FAQ zu Leistungen der Krankenversicherung bei Corona

Hier erhalten Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Leistungen der LKK im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 

Wenn Sie unter einer Erkrankung der oberen Atemwege leiden, die keine schwere Symptomatik vorweist, besteht die Möglichkeit, sich telefonisch von Ihrem Arzt krankschreiben zu lassen. Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten Sie dabei per Post. Die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit durch Ihren Arzt ist in diesem Fall für einen Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen möglich. Das Fortdauern der Arbeitsunfähigkeit kann im Wege der telefonischen Anamnese einmalig für einen weiteren Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen festgestellt werden. Die Sonderregelung gilt befristet bis zum 31.05.2020.

Das zuvor beschriebene Verfahren zur Feststellung der Arbeitsunfähigkeit gilt auch bei der Bescheinigung für die Erkrankung eines Kindes. 

Ein Anspruch auf Krankengeld besteht, wenn eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Sofern also aufgrund einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus durch den behandelnden Arzt eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wird, besteht ein Anspruch auf Krankengeld. 

Muss ein Kind unter 12 Jahren aufgrund von Krankheit zu Hause betreut werden und kann dies nicht durch eine andere im Haushalt lebende Person sichergestellt werden, besteht für den betreuenden Elternteil ein Anspruch auf Kinderkrankengeld.

Für die Gewährung von Kinderkrankengeld muss die Erkrankung (Coronavirus) ärztlich Attestiert sein. Je Kind besteht dabei ein gesetzlicher Anspruch auf 10 Arbeitstage je Elternteil. Alleinerziehende haben den alleinigen Anspruch auf 20 Arbeitstage. Zu beachten ist dabei jedoch der Höchstanspruch im Kalenderjahr von 25 Arbeitstagen bzw. 50 Arbeitstagen für Alleinerziehende (auch bei 3 Kindern oder mehr).

Wird z.B. eine Kita geschlossen und ein Elternteil muss wegen der Betreuung eines Kindes der Arbeit fern bleiben, kann (aufgrund einer fehlenden Erkrankung des Kindes) kein Kinderkrankengeld gewährt werden.

Der Arzt oder Psychotherapeut wählt einen zertifizierten Videodienstanbieter aus, der für einen reibungslosen und sicheren technischen Ablauf der Videosprechstunde sorgt. 

Arzt und Patient benötigen im Wesentlichen einen Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine Internetverbindung. Eine zusätzliche Software ist nicht erforderlich.

Nach derzeitigem Stand (24.03.2020) sind kurzfristige Einschränkungen der Arzneimittelversorgung aufgrund von Produktionsausfällen in der betroffenen Provinz Hubei in China nicht zu erwarten.

Die LKK-Versicherten sollen zügig und möglichst ohne erneuten Besuch in der Apotheke unmittelbar mit den verordneten Arzneimitteln versorgt werden. Die SVLFG hat hierbei die ihr zur Verfügung stehenden Mittel genutzt, um dies zu erreichen: Ihre Empfehlung sieht vor, dass in den Fällen, in denen ein rabattbegünstigtes Präparat nicht in der Apotheke vorrätig ist, auch gegen ein anderes Präparat im jeweiligen Einzelfall substituiert werden kann. Dies ermöglicht den Apotheken eine unbürokratische Flexibilität, in dieser Ausnahmesituation direkte Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. 

Die Apotheken können dabei auch die bestehenden Instrumente einfach nutzen und dafür das vertraglich vorgesehene Sonderkennzeichen 02567024 mit dem Faktor 5 bzw. 6 (Akutversorgung + Rabattpräparat nicht lieferbar) heranziehen.

Nach der Arzneimittelrichtlinie ist der Arzt verpflichtet, sich vor einer Verordnung vom Zustand der oder des Versicherten zu überzeugen, es sei denn, dass ihnen der Zustand aus der laufenden Behandlung bekannt ist. Damit soll sichergestellt werden, dass Gesundheitszustand und Therapie noch adäquat sind. Eine quartalsweise Kontrolle erscheint daher grundsätzlich als zielführend. Dieser Regelfall schließt aber nicht aus, dass behandelnde Ärzte ausnahmsweise auch Verordnungen für einen längeren Zeitraum vornehmen können, wenn dies in der Gesamtabwägung angemessen und zweckmäßig erscheint. Dies gilt auch vor dem Hintergrund des Ausbruchs des Coronavirus. Eine unnötige Bevorratung von Arzneimitteln soll aber im Hinblick auf die Rücksichtnahme zur Lieferfähigkeit für alle Patienten nicht vorgenommen werden.

Ältere Versicherte oder solche mit Vorerkrankungen können auch Dritte (z. B. Angehörige, Freunde) zur Abholung des Rezeptes beim Arzt und zu dessen Einlösung in der Apotheke ermächtigen.

Grundsätzlich dürfen Rezepte nicht aus der Arztpraxis direkt in eine bestimme Apotheke abgegeben werden. Auch Rezeptsammelstellen in der Arztpraxis sind nicht zulässig. Diese Zusammenarbeit ist berufsrechtlich für Arzt und Apotheker verboten. Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Versicherte sich selber eine bestimmte Apotheke ausgesucht hat und den Arzt bittet, an diese das Rezept weiterzuleiten. Dies kann auch eine Versandapotheke sein. 

Die Ausbreitung gefährlicher Krankheiten ist ein unvermeidbarer außergewöhnlicher Umstand, der die Kurzkurmaßnahme erheblich beeinträchtigt bzw. im schlimmsten Fall undurchführbar macht (z. B. bei Wohnort im Risikogebiet). 

Bitte setzen Sie sich daher zwecks Terminabsage bzw. Verschiebung direkt mit der Kurzkureinrichtung in Verbindung.

Die derzeitige gesamtgesellschaftliche Ausnahmesituation erfordert kulante und unbürokratische Regelungen. Aufgrund des Coronavirus oder dessen Auswirkungen (Erkrankung, vorsorgliche Quarantäne oder schlicht aufgrund der Angst vor einer Infizierung durch Kontakt) abgebrochene Präventionsangebote werden erstattet. Bei der Einreichung der Teilnahmebescheinigung muss der LKK dieser Grund jedoch bekannt sein oder von Ihnen erklärt werden.

Sofern Kurse begonnen, aber aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen werden, akzeptiert die LKK die Möglichkeit der späteren Fortsetzung des Kurses. Es wird ebenfalls akzeptiert, wenn ein Kurs unter Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie fortgeführt wird.

Präventionskurse, deren vorgesehener Beginn in die Zeit der Kontaktbegrenzungen aufgrund der Corona-Pandemie fällt und die daher nicht als Präsenzkurse durchgeführt werden können, können für einen begrenzten Zeitraum mit Ihrer Zustimmung unter Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) durchgeführt werden. Die Kurse sind bis spätestens 30. September 2020 zu beenden. 

Der Bewilligungszeitraum beim Rehabilitationssport und Funktionstraining wird unbürokratisch um die Zeit der Aussetzung der Übungsveranstaltungen verlängert.

Hierbei spielt es keine Rolle, ob Sie aus Angst vor Ansteckung nicht mehr teilnehmen, die Leistungserbringer die Übungsveranstaltungen abgesagt haben, die Übungsstätten geschlossen wurden oder die Durchführung behördlicherseits untersagt wurde. 

Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen keine Kosten für Mundschutz, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe zu Präventionszwecken als Hilfsmittel zahlen. 

Hilfsmittel können nur durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wenn sie zur Sicherung des Erfolges der Krankenbehandlung, zur Vorbeugung einer Behinderung oder zum Ausgleich einer Behinderung dienen.

Keiner dieser 3 Tatbestände liegt bei der Prävention vor dem Coronavirus vor.

Widerspruchsentscheidungen werden aufgrund der rechtlich notwendigen Behandlung in einem Ausschuss mit gewählten Mitgliedern der Selbstverwaltung in der gegenwärtigen Lage erschwert und ggf. verzögert.

Seitens der Verwaltung wird in jedem Fall bei Eingang eines Widerspruchs geprüft, ob eine Abhilfe zugunsten des Versicherten möglich ist und dann ggf. auch ohne Ausschuss umgesetzt.

Für die Leistungen von freiberuflich tätigen Hebammen gelten zeitlich befristete Regelungen. Diese sehen vor, dass Leistungen, die bisher nur mit physischer Präsenz der Hebamme zu erbringen waren, insbesondere per Videotelefonie erbracht werden können. Hierzu kann in der Hebammenliste des GKV-Spitzenverbandes nach dem Angebot „Kurse“ gesucht werden und dann eine Anfrage per Telefon oder Mail an die Hebamme erfolgen.

Die Versorgung mit häuslicher Krankenpflege soll aufrechterhalten werden. Leistungen der häuslichen Krankenpflege sind weiterhin genehmigungspflichtig. Jedoch können sowohl Erst- als auch Folgeverordnungen für längere Zeiträume ausgestellt werden.

Ziel ist es, die Heilmittel-Versorgung auch in dieser außerordentlichen Situation zu erleichtern und aufrecht zu erhalten.

Die Erbringung der Therapie kann flexibler gestaltet und unnötige Arztkontakte sollen vermieden werden. Dazu bleiben einige Vorgaben der Heilmittelrichtlinien ausgesetzt und Therapeut und Patient können z.B. später mit der Behandlung beginnen und auch längere Unterbrechungsfristen vereinbaren, ohne dass neue Verordnungen ausgestellt werden müssen.

Durch die erforderlichen Isolations- und Quarantänemaßnahmen zur Verlangsamung der Verbreitung des Coronavirus und angesichts der dadurch ausgelösten Lungenerkrankung Covid-19 sind auch die Krankenkassen bzw. Pflegekassen und Leistungserbringer von Hilfsmitteln bzw. Pflegehilfsmitteln derzeit stark gefordert, eine reibungslose Hilfsmittelversorgung aufrechtzuerhalten.

Um einen reibungslosen Versorgungsprozess sicherzustellen, wird die Versorgung von Hilfsmitteln flexibler gestaltet. Weiterhin werden Regelungen geschaffen, die unnötige Kontakte zwischen Versicherten und Leistungserbringern vermeiden sollen. So können u. a. Beratungen oder Hinweise zur Einweisung in den Gebrauch der Hilfsmittel -sofern vertretbar- telefonisch, per E-Mail, per Verweis auf Videoeinweisungen oder durch digitale Medien erfolgen. 

Auf die Erbringung von Unterschriften durch Versicherte (Empfangsbestätigung, Beratungsdokumentation, Lieferschein etc.) soll ebenfalls verzichtet werden.

Bei einer Überschreitung der Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten für die U6, U7, U7a, U8 und U9 können die Früherkennungsuntersuchungen für Ihr Kind trotzdem erbracht und mit uns abgerechnet werden. Diese Regelung gilt zunächst befristet bis zum 30. September 2020.

Aufgrund des engen Zeitfensters der frühen U-Untersuchungen ist eine Überschreitung der Untersuchungszeiträume bei den Untersuchungen U2 bis U5 nicht möglich.

Aufgrund der Infektionsgefahr durch das Coronavirus wird das Mammographie-Screening vorerst ausgesetzt. Einladungen zur Teilnahme am Screening werden zunächst bis zum 30. April nicht versandt. Nach Beendigung der Aussetzung werden Sie umgehend nachträglich eingeladen.

Frauen, die vor kurzem zur Untersuchung waren und bei denen ein auffälliger Befund festgestellt wurde, erhalten unverändert eine zeitnahe Abklärungsdiagnostik. Frauen mit akut auffälligen Befunden außerhalb des Screenings werden wie bisher kurativ versorgt.

Auf Grund der aktuellen Situation muss davon ausgegangen werden, dass Therapeuten und Patienten gleichermaßen den persönlichen Kontakt meiden. Aus diesem Grund können die psychotherapeutischen Sprechstunden und die probatorischen Sitzungen per Videokonferenz (sogenannte Videosprechstunde) erbracht werden. Diese Regelung ist vorerst bis zum 30.06.2020 befristet.

Gruppentherapien können unter den gegebenen Umständen nicht ohne Weiteres durchgeführt werden, da das Ansteckungsrisiko entsprechend hoch ist. Aus diesem Grund können bewilligte Gruppenpsychotherapiekontingente in Einzeltherapiekontingente umgewandelt werden. Dies geschieht problemlos per formloser Anzeige Ihres Psychotherapeuten bei der LKK.

Mit der offiziellen Corona-Warn-App für Deutschland können über Bluetooth anonymisiert Kontakte mit anderen Personen ermittelt werden, um Kontaktpersonen von bestätigten Corona-Infizierten frühzeitig zu informieren.

Die im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) entwickelte Corona-Warn-App ist seit 16. Juni 2020 verfügbar. Wenn Sie diese Applikation auf Ihrem Smartphone installiert haben, können Sie durch die App eine Warnung erhalten, wenn für Sie ein Näheverhältnis zu einer nachweislich infizierten Person bestanden hat. Die Corona-Warn-App wird im Fall eines Warnhinweises empfehlen, sich an eine Einrichtung des öffentlichen Gesundheitsdienstes, die 116 117 oder einen Arzt zu wenden.
Die Installation und Nutzung der Corona-Warn-App ist freiwillig. Auch, ob Sie sich bei einem entsprechenden Infektionsrisiko testen lassen, können Sie selbst entscheiden.