Kindersicherheit - Damit aus einem Beinahe-Unfall keine Tragödie wird
26.06.2026
Das Fahren auf dem Betriebsgelände erfordert höchste Aufmerksamkeit – das gilt umso mehr, wenn sich Kinder in der Nähe aufhalten. Sie können Gefahren noch nicht richtig einschätzen.
Immer wieder kommt es in Betrieben der Grünen Branche zu kritischen Situationen im Zusammenhang mit Fahrzeugen und Personen. Dies zeigen unzählige sogenannte Beinahe-Unfälle, in denen im letzten Moment das Schlimmste verhindert werden konnte. Aber auch viele Unfälle mit leichten, schweren und leider auch tödlichen Verletzungen geschehen jedes Jahr auf den Betrieben. Kleine Kinder sind hier besonders gefährdet. Sie sind in ihrem Handeln, ihrer Neugier und ihrem Tatendrang unberechenbar. Sie tauchen beispielsweise mit ihren Kinderfahrzeugen plötzlich in Bereichen auf, in denen mit Traktoren, Radladern oder anderen Landmaschinen rangiert wird. Sie wechseln schnell ihren Standort, werden aufgrund ihrer Körpergröße schlechter wahrgenommen und verstehen noch nicht die Gefahren des toten Winkels, die Fahrzeuge für sie bedeuten. Unter anderem beim Rangieren und Rückwärtsfahren entstehen so schnell gefährliche Situationen.
Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gibt hierzu folgende Sicherheitstipps:
- Fahrzeugführende müssen sicherzustellen, dass sich bei Fahrtätigkeiten keine Personen im Bereich der Fahrzeuge und der Fahrwege aufhalten.
- Abgegrenzte Spielbereiche einrichten, die von den Kindern nicht eigenständig in Richtung der Fahrbereiche verlassen werden können.
- Kinder altersgerecht auf die Gefahren der Fahrzeuge hinweisen und regelmäßig darin erinnern, damit es ihnen im Bewusstsein bleibt.
- Bestimmte Arbeiten nur zu Zeiten ausführen, in denen sich keine Kinder auf dem Gelände befinden oder sie sicher unter Aufsicht eines Erwachsenen sind.
- Fahrzeuge mit entsprechenden technischen Hilfsmitteln ausstatten, zum Beispiel mit zusätzlichen Spiegeln, einem Rückfahrwarnsystemen und Rückfahrkameras mit Personenerkennung.
- Vor jedem Losfahren nochmals vergewissern, dass sich niemand im Bereich der Fahrzeuge aufhält.
Rückfahrkameras sind inzwischen auch mit KI-unterstützer Personenerkennung erhältlich. Bei Neuanschaffungen wird diese Technologie von der SVLFG empfohlen. Zudem fördert sie den Kauf anteilig. Informationen hierzu gibt es unter www.svlfg.de/praemiensystem.
Die Technik zur Erkennbarkeit von kleinen Kindern ist allerdings noch nicht komplett fehlerfrei. Daher führt die SVLFG seit Anfang April gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück ein Forschungsprojekt zur nachhaltig höheren Kindersicherheit im Umfeld von Landmaschinen durch. Das Projekt läuft bis Ende Januar 2027 und wird auch von Herstellern der Kamerasysteme unterstützt. Eine hundertprozentige Sicherheit durch diese Assistenzsysteme wird und kann es nicht geben, doch jeder einzelne Baustein erhöht die Sicherheit für Personen im Betrieb und gerade die der Kinder. Die Technik unterstützt den Fahrer und warnt umstehende Personen, aber das eigentliche Handeln bleibt beim Menschen.
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