Unterbringung und Beschäftigung von Saisonarbeitskräften - schwierig aber machbar 

11.08.2020

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) berät Arbeitgeber auf Wunsch, wie sie die Vorgaben der zuständigen Behörden während der Corona-Pandemie erfolgreich umsetzen können. 

Unternehmer Jan von Oehsen hat die strengen Auflagen zum Gesundheitsschutz bereits erfüllt. Er erzählt, wie er die 150 Saisonarbeitskräfte auf seinem Betrieb angemessen unterbringt und wie er die Arbeit organisiert. 

Heidelbeerplantage der Familie von Oehsen

Gespräche mit Ämtern und Behörden aktiv gesucht

Die Corona-Pandemie stellt Arbeitgeber vor große Herausforderungen. Dass die Heidelbeerernte der Hof Neuenkrug-von Oehsen GbR in Hambergen trotz Corona und den damit verbundenen Risiken sicher und ertragreich verläuft, ist auch das Ergebnis gut geplanter und umsichtiger Vorarbeit. „Bereits Ende März informierten wir uns bei den zuständigen Stellen und nutzten das Beratungsangebot der SVLFG“, blickt der Unternehmer zurück. Sein Ansprechpartner bei der SVLFG ist der Präventionsmitarbeiter Manfred Eggers. 

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Unternehmer Jan von Oehsen mit Tocher Anna-Engelken 

SVLFG bietet Unterstützung an

Eggers lobt das umsichtige und frühzeitige Vorgehen der Familie Engelken-von Oehsen: „Anna Engelken-von Oehsen ging aktiv auf uns und auf die anderen zuständigen Ämter und Behörden zu, informierte sich darüber, was zu tun war und konnte somit schnell aktiv werden.“ 

Die rührige Jungunternehmerin hatte bereits vor dem ersten Gespräch mit Eggers zahlreiche für sie nutzbare Hilfen unserer Homepage gefunden. Zum Beispiel die Checklisten zum Thema Corona, die Hygienetipps, die Betriebsanweisungen in polnischer und in rumänischer Sprache und die aktualisierten Mustergefährdungsbeurteilungen.

„Gemeinsam mit Manfred Eggers bin ich diese Arbeitshilfen durchgegangen. Sie haben mir sehr dabei geholfen, das Hygienekonzept für unseren Betrieb auszuarbeiten. Die Betriebsanweisungen in Landessprache nutzen wir, um die Saisonarbeitskräfte zu unterweisen und ihnen Arbeitshilfen in ihrer Landessprache zu geben“, so Anna Engelken-von Oehsen  



Dank mehrsprachiger Betriebsanweisungen können die Saisonarbeitskräfte in ihrer Muttersprache zum Thema Gesundheits- und Arbeitsschutz angewiesen werden.



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Hygiene ist oberstes Gebot

Unterkunft für eine Familie

Zusammen Wohnen - Zusammen Arbeiten 

Das Herzstück des Hygienekonzeptes ist die Strategie „Zusammen Wohnen - Zusammen Arbeiten“. Manfred Eggers erklärt: „Das Ziel der Strategie ist es, die Ansteckungsmöglichkeiten der Arbeitnehmer möglichst zu begrenzen.“  

Die Arbeitskräfte reisen bereits in Teams an. Sie werden bei Ankunft auf Corona getestet und erhalten gemeinsam eine Unterweisung in ihrer Landessprache. 


Um genügend Platz für die verschiedenen Arbeitsteams zu schaffen, werden Container aufgestellt

Familie Engelken-von Oehsen hat eine Vielzahl an Wohncontainern angeschafft, die mit maximal zwei Personen belegt werden. In einer Reihe stehen je zehn Wohncontainer sowie ein Sanitärcontainer. Die Wohncontainerreihen haben einen ausreichend großen Abstand zueinander und die Zugänge der Container sind voneinander abgewandt.

Die Bewohner einer Wohncontainerreihe bilden ein Team, das nicht nur in einer Reihe wohnt, sondern auch zusammen auf dem Feld arbeitet und zu festen Zeiten gemeinsam Pause macht. Ebenfalls feste Nutzungszeiten je Team gibt es für den vom Betrieb zur Verfügung gestellten Container mit Waschmaschinen und für die Nutzung der betriebseigenen Kantine. Hier wird nach jedem Teamwechsel gereinigt und desinfiziert.

Kontakte zu anderen Teams sind nicht erwünscht. Wenn bei der Arbeit der geforderte Mindestabstand von 1,5 Metern untereinander nicht immer eingehalten werden kann, zum Beispiel auf der Fahrt zum Feld oder in der Sortier- und Abpackhalle, gilt Maskenpflicht. Jede Saisonarbeitskraft erhält gleich bei der Ankunft auf dem Feld eine Mund-Nase-Bedeckung, die sie bei Bedarf trägt.

Um immer ausreichend Desinfektionsmittel zu haben, hat Familie von Oehsen ein Vorratslager angelegt.

Auch die Reinigung der auf dem Feld bereitgestellten mobilen Toiletten ist im Hygieneplan berücksichtigt und wird regelmäßig durchgeführt. Bei den Toiletten stehen mobile Waschtischeinheiten mit Spendern für Einwegpapiertücher und Desinfektionsmittel, damit sich jeder nach einem Toilettengang die Hände waschen und desinfizieren kann.


„Allein von diesen Spendern für die Handdesinfektion sind für den gesamten Betrieb über 75 Stück beschafft worden und an allen markanten Stellen auf dem Betrieb zu finden“, bemerkt Manfred Eggers. 

Alle Maßnahmen zusammen gewährleisten, dass jeder Einzelne so gut es geht geschützt ist und dass im Falle einer Corona-Infektion nur das betroffene Team um die infizierte Person in Quarantäne geht, während alle anderen Teams weiterarbeiten können. „Jedes Team hat einen Teamleiter, der für die Umsetzung der Vorgaben verantwortlich ist. So gibt es neben der Kontrolle durch uns auch eine effektive Selbstkontrolle“, ergänzt Anna Engelken-von Oehsen. „Das Verfahren funktioniert gut. Schließlich wollen ja alle gesund bleiben“, sagt sie.

Resümee 

„Solange die Saisonarbeitskräfte bei uns leben, sind wir für Ihre Gesundheit verantwortlich. Deshalb war es uns ein großes Anliegen, ihnen ein möglichst risikoarmes Wohn- und Arbeitsumfeld zu schaffen“, sagt Jan von Oehsen. Dank des hervorragenden Hygienekonzeptes auf dem Betrieb mit den großzügig bemessenen Wohn,- Sanitär- und Gemeinschaftseinrichtungen erfüllt die Hof Neuen Krug-von Oehsen GbR alle derzeit geltenden behördlichen Vorgaben. Der Erntebetrieb läuft weitgehend störungsfrei und reibungslos.