Spezifische Rehabilitationsmaßnahmen

Damit Ihre Reha-Maßnahme auch erfolgreich verläuft, bieten wir je nach Altersgruppe oder Grunderkrankung unterschiedliche Reha-Maßnahmen in unterschiedlichen Kliniken an. So können sich die Kurkliniken ganz auf die für Ihre Erkrankung erforderlichen Therapie- Maßnahmen und Ihre persönlichen Bedürfnisse einstellen.

Spezifische Rehamaßnahmen bieten wir an für Kinder und Jugendliche, Mütter bzw. Väter, für Suchtkranke, pflegende Angehörige sowie geriatrische Reha-Maßnahmen für über 70-jährige Patienten. 

Reha für Kinder und Jugendliche

Kinder beim Sport mit einem Bewegungstuch in einer Kurklinik

Reha kann Kindern und Jugendlichen helfen, mit langfristigen Erkrankungen oder Behinderungen umzugehen und die Auswirkungen zu mildern. Die umfassende Behandlung zielt auf eine höhere Lebensqualität und bessere Chancen für Ihr Kind. 


Insbesondere für Kinder und Jugendliche, die wegen ihrer Erkrankung Probleme im Alltag, in der Schule oder Ausbildung haben, kommt eine medizinische Rehabilitation in Betracht. 

Für Reha-Leistungen für Kinder und Jugendliche sind Renten- und Krankenversicherung gleichrangig zuständig. Sie haben daher die Wahl, ob Sie den Antrag für Ihr Kind bei der LAK oder LKK stellen möchten. 

Die Reha dauert bei Kindern, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, in der Regel vier bis sechs Wochen; bei Kindern und Jugendlichen ab dem vollendeten 14. Lebensjahr in der Regel drei Wochen. Ist es medizinisch notwendig, kann sie verlängert werden.

Die Reha für Kinder und Jugendliche findet in speziellen stationären Einrichtungen statt, die auf die besonderen Bedürfnisse ausgerichtet sind. Im Reha-Team arbeiten Fachkräfte aus Medizin, Therapie und Pädagogik zusammen. Neben den Therapien machen Sport und Spiel in der Gruppe Ihr Kind stärker und selbstständiger. Kinder- und Jugendrehabilitation kann grundsätzlich auch ambulant durchgeführt werden. Entsprechende Strukturen sind derzeit im Aufbau.

Schulunterricht wird in der Regel durch die Reha-Einrichtung oder eine Schule in deren Nähe sichergestellt. Die Reha ist daher nicht an Ferienzeiten gebunden.

Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, Ihr Kind zu begleiten. Bei Kindern ab dem zwölften Lebensjahr ist eine Begleitung möglich, wenn Ihr Arzt die medizinische Notwendigkeit begründet. Begleitpersonen werden während der Reha zum Umgang mit der Erkrankung beraten und geschult.

Grundsätzlich sind bei der Kinderrehabilitation keine Zuzahlungen zu leisten. In der Krankenversicherung besteht ab Vollendung des 18. Lebensjahrs grundsätzlich eine Zuzahlungspflicht.

Bei bestimmten schwersten chronischen Erkrankungen mit besonderen familiären Belastungssituationen, z. B. Krebserkrankungen, Organtransplantationen, Operationen am Herzen oder bei Mukoviszidose, kann eine familienorientierte Rehabilitation (FOR) unter Einbeziehung weiterer Familienangehöriger in Betracht kommen. Im Rahmen der FOR werden die Angehörigen des kranken Kindes (Eltern und/oder Geschwister) in den Rehabilitationsprozess einbezogen. Ausschlaggebend für die Prüfung der Mitaufnahme von Familienangehörigen ist die Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten durch die Krankheit des anspruchsberechtigten Kindes. Maßgebend ist, dass die Mitaufnahme der Familienangehörigen eine notwendige Voraussetzung für den Rehabilitationserfolg des erkrankten Kindes ist. Eine eigene Rehabilitationsbedürftigkeit der Familienangehörigen ist nicht erforderlich.

Weitere Reha-Maßnahmen im Überblick  

Mütter und Väter, die Kinder erziehen, sind häufig besonders belastet. Daraus können gesundheitliche Probleme entstehen, wenn z. B. Überforderungssituationen, Erziehungsschwierigkeiten oder Partnerschaftskonflikte auftreten. Spezielle medizinische Leistungen zur Rehabilitation für Mütter und Väter zeichnen sich dadurch aus, dass sie neben der Erkrankung die besondere psychosoziale Problemsituation der Familie in den Blick nehmen.

Sie können Ihr Kind mitnehmen,, wenn dies notwendig ist und dem Erfolg der Maßnahme nicht entgegensteht. In der Regel besteht diese Möglichkeit für Kinder bis zwölf Jahre, in besonderen Fällen bis 14 Jahre. Für behinderte Kinder gelten keine Altersgrenzen.


Formulare für Kinderrehabilitation der LAK

Pflegende Angehörige sind oft besonders belastet. Vor dem Hintergrund der Pflegesituation ist es meist schwierig, notwendige Reha-Maßnahmen in Anspruch zu nehmen. Deshalb wurden für diesen Personenkreis über die gesetzliche Krankenversicherung besondere Bedingungen geschaffen, die die Inanspruchnahme dieser Leistungen erleichtern sollen:

  • Pflegebedürftige können zum Beispiel in der Reha-Einrichtung mit versorgt werden. Die Kosten werden durch die Krankenkasse des pflegenden Angehörigen übernommen.
  • Während der Rehabilitationsmaßnahme können Pflegebedürftige in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung am Wohnort oder in der Nähe der Reha-Einrichtung untergebracht werden.

Auch über die Alterskasse gibt es besondere Möglichkeiten, die Rehabilitation für pflegende Angehörige zu erleichtern. Wir beraten Sie gerne!

Wir legen Wert darauf, dass Sie vor Beginn einer Sucht-Rehabilitation eine Suchtberatungsstelle aufsuchen. Diese erstellt für Sie einen Sozialbericht und empfiehlt u. a. eine passende Rehabilitationsform. Auch bei weiteren Suchterkrankungen wie dem Glücksspiel kann eine Suchtrehabilitation in Betracht kommen.

Wenn Sie an einer Abhängigkeitserkrankung leiden (z. B. Alkoholismus, Drogensucht oder Medikamentenmissbrauch), können Sie ebenfalls eine Rehabilitation finanziert bekommen. Der Reha geht die Entzugsbehandlung (Entgiftung) voraus.

Eine Standardtherapie kann zwölf bis 15 Wochen stationär durchgeführt werden. Möglich sind auch eine stationäre Kurzzeittherapie über acht Wochen oder bei Drogenabhängigkeit stationäre Therapien bis zu 26 Wochen. Eine ambulante Entwöhnungsbehandlung dauert sechs bis zwölf Monate.

Ist eine Entwöhnungsbehandlung beendet, können wir noch Gruppen- und Einzelgespräche in Suchtberatungsstellen als ergänzende Leistung zur Rehabilitation erbringen.

Geriatrie ist der Fachausdruck für die Lehre von den Krankheiten alternder Menschen. In der Praxis beschäftigt sich Geriatrie mit Patientinnen und Patienten, die älter als 70 Jahre sind und in der Regel mehrere Erkrankungen haben. Diese Rehabilitation nimmt alle Erkrankungen in den Blick und berücksichtigt dabei die geminderte Belastungsfähigkeit und ggf. bereits bestehende kognitive Leistungseinschränkungen. Sie kann ambulant, stationär und mobil von der LKK erbracht werden.

Und so beantragen Sie eine Reha-Maßnahme 

Antragsformular wird per Hand ausgefüllt

Reha-Leistungen müssen von Ihnen beantragt werden. Meist rät Ihnen das Krankenhaus oder Ihr behandelnder Arzt dazu. Diese stellen einen medizinischen Befundbericht aus, den Sie für den Antrag benötigen. (Link auf Formular-Seite Reha) Auf dieser Grundlage prüfen wir, ob Sie die Voraussetzungen für eine Reha erfüllen.

Ihren Antrag und die Unterlagen schicken Sie bitte an:

  • Icon
    SVLFG 
    Leistung
    34105  Kassel

Beratung für behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen

Menschen mit einer Behinderung haben oftmals ganz besondere Anforderungen an eine Rehamaßnahme. Egal ob Sie einen Antrag stellen wollen oder weitere Information oder Beratung zu einer Reha- oder Teilhabeleistung benötigen, in der unabhängigen Beratungsstelle wird man sich um Ihr Anliegen kümmern. Nach dem Prinzip „Betroffene beraten Betroffene“ werden Sie von Menschen mit gleichen oder ähnlichen Erfahrungen beraten.

Nähere Informationen hierzu – insbesondere zu unabhängigen Beratungsstellen in Ihrer Nähe - finden Sie unter www.teilhabeberatung.de .

Diese Beratung ist nicht an die Voraussetzung einer Beitragspflicht oder Mitgliedschaft geknüpft und steht allen Menschen mit (drohenden) Behinderungen offen. 

Wünschen Sie schwerpunktmäßig Informationen zu Teilhabeleistungen bei Behinderung, Erkrankungen oder allgemeinem Rehabilitationsbedarf (nicht Arbeitsunfall oder Berufskrankheit), wenden Sie sich bitte an unsere Ansprechpartner der Landwirtschaftlichen Kranken- und Pflegeversicherung sowie der Alterssicherung. 

  • Beratung zu Teilhabeleistungen bei Behinderung, Erkrankungen oder allgemeinem Rehabilitationsbedarf 
    0561-785 10200
  • Beratung zu Teilhabeleistungen bei Arbeitsunfall oder Berufskrankheit
    0561-785 10330