesunder Ernährung bei der Arbeit für rund 35 Mitarbeitende.

Vergrößerung des Bildes für Vier Personen stehen im Wald vor Plakaten der SVLFG. Eine Person erklärt etwas..
Fachtag für Waldeigentum und Forstbetriebe im Schwarzwald

Praxis trifft Prävention

Beim Fachtag für Waldeigentum und Forstbetriebe im Schwarzwald berieten unsere Präventionsexperten rund 500 Teilnehmende zu Schadholz, Zeckenschutz und funkferngesteuerten Fällkeilen. Zahlreiche Gespräche zeigten, wie praxisnahe Tipps, innovative Technik und die Förderung über Präventionsanreize der SVLFG die Sicherheit im Wald erhöhen.

Vergrößerung des Bildes für Mehrere Waldarbeiter in vollständiger Arbeitskleidung stehen beisammen im Wald, ein Waldarbeiter referiert..
Erfahrungsaustausch Berliner Forsten

Intensiver Erfahrungsaustausch

Bei den Berliner Forsten besprachen Forstwirte Forstwirtschaftsmeister und Ausbilder gemeinsam mit den SVLFG-Forstexperten ausgesuchte Fälltechniken. Anschließend trainierten sie im Wald mit Schnittübungen die sichere Ausführung.

Vergrößerung des Bildes für Ein Waldarbeiter in vollständiger Arbeitskleidung kniet vor einem gefällten Baumstamm und referiert dazu vor vielen Waldarbeitern, ebenfalls in vollständiger Arbeitskleidung..
Praxisvorführung Schadholzfällung Wibbese

Praxisvorführung Schadholzfällung

In Wibbese (Niedersachsen) zeigten unsere Präventionsexperten vor rund 90 Teilnehmenden, wie die sichere Holzernte vor allem im Schadholz gelingt – unterstützt durch Kran, Forstseilwinde und funkferngesteuerten Fällkeil. 

Waldbestand und Technik wurden von Dr. Jörn Jakob sowie den Forstunternehmern Armin Retz und der ForSer GmbH bereitgestellt.

Vergrößerung des Bildes für Ein roter Traktor mit Überrollbügel steht im Wald..
Forstmaschinen verfügen in der Regel über umfassendere Schutzsysteme. Bei im Forst eingesetzten landwirtschaftlichen Traktoren besteht jedoch  Handlungsbedarf.

Normung

Schutzeinrichtungen an Forsttraktoren

Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, insbesondere landwirtschaftliche Traktoren, können nachträglich für forstwirtschaftliche Anwendungen umgebaut werden, um ihre Einsatzmöglichkeiten zu erweitern. Die sichere Nutzung von Traktoren im forstwirtschaftlichen Einsatz erfordert angesichts spezifischer Gefährdungen, wie umstürzende Bäume, eindringende Äste, herabfallendes Totholz sowie Fahrten in sehr unebenem und zerklüftetem Gelände, ein hohes Schutzniveau für die Bedienenden. 

Häufig werden landwirtschaftliche Zugmaschinen nachträglich für forstliche Anwendungen umgebaut, wodurch sich aufgrund unterschiedlicher rechtlicher Grundlagen (Traktorenverordnung und Maschinenrichtlinie) teils abweichende Sicherheitsstandards ergeben. Während Forstmaschinen in der Regel über umfassendere Schutzsysteme verfügen, besteht bei im Forst eingesetzten landwirtschaftlichen Traktoren noch Handlungsbedarf. 

Vor diesem Hintergrund hat der Arbeitsausschuss Forstmaschinen im DIN-Normenausschuss Kommunale Technik im Jahr 2025 die Erarbeitung einer neuen Norm für Schutzaufbauten an Traktoren im Forsteinsatz aufgenommen. Die Arbeiten erfolgen zunächst auf nationaler Ebene unter Leitung der KANGeschäftsstelle mit dem Ziel, eine europäische Norm zu etablieren. Wir bringen uns aktiv in diesen Normungsprozess ein, um praxisnahe Anforderungen aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz zu implementieren und so zu einer Verbesserung des Sicherheitsniveaus in der Forstarbeit beizutragen.

Jagd

Vergrößerung des Bildes für Diagramm, welches die Entwicklung der meldepflichtigen Unfälle in der Jagd in den letzten 5 Jahren darstellt. .
Entwicklung der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Jagd 2021 bis 2025

Unfallgeschehen

Sturzereignisse führen das Unfallgeschehen bei der Jagd an.

Im Jahr 2025 blieb das Unfallgeschehen in der Branche Jagd insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres: Mit 460 meldepflichtigen Arbeitsunfällen lag der Wert etwas höher als im Vorjahr mit 449 Unfällen. Positiv hervorzuheben ist, dass kein tödlicher Arbeitsunfall zu verzeichnen war. Das Arbeitsgebiet Jagd, Hege, Wildfütterung weist weiterhin die meisten Unfälle auf. Schwerpunkte bilden dabei insbesondere Stolper- und Sturzunfälle auf Wegen sowie Unfälle an jagdbaulichen Anlagen. Leiterunfälle verzeichnen den größten Zuwachs. Die Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit, bestehende Präventionsmaßnahmen gezielt weiterzuführen und insbesondere in den genannten Risikobereichen zu intensivieren.

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Jagd in 2025

TOP 5 der meldepflichtigen Unfälle in der Branche Jagd in 2025
ArbeitsgebieteUnfallzahlen
Jagd, Hege, Wildfütterung228
jagdliche Tätigkeiten139
Unterhaltungsarbeiten an Betriebseinrichtungen20
Wald- und Forstarbeiten13
Kultur- und Pflegearbeiten12
UnfallgegenständeUnfallzahlen
natürlicher Boden, Acker-, Wiesen-, Waldboden102
Hochsitz73
Jagdmesser und andere Messer62
Wildtiere, wie Reh, Hase, Fuchs20
Anlegeleiter17

Präventionskommunikation

Unter Bezug auf das Unfallgeschehen des Vorjahres stellten wir Unfälle im Zusammenhang mit Hochsitzen in den Mittelpunkt unserer Pressearbeit.

Abstürze ereignen sich besonders häufig beim Auf- und Absteigen sowie beim Bau und bei Reparaturarbeiten an jagdlichen Einrichtungen. Durch regelmäßige Prüfungen lassen sich Absturz- und Durchtrittsrisiken deutlich reduzieren. Die Unfallverhütungsvorschrift VSG 4.4 Jagd verpflichtet dazu, Hochsitze vor jeder Benutzung zu kontrollieren und mindestens einmal jährlich einer Sicht- und Funktionsprüfung zu unterziehen.

Auf unserer Internetseite zum sicheren Jagdwesen bündeln wir alle relevanten Informationen zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz für Jägerinnen und Jäger. Wir stellen nicht nur die Vorschriften dar, sondern geben praxisnahe Hinweise, die helfen, Risiken zu minimieren und die Sicherheit sowie die Gesundheit aller Beteiligten zu stärken. 

Eine klare Sicherheitseinweisung wie die Jagdansprache und strukturierte Abläufe sind der Schlüssel, um Risiken bei Erntejagden wirksam zu minimieren. Deshalb bieten wir Seminare für Jagdleitende an.“

Philipp Victor Russell, alternierender Vorsitzender des Fachausschusses Forstwirtschaft und Jagd

Jagdleitende im Fokus

Für den Arbeitsschutz bei Gesellschaftsjagden kommt den Jagdleiterinnen und Jagdleitern eine zentrale Verantwortung zu. Deshalb haben wir gezielt Seminare für Jagdleiterinnen und Jagdleiter entwickelt und diese in Niedersachsen gemeinsam mit der Landesjägerschaft Niedersachsen am Jägerlehrhof Jagdschloss Springe pilotiert. In den Veranstaltungen vermitteln wir Schwerpunkte im Unfallgeschehen bei Gesellschaftsjagden und konkretisieren die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Jagdleitung im Arbeitsschutz.

Einen Fokus legt unser Seminarreferent Jürgen Meyer auf die sicherheitsrelevante Jagdansprache als zentrales Instrument der Unfallprävention. Ergänzend stellen wir Checklisten im Internet zum Download bereit, um die Inhalte nachhaltig verfügbar zu machen.

Unsere Jagdexpertinnen und -experten stehen mit praxisnahen Angeboten bereit, etwa für Vorträge auf Hegeringveranstaltungen, die Begleitung der Berufsjägerausbildung sowie die Mitwirkung in der Qualifizierung von Wildtierhütenden, beispielsweise in Baden-Württemberg.

Die Angebote wurden im Jahr 2025 verstärkt nachgefragt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund schwerer Unfälle im nichtversicherten Bereich.

Kurzvideos zur sicheren Jagd

In 2025 produzierten wir drei Kurzvideos im Rahmen einer Influencer-Kampagne, darunter zum Thema "Das muss ein Jagdleiter beachten!" Diese vermitteln sicherheitsrelevante Inhalte kompakt und zielgruppengerecht, insbesondere für jüngere Jägerinnen und Jäger. Im Dezember wurden sie über Instagram als YouTube Shorts veröffentlicht. Ziel war es, Präventionsthemen in der Jagd aufmerksamkeitsstark und niedrigschwellig zu platzieren.

Saisonarbeits­kräfte

Kontinuität schafft Vertrauen

2025 führten wir die Kampagne Präventionsmaßnahmen für Saisonarbeitskräfte fort und berücksichtigten dabei die Evaluationsergebnisse des PECO Institut e. V. aus dem Jahr 2024.

Die Rückmeldungen zeigen deutlich: Unsere rund um die Uhr verfügbaren, multisprachlichen Informationsangebote auf Instagram, Facebook, YouTube sowie in der Web-App werden von den Saisonarbeitskräften sehr geschätzt. Ein besonderer Meilenstein war der vollständige Relaunch unserer Web-App – dem ältesten digitalen Informationsprodukt für Saisonarbeitskräfte. Nun stehen alle Inhalte in modernisierter Struktur und verbesserter Nutzerführung bereit.

„Für Saisonarbeitskräfte (SAK) ist die SVLFG ein verlässlicher Partner. Durch unsere digitalen Angebote stellen wir Informationen zur Prävention jederzeit und ortsunabhängig bereit – ein Service, der durch zahlreiche positive Rückmeldungen deutlich wertgeschätzt wird.“

Reinhold Watzele, Leiter des Kompetenzzentrums Arbeit und Gesundheit

Gesundheitstage erreichen so viele wie nie

Im persönlichen Kontakt wurde das Angebot weiter ausgebaut: 

Gesundheitstage bleiben neben den Betriebsbesuchen das am stärksten nachgefragte Präsenzformat und konnten erneut gesteigert werden. Ergänzend wurde der Einsatz der Informationsterminals deutlich erweitert. 

Die drei interaktiven Großbildschirme stellen die Inhalte der Web-App in den verschiedenen Sprachen der Saisonarbeitskräfte bereit und ermöglichen eine intuitive Nutzung per Gesten- und Sprachsteuerung. Sie wurden temporär in Aufenthaltsbereichen größerer Betriebe installiert und anschließend im Rahmen einer Roadshow weiter eingesetzt.

Die kontinuierliche Bereitstellung verlässlicher Informationen ist für diese Zielgruppe von zentraler Bedeutung. Sie stärkt Vertrauen und Akzeptanz und zeigt sich in steigenden Nutzungszahlen. Diese Entwicklung bestärkt uns darin, die Präventionsangebote konsequent weiterzuentwickeln.

Aktivitäten für SAK

  • 41 Gesundheitstage mit 3.290 Teilnehmenden
  • 898 Betriebsbesuche mit Vor-Ort-Beratungen
  • 3 interaktive Infoterminals auf Betrieben im Einsatz
  • 36.000 Besuche auf unserer WebApp www.agriwork-germany.de

Social Media

  • Kanäle auf Instagram und Facebook in Rumänisch und Polnisch
    Exklusive zielgruppenspezifische Ansprache, Ø 29.000 erreichte Personen pro Beitrag
  • Gewinnspiel im Oktober zur Steigerung Zugriffszahlen
  • Videoproduktion (Reels) auf drei Betrieben mit Saisonarbeitskräften

Auszubildende

Vergrößerung des Bildes für Ein Messestand der SVLFG auf dem sich viele Besucher und Besucherinnen informieren..
Junge Menschen informierten sich im Rahmen der Speed Learning Tour am Info-Stand über Arbeits- und Gesundheitsschutz im Gartenbau.

Das Lern- und Informationsverhalten von Jugendlichen und Auszubildenden hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert.

Diese Entwicklung ist nicht zufällig, sondern Ergebnis einer veränderten Lebenswelt: digital, visuell geprägt, jederzeit vernetzt. Für die Präventionsarbeit in den grünen Berufen stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie können Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Gesundheitsförderung unter diesen Bedingungen wirksam vermittelt werden?

Auszubildende wachsen heute in einer Umgebung auf, in der Wissen jederzeit verfügbar ist. Lernen erfolgt mobil, häufig situativ und in kurzen, klar strukturierten Einheiten. Inhalte werden selbst gesteuert ausgewählt, unmittelbares Feedback wird erwartet. Gleichzeitig ist Lernen stark erfahrungsbasiert. Was nicht praktisch erlebt oder emotional verankert wird, bleibt selten nachhaltig bestehen.

Diese Entwicklung trifft auf eine Ausbildungsrealität, die in der Grünen Branche traditionell handlungsorientiert ist. Landwirtschaft, Gartenbau oder Forstwirtschaft sind geprägt von körperlicher Arbeit, direkter Erfahrung und Lernen am konkreten Tun. Prävention wird hier weniger über abstrakte Regelwerke verstanden, sondern über Vorbilder, Routinen und unmittelbare Konsequenzen von Fehlverhalten. 

Verhaltensänderungen entstehen vor allem durch eigenes Erleben: durch Ausprobieren, Fehler machen, Sicherheit aufbauen und Identifikation mit dem eigenen Handeln.

„Wir verstehen Prävention als festen Bestandteil moderner Ausbildung. Digitale Lernangebote, erlebnisorientierte Formate und Multiplikatoren in den Bildungsstätten ergänzen sich dabei zu einem nachhaltigen Gesamtkonzept.“

Nicole Wichmann, stellv. Abschnittsleiterin Gesunde Arbeit

AktivBits stärken selbstgesteuertes Lernen

Genau an dieser Schnittstelle entstehen Herausforderungen. Klassische Unterweisungsformate erreichen viele junge Menschen nur noch begrenzt. Sie passen weder zur Erwartung an Interaktivität noch zur Forderung nach unmittelbarer Relevanz. Prävention droht damit, als Pflichtprogramm wahrgenommen zu werden.

Die Konsequenz ist eindeutig: Präventionsarbeit muss sich anpassen. Sie muss kürzer, zugänglicher und stärker erlebnisorientiert werden, ohne an fachlicher Tiefe zu verlieren.

Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Angebote gezielt weiterentwickelt. Ein zentraler Baustein sind digitale Learning Nuggets auf dem AzubiCampus. Das Angebot wurde um zwei weitere AktivBits erweitert. Damit stehen nun fünf Lernmodule zu den Themen Ernährung, Rückengesundheit, UV-Schutz, Lärm und Persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung. Die Inhalte sind ohne Registrierung zugänglich und ermöglichen ein flexibles, selbstgesteuertes Lernen. Ergänzt wird dieses Angebot durch erlebnisorientierte Gesundheitsworkshops, die in den Berufsschulen während der Unterrichtszeit durchgeführt werden.

Im Berichtsjahr konnten damit über 1.000 Auszubildende direkt erreicht werden. Wichtig ist das eigene Erleben. Körperliche und psychische Belastungen werden erfahrbar gemacht und gemeinsam reflektiert. Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung wird so konkret und persönlich nachvollziehbar.

Ein weiterer Ansatz setzt an den Bildungsstätten selbst an. Aktuell sind 40 Rückenbeauftragte an 10 überbetrieblichen Bildungsstätten im Einsatz. Sie fungieren als Multiplikatoren und integrieren ergonomische Aspekte direkt in die praktische Ausbildung. Die Rückenbeauftragten sind Lehrkräfte dieser Bildungsstätten, die durch uns regelmäßig aus- und fortgebildet werden. Ziel ist es, das Thema fachlich aktuell zu halten, langfristig zu verankern und gleichzeitig einen Austausch unter den Multiplikatoren zu ermöglichen.

Zugriffszahlen Aktiv Bits

Zugriffszahlen Aktiv Bits
ThemenZugriffe

Starker Rücken - Ergo Check

899

Clever essen – Ernährung unterwegs

849

UV-Schutz – lass dich nicht verbrennen 

782

Safety first – Persönliche Schutzausrüstung (neu) 

193
Lärm im Griff – laut ist out (neu) 171

Prävention im Schnellformat

Auch neue Formate der Ansprache wurden erprobt. Auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen, einer der weltweit führenden Fachmessen für den Gartenbau, wurde mit der Speed Learning Tour ein niedrigschwelliges Angebot speziell für junge Menschen umgesetzt. Die Tour wurde gemeinsam von der IPM und der Pflanzenschule organisiert. 

Ziel war es,  Hemmungen abzubauen und einen leichten Zugang zu Fachthemen zu schaffen. Unser Info-Stand war eine von 21 Stationen. Inhalte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes wurden so in sehr kurzen, kompakten Einheiten vermittelt.  Im Fokus standen schnelle, verständliche Informationen und direkte Ansprache statt klassischer Beratungssituationen. 

Ein Gewinnspiel mit Gutscheinen diente ergänzend als Anreiz zur Teilnahme. Die Maßnahmen zeigen eine klare Entwicklung: Prävention wird nicht mehr isoliert vermittelt, sondern systematisch in die Lern- und Erfahrungswelt der Auszubildenden integriert.

Digitale Angebote, praktische Erfahrungen und strukturelle Verankerung greifen ineinander. Damit verändert sich auch die Rolle der Prävention. Sie wird vom Pflichtprogramm zum Bestandteil der Ausbildung, der erlebt und angewendet wird. Ziel bleibt, sicherheits- und gesundheitsgerechtes Verhalten frühzeitig zu verankern und langfristig wirksam zu machen.

Frauen

Vergrößerung des Bildes für Ausschnitt eines Posts aus einem Artikel auf Instagram:  Ein junge Frau kniet auf einem Feld und hat ein Tablet in der Hand. Darüber der Schriftzug: "Wir für Frauen - Unsere Angebote". Rechts daneben "Unterstützung auf einen Blick" - Was wir bieten: Coaching Programm, Alterssicherung, Betriebs- und Haushaltshilfe, Gesundheitskurse, Arbeitsschutz während der Schwangerschaft und Stillzeit, Leistungen während Schwangerschaft und Mutterschaft..
Post auf dem Facebook- und dem Instagram-Kanal der SVLFG, veröffentlicht am 5. August 2025

Wir für Frauen

Frauen in der Grünen Branche stehen vor besonderen Herausforderungen: Hohe Arbeitsbelastung, fehlende Trennung von Arbeit und Familie sowie Verantwortung in Pflege und Ehrenamt prägen ihren Alltag. 

Deshalb war die Stärkung dieser Zielgruppe im Jahr 2025 ein Schwerpunkt unseres Messe und Öffentlichkeitsengagements. Über eine spezielle Internetseite sowie Beiträge in den sozialen Medien machten wir Frauen auf unsere spezifischen Service- und Beratungsangebote aufmerksam. Darüber hinaus informierten wir im Mitgliedermagazin und über Pressemeldungen zu besonderen Themen und Leistungsangeboten, darunter zum Herzinfarkt bei Frauen in der Ausgabe Alles SVLFG 2/25.

„Frauen sind in Gegenwart und Zukunft für die Grüne Branche unverzichtbar. Sie mit gezielten Angeboten wie dem Coaching für Gründerinnen und Unternehmerinnen zu unterstützen, setzt ein starkes Signal: Wir stehen an ihrer Seite.“

Susanne Böhmer, Mitglied der Vertreterversammlung

Sichtbarkeit erhöhen

Auf der Grünen Woche 2025 wurde in einem Austausch mit Vertreterinnen aus Politik, Finanzwirtschaft und Verbänden die Bedeutung von Frauen für die Zukunft der Landwirtschaft, des Gartenbaus und im ländlichen Raum hervorgehoben, darunter auch unsere alternierende Vorsitzende der Vertreterversammlung Juliane Vees. Begleitend zum Bühnenprogramm informierten wir am SVLFG-Stand über passgenaue Angebote zu sozialer Absicherung, Gesundheitsförderung und beruflicher Entwicklung von Frauen. 

Damit setzten wir Impulse, um das Thema stärker in die mediale und politische Wahrnehmung zu rücken.

Coaching für Frauen

Gemeinsam mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank unterstützten wir auch weiterhin Frauen aus der Grünen Branche mit einem Coaching-Programm.

Das Angebot kombiniert betriebswirtschaftliche Beratung zur Existenzgründung und Unternehmensführung mit Themen wie Selbstorganisation, Gesundheitsschutz und Prävention. Das Coaching richtet sich an Frauen, die in der Grünen Branche unternehmerisch tätig sind oder dies planen, und kann auch nach einer Gründung sowie bei betrieblichen Veränderungen in den letzten fünf Jahren genutzt werden. Wir verantworten die organisatorische Umsetzung, während die Finanzierung über die Landwirtschaftliche Rentenbank erfolgt.

Kinder

Vergrößerung des Bildes für Viele Kinder mit Erwachsenen stehen vor einer Erntemaschine und schauen in die Kamera..
Wie werden Rüben geerntet und weiterverarbeitet? Dieser Frage gingen die Kinder der Kita Lutzerath-Ulmen auf dem Scholzehof in Lutzerath (Rheinland-Pfalz) auf den Grund.

Acker Racker

Als Hauptpartner förderten wir auch 2025 Kindergärten, die am Bildungsprogramm AckerRacker des gemeinnützigen Vereins Acker e. V. teilnehmen. Schon seit 2021 machen wir uns dafür stark, Kita-Kinder zwischen drei und sechs Jahren für den Anbau und den Genuss von leckerem Gemüse zu begeistern.

Zusätzlich bieten wir an, Kontakte zu landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betrieben herzustellen, die bereit sind, die Kinder, deren Erzieherinnen und Erzieher sowie die Eltern zu sich einzuladen. Auf diese Weise ermöglichen wir der Zielgruppe einen praxisnahen Einblick in die Arbeit von Landwirtinnen und Landwirten und zeigen, wo gesunde und unverarbeitete Lebensmittel herkommen. Im Berichtsjahr konnten wir neun Betriebsbesuche organisieren.

Mit unserer Partnerschaft fördern wir die inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung des Programms, um im Zuge der Vision #jedes Kind eine möglichst große Anzahl an Kita- und Kindergartenkindern anzusprechen.

Im Fokus stehen vor allem Einrichtungen in sozioökonomisch benachteiligten Umfeldern und in ländlichen Regionen.

Frisches Obst und Gemüse ist lecker, gesund und vor allem unverarbeitet. Wir wollen Kindern zeigen, wo Lebensmittel im Einklang mit der Natur wachsen und geerntet werden und warum die Arbeit unserer Landwirte unverzichtbar ist.“

Angela Sehn, Mitglied des Vorstandes

Mit der Kamera durchs AckerJahr

Wir haben zwei Kurzfilme veröffentlicht, in denen wir gemeinsam mit Acker e. V. und dem Waldkindergarten Die Frischlinge aus Kirchheimbolanden Einblick in große Momente aus dem kleinen Alltag des Bildungsprogramms geben. Sie zeigen unter anderem, was bei der Einrichtung des Ackers zu beachten ist, wie die Aufgaben eines Acker-Coaches aussehen und wie eine Ackerstunde gestaltet werden kann.

Zu finden sind die Filme Der Pflanzworkshop und Die AckerStunde in der Playlist Acker Racker und die SVLFG auf unserem YouTube-Kanal

LKK-Versicherte

Aktivitäten der LKK

Die Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK) erbringt Leistungen in Form von Präventionskursen für unsere Versicherten in den Handlungsfeldern, Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten sowie Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung. Zum Portfolio gehören sowohl Leistungen zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken als auch Leistungen zur Förderung des  selbstbestimmten gesundheitsorientierten Handelns der Versicherten.

Das GKV-Bündnis für Gesundheit ist die gemeinsame Initiative aller gesetzlichen Krankenkassen zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Prävention in Lebenswelten. Es setzt auch 2025 einen klaren Schwerpunkt auf die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen in den Lebenswelten. Grundlage ist das Arbeitsprogramm 2025 des GKV-Spitzenverbandes gemäß § 20a Absatz 4 SGB V, das den Landesarbeitsgemeinschaften einen Orientierungsrahmen für kassenartenübergreifende Maßnahmen bietet. Gesundheitsförderung und Prävention müssen passgenau, praxisnah und nachhaltig ausgestaltet sein, um wirksam zu sein. Das Arbeitsprogramm 2025 unterstützt diesen Ansatz durch bundeseinheitliche Handlungsfelder, strukturwirksame Maßnahmen sowie die Entwicklung und wissenschaftliche Evaluation innovativer Präventionskonzepte, insbesondere dort, wo gesundheitliche Ungleichheiten bestehen. Es geht um Förderprogramme, Kooperationen mit lokalen Partnern und den systematischen Aufbau gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen in Lebenswelten. Für uns bietet dieser Rahmen die Möglichkeit, bewährte Ansätze weiterzuentwickeln und neue Konzepte zu erproben.

„Das GKV-Bündnis für Gesundheit steht für kassenartenübergreifende Zusammenarbeit. Wir brachten uns aktiv ein, um gemeinsam mit den Landesarbeitsgemeinschaften gesundheitsförderliche Strukturen auszubauen und Prävention in Lebenswelten dort zu stärken, wo sie den größten Nutzen entfaltet.“

Wolfgang Epp, Mitglied des Gesundheitsserviceausschusses

Gesunde Lebenswelten

Ziel der Prävention in Lebenswelten ist es, gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen dauerhaft in den jeweiligen Lebenswelten zu verankern. Wir greifen diesen Ansatz gezielt auf und unterstützen Maßnahmen in unterschiedlichen Lebenswelten. Programme wie AckerRacker leisten hier einen wichtigen Beitrag, indem sie Kita-Kinder altersgerecht an gesunde Ernährung und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln heranführen und zugleich pädagogische Fachkräfte und Einrichtungen strukturell einbinden. 

Ein wirkungsstarkes Beispiel zur Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Pflegeeinrichtungen ist das Projekt Gemeinsam gesund essen in Niedersachsen, das wir gemeinsam mit der AOK fördern. Die Ernährungsqualität für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende soll in diesen Einrichtungen nachhaltig verbessert werden. Wir leisten einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Gesundheitsförderung und Prävention in Deutschland.

Gesundheitsfördernde Maßnahmen

Gesundheitsfördernde Maßnahmen
MaßnahmeAusgaben in Euro

Primärprävention (individuelle verhaltensbezogene Präventionskurse)

1.590.309,95
Betriebliche Gesundheitsförderung363.895,73

Nichtbetriebliche Lebenswelten und Gesundheitsförderung

1.562.348,57

Qualität Präventionskurse sichern

Die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP) stellt bundesweit einheitliche Qualitätsstandards für Präventionskurse der gesetzlichen Krankenkassen sicher. 

Im Jahr 2025 konnten etwa 43.400 Präventionskurse zertifiziert und 6.200 Kursleitungen neu anerkannt werden.

Mit dem Auslaufen der Bestandsschutzregelungen werden seit Ende 2025 alle neu tätigen Kursleitungen nach den einheitlichen Qualitätsstandards des Leitfadens Prävention geprüft. Dynamisch entwickelte sich auch der Bereich digitaler Präventionsangebote: 2.330 IKT-Kurse (Informations-und Kommunikationstechnologiebasierte Kurse) wurden 2025 zertifiziert, ein Plus von 74 % gegenüber dem Vorjahr.

Als Landwirtschaftliche Krankenkasse unterstützen wir unsere Versicherten mit Kurzkuren, die Gesundheitsförderung und Erholung in kompakter Form verbinden. An fünf Standorten werden 4- bis 8-tägige Programme mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten.

Auf dem Programm stehen Bewegungsangebote, ergänzt durch Angebote zur Stressbewältigung, Entspannung oder gesunden Ernährung. Die alltagsnahen Programme fördern einen gesundheitsbewussten Lebensstil und unterstützen die Teilnehmenden dabei, positive Verhaltensweisen nachhaltig in ihren Alltag zu integrieren.

Angebote erfolgreich genutzt

Durch die Teilnahme an den Präventionskursen erwerben unsere LKK-Versicherten wichtige Kompetenzen für einen gesunden Lebensstil und werden motiviert, diesen dauerhaft beizubehalten. 

Nach dem pandemiebedingten Rückgang hat sich die Inanspruchnahme der Präsenzkurse auf hohem Niveau stabilisiert: Im Jahr 2025 nahmen 10.443 Versicherte an zertifizierten Präventionskursen teil. Besonders gefragt bleiben Bewegungsangebote (70,6 %), während Kurse zur Stressbewältigung mit 28 % ebenfalls einen hohen Stellenwert einnehmen. Schlusslicht bilden die Kurse in den Handlungsfeldern Ernährung mit rund 1,4 % und Sucht (unter 0,1 %). Auch digitale Präventionsangebote gewinnen zunehmend an Bedeutung: Die Zahl der in Anspruch genommenen Online-Kurse stieg auf 337.

„Die Nutzung digitaler Präventionskurse hat sich 2025 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung wird sehr begrüßt und durch die Zentrale Prüfstelle Prävention bestätigt, indem sie die Zertifizierung digitaler Kurse stetig ausbaut.“

Dirk Ender, Bereichsleiter Leistung

Handlungsfelder der Primärprävention

Bewegungsgewohnheiten
  • Reduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheitssportliche Aktivität
  • Vorbeugung und Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch geeignete verhaltens-und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme

Ernährung

  • Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung
  • Vermeidung/Reduktion von Übergewicht

Suchtmittelkonsum

  • Förderung des Nichtrauchens
  • Gesundheitsgerechter Umgang mit Alkohol/ Reduzierung des Alkoholkonsums

Stress- und Ressourcenmanagement

  • Multimodales Stress- und Ressourcenmanagement
  • Förderung von Entspannung und Erholung

Mit uns im Gleichgewicht

Vergrößerung des Bildes für Baum im Rapsfeld mit einem Weg.

Psychische Gesundheit verdient Aufmerksamkeit. Seit vielen Jahren setzen wir uns dafür ein, psychische Belastungen in der Grünen Branche sichtbar zu machen. Wer frühzeitig Unterstützung annimmt, kann langfristig gesund bleiben.“

Dominika Empl, Mitglied des Gesundheitsserviceausschusses

Reden und Zuhören können helfen

Jahrelanger Dauerstress belastet Körper, Psyche und zwischenmenschliche Kommunikation.

Die Fähigkeit zur Selbstfürsorge nimmt ab, Lösungen im Alltag fallen schwerer. Hemmungen, Tabus und Scham führen oft dazu, dass Betroffene schweigen. Nicht selten fällt es leichter, sich fremden Menschen anzuvertrauen als der eigenen Familie oder Freunden.

Die Erfahrung zeigt, dass Menschen in belastenden Situationen Gesundheitsangebote brauchen, die einfach erreichbar, verlässlich und auf Wunsch anonym sind. Ob ungesunde Stressbelastung im Alltag, kräftezehrende häusliche Pflege oder eine persönliche Krise, unsere Gesundheitsangebote unterstützen viele Menschen in der Grünen Branche mit passenden Hilfen.

Besonders in den Seminaren vor Ort erleben Teilnehmende, wie hilfreich der Austausch mit anderen in ähnlichen Situationen ist. Viele sagen, dass es entlastet, mit den eigenen Sorgen nicht allein zu sein. Unsere telefonischen und digitalen Angebote erleichtern den Zugang zu weiterer Hilfe. Die Krisenhotline der SVLFG ist rund um die Uhr erreichbar, hört zu und vermittelt bei Bedarf passende Unterstützung. Die folgenden Beiträge zeigen, was sich 2025 bei "Mit uns im Gleichgewicht" entwickelt hat.

Kommunikation

Wahrnehmung stärken

Die zielgerichtete, verständliche und wirkungsvolle Kommunikation ist ein zentraler Baustein unserer Präventionsarbeit. Im Berichtsjahr waren die Kommunikationsmaßnahmen darauf ausgerichtet, die Wahrnehmung der SVLFG weiter zu stärken und Präventions-sowie Gesundheitsangebote nachhaltig in den Zielgruppen zu verankern. Ein weiterer Fokus lag auf der Förderung einer gesunden Lebensweise durch gezielte Gesundheitskommunikation.

Hierüber informierten wir in 77 Pressemitteilungen und 14 Fachartikeln. Ein besonderer Fokus lag auf der adressatengerechten Information der Versicherten. Dazu wurde die Medienpräsenz weiter ausgebaut.

Um auch komplexe Themen transparent und nutzerfreundlich zu vermitteln, legten wir gleichzeitig großen Wert auf eine klare Orientierung. Ergänzend leistete das Mitgliedermagazin Alles SVLFG einen wichtigen Beitrag Hier veröffentlichten wir praxisnahe Präventionsinhalte sowie aktuelle Informationen zu Leistungen und Angeboten der SVLFG in vier Ausgaben und gewohnter Auflagenstärke und auch jeweils in erweiterter Web-Version.

Aufbau der Social-Media Kanäle

Ein bedeutender Meilenstein unserer Öffentlichkeitsarbeit war die Einführung der Social-Media-Unternehmensprofile auf Facebook und Instagram im Juli 2025. Parallel dazu wurden die bestehenden Social-Media-Angebote für Saisonarbeitskräfte weiter in polnischer und rumänischer Sprache betrieben.

Mit der erweiterten Präsenz positionierten wir uns stärker als moderner Sozialversicherungsträger und attraktiver Arbeitgeber. Zugleich wurde der Austausch mit den Versicherten intensiviert, die Rolle der SVLFG als verlässlicher Partner gestärkt und die Sichtbarkeit der Leistungen erhöht. Inhaltlich konzentrierten sich die Aktivitäten auf die Schwerpunktthemen Prävention und Gesundheit, Versicherung und Leistungen sowie Karriere.

Die Social-Media-Kommunikation wurde konsequent crossmedial umgesetzt. Inhalte aus anderen Kommunikationskanälen wurden aufgegriffen, zielgruppengerecht weiterentwickelt und so aufbereitet, dass das Alleinstellungsmerkmal des Verbundträgers deutlich hervortrat. Ergänzend kamen zielgruppenspezifische Maßnahmen zum Einsatz, um unterschiedliche Versichertengruppen passgenau zu erreichen. Zu den reichweitenstärksten Beiträgen auf Instagram zählten insbesondere Informationen zu den Präventionszuschüssen 2026 und das Video Meme passender Gehörschutz. Diese stießen damit auf großes Interesse bei den Versicherten.

Über Social Media erreichen wir unsere Versicherten direkter und können Prävention alltagsnah und verständlich vermitteln. So stärken wir Gesundheits- und Sicherheitsbewusstsein genau dort, wo Informationen gebraucht werden.

Bettina Hanfstingl, alternierende Vorsitzende des Öffentlichkeitsausschusses

Nähe schaffen digital

Im Jahr 2025 lag der Schwerpunkt im Internet auf der qualitativen Weiterentwicklung und Optimierung der Homepage. Ziel war es, ein breiteres Spektrum an Informationen bereitzustellen und unterschiedliche Zielgruppen gezielt mit relevanten Inhalten anzusprechen.

Ergänzend dazu dienten Newsletter, YouTube-Kanal sowie Social-Media-Kanäle dazu, Präventions-und Gesundheitsinformationen, aktuelle Serviceangebote und Themen zur Arbeitssicherheit direkt zu kommunizieren.

Dass die Strategie ihren Zweck erfüllte, stellt die Statistik unter Beweis: So erreichte der Newsletter 4.931 Abonnentinnen und Abonnenten, darunter 286 neue Empfänger, während der YouTube-Kanal mit 240 Videos insgesamt 96.394 Aufrufe erzielte.

Besonders erfolgreiche Inhalte waren YouTube Shorts und Reels zu praxisnahen Themen wie Präventionszuschüsse, Schutzmaßnahmen im Forst und Messeauftritte.

Prävention erlebbar machen

Unsere Beratungsteams präsentierten sich auf zahlreichen regionalen und überregionalen Messen sowie Veranstaltungen und Vorträgen. Ziel war es, Prävention und Gesundheitsförderung vor Ort zu vermitteln und den direkten Austausch zu stärken.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsvorsorge wurden durch Exponate, Demonstrationen und Mitmachaktionen erlebbar gemacht. Inhaltliche Schwerpunkte waren 2025 erneut der UV- und Hitzeschutz sowie die Sensibilisierung für psychische Gesundheit. Darüber hinaus standen die Gefährdungsbeurteilung, der Anwenderschutz bei Pflanzenschutzmaßnahmen sowie der sichere Technikeinsatz im Forst im Fokus. Ergänzend wurden kameragestützte Personenerkennungssysteme und die Bedeutung von Gurtsystemen bei land-und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen vorgestellt.

Im persönlichen Austausch können wir auf Messen und Veranstaltungen Sicherheits- und Gesundheitsthemen anschaulich vermitteln und zeigen, wie Prävention den Arbeitsalltag konkret erleichtert und schützt.“

Thomas Scheuerer, alternierender Vorsitzender des Öffentlichkeitsausschusses

Internationales

Vergrößerung des Bildes für Das ENASP-Logo zum 20-jährigen Jubiläum.

Die Transformation der Landwirtschaft bringt tiefgreifende Veränderungen für die Landwirtinnen und Landwirte mit sich. Unsere Aufgabe ist es, die sozialen Sicherungssysteme vorausschauend auszurichten, um sie nachhaltig zu unterstützen.

Ulrich Löhr, ENASP Präsident seit Oktober 2025