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Frauengesundheit

Zyklusbeschwerden, Schwangerschaft, Wechseljahre, psychische Belastungen oder körperlich anspruchsvolle Arbeit können sich auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit auswirken. Gerade in der Grünen Branche kommen häufig Arbeitsspitzen, Verantwortung für den Betrieb und Mehrfachbelastungen hinzu. Nehmen Sie Beschwerden ernst und holen Sie sich frühzeitig Unterstützung. Die folgenden Informationen helfen bei der Orientierung. 

Gesundheit ist individuell 

Vergrößerung des Bildes für Ärtztin mit Patientin bei der Behandlung.

Gendermedizin: Warum ist sie so wichtig?

Das Geschlecht beeinflusst maßgeblich, wie wahrscheinlich Krankheiten entstehen, welche Symptome auftreten und welche Therapie am besten anschlägt.

Trotzdem orientiert sich die Medizin noch immer zu oft am männlichen Standard – mit gravierenden Folgen für Frauen.

Die Fakten auf einen Blick

  • Frauen haben zwar eine höhere Lebenserwartung im Vergleich zu Männern, verbringen aber einen größeren Teil ihres Lebens in gesundheitlicher Einschränkung als Männer.
    (Quelle: - OECD (2025), Health at a Glance 2025: OECD Indicators, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/8f9e3f98-en.

  • Frauen erfahren bei zahlreichen Erkrankungen längere diagnostische Verzögerungen als Männer.
    (Quellen: - Sun, T. Y., et al., (2023). Large-scale characterization of gender differences in diagnosis prevalence and time to diagnosis. medRxiv : the preprint server for health sciences, 2023.10.12.23296976. https://doi.org/10.1101/2023.10.12.23296976

    - Bandinelli, F., et al., (2024). Sex Bias in Diagnostic Delay: Are Axial Spondyloarthritis and Ankylosing Spondylitis Still Phantom Diseases in Women? A Systematic Review and Meta-Analysis. Journal of personalized medicine, 14(1), 91. https://doi.org/10.3390/jpm14010091)
    - Betai, D., Ahmed, et al., (2024). Gender disparities in cardiovascular disease and their management: a review. Cureus, 16(5).
    - Mao, H., et al. (2024). Gender Differences in Autism Spectrum Disorder: A Systematic Review of Diagnosis, Intervention, and Outcomes. Gender and Sustainability in the Global South, 1(1), 92-136. https://doi.org/10.1515/gsgs-2024-0007
    - Vogel, J., et al.,2025). Sex-specific differences in cardiac transthyretin amyloidosis: addressing the diagnostic gap in women. European heart journal open, 6(1), oeaf175. https://doi.org/10.1093/ehjopen/oeaf175

  • Höheres Medikamentenrisiko: Frauen sind zu 52 % häufiger von unerwünschten Arzneimittelwirkungen betroffen, da Dosierungen oft an Männern getestet werden. Frauen sind außerdem häufiger von unerwünschten Arzneimittelwirkungen betroffen wie Männer. Denn Frauen und Männer reagieren teilweise unterschiedlich auf Arzneimittel. 
    (Quellen: - European Parliament, Directorate-General for Parliamentary Research Services. (2025). Gender inequalities in medical research, drug development and access to care (Study PE 778.519). European Parliament.

    - Dtsch Arztebl 2010; 107(36): A 1682–4
    - o Yaacoub, S., Bardawil, C., Yammine, R., Dakroub, A. H., & Eid, A. H. (2026). Sex-Biased Pharmacotherapeutic Disparities in Hypertension. Drugs, 86(8), 1261–1284. https://doi.org/10.1007/s40265-026-02326-w
    - Jonville-Béra, A.-P., et al. (2022). Sex differences in adverse drug reactions: Are women more impacted? Therapie, 77(2), 191–199.)

Beispiel Herzinfarkt: Gleiche Krankheit, andere Symptome
Männer erleiden zwar statistisch häufiger einen Herzinfarkt, Frauen sterben jedoch häufiger daran. Der Grund: Die typischen „männlichen“ Symptome wie der stechende Schmerz im linken Arm fehlen bei Frauen oft. Stattdessen äußert sich der Infarkt eher durch Übelkeit, Atemnot oder Oberbauchschmerzen – und wird deshalb zu spät erkannt.

Gendermedizin bedeutet keine Bevorzugung, sondern gerechtere und präzisere Versorgung. Ein geschärfter Blick für diese Unterschiede ist deshalb nicht nur für Fachpersonal entscheidend, sondern auch für Ihre eigene Gesundheit.

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