Unterweisung

Als Unternehmer haben Sie die Pflicht, Ihre Beschäftigten über die bei der Arbeit auftretende Gefahren und Gesundheitsrisiken zu unterweisen, damit ihnen sicherheits- und gesundheitsgerechtes Verhalten in Fleisch und Blut übergeht.

Wir möchten Sie bei der Planung und Durchführung Ihrer Unterweisungen unterstützen und haben Tipps und Anregungen zusammengestellt.

Unterweisungen erfolgreich durchführen

Gespräch zwischen zwei Männern

Die gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften verlangen, dass vor der Aufnahme der Tätigkeit, bei Änderungen des Arbeitsverfahrens und danach mindestens einmal im Jahr zu den Unfall- und Gesundheitsgefahren unterwiesen wird. 

Oft weiß man nicht, wie man an die Unterweisung herangehen soll. Nutzen Sie unseren Downloadbereich als Grundlage für Ihre Unterweisungen. Die Aufteilung nach Branchen ermöglicht, schnell das Passende zu finden. Für Ihre ausländischen Beschäftigten haben wir Unterweisungshilfen in Fremdsprachen bereitgestellt. 

Um die Unterweisung zu dokumentieren, können Sie unser Unterweisungsbuch verwenden.

Unfälle passieren oft durch falsches Verhalten. Wirksame Unterweisungen sind Voraussetzung für sicherheitsgerechtes Handeln.

Alexander von Rosenberg, Mitglied des Vorstandes der SVLFG

Unterweisungs-hilfen im Überblick

Unterweisungshilfen Gartenbau

Unterweisungshilfen für die Branche Gartenbau erarbeiten wir zurzeit. Die Unterweisungshilfen Gartenbau in Fremdsprachen finden Sie in der Rubrik Unterweisungshilfen in Fremdsprachen.

Unterweisungs­hilfen in Fremdsprachen

Unterweisung im Betrieb

Der Zweck der Unterweisung besteht darin, Beschäftigte auf mögliche Gefährdungen ihrer Sicherheit und Gesundheit hinzuweisen, die notwendigen Schutzmaßnahmen vorzustellen und die Beschäftigten zu einem sicherheitsgerechten Verhalten zu motivieren.  

Durch die Unterweisung werden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Arbeitsschutz persönlich eingebunden. Wenn es gelingt, die Beschäftigten in die Erarbeitung der Maßnahmen einzubeziehen, ist die Akzeptanz größer.

Anlässe für Erstunterweisungen sind unter anderem:

  • Neueinstellung
  • Arbeitsplatzwechsel
  • Einführung neuer Verfahren
  • Einführung neuer Maschinen und Geräte
  • Einführung neuer Arbeitsstoffe

Wiederholungsunterweisungen finden statt:

  • regelmäßig, mindestens einmal jährlich
  • verhaltensabhängig
  • situationsabhängig bei besonderen Anlässen (z. B. Unfälle, Berufskrankheiten, Beinahe-Unfälle, sicherheitswidrige Verhaltensweisen, bei Arbeiten mit besonderen Gefährdungen, bei selten vorkommenden Arbeiten)  

Aus den ermittelten Gefährdungen und den betrieblichen Gegebenheiten ergeben sich die auszuwählenden Unterweisungsthemen und deren Gewichtung. Wir haben Unterweisungshilfen für verschiedene Themengebiete zusammengestellt.

Bei einer Unterweisung lassen sich verschiedene Methoden und Medien einsetzen.

Unterweisungsmethode

Unterweisungsmethoden sind die Art und Weise, mit der der Unterweisungsinhalt vermittelt wird. Beispiele sind Praktische Übungen, Vortrag, Lehrgespräch, Gruppenarbeit und Kurzgespräch.

Praktische Vorführungen können bei der Unterweisung an einer Maschine oder bei einem Arbeitsverfahren sehr nützlich sein. Es wird richtiges Verhalten vorgeführt und von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen dann selbst ausgeführt. Der Arbeitgeber kann dann Korrekturen vornehmen und der Lerneffekt ist hoch.

Bei einem Lehrgespräch stellt der Unterweiser/ die Unterweiserin Fragen, die von den Mitarbeitern zu beantworten sind. Dazu müssen allerdings bereits Vorkenntnisse vorhanden sein. Das Lehrgespräch eignet sich deshalb vor allem für Wiederholungsunterweisungen oder im Anschluss an einen Vortrag.

Bei einer Gruppenarbeit erarbeiten sich die Mitarbeiter das Wissen selbst. Die Ergebnisse der Gruppen müssen zum Abschluss vorgetragen und bewertet werden. Durch das "Selbst-Handeln" ist der Lernerfolg höher.

Ein Kurzgespräch zu einem Arbeitsschutzthema wird zwischen dem Vorgesetzten und einer kleineren Gruppe Mitarbeiter geführt. Anhand von Fragen mit folgender Struktur:

  • Welche Gefährdungen gibt es?
  • Was kann uns passieren?
  • Wie können wir uns schützen?

können Antworten erarbeitet und festgehalten werden, die eine hohe Identifikation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ermöglichen.

Unterweisungsmedien

Unterweisungsmedien sind Hilfsmittel zur Veranschaulichung der Inhalte. Ihr Einsatz kann die Behaltenswahrscheinlichkeit steigern.

Zu den Unterweisungsmedien gehören unter anderem Overhead-Projektor, Pinnwand, PC, Beamer, Tafel, DVD, Schriftmaterial und Anschauungsmaterial.

Wählen Sie das zum Thema geeignete Medium aus und setzen Sie es an der richtigen Stelle ein. Achten Sie auch auf die Reaktionen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Geben Sie ausreichend Zeit, um sich mit den Medien zu beschäftigen.

Die Unterweisung bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung. Als hilfreich erweist sich die Erstellung eines Unterweisungskonzeptes. Hier ein Vorschlag für den Aufbau eines solchen Konzeptes:

  • geplantes eigenes Verhalten
  • erwartetes Verhalten der Mitarbeiter
  • Überlegungen zum Zweck der Inhalte
  • Methode
  • Medien
  • Zeit
  • Bemerkungen 

Günstig ist es, die Unterweisung gleich nach Arbeitsbeginn oder direkt nach einer Arbeitspause einzuplanen, da zu diesen Zeiten Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit am höchsten sind. Die Zeitdauer sollte 30 Minuten möglichst nicht überschreiten. Störungen durch Telefon, Lärm oder unbeteiligte Personen sollten vermieden werden.

Eine Gliederung der Unterweisung in Einstiegs-, Informations- und Erarbeitungsphase sowie Abschlussphase erleichtert die Durchführung. So kommen Sie schneller zum Ziel.

In der Einstiegsphase wird der persönliche Kontakt zwischen Unterweiser und Teilnehmern hergestellt und die Bedeutung herausgestellt. In der Informations- und Erarbeitungsphase wird das notwendige Wissen für die Einsicht in das arbeitsschutzgerechte Verhalten vermittelt. Mit Demonstrationen und Übungen erlernen die Teilnehmenden die Verhaltensweisen. Die Abschlussphase dient der Wiederholung, Zusammenfassung und Regelung.

Auch auf das "Wie" kommt es an: Als Unterweisender kann ihr Verhalten den Erfolg der Unterweisung wesentlich beeinflussen. Mit diesen Regeln klappt es:

  1. Bleiben Sie bei den Tatsachen. Übertreiben Sie z. B. keine Gefährdungen, sonst machen Sie sich eher unglaubwürdig.
  2. Gestehen Sie den Mitarbeitern Fachkompetenz zu. Nutzen Sie die Kenntnisse der Mitarbeiter über Gefährdungen und mögliche Sicherheitslösungen. So erfahren Sie vielleicht etwas, was Sie noch gar nicht wissen.
  3. Gestehen Sie den Mitarbeitern Schwächen zu. Es gibt keine "dummen“ Fragen. Versuchen Sie jede Frage für einen Lerneffekt zu nutzen.
  4. Lassen Sie die Mitarbeiter ausreden. Wenn Sie die Beiträge der Mitarbeiter gleich abwürgen, schalten diese schnell ab und der Unterweisungsinhalt kommt gar nicht an.
  5. Fordern Sie die Teilnehmer zu eigenen Äußerungen auf. Hören Sie dabei aktiv zu. Reden Sie nicht nur die ganz Zeit selbst.
  6. Senden Sie Ich-Botschaften, z. B. "Ich möchte...", "Ich meine...", "Ich wünsche...".
  7. Setzen Sie „W-Fragen“ (z. B. Wer, Wie, Wo, Warum) ein. So kommen Sie am besten zu konkreten Antworten.
  8. Lassen Sie Einwände zu. Wenn Sie sich einmal irren sollten, geben Sie es zu. Damit können Sie Respekt erwerben.
  9. Gehen Sie auf Äußerungen der Mitarbeiter stets ein.
  10. Formulieren Sie Einwände in Fragen um und geben Sie diese an alle Mitarbeiter weiter. Auch falsche Aussagen können Sie in Fragen umformulieren und weitergeben.

Quelle: Berufsgenossenschaft Holz und Metall