Sichere Rinderhaltung

Verantwortungsbewusste Rinderhalter achten auf Arbeitssicherheit. So senken sie das Unfallrisiko im Betrieb. Wir unterstützen Sie dabei mit unseren Kursen, Bauberatung und Informationsmaterial.

Egal, ob Sie Milchvieh im Stall oder Mutterkühe auf der Weide halten, ob Sie Mastbullen haben oder Kälber aufziehen: Die Arbeit wird sicherer, wenn Mensch und Tier sich verstehen, wenn alle, die auf dem Betrieb arbeiten, die Grundregeln im Umgang mit Großvieh konsequent beherzigen und wenn Sie als Betriebsleiter mangelhafte bauliche Anlagen umgehend sanieren oder ersetzen. Packen Sie es an! 

Aus der Unfallstatistik

Statistik "Verteilung der Nutztierunfälle auf häufigste Tierarten"

Jedes Jahr verunglücken mehrere Tausend Menschen bei Arbeiten in der Tierhaltung. Die Gründe dafür sind vielfältig. Viele verletzen sich, wenn sie direkt mit oder am Großvieh arbeiten. Leider enden einige dieser Unfälle auch regelmäßig tödlich. 

So vermeiden Sie Unfälle mit Rindern

Schwarze und braune Rinder auf der Weide

Rinder auf der Weide 

Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, ob ein Unfall bei der Weidehaltung eher wahrscheinlich oder eher ausgeschlossen ist. Dazu gehören die technische Ausrüstung, um sicher auf der Weide arbeiten zu können, sowie das richtige Treiben der Tiere. 

Besonders gefährlich sind neben Mutterkühen Deckbullen, die mit auf der Weide stehen. Ihr Verhalten ist nur schwer kalkulierbar. Arbeiten Sie hier nie alleine! Greift ein Bulle an, geht das häufig schlecht aus. 

Rinder werden von einem Mann auf die Weide getrieben

Ab ins Grüne - Rinder richtig treiben

Kaum ist das Stalltor offen, kann es schon gefährlich werden. Dies liegt nicht daran, dass die Rinder aggressiv sind. Vielmehr passiert es immer wieder, dass sie vor lauter Freude über die Freiheit an der frischen Luft alles überrennen – Menschen inbegriffen. Treibwagen oder professionelle Viehtransportwagen mit absenkbarer Ladefläche machen den Weg zur Weide sicherer. 

Mobile Fang- und Behandlungseinrichtungen

Weideparzellen auf- und abbauen können  - das macht die Arbeit sicherer und komfortabler. Egal, ob Sie Ohmarken selbst wechseln oder ob externe Dienstleister am Tier arbeiten, die Rinder sind fixiert und können weder Sie noch sich selbst verletzen.

Hilfreich sind mobile Fangeinrichtungen auch, wenn Mutterkühe auf der Weide abkalben und ihr Kalb in den ersten Tagen nach der Geburt beschützen wollen. Sie reagieren dann sehr heftig, sobald Menschen sich dem Kalb nähern. Auf der Weide kann es dabei zu gefährlichen Situationen kommen, wenn Kalb und Muttertier nicht getrennt werden können.

Manche Tierhalter lösen dieses Problem, indem sie das Abkalben ausschließlich in die Stallperiode im Herbst und Winter legen. Auch Nachzügler kommen erst auf die Weide, wenn sie abgekalbt haben. Mutterkühe reagieren im Stall zwar nicht anders, wenn Menschen sich ihrem Kalb nähern, trotzdem ist es sicherer, weil es im Stall bessere Möglichkeiten gibt, die Kuh vom Kalb zu trennen oder sie mit Hilfe eines Fangfressgitters kurzzeitig zu fixieren. 

DIE SICHERE LÖSUNG FÜR KLEINERE HERDEN

Für Ihre Betriebsgröße lohnt sich die Anschaffung mobiler Fang- und Behandlungseinrichtungen nicht? Dann entscheiden Sie sich doch, einen mobilen Viehtriebwagen mit Fangeinrichtung zu kaufen, oder nutzen Sie einen am Frontlader angebauten Fangkorb.

Die Sache mit dem Wasserfass
 

Bei der Wasserstandskontrolle oder beim Wechseln des Wasserfasses kommt es mitunter vor, dass Tiere angreifen. Stellen Sie deshalb das Wasserfass am besten von außen an den Zaun. So müssen Sie die Weide für diese Arbeiten künftig weder betreten noch befahren. 

Der Weidezaun
 

Ein intakter Zaun, der stabil und hoch genug ist, verhindert, dass Rinder ausbrechen.

Wer Elektrozäune verwendet, muss sie entsprechend kennzeichnen. Nützliche Hinweise zur sicheren Einzäunung gibt die aid-Broschüre „Sichere Weidezäune“ 

Rinder im Stall; sie fressen Heu

Darauf kommt es an:

Fang- und Feststell-Vorrichtungen, Separierboxen, ausreichend Fluchtmöglichkeiten, trockene, saubere Stallgänge und eine gute Beleuchtung machen die Arbeit im Stall leichter und sicherer. 

Erfüllt Ihr Stall noch nicht alle dieser Kriterien für sicheres Arbeiten? Dann justieren Sie rechtzeitig nach, bevor es zu einem Unfall kommt. 

KOSTENLOSE BAUBERATUNG NUTZEN

Möchten Sie Ihre alten Gebäude renovieren oder einen neuen Stall bauen? 

Nutzen Sie unsere Bauberatung. Wir gehen mit Ihnen Ihre Planung durch und geben Tipps, wie Sie Ihren Stall mit Blick auf Arbeitsorganisation, Arbeitserleichterung und Arbeitssicherheit optimal planen oder nachrüsten können. 

Sicherheitsfangfressgitter einbauen 

Fangfressgitter haben viele Vorteile. Vor allem ermöglichen sie es, das Tier sicher zu fixieren. Bei Sicherheitsfangfressgittern lassen sich die Elemente nicht nur nach oben, sondern auch nach unten öffnen. So verhindern sie, dass sich ein Tier in Panik selbst stranguliert. Ausführungen, die sich um 10 Grad nach vorne neigen, verhindern zusätzlich Druckstellen im Nackenbereich der Rinder. Plastikbauteile machen die Sicherheitsfressgitter geräuscharm. Das ist vor allem wichtig für lärmempfindliche Rinder, die sich vor metallischen Geräuschen erschrecken.

Schwenkgatter mit Halsfangrahmen nachrüsten
 

Schwenkgatter mit Halsfangrahmen sind eine gute und kostengünstige Möglichkeit, Tiere zu fixieren, die behandelt werden müssen. Sie werden einfach durch einen Seilzug bedient. Dazu stehen Sie seitlich hinter dem Tier. Zum Beispiel im Abkalbebereich kann so sehr gut gefahrlos an Muttertier und Kalb gearbeitet werden. 

Rind steht im Stall fixiert im Fangfressgitter

Selbstfangfressgitter mit Kopfstütze

Hiermit kann der Kopf der Tiere im Fangfressgitter zusätzlich fixiert werden:

Rinderkopf mit einer blauen Kopfstütze

Separiermöglichkeiten

Erleichtern Sie sich selbst, aber auch externen Dienstleistern wie dem Tierarzt oder Besamungstechniker die Arbeit! Das spart Nerven, Zeit und damit Geld! Schaffen Sie mit mobilen Abschrankungen und Separierboxen in der Nähe des Stalleingangs Möglichkeiten, einzelne Rinder zuverlässig von der Herde zu trennen. 

Tierverhalten im Auge behalten

Bedenken Sie auch das Tierverhalten beim Stallneu- und -umbau. Es zahlt sich aus. Wenn Sie die bauliche und technische Gestaltung von Stallungen den Sinneseigenschaften und dem natürlichen Verhalten der Rinder anpassen, optimieren Sie automatisch den Arbeitsablauf. Die Tiere werden ruhiger, sie fühlen sich wohl und die Arbeitsabläufe werden dadurch flüssiger und sicherer. 

Frau mit Rind im Stall

Missverständnisse zwischen Mensch und Tier können zu unkalkulierbaren Situationen führen. Menschen können ihr Verhalten allerdings reflektieren und ändern; das Tier kann es nicht. Für Sie als Rinderhalter heißt das, es liegt an Ihnen, Ihr Verhalten so anzupassen, dass es im Umgang mit Ihren Rindern nicht zu gefährlichen Missverständnissen kommt. Dazu müssen Sie wissen, wie Rinder ihre Umgebung wahrnehmen und wie sie sich üblicherweise verhalten. 

VOM PROFI LERNEN

Unsere Tiertrainer bieten bundesweit Kurse zum sicheren Umgang mit Rindern an. Lernen Sie, wie Rinder ihre Umwelt wahrnehmen, üben Sie den stressarmen Umgang mit den Tieren, und bekommen wichtige Informationen zu Treibe-, Verlade-und Fixiereinrichtungen.  

Sehen 
 

Ihr Rind sieht mehr als Sie meinen 
Rinder haben ein sehr weites Sichtfeld von rund 330°. Zum Vergleich: Das Sichtfeld des Menschen umfasst 210°. Lediglich ein schmaler Winkel von etwa 30° hinter dem Tier ist von ihm nicht einsehbar. Auf eine Annäherung in diesem Bereich reagiert ein Rind äußerst sensibel, da es die sich nähernde Person zunächst nicht wahrnehmen kann. Dazu kommt, dass Rinder Entfernungen und Tiefen nicht gut einschätzen können. Außerdem brauchen bis zu 5mal länger als Menschen, um sich an veränderte Lichtverhältnisse anzupassen. Das kann zum Beispiel zum Problem werden, wenn Sie die Tiere aus dem dunkleren Stall ins helle Tageslicht treiben und ihnen keine Zeit lassen, sich an das helle Licht zu gewöhnen. 

Hören

Nicht quietschen und klappern
Rinder können positive Geräusche, etwa den Futterwagen, von negativen Geräuschen, zum Beispiel den Viehtransporter, unterscheiden und diese einordnen. Ferner sind sie empfindlich gegenüber lauten, schrillen und nicht endenden Geräuschen. Beispiel dafür sind zuschlagende Metallgatter oder quietschende Türscharniere.

Vermeiden Sie, diese Geräusche zum Wohle der Tiere. In der Praxis haben sich Bauteile aus Kunststoff, zum Beispiel an den Sicherheitsfangfressgittern, bewährt.

Machen Sie sich beim Herantreten an Rinder mit ruhiger Stimme bemerkbar. Rinder richten ihre Ohren zur der Geräuschquelle aus.

Tasten und Fühlen 

Bitte kraulen
Häufiger positiver Kontakt fördert die Mensch-Tier-Beziehung. Berührungen der Haarwirbel auf der Wirbelsäule, der Augenlider sowie der Ohrwurzel beruhigen Rinder.

Riechen und schmecken

Die Angst riechen
Rinder haben einen sehr feinen Geruchs- und Geschmackssinn. Sie unterscheiden zwischen positiven und negativen Gerüchen. Befinden sich Rinder in einer Stresssituation, setzen sie Botenstoffe durch Urin und Kotausscheidungen ab, um nachfolgende Tiere zu warnen. Dies zeigt sich in der Praxis zum Beispiel bei der Klauenpflege. Gehen Sie bei solchen Arbeiten deshalb so ruhig wie möglich mit den Tieren um. Stabile Zutriebgatter verhindern die unkontrollierte Flucht von Tieren, die in Panik geraten. 

Das Rind – ein Flucht- und Herdentier

Rinder sind empfindsame Herdentiere mit einem eigenen Charakter und festen sozialen Strukturen. Regelmäßiger und positiver Kontakt zu den Tieren erleichtert das Erkennen der Sozialstruktur der Herde und ist Grundlage für einen sicheren Umgang mit Rindern. Sie verständigen sich meist geräuschlos durch kleinste, für uns Menschen oft unscheinbare Bewegungen. Wer das arttypische Verhalten seiner Rinder berücksichtigt, wird belohnt – durch bessere Tiergesundheit, gesteigertes Wohlbefinden, vor allem aber auch durch viel mehr Sicherheit bei der Arbeit.

Bei einem Rind können schon Kleinigkeiten Fluchtreaktionen hervorrufen. Gehen Sie deshalb ruhig und besonnen mit Ihren Tieren um. Vermeiden Sie Veränderungen und Situationen, die Ihre Tiere erschrecken. Bereits direkter Blickkontakt oder hektische Bewegungen können eine Fluchtreaktion auslösen. Denn egal, wer kommt: Für Fluchttiere ist es wichtig, schnell annähernde Bewegungen als Angriff zu deuten und die Flucht zu ergreifen. 

Das Zonenkonzept

Störe meine Kreise nicht
Wer sich einem Rind nähert, sollte die Beobachtungs-, Bewegungs- und Flucht-beziehungsweise Angriffszone kennen und dieses Wissen ausnutzen, um Rinder zu treiben. Tritt man in die Bewegungszone, kann das Rind gezielt gesteuert werden. Beim Eintritt in diese Zone bewegt sich das Rind, beim Heraustreten bleibt es stehen. Je nach Eintrittswinkel in diese Zone kann man das Rind geradeaus treiben oder aber auch in andere Richtungen drehen. Dabei beginnt die Bewegungszone bei jedem Tier individuell. Es bedarf etwas Übung, dann kann man mit der Bewegungszone effektiv arbeiten. Aber Vorsicht: Das Rind wird sich unter Umständen verteidigen, wenn Sie versehentlich die Flucht- oder Angriffszone betreten.

Einen weiteren Aspekt des Zonenkonzepts stellt die sogenannte Balancelinie dar. Sie befindet sich in Höhe der Schulter. Überschreitet man die Balancelinie von hinten in Richtung Kopf, so bewegt sich das Rind rückwärts. Überschreitet man die Linie von vorne in Richtung Schwanz, so bewegt sich das Rind vorwärts. 

Rinder und Bulle auf der Wiese

Bullenhaltung birgt ein erhöhtes Risiko. Unterschätzen Sie dieses Risiko nie. Regelmäßig werden schwere oder tödliche Unfälle gemeldet, bei denen ein Bulle einen Menschen angegriffen hat.

Betreten Sie die Weide oder den Stall nur mit Helfern. Personen, die sich einem Bullen nähern, müssen sich sehr gut mit dem Verhalten der Tiere auskennen. Ein verantwortlicher Umgang ist nur möglich, wenn technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen und eine an das Tierverhalten angepasste Arbeitsweise eingehalten werden.

Es geht auch ohne Bullen 

Am sichersten ist kein Bulle in der Herde. Künstliche Besamung ist die sichere Alternative zum Zuchtbullen in der Milchviehhaltung. 

Wenn Sie auf künstliche Besamung setzen, reduzieren Sie das Unfallrisiko erheblich und steigern den züchterischen Erfolg. Moderne Brunsterkennungssysteme sorgen zuverlässig für das richtige Timing.

ZEIT BEGRENZEN

Begrenzen Sie die Zeit, in der ein Zuchtbulle die Herde in der Mutterkuhhaltung begleitet. Dadurch verringert sich zudem der Zeitraum, in dem Sie die Ohrmarken bei den Kälbern einziehen müssen. Rinderhalter, die Ihre Tiere auf der Weide halten, können diese Arbeit so auf die Stallsaison legen.

Sie möchten nicht auf einen Zuchtbullen verzichten? 

Seien Sie sich immer bewusst, dass der Bulle unvorhergesehen aggressiv reagieren kann.
 

Auch Tiere, die schon von klein auf im Betrieb sind oder mit der Flasche großgezogen wurden, machen keine Ausnahme. Je älter das Tier wird, desto größer die Gefahr, dass sich sein Verhalten ändert. Entfernen Sie den Deckbullen sofort, sobald er erste Anzeichen von Aggression zeigt oder anderweitig verhaltensauffällig wird. Als Unternehmer müssen Sie alle Mitarbeiter und sonstige Helfer im Umgang mit dem Bullen unterweisen und darauf achten, dass jeder die folgenden Sicherheits- und Verhaltensregeln einhält. 

  • Nur mit Helfern
    Läuft ein Bulle mit der Herde, dann betreten Sie die Weide oder den Stall nur mit Helfern. Eine Person behält den Bullen immer im Blick. Denken Sie an eine stabile Treibhilfe. Ein Hütehund kann zusätzlich eine große Hilfe sein. Gut ausgebildete Hunde können Rinder so treiben, dass zwischen Tier und Mensch eine ausreichende räumliche Distanz gewahrt bleibt.

  • Den Zuchtbullen separieren
    Planen Sie beim Neu- oder Umbau des Rinderstalles eine separate Box mit Fixiermöglichkeiten ein. Die Bullenbox kann auch in vielen Altgebäuden nachträglich eingebaut werden. Die zu belegenden Kühe können dann gefahrlos in die Box des Bullen getrieben werden. Sie haben keinen Platz für eine Bullenbox? Dann braucht Ihr Laufstall zumindest eine Fixiereinrichtung für den Bullen. Die Fangfressgitter bieten sich als Einfanghilfe an. Praktiker berichten, dass sie ihren Bullen mit Schrot an einen bestimmten Fressplatz mit Selbstfangfressgitter locken und dort fixieren, bevor sie mit dem Melken der Kühe beginnen. Erst danach betritt der Landwirt den Laufbereich im Stall und kann sich gefahrlos darin bewegen.

  • Rettungsinseln und Fluchtwege
    Bei Weidearbeiten kann zum Beispiel ein Schlepper als Rettungsinsel dienen. Sicherer ist es jedoch, den Bullen zu fixieren. Gut eignet sich dafür ein Fangstand oder ein Treibwagen. Im Stall sorgen ausreichend viele Personenschlupfmöglichkeiten dafür, dass Sie sich zur Not aus dem Gefahrenbereich retten können.

  • Den Zuchtbullen führen
    Personen, die einen Bullen führen, müssen dafür eine Leitstange und zusätzlich einen Leitstrick benutzen. Die Leitstange wird am Nasenring befestigt, der Leitstrick am Halfter. Gehen Sie beim Führen durch Türöffnungen und in engen Gängen immer voraus. So verhindern Sie, dass der Bulle Sie einquetscht. Wickeln Sie den Leitstrick nicht um die Hand. Bringen Sie den Bullen in eine Box oder wollen Sie ihn von dort holen? Die Leitstange und den Führstrick dürfen Sie nur lösen beziehungsweise befestigen, wenn Sie außerhalb der Box stehen. 

  • Wenn der Bulle sich verändert
    Die Tierbeobachtung ist bei Bullen überlebenswichtig. Seine Verhaltensweisen und -auffälligkeiten müssen richtig erfasst, interpretiert und beachtet werden. Gerät das Tier in eine Stress-Situation, muss der Mensch angepasst handeln und den Druck von dem Bullen nehmen. So kann er einem Angriff vorbeugen. Ist es doch zu einem Angriff gekommen, berichten Betroffene häufig, dass der Bulle bis zum Unfall lammfromm gewesen sei. Tatsächlich zeigen die Tiere aber in der Regel bereits viel früher Verhaltensauffälligkeiten. Achten Sie auf erste Anzeichen. Wenn sich der Bulle zum Beispiel zwischen Landwirt und Herde stellt, wenn er den Kopf senkt oder sich breit aufstellt, dann sind das ernste Warnungen.

    Nimmt der Landwirt solche Drohungen nicht ernst, muss er damit rechnen, dass die Situation eskaliert: Der Bulle wird typischerweise den Kopf schütteln, mit den Ohren schlagen, mit dem Schwanz peitschen, scharren, die Zunge herausstrecken und speicheln. Er wird röhren, schnauben und die Augen aufreißen, bevor er mit gesenktem Kopf nach vorne springt. 

Wissen für Ihre Sicherheit zum Download

In unserer Broschüre Rinderhaltung haben unsere Fachleute ausführliche Informationen für Rinderhalter zusammengestellt. 

Im Kapitel „Verhalten“ gibt es Wissenswertes zum Flucht- und Herdentier Rind. Denn wer das Verhalten der Tiere richtig deuten kann, arbeitet sicherer. Unsere Tiertrainer erläutern das Zonenkonzept und erklären, wie Rinder ihre Umwelt wahrnehmen. Im Beitrag „Treiben und Verladen“ erklären die Autoren, warum Treiben sicherer ist als Führen, geben Tipps, wie das Führen am Halfter klappt und nennen die Anforderungen, die an Treib- und Verladevorgänge gestellt werden. Nach einem kurzen Blick auf die „Alleinarbeit“ runden Fachinformationen für Mutterkuhhalter und Fleischrinderhalter den Inhalt der Broschüre ab.

Kurz und knapp

Unsere Flyer informieren Sie zu ausgewählten Themen der Rinderhaltung. Der Download ist kostenlos.

Informationen für Arbeitgeber

Als Arbeitgeber gibt es nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen, die Sie erfüllen müssen, Sie tragen auch eine besondere Verantwortung für die Sicherheit und den Schutz Ihrer Mitarbeiter. Die SVLFG unterstützt Sie dabei. Zum Beispiel mit Kursen und Seminaren, aber auch mit Mustergefährdungsbeurteilungen, Unterweisungshilfen und Betriebsanweisungen für Rinderhalter. Für den Fall, dass Ihre Beschäftigten nicht Deutsch sprechen, finden Sie in den folgenden Linklisten auch Betriebsanweisungen und Unterweisungshilfen in Fremdsprachen. Der Download ist für Sie kostenlos.

Von Mensch zu Mensch 

Erfahrungsberichte von Rinderhaltern 

Interessiert es Sie, wie Berufskollegen mit den Anforderungen ihres beruflichen Alltags umgehen?

Wie sich Innovationen bewährt haben, wie sie ihren Stall optimieren konnten oder was sie durch Schulungen in ihren Betrieb verändert haben? Lesen Sie einfach kurz hinein - vielleicht ist ja der eine oder andere Tipp aus der Praxis dabei, wie auch Sie leichter und sicherer arbeiten können.