Alles SVLFG 2/2026
Das Mitgliedermagazin - von uns für Sie!
Lesen Sie in dieser Ausgabe, warum Rinder im Ernstfall nicht „von selbst“ flüchten und wie gute Vorbereitung Menschen und Tiere schützt, Interessantes zu Parkinson, über einen Unfall, der alles verändert hat und vieles mehr.
Titelthema
Katastrophenmanagement - Brand im Milchviehstall
Wenn jede Minute zählt: Warum Rinder im Ernstfall nicht „von selbst“ flüchten und wie gute Vorbereitung Menschen und Tiere schützt.
Ein Frühlingsnachmittag in Wald-Oberkappel (Baden-Württemberg) – und doch geht es um ein Szenario, das niemand erleben möchte: Brand im Milchviehstall. Auf dem Betrieb von Markus Halmer wird aus Theorie Praxis. Landwirtinnen und Landwirte, Feuerwehr und Fachleute treffen sich, um den Ernstfall realistisch zu durchdenken und vor allem um zu üben. Rund 20 Teilnehmende erleben direkt im Stall, wie sich die Tiere verhalten, wo Risiken liegen und wie sich daraus konkrete Schutzmaßnahmen ableiten lassen. Organisiert wird die Veranstaltung durch Silke Brändle-Maier vom Landratsamt Sigmaringen – Fachbereich Landwirtschaft sowie durch den Landwirtschaftlichen Beratungsdienst Biberach-Sigmaringen-Bodensee, unterstützt von der Feuerwehr und der SVLFG.
Der Halmer-Hof ist seit den 1980er-Jahren zu einem landwirtschaftlichen Betrieb mit 200 Milchkühen und Jungtieraufzucht, 300 ha Außenfläche und einer Biogasanlage gewachsen. Der Betrieb zeigt auch, wie sich Vorsorge entwickelt. Aus anfänglicher Pflicht im Zuge eines Stallneubaus ist ein durchdachtes Brandschutzkonzept geworden. Heute profitiert nicht nur der Hof, auch die Feuerwehr nutzt die realen Bedingungen für Übungen; eine klassische Win-win-Situation. „Am Anfang wirkte das Ganze wie zusätzlicher Aufwand“, sagt Markus Halmer. „Heute gibt es uns Sicherheit – und im Ernstfall weiß jeder sofort, was zu tun ist.“
Kühe sehen anders
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Tierrettung. Hektik hilft hier nicht weiter, im Gegenteil. Rinder reagieren sensibel auf ihre Umgebung und meiden Unbekanntes. Eine Virtual-Reality-Simulation macht sichtbar, was sonst verborgen bleibt: Schatten wirken wie Hindernisse, dunkle Ausgänge wie eine Wand. Für Menschen unscheinbare Details werden aus Sicht der Kühe zu echten Blockaden.
Präventionsexperte Ewald Baur erklärt, warum Rinder im Brandfall anders reagieren, als wir es erwarten: eingeschränkte Tiefenwahrnehmung, starkes seitliches Gesichtsfeld, schlechte Hell-Dunkel-Anpassung und hohe Empfindlichkeit gegenüber Kontrasten. Ein kleiner, aber wirkungsvoller Tipp vom Fachmann: Statt rot-weißem Absperrband besser gelb-blaues verwenden, denn Kühe können Rot nicht erkennen. Im Praxisteil im Stall zeigt er, worauf es ankommt. Ruhige Bewegungen, klare Wegeführung und vertraute Strukturen entscheiden darüber, ob Tiere zügig folgen oder blockieren. Im Rettungsgang wird es praktisch: Mit einfachen Mitteln lassen sich Rinder ruhig und sicher lenken, wenn der Fluchtweg vorbereitet ist. Dazu gehören rutschfeste Übergänge, gesicherte Gitter und geschlossene Seitengänge. Entscheidend ist die Reihenfolge: Erst den Weg gegenläufig vorbereiten – Tore öffnen, Seitengänge schließen, dann treiben.
Vorbereitung verschafft Zeit
Brände in der Landwirtschaft sind komplex und leider nicht selten. Eine offizielle Statistik gibt es in Deutschland nicht. Kreisbrandmeister Michael Reitter nennt typische Ursachen, unter anderem technische Defekte, Blitzschlag, Hitzequellen oder Brandstiftung. Umso wichtiger ist eine durchdachte Prävention: von baulichem
Brandschutz über gewartete Technik bis hin zu klar geregelten Zuständigkeiten. Was zunächst nach bürokratischem Aufwand klingt, erweist sich in der Praxis als entscheidender Sicherheitsgewinn: Ein objektbezogener Feuerwehrplan, der Löschwasserstellen, Zufahrten und Sammelplätze für Tiere festlegt, gibt allen Beteiligten Orientierung. Florian Brucker, Kommandant der Walder Feuerwehr, setzt genau hier an. Er kennt seine Betriebe vor Ort, auch den Halmerhof, hält Einsatzpläne aktuell und trainiert regelmäßig gemeinsam mit den Landwirten. Auch Details zählen für ihn: Blinkende Einsatzfahrzeuge mit lautem Warnsignal können Tiere irritieren. Wer das weiß, kann gegensteuern.
Nach vier Stunden haben alle die Erkenntnis: Es zahlt sich aus, wenn man sich vorab Gedanken darüber macht, wie man im Brandfall handeln kann. „Die Veranstaltung war sehr informativ und regt zum Nachdenken für die Maßnahmen auf dem eigenen Hof an“, so das Teilnehmerfeedback.
Muster für Feuerwehrlageplan
Ein Lageplan bietet der Feuerwehr einen schnellen Überblick über das Betriebsgelände, die Zufahrten, Gebäude, Gefahrenbereiche und vorhandene Löschwasserversorgung. Er unterstützt eine rasche Orientierung im Einsatzfall und ist Bestandteil des Feuerwehrplans.
Materialien zu Evakuierung und Brandschutz im Rinderstall
In dem Projekt Rettung von Großvieh bei Brandereignissen der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (Regrobra) wurde untersucht, wie man einem Brand bestmöglich vorbeugen kann, welches Verhalten die Tiere im Brandfall zeigen und wie sie schnellstmöglich evakuiert werden können.
Intro
Die Zukunft der Grünen Branche hängt unmittelbar von der seelischen Gesundheit der darin tätigen Menschen ab. Das war ein Ergebnis unseres Symposiums „Seelische Gesundheit in der Grünen Branche – Erfahrungen. Herausforderungen. Perspektiven.“ am 21. und 22. Mai 2026 in Berlin. Hier diskutierten wir mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Beratung und Praxis über psychische Belastungen in der Grünen Branche, Präventionsansätze und die Zukunft von Familienbetrieben. Schirmherr der Veranstaltung war der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer.
Einig waren sich die Teilnehmenden insbesondere darin, dass politische Weichenstellungen für Prävention, gelingenden Generationenübergang und psychosoziale Stabilität für die Betriebe unumgänglich sind. Für uns als SVLFG ist klar: Wir werden unsere präventiven Angebote ausbauen und weiter auf eine enge Zusammenarbeit mit Politik, Wissenschaft und Praxis setzen.
Diese und weitere Fragen beantwortet unser neuer Flyer „PSA im Pferdesport“ (F50). Kompakt und praxisnah zeigt er, welche Persönliche Schutzausrüstung zu tragen ist und den Beschäftigten zur Verfügung gestellt werden muss – sowohl beim Umgang mit Pferden als auch beim Reiten und Fahren.
Im Fokus steht die Auswahl von Reithelmen und Sicherheitsschuhen, aber auch die Schutzwirkung verschiedener Westen.
Versicherte können seit dem 1. April 2026 ohne Genehmigung der Landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) mit Rehabilitationssport und Funktionstraining starten. Eine ärztliche Verordnung reicht aus; sie wird direkt beim Leistungserbringer vorgelegt und das Training kann sofort beginnen.
Die Abrechnung erfolgt anschließend zwischen Leistungserbringer und LKK.
Wer in der Land- und Forstwirtschaft als Arbeitnehmer rentenversicherungspflichtig beschäftigt war, kann bei der Zusatzversorgungskasse eine Ausgleichsleistung beantragen – vorausgesetzt, es wird eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen und das 50. Lebensjahr war am 1. Juli 2010 vollendet. Zudem muss für die letzten 25 Jahre vor Rentenbeginn eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigungszeit von 180 Kalendermonaten (15 Jahren) in der Land- und Forstwirtschaft bestanden haben.
Personen aus den neuen Bundesländern müssen außerdem nach dem 31. Dezember 1994 mindestens sechs Monate in einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb rentenversicherungspflichtig gearbeitet haben. Auch ehemalige Beschäftigte, die keinen Anspruch mehr auf die tarifvertragliche Beihilfe des Zusatzversorgungswerkes haben, können einen Antrag stellen. Die maximale Leistung beträgt monatlich 80 Euro für Verheiratete und 48 Euro für Ledige. Anträge können bis zum 30. September 2026 gestellt werden. Dies ist aber nur dann maßgebend, wenn bereits eine gesetzliche Rente vor dem 1. Juli 2026 bezogen wurde. Wird der Antrag später gestellt, gehen die Leistungsansprüche vor dem 1. Juli 2026 verloren.
Fragen beantwortet die Zusatzversorgungskasse:
Wer keinen Facharzttermin bekommt, erhält über die Rufnummer 116 117 rund um die Uhr Unterstützung durch die Terminservicestelle.
Diese vermittelt gesetzlich Versicherten – und damit auch Versicherten der LKK – innerhalb einer Woche einen Termin, der spätestens nach vier Wochen stattfinden muss. Ist keiner verfügbar, wird ein ambulanter Krankenhausbesuch organisiert.
Meist ist eine Überweisung mit Dringlichkeitscode nötig; Ausnahmen gelten insbesondere für Haus-, Augen-, Kinder- und Frauenärzte sowie psychotherapeutische Sprechstunden. Mehr Informationen:
Sicherheit
Laut Auswertung der Versicherungskammer Bayern ist die Elektrik in jedem vierten landwirtschaftlichen Betrieb mangelhaft. Dadurch steigen Brandgefahr und Unfallrisiko.
Die Statistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS) zeigt, dass durchschnittlich ein Drittel aller Brandursachen auf Elektrizität zurückzuführen ist.
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen regelmäßig einem Elektro-Check (E-Check) unterzogen werden. Diese Prüfungen müssen für ortsfeste elektrische Anlagen mindestens alle vier Jahre und für ortsveränderliche Betriebsmittel mindestens jährlich durch eine Elektrofachkraft erfolgen. Es liegt in der Verantwortung der Unternehmerin oder des Unternehmers, hierfür rechtzeitig einen Termin zu vereinbaren.
Bei der Prüfung berät die Elektrofachkraft individuell, welche Schutzmaßnahmen im Betrieb notwendig sind. Aber auch zwischen den Prüfterminen ist es wichtig, auf eine intakte und sichere Elektrik im Betrieb zu achten. Elektrische Anlagen und Betriebsmittel altern und verschleißen. Isolationen werden brüchig, alte Schraubklemmen können sich lösen. Solche Mängel können zum elektrischen Schlag sowie zu starker Erwärmung bis hin zu einem Brand führen.
Zu den häufigsten Mängeln zählen defekte FI-Schalter, fehlerhafte Schutzkontakte an Steckdosen oder Mängel an Leuchten. Wir raten deshalb dringend, die regelmäßig vorgeschriebenen Prüfungen ernst zu nehmen. Diese decken Mängel rechtzeitig auf, sodass Sie entsprechende Instandsetzungen veranlassen können. Denn eine mängelfreie E-Technik reduziert das Risiko von Elektrounfällen, Kabelbränden und ähnlichen Vorkommnissen erheblich.
Sicherheitsplus Brandschutz
Brandschutzschalter machen elektrische Anlagen sicherer und zuverlässiger. Sie erkennen gefährliche Fehlerlichtbögen, die zum Beispiel durch beschädigte Kabelisolierungen, gequetschte Leitungen, abgeknickte Stecker, lose Kontaktstellen, aber auch bei qualitativ minderwertigen Elektrogeräten entstehen können. Bei einem Fehler schalten sie ab.
Lichtbögen können Leitungsisolierungen entzünden und so zu einem Kabel- oder gar Gebäudebrand führen. Es gibt zwei Arten von Fehlerlichtbögen: Parallele Fehlerlichtbögen, zum Beispiel durch beschädigte Kabelisolierung oder gequetschte Leitungen. Sie treten zwischen den elektrischen Leitern auf und können von Leitungs- bzw. Fehlerstromschutzschaltern erkannt werden. Serielle Fehlerlichtbögen, zum Beispiel durch lose Kontaktstellen oder abgeknickte Stecker, treten in einem Leiter auf. Sie werden von Leitungs- bzw. Fehlerstromschutzschaltern nicht erkannt. Hierfür dienen Brandschutzschalter. Wir empfehlen diese für Schlafzimmer und Räume oder Orte mit besonderem Brandrisiko. Dazu zählen zum Beispiel:
- Ställe
- Werkstätten, in denen Holzstaub entsteht
- Hallen, in denen Betriebsstoffe und Fahrzeuge untergebracht sind
- Bereiche, in denen – etwa durch Futtermischanlagen – eine hohe Staubbelastung auftritt
- Scheunen und andere Lagerbereiche mit Stroh, Getreide, Futtermittel, Kunstdünger oder Ähnlichem
- Holzgebäude und Gebäude mit alter Bausubstanz
Elektrofachkräfte beraten individuell, für welche Bereiche Brandschutzschalter empfehlenswert sind. Vor Blitzschlag und Überspannung schützen Blitzstromableiter am Hausanschluss, Überspannungsableiter im Sicherungskasten und Überspannungsschutz an Geräteanschlüssen, zum Beispiel an Telefon, Computer oder Fernsehgeräten.I
WICHTIG
Mängel an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln sowie ungenügende oder ungeeignete Schutzmaßnahmen können zu Unfällen, Bränden und Sachschäden führen. Lassen Sie sich von Ihrer Elektrofachkraft und/oder Ihrer Gebäudeversicherung beraten.
Weitere Informationen zu Elektrotechnik und Elektroprüfungen finden Sie hier.
Jeder kennt es: Nach getaner Arbeit kommt man nach Hause, die Ohren klingeln, die letzten Stacheln müssen aus den Fingern gezogen oder das gerötete Auge muss nochmal gründlich ausgespült werden.
Sind Gefährdungen durch technische oder organisatorische Maßnahmen nicht ausreichend reduzierbar, ist eine Persönliche Schutzausrüstung (PSA) unerlässlich. Wichtig zu wissen: PSA-Produkte müssen eine jeweilige Sicherheitsnorm erfüllen sowie eine CE-Kennzeichnung haben, ansonsten ist die Schutzwirkung im schlimmsten Fall nicht gewährleistet. Eine Auswertung der Unfälle (2023–2025), bei denen die notwendige PSA nicht zur Verfügung stand oder nicht getragen wurde, zeigt die Unfallschwerpunkte: Besonders Verletzungen im Fuß- und Beinbereich, aber auch an Händen und Augen, wären bei konsequenter PSA-Benutzung vermeidbar gewesen. In dieser Ausgabe gehen wir auf Hand- und Kopfschutz ein.
Handschutz
Für viele Arbeiten sind Handschuhe gegen mechanische Gefährdungen erforderlich, gut erkennbar am Hammer-Piktogramm. Der klassische, derbe Lederhandschuh genießt nach wie vor hohes Ansehen bei grober Arbeit. Getauchte Handschuhe aus Kunststoff oder Baumwolle zeichnen sich durch besseres Feingefühl und erhöhte Atmungsaktivität aus.
Was viele nicht wissen: Auf dem Handschuh befinden sich Leistungsangaben. Dabei gilt: „Je höher, desto besser“. Der Schutz steigt von 0 bis 5 bzw. von A bis F. Ein X bedeutet, dass der Schutzhandschuh nicht für die Verwendung vorgesehen ist oder nicht getestet wurde. Es ergibt sich also eine Abfolge von vier Zahlen und gegebenenfalls einem Buchstaben. Der Test auf Stoßfestigkeit ist optional und wird an sechster Stelle als P angegeben. Ein Fehlen bedeutet, dass der Test nicht durchgeführt oder nicht bestanden wurde.
Es gibt nicht „den einen Handschuh für alles“: Falls die Hände gegen weitere Risiken geschützt werden müssen (Gefährdungen durch Hitze, Vibrationen, Gefahrstoffe oder Pflanzenschutzmittel), dann achten Sie unbedingt auf die entsprechenden Piktogramme/Handschuhkennzeichnungen.
Wird an Maschinen mit sich drehenden Teilen gearbeitet, bei denen die Gefahr besteht, dass ein Schutzhandschuh erfasst werden kann, zum Beispiel an der Kreissäge, dürfen keine Handschuhe getragen werden!
Mit der geeigneten PSA können Sie langfristige Gesundheitsschädigungen vermeiden. Tragen Sie deshalb, wann immer notwendig, Ihre Persönliche Schutzausrüstung!
DENKEN SSIE AUCH AN DEN HAUTSCHUTZ!
Weil Hände in Handschuhen leicht schwitzen, ist es wichtig, vor und nach der Arbeit geeignete Hautschutz- und Pflegeprodukte zu verwenden. Bei gepflegten Händen haben Risse und Pilzerkrankungen keine Chance.
Kopfschutz
Wem bei Waldarbeiten schon einmal ein Ast auf den Helm gefallen ist, weiß es: Kopfschutz ist unerlässlich! Der Helm hat schon viele Versichersichtbarte vor schlimmen Kopfverletzungen oder gar vor dem Unfalltod bewahrt. Er muss getragen werden, wenn durch Anstoßen oder pendelnde, herabfallende, umfallende oder wegfliegende Gegenstände mit Kopfverletzungen zu rechnen ist, wie bei Bau- und Baumarbeiten. Ausreichenden Schutz bieten meistens Industrieschutzhelme aus thermoplastischen Kunststoffen (zum Beispiel Polyethylen). Die Schutzhelme sollten immer in Signalfarben gehalten sein, damit ihre Träger auch unter schlechten Lichtbedingungen Versichersichtbar sind. Beachten Sie die Herstellerangaben zur Verwendungsdauer. Schutzhelme altern und das mindert die Schutzfunktion. Deshalb gehören sie in der Regel nach spätestens fünf Jahren ersetzt – je nach Nutzungshäufigkeit und Lagerbedingungen. Das Herstellungsdatum ist in die Helminnenseite hineingeprägt.
ZUM DOWNLOAD
Unsere Broschüren Körperschutz (B06) und Hautschutz (B34) gibt es zum Download. In unserem Mediencenter können Sie diese auch bestellen.
Wie die Stadt Bielefeld ihre Gärtner-Azubis begleitet, Verantwortung überträgt und Gesundheit im Alltag selbstverständlich mitdenkt – inspiriert durch das Ausbilderseminar unserer Initiative „AzubiAktiv – fit for green“.
Zwischen historischen Gemüsesorten, Spielplatzbau und Friedhofspflege: Die angehenden Gärtnerinnen und Gärtner der Stadt Bielefeld erleben eine Ausbildung, die nah an der Praxis ist. Zwei Ausbildungsverantwortliche berichten, wie sie eine motivierende Lernumgebung schaffen, warum Fehler ausdrücklich erlaubt sind und welche Rolle Gesundheit und Sicherheit im Ausbildungsalltag spielen.
In der Stadtverwaltung Bielefeld gibt es insgesamt über 30 Ausbildungsberufe. Im Umweltbetrieb sind Sandra Möller und Malte Ihlenfeld für die Fachrichtung Gärtner/Gärtnerin im Garten- und Landschaftsbau zusammen mit einem weiteren Meister und drei Praxisanleitern zuständig. Aktuell betreuen sie 20 Auszubildende, darunter auch dual Studierende und Werker. Die Azubis arbeiten hier „wie in einem kleinen mittelständischen Betrieb“: Wege und Plätze anlegen, Spielgeräte montieren, Maßnahmen in Schulhöfen, Kindergärten oder bei technischen Anlagen der Stadt umsetzen. Ein besonderer Lernort ist der Tierpark Olderdissen mit einem historischen Garten, in dem alte Gemüsesorten angebaut werden und den die Auszubildenden pflegen. Dazu kommen Projekte wie die Pflege zweier Friedhöfe sowie ein eigener Schulgarten am Betriebshof mit mindestens 50 prüfungsrelevanten Pflanzen, die beschildert sind.
Ankommen statt nur Anfangen
Motivationsprobleme kennen die beiden Ausbildungsverantwortlichen kaum. Sie führen das vor allem auf das Miteinander und das Onboarding zurück. Im Team herrscht eine positive Grundstimmung, man kennt sich, trifft sich auch mal privat, und neue Azubis werden bewusst in diese Arbeits- und Kommunikationskultur hineingenommen. So entsteht eine Kultur der Zugehörigkeit, die die Motivation fast nebenbei trägt. Das sind die wichtigsten Bausteine:
- Kennenlern-Aktion vor Ausbildungsbeginn (darunter Grillabend mit Kennenlernspielen), damit der erste Arbeitstag nicht ins Unbekannte führt.
- Am ersten Tag warten bereits ein kompletter Kleidungssatz, ein persönlicher Spind mit Namen, die Einteilungstafel mit Eintrag. „So sind sie schon sichtbar Teil des Teams“, sagt Sandra Möller.
- Viele kommen freiwillig früher, trinken gemeinsam Kaffee und erleben: „Man freut sich, dass ich da bin.“
- Das Bielefelder Personalamt unterstützt das Onboarding zum Beispiel mit Geburtstags- und Weihnachtskarten für die zukünftigen Auszubildenden.
Verantwortung lernen
Eigenverantwortung ist für viele Jugendliche zunächst ungewohnt – selbst eine eigenständige Krankmeldung kann ein großer Schritt sein. Deshalb setzen die Bielefelder auf behutsames Heranführen: In den höheren Lehrjahren übernehmen Auszubildende freitags eigenständig eine Pflegerunde und nehmen die Jüngeren mit. Schritt für Schritt wachsen sie so in Verantwortung hinein – für Aufgaben, Material, Zeitplanung und füreinander.
Fehler sind hier Teil des Lernens. „Auszubildende dürfen und müssen Fehler machen“, betont Malte Ihlenfeld. Manchmal lässt man sie sogar bewusst in einen absehbaren Fehltritt gehen, um das Ergebnis gemeinsam zu reflektieren. Entscheidend ist: Niemand muss Angst vor Konsequenzen haben – weder bei schief gesetzten Kantensteinen noch bei einer Beule im Fahrzeug. Getragen wird diese Haltung von einer klaren Feedbackkultur. Am Ende jeder Woche gibt es ein offenes Baustellen-Feedback – in beide Richtungen. Auch Kritik an den Praxisanleitern darf ruhig mal ausgesprochen werden. Die Meister sind ebenso offen für Kritik wie auch für Veränderungsvorschläge.
Gesundheit und Arbeitssicherheit sind fester Bestandteil der Ausbildung. Pausenregelungen, insbesondere für Minderjährige, werden konsequent eingehalten, ebenso Pflicht- und Angebotsvorsorge durch die arbeitsmedizinische Betreuung. Die Stadt stellt von Beginn an eine hochwertige Persönliche Schutzausrüstung (PSA) bereit – abgestimmt auf Jahreszeit und Witterung, inklusive Waschservice. Ab em zweiten Lehrjahr gehört auch die PSA für Motorsägearbeiten dazu. In den Sommermonaten sind Sonnenschutz und Trinkwasser auf jedem Fahrzeug selbstverständlich. Ergänzt wird dies durch ein Hautschutzprogramm sowie Insektenschutzmittel. Die Einhaltung der PSA-Vorgaben ist verbindlich und wird von den Auszubildenden gut akzeptiert, nicht zuletzt aufgrund der hohen Qualität und des Tragekomforts der Ausstattung.
Ein weiterer Baustein sind lückenlose Erste-Hilfe-Kompetenzen: Alle Azubis und alle Praxisanleiter werden zu Ersthelfern geschult. Statt eines Standardkurses werden die typischen Verletzungen im Garten- und Landschaftsbau realitätsnah trainiert. Der Fuhrpark ist mit Augenspülungen, Kühlpacks und mobilen Verbandkästen ausgestattet.
Was Ausbilder mitnehmen
Am Ende des Gesprächs bleiben zwei einfache, aber zentrale Prinzipien, die auch in unserem Seminar „AzubiAktiv – Ausbilder im Fokus“ immer wieder aufgegriffen werden:
- Empathie: Die Lebenssituation junger Menschen ernst nehmen, individuelle Startbedingungen sehen und Entwicklungsschritte bewusst begleiten.
- Kommunikation: Täglich im Gespräch bleiben, Aufgaben erklären, Sinnzusammenhänge herstellen, Feedback geben – und auch Kritik der Auszubildenden als Entwicklungschance nutzen.
ZUR SEMINARANMELDUNG
Hier können Sie sich für das Seminar "AzubiAktiv - Ausbilder im Fokus" anmelden.
Unfallgeschehen
Dieser eine Moment
In dieser Serie berichten wir über Arbeits- und Wegeunfälle, die sich in der Praxis ereignet haben, und erklären, wie solche Situationen verhindert werden können.
Zwei Mitarbeiter verluden in einer Halle gelagertes Getreide mit einem Teleskoplader. Als der Fahrer des Teleskopladers rückwärts setzte, übersah er seinen Kollegen und überrollte ihn. Beckenfrakturen waren die Folge.
SO GEHT ES BESSER
Vor Arbeiten mit fahrenden Maschinen müssen klare Absprachen getroffen werden, um sicherzustellen, dass sich niemand im Gefahrenbereich aufhält. Zudem muss der Fahrer beim Rückwärtssetzen besonders aufmerksam sein. Eine Kamera mit Personenerkennung hätte in diesem Fall das Unfallrisiko erheblich mindern können.
Mutterkuh greift an
Ein Landwirt wollte ein neugeborenes Kalb auf einer Weide behandeln. Dabei wurde er von der Mutterkuh angegriffen und im Brustbereich schwer verletzt.
SO GEHT ES BESSER
Mutterkühe haben gegenüber ihren Kälbern einen natürlichen Schutzinstinkt. Die Kälber sollten nie alleine markiert oder behandelt und die Alttiere vorab fixiert werden, zum Beispiel in einer Futterraufe mit Sicherheitsfangfressgittern. Ebenso hilft ein am Frontlader angebrachter Kälberfangkorb, mit dem das Kalb separiert und dann behandelt werden kann.
Um einen Garten zu gestalten, wurde ein Sickerschacht für das Oberflächenwasser von 4,5 Metern Tiefe und 25 Quadratmetern Grundfläche aus-gehoben. Die Grubenböschungen waren senkrecht und ohne Sicherung ausgeführt worden. Als zwei Mitarbeiter die Schachtringe setzen wollten, brach die Grube ein und verschüttete einen darin stehenden Arbeiter. Bei seiner Bergung war er bereits leblos; auch die Reanimationsversuche blieben erfolglos.
FÖRDERZUSCHUSS
Mit unserem Prämiensystem fördern wir den Neukauf ausgewählter Präventionsprodukte mit insgesamt vier Millionen Euro. Für jede Branche ist etwas dabei.
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Mehr dazu unter: https://www.svlfg.de/praemiensystem
Gesundheit
Interview mit Univ. Prof. Dr. med. Brit Mollenhauer
Chefärztin der Paracelsus Elena Klinik in Kassel, Spezialistin für die Parkinson-Erkrankung und Beraterin im Gremium der Michael-J.-Fox-Stiftung für Parkinson-Forschung
Parkinson ist eine Erkrankung mit vielen Facetten. Wir sprachen mit der Chefärztin der Paracelsus Elena Klinik und Parkinson-Expertin Prof. Dr. Brit Mollenhauer über das Leben mit einer Diagnose, die den Alltag verändert.
Was passiert im Körper eines Parkinson-Patienten?
Der Körper produziert in den Zellen Eiweiße, also Proteine. Bei Parkinson kommt es zu einer Fehlfaltung beziehungsweise Verklumpung des Eiweißes Alpha-Synuclein, das bei der Signalübertragung zwischen den Nervenzellen eine entscheidende Rolle spielt. Das verklumpte Eiweiß lagert sich in den Nervenzellen ab, die dadurch immer schlechter funktionieren und letztendlich absterben. Hauptsächlich betroffen sind dopaminproduzierende Nervenzellen. Dadurch mangelt es den Betroffenen an Dopamin, einem wichtigen Botenstoff, der flüssige Bewegungen ermöglicht. Diese Verklumpung des Eiweißes beginnt bereits viele Jahre vor den ersten Krankheitssymptomen. Beim Auftreten der Symptome sind bereits 70 Prozent der Zellen betroffen und die Erkrankung ist weit fortgeschritten.
Welche Auslöser tragen zur Entstehung von Parkinson bei?
Der genaue Auslöser der Erkrankung ist noch nicht bekannt. Bei der Entstehung der Erkrankung können zum Beispiel der intensive Kontakt mit Pestiziden, mechanische Hirnverletzungen, Viruserkrankungen oder erbliche Faktoren eine Rolle spielen. Auch Übergewicht und Diabetes können eine Parkinsonerkrankung begünstigen.
Welche Anzeichen machen hellhörig?
Erste Anhaltspunkte sind vor allem nicht-motorische Symptome: Riechstörungen, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen in Form von Traumschlaf-Verhaltensstörungen, selten harter Stuhlgang. Bei der Traumschlaf-Verhaltensstörung agieren die Betroffenen sehr aktiv im Schlaf, schreien, bewegen sich derart, dass es zu Stürzen aus dem Bett kommen kann. Diese nicht-motorischen Symptome können Risikopersonen identifizieren, auch wenn noch keine motorischen Symptome vorkommen. Mit einer neurologischen Untersuchung werden dann die motorischen Symptome untersucht, zum Beispiel das Ruhezittern, die Bewegungsfähigkeit von Händen und Fingern sowie die Muskelsteifigkeit. Wenn motorische Symptome auftreten, spricht man von einer (manifesten) Parkinsonkrankheit.
Wie sieht die Behandlung aus?
Ziel ist es, die Erkrankung oder das Erkrankungsrisiko früh zu erkennen und eine Therapie einzuleiten. Parkinson ist eine fortschreitende, nicht heilbare Erkrankung. In den ersten Jahren, der sogenannten „Honey-Moon-Phase“, ist Parkinson noch gut zu behandeln. Mit Medikamenten erreicht man eine fast normale Leistungsfähigkeit der Patienten. Im späteren Krankheitsverlauf ändert sich das.
Woran liegt das?
Das Problem ist, dass die Nervenzellen über Rezeptoren verfügen, die gebraucht werden, um die Medikamente aufnehmen zu können. Diese Nervenzellen werden aber durch Parkinson so geschädigt, dass die Medikamente irgendwann nicht mehr genügend Rezeptorbindung bekommen. Nach einigen Jahren brauchen Betroffene dann andere Medikamente, und die Einnahmefrequenz muss erhöht werden. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung können Patienten verschiedene Medikamente benötigen. Viele davon machen müde, da sie den Blutdruck senken. Die Frequenz und die Nebenwirkungen auf den Alltag abzustimmen, ist nicht einfach. Eine alternative Therapie-Option kann eine Levodopa-Pumpe sein. Die Pumpe gibt über eine Sonde das Medikament Levodopa in den Dünndarm oder das Unterhautfettgewebe ab und sorgt für einen stabileren Dopamin-Spiegel im Gehirn. Dadurch benötigen die Patienten weniger Tabletten. Eine weitere Therapie-Option im mittleren bis fortgeschrittenen Stadium kann die tiefe Hirnstimulation sein, bei der durch eine neurochirurgische Operation ein „Hirnschrittmacher“ eingesetzt wird. Dieser stimuliert die Aktivität bestimmter Gehirnzellen und verbessert so die Signalweiterleitung, was motorische Symptome lindert.
Welche Behandlung hilft im fortgeschrittenen Stadium?
Bei fortgeschrittenem Parkinson gibt es die Möglichkeit einer Multimodalen Komplextherapie. Dabei handelt es sich um ein voll- oder teilstationäres, individuell abgestimmtes Therapie-Programm mit medikamentöser Einstellung sowie Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Psychotherapie. Dieses standardisierte, gesetzlich verankerte Angebot ist in dem Umfang im weltweiten Vergleich einzigartig in Deutschland und wird einmal jährlich von den Krankenkassen übernommen. In Parkinson-Fachkliniken, wie der Paracelsus Elena Klinik, wird dieses Programm in einem Aufenthalt von etwa 18 Tagen angeboten. Ergänzend spielt eine speziell für Parkinson entwickelte Physiotherapie eine Rolle, die über die reguläre Physiotherapie hinausgeht.
Warum ist Physiotherapie relevant?
Parkinson-Betroffene kämpfen mit Muskelsteifigkeit und Bewegungs-verlangsamung. Die Feinmotorik wird schwieriger, die Muskeln sind dauerhaft angespannt und können verkrampfen und schmerzen. Das führt im Falle der Rumpfmuskulatur oft zu einer gebeugten Haltung, was die Menschen kleiner erscheinen lässt. Die Gelenksteifigkeit erschwert das Aufrichten und Gehen. Physiotherapie kann dem entgegenwirken.
Wie erleben Sie die psychische Dimension der Erkrankung?
Parkinson verändert den kompletten Alltag. Wie Betroffene damit umgehen, ist auch eine Einstellungssache. Bei mir waren schon Menschen in Behandlung, die erst 40 Jahre alt oder jünger waren. Da ist der Einschnitt im Leben nochmals gravierender als bei Patienten im fortgeschrittenen Alter. Hinzu kommen die On- und Off-Pha-sen der Erkrankung, mit denen Parkinsonpatienten zu kämpfen haben. In den On-Phasen geht es den Betroffenen gut, in den Off-Phasen eben nicht. Es gibt Phasen mit vielen Schwankungen, auch innerhalb eines einzigen Tages. Ein Mangel an Dopamin kann zudem depressiv machen.
Was steigert das Wohlbefinden?
Der Kontakt zu Gleichgesinnten ist wichtig. Es gibt zahlreiche Selbsthilfegruppen in Deutschland. Genauso wichtig ist Sport, wie Nordic Walking, Yoga oder Slow Jogging. Bei PingPongParkinson Deutschland e. V. spielen Parkinson-Patienten Tischtennis, auch Boxen wird oft angeboten. Hilfsmittel wie Rollatoren oder Gehstöcke helfen generell im Alltag. Positive Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf hat auch der persönliche Lifestyle: gesunde, mediterrane und fleischarme Ernährung, ausreichender Schlaf, kein Stress oder Alkohol und eine Stunde Sport am Tag.
Wie gut ist unsere Gesellschaft auf Menschen mit Parkinson vorbereitet?
Hochrechnungen ergeben, dass sich die Anzahl an Parkinson-Erkrankten bis 2040 verdoppeln wird. Das liegt auch daran, dass wir immer älter werden. Gut vorbereitet sind wir darauf nicht. Es gibt zu wenig niedergelassene Neurologen, viele Patienten bekommen erst nach langer Zeit einen Termin. Dabei ist die Frühdiagnostik wichtig. Zum Glück gibt es in Deutschland die Parkinson-Fachkliniken. Die Paracelsus Elena Klinik in Kassel, bei der ich tätig bin, ist die Parkinsonklinik mit der längsten Erfahrung in Deutschland. Wir sind eine Akutklinik mit eigener Ambulanz und einem angegliederten MVZ, in dem neurologische Patienten auch außerhalb eines stationären Aufenthaltes betreut werden. Zudem haben wir ein angegliedertes Studienzentrum.
Wie sind Sie zu Parkinson als Spezialgebiet gekommen?
Ich habe in Göttingen Medizin studiert und im Jahr 2000 abgeschlossen. Während meiner Facharztausbildung in Neurologie bin ich mit der damaligen Chefärztin der Paracelsus Elena Klinik in Kontakt gekommen. Dadurch wurde ich auf ein Projekt in der Harvard Medical School aufmerksam und erhielt ein Postdoktorandenstipendium für weitere Forschungen zu Parkinson. Hier konnte ich ein Forschungsprogramm ausarbeiten, das sich auf die Entwicklung von Biomarkern zur Früherkennung konzentriert und das Fortschreiten von Parkinson abbildet. Von Harvard kam ich 2007 dann der Familie wegen als Fachärztin nach Kassel Harleshausen und an die Elena Klinik. Auch heute noch ist die Forschung wichtig für mich. Deshalb habe ich eine Arbeitsgruppe an der Universitätsmedizin Göttingen mit einem eigenen Labor und ich bin unter anderem Beraterin im Gremium der Michael-J.-Fox-Stiftung für Parkinson-Forschung. Seit 2022 bin ich Chefärztin der Paracelsus Elena Klinik.
Worauf richten sich in der Forschung derzeit die größten Hoffnungen?
Es gibt viele Ansätze. Klinische Studien testen derzeit zum Beispiel, ob Antikörper oder kleine Moleküle die schädlichen Eiweißablagerungen reduzieren und so das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können. Dazu müssen wir mit den Medikamenten in die Zelle rein, was früher nicht möglich war, ohne sie zu schädigen. Heute funktioniert das. Das ist eine große Chance für die Erforschung der Parkinson-Krankheit. Auch die Gentherapie und Stammzellforschung machen Fortschritte, damit wir in Zukunft die Parkinsonkrankheit heilen oder zumindest verlangsamen können.
Vielen Dank für das Gespräch.
TELEFFONISCHE PARKINSON-SPRECHSTUNDE
Die Paracelsus Elena Klinik bietet jeden Montag von 14:00 bis 15:00 Uhr unter Tel. 0561 6009-275 eine telefonische Parkinson-Sprechstunde mit Univ. Prof. Dr. med. Brit Mollenhauer an. Auch Versicherte der Landwirtschaftlichen Krankenkasse können dieses Angebot kostenfrei nutzen.
Alles was man schieben und ziehen kann, sollte man nicht tragen. Warum? Das Tragen schwerer Lasten führt auf Dauer zu einer starken Belastung des Muskel-Skelett-Systems.
Je nach individueller Voraussetzung können Heben und Tragen im Arbeitsalltag insbesondere bei Arbeitsspitzen zu einer Überlastung führen. Das fördert eine rasche Ermüdung der Muskulatur oder schmerzhafte Verspannungen. Die daraus resultierenden Fehl- oder Schonhaltungen begünstigen einen meist schmerzhaften Verschleiß der Gelenke.
Eine volle Kiste mit Spargel wiegt 15 bis 20 Kilo. Dieses Gewicht sollte man, wenn möglich, überhaupt nicht tragen, sondern mit Hilfe einer Karre bewegen. Gleiches gilt bei der Erdbeerernte. Über den Arbeitstag hinweg summiert sich das Lastgewicht, sodass das Nutzen einer Karre oder eines Erntewagens eine echte Entlastung darstellt. So können Sie die Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten und negative Auswirkungen auf den Körper reduzieren.
Zum Lastgewicht kommen oft lange Wege, die mit Hilfe eines Erntewagens schonend und schneller zurückgelegt werden können. Durch das Nutzen eines Wagens hat man die Hände frei und eine bessere Sicht auf den Untergrund. So lassen sich Stolperunfälle reduzieren; der Nutzen eines Erntewagens lohnt sich damit mehrfach.
Vielfältige Auswahl
Der Markt bietet unzählige Modelle an Karren und Wagen für alle Gegebenheiten und Obst- oder Gemüsesorten. Auch für die Ernte von Erdbeeren und Spargel gibt es geeignete Modelle. So ist es möglich, mit einem speziellen Erdbeerpflückwagen sitzend direkt über die Reihen zu fahren und dabei die Beeren zu ernten. Dadurch wird dauerhaftes Bücken vermieden. Manche dieser Modelle bieten sogar die Option, einen Sonnenschirm anzubringen, sodass auch ein wirksamer UV-Schutz gegeben ist.
Eine weitere Entlastung bieten Wagen, die das Anheben von Folienabdeckungen erleichtern.
Erntewagen und weitere ergonomische Arbeits- und Hilfsmittel finden Sie hier:
Leben
Berufsbegleitung
Ein Unfall, der alles verändert. Ein junger Mann, der trotzdem zurück auf den Traktor findet. Was nach einem fast unmöglichen Weg klingt, wird auf dem Heckenaschbacherhof Realität.
Ein kühler Maimorgen auf dem Hof in Contwig. Leichter Nebel liegt über den Wiesen, irgendwo schnauben Pferde. Dann setzt sich ein Traktor in Bewegung. Am Steuer sitzt Sven Kelsch. Konzentriert lenkt er die Maschine über den Hof. Dass dieser Moment wieder möglich sein würde, war lange unvorstellbar. Am Abend des 3. Januar 2013 verändert ein Unfall sein Leben. Der 16-Jährige ist mit dem Motorroller auf dem Heimweg von seinem landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb, als es auf einer Landstraße zum Frontalzusammenstoß mit einem Auto kommt. Sven erleidet schwerste Verletzungen, ein Polytrauma mit Querschnittlähmung unterhalb des zehnten Brustwirbels. Monate im Krankenhaus folgen, intensive Rehabilitation, schließlich die Gewissheit: Sven wird dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen sein. Danach beginnt ein langer, mühsamer Weg zurück in ein selbst bestimmtes Leben.
Unsere Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft (LBG) begleitet ihn von Anfang an – organisiert medizinische Versorgung, unterstützt bei Hilfsmitteln und plant gemeinsam mit ihm die nächsten Schritte. Es geht nicht nur um Rehabilitation, sondern um Teilhabe und berufliche Perspektiven.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der Heckenaschbacherhof. Seit seiner Kindheit verbringt Sven hier Freizeit und Ferien. Familie Schütz hat den ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb mit 100 ha Grünland zu einem Reiter-und Landhof mit Pensionstierhaltung und Veranstaltungsmanagement ausgebaut. Dieser Hof ist für Sven Heimat, Arbeitsplatz und soziales Umfeld zugleich. Dort will er leben. Deshalb erfolgt ein barrierefreier Umbau mit Einbau eines Plattformlifts, Badanpassung und Wohnraumumgestaltung. Da eine Fortsetzung seiner Arbeit in der Landwirtschaft zunächst nicht möglich zu sein scheint, beginnt er die kaufmännische Ausbildung. Doch er merkt: Das ist nicht seine Welt. Er will zurück in die Landwirtschaft. Der Weg dorthin bleibt schwierig. Gesundheitliche Rückschläge werfen ihn immer wieder zurück, schließlich muss ihm nach einer schweren Entzündung das rechte Bein unterhalb des Knies amputiert werden.
Zurück auf den Fahrersitz
Trotzdem hält Sven an seinem Wunsch fest, praktisch auf dem Hof zu arbeiten. Morgens um sieben beginnt sein Arbeitstag im Pferdestall. Vom Rollstuhl aus mistet er die Boxen aus. Seine Kollegen wissen, was er kann und was er nicht kann. Sie unterstützen dort, wo Hilfe nötig ist. Die GmbH schafft eine ferngesteuerte Mulchraupe an, die Sven aus seinem umgebauten Kfz bedienen kann, um selbstständig Freischneidearbeiten an Hängen auszuführen. Doch sein großer Traum bleibt das Traktorfahren. Gemeinsam mit Dieter Schütz und Reha-Manager Thorsten Götz wächst schließlich eine Idee: Sven soll wieder mit dem Traktor arbeiten können. 2025 wird daraus Realität. Familie Schütz kauft einen modernen Mittelklassetraktor, der speziell auf seine Bedürfnisse umgebaut wird. Die LBG übernimmt die Kosten für den Umbau. Eine Einstiegshilfe mit Lift ermöglicht Sven den Wechsel vom Rollstuhl in die Kabine. Bedienelemente wie der Bremshebel werden angepasst, Funk und Handy sorgen für zusätzliche Sicherheit bei Alleinarbeit.
Heute mulcht, mäht, wendet und schwadert Sven wieder regelmäßig mit dem Traktor. Rückfahrkamera und großes Display helfen ihm bei der Arbeit mit den Anbaugeräten. Oft sitzt er mehrere Stunden auf dem Traktor. Stolz zeigt er, wie er selbstständig vom Rollstuhl auf den Liftsitz wechselt, in die Kabine hochfährt, sich auf den Fahrersitz umsetzt und den Motor startet. „Er hat sich schnell daran gewöhnt – und er ist glücklich“, freut sich das Team. Nach der Arbeit manövriert Sven den großen Traktor so präzise neben seinen bereitstehenden Rollstuhl, dass er anschließend auch den Rückweg ohne Unterstützung selbstständig bewältigen kann. Mit der Zugmaschine kann jeder Kollege fahren, nicht nur Sven – gepflegt und sauber gehalten wird er jedoch ausschließlich von ihm. Der Traktor bedeutet für Sven Selbstständigkeit und die Rückkehr zu einer Arbeit, die ihm wichtig ist und persönliche Erfüllung gibt.
Mit der Drohne im Einsatz
Auch außerhalb des Hofs begeistert sich Sven für Technik. Mit seiner Drohne unterstützt er Landwirte und Jäger bei der Rehkitzsuche vor der Mahd. „Neue Technik? Kein Problem, da bin ich voll drin“, sagt er lachend. Besonders im Mai steht das Telefon kaum still. Dann fährt er zu den Einsatzorten, steuert die Drohne über die Grünflächen und überwacht die Wärmebilder in Echtzeit. So kann er Rehkitze frühzeitig lokalisieren und dazu beitragen, die Tiere vor Verletzungen bei der Mahd zu schützen. Die Bilanz für dieses Jahr ist beeindruckend: Dank Svens Engagement konnten bereits 104 Rehkitze rechtzeitig entdeckt und gesichert werden. Im Herbst hilft er außerdem dabei, Wildschweine in Maisbeständen aufzuspüren.
Auch der Heckenaschbacherhof entwickelt sich stetig weiter. Senior Schütz hat noch viele Ideen. Aktuell entsteht ein neuer Mitarbeiterbereich. Reha-Manager Götz begleitet die bauliche Gestaltung. So wird durch die LBG unter anderem sichergestellt, dass der Eingang zu den Gemeinschaftsräumen künftig über einen Hublift erreichbar ist und sowohl die Türanlagen als auch der Sanitärbereich barrierefrei gestaltet werden. Svens Geschichte zeigt, wie viel möglich werden kann, wenn medizinische Versorgung, berufliche Wiedereingliederung, persönliche Unterstützung und Willensstärke zusammenspielen. Vor allem aber zeigt sie, dass Teilhabe individuelle Lösungen braucht – und Menschen, die sie gemeinsam möglich machen.
"Der ganze Kurs ist eine absolut sinnvolle Sache"
Ein ehemaliger Raumfahrer in einem Kurs zur Sturzvermeidung? Klaus-Dietrich Flade hat am Programm „Trittsicher in die Zukunft“ teilgenommen. Im Interview schildert er gemeinsam mit Übungsleiterin Bettina Heidler-Wolf seine Eindrücke.
Herr Flade, Sie sind einer der wenigen Deutschen und Menschen überhaupt, die als Astronaut im Weltall waren. Das war vor 30 Jahren. Vor kurzem haben Sie – inzwischen 73-jährig – an dem Kurs „Trittsicher in die Zukunft“ der SVLFG im bayerischen Bad Wöhrishofen teilgenommen. Wie fanden Sie die Übungen?
Man denkt am Anfang gar nicht darüber nach, dass man mit diesen Schrittübungen Automatismen im Körper reaktiviert. Im Kurs werden die Reflexe geschult. Dann kommen auch noch Denkaufgaben dazu und die Bewegung „passiert“ automatisch. Ich war erstaunt, dass das funktioniert.
Natürlich kann ein Kurs über neun Wochen keine Wunder bewirken. Er dient als Hinführung für das Training zu Hause. Sind Sie noch dabei?
Mir helfen die Übungen, weil ich merke, wo ich unsicher bin. Ich mache das Programm auch jetzt noch, nach einem Jahr, als Prävention. Und ich gehe jeden Morgen sportlich spazieren, so dass der Puls ein wenig hochgeht. Ohne das geht das ganze Training in den Wind.
Ein anderes, wichtiges Thema ist Einsamkeit im Alter. Auch wenn der Kurs andere Kernziele verfolgt, bietet das Zusammenkommen in Gruppen die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen. Haben Sie noch Kontakt mit anderen Kursteilnehmenden?
Wir haben alle Kontakt, auch mit denen, die schon aufgeben wollten. In unserer Gruppe kommt es häufig vor, dass man einfach mal irgendwen anruft und fragt: ‚Du, wie geht es dir heute?‘ Und schon ist der andere wieder ein bisschen motiviert.
Gab es im Projekt „Trittsicher in die Zukunft“ etwas, das Sie besonders überrascht hat?
Das Programm ist genial. Mich haben diese kleinen Tippübungen überrascht, weil man mit so wenig Aufwand die Reflexe trainiert und damit einen Sturz vermeiden kann. Der ganze Kurs ist eine absolut sinnvolle Sache.
"Das Thema betrifft jeden. Es geht um Selbstständigkeit und Selbstverwirklichung.“
Wenn die Physiotherapeutin Bettina Heidler-Wolf über ihre Trittsicher-Kurse spricht, leuchten ihre Augen: man merkt schnell, dass sie absolut von dem Kurskonzept überzeugt ist.
Warum sollte sich jeder frühzeitig mit Sturzprävention beschäftigen?
Das ist ganz einfach: Vorsorge ist immer besser als Nachsorge. Ab dem 60. Lebensjahr verliert der Körper jährlich bis zu zwei Prozent an Muskelkraft. Ohne Training verschlechtert sich also der körperliche Zustand allein durch den natürlichen Alterungsprozess. Dadurch bin ich auch automatisch sturzgefährdeter. Deshalb geht Sturzprävention jeden an.
Gab es im Projekt „Trittsicher in die Zukunft“ Erkenntnisse, die Sie persönlich überrascht haben?
In der ersten Stunde werden motorische Tests gemacht, die in der letzten Stunde wiederholt werden. Alle in meinen Gruppen haben sich verbessert. Das hat mich beeindruckt. Und ich habe so viele schöne Rückmeldungen bekommen: von ‚Ich fahre wieder Fahrrad‘ über ‚Ich bin seit Trittsicher nicht mehr gefallen‘ bis zu ‚Ich bin flotter unterwegs und bei einem Benefiz-Lauf über fünf Kilometer ins Ziel gekommen‘.
Welche Bedeutung messen Sie digitalen Kursangeboten bei?
Ich komme jetzt nicht von der technisch versierten Seite, aber ich möchte diesen Kurs mit Tablet nicht missen, weil es ein Gewinn auf beiden Seiten war, für mich und für die Teilnehmenden. Sie haben über das Tablet Fähigkeiten gewonnen, die sie sonst nicht erlangt hätten. Wenn etwas Positives verankert wird, dann trauen sich die Älteren auch an andere digitale Sachen wie zum Beispiel ein Smartphone.
Warum lohnt es sich aus Ihrer Sicht, am „Trittsicher in die Zukunft“-Programm teilzunehmen?
Man kann nur gewinnen. Das Thema betrifft jeden. Es geht um Selbstständigkeit und Selbstverwirklichung, dass man sein Leben lebenswert und eigenständig gestalten kann.
360 Grad
Im Juli und August erhalten alle Mitglieder der LBG ihren Beitragsbescheid. Der darin ausgewiesene Betrag ist bis zum 15. September zu zahlen.
Mit dem Beitrag werden die Ausgaben des Jahres 2025 auf die Mitglieder umgelegt. Das Umlagesoll steigt um 5,9 Prozent auf 1,136 Milliarden Euro. Im letzten Jahr konnte es noch um 5,3 Prozent gesenkt werden. Hintergrund sind insbesondere gestiegene Aufwendungen für Leistungen an Versicherte sowie weitere Investitionen in Prävention und die Betreuung der Versicherten. Dies macht eine Anpassung der Grundbeiträge um 11,1 Prozent erforderlich.
Beitragsgrundlagen
Wie in jedem Jahr berücksichtigen die Beitragsberechnungen für rund 1,4 Millionen Mitglieder die Verhältnisse des Vorjahres. Dazu gehören neben den Ausgaben auch die relevanten Flächen- und Tierbestände sowie die aktuellen Arbeitswerte und Lohnsummen.
Ebenso fließen die Unfallentwicklung sowie die tatsächlichen Leistungsaufwendungen des Jahres 2025 in den einzelnen Risikogruppen und Produktionsverfahren in die Beitragsberechnung ein.
Im Vergleich zum Vorjahr liegt den Beitragsrechnungen laut Beschluss des Vorstands der SVLFG Folgendes zugrunde:
- 1,136 Milliarden Euro Umlagesoll inklusive Betriebsmittelzuführung von 52 Millionen Euro (+5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr),
- angepasste Grundbeiträge (+11,1 Prozent),
- ein auf 7,49 Euro angepasster Hebesatz (Vorjahr 7,20 Euro),
- bei unveränderten Bundesmitteln von 119 Millionen Euro eine etwas geringere Entlastungswirkung der Bundesmittel (19,15 statt 20,04 Prozent) aufgrund des steigenden Umlagesolls.
Umlagesoll
Für Leistungen an Versicherte wurden im Jahr 2025 rund 43 Millionen Euro mehr aufgewendet als im Vorjahr. Die Ausgabensteigerungen umfassten insbesondere die ambulante Heilbehandlung, stationäre Behandlung, Verletztengeld, die sonstigen Heilbehandlungskosten, die Renten und die Prävention. Erstmals entstanden für die neue Berufskrankheit Parkinson Leistungsaufwendungen von 20,6 Millionen Euro.
Grundbeiträge
Die Grundbeiträge haben sich in den vergangenen Jahren unterschiedlich entwickelt. Für 2025 ist – nach Senkung um 5,4 Prozent in 2023 und Erhöhung um 3,9 Prozent in 2024 – eine Erhöhung um 11,1 Prozent nötig. Dies gilt sowohl für den Mindest- als auch für den Höchstgrundbeitrag. Ursache hierfür sind insbesondere höhere Aufwendungen für Präventionsmaßnahmen sowie allgemeine Verwaltungsaufgaben. Die Grundbeiträge liegen künftig zwischen 98,04 und 392,18 Euro.
Hebesatz und Risikobeitrag
Zur Berechnung der risikobezogenen Beitragsteile werden die Leistungsaufwendungen und die Berechnungseinheiten nach den Unternehmensverhältnissen des Jahres 2025 berücksichtigt. Je nach Produktionsverfahren entwickeln sich diese Beitragsteile unterschiedlich. In vielen Produktionsverfahren gleichen sich Veränderungen über mehrere Jahre hinweg teilweise wieder aus.
Wie entwickelt sich der Beitrag?
Eine pauschale Antwort auf diese Frage ist auch in diesem Jahr schwer, da sich die Unternehmen überwiegend aus mehreren Risikogruppen und Produktionsverfahren zusammensetzen.
Aufgrund der höheren Leistungsaufwendungen und des gestiegenen Umlagesolls werden viele Unternehmen in diesem Jahr einen höheren Beitrag feststellen. Wie stark sich dies im Einzelfall auswirkt, hängt jedoch wesentlich von den individuellen Unternehmensverhältnissen und der Entwicklung der jeweiligen Risikogruppen ab.
BEITRÄGE – WOFÜR?
Seit mehr als 130 Jahren übernimmt die LBG die Haftung der Landwirte für Arbeitsunfälle sowie Berufskrankheiten der im Unternehmen tätigen Arbeitnehmer und mitarbeitenden Familienangehörigen und schützt zugleich den Landwirt selbst. Diese Versicherungsfälle müssen daher nicht aus Mitteln des Betriebes entschädigt werden, sondern werden von der Berufsgenossenschaft getragen.
Ein aktuelles Beispiel aus unserer Solidargemeinschaft finden Sie hier:
Beiträge - wofür?
Seit mehr als 130 Jahren übernimmt die LBG die Haftung der Landwirte für Arbeitsunfälle sowie Berufskrankheiten der im Unternehmen tätigen Arbeitnehmer und mitarbeitenden Familienangehörigen und schützt zugleich den Landwirt selbst. Diese Versicherungsfälle müssen daher nicht aus Mitteln des Betriebes entschädigt werden, sondern werden von der Berufsgenossenschaft getragen.
Ein aktuelles Beispiel aus unserer Solidargemeinschaft hier:
Fälligkeit: Darauf sollten Sie achten!
Der Beitragsbescheid enthält den nach Abzug der gezahlten Vorschüsse verbleibenden Restbetrag. Dieser muss spätestens am 15. September 2026 auf dem Konto der LBG sein. Ein eventuelles Guthaben wird auf künftige Beitragsforderungen angerechnet, sofern Sie keine Erstattung wünschen. Der Bescheid setzt zudem die im Jahr 2027 zu zahlenden Vorschüsse für das Umlagejahr 2026 fest. Für Unternehmen mit einem Jahresbeitrag für 2025 unter 160 Euro werden keine Vorschüsse erhoben.
Mit der SVLFG-App bündeln wir unsere wichtigsten digitalen Services direkt auf dem Smartphone. Durch die schnellen Zugriffe behalten Sie noch besser den Überblick – und sparen Zeit.
Einen Mehrwert bietet die kostenfreie Applikation mit dem Eventkalender der SVLFG. Ob Veranstaltungen, Seminare oder Aktionen zu Ernährung, Bewegung oder mentaler Gesundheit: Alle Termine sind thematisch sortiert, individuell filterbar und mit Erinnerungsfunktion versehen.
Eine zentrale Funktion ist der direkte Zugang zum Versichertenportal „meine SVLFG“. Klicken Sie auf den integrierten Link und melden Sie sich noch einmal im Versichertenportal an. Über Ihr persönliches und geschütztes Postfach können Sie dann schnell und papierlos mit uns kommunizieren, Unterlagen einreichen oder Rückmeldungen erhalten. Das sorgt gleichzeitig für Transparenz. Zusätzlich besteht ausschließlich über das Versichertenportal die Möglichkeit, das Prämiensystem der Prävention zu nutzen und Förderzuschüsse für den Neukauf von Präventionsprodukten zu beantragen.
Besonders praktisch ist die Vereinbarung von Terminen zur Online-Beratung innerhalb der App. Mit dieser können Sie Ihre Anträge digital und gemeinsam mit unserer Sachbearbeitung bis hin zur Unterschrift bearbeiten.
Ein weiterer Baustein ist die Verlinkung auf die ePA-App. Die ePA, kurz für elektronische Patientenakte, ermöglicht den sicheren Zugriff auf persönliche Gesundheitsdaten – jederzeit und überall. So behalten Versicherte ihre medizinischen Informationen stets im Blick. Für die Nutzung ist die zusätzliche Installation der ePA-App erforderlich. Ebenfalls enthalten ist eine Verlinkung zur „Stockfibel to go“. Diese Applikation bietet eine kompakte, digitale Handlungshilfe zur Stockbeurteilung. Fachwissen steht damit genau dann zur Verfügung, wenn es gebraucht wird – direkt vor Ort.
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- Redaktion "Alles SVLFG"