Ärztliche Behandlung und Medikationsplan

Sie haben freie Auswahl unter den Ärzten, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen. Mit Ihrer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) können Sie den Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen. 

Wir übernehmen die Kosten Ihrer ärztlichen Behandlung, die ohne zeitliche Begrenzung und auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand erfolgt. Die Behandlung umfasst dabei alle vertragsärztlichen Tätigkeiten, die zur Verhütung, Früherkennung und Behandlung von Krankheiten nach den Regeln der ärztlichen Kunst ausreichend und zweckmäßig sind. 

Krankenhaus­behandlung

Krankenschwestern bei der 'Behandlung eines Patienten

Wenn Sie im Krankenhaus behandelt werden, übernehmen wir zeitlich unbegrenzt die Kosten für die Dauer des medizinisch notwendigen Aufenthaltes. 


Die Krankenhausbehandlung ist nach den modernsten medizinischen Erkenntnissen ausgerichtet. Sie wird vollstationär, teilstationär, vor- und nachstationär sowie ambulant erbracht.

Versicherte ab 18 Jahre müssen für längstens 28 Tage im Kalenderjahr eine Zuzahlung von 10 Euro pro Tag an das Krankenhaus leisten.

Bei Überschreiten der persönlichen Belastungsgrenze können Sie sich von der Zuzahlung befreien lassen.

Die Weiße Liste hilft Ihnen - auf der Grundlage der gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsberichte - bei der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus.

MEDIKATIONSPLAN FÜR IHRE SICHERHEIT

Sie haben Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn Sie mindestens drei verordnete, systemisch wirkende Medikamente gleichzeitig einnehmen. Die Anwendung muss dauerhaft – über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen – vorgesehen sein.

Medikationsplan

Der Medikationsplan dokumentiert Ihre Arzneimitteleinnahme. Er soll Ihnen mehr Sicherheit bei der Therapie mit mehreren Arzneimitteln bieten. Gerade ältere Patienten nehmen oftmals Arzneien ein, die sie von verschiedenen Ärzten verordnet bekommen. In der Regel weiß ein Arzt nichts von der Verordnung seines Kollegen und hat so letztlich keinen Überblick über alle verordneten Arzneimittel. Der Medikationsplan soll hier Abhilfe schaffen. Er soll Sie bei der Einnahme Ihrer Medikamente unterstützen und die Gefahr möglicher Neben- und Wechselwirkungen so klein wie möglich halten.

Den Medikationsplan erstellt in der Regel Ihr Hausarzt. Er ist hierzu verpflichtet.

Nur wenn Sie keinen Hausarzt haben, sind auch Fachärzte verpflichtet, einen Medikationsplan auszustellen. Dabei sollte dies der Facharzt übernehmen, der für Sie anstelle des Hausarztes die überwiegende Koordination der Arzneimitteltherapie übernimmt.

Den Medikationsplan gibt es auf Papier. Später soll der Plan auch elektronisch auf der Gesundheitskarte gespeichert werden können.

Der Medikationsplan soll möglichst sämtliche verschreibungspflichtige Arzneimittel enthalten, die Sie einnehmen, sowie Ihre Selbstmedikation. Dazu werden unter anderem der Wirkstoff, die Dosierung, der Einnahmegrund sowie sonstige Hinweise zur Einnahme aufgeführt.

Auf dem Papiermedikationsplan ist zusätzlich ein Barcode aufgebracht. Er enthält die Information des Plans in digitaler Form und ermöglicht, dass dieser unabhängig von der jeweiligen Praxis- oder Apothekensoftware per Scanner eingelesen und aktualisiert werden kann.

Der Arzt, der Ihren Medikationsplan erstellt hat, ist auch zur Aktualisierung verpflichtet. Aber auch andere Ärzte sowie Ärzte in Krankenhäusern können den Plan aktualisieren. Am einfachsten geht dies elektronisch via Barcode und Scanner. So kann der Plan direkt eingelesen, aktualisiert und wieder ausgedruckt werden. Die Verantwortung für die verschriebenen Arzneimittel liegt auch hier beim jeweils verschreibenden Arzt.

Auf Ihren Wunsch hin können auch Apotheker den Plan aktualisieren. Dabei können zum Beispiel Änderungen aufgrund von Rabattverträgen oder Arzneimittel der Selbstmedikation eingetragen werden.

MRSA-Sanierung

Sanierung bei einer Besiedlung mit Methicillin-resistentem Staphylococcus aureus (MRSA)

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) ist unempfindlich für viele Antibiotika. Infektionen mit diesem Bakterium sind daher schwerer zu behandeln. 


Zur Vorsorge einer drohenden Erkrankung durch eine Infektion mit MRSA hat die LKK seit dem 01.01.2020 die Sanierung bei einer Besiedlung mit MRSA in ihre Satzung aufgenommen. Diese Satzungsleistung dient der Entfernung des MRSA-Bakteriums (Sanierung) vor einer planbaren Operation.

Die Satzungsleistung kann grundsätzlich für Betroffene erbracht werden, bei denen

  • eine Versicherung zur LKK besteht,
  • eine planbare Operation durchgeführt wird,
  • eine Besiedlung mit MRSA nachgewiesen wurde,
  • diese Leistung nicht aufgrund der gesetzlichen Regelversorgung erbracht werden kann,
  • beruflich regelmäßig Kontakt zu landwirtschaftlichen Nutztieren besteht und
  • die Leistungserbringung bzw. -veranlassung durch Vertragsärzte erfolgt, die die Qualitätssicherungsvereinbarung MRSA erfüllen.

Für die Kontaktpersonen der/des Betroffenen kann die Sanierung parallel ebenfalls erbracht werden, sofern sie auch mit MRSA besiedelt sind. 

Kontaktpersonen im Sinne der Satzungsregelung sind bei der LKK versicherte Ehegatten, eingetragene Lebenspartner nach dem LPartG sowie Kinder. 

Weiterhin müssen die Kontaktpersonen in häuslicher Gemeinschaft mit der/dem Betroffenen leben und im Stall bzw. bei der Versorgung der Tiere tätig sein. 

Die Kostenübernahme umfasst die Untersuchungen auf MRSA sowie nicht verschreibungspflichtige apothekenpflichtige Arzneimittel, die vor der planbaren Operation in Anspruch genommen bzw. durchgeführt wurden. 

Die Kosten können bis zu einem Betrag von 300,00 € innerhalb eines Zeitraums von längstens 6 Wochen vor der planbaren Operation übernommen werden. 

Sofern im Rahmen dieser Sanierung eine erneute Besiedlung mit MRSA auftritt, können noch die Kosten für einen weiteren Versuch zur Entfernung übernommen werden, also bis zu einem Betrag von maximal 600,00 € je planbarer Operation. 

Zur Inanspruchnahme dieser Satzungsleistung, sind die Rechnungen der Untersuchungen und der nicht verschreibungspflichtigen apothekenpflichtigen Arzneimittel (samt ärztlicher Verordnung für diese Arzneimittel) zur Erstattung bei der LKK einzureichen. Eine vorherige Antragstellung ist nicht erforderlich. 

Um die Gefahr einer erneuten Besiedlung mit MRSA während der Sanierung zu vermindern wird empfohlen, den Kontakt zu landwirtschaftlichen Nutztieren während dieser Behandlung zu vermeiden. 


Da es sich bei der MRSA-Sanierung um eine Vorsorgeleistung handelt, können aufgrund dessen keine Leistungen zur Betriebs- und Haushaltshilfe erbracht werden. 

Um direkt über den Rahmen und die Bedingungen der Kostenübernahme informieren zu können, raten wir vor der Durchführung der Leistungen zu einer Kontaktaufnahme mit der LKK.