FAQ zu Leistungen der Krankenversicherung bei Corona

Hier erhalten Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Leistungen der LKK im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 

Seit dem 9. März 2020 können Ärzte im Ausnahmefall aufgrund telefonischer Anamnese Arbeitsunfähigkeit für bis zu 14 Tage attestieren. Diese Regelung gilt seit dem 10. März 2020 auch für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes.

Die Möglichkeit der telefonischen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit ist auf Erkrankungen der oberen Atemwege, die keine schwere Symptomatik vorweisen oder die Kriterien des Robert-Koch-Instituts für einen Verdacht auf eine Infektion mit COVID-19 erfüllen, begrenzt und gilt zunächst bis zum 23. Juni 2020. 

Ein Anspruch auf Krankengeld besteht, wenn eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Sofern also aufgrund einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus durch den behandelnden Arzt eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wird, besteht ein Anspruch auf Krankengeld. 

Muss ein Kind unter 12 Jahren aufgrund von Krankheit zu Hause betreut werden und kann dies nicht durch eine andere im Haushalt lebende Person sichergestellt werden, besteht für den betreuenden Elternteil ein Anspruch auf Kinderkrankengeld.

Für die Gewährung von Kinderkrankengeld muss die Erkrankung (Coronavirus) ärztlich Attestiert sein. Je Kind besteht dabei ein gesetzlicher Anspruch auf 10 Arbeitstage je Elternteil. Alleinerziehende haben den alleinigen Anspruch auf 20 Arbeitstage. Zu beachten ist dabei jedoch der Höchstanspruch im Kalenderjahr von 25 Arbeitstagen bzw. 50 Arbeitstagen für Alleinerziehende (auch bei 3 Kindern oder mehr).

Wird z.B. eine Kita geschlossen und ein Elternteil muss wegen der Betreuung eines Kindes der Arbeit fern bleiben, kann (aufgrund einer fehlenden Erkrankung des Kindes) kein Kinderkrankengeld gewährt werden.

Der Arzt oder Psychotherapeut wählt einen zertifizierten Videodienstanbieter aus, der für einen reibungslosen und sicheren technischen Ablauf der Videosprechstunde sorgt. 

Arzt und Patient benötigen im Wesentlichen einen Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine Internetverbindung. Eine zusätzliche Software ist nicht erforderlich.

Nach derzeitigem Stand (24.03.2020) sind kurzfristige Einschränkungen der Arzneimittelversorgung aufgrund von Produktionsausfällen in der betroffenen Provinz Hubei in China nicht zu erwarten.

Die LKK-Versicherten sollen zügig und möglichst ohne erneuten Besuch in der Apotheke unmittelbar mit den verordneten Arzneimitteln versorgt werden. Die SVLFG hat hierbei die ihr zur Verfügung stehenden Mittel genutzt, um dies zu erreichen: Ihre Empfehlung sieht vor, dass in den Fällen, in denen ein rabattbegünstigtes Präparat nicht in der Apotheke vorrätig ist, auch gegen ein anderes Präparat im jeweiligen Einzelfall substituiert werden kann. Dies ermöglicht den Apotheken eine unbürokratische Flexibilität, in dieser Ausnahmesituation direkte Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. 

Die Apotheken können dabei auch die bestehenden Instrumente einfach nutzen und dafür das vertraglich vorgesehene Sonderkennzeichen 02567024 mit dem Faktor 5 bzw. 6 (Akutversorgung + Rabattpräparat nicht lieferbar) heranziehen.

Nach der Arzneimittelrichtlinie ist der Arzt verpflichtet, sich vor einer Verordnung vom Zustand der oder des Versicherten zu überzeugen, es sei denn, dass ihnen der Zustand aus der laufenden Behandlung bekannt ist. Damit soll sichergestellt werden, dass Gesundheitszustand und Therapie noch adäquat sind. Eine quartalsweise Kontrolle erscheint daher grundsätzlich als zielführend. Dieser Regelfall schließt aber nicht aus, dass behandelnde Ärzte ausnahmsweise auch Verordnungen für einen längeren Zeitraum vornehmen können, wenn dies in der Gesamtabwägung angemessen und zweckmäßig erscheint. Dies gilt auch vor dem Hintergrund des Ausbruchs des Coronavirus. Eine unnötige Bevorratung von Arzneimitteln soll aber im Hinblick auf die Rücksichtnahme zur Lieferfähigkeit für alle Patienten nicht vorgenommen werden.

Ältere Versicherte oder solche mit Vorerkrankungen können auch Dritte (z. B. Angehörige, Freunde) zur Abholung des Rezeptes beim Arzt und zu dessen Einlösung in der Apotheke ermächtigen.

Grundsätzlich dürfen Rezepte nicht aus der Arztpraxis direkt in eine bestimme Apotheke abgegeben werden. Auch Rezeptsammelstellen in der Arztpraxis sind nicht zulässig. Diese Zusammenarbeit ist berufsrechtlich für Arzt und Apotheker verboten. Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Versicherte sich selber eine bestimmte Apotheke ausgesucht hat und den Arzt bittet, an diese das Rezept weiterzuleiten. Dies kann auch eine Versandapotheke sein. 

Die Ausbreitung gefährlicher Krankheiten ist ein unvermeidbarer außergewöhnlicher Umstand, der die Kurzkurmaßnahme erheblich beeinträchtigt bzw. im schlimmsten Fall undurchführbar macht (z. B. bei Wohnort im Risikogebiet). 

Bitte setzen Sie sich daher zwecks Terminabsage bzw. Verschiebung direkt mit der Kurzkureinrichtung in Verbindung.

Die derzeitige gesamtgesellschaftliche Ausnahmesituation erfordert kulante und unbürokratische Regelungen. Aufgrund des Coronavirus oder deren Auswirkungen (Erkrankung, vorsorgliche Quarantäne oder schlicht aufgrund der Angst vor einer Infizierung durch Kontakt) abgebrochene Präventionsangebote werden erstattet. Bei der Einreichung der Teilnahmebescheinigung muss der LKK dieser Grund jedoch bekannt sein oder von Ihnen erklärt werden. 

Der Bewilligungszeitraum beim Rehabilitationssport und Funktionstraining wird unbürokratisch um die Zeit der Aussetzung der Übungsveranstaltungen verlängert.

Hierbei spielt es keine Rolle, ob Sie aus Angst vor Ansteckung nicht mehr teilnehmen, die Leistungserbringer die Übungsveranstaltungen abgesagt haben, die Übungsstätten geschlossen wurden oder die Durchführung behördlicherseits untersagt wurde. 

Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen keine Kosten für Mundschutz, Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe zu Präventionszwecken als Hilfsmittel zahlen. 

Hilfsmittel können nur durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wenn sie zur Sicherung des Erfolges der Krankenbehandlung, zur Vorbeugung einer Behinderung oder zum Ausgleich einer Behinderung dienen.

Keiner dieser 3 Tatbestände liegt bei der Prävention vor dem Coronavirus vor.

Widerspruchsentscheidungen werden aufgrund der rechtlich notwendigen Behandlung in einem Ausschuss mit gewählten Mitgliedern der Selbstverwaltung in der gegenwärtigen Lage erschwert und ggf. verzögert.

Seitens der Verwaltung wird in jedem Fall bei Eingang eines Widerspruchs geprüft, ob eine Abhilfe zugunsten des Versicherten möglich ist und dann ggf. auch ohne Ausschuss umgesetzt.

Für die Leistungen von freiberuflich tätigen Hebammen gelten zeitlich befristete Regelungen. Diese sehen vor, dass Leistungen, die bisher nur mit physischer Präsenz der Hebamme zu erbringen waren, insbesondere per Videotelefonie erbracht werden können.

Die Versorgung mit häuslicher Krankenpflege soll aufrechterhalten werden. Leistungen der häuslichen Krankenpflege sind weiterhin genehmigungspflichtig. Jedoch können sowohl Erst- als auch Folgeverordnungen für längere Zeiträume ausgestellt werden. 

Rückwirkend ausgestellte Folgeverordnungen von bis zu 14 Tagen werden derzeit als zulässig angesehen. Ebenso wurden die Regelungen der vorläufigen Kostenübernahme ausgeweitet.

Ziel ist es, die Heilmittel-Versorgung auch in dieser außerordentlichen Situation zu erleichtern und aufrecht zu erhalten.

Die Erbringung der Therapie kann flexibler gestaltet und unnötige Arztkontakte sollen vermieden werden. Dazu bleiben einige Vorgaben der Heilmittelrichtlinien ausgesetzt. Therapeut und Patient können z. B. später mit der Behandlung beginnen und auch längere Unterbrechungsfristen vereinbaren, ohne dass neue Verordnungen ausgestellt werden müssen.

Ferner kann die Behandlung nun in vielen Heilmittelbereichen auch im Rahmen einer telemedizinischen Leistung erbracht werden, sofern dies aus therapeutischer Sicht sinnvoll ist. 

Durch die erforderlichen Isolations- und Quarantänemaßnahmen zur Verlangsamung der Verbreitung des Coronavirus und angesichts der dadurch ausgelösten Lungenerkrankung Covid-19 sind auch die Krankenkassen bzw. Pflegekassen und Leistungserbringer von Hilfsmitteln bzw. Pflegehilfsmitteln derzeit stark gefordert, eine reibungslose Hilfsmittelversorgung aufrechtzuerhalten.

Um einen reibungslosen Versorgungsprozess sicherzustellen, wird die Versorgung von Hilfsmitteln flexibler gestaltet. Weiterhin werden Regelungen geschaffen, die unnötige Kontakte zwischen Versicherten und Leistungserbringern vermeiden sollen. So können u. a. Beratungen oder Hinweise zur Einweisung in den Gebrauch der Hilfsmittel -sofern vertretbar- telefonisch, per E-Mail, per Verweis auf Videoeinweisungen oder durch digitale Medien erfolgen. 

Auf die Erbringung von Unterschriften durch Versicherte (Empfangsbestätigung, Beratungsdokumentation, Lieferschein etc.) soll ebenfalls verzichtet werden.