Diese Website verwendet Cookies, die für die Funktionalität der Site notwendig sind. Wenn Sie mehr über die genutzten Cookies erfahren möchten, lesen Sie sich bitte unsere Ausführungen zu Cookies in unserer Datenschutzerklärung durch.

Indem Sie dieses Banner schließen, die Seite nach unten scrollen, einen Link anklicken oder Ihre Recherche auf andere Weise fortsetzen, erklären Sie sich mit dem Gebrauch von Cookies auf unserer Site einverstanden.

Forstschlepper machen die Arbeit sicherer

07.04.2021

Bild: Forstschlepper
Gerd Geiß (links) und Manfred Nicklaus (Zweiter von links) können ihre Arbeit sicherer gestalten und effizienter erledigen seit sie den Forstschlepper mit funkferngesteuerter Seilwinde einsetzen. Für Bürgermeister Johannes Grebner (Zweiter von rechts) hat die Arbeitssicherheit seiner Mitarbeiter Priorität. Rechts außen: Förster Patrik Schelbert.

Kommune zeigt Verantwortung

Die Gemeinde Üchtelhausen hat die Zeichen der Zeit erkannt. Sie kaufte letzten Sommer einen Forstschlepper mit funkferngesteuerter Seilwinde für ihre Waldarbeiter. Denn: „Arbeitssicherheit geht vor“, so die einhellige Meinung im Gemeinderat. Mit der seilwindenunterstützten Fällung lassen sich auch dürre Bäume sicher zu Boden bringen. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) begrüßt das verantwortungsbewusste Vorgehen der Gemeinde.

Bürgermeister Johannes Grebner kennt sich aus mit der Waldarbeit. Er hat selbst Kurse an der Waldbauernschule Kehlheim absolviert und weiß: Werden dürre Bäume gefällt, verhaken sie sich oft im Kronenraum. Genau diese Situation trat in den letzten Monaten vermehrt auf. Denn im Landkreis Schweinfurt leiden die Wälder wie fast überall in Deutschland unter der anhaltenden Trockenheit. „Wir haben sehr viele Trockenschäden. Buchen, Birken und Kiefern leiden extrem“, bedauert Grebner die Situation. Aufgrund des Borkenkäferbefalls gibt es außerdem kaum noch gesunde Fichten im gemeindlichen Wald und zu allem Überfluss vernichtet das Eschentriebsterben den Bestand an Eschen.

Dürre Bäume besonders gefährlich

Bislang mussten die Waldarbeiter der Kommune die dürren Bäume mit Kronenkontakt zu Nachbarbäumen mit einem Greifzug manuell herunter ziehen. „Eine richtige Plagerei“, sagt der bei der Gemeinde beschäftigte Forstwirt Gerd Geiß. Diese mühevolle und langwierige Arbeit erledigt jetzt der Forstschlepper mit Seilwinde im Handumdrehen und zudem auch noch sicherer. Vor dem Kauf des Schleppers war die Alternative zum Greifzug bislang, einen externen Holzrücker zu beauftragen. „Aber die Lohnunternehmer haben auch nicht immer sofort Zeit“, so Geiß. Dann blieb der Baum zunächst hängen. In diesem Bereich kann wegen der Gefahr nicht weiter gearbeitet werden. Werden solche Hänger nicht zu Fall gebracht, weil dazu die Technik fehlt, muss der Gefahrenbereich um den Baum zumindest gekennzeichnet werden. Gerd Geiß weiß jedoch: „Bei uns sind oft Wanderer und Radfahrer im Gemeindewald unterwegs, die sich leider nicht immer an Absperrungen halten.“ Die drohende Gefahr solcher hängen gebliebenen Bäume auch für die Waldbesucher bereitete der Gemeinde immer wieder Sorge.

Bild: Kippsicherung beim Fortschlepper
Die Kippsicherung sorgt dafür, dass der Schlepper insbesondere bei der Seilarbeit nicht umkippt. Wird die Schlepperneigung beim Ziehen zu groß, wird der Seileinzug unterbrochen. 

Beratung durch die SVLFG

Bereits vor einiger Zeit hatte der für die Region zuständige SVLFG-Präventionsmitarbeiter Wolfgang Brosche die Gemeinde dahingehend beraten, einen Forstschlepper mit Seilwinde anzuschaffen. Er ist Forsttechniker und berät zur sicheren Waldarbeit. Brosche kennt die Waldfläche der Gemeinde und kann abschätzen, welche Arbeit von Gerd Geiß und seinen Kollegen tagtäglich geleistet wird. „Die Anschaffung eines Forstschleppers war eine sehr gute Entscheidung zur Verbesserung der Arbeitssicherheit und Arbeitsbedingungen unserer Beschäftigten“, begrüßt er die Entscheidung der Gemeindeverantwortlichen. Der Schlepper verfügt über die für die Waldarbeit notwendige Forstausrüstung. Zusätzlich ist eine Kippsicherung eingebaut, die ständig die Längs- und Querneigung des Traktors beim Rücken der Stämme überwacht. „Rechtzeitig bevor das Fahrzeug bei Rückearbeiten in eine gefährliche Neigung kommen könnte, greift die Kippsicherung ein und verhindert, dass der Schlepper umstürzt, indem der Seileinzug der Winde rechtzeitig gestoppt wird“, erklärt Brosche die wichtige Zusatzausstattung. 

Forstschlepper laufend im Einsatz

Die Investition in einen modernen Forstschlepper hat sich laut Bürgermeister Grebner schon jetzt „mehr als gelohnt“. Das Sicherheitsplus für die Waldarbeiter ist unbezahlbar. Zusätzlich können sie jetzt wesentlich flexibler, zielgerichteter und daher auch wirtschaftlicher arbeiten. Seit letztem September setzen Gerd Geiß und sein Kollege Manfred Nicklaus sowie Forsttechniker Christian Fischer das Fahrzeug zur Bewirtschaftung des rund 500 Hektar großen Gemeindewaldes laufend ein. Sie sind sehr zufrieden: „Das unverzügliche Abziehen aufgehängter Bäume mit der Seilwinde ermöglicht uns einen reibungslosen Arbeitsablauf“, sagt Geiß. Er ergänzt: „Ich arbeite mit einem besseren Gefühl, weil ich weiß, dass ich mit dem Schlepper und der Seilwinde jede Situation im Griff habe. Ich fühle mich viel sicherer.“ Er ist zudem froh, dass dem Auszubildenden nun auch der Umgang mit dem Forstschlepper beigebracht werden kann. Schlepper und Forstseilwinde kommen nicht nur zum Abziehen von Hängern zum Einsatz. „Wenn wir bei der Baumansprache sehen, dass ein Baum bei der Fällung Schwierigkeiten machen könnte, fällen wir ihn von vorneherein seilwindenunterstützt“, sagt er.

Weiterbildung angeregt 

Gerd Geiß blickt auf mehr als 30 Jahre Berufserfahrung zurück. Um mit seinen Kenntnissen immer auf der Höhe der Zeit zu sein, frischt er seine Fachkunde regelmäßig in Kursen auf. So hat er auch an einem Seilwindenkurs teilgenommen. Bürgermeister Grebner befürwortet es uneingeschränkt, wenn die Waldarbeiter sich informieren und weiterbilden. Er und Geiß sind sich einig: Lernen ist ein lebenslanger Prozess.

Die Waldarbeiter sind gehalten, mindestens einmal pro Jahr an einer beruflichen Weiterbildung teilzunehmen. „Man lernt immer etwas dazu. Die Arbeitsverfahren werden sicherer und es gibt immer wieder neue Techniken. Dazu kommt der Austausch mit den Berufskollegen, der ebenfalls sehr wichtig ist“, sagt Geiß. Er möchte vor allem auch sein so erworbenes Wissen weitergeben und den Auszubildenden immer die neuesten und sichersten Arbeitsweisen beibringen. So profitiert immer das ganze Team.