Betriebliche Pandemieplanung

Im Fall einer Pandemie können selbst bei milden Krankheitsverläufen plötzlich viele Beschäftigte gleichzeitig erkranken oder wegen der Betreuung von erkrankten Familienangehörigen ausfallen. Jeder Betrieb sollte darauf vorbereitet sein und flexibel reagieren können.

Stichmännchen, das Coronavirus und Häuser auf Papier gezeichnet auf dem Tisch liegend mit einem Stift 

Was ist eine Pandemie

Pandemie bedeutet, dass sich ein Krankheitserreger, z.B. ein Grippe-Virus, das SARS-CoV-2 Virus oder auch andere Viren weltweit verbreitet. 

Kennzeichen einer Pandemie:

  • Der Erreger hat krankmachende Eigenschaften.
  • Die Übertragung erfolgt leicht von Mensch zu Mensch.
  • Die Bevölkerung hat noch keine speziellen Abwehrkräfte gegen den neuen Erreger entwickelt.

Was im Ernstfall zu tun ist 

Es wird empfohlen, einen betriebsinternen Pandemieplan zu erstellen. Damit Vorbeugungsmaßnahmen greifen, müssen alle im Betrieb damit vertraut sein. Der Arbeitgeber legt fest, wie die interne Kommunikation erfolgt, über Intranet, Telefon, Aushang. Sachliche Informationen und klare Anweisungen sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Maßnahmen und Arbeitsvorgänge - eine Paniksituation wird durch guten Informationsfluss verhindert.

Arbeitgeber:

  • Halten Sie Waschmöglichkeiten, geeignete Hautreinigungs- und Pflegemittel für die Hände bereit.
  • Denken Sie an rechtzeitige Bevorratung von Materialien (gegebenenfalls geeignete Desinfektionsmittel und persönliche Schutzausrüstung wie z.B. geeignete Schutzhandschuhe und in besonders gefährdeten Bereichen wie z.B. Gesundheitsdienst geeignete Atemschutzmasken FFP2/FFP3).
  • Stellen Sie Hände-Desinfektionsmittelspender auf, wenn Waschmöglichkeiten fehlen.
  • Unterweisen Sie Ihre Beschäftigte im hygienischen Verhalten.
  • Legen Sie fest, wie verfahren wird, wenn während der Arbeit Beschäftigte Krankheitssymptome bekommen.

Beschäftigte:

  • Vermeiden Sie unnötige Handkontakte.
  • Waschen Sie sich häufiger die Hände, z.B. nach Personenkontakten und Berühren von Gegenständen, die möglicherweise von Erkrankten angefasst wurden, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Vermeiden Sie unbewusstes Berühren von Augen, Mund und Nase.
  • Nutzen Sie Hände-Desinfektionsmittel, wenn keine Möglichkeit zum Waschen der Hände besteht.
  • Halten Sie Abstand zu anderen Personen, insbesondere hustenden.
  • Als Hustende: halten Sie Abstand zu anderen, husten Sie in die Ellenbeuge, nicht in die Hand
  • Lüften Sie Ihre Arbeitsräume etwa 4 mal täglich für ca. 10 Minuten
  • Beachten Sie die in Ihrem Betrieb festgelegte Vorgehensweise beim Umgang mit erkrankten Kolleginnen/Kollegen
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Ein gut geplanter Personaleinsatz mit Prioritätensetzen ermöglicht das Weiterarbeiten trotz Personalausfällen. Verdienstausfälle und Vertragsstrafen werden vermieden und ein sicheres Arbeiten ist möglich. Im Betrieb sollte festgelegt sein, wer wessen Aufgaben vorübergehend übernehmen kann.

  • Wer hat z. B. entsprechende Führerscheine?
  • Wer kann die gleiche Maschine oder die gleiche Software bedienen?
  • Besteht die Möglichkeit, Aufgaben von zu Hause aus zu erledigen?

Beschäftigte:
Um die Erkrankung nicht im Betrieb zu verbreiten, sollten Beschäftigte, die Krankheitssymptome aufweisen, umgehend einen Arzt aufsuchen (unbedingt vorher telefonisch anmelden) und bei Bestätigung der Erkrankung zu Hause bleiben.

Treten in der Familie Erkrankungen auf, sollte die Entscheidung über ein Zuhause bleiben gemeinsam mit Arzt / Gesundheitsamt / Arbeitgeber getroffen werden.


WICHTIGE ANSPRECHPARTNER IM ERNSTFALL

Informationen erhalten Sie auch von Betriebsärzten, Fachkräften für Arbeitssicherheit und den von Bund und Ländern herausgegebenen Pandemieplänen.

Maßnahmen vor einer Pandemie 

Zuständigkeiten und Ansprechpartner im Betrieb festlegen

Während einer Pandemie treten viele Fragen auf, die möglichst schnell beantwortet werden müssen. Schon vorher müssen daher Ansprechpartner und Personen, die entscheiden (und Vertretungen!), im Betrieb bekannt sein. In größeren Betrieben ist die Bildung eines Krisenstabes sinnvoll. 

Damit der Betrieb im Ernstfall auch läuft

Schon vor Auftreten einer Pandemie sollte die Betreuung von Beschäftigten, die während der Arbeit Krankheitssymptome bekommen, organisiert werden:

  • Wer betreut? Wie und wo? – bis erkrankte Beschäftigte zum Arzt oder nach Hause gebracht oder von Angehörigen abgeholt werden.
  • Verhaltens- und Schutzmaßnahmen für die Betreuenden (Abstand, hygienisches Verhalten, ggf. das Tragen einer Atemschutzmaske), ggf. auch eine Desinfektions- und Freigaberegelung für Arbeitsplätze, sollten schriftlich vorgegeben werden, z. B. in einer Betriebsanweisung.
  • Spezielle Maßnahmen, z. B. die Bevorratung und Ausgabe von Desinfektionsmitteln und geeigneter persönlicher Schutzausrüstung sollten Sie mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Betriebsärztin/dem Betriebsarzt abstimmen.
  • Prüfung, ob Arbeiten von zu Hause aus möglich ist.

Hinweis in eigener Sache

Alle Texte dieser Seite wurden übernommen von der Information der  DGUV  10 Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung.