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Alles SVLFG 1/2026

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Lesen Sie in dieser Ausgabe einen bewegenden Artikel zur Organspende, wichtige Aspekte der Sicherheitsvorgaben für den Einsatz von Deckbullen, Interessantes zur Hautkrebsvorsorge und vieles mehr.

Magazin für Sicherheit und Gesundheit

Titelthema

Organspende - Eine Entscheidung für das Leben

Wer eine Organspende benötigt, braucht Geduld, Kraft und Mut. Dass auch viel Zuversicht dazu gehört, weiß Familie Engelbrecht aus Nordhessen aus eigener Erfahrung. Eine inspirierende Geschichte.

Jeder muss sich nur einmal mit dem Thema Organspende beschäftigen und für sich die entscheidenden Fragen klären. Dann ist man auch durch“, ist Karla Engelbrecht überzeugt. 

Sie weiß, wovon sie spricht: Sowohl ihr Mann Gustav als auch ihr Sohn Thore brauchten eine neue Niere. Die Niere, die Thore bekam, hat Karla selbst gespendet.

Das Erste, das bei einem Besuch der Familie auffällt, ist der wundervolle Blick auf die benachbarten Orte. Mit ihrem Mann wohnt Karla etwa 100 Meter entfernt von ihrem Sohn, der Schwiegertochter und dem Enkelsohn.

Der Familienbetrieb, der heute an einen Berufskollegen verpachtet ist, war früher auf Ackerbau spezialisiert und setzte auch auf Windräder. In der Freizeit bestritten Gustav und Karla Reitturniere und führten eine Pferdepension. Sie waren Landwirte – durch und durch.

Mitte der 1980er-Jahre erhielt Gustav die Diagnose Zystennieren, im Fachjargon autosomal dominante polyzystische Nierenerkrankung. Dabei entstehen flüssigkeitsgefüllte Zysten in beiden Nieren. Sie vergrößern die Organe und verdrängen zunehmend gesundes Gewebe. „Die Filterfunktion der Niere setzt zunehmend aus, der Körper wird langsam vergiftet“, erklärt Karla. 

Durch Diäten konnten sie die Dialyse hinauszögern. Doch es war klar: Gustav würde eine neue Niere brauchen. Während ihr Mann auf eine Niere wartete, fuhr er drei Mal die Woche zur Dialyse – immer nach der Arbeit, zwischen 17 und 18 Uhr. Er hätte mit dem Taxi fahren können. Doch er zog es vor, unabhängig zu bleiben. „Wohl gefühlt habe ich mich mit dem Gedanken nicht, obwohl er körperlich fit war“, gibt Karla zu. „Durch die Dialyse hat er Blutverdünner bekommen, das war ein heißes Eisen.“

Lange Wartezeit

Die Dialyse dauerte in der Regel fünf Stunden. Fünf Stunden, in denen Gustav als Patient nicht mehr tun konnte als zu warten. Natürlich gab es Ablenkung wie Fernsehen und Zeitschriften.

Schon vor der Diagnose engagierten sich die Engelbrechts in einem gemeinnützigen Verein, der auch auf Messen über Organspende aufklärte. „Viele wollen sich damit nicht beschäftigen. 

Wir haben nicht weiter gebohrt, wenn wir das gemerkt haben“, sagt Karla Engelbrecht. Aber: Ein neues Organ zu bekommen, wird immer schwieriger. Die Wartezeit ist lang. „Die Organspende ist eine Entscheidung, die Leben rettet.“ 1995 endlich erreichte die Familie die Nachricht: Eine Spenderniere war gefunden. „Das sind Augenblicke, die man nicht vergisst“, erinnert sich Karla. Nach der Transplantation sprang das Organ sofort an – selbstverständlich war das nicht. Nur einmal gab es eine Abstoßungsreaktion, welche die Ärzte schnell in den Griff bekamen. Die Niere arbeitet auch heute noch stabil. Viel wissen sie nicht über den Spender, nur dass es sich um einen jungen Mann handelte.

Zystennieren sind eine Erbkrankheit. Thore Engelbrecht hätte schon in der Kindheit erfahren können, ob er betroffen ist. Doch erst als er heiratete, entschied er sich für eine Untersuchung. Als die Ärzte die Diagnose stellten, wusste die Familie, was ihn erwartete. Als er Anfang 40 war, arbeiteten Thores Nieren nicht mehr, er musste zur Dialyse. Dass Karla ihm eine Niere spenden wollte, war ein Gedanke, der schon länger in ihr reifte. 

Im Jahr 2020 sprach sie ihn darauf an. Sie redeten lange. „Ich versprach, dass ich nur spenden würde, wenn sicher war, dass ich nicht mit gesundheitlichen Folgen rechnen musste. Das hätten meine Männer nicht ertragen. Zudem versicherte ich ihm, dass ich niemals Einfluss auf sein Leben nehmen würde, so in dem Sinne: Tu dies nicht, tu das nicht, pass auf die Niere auf. Das war mir wichtig.“

Alles mit rechten Dingen

Ein Jahr dauerten die Untersuchungen. Dann stand fest: Eine Nierenspende war möglich – auch in der Familie keine Garantie. Der letzte Meilenstein war der Gang zur Ethikkommission in Hannover. Diese sprach einzeln mit Karla und Thore, um sicherzustellen, dass niemand zu der Spende gedrängt wurde. Neben den Ärzten gab auch sie dann grünes Licht. Die Operation ver-lief gut.

„Viele Menschen sorgen sich um Mauscheleien. Das geht aber alles mit rechten Dingen zu“, stellt Karla Engelbrecht klar. „Wenn es keine Lebend-spende ist, stellen zwei unabhängige Ärzte den Gehirntod fest. Und selbst wenn ein Organspendeausweis vorhanden ist, wird ein Arzt niemals nur auf dessen Basis handeln. Von der Familie kann immer noch ein Veto kommen. Deswegen ist es wichtig, erst für sich selbst eine Entscheidung zu treffen, dann aber auch ein Gespräch mit der Familie zu führen.“

Heute blickt die Familie mit Dankbarkeit zurück. „Ich bin einfach froh, dass ich beide noch habe“, sagt Karla mit einem Lächeln im Gesicht. Gustav und Thore werden ihr Leben lang Medikamente einnehmen. Das ist für sie aber in Ordnung. „Wenn der Kopf oben ist und wir zusammensitzen, ist das für uns das Größte. Wir denken positiv. Das hat mein Mann von Anfang an getan – immer nach vorne gesehen und weiter gemacht.“ 

Haben Sie sich schon entschieden?

Eine Organspende kann Leben retten – wenn Sie dazu bereit sind. Mehr Informationen finden Sie auf:

Die elektronische Patientenakte (ePA) bildet ein Zugangsportal zum Organspenderegister. Hier können Sie Ihre Entscheidungen zur Organspende digital und sicher dokumentieren. Mehr dazu: 

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