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Hitzeschutz im GaLaBau: Gut geplant durch heiße Arbeitstage

23.07.2026

Vergrößerung des Bildes für Mann verlegt Pflastersteine. Über ihm ist ein Sonnenschirm aufgespannt..
Schutz durch beschattete Arbeitsplätze

Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch auf Baustellen spürbar – immer häufiger müssen Arbeiten im Garten- und Landschaftsbau bei hohen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung durchgeführt werden. Für Unternehmen bedeutet das: Hitzeschutz wird zunehmend zu einem festen Bestandteil des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes.


Gerade im GaLaBau treffen mehrere Belastungen aufeinander: Körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten, direkte Sonneneinstrahlung, reflektierende Oberflächen (Pflaster, Asphalt) sowie das Tragen persönlicher Schutzausrüstung führen dazu, dass der Körper zusätzlich Wärme produziert und gleichzeitig weniger effektiv abkühlen kann. Die Folgen sind sinkende Leistungsfähigkeit, höhere Unfallgefahren und im schlimmsten Fall ernsthafte Hitzeerkrankungen.

Arbeits­vorbereitung

Ein wirksamer Hitzeschutz startet bereits bei der Arbeitsvorbereitung. Wetterprognosen und Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes sollten regelmäßig in die Einsatzplanung einbezogen werden. Besonders belastende Arbeiten lassen sich häufig in die frühen Morgenstunden verlegen. Tätigkeiten mit geringerer körperlicher Belastung können dagegen in die heißesten Tageszeiten gelegt werden.

Ebenso wichtig sind ausreichend Erholungszeiten. Zusätzliche Pausen im Schatten oder in kühlen Bereichen helfen dem Körper, sich zu regenerieren und beugen Überlastungen vor.

TOP-Prinzip

Das TOP-Prinzip konsequent nutzen

Wie bei allen Maßnahmen des Arbeitsschutzes gilt auch beim Hitzeschutz das TOP-Prinzip (Technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen):

Technische Maßnahmen haben Vorrang. Mobile Wetterschutzzelte oder andere Schattenspender reduzieren die direkte Sonneneinstrahlung deutlich. Klimatisierte Fahrzeugkabinen oder Maschinen bieten zusätzliche Erholungsmöglichkeiten während der Arbeit.

Organisatorische Maßnahmen umfassen unter anderem die Anpassung der Arbeitszeiten, eine sinnvolle Arbeitsorganisation sowie ausreichend lange Erholungspausen. Neue Beschäftigte oder Saisonkräfte sollten sich über mehrere Tage schrittweise an hohe Temperaturen gewöhnen, damit sich der Körper an die Belastung anpassen kann.

Personenbezogene Maßnahmen ergänzen das Schutzkonzept. Dazu gehören geeignete UV-Schutzkleidung, Kopfbedeckungen mit breiter Krempe oder Nackenschutz, Sonnenschutzmittel sowie regelmäßiges Trinken. Trinkwasser oder andere alkoholfreie Getränke sollten jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Kühl bleiben

Vergrößerung des Bildes für Ein Mann trägt eine Kühlweste und eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz.
Kühlkappe mit Nackenschutz und Kühlweste helfen bei Hitze während der Arbeit

Kühlkleidung sinnvoll einsetzen

Kühlwesten, Kühlshirts oder Kühltücher können die Hitzebelastung zusätzlich reduzieren. Sie ersetzen jedoch keine organisatorischen oder technischen Schutzmaßnahmen, sondern ergänzen diese. Besonders bei schweren körperlichen Tätigkeiten oder längeren Arbeitseinsätzen können sie dazu beitragen, die thermische Belastung zu verringern und die Leistungsfähigkeit länger aufrechtzuerhalten.

Hitzeerkrankung 

Warnzeichen ernst nehmen

Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, ungewöhnliche Müdigkeit oder Muskelkrämpfe können erste Hinweise auf eine Hitzeerkrankung sein. Spätestens bei Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen oder einer auffallend heißen, trockenen Haut besteht der Verdacht auf einen Hitzschlag – ein medizinischer Notfall. In diesem Fall gilt: Arbeit sofort einstellen, die betroffene Person in den Schatten bringen, kühlen und den Rettungsdienst unter 112 verständigen.

Ebenso wichtig ist eine gelebte Sicherheitskultur im Betrieb: Beschäftigte sollten aufeinander achten und Veränderungen bei Kolleginnen und Kollegen frühzeitig ansprechen. Oft werden erste Warnzeichen von anderen schneller erkannt als von der betroffenen Person selbst.

Service der SVLFG

Hitzeschutz aktiv fördern

Die SVLFG unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe dabei, Arbeitsplätze gesund und sicher zu gestalten. Im Rahmen der Präventionsangebote stehen zahlreiche Informationen, Beratungsmöglichkeiten und – je nach aktueller Förderaktion – finanzielle Zuschüsse für ausgewählte Maßnahmen des Hitze- und UV-Schutzes zur Verfügung. Förderfähig sind beispielsweise:

  • Mobile Wetterschutzzelte und Schattenspender
  • Kühlkleidung und Kühlwesten
  • Kopfbedeckungen mit Nackenschutz oder Hüte mit breiter Krempe

Darüber hinaus unterstützt die SVLFG Betriebe mit praxisnahen Informationen zu Hitzeschutzplänen, Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungshilfen sowie Medien rund um den Hitze- und UV-Schutz. Die Angebote helfen Unternehmen dabei, Beschäftigte wirksam vor den gesundheitlichen Folgen hoher Temperaturen zu schützen und gleichzeitig die Arbeitssicherheit zu erhöhen.

Fazit

Hitzeschutz ist heute ein wesentlicher Bestandteil einer modernen Baustellenorganisation. Unternehmen, die Wetterlagen frühzeitig berücksichtigen, Arbeitsabläufe anpassen und ihren Beschäftigten geeignete Schutzmaßnahmen zur Verfügung stellen, investieren nicht nur in die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden. Sie reduzieren gleichzeitig Ausfallzeiten, erhöhen die Arbeitssicherheit und sichern die Leistungsfähigkeit ihres Betriebs – auch an heißen Sommertagen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: