Alles SVLFG 1/2026
Das Mitgliedermagazin - von uns für Sie!
Lesen Sie in dieser Ausgabe einen bewegenden Artikel zur Organspende, wichtige Aspekte der Sicherheitsvorgaben für den Einsatz von Deckbullen, Interessantes zur Hautkrebsvorsorge und vieles mehr.
Titelthema
Organspende - Eine Entscheidung für das Leben
Wer eine Organspende benötigt, braucht Geduld, Kraft und Mut. Dass auch viel Zuversicht dazu gehört, weiß Familie Engelbrecht aus Nordhessen aus eigener Erfahrung. Eine inspirierende Geschichte.
Jeder muss sich nur einmal mit dem Thema Organspende beschäftigen und für sich die entscheidenden Fragen klären. Dann ist man auch durch“, ist Karla Engelbrecht überzeugt.
Sie weiß, wovon sie spricht: Sowohl ihr Mann Gustav als auch ihr Sohn Thore brauchten eine neue Niere. Die Niere, die Thore bekam, hat Karla selbst gespendet.
Das Erste, das bei einem Besuch der Familie auffällt, ist der wundervolle Blick auf die benachbarten Orte. Mit ihrem Mann wohnt Karla etwa 100 Meter entfernt von ihrem Sohn, der Schwiegertochter und dem Enkelsohn.
Der Familienbetrieb, der heute an einen Berufskollegen verpachtet ist, war früher auf Ackerbau spezialisiert und setzte auch auf Windräder. In der Freizeit bestritten Gustav und Karla Reitturniere und führten eine Pferdepension. Sie waren Landwirte – durch und durch.
Mitte der 1980er-Jahre erhielt Gustav die Diagnose Zystennieren, im Fachjargon autosomal dominante polyzystische Nierenerkrankung. Dabei entstehen flüssigkeitsgefüllte Zysten in beiden Nieren. Sie vergrößern die Organe und verdrängen zunehmend gesundes Gewebe. „Die Filterfunktion der Niere setzt zunehmend aus, der Körper wird langsam vergiftet“, erklärt Karla.
Durch Diäten konnten sie die Dialyse hinauszögern. Doch es war klar: Gustav würde eine neue Niere brauchen. Während ihr Mann auf eine Niere wartete, fuhr er drei Mal die Woche zur Dialyse – immer nach der Arbeit, zwischen 17 und 18 Uhr. Er hätte mit dem Taxi fahren können. Doch er zog es vor, unabhängig zu bleiben. „Wohl gefühlt habe ich mich mit dem Gedanken nicht, obwohl er körperlich fit war“, gibt Karla zu. „Durch die Dialyse hat er Blutverdünner bekommen, das war ein heißes Eisen.“
Lange Wartezeit
Die Dialyse dauerte in der Regel fünf Stunden. Fünf Stunden, in denen Gustav als Patient nicht mehr tun konnte als zu warten. Natürlich gab es Ablenkung wie Fernsehen und Zeitschriften.
Schon vor der Diagnose engagierten sich die Engelbrechts in einem gemeinnützigen Verein, der auch auf Messen über Organspende aufklärte. „Viele wollen sich damit nicht beschäftigen.
Wir haben nicht weiter gebohrt, wenn wir das gemerkt haben“, sagt Karla Engelbrecht. Aber: Ein neues Organ zu bekommen, wird immer schwieriger. Die Wartezeit ist lang. „Die Organspende ist eine Entscheidung, die Leben rettet.“ 1995 endlich erreichte die Familie die Nachricht: Eine Spenderniere war gefunden. „Das sind Augenblicke, die man nicht vergisst“, erinnert sich Karla. Nach der Transplantation sprang das Organ sofort an – selbstverständlich war das nicht. Nur einmal gab es eine Abstoßungsreaktion, welche die Ärzte schnell in den Griff bekamen. Die Niere arbeitet auch heute noch stabil. Viel wissen sie nicht über den Spender, nur dass es sich um einen jungen Mann handelte.
Zystennieren sind eine Erbkrankheit. Thore Engelbrecht hätte schon in der Kindheit erfahren können, ob er betroffen ist. Doch erst als er heiratete, entschied er sich für eine Untersuchung. Als die Ärzte die Diagnose stellten, wusste die Familie, was ihn erwartete. Als er Anfang 40 war, arbeiteten Thores Nieren nicht mehr, er musste zur Dialyse. Dass Karla ihm eine Niere spenden wollte, war ein Gedanke, der schon länger in ihr reifte.
Im Jahr 2020 sprach sie ihn darauf an. Sie redeten lange. „Ich versprach, dass ich nur spenden würde, wenn sicher war, dass ich nicht mit gesundheitlichen Folgen rechnen musste. Das hätten meine Männer nicht ertragen. Zudem versicherte ich ihm, dass ich niemals Einfluss auf sein Leben nehmen würde, so in dem Sinne: Tu dies nicht, tu das nicht, pass auf die Niere auf. Das war mir wichtig.“
Alles mit rechten Dingen
Ein Jahr dauerten die Untersuchungen. Dann stand fest: Eine Nierenspende war möglich – auch in der Familie keine Garantie. Der letzte Meilenstein war der Gang zur Ethikkommission in Hannover. Diese sprach einzeln mit Karla und Thore, um sicherzustellen, dass niemand zu der Spende gedrängt wurde. Neben den Ärzten gab auch sie dann grünes Licht. Die Operation ver-lief gut.
„Viele Menschen sorgen sich um Mauscheleien. Das geht aber alles mit rechten Dingen zu“, stellt Karla Engelbrecht klar. „Wenn es keine Lebend-spende ist, stellen zwei unabhängige Ärzte den Gehirntod fest. Und selbst wenn ein Organspendeausweis vorhanden ist, wird ein Arzt niemals nur auf dessen Basis handeln. Von der Familie kann immer noch ein Veto kommen. Deswegen ist es wichtig, erst für sich selbst eine Entscheidung zu treffen, dann aber auch ein Gespräch mit der Familie zu führen.“
Heute blickt die Familie mit Dankbarkeit zurück. „Ich bin einfach froh, dass ich beide noch habe“, sagt Karla mit einem Lächeln im Gesicht. Gustav und Thore werden ihr Leben lang Medikamente einnehmen. Das ist für sie aber in Ordnung. „Wenn der Kopf oben ist und wir zusammensitzen, ist das für uns das Größte. Wir denken positiv. Das hat mein Mann von Anfang an getan – immer nach vorne gesehen und weiter gemacht.“
Haben Sie sich schon entschieden?
Eine Organspende kann Leben retten – wenn Sie dazu bereit sind. Mehr Informationen finden Sie auf:
Intro
Frauen in der Landwirtschaft meistern täglich vielfältige Herausforderungen: hohe Arbeitsbelastung, die enge Verzahnung von Arbeit und Familie sowie zusätzliche Verantwortung in Pflege von Angehörigen und Ehrenamt.
Mit dem Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026 rücken ihre Leistungen und besonderen Anforderungen erstmals stärker in den Mittelpunkt. „Mit unseren Leistungsangeboten und abgestimmten Informationen wollen wir Frauen in der Landwirtschaft ermutigen, stärken und ihnen mehr Gesundheit, Sichtbarkeit und Handlungsspielraum eröffnen“, so Juliane Vees, Vorsitzende der Vertreterversammlung der SVLFG, auf der Grünen Woche in Berlin.
Weitere Informationen finden Sie hier:
Ulrich Löhr wurde als Nachfolger von Martin Empl gewählt und ist nun alternierender Vorsitzender des Vorstandes für die Gruppe der Arbeitgeber.
Er war viele Jahre Mitglied der Vertreterversammlung und gehört dem Vorstand der SVLFG seit 2023 an.
Löhr führt in Niedersachsen ein Unternehmen mit Ackerbau, Hähnchenmast und Damwild und ist an einer Biogasanlage beteiligt.
In unserer letzten Ausgabe berichteten wir auf Seite 12, dass der Durchstichwiderstand von Einlagen in Sohlen der Arbeitsschuhe je nach Typ mit 3 bzw. 4,5 Millimeter langen Nägeln getestet wird.
Diese Aussage ist falsch. Die Maße meinen nicht die Länge der Nägel, sondern deren Durchmesser.
Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.
Sicherheit
Prävention wirkt am besten, wenn sie erlebbar ist. Ob Praxisvorführung, Erfahrungsaustausch oder Fachtag: Wir begleiten unsere Versicherten mit Fachwissen, Dialog und konkreten Lösungen direkt vor Ort im Wald.
In den Jahren 2021 bis 2024 ereigneten sich in unserem Zuständigkeitsbereich in der Branche Forstwirtschaft insgesamt rund 20.500 meldepflichtige Arbeitsunfälle, 133 davon mit tödlichen Folgen.
Diese Zahlen verdeutlichen, wie zentral Arbeitssicherheit für alle Waldbesitzenden und forstlichen Dienstleister ist. Deshalb begleiten wir unsere Versicherten nicht nur im Rahmen unserer bewährten Präventionsarbeit, sondern auch durch zahlreiche Praxisveranstaltungen direkt im Wald. Ob bei Waldbesitzertagen, Sicherheitstagen, Praxisvorführungen oder Weiterbildungen – der persönliche Austausch auf Augenhöhe und die praxisnahe Expertise unserer Präventionsexperten werden von den Teilnehmenden besonders geschätzt und tragen aktiv zu mehr Sicherheit im Arbeitsalltag bei.
Praxisvorführung Schadholzfällung
In Wibbese (Niedersachsen) zeigten unsere Präventionsexperten vor rund 90 Teilnehmenden, wie die sichere Holzernte vor allem im Schadholz gelingt – unterstützt durch Kran, Forstseilwinde und funkferngesteuerten Fällkeil.
Waldbestand und Technik wurden von Dr. Jörn Jakob sowie den Forstunternehmern Armin Retz und der ForSer GmbH bereitgestellt.
Sicher arbeiten im Forst
Bei den Arbeitssicherheitstagen des Waldservice Ortenau in Gengenbach (Schwarzwald) präsentierten unsere Präventionsmitarbeiter praxisnah die Methode der motormanuellen Fällung mit Kranunterstützung und erläuterten Ablauf sowie Sicherheitsaspekte für rund 330 Teilnehmende aus Privatwald, Kommunen und Forstbetrieben.
Ergonomisch pflanzen bei der Wiederbewaldung
Beim Arbeitssicherheitstag des Landesforstbetriebs Sachsen-Anhalt zeigten wir unter anderem für Forstunternehmer und staatliche Multiplikatoren im Stationsbetrieb ergonomische Pflanzmethoden und gaben Tipps zum Sonnenschutz.
Intensiver Erfahrungsaustausch
Bei den Berliner Forsten besprachen Forstwirte Forstwirtschaftsmeister und Ausbilder gemeinsam mit den SVLFG-Forstexperten ausgesuchte Fälltechniken. Anschließend trainierten sie im Wald mit Schnittübungen die sichere Ausführung.
Gesund arbeiten im Wald
Beim Präventionstag der Arenberg Meppen GmbH im Emsland zeigten wir erschütterungsarme Fälltechniken, Maßnahmen zur Minderung von Vibrationen am Freischneider sowie Risiken für Stolper- und Sturzunfälle. Zudem gaben wir Tipps zu gesunder Ernährung bei der Arbeit für rund 35 Mitarbeitende.
Praxis trifft Prävention
Beim Fachtag für Waldeigentum und Forstbetriebe im Schwarzwald berieten unsere Präventionsexperten rund 500 Teilnehmende zu Schadholz, Zeckenschutz und funkferngesteuerten Fällkeilen. Zahlreiche Gespräche zeigten, wie praxisnahe Tipps, innovative Technik und die Förderung über Präventionsanreize der SVLFG die Sicherheit im Wald erhöhen.
Abstürze gehören zu den häufigsten Unfallursachen in der Grünen Branche – sei es von Dächern, erhöhten Arbeitsflächen, Leitern oder Maschinen.
Im Jahr 2024 verzeichneten wir 3.337 meldepflichtige Unfälle durch Abstürze. Sie stehen damit in der Unfallstatistik weit oben. Die Verletzungsfolgen sind oft schwerwiegend. 2024 starben 13 Personen infolge eines Absturzes. Im Unfallgeschehen der SVLFG ist dies die dritthäufigste Todesursache. Dabei können viele dieser Unfälle verhindert werden, wenn die Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden.
Ab- und Durchstürze von Dächern haben häufig ähnliche Ursachen. Viele Betriebsgebäude sind mit Faserzementwellplatten oder Trapezblechen gedeckt. Außerdem sind häufig Lichtplatten aus Kunststoff in Dächern integriert, die wegen Schmutz oder Moos übersehen werden. Diese Materialien sind nicht durchbruchsicher und können unter Belastung brechen.
Dennoch werden diese Dächer häufig ohne jegliche Sicherung betreten. Für das sichere Begehen sind lastverteilende Laufstege aus Holzbohlen oder Metall erforderlich. Sie müssen mindestens 50 Zentimeter breit sein und bei Dachneigungen ab elf Grad mit Trittleisten ausgestattet werden. Bei Dachneigungen über 30 Grad sind Stufen erforderlich. Bei Neueindeckungen schützen zusätzlich Schutznetze, die an geeigneten Anschlagpunkten angebracht sind. Giebel- und Traufbereiche müssen mit Dachfanggerüsten gesichert sein.
Wird auf begehbaren Dächern gearbeitet, müssen Schutzgerüste oder Umwehrungen an den Absturzkanten angebracht werden. Sind Anschlagpunkte vorhanden oder können sie eingerichtet werden, darf Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) ausschließlich von entsprechend unterwiesenen Personen verwendet werden. Auf Flachdächern müssen auch Lichtkuppeln durch geeignete Umwehrungen gesichert sein.
Besonders im Giebel- oder Traufbereich wird häufig ohne Schutzgerüst gearbeitet und die Gefahr unterschätzt. Bei einer Dachneigung von mehr als 45 Grad müssen unabhängig von den erforderlichen Absturzsicherungen geeignete Arbeitsplätze geschaffen werden. Hierzu zählen Dachdeckerstühle oder Dachdecker-Anlegeleitern. Voraussetzung dafür sind vorhandene Sicherheitsdachhaken, an denen zusätzlich die PSAgA befestigt werden kann.
Auch bei erhöht liegenden Arbeitsplätzen und den Wegen dorthin fehlt es oft an einer Umwehrung. Bis zu einer Arbeitshöhe von zwölf Metern muss sie mindestens einen Meter hoch sein, bei größerer Höhe mindestens 1,10 Meter. Sie muss geschlossen sein oder aus senkrechten Füllstäben beziehungsweise Handlauf sowie Knie- und Fußleiste bestehen. Kann dies nicht umgesetzt werden, darf auch hier die PSAgA nur von Unterwiesenen verwendet werden. Vor Beginn der Arbeiten sollten Sie prüfen, ob es nicht sinnvoller ist, eine Fachfirma damit zu beauftragen.
Ein Unfallbeispiel: Auf dem Dach einer Maschinenhalle trat ein Mitarbeiter beim Reinigen der Dachfläche auf eine vermooste Lichtplatte, durch die er sechs Meter tief auf den Hallenboden stürzte. Er erlag seinen schweren Verletzungen.
Abstürze von Maschinen
Viele Unfälle passieren beim Auf- und Absteigen auf und von Landmaschinen, vor allem, wenn die Handläufe nicht oder falsch genutzt werden oder sie beschädigt sind. Nahezu alle diese Unfälle ereignen sich beim Abstieg und dort auf der untersten Stufe bzw. beim Aufkommen auf dem Boden.
Für mehr Sicherheit gilt:
- Vorwärts aufsteigen und rückwärts absteigen (Drei-Punkt-Kontakt)
- Beim Auf- und Absteigen nie springen
- Geeignetes Schuhwerk tragen (Halt und Profil reduzieren das Unfallrisiko)
- Blick zum Boden und auf die Auftrittsflächen
- Verschmutzungen beseitigen (Trittflächen und Plattformen von Erde, Stroh etc. befreien)
- Beschädigte Trittstufen und Handläufe reparieren oder ältere Traktoren umrüsten
- Beleuchtete Arbeitsbereiche und Maschinenzugänge bei Dunkelheit
Unser Kurzfilm „Sicheres Aufund Absteigen – Kopf an statt Kopf voraus“ erklärt, worauf es ankommt.
Auch Reinigungs- und Wartungsarbeiten an Landmaschinen bilden einen Unfallschwerpunkt.
Zu beachten ist:
- Reinigungs- und Wartungsarbeiten im Vorfeld planen
- Geeignete Arbeitsplätze nutzen (zum Beispiel Rollgerüste)
- Wenn kein Drei-Punkt-Kontakt möglich ist, kann eine Podestleiter verwendet werden
- Nur die vom Maschinenhersteller vorgesehenen Zugänge verwenden
- Teleskopstangen ermöglichen das Reinigen vom Boden aus
Abstürze von Leitern
Alltägliches Arbeitsmittel mit hohem Unfallpotenzial: Bereits aus geringer Höhe kann ein Sturz von der Leiter zu schweren Verletzungen führen. Eine Leiter ist immer nur die zweite Wahl. Vorrangig sind Podestleitern, Fahrgerüste oder Hubarbeitsbühnen einzusetzen – sie sind weitaus sicherer. Für Arbeitgeber gilt die Technische Regel für Betriebssicherheit (TRBS) „Gefährdung von Beschäftigten bei der Verwendung von Leitern”. Sie gibt vor, wann Leitern zulässig sind und wann nicht.
Bei der Gefährdungsbeurteilung (GBU) sind Arbeitshöhe, Dauer und Häufig-keit der Tätigkeit, Untergrund, Witterungseinflüsse, Arbeitsbereich sowie Material- und Werkzeugtransport zu berücksichtigen. Leitern dürfen nur eingesetzt werden, wenn
- die Arbeiten kurzzeitig sind,
- nur eine geringe Gefährdung besteht und
- es keine sicherere, verhältnismäßige Alternative gibt.
Ergibt die GBU eine erhöhte Absturzgefährdung, darf die Leiter nicht zum Einsatz kommen. Die Ergebnisse sind zu dokumentieren und den Beschäftigten in einer Unterweisung zu vermitteln.
Ist eine Leiter nach GBU und TRBS für eine Arbeit zulässig, sind die richtge Auswahl und der sichere Umgang ausschlaggebend: Leitern müssen standsicher aufgestellt, vor jeder Benutzung auf sichtbare Mängel geprüft und entsprechend den Herstellerangaben verwendet werden. Stehleitern dürfen nur mit vollständig gespannten Spreizsicherungen benutzt werden. Anlegeleitern müssen im richtigen Winkel stehen und an tragfähigen, sicheren Flächen angelehnt werden. Typische Unfallursachen sind das seitliche Hinauslehnen, das Übersteigen von Leitern oder das Arbeiten mit zu schweren oder sperrigen Werkzeugen.
Zudem sind Arbeitgeber dafür verantwortlich, dass Leitern in festgelegten Abständen durch befähigte bzw. fachkundige Personen geprüft werden. Art, Umfang und Fristen der Prüfungen sind betrieblich festzulegen und die Ergebnisse zu dokumentieren.
Mit unserem Seminar „Befähigte Personen für Leitern“ lernen Sie, Leiterprüfungen sachgerecht, rechtssicher und praxisnah durchzuführen.
Die Praxis zeigt, dass die Sicherheitsvorgaben für den Einsatz von Deckbullen teilweise noch zu Missverständnissen führen. Wir fassen die wichtigsten Aspekte für Sie zusammen.
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder schwere Unfälle mit freilaufenden Deckbullen, vor allem in Milchviehbetrieben. Allein in den letzten fünf Jahren starben pro Jahr im Schnitt vier Personen durch den Angriff eines Deckbullen. Zwar ist der Einsatz eines Deckbullen weiterhin erlaubt, jedoch gelten Einschränkungen.
In Deutschland sind Deckbullen in der Mutterkuhhaltung noch sehr weit verbreitet, denn künstliche Besamung kommt hierzulande eher selten zum Einsatz. Erfahrungen zeigen, dass es im Mutterkuhbereich sehr selten zu Angriffen durch Deckbullen kommt. Daher gibt es aus Sicht der Berufsgenossenschaft keine triftigen Gründe, die Haltung bei den Mutterkühen einzuschränken. Hier kann sich der Bulle, egal ob bei Kühen oder Jungvieh, im Stall oder auf der Weide, frei in der Herde bewegen.
Gefahr in der Herde
Die meisten schweren Unfälle durch freilaufende Bullen werden in der Milchviehherde verursacht. Die Arbeiten im Milchviehstall sind sehr vielfältig und führen dazu, dass sich Personen sehr oft in der Herde aufhalten müssen: Liegeboxen werden täglich gereinigt und nachgestreut, Kühe werden zum Melkroboter oder Melkstand getrieben, abgekalbte Kühe in die Herde integriert, trockenstehende Kühe aus der Herde aussortiert, kranke Tiere behandelt und regelmäßige Trächtigkeitsuntersuchungen durchgeführt. Die Gefahr, dabei durch einen Bullen angegriffen zu werden, ist daher besonders hoch. Aus diesem Grund darf kein Deckbulle in der Milchviehherde frei mitlaufen. Wer auf dessen Einsatz dort nicht verzichten möchte, muss ihn in einer separaten Bullenbox halten.
Um darin sicher agieren zu können, wird folgende Ausstattung empfohlen:
- mehrere Fixierplätze durch ein Sicherheitsfangfressgitter
- mehrere Fluchtmöglichkeiten für Personen
- eine Zwei-Raum-Deckbullenbox, damit der Bulle beim Zu- und Abtrieb bereits in der Box von der Kuh separiert werden kann
Ausnahmen gibt es bei der Weidehaltung von Kühen. Zwar wird ein Bulle auf der Weide nicht ungefährlicher, aber die Kontakte dort beschränken sich auf den Aus- und Heimtrieb. Zudem gibt es Selektionseinrichtungen für den Weidebetrieb, die so geschaltet werden können, dass der Bulle den Stall nicht mehr betreten kann. Dies kommt vermehrt beim automatischen Melken mit Weidegang zum Einsatz.
Eine weitere Ausnahme gilt für Deckbullen bei Jungvieh. Auch hier ist der direkte Kontakt weitaus geringer als bei den laktierenden Kühen im Stall. Daher darf auch hier der Bulle auf der Weide und im Stall mitlaufen.
Seit einigen Jahren kommt die elektronische Brunsterkennung erfreulicherweise in immer mehr Betrieben zum Einsatz. Die Systeme zeigen sehr genau, gerade auch bei stillbrünstigen Kühen, die Brunst an. Zudem erfassen sie Gesundheitsdaten der Kuh. So können Erkrankungen bereits im sehr frühen Stadium erkannt werden. Durch den Einsatz dieser Technik – auch im Weidebetrieb oder im Jungviehbereich – kann der Deckbulleneinsatz weiter reduziert werden.
Für alle beschriebenen Beispiele – ob im Milchviehbereich oder bei den Ausnahmen – gilt aber generell: Ein Deckbulle kann immer unberechenbar reagieren und bleibt weiterhin potenziell gefährlich. Deshalb ist stets zu beachten:
- Im Vorfeld überlegen, ob die Weide mit einem freilaufenden Deckbullen überhaupt betreten werden muss. So kann beispielsweise das Wasserfass auch von außen an die Zaunanlage gestellt werden.
Ausreichend Fluchtmöglichkeiten und Rettungsinseln vorsehen.
Mitarbeiter im Umgang mit Deckbullen unterweisen.
Zeigt ein Deckbulle Signale von Dominanz oder Imponiergehabe, muss er aus der Herde entfernt werden.
Beim Umgang mit Deckbullen ist immer eine zweite Person notwendig, die im Gefahrfall helfen und eingreifen kann.
Abwehrhilfen (zum Beispiel Stock) immer bereithalten.
Christoph Wolf bewirtschaftet mit seiner Familie einen Milchviehbetrieb mit etwa 270 Milchkühen im pfälzischen Dietrichingen. „Auf unserem Hof gibt es schon seit weit über 30 Jahren keinen Deckbullen mehr.
Selbst mein Vater kann sich nicht mehr erinnern, wann bei uns der letzte Deckbulle im Einsatz war, weder bei den Kühen noch beim Jungvieh“, erzählt der Agraringenieur. „Eine große Hilfe ist die elektronische Brunsterkennung. Die setzen wir seit mehreren Jahren bei den Kühen ein, seit letztem Winter auch im Jungviehstall. Darauf möchten wir nicht mehr verzichten“, erklärt Christoph Wolf. „Dass wir keinen Deckbullen einsetzen, ist nicht nur sicherer, sondern für uns auch wirtschaftlicher“, so Wolf weiter. Bereits bei den Kälbern wird der genomische Zuchtwert ermittelt. Nur die besten Rinder werden mit gesextem Sperma besamt, um den Zuchtfortschritt so hoch wie möglich zu halten. Zudem laufen bei diesen Tieren die Abkalbungen ohne Probleme ab. „Beim Einsatz eines Deckbullen besteht immer die Gefahr, dass sich schlechte Eigenschaften auf einen ganzen Jahrgang weiblicher Tiere vererben.
Durch Vererbung hoher Zellzahlen müsste der Jahrgang ganz schnell nach den Abkalbungen den Betrieb verlassen. Das kann einen großen wirtschaftlichen Schaden bedeuten“, so der Unternehmer. Daher werden zur Nachzucht nur Bullen ausgewählt, welche die nötigen Zuchtvoraussetzungen mitbringen.
Fazit
Von Deckbullen in Rinderherden geht jederzeit eine unkalkulierbare Gefahr aus – egal, ob freilaufend oder in der Bullenbox. Im besten Fall nutzen Sie moderne Technik, zum Beispiel ein elektronisches Brunsterkennungssystem, um möglichst auf den Einsatz eines Deckbullen zu verzichten.
Das Praxisbeispiel zeigt: Auch in größeren Milchviehbetrieben ist der Verzicht auf Deckbullen möglich. Dadurch lassen sich Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Betrieb maximieren.
Unfallgeschehen
Dieser eine Moment
In dieser Serie berichten wir über Arbeits- und Wegeunfälle, die sich in der Praxis ereignet haben, und erklären, wie solche Situationen verhindert werden können.
Ein Angestellter wollte die Rollplanen eines Anhängers schließen, um die darin gelagerten Kartoffeln zu schützen. Hierzu stieg er über den Tritt an der Zuggabel auf das Podest und rollte die Plane bis zur Mitte aus. Dabei trat er versehentlich zu weit zurück, verfehlte mit dem rechten Fuß das Podest, verlor das Gleichgewicht und stürzte rückwärts auf die Zuggabel des Anhängers. Er zog sich dabei eine Beinfraktur und Hüftverletzungen zu.
Ein Mitarbeiter sollte die Photovoltaikanlage auf der Maschinenhalle von Schnee befreien. Hierzu stieg er über eine Anlegeleiter auf das flach geneigte Dach. Als er beim Räumen in den Traufbereich kam, rutschte er aus und stürzte aus etwa fünf Metern Höhe ab. Er schlug auf dem Asphaltboden auf, zog sich Frakturen sowie innere Verletzungen zu und verstarb später im Krankenhaus.
WIE KONNTE DAS PASSIEREN?
Das Dach hätte unter diesen Bedingungen nicht betreten werden dürfen. Über ein geeignetes Gerüst oder mithilfe eines Hubsteigers und Teleskopwerkzeugen hätte das Dach gefahrlos geräumt werden können. Es gibt darüber hinaus auch technische Lösungen, um verschneite Photovoltaikmodule freizumachen. Zuletzt bleibt aber die Frage, ob die Schneeräumung angesichts des geringen wirtschaftlichen Nutzens in den Wintermonaten überhaupt sinnvoll ist.
Ein älterer Waldbesitzer war allein in seinem Bestand tätig und fällte bereits abgestorbene Birken. Dabei ging er konventionell vor und legte sowohl den Fallkerb als auch den Fällschnitt im bereits angefaulten Stammfußbereich an. Während er die Schnitte ausführte, begann der Baum unkontrolliert zu kippen und zerbrach dabei in mehrere Teile. Der Waldbesitzer wurde unter den herabfallenden Baumteilen erst einige Stunden später gefunden. Er verstarb aufgrund der späten Hilfsmaßnahmen am Folgetag im Krankenhaus.
WIE KONNTE DAS PASSIEREN?
Die Fällung stehenden Totholzes ist gefährlich und anspruchsvoll. Sie erfordert neben der geeigneten Ausrüstung, wie beispielsweise einer Forst-seilwinde, auch ein hohes handwerkliches Können. Auf die Hilfe und Unterstützung von Fachkräften kann hier in der Regel nicht verzichtet werden. Erschütterungsfreies Arbeiten mit fachgerechter Technik am Baum sowie ein ausreichender Sicherheitsabstand beim Zufallbringen sind unabdingbar. Zudem sollte niemals allein gearbeitet werden, sondern mindestens zu zweit. So können im Ernstfall unverzüglich Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden.
Gesundheit
Wandel mit Weitblick
Viele Frauen erleben in den Wechseljahren Beschwerden. Wie Ernährung und Lebensstil entlasten und welche Mythen wir streichen können, verrät Diplom-Psychologin Andrea Strohbach.
Sie beraten Frauen 40+ und Unternehmen in Bezug auf die Wechseljahre. Wie kam es dazu?
Ich habe ab Mitte 40 erhebliche physische und psychische Veränderungen erlebt: Konzentrationsprobleme, Gelenkschmerzen, Herzbeschwerden.
Ich bin mit ganzen Listen von Einzelsymptomen von Facharzt zu Facharzt gezogen. Blutwerte, bildgebende Verfahren – alles war unauffällig. Ich war verunsichert und verzweifelt.
Erst als ich durch Recherchen auf das Stichwort Wechseljahre gestoßen bin, habe ich wieder Licht gesehen. Da fügten sich die einzelnen Puzzle-Teile plötzlich zu einem Bild zusammen. Ich war entsetzt, dass mir das keiner der Fachärzte gesagt hat und ich als Frau selbst nicht darauf vorbereitet war.
Mit winzigen Veränderungen – ich lebe nicht vorbildlich – geht es mir heute besser als vor zehn Jahren.
Warum ist die passende Ernährung so entscheidend?
Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung und Schlaf sind über Hormone wie Cortisol und Insulin verbunden und haben großen Einfluss darauf, wie es uns geht. Wir können die Wechseljahre nicht „wegessen“. Über die Ernährung bringen wir aber Stabilität in unseren Körper, die uns hilft, Symptome abzumildern. Mit den sinkenden Östrogenspiegeln steigt auch das Risiko für Entzündungen, welche als Auslöser für Arteriosklerose, Herzinfarkte, verschiedene Krebsarten und Demenz gelten. Gute Ernährung kann diesen Entzündungen vorbeugen.
Und wie sieht diese aus?
Bunt – bitter – ballaststoffreich! Bunt im Sinne von vielfältig und ausgewogen: Proteine, komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe, gute Fette, farbenfrohes Gemüse. Bitterstoffe, wie in Rucola und Chicorée, unterstützen die Leber. Die Leber altert mit uns, bekommt aber aufgrund unseres modernen Lebenswandels immer mehr zu tun. Und ballaststoffreich, um nicht nur Gutes in den Körper hinein -, sondern Abbauprodukte auch schnell wieder hinauszubringen. Zudem kann man jetzt ganz bewusst Phytoöstrogene einbauen. Das sind Pflanzenstoffe, die unseren Östrogenen ähneln: Tofu, Edamame, Kichererbsen, alle Kreuzblütler und Kohlsorten, ganz vorn Brokkoli und Sojaprodukte.
Welche Mythen halten sich?
Einseitige oder zu restriktive Diäten, Intervall-Fasten, Joggen und Eisbaden werden gern pauschal empfohlen. Das passt aber in den Wechseljahren bei vielen nicht mehr, weil es Stress für den Körper bedeutet. Auch Nahrungsergänzungsmittel können eine ordentliche Ernährung nicht ersetzen, sondern bestenfalls ergänzen. Und viele Frauen wundern sich, wenn sie von mir hören, dass ständiges Snacken von gesundem Obst oder der tägliche Obst-Smoothie ganz und gar nicht förderlich für ihre Gesundheit sein sollen.
Akkubetriebene Rückenspritzen können eine echte Arbeitserleichterung sein – dabei gilt es aber auch, Sicherheitsregeln zu beachten.
Die Drucksprüher sind leicht, robust und leistungsstark. Die Kraft des Akkus ermöglicht es der Elektropumpe, den notwendigen Druck zu erzeugen. Ergonomisch geformt und mit breiten Tragegurten bieten sie auch bei längerer Einsatzzeit guten Arbeitskomfort. Weil sie zudem leise und abgasfrei sind, können sie auch in Gewächshäusern eingesetzt werden. Die akkubetriebenen Geräte eignen sich für den professionellen Einsatz.
Auch in der Forstwirtschaft finden Rückenspritzen Anwendung – vor allem bei der Jungbestandspflege. Rehe, Hirsche und Niederwild lieben junge Triebe. Von den kleinen Bäumen knabbert das Wild gerne die frischen Triebe und Knospen ab. Durch Besprühen der Triebspitzen mit Repellentien kann dies verhindert werden. Diese Mittel wirken über Geruchs- und Geschmacksstoffe, die Schädlinge abwehren, ohne sie zu töten. Speziell beim punktuellen Ausbringen der Repellentien eignen sich akkubetriebene Rückenspritzen. Mit leistungsstarken Batteriespeichern ermöglichen sie stundenlanges Arbeiten im Wald.
Wer Rückenspritzen einsetzt, muss einige Sicherheitsregeln beachten. Zu finden sind diese in der jeweiligen Bedienungsanleitung. Wenn mit reizenden Inhaltsstoffen wie Pflanzenschutzmitteln oder scharfen Reinigungsmitteln gearbeitet wird, empfiehlt es sich, Schutzkleidung, Schutzbrille und Atemschutzmaske zu tragen. Die Vorgaben zum Anwenderschutz stehen in den Sicherheitsdatenblättern der auszubringenden Mittel.
Werden die Regeln zu Einsatzzeit und -gebiet sowie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz beachtet, sind akkubetriebene Rückenspritzen ergonomisch betrachtet die optimale Lösung.
Leben
Essen verbindet – und wenn dabei Gesundheit, Genuss und Gemeinschaft entstehen, ist das beste Rezept fürs gute Altwerden schon gefunden. Das Projekt „Gemeinsam gesund essen – miteinander gesund alt werden“ begleitet Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen
Es riecht nach frisch Gebratenem aus der Küche des Marienstifts Bawinkel im Emsland. Ein paar Bewohnerinnen und Bewohner sitzen schon am Tisch, plaudern und lachen.
Heute gibt’s Wurstebrot – eine gebratene Grützwurst im Darm, wie es sie früher beim Schlachtfest auf den Hof gab. „Viele unserer Bewohnerinnen und Bewohner kommen von Höfen und haben früher selbst geschlachtet. Essen weckt oft Erinnerungen – und genau das macht es so wertvoll“, sagt Heidrun Thien, Hauswirtschaftsleiterin im Marienstift. Gemeinsame Mahlzeiten im Pflegeheim geben Struktur und bringen Menschen gemeinschaftlich zusammen.
Das Alten- und Pflegeheim gehört zu fünf Einrichtungen in Niedersachsen, die seit Mitte 2024 am Projekt „Gemeinsam gesund essen – miteinander gesund alt werden“ teilnehmen. Mit dem Projekt soll das Essen in Pflegeeinrichtungen verbessert werden – gesünder, abwechslungsreicher, regionaler und saisonaler sowie näher an den Wünschen der Bewohnerinnen und Bewohner. Unterstützung durch Beratung kommt von der Landesvereinigung für Gesundheit und der Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen e. V. (LVG & AFS). Finanziert wird das Projekt von der SVLFG und der AOK Niedersachsen als Pflegekassen. In der stationären Pflege müssen dabei die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der Einrichtungen einerseits und die individuellen Bedarfe und Wünsche der Bewohnerschaft andererseits in Einklang gebracht werden.
Mitreden erwünscht
Herzstück ist eine breite Beteiligung. Dazu wurde eine sogenannte Steuerungsgruppe gegründet, in der neben Mitarbeitenden aus Küche, Hauswirtschaft, Pflege, Betreuung und Leitung auch Bewohnerinnen, Bewohner und Tagesgäste sowie Angehörige mitwirken. Für Thien bedeutet das: zuhören, ausprobieren, verbessern. „Wir wollen, dass sich unsere Bewohnerinnen und Bewohner gesehen fühlen – beim Essen wie im ganzen Leben“, erklärt sie. „Das ist ihre letzte Station, da soll jeder Wunsch erfüllt werden.“ Die in den Gruppengesprächen geäußerten Anregungen waren vielfältig: Neben dem Wurstebrot kam zum Beispiel der Wunsch nach mehr Käseauswahl – nicht nur Schnittkäse, sondern auch cremige Frischkäsevarianten. Das wurde prompt umgesetzt. Saisonal beliebt ist in der kalten Jahreszeit der deftige Grünkohleintopf mit Mettwurst.
Es entsteht ein gemeinsames Miteinander, das sich durch das ganze Jahr zieht. Gerade auch in der Advents-zeit spürte man diese besondere Atmosphäre im Haus. Da duftete es im ganzen Gebäude nach Butter und Zimt. Beim großen Keksbacken haben Bewohnerschaft und Team gemeinsam Teig geknetet, geformt, gebacken. Danach war jede Dose randvoll. „Das gehört einfach dazu“, sagt Thien lächelnd. „Solche gemeinsamen Aktionen sind kleine Rituale und schenken Geborgenheit – und das ist genauso wichtig wie Vitamine.“
Diese Instrumente helfen, um Verbesserungen zu erreichen: Anhand der Checkliste zum Qualitätsstandard "Verpflegung mit Essen auf Rädern und in Senioreneinrichtungen" der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. wird gemeinschaftlich geprüft, ob das Essen gesund und gut organisiert ist. Die Vernetzungsstelle Seniorenernährung Niedersachsen nimmt den Speiseplan unter die Lupe. So erkennt man schnell, wo es gut läuft und wo das Angebot noch verbessert werden kann. Wichtig ist auch der Austausch: Bei Netzwerktreffen mit den anderen vier Einrichtungen entstehen neue Impulse – zuletzt ging es um bio-regionale Lebensmittel. Thien setzt außerdem stark auf saisonale Küche: „Wenn man nach den Jahreszeiten kocht, kommen automatisch regionale Produkte auf den Tisch. Das ist nach-haltig und schmeckt.“
Am Ende wird jede Einrichtung ihr eigenes Verpflegungskonzept entwickeln – kein starres Regelwerk, sondern ein lebendes Dokument, das mit den Menschen wächst.
Belastungen in Alltag und Beruf nehmen zu. Die SVLFG bietet zwei niedrigschwellige Angebote, speziell auf die Herausforderungen der Versicherten zugeschnitten: eine 24/7-Krisenhotline und das telefonische Einzelfallcoaching.
Landwirtschaft ist mehr als ein Beruf: Sie ist Berufung, Verantwortung und oft ein Kraftakt. Zwischen Wetterextremen, wirtschaftlichem Druck, familiären Herausforderungen und persönlichen Krisen entstehen Belastungen, die an die eigenen Kräfte gehen können. Wir kennen diese Herausforderungen und haben deshalb Unterstützungsangebote für Sie entwickelt.
Manchmal wirkt eine Belastung plötzlich, stark und überwältigend. Wenn Stress, Sorge oder Überforderung akut werden, ist die SVLFG-Krisenhotline da – rund um die Uhr, an sieben Tagen der Woche. Unter der Telefonnummer 0561 785-10101 erreichen Sie erfahrene Psychologen und psychiatrische Fachpflegekräfte, die zuhören, verstehen und gemeinsam mit Ihnen nach Lösungen suchen. Die Gespräche sind anonym, vertraulich und kostenfrei möglich und gehen über ein einfaches „Sorgentelefon“ hinaus: Es geht um konkrete Unterstützung und Perspektiven für Ihre Situation.
Ob Sorgen um den Betrieb, Stress am Arbeitsplatz, familiäre Krisen oder andere Belastungen – diese Hotline ist ein unmittelbares, niedrigschwelliges Unterstützungsangebot, das sich speziell an Versicherte der SVLFG richtet. Unser telefonisches Einzelfallcoaching richtet sich an Versicherte, die sich in belastenden Lebenssituationen befinden – sei es durch familiäre Konflikte, finanzielle Sorgen, Krankheit oder sonstige persönliche Herausforderungen. Wichtig zu wissen: Die Teilnahme ist freiwillig und kostenfrei. Sie sprechen am Telefon von zuhause aus mit fachlich geschulten Psychologinnen und Psychologen, die sich mit den Besonderheiten der Grünen Branche auskennen. Gemeinsam werden Ihre So es wird nach konkreten Lösungswegen gesucht – sei es zur emotionalen Entlastung oder zur Vermittlung weiterführender Hilfe.
"Viele Menschen wissen gar nicht, wie sehr sie unter Druck stehen, weil sie über Jahre hinweg gelernt haben, einfach weiterzumachen.“
Carola Benn, Psychologin, IVP Networks GmbH
Reden hilft
Wir wissen, dass der erste Anruf oft sehr schwierig ist. Deshalb ist wichtig, dass Sie wissen: Ihr Anliegen wird vertraulich behandelt – Inhalte der Gespräche werden nicht an Dritte weitergegeben. Das Coaching kann Sie über mehrere Monate begleiten und ist wirklich kurzfristig verfügbar.
Ein Milchviehhalter erzählte, wie ihm das Coaching in einer familiären Ausnahmesituation Kraft gab, wieder für seine Familie und den Betrieb da sein zu können. Eine Winzerin berichtete, dass sie durch die Gespräche zu neuer Zuversicht, neuem Mut und neuer Lebensfreude fand. Und ein Landwirt mit starker Überarbeitung erlebte, wie ihm das Coaching half, Stress anders zu bewältigen. Einem Landwirt, der völlig überarbeitet war und nach eigener Aussage regelmäßig bei Stress zu Alkohol griff, hat das Coaching geholfen, in Situationen besonnener zu reagieren und seinen Alkoholkonsum zu reduzieren. Dadurch konnte er seine Ehe retten.
360 Grad
Saisonarbeitskräfte leisten einen wichtigen Beitrag für die Grüne Branche. Gleichzeitig stehen sie vor Herausforderungen wie Sprachbarrieren oder ungewohnten Arbeits- und Sicherheitsstandards.
Genau hier setzt die Web-App www.agriwork-germany.de an – ein modernes digitales Informationsportal für Saisonarbeitskräfte und Betriebe in mehreren Sprachen. Das neue praxisorientierte Design ist speziell auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten – auf Menschen, die häufig mit sprachlichen und organisatorischen Hürden konfrontiert sind.
Verständlich und verfügbar
Zwar genießen Sicherheit und Gesundheit im Arbeitsalltag leider nicht immer die höchste Aufmerksamkeit, sie dürfen aber nicht schon an der Sprache scheitern. Mit der Web-App ermöglichen wir Saisonarbeitskräften einen einfachen Zugang zu wichtigen Sicherheits- und Gesundheitsthemen – verständlich, alltagsnah und jederzeit verfügbar. Prävention wirkt am besten, wenn sie niedrigschwellig und praxisnah ist.
Genau das bietet www.agriwork-germany.de mit Informationen zu:
- Arbeitssicherheit und Unfallverhütung
- Gesundheitsschutz
- Erste Hilfe
- Umgang mit besonderen Belastungen, zum Beispiel Hitze
Alle Inhalte sind so aufbereitet, dass sie über Smartphone, Tablet oder PC jederzeit abrufbar sind – vor, während oder nach der Arbeit.
Gerade für Beschäftigte, die erstmals in Deutschland arbeiten, schafft die Web-App Orientierung und stärkt die Eigenverantwortung im Arbeitsalltag. Wer die Risiken kennt und weiß, wie man sich vor ihnen schützt, arbeitet sicherer und gesünder.
Unterstützt auch Betriebe
Für Betriebe bietet www.agriwork- germany.de einen klaren Mehrwert. Die Web-App kann gezielt eingesetzt werden, um Unterweisungen vorzubereiten und durchzuführen – besonders bei internationalen Teams.
Sie unterstützt Unternehmerinnen und Unternehmer dabei, sicherheits- und gesundheitsrelevante Inhalte einheitlich zu vermitteln und Verständigungsprobleme zu reduzieren. Als praxisnahe Ergänzung zu bestehen-den Unterweisungskonzepten kann sie den Informationstransfer im Betrieb deutlich erleichtern.
Ein weiterer Vorteil: Durch die digitale Verfügbarkeit können Saisonarbeitskräfte Inhalte nicht nur einmal hören, sondern bei Bedarf jederzeit erneut nachlesen oder anschauen. Das stärkt das Sicherheits- und Gesundheitsbewusstsein nachhaltig – auch über die eigentliche Unterweisung hinaus.
Die App „Stockfibel to go“ ist ab sofort in sieben Sprachen verfügbar und unterstützt damit noch mehr Fachkräfte und Auszubildende bei der Beurteilung von Fällarbeiten.
Die kostenfreie App ermöglicht eine unkomplizierte Überprüfung der Arbeitsausführung am Wurzelstock gefällter Bäume. Besonders in der Ausbildung bewährt sie sich als nützliches Werkzeug.
Mit detaillierten Lehrinhalten zu den einzelnen Stock-Kriterien dient sie als praktisches Überprüfungsinstrument fachkundiger Fällarbeit. Mehr als 10.000 Downloads unterstreichen die hohe Praxisrelevanz. Jetzt ist sie in sieben Sprachen verfügbar – Englisch, Französisch, Polnisch, Rumänisch, Slowakisch, Spanisch und Tschechisch – und unterstützt damit die Internationalität im Forst.
Die App überzeugt durch ihre einfache Handhabung und ein integriertes Wissensangebot. Zu den zentralen Funktionen gehören:
- Wurzelstöcke fotografieren
- Beurteilungsmerkmale aufnehmen
- Stockbilder und Ergebnisse speichern und verwalten
- praxisnahe Informationen und Hilfen
Mehr Informationen rund um die App stehen online unter:
Mehr Wissen, mehr Service: Unser digitaler Assistent „SVLFG Digi“ hilft nun bei noch mehr Themen – von Infos zu Gesundheit und Pflege bis hin zu Rehabilitation sowie Betriebs- und Haushaltshilfe.
Unser digitaler Helfer lernt dazu: Los ging es im Januar letzten Jahres, seitdem ist er fleißig am Wachsen.
Zunächst mit Informationen zu Gesundheitsangeboten, Pflegekassenleistungen und allem rund um die SVLFG am Start, kann der Chatbot inzwischen auch allgemeine Fragen zu weiteren Leistungsbereichen beantworten.
Dazu gehören zum Beispiel Antworten zur Rehabilitation, zur Betriebs- und Haushaltshilfe, zu Alterskassenleistungen und den Angeboten unserer Landwirtschaftlichen Krankenkasse. Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten stetig daran, dass er bald noch mehr Themen abdecken kann.
Verständlich und freundlich Natürlich steht der Chatbot rund um die Uhr zur Verfügung, 365 Tage im Jahr. Mit der freundlichen Begrüßung „Wie kann ich dir helfen?“ taucht er links unten auf der Webseite auf und lädt direkt zum Ausprobieren ein. Dabei bleibt er immer klar, verständlich und freundlich – so finden die Besucher die Inhalte im Handumdrehen.
Ein kleiner Hinweis noch: Der Chatbot liefert nur allgemeine Informationen. Für persönliche Anliegen empfehlen wir weiterhin den Kontakt mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern; aber keine Sorge, der „SVLFG Digi“ zeigt Ihnen gern die Kontaktmöglichkeiten.
Die Tagung für die Fachkräfte für Arbeitssicherheit 2025 zeigte einmal mehr: Prävention lebt vom Miteinander und von praxisnahen Lösungen. Auch 2026 laden wir ein, um neueste Themen und Impulse zur Sicherheit zu diskutieren.
Die dritte SVLFG-Tagung für Fachkräfte für Arbeitssicherheit brachte im Herbst 2025 81 Teilnehmende aus ganz Deutschland im Hohenwart Forum in Pforzheim zusammen. Aktuelle Herausforderungen und bewährte Strategien standen im Mittelpunkt, um Arbeitsschutz und Gesundheit in Landwirtschaft, Forst und Gartenbau weiter zu stärken.
Wie vielfältig Prävention heute gedacht wird, zeigte sich in den Fachvorträgen und Workshops der Veranstaltung. Das Themenspektrum umfasste unter anderem eine aktuelle Studie zum Kabinenschutz beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Maßnahmen gegen Vibrationsbelastungen durch Freischneider und den Transfer der schriftlichen Gefährdungsbeurteilung in die forstliche Praxis.
Auf großes Interesse stießen Beiträge zur sicheren Maschinennutzung und zur psychischen Gesundheit im Betrieb – Themen, die vor dem Hintergrund wachsender Belastungen und technischer Entwicklungen weiter an Bedeutung gewinnen. Mindestens ebenso wertvoll war der Austausch unter den Fachkräften, der erneut als Impulsgeber für neue Ideen und Zusammenarbeit wirkte. „Sicherheit und Gesundheit müssen in jedem Arbeitsprozess konsequent mitgedacht werden“, brachte ein Teilnehmer den Tenor der Veranstaltung auf den Punkt.
Für uns als Unfallversicherungsträger ist die Tagung damit mehr als ein Fachforum: Sie ist eine Plattform für Vernetzung, Wissenstransfer und gelebte Präventionskultur.
Wer sich bereits den Termin für die kommende Tagung vormerken möchte:
Am 1. und 2. September 2026 laden wir alle Sicherheitsfachkräfte herzlich ein, dabei zu sein in Magdeburg.
Anmeldung unter:
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- Redaktion "Alles SVLFG"