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Sicheres Auf- und Absteigen: Rückwärts runter

05.11.2026

Vergrößerung des Bildes für Ein Mann steigt rückwärts vom Traktor ab.
Wer rückwärts vom Traktor absteigt, verringert das Unfallrisiko.

Die Hälfte aller Unfälle mit Traktoren ereignet sich beim Absteigen vom Fahrzeug. Mit einem neuen Kurzfilm unter www.svlfg.de/absteigen macht die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) auf diesen Unfallschwerpunkt aufmerksam und gibt Tipps, wie das Auf- und Absteigen vom Traktor unfallfrei gelingt. 

Eine Hauptunfallquelle ist das Absteigen mit Blick aus dem Fahrzeug heraus. Der Fahrer steht mit dem Rücken zur Kabine und kann sich weder sicher festhalten noch findet sein Fuß sicheren Halt auf den Trittstufen. Die Gefahr abzurutschen, ist hoch. Sicherer ist es, den Traktor rückwärts zu verlassen und dabei mit einem Blick nach unten zu prüfen, wo die Füße hintreten. So entspricht es auch den Vorgaben der Fahrzeughersteller. Stolperstellen werden dadurch rechtzeitig erkannt und ein Umknicken oder Wegrutschen wird weitgehend vermieden. Wer sich zusätzlich beim Absteigen mit zwei Händen an den Handläufen festhält, hat alles richtig gemacht. Es verhindert einen Absturz selbst dann, wenn ein Fuß abrutschen sollte. Damit beide Hände frei sind, sollte „Handgepäck“ vor dem Ein- oder Absteigen abgestellt werden.

Doch selbst derjenige, der beim Absteigen alles richtig macht, läuft Gefahr, sich zu verletzen, wenn er ungeeignete Schuhe mit rutschigem beziehungsweise schmutzigem Profil trägt oder wenn die Aufstiege defekt, verschmutzt oder abgenutzt sind. Da die Unternehmer hier in der Pflicht sind, rät ihnen die SVLFG: Mit gutem Beispiel vorangehen und selbst nur in Sicherheitsschuhen mit griffigem, sauberem Profil arbeiten und den Be-schäftigten hochwertiges Sicherheitsschuhwerk zur Verfügung stellen! Aufstiege sollten regelmäßig kontrolliert und die Rutschhemmung sauber gehalten werden. Bei Bedarf sind diese zu erneuern.

Der Senior und sein alter Schlepper
Der Anteil der Senioren, die sich beim Absteigen vom Traktor verletzen, ist hoch. Der alte Schlepper am Hof ist die Mobilitätsgarantie für Senioren. Mit ihm können sie in gewohnter Weise fahren und arbeiten. Senioren haben aber nach einem Arbeitstag manchmal nicht mehr die Kraft, den Körper beim Absteigen abzufangen. Sie stürzen leichter und verletzen sich dabei schwerer als junge Menschen.

Sicherer und komfortabler wird das Auf- und Absteigen für sie mit einem nachrüstbaren Aufstieg für ältere Traktoren. Dank der großen Trittstufen finden beide Füße sicheren Halt. Die Tritthöhe ist so gewählt, dass sie gut mit einem Schritt überwunden werden kann. Es besteht auch keine Gefahr, zum Reifen hin abzurutschen. Den Aufstieg gibt es im Landmaschinen-Handel. Er kann in der gewünschten Höhe – je nach Einsatzbereich des Schleppers – befestigt werden.

Der flotte Sprung vom Traktor
Aber nicht nur ältere Menschen verletzen sich beim Absteigen. Auch junge Fahrer machen schmerzhafte Fehler. Einer davon ist das schwungvolle Abspringen vom Traktor. Was lässig aussieht, ist für das Muskel-Skelettsystem extrem anstrengend, denn der lockere Sprung belastet Bandscheiben, Gelenke und Bänder mit einem Vielfachen des eigenen Körpergewichts. Knickt dann noch ein Fuß wegen einer Bodenunebenheit um oder bleibt die Person beim Absprung am Traktor hängen und stürzt, drohen schwere Verletzungen.

Absturz-Check nutzen
Gefährdungs- und branchenspezifische Hinweise, um Absturzunfälle im Betrieb zu ver-meiden, bietet das Internetportal der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) www.gda-portal.de/DE/Betriebe/Absturzunfaelle. Hier werden auch Absturz-Checks für betriebliche Arbeitsschutzakteure zur Verfügung gestellt. Sie helfen in der betrieblichen Praxis, einen möglichen Handlungsbedarf zu erkennen, wenn Leitern, Gerüste, Fahrzeuge, Laderampen oder Dachbegehungen zum Einsatz kommen. Die GDA betont die Verantwortung und die Vorbildfunktion des Arbeitgebers, aber auch die Selbstverantwortung der Beschäftigten, wenn es darum geht, Arbeitsunfälle zu vermeiden. Träger der GDA sind der Bund, die Arbeitsschutzbehörden der Länder und die Unfallversicherungsträger.

Hintergrundinformation
Absturzunfälle zählen zu den häufigsten Ursachen für schwere und tödliche Arbeitsunfälle in Deutschland. Daten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und der SVLFG zeigen eine alarmierende Bilanz: Jährlich ereignen sich in Deutschland etwa 38.000 Absturzunfälle bei der Arbeit. Rund 15 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle gehen auf diese Ursache zurück. Wer einen Sturz überlebt, leidet häufig ein Leben lang unter den Folgen. Das Thema gewinnt an Bedeutung: Durch die Installation von Photovoltaikanlagen, Dachbegrünungen und moderner Gebäudetechnik werden Dachflächen heute weitaus häufiger begangen als früher.