Betriebliches Eingliederungsmanagement

Zurück in den Job – So klappt die Wiedereingliederung nach langer Krankheit

Längere Krankheit eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin ist insbesondere für kleinere Betriebe eine große Herausforderung. Dabei gehört es unabhängig von der Größe Ihres Betriebs zu Ihren Aufgaben als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber, bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz zu unterstützen. Und wir helfen Ihnen dabei. Hier finden Sie alle wesentlichen Informationen zum betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) für Kleinstbetriebe.

Warum BEM? 

Mann und Frau stehen im Stall mit Schafen und schauen sich Unterlagen an

Längere Krankheit einer in Ihrem Betrieb beschäftigen Person ist für alle Seiten eine Herausforderung. Für die einen wirtschaftlich, für die anderen emotional. Umso wichtiger, dass der Wiedereinstieg stressfrei klappt!

Mit dem BEM unterstützen Sie Ihren Mitarbeiter oder Ihre Mitarbeiterin durch rechtzeitige und betriebsnahe Hilfe, Schritt für Schritt wieder zurück in den Arbeitsalltag zu finden. Das ist wichtig, um die Arbeitsunfähigkeit nachhaltig zu überwinden, weitere Fehlzeiten zu verringern und ganz besonders um einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen.

Das BEM ist also sowohl für Sie als auch für die betroffene Person eine wertvolle Unterstützung, diese Herausforderung strukturiert zu meistern. Ihre SVLFG unterstützt mit verschiedenen Tipps und Angeboten, damit der Neustart ein Erfolg für alle Beteiligten werden kann. Sie werden sehen – häufig ist viel weniger nötig, als Sie denken, um einen Widereinstieg zu ermöglichen.

Mein Vorarbeiter hatte Rückenprobleme und ist lange ausgefallen. Über das BEM habe ich herausgefunden, was ich an seinem Arbeitsplatz ändern muss, damit er weiter bei mir arbeiten kann. Es war viel weniger zu tun, als ich dachte!

Arbeitgeberin aus dem Bereich GaLa-Bau  

BEM Schritt für Schritt - Das müssen Arbeitgeber wissen

Ist eine bei Ihnen beschäftige Person innerhalb eines Jahres länger als 42 Tage (6 Wochen) ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig, sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement anzubieten. Das gilt auch dann, wenn sich der oder die Betroffene noch im Krankenstand befindet. 

Sie als Arbeitgeber bringen den Stein ins Rollen. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, laden Sie Ihren Mitarbeiter oder Ihre Mitarbeiterin schriftlich zu einem persönlichen Gespräch ein. Möchten Sie weitere Personen hinzuziehen, zum Beispiel den Arbeitsmediziner oder einen Dolmetscher, teilen Sie es Ihrem Mitarbeiter in diesem Schreiben gleich mit. Dieser Brief ist für Sie ein wichtiger Teil der Dokumentation, die Sie zu Ihrer eigenen rechtlichen Absicherung führen.

Zwar sind Sie als Arbeitgeber rechtlich dazu verpflichtet, ein BEM anzubieten. Ihr Mitarbeiter kann allerdings selbst entscheiden, ob er das Angebot annehmen möchte, oder nicht. Hierfür hat er vier Wochen Zeit. Da die Teilnahme freiwillig ist, sollten Sie keinen Druck ausüben. Höfliches Nachfragen nach Ablauf der Frist ist aber natürlich erlaubt. 

Entscheidet sich die Person für die Teilnahme, vereinbaren Sie einen Gesprächstermin. Achten Sie auf eine entspannte Gesprächsatmosphäre und vermitteln Sie ihr, dass ihre Gesundheit Ihnen wichtig ist. Ziel des Gesprächs ist es, gemeinsam herauszufinden, ob und gegebenenfalls wie die Arbeitsplatzsituation verändert oder angepasst werden kann, damit er künftig möglichst beschwerdefrei arbeiten kann. Oft reicht es schon, einfache Hilfsmittel anzuschaffen und einzusetzen – im Fall von Rückenschmerzen zum Beispiel spezielle Hebe- und Tragehilfen.

Der vertrauliche Informationsaustausch im Rahmen des BEM dient grundsätzlich dazu, den Mitarbeiter dabei zu unterstützen, eine eventuell bestehende Arbeitsunfähigkeit zu überwinden, erneuten Arbeitsunfähigkeitszeiten vorzubeugen sowie seine Beschäftigungsfähigkeit langfristig zu sichern.

Gelingt das BEM, kann es Ihnen zum Beispiel helfen,

  • Fachkräfte zu halten
  • Fehlzeiten zu senken
  • den Mehraufwand für Vertretungsregelungen zu senken
  • aufwändige Kündigungen und Einstellungsverfahren zu vermeiden
  • die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten
  • Ihr Betriebsimage zu verbessern
  • bei einer Kündigung Ihre Rechtssicherheit zu erhöhenl
  • mehr Planungssicherheit zu gewinnen.
  • die Leistungsbereitschaft (Motivation) Ihrer Mitarbeiter zu steigern.

Unsere Handlungshilfe „Betriebliches Eingliederungsmanagement für Kleinbetriebe“ zeigt Ihnen auf, wie die Wiedereingliederung in Ihrem Unternehmen funktionieren kann. Sie finden darin alle erforderlichen Maßnahmen Schritt für Schritt erklärt sowie einfache und nachvollziehbare Dokumentationshilfen, die Sie sich als Vorlage heraustrennen können.

Zum Download

Nutzen Sie auch unser kostenfreies Seminarangebot zum BEM! In einer 2-tägigen Schulung erklären Ihnen erfahrene Experten alles Wissenswerte für ein unkompliziertes und erfolgreiches Eingliederungsmanagement. Anmeldeunterlagen finden Sie hier.

Sie haben Fragen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

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  • Abschnitt Gesunde Arbeit