Die Beiträge in der LKK

Weil unsere Versicherten zu einem besonderen Personenkreis gehören, gibt es auch bei der Beitragsbemessung in der LKK einige Besonderheiten zu beachten. Warum das so ist und wer welchen Beitrag zahlen muss, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Allgemeines

Mann im Traktorreifen

Die Beitragsbemessung in unserer berufsständischen Landwirtschaftlichen Krankenkasse funktioniert etwas anders als bei den wählbaren Krankenkassen in der allgemeinen Krankenversicherung.

Während die Beiträge in der allgemeinen Krankenversicherung nach einem Beitragssatz von den beitragspflichtigen Einkünften berechnet werden, orientiert sich die Beitragsbemessung bei unseren pflichtversicherten Unternehmern an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Betriebes. 

Einfacher ausgedrückt: Je größer das landwirtschaftliche Unternehmen – desto höher der Beitrag. 

Festgesetzt werden die Beiträge nach einer Beitragstabelle mit 20 Beitragsklassen. Auch für die freiwilligen Mitglieder gibt es eine Beitragstabelle mit 20 Einkommensspannen. 

Der allgemeine Beitragssatz findet lediglich Anwendung für die Beiträge aus Renten, Versorgungsbezügen und daneben erzieltem Arbeitseinkommen. Einen individuellen Beitragssatz gibt es bei der LKK nicht.

AKTUELLES:

Zum 1. Januar 2019 wurden die Beiträge für Unternehmer und freiwillig Versicherte angepasst. Bei den Beiträgen für Unternehmer wurden die Multiplikatoren für bestimmte Sonderkulturen aktualisiert. 

Einzelheiten sind den individuellen Beitragsbescheiden, die zur Jahreswende versandt wurden, zu entnehmen. Die neuen Multiplikatoren für bestimmte Sonderkulturen wurden auf Basis eines Gutachtens durch Satzungsänderung beschlossen.

Wer muss überhaupt Beiträge zahlen?

Grundsätzlich muss jeder Versicherte für jeden Tag seiner Mitgliedschaft einen Beitrag zahlen – mit Ausnahme der Familienversicherten. Diese sind beitragsfrei mitversichert.


Welche Beitragsberechnungsgrundlage gilt?

Für die versicherten landwirtschaftlichen Unternehmer und die mitarbeitenden Familienangehörigen erfolgt die Beitragseinstufung nach dem korrigierten Flächenwert.

Bei den freiwilligen Mitgliedern und Rentenantragstellern werden die monatlich zur Verfügung stehenden beitragspflichtigen Einkünfte zu Grunde gelegt. Die Einkünfte werden in der Regel aus dem Einkommensteuerbescheid entnommen.

Beitragsbemessungsgrundlage für die pflichtversicherten Studenten und Praktikanten ist der monatliche BAföG-Bedarfssatz.

Bemessungsgrundlage für Beiträge aus Renten und Versorgungsbezügen ist grundsätzlich der Zahlbetrag.

Falls Sie als Pflichtversicherter zusätzlich Beiträge aus Arbeitseinkommen zahlen müssen, weil Sie bereits eine Rente oder einen Versorgungsbezug erhalten, ist das im Einkommensteuerbescheid festgestellte Einkommen aus selbständiger Tätigkeit oder Gewerbebetrieb maßgebend.

Die verschiedenen Beitragsmodalitäten möchten wir Ihnen im Folgenden erläutern.

Landwirt­schaftliche Unternehmer

Beitragsmaßstab

Die Beiträge für unsere versicherten landwirtschaftlichen Unternehmer werden einheitlich nach dem so genannten korrigierten Flächenwert berechnet. Hierbei handelt es sich um einen Einkommensersatzmaßstab, der nach dem Willen des Gesetzgebers den Besonderheiten der „grünen Berufe“ Rechnung trägt, den Berufsstand stärkt und zukunftssicher macht.

Der Einkommensersatzmaßstab „korrigierter Flächenwert“ zielt darauf ab, für den relativ kleinen Versichertenkreis der LKK eine möglichst konstante und gesicherte Finanzgrundlage zu schaffen. 

Beitragsmaßstab ist gesetzlich vorgegeben …

Der Gesetzgeber hat den Beitragsmaßstab für die Versicherten der LKK gesetzlich definiert (§ 40 KVLG 1989) und damit stark eingeschränkt. Danach kann die Satzung die Beiträge nach dem Wirtschaftswert, dem Arbeitsbedarf oder einem anderen angemessenen Maßstab festsetzen. Das Arbeitseinkommen oder andere steuerrechtliche Einkommensbegriffe fallen nicht darunter.

Außerdem darf kein einheitlicher Prozentsatz festgesetzt werden, sondern es müssen 20 Beitragsklassen mit entsprechend festzusetzenden Beiträgen gebildet werden.

Die zulässigen Beitragsmaßstäbe haben eines gemeinsam: Sie stellen für das jeweilige Unternehmen einen Einkommensersatzwert dar. 

… und satzungsmäßig verankert.

Die Versichertenvertreter der LKK haben sich nach gründlichem Abwägen und gutachterlicher Bewertung für den „korrigierten Flächenwert“ als Beitragsbemessungsgrundlage entschieden. Mit diesem Beitragsmaßstab soll die Ertragskraft bzw. die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Betriebes auf Grundlage der bewirtschafteten Flächen abgebildet werden.

Grundsätzliche Ertragskraft bestimmt die Beitragseinstufung

Mit der Zugrundelegung von Durchschnittswerten bleibt die individuelle und teilweise beeinflussbare steuerliche Einkommenssituation gewollt unberücksichtigt. 

Entscheidend bleibt die grundsätzliche Ertragskraft der Unternehmen, die jährlich durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in der „Verordnung zur Ermittlung des Arbeitseinkommens aus der Land- und Forstwirtschaft (AELV)“ festgestellt wird. Die AELV stützt sich auf die Auswertung der Einkommen von 11.000 Testbetrieben. 

In der AELV werden so genannte Beziehungswerte zwischen dem Wirtschaftswert (vergleichbar mit dem Flächenwert) und dem fünfjährigen Durchschnitt der Gewinne, der für den Agrarbericht der Bundesregierung ausgewerteten landwirtschaftlichen Testbetriebe, festgelegt.

Korrigierter Flächenwert – einfach ausgedrückt

Die tatsächlichen Einkommensverhältnisse von über 11.000 landwirtschaftlichen Unternehmen (Testbetriebe) werden mit der dazugehörigen Unternehmensgröße (dargestellt durch den Wirtschaftswert dieser Betriebe) ins Verhältnis gesetzt.

Dieses Verhältnis wird dann als Beziehungswert (Multiplikator) dargestellt. Ergebnis ist der „korrigierte Flächenwert“.

Die Berechnungsmethode

Zunächst wird der Flächenwert des landwirtschaftlichen Unternehmens ermittelt. Grundsätzlich wird hierbei die bewirtschaftete Fläche mit dem durchschnittlichen (ggf. weinbaulichen) Hektarwert der Gemeinde des Betriebssitzes multipliziert.

Beispiel:

Bei einer landwirtschaftlichen. Nutzfläche von 40 ha und einem gemeindlichen Hektarwert von 2.500 DM ergibt sich ein Flächenwert von 100.000,00 DM.

Feste Hektarwerte

Für folgende Nutzungsarten gelten abweichend vom durchschnittlichen Hektarwert der Betriebssitzgemeinde feste Hektarwerte:

  • Grünland mit niedrigstem Ertrag (Almen, Alpen, Hutungen, nicht umzäunte oder mobil umzäunte Schaf- und Ziegenweiden, Deiche und Hallignutzungen) je Hektar 150 DM
  • Forsten 150 DM je Hektar
  • Fluss- und Seenfischer (1 Arbeitstag = 40 DM)
  • Imker (1 Bienenvolk = 50 DM)
  • Wanderschäfer (1 Großtier = 20 DM)
  • Flächen in klimatisch gesteuerten Einrichtungen (z. B. Unterglasflächen) = 1.863 DM je Hektar

Dabei fällt auf, dass noch mit DM-Werten gerechnet wird. Dies entspricht der Rechtslage, da alle Werte im Zusammenhang mit der Flächenbewertung von den Finanzbehörden weiterhin in DM festgesetzt werden.

Multiplikatoren für Sonderkulturen

Bei Sonderkulturen entsprechen diese Ansätze nicht den Einkommensmöglichkeiten. Deshalb kommen bei Sonderkulturen zusätzlich Multiplikatoren zur Anwendung. Diese wurden auf gutachterliche Empfehlung aus der Relation der Einkommensmöglichkeiten von landwirtschaftlicher Nutzfläche und Sonderkulturen nach den sogenannten Einheitsquadratmetern gebildet.


Klimatisch gesteuerte Einrichtung
(Unterglasfläche)
heizbar

Klimatisch gesteuerte Einrichtung
(Unterglasfläche)
nicht 
heizbar

Freiland
Obst und Feldgemüse extensiv, mit mechanischer Ernte

3,33
Gemüse einschließlich Feldgemüse40,1424,554,28
Blumen und Zierpflanzen79,7049,5614,16
Sonstige Gartengewächse36,0028,004,00
Obst

4,59
Christbaumkulturen

2,15
Hopfen und Tabak

3,00
Baumschulen

9,98

Vom Flächenwert zum korrigierten Flächenwert

Der gegebenenfalls unter Berücksichtigung der festen Hektarwerte und Multiplikatoren errechnete Flächenwert ist dann (ohne den Flächenwert der Forstflächen) der Tabelle mit den Beziehungswerten (Multiplikatoren) der AELV zuzuordnen. 

Dabei wird die jeweils aktuelle Tabelle (also im Jahre 2019 die Tabelle "AELV 2019") für Haupterwerbslandwirte benutzt.

Für den Beispielsbetrieb ergibt sich ein Beziehungswert (Multiplikator) von 0,6033.

Der Flächenwert ist mit dem Beziehungswert zu multiplizieren. Das Ergebnis ist dann der "korrigierte Flächenwert". Für den Beispielsbetrieb ergibt sich also folgende Berechnung: 100.000,00 DM x 0,6033 = 60.330,00 Euro.

Besonderheit bei Forstflächen

Sind Forstflächen zu berücksichtigen, wird der Flächenwert für die Forstflächen nicht mit dem Beziehungswert der AELV multipliziert, sondern lediglich in Euro umgerechnet (durch 1,95583 geteilt). 

Nach den Feststellungen des Gutachters entwickelt sich das Verhältnis zwischen Fläche und Gewinn bei Forstflächen nämlich nicht degressiv, so dass die Anwendung der degressiv wirkenden Faktoren der AELV nicht zu einer sachgerechten Bewertung der Forstflächen führen würde.

Vom korrigierten Flächenwert zum Beitrag

Der festgestellte korrigierte Flächenwert (einschließlich der gesondert berechneten Forstflächen) ist anschließend der Beitragstabelle zuzuordnen.

Der Beispielsbetrieb wäre danach in die Beitragsklasse 13 mit einem monatlichen Beitrag in Höhe von 427,67 Euro einzuordnen.

Individuelle Beitragsberechnung?

Sie wollen für Ihr Unternehmen den Beitrag berechnen? Nutzen Sie unseren Beitragsrechner.

HÄRTEFALLREGELUNG

Wenn der vom Finanzamt für Ihre Eigentumsflächen festgestellte Hektarwert um mehr als 20 v. H. niedriger ist als der maßgebliche durchschnittliche Hektarwert der Gemeinde, kann auch der niedrigere Hektarwert bei der Beitragsberechnung zugrunde gelegt werden. 

Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, setzen Sie sich bitte umgehend mit uns in Verbindung, damit wir Ihren Beitrag entsprechend anpassen können.

Bei Pachtbetrieben gelten Sonderregelungen.

Sonderfälle

Mitunternehmer/Gesellschafter

Bei Mitunternehmern/Gesellschaftern ist der korrigierte Flächenwert entsprechend dem Unternehmensanteil zu berücksichtigen.

Betreiben Ehegatten oder Lebenspartner gemeinsam ein landwirtschaftliches Unternehmen oder sind sie gemeinsam an einem solchen beteiligt, berechnet sich der korrigierte Flächenwert aus dem Gesamtanteil der Ehegatten/Lebenspartner, soweit beide in der Landwirtschaftlichen Krankenkasse versichert sind (häufig ist einer von beiden als Landwirt pflichtversichert und der Ehegatte familienversichert).

Wenn beide Ehegatten oder Lebenspartner selbst als landwirtschaftliche Unternehmer versichert sind, weil sie vielleicht beide ein Einzelunternehmen bewirtschaften, wird jedem der entsprechende Anteil aus dem gemeinsamen Unternehmen zugerechnet.

HINWEIS

Nicht immer ist der LKK bekannt, dass Ehegatten oder Lebenspartner gemeinsam das landwirtschaftliche oder gärtnerische Unternehmen in einer Gesellschaftsform betreiben. 

Insbesondere dann, wenn nicht beide Ehegatten/Lebenspartner bei der LKK versichert sind, kann dies zu einer fehlerhaften Beitragsrechnung führen, da automatisch beide Anteile zusammengerechnet werden.

Sollte dies in Ihrem Fall so sein, informieren Sie uns bitte.

Mehrere Unternehmen

Betreibt ein Landwirt mehrere Unternehmen, werden sie bei der Beitragsbemessung so behandelt, als wäre es ein einziges Unternehmen. Das bedeutet, die Flächenwerte aller Unternehmen werden vor der Ermittlung des Beziehungswertes zusammengerechnet.

Betreibt ein Landwirt ein (oder mehrere) Unternehmen auf alleinige Rechnung und ist er zusätzlich an einem (oder mehreren) Unternehmen als Mitunternehmer beteiligt, wird wie folgt verfahren:

  1. Für jede Unternehmensbeteiligung wird der korrigierte Flächenwert einzeln aus dem Gesamtflächenwert des Beteiligungsunternehmens und dem dazugehörigen Beziehungswert ermittelt. Der korrigierte Flächenwert aus jeder Unternehmensbeteiligung ist dem Versicherten entsprechend seinem Unternehmensanteil zuzurechnen.
  2. Für Einzelunternehmen sind für die Ermittlung des korrigierten Flächenwertes der Einzelunternehmen die Flächenwerte aller Einzelunternehmen des Versicherten sowie die anteiligen Flächenwerte aus Unternehmensbeteiligung zu addieren. Für den so errechneten Gesamtflächenwert ist der dazugehörige Beziehungswert zu ermitteln. Anschließend ist der Gesamtflächenwert aller Einzelunternehmen mit dem zuvor ermittelten Beziehungswert zu multiplizieren und ergibt den korrigierten Flächenwert für Einzelunternehmen. 
Die auf dieser Grundlage ermittelten korrigierten Flächenwerte aus einer oder mehreren Unternehmensbeteiligungen und einem oder mehreren Einzelunternehmen sind für die Beitragsklasseneinstufung zu addieren.

Beitragstabelle landwirtschaftliche Unternehmer Beitragstabelle gültig ab 1. Januar 2019

Beitragstabelle landwirtschaftliche UnternehmerBeitragstabelle gültig ab 1. Januar 2019

Beitrags-

klasse

korrigierter Flächenwert

(EUR)

Monatlicher Beitrag (EUR)
Krankenkasse
Monatlicher Beitrag (EUR)
Pflegekasse Eltern
Monatlicher Beitrag (EUR)
Pflegekasse Kinderlose
1Kleinunternehmer102,4017,9219,39
2bis 5.400103,4018,1019,58
3bis 10.800145,5225,4727,56
4bis 16.200173,7430,4032,91
5bis 21.600201,9535,3438,25
6bis 27.000230,1740,2843,59
7bis 32.400258,3845,2248,94
8bis 37.800286,6050,1654,28
9bis 43.200314,8155,0959,63
10bis 48.600343,0360,0364,97
11bis 54.000371,2464,9770,31
12 bis 59.400399,4669,9175,66
13bis 64.800427,6774,8481,00
14bis 70.200455,8979,7886,35
15bis 75.600484,1084,7291,69
16bis 81.000512,3289,6697,03
17bis 86.400540,5394,59102,38
18bis 91.800568,7599,53107,72
19bis 97.200596,96104,47113,06
20über 97.200621,27108,72117,67

... weitere Personenkreise

Mitarbeitende Familienangehörige 

Die Beiträge für die versicherten mitarbeitenden Familienangehörigen richten sich ebenfalls nach dem festgestellten korrigierten Flächenwert des Betriebes, in dem der Familienangehörige tätig ist.

Die Beiträge betragen die Hälfte des Unternehmerbeitrags und sind in voller Höhe vom Unternehmer zu tragen. Teilen Sie den in der Tabelle für Unternehmer ausgewiesenen Beitrag einfach durch zwei.

HINWEIS

Wenn der mitarbeitende Familienangehörige noch keine 18 Jahre alt ist oder als Auszubildender im Unternehmen beschäftigt wird, beträgt der Beitrag lediglich ein Viertel des Unternehmerbeitrags.

Freiwillige Mitglieder

Als freiwilliges Mitglied in der LKK zahlen Sie nur den Beitrag, den Sie sich auch leisten können. Denn die Beitragshöhe richtet sich nach Ihren Einkommensverhältnissen.

Bei der Einstufung in unsere Beitragstabelle werden alle Einkünfte herangezogen, die Sie zum Lebensunterhalt verbrauchen oder verbrauchen könnten (beitragspflichtige Einnahmen). Wie diese Einkünfte steuerlich behandelt werden, spielt keine Rolle.

Für die Beitragsfestsetzung gilt in der LKK die Stichtagsregelung!

Stichtagsregelung bedeutet, dass wir die Einkommensverhältnisse unserer freiwilligen Mitglieder jeweils zum 01. Oktober eines Jahres feststellen. Die zu diesem Stichtag ermittelten beitragspflichtigen Einnahmen bilden dann die Berechnungsgrundlage ab dem 01. Januar des Folgejahres für das gesamte Kalenderjahr.

Das garantiert Ihnen ein ganzes Jahr lang Beitragssicherheit – auch wenn Ihre Einkünfte im Laufe des Jahres steigen.

Eine unterjährige Beitragsanpassung ist möglich, wenn eine Einkunftsart wegfällt und Sie dadurch niedrigere Einkünfte haben – z. B. durch die Gewerbeabmeldung oder den Verkauf Ihres Mietobjekts.

Damit wir die Beitragsänderung ab dem folgenden Monat veranlassen können, müssen Sie uns umgehend über die Einkommensänderung informieren.

Beitragstabelle freiwillige Mitglieder Beitragstabelle gültig ab 1. Januar 2019

Beitragstabelle freiwillige MitgliederBeitragstabelle gültig ab 1. Januar 2019
Beitragsklasse

Beitragspflichtige
Einnahmen
-  Monatlicher Betrag(EUR)

Monatlicher Beitrag (EUR)
Krankenkasse
Monatlicher Beitrag (EUR)
Pflegekasse Eltern
Monatlicher Beitrag (EUR)
Pflegekasse Kinderlose
1bis 1.038,33145,0031,6734,26
2bis 1.235,00158,0034,6737,51
3bis 1.425,00183,0040,5743,89
4bis 1.615,00209,0046,3650,16
5bis 1.805,00235,0052,1656,43
6bis 1.995,00261,0057,9562,70
7bis 2.185,00287,0063,7568,97
8bis 2.375,00313,0069,5475,24
9bis 2.565,00339,0075,3481,51
10bis 2.755,00365,0081,1387,78
11bis 2.945,00391,0086,9394,05
12bis 3.135,00417,0092,72100,32
13bis 3.325,00443,0098,52106,59
14bis 3.515,00469,00104,31112,86
15bis 3.705,00495,00110,11119,13
16bis 3.895,00522,00115,90125,40
17bis 4.085,00548,00121,70131,67
18bis 4.275,00574,00127,49137,94
19 bis 4.465,00599,00133,29144,21
20ab 4.465,01613,00138,39149,74
20 mit Krankengeld
630,00138,39149,74

HINWEIS ZU DEN PFLEGEVERSICHERUNGSBEITRÄGEN:

Der Beitrag zur Pflegeversicherung errechnet sich in den Beitragsklassen 02 bis 19 aus den beitragspflichtigen Einnahmen in Höhe des Mittelwertes der jeweiligen Beitragsklasse. In der Beitragsklasse 01 aus dem dritten Teil der monatlichen Bezugsgröße (2019 = 1.038,33 Euro) und in der Beitragsklasse 20 aus der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze (2019 = 4.537,50 Euro). 

Seit 01.01.2019 beträgt der Beitragssatz 3,05 % und für Versicherte ohne Kinder 3,30 %.

Studenten

Als pflichtversicherter Student bei der LKK sind Sie gut und für monatlich 76,04 € richtig günstig krankenversichert. Das liegt daran, dass die LKK – anders als viele der wählbaren Krankenkassen keinen kassenindividuellen Zusatzbeitrag erhebt.

Zusammen mit dem Pflegeversicherungsbeitrag zahlen Sie monatlich 98,73 € bzw. 100,59 € (kinderlose Studenten ab 23 Jahre).

Krankenversicherungsbeitrag

Beitragsbemessungsgrundlage für den pauschalen Krankenversicherungsbeitrag ist der monatliche BAföG-Bedarfssatz für Studenten, die nicht bei ihren Eltern wohnen. Das sind seit 01.08.2019 monatlich 744,00 €. Als Beitragssatz gelten 7/10 des allgemeinen Beitragssatzes der gesetzlichen Krankenversicherung – also 10,22 %. (7/10 von 14,6 %). Da die LKK keinen Zusatzbeitragssatz erhebt, ergibt sich ein monatlicher Krankenversicherungsbeitrag von 76,04 €.

Pflegeversicherungsbeitrag

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung wurde durch den Gesetzgeber ab 01.01.2019 angepasst und beträgt für alle Pflegekassen 3,05 %, bzw. 3,30 % für Versicherte ohne Kinder, die das 23. Lebensjahr vollendet haben. Der monatliche Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt somit 22,69 €. Ab dem 23. Geburtstag erhöht sich der Beitrag für Studenten ohne Kinder auf 24,55 €.

Rentenantragsteller

Sofern während des laufenden Rentenverfahrens kein anderweitiger Krankenversicherungsschutz besteht, werden Sie in der Regel als Rentenantragsteller versichert und müssen grundsätzlich auch Beiträge zahlen.

Die Beitragsbemessung orientiert sich an den Regelungen der freiwilligen Mitglieder. Weitere Informationen finden Sie dort.

Wenn das Rentenverfahren länger dauern sollte und Ihre Rente rückwirkend bewilligt wird, werden die über den Beginn der Leistung hinaus gezahlten Beiträge wieder erstattet.

Als Rentenantragsteller brauchen Sie überhaupt keine Beiträge zahlen, wenn Sie 

  • Witwe oder Witwer des Beziehers einer Rente nach dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte sind und die Ehe vor Vollendung des 65. Lebensjahres des Verstorbenen geschlossen wurde.
  • als Waise noch keine 18 Jahre alt sind und der verstorbene Elternteil bereits Rente nach dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte bezogen hat.
  • ohne die Mitgliedschaft als Rentenantragsteller familienversichert wären.

KEINE BEITRAGSFREIHEIT:

Abweichend von den genannten Ausnahmesachverhalten müssen Sie als Rentenantragsteller immer Beiträge zahlen, wenn Sie über Arbeitseinkommen oder Versorgungsbezüge von monatlich insgesamt mehr als 155,75 € (2019) verfügen. 

Beiträge aus Renten, Versorgungsbezügen und Arbeitseinkommen

Alle Pflichtversicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung müssen aus Renten, Versorgungsbezügen und grundsätzlich auch aus Arbeitseinkommen Beiträge zahlen. Wie hoch die Beiträge sind und welche Besonderheiten und Ausnahmen es für Sie als Mitglied in der LKK gibt, erfahren sie hier.


Der Beitragsberechnung werden zugrunde gelegt:

  • Renten der gesetzlichen Rentenversicherung,
  • Auslandsrenten,
  • Versorgungsbezügen wie z.B. Pension, Betriebsrente, Renten aus der Alterssicherung der Landwirte (LAK-Renten) etc.,
  • Arbeitseinkommen (Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit oder Gewerbebetrieb), das außerhalb der Land- und Forstwirtschaft erzielt wird.

Für die Versicherten der LKK gilt für die Beiträge aus Renten, Versorgungsbezügen und Arbeitseinkommen ein Beitragssatz von derzeit 15,50 %. Dieser Beitragssatz setzt sich zusammen aus dem allgemeinen Beitragssatz (14,60 %) und dem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz (0,90 %).

Die vollen 15,50 % zahlen Sie allerdings nur aus Versorgungsbezügen und ggf. erzieltem außerlandwirtschaftlichen Arbeitseinkommen. Für Auslandsrenten und Renten aus der Alterssicherung der Landwirte gilt abweichend ein Beitragssatz von 7,75 %. Dies entspricht auch Ihrem Beitragsanteil, den Sie aus Ihrer Rente der gesetzlichen Rentenversicherung zahlen müssen, denn die andere Hälfte übernimmt der Rentenversicherungsträger.

Die von Ihnen zu tragenden Beitragsanteile werden vom Rentenversicherungsträger automatisch vom Rentenzahlbetrag einbehalten und an die LKK abgeführt. Dasselbe Verfahren gilt grundsätzlich auch für die Zahlstellen der Versorgungsbezüge. Sofern das mit einer Zahlstelle nicht klappt, erhalten Sie von uns eine entsprechende Beitragsrechnung. Auch über die von Ihnen ggf. zu zahlenden Beiträge aus Auslandsrenten und Arbeitseinkommen informieren wir Sie mittels einer Beitragsrechnung.

Das außerlandwirtschaftliche Arbeitseinkommen wird für landwirtschaftliche Unternehmer oder mitarbeitende Familienangehörige nur dann der Beitragsbemessung zugrunde gelegt, soweit es neben einer Rente oder Versorgungsbezügen erzielt wird.

Beiträge aus Versorgungsbezügen und außerlandwirtschaftlichem Arbeitseinkommen sind nur zu entrichten, wenn der Zahlbetrag dieser Einnahmearten insgesamt 155,75 € monatlich übersteigt.

HINWEIS ZUM HÖCHSTBEITRAG:

Die Beiträge aus Renten-, Versorgungsbezügen und Arbeitseinkommen dürfen zusammen mit dem Unternehmerbeitrag den Beitrag der höchsten Beitragsklasse 20 nicht überschreiten.

Die LKK beachtet den Höchstbeitrag von Amts wegen und erstattet ggf. die zu viel gezahlten Beiträge.

Fälligkeit und Zahlung

Über die von Ihnen zu zahlenden Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge informieren wir Sie in der Regel zum Jahresbeginn und immer dann, wenn sich an Ihrem Monatsbeitrag etwas ändert. Sie erhalten keine monatliche Beitragsrechnung.


Die monatlichen Beiträge sind am drittletzten Bankarbeitstag des Monats fällig, für den sie zu zahlen sind.

Die für 2019 geltenden Fälligkeitstermine haben wir für Sie zusammengestellt:

Fälligkeitstermine

Fälligkeitstermine
Monat
Jan.FebMärzAprilMaiJuniJuliAugSeptOktNovDez
Fälligkeitstag
drittletzter Bankarbeitstag
29.26.27.26.28.26.29.28.26.29.27.23.

Hinweis: Der 24. und 31.Dezember gelten nicht als bankübliche Arbeitstage.

ACHTUNG SÄUMNISZUSCHLÄGE!

Bitte achten Sie auf eine rechtzeitige Überweisung Ihrer Beiträge. Für bis zur Fälligkeit nicht eingegangene Beiträge müssen wir Säumniszuschläge in Höhe von 1 Prozent der auf volle 50 € abgerundeten Beitragsforderung berechnen.

Durch ein SEPA-Lastschriftmandat sind Sie bei der Beitragszahlung immer auf der sicheren Seite. 

Keine Sorgen bezüglich der rechtzeitigen Beitragszahlung müssen Sie sich machen, wenn Ihr Rentenversicherungsträger oder die Zahlstelle Ihrer Versorgungsbezüge Beiträge von der Rentenleistung einbehalten. In diesen Fällen läuft die Beitragsabführung automatisch. Verantwortlich ist die Rentenversicherung bzw. die Zahlstelle.

BESONDERER HINWEIS FÜR STUDENTEN

Gerade als pflichtversicherter Student sollten Sie die regelmäßige Beitragszahlung im Blick behalten. 

Wenn Sie Beitragsrückstände haben, kann es spätestens bei der Rückmeldung zum neuen Semester problematisch werden. Die Hochschule verweigert in der Regel die Einschreibung, wenn Studenten kein ausgeglichenes Beitragskonto aufweisen können.

Ihre Fragen - unsere Antworten

In der allgemeinen Krankenversicherung bleibt zwar der Beitragssatz mit 14,6 % unverändert, die Beiträge steigen aber trotzdem mit jeder Lohnerhöhung.

Die in der allgemeinen KV verkündete „Beitragssenkung“ betrifft tatsächlich nur den Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer und Rentner. Dies sind im Durchschnitt 0,9 %, die die Krankenkasse auf den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % aufschlägt. Diesen Beitragszuschlag hat bisher der Versicherte allein getragen. Seit 01.01.2019 teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber bzw. Rentner und Rentenversicherungsträger diesen Beitragszuschlag.

Das ist aus Sicht der Versicherten eine Beitragssenkung. Aus Sicht der Arbeitgeber ist es eine Mehrbelastung. Für die allgemeinen Krankenkassen hat das keine Auswirkungen. Sie bekommen einen unveränderten Beitrag (absolut allerdings steigend mit jeder Lohn- bzw. Rentenerhöhung).

Freiwillig versicherte Selbständige müssen übrigens auch in der allgemeinen KV nach wie vor ihre Beiträge in voller Höhe nach dem jeweiligen Beitragssatz der Krankenkasse zahlen. 

Soviel vorweg: Die Beiträge der LKK sind seit ihrer deutschlandweiten Vereinheitlichung um 01.01.2014 nicht ständig gestiegen.

Wie die folgende Übersicht zeigt, sind die Beiträge bis 2017 fast unverändert geblieben. Die Übergangszeit mit Angleichungssätzen hat sicher in vielen Fällen einen anderen Eindruck vermittelt. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass ohne Angleichungssätze ein höherer Beitrag zum 01.01.2014 sofort zu zahlen gewesen wäre.

Wie die Übersicht auch zeigt, sind die Beiträge in der Beitragsklasse (BKL) 20 tatsächlich ständig gestiegen. Dies war aber auf die Erhöhung des Höchstbeitrages in der allgemeinen KV zurückzuführen, die die LKV bei der Beitragsgestaltung nachvollziehen muss. Die Beiträge der BKL 20 lagen aber jeweils gut 10 % unter dem Höchstbeitrag der allgemeinen KV.

JahrVeränderung BU/MifaVeränderung BKL 20Veränderung Freiwillige
2014
519,00 €auf 12,5 %
2015BKL 1+2 =+ 1,00 €; 3-19= + 0,75 €532,50 €keine
2016keine575,44 €keine
2017keine589,76 €keine
2018BKL 1+2 = + 15,40 €; 3-20= + 15,90 €
614,66 €+ 15,90 €
2019BKL 1+2 = + 1,00 €; 3-19= + 14 %621,27 €auf 13,7 %

Hintergrund der Beitragsveränderungen seit 2018 sind die unterschiedlichen Finanzierungssysteme.

Während die allgemeinen Krankenkassen fast vollständig durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds finanziert werden, müssen die Versicherten der LKK die zu erwartenden Leistungsausgaben im Wesentlichen allein durch eigene Beiträge decken.

Anders als im Gesundheitsfonds - der auch bei unveränderten Beitragssatz durch steigende Löhne/Renten und wachsende Beschäftigtenzahlen laufend Mehreinnahmen verbuchen kann - muss die LKK jedes Jahr aufs Neue die Beiträge so bemessen, dass am Ende des Jahres möglichst ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht wird. Ein Ansammeln von Finanzreserven (Betriebsmitteln) ist dabei nur in engen Grenzen möglich.

Wie bereits beschrieben, die LKK-Beiträge erhöhen sich nicht automatisch mit einer Lohnerhöhung und es gibt auch kein Finanzpolster auf das bei steigenden Leistungsausgaben zurückgegriffen werden kann (z. B. bei höheren Krankenhausrechnungen, höheren Arzthonoraren oder gestiegenen Ausgaben für Betriebs- und Haushaltshilfe oder häuslicher Krankenpflege).

Steigen die Ausgaben, muss die LKK das an die Beitragszahler weitergeben.

Mit schlechtem Wirtschaften oder zu hohen Verwaltungskosten haben Beitragserhöhungen nichts zu tun. Hier würde sich das Bundesversicherungsamt als unsere Aufsichtsbehörde einschalten.

Wir sind gesetzlich verpflichtet, die Beitragsmittel an den zu erwartenden Ausgaben auszurichten und sparsam zu haushalten und tun dies im Sinne unserer Versicherten.

Dies gilt insbesondere auch für die positive Entwicklung der Verwaltungskosten, die sich im Übrigen auf dem Niveau der anderen Kassen bewegen. Um diese Entwicklung fortzusetzen, wird weiter daran gearbeitet, die Verfahrensabläufe zu optimieren. Im Ergebnis wird dies dann auch bei Ihnen durch verbesserte Serviceleistungen ankommen.

Die Verwaltungskosten der LKK liegen bei weniger als 5 % des gesamten Ausgabevolumens. Einen Vergleich zu privaten Versicherungsunternehmen, bei denen Verwaltungskosten von bis zu 15 % anzutreffen sind, müssen wir daher nicht scheuen.

Im Übrigen sind Verwaltungskosten von 5 % bei der Beitragskalkulation nur von untergeordneter Bedeutung. 

Der Gesetzgeber hat sich ausdrücklich zum Erhalt des Sondersystems der landwirtschaftlichen Sozialversicherung ausgesprochen. Bereits jetzt übernimmt der Bund die Leistungsausgaben für die Altenteiler, die nicht durch eigene Beitragsmittel finanziert werden können. Das sind rund 80 % der Kosten, in Summe ca. 1,4 Mrd. Euro jährlich.

Um der angespannten Beitragsentwicklung entgegen zu wirken, stehen das Ehrenamt und auch die Verbände der grünen Berufe bereits in engem Kontakt mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie den politischen Vertretern.

Die LKK kann als Teil der Exekutive nur weiterhin auf die Problematik hinweisen, entsprechendes Zahlenmaterial zuliefern und die Sorgen und Nöte der Versicherten an die Politik weitergeben. Insofern sind der Verwaltung gewissermaßen „die Hände gebunden“.

Dass die Bemühungen der Verwaltung, des Ehrenamtes und der Verbände des grünen Bereichs nicht ohne Erfolg bleiben, zeigt die Senkung des Solidarbeitrages ab 2019 (Teil der Leistungsaufwendungen der Altenteiler, der von den aktiven Mitgliedern zu zahlen ist). Er sinkt über vier Jahre von 85 Mio. Euro auf 59 Mio. Euro jährlich.

Mit Schaffung der landwirtschaftlichen Sozialversicherung hat der Gesetzgeber das Ziel verfolgt, den Besonderheiten der grünen Berufe Rechnung zu tragen und damit den Berufsstand zu stärken und zukunftssicher zu machen.

Dies ist auch einer der Gründe für die Besonderheiten bei der Beitragsbemessung.

Der relativ kleine Versichertenkreis der LKK sollte eine möglichst konstante und gesicherte Finanzgrundlage erhalten, da Einnahmeschwankungen - wie sie bei der Beitragserhebung aufgrund des Einkommensteuerbescheides regelmäßig auftreten - von den im Verhältnis zur allgemeinen KV wenigen Beitragszahlern nur schwer aufgefangen werden können.

Mit der besonderen Beitragsbemessungsgrundlage „korrigierter Flächenwert“ soll diese konstante und gesicherte Finanzbasis erreicht werden. Im Regelfall ist damit zum einen für die Verwaltung eine verlässliche und vorausschauende Haushaltsplanung möglich und zum anderen gewährleistet, dass sich im Normalfall für die Versicherten nur moderate Beitragsänderungen ergeben. 

Der Gesetzgeber hat den Beitragsmaßstab gesetzlich definiert (§ 40 KVLG 1989) und damit stark eingeschränkt. Danach kann die Satzung die Beiträge nach dem Wirtschaftswert, dem Arbeitsbedarf oder einem anderen angemessenen Maßstab festsetzen. Das Arbeitseinkommen oder andere steuerrechtliche Einkommensbegriffe fallen nicht darunter.

Außerdem darf kein einheitlicher Prozentsatz festgesetzt werden, sondern es müssen 20 Beitragsklassen mit entsprechend festzusetzenden Beiträgen gebildet werden.

Die zulässigen Beitragsmaßstäbe haben eines gemeinsam: Sie stellen für das jeweilige Unternehmen einen Einkommensersatzwert dar. 

Das Ehrenamt hat sich nach gründlichem Abwägen und gutachterlicher Bewertung für den „korrigierten Flächenwert“ als Beitragsbemessungsgrundlage entschieden. Mit diesem Beitragsmaßstab soll die Ertragskraft bzw. die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Betriebes auf Grundlage der bewirtschafteten Flächen abgebildet werden.

Die ermittelte Ertragskraft bestimmt dann die Beitragseinstufung.

Der „korrigierte Flächenwert“ als Einkommensersatzwert wird nur im Ausnahmefall mit dem im Einkommensteuerbescheid festgestellten Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft übereinstimmen. Wenn doch, wäre dies der absolute Durchschnittsbetrieb, denn der „korrigierter Flächenwert“ bildet den durchschnittlichen Ertrag und damit die durchschnittliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von vergleichbaren landwirtschaftlichen Unternehmen ab.

Mit der Zugrundelegung von Durchschnittswerten bleibt die individuelle und teilweise beinflussbare steuerliche Einkommenssituation gewollt unberücksichtigt. Entscheidend bleibt die grundsätzliche Ertragskraft des Unternehmens, die sich auf die Auswertung der Einkommen von 11.000 Testbetrieben stützt.

Einkommen von 11.000 Testbetrieben wird in AELV abgebildet

Die AELV wird jährlich durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) herausgegeben. In dieser Verordnung werden so genannte Beziehungswerte zwischen dem Wirtschaftswert (vergleichbar mit dem Flächenwert) und dem fünfjährigen Durchschnitt der Gewinne der für den Agrarbericht der Bundesregierung ausgewerteten landwirtschaftlichen Testbetriebe festgelegt.

Einfacher ausgedrückt:

Die tatsächlichen Einkommensverhältnisse von über 11.000 landwirtschaftlichen Unternehmen (Testbetriebe) werden mit der dazugehörigen Unternehmensgröße (dargestellt durch den Wirtschaftswert dieser Betriebe) ins Verhältnis gesetzt. Dieses Verhältnis wird dann als Beziehungswert (Multiplikator) dargestellt. Ergebnis ist der „korrigierte Flächenwert“. 

Berechnung

Der „korrigierte Flächenwert“ berechnet sich, indem der Flächenwert des Unternehmens mit dem entsprechenden Faktor aus der "Verordnung zur Ermittlung des Arbeitseinkommens aus der Land- und Forstwirtschaft (AELV)" multipliziert wird.

Alles in allem ist dies ein durchaus gerechter Beitrag, der vom Solidargedanken innerhalb des Berufsstandes geprägt ist.

Das Bundesverfassungsgericht hat am 10.04.2018 entschieden, dass die Vorschriften zur Einheitsbewertung zur Bemessung der Grundsteuer verfassungswidrig sind. Bis Ende 2019 muss die Bundesregierung nun ein neues System gestalten.

Im Wesentlichen wurde die Bewertung von bebauten Grundstücken in den alten Bundesländern beanstandet. Land- und forstwirtschaftliche Flächen wurden hingegen bei der Entscheidung ausgenommen, so dass nach derzeitiger Einschätzung keine Auswirkungen auf den Beitragsmaßstab der LKK ("korrigierter Flächenwert") zu erwarten sind.

Das Bundesverfassungsgericht hat am 10.04.2018 entschieden, dass die Vorschriften zur Einheitsbewertung zur Bemessung der Grundsteuer verfassungswidrig sind. Bis Ende 2019 muss die Bundesregierung nun ein neues System gestalten.

Im Wesentlichen wurde die Bewertung von bebauten Grundstücken in den alten Bundesländern beanstandet. Land- und forstwirtschaftliche Flächen wurden hingegen bei der Entscheidung ausgenommen, so dass nach derzeitiger Einschätzung keine Auswirkungen auf den Beitragsmaßstab der LKK ("korrigierter Flächenwert") zu erwarten sind.

Der Beziehungswert stammt aus der Arbeitseinkommensverordnung Landwirtschaft (AELV). Diese wird jährlich vom BMEL bekannt gemacht.

Der Beziehungswert drückt das Verhältnis zwischen Wirtschaftswert und Gewinn der Testbetriebe aus. Zugrunde liegen die Buchführungsergebnisse von über 11.000 Betrieben (Testbetriebe des BMEL) und deren Wirtschaftswerte laut Einheitswertbescheid.

Die Beziehungswerte werden dabei aus einem fünfjährigen Durchschnittswert gebildet. Sie verlaufen deutlich degressiv und zeigen, dass der Gewinn bei steigender Flächenausstattung (korrekt: zum steigenden Wirtschaftswert) nicht linear ansteigt.

Um eine möglichst zutreffende Beitragseinstufung der verschiedenen Flächen zu erreichen, wurde im Vorfeld ein Gutachter beauftragt, die verschiedenen Produktionsverfahren hinsichtlich ihres wirtschaftlichen Ertrags zu beurteilen.

Nach den Feststellungen des Gutachters entwickelt sich der Gewinn im Bereich Forst entgegen der übrigen Flächenbewirtschaftung nicht degressiv zur Flächengröße, sondern steigt - vereinfacht ausgedrückt - bei steigender Flächenausstattung je Hektar an. Deshalb würde die degressiv wirkende AELV bei der Anwendung auf Forstflächen zu einem fraglichen Ergebnis führen.

Daher erfolgt lediglich eine Umrechnung des in Deutsche Mark ausgedrückten Flächenwertes.

Der Flächenwert als Basis für den korrigierten Flächenwert wird unverändert in DM ausgedrückt.

Ursache hierfür ist, dass das Bewertungsgesetz (Basis für die Hektarwerte) bei Euro-Einführung nicht angepasst wurde. Die Umrechnung in Euro erfolgt über den Beziehungswert der AELV, da dieser das Einkommen und die Euro-Umrechnung enthält.

Hinweis: Da bei Forsten der Beziehungswert der AELV nicht zur Anwendung kommt, muss eine separate Umrechnung in Euro vorgenommen werden.

Diese Meinung wird immer wieder vertreten. Im Berufsstand wird der Beitragsmaßstab durchaus kritisch gesehen und rege diskutiert; auch im Ehrenamt.

Wird der Tierbestand beim „korrigierten Flächenwert“ ausreichend berücksichtigt?

Wie fließen gewerbliche Nebeneinkünfte mit ein? Eines ist dabei gewiss:

Sollten Änderungen am aktuellen Beitragsmaßstab für erforderlich gehalten werden und gibt es entsprechende Mehrheiten, können Vorstand und Vertreterversammlung entsprechende Anpassungen beschließen. Allein die Vertreter des grünen Bereichs bestimmen über den Beitragsmaßstab. In der allgemeinen KV wird der Beitragssatz durch den Gesetzgeber festgelegt. 

Der Arbeitswert, den die Krankenkasse für den Gartenbau in der Vergangenheit angewandt hat, war für die dortige Betriebsstruktur sicherlich ein geeigneter Maßstab.

Bezogen auf den gesamten Mitgliederbestand der SVLFG würde er jedoch zu sehr pauschalen Beiträgen führen, da er nur grob nach Arbeitstagen pro Jahr unterscheidet und die Beiträge danach bemisst. Für den überwiegenden Teil der Mitglieder der LKK ist er daher nicht geeignet. Da in der Land- und Forstwirtschaft unverändert die Familienbetriebe zahlenmäßig überwiegen, würden diese bei einem Beitragsmaßstab „Arbeitswert“ weitgehend identische Beiträge zahlen; unabhängig davon, ob 50 ha, 80 ha oder 200 ha bewirtschaftet werden. Maßgeblich wäre allein die Zahl der Arbeitstage. Auch eine Größendegression (die im korrigierten Flächenwert enthalten ist) gäbe es nicht.

Eine einheitliche Beitragshöhe für viele Landwirte war in der Selbstverwaltung nicht mehrheitsfähig und hätte den Grundprinzipien der gesetzlichen Krankenversicherung widersprochen, wonach jeder nach seiner Leistungsfähigkeit zu Beiträgen heranzuziehen ist. Es wurde deshalb eine größere Differenzierung beschlossen.

Es handelt sich hierbei um einen finanzamtlichen Wert, der nach dem Bewertungsgesetz festgelegt wird. Er berücksichtigt u. a. die Bonität des Bodens (Bodenpunkte). Der individuelle Hektarwert wird im Einheitswertbescheid festgestellt. Der Beitragsberechnung bei der LKK wird der durchschnittliche Hektarwert der Betriebssitzgemeinde zugrunde gelegt. 

Vor Gründung der SVLFG hatten einige landwirtschaftliche Krankenkassen die durchschnittlichen Hektarwerte auf Gemeindeebene nicht voll übernommen, sondern z. B. bei 2.000 DM (oder einer anderen Wertgrenze) gekappt. Dabei sollte eine aus regionaler Sicht unbegründete übermäßige Heranziehung der höchsten Ertragswerte vermieden werden.

Bei der Ausarbeitung zum neuen Beitragsmaßstab hat das Gutachten dargelegt, dass die angewendeten Korrekturfaktoren aus der AELV (Verordnung zur Ermittlung des Arbeitseinkommens aus der Land- und Forstwirtschaft) degressiv wirken und insofern die hohen Hektarwerte bereits eine Drosselung erfahren. Eine zusätzliche Kappung hätte eine weitere Absenkung bewirkt und zu einer Umverteilung der Lasten auf die niedrigen Hektarwerte geführt. Dies wäre als nicht gerechtfertigt empfunden worden.

In der Satzung der SVLFG ist für solche Fälle eine Härtefallregelung vorgesehen. Anstatt des durchschnittlichen Gemeindehektarwerts kann bei landwirtschaftlichen Flächen und Weinbau der individuelle Hektarwert zugrunde gelegt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Gesamtflächenwert des Unternehmens bei der individuellen Berechnung um mehr als 20 % von der nach dem Durchschnittswert ermittelten Beitragsbemessungsgrundlage abweicht.

Damit eine Vergleichsberechnung durchgeführt werden kann, benötigt die LKK den maßgebenden Einheitswertbescheid der Betriebsstätte. 

Seit 2014 wird bei dieser Sachlage der Beitrag nur noch nach den Anteilen des bei der landwirtschaftlichen Krankenkasse versicherten Mitunternehmers berechnet.

Allerdings kann es vorkommen, dass nach der vorhandenen Datenlage nicht immer zu erkennen ist, dass es sich um eine Ehegatten-GbR handelt.

Gern überprüfen wir Ihre Beitragsberechnung. Übermitteln Sie uns einfach eine Kopie des Gesellschaftsvertrages.

Das kann natürlich in einem wirtschaftlich schlechten Jahr durchaus der Fall sein.

Zu bedenken ist aber, dass für die Beitragsberechnung in der freiwilligen Versicherung nicht nur die Einkünfte aus „L+F“, sondern alle Einnahmearten zugrunde gelegt werden; also auch weitere Einkünfte aus Gewerbebetrieb (z. B. Photovoltaik, Biogas etc.) und aus Vermietung und Verpachtung.

Als pflichtversicherter Landwirt in der LKK erfolgt die Beitragsberechnung im Regelfall nur aufgrund der bewirtschafteten Flächen und dem daraus ermittelten Einkommensersatzwert (korrigierter Flächenwert), der bei allen Unternehmen die Ertragskraft abbilden soll. Damit soll eine solidarische Finanzierung des Sondersystems der landwirtschaftlichen Krankenversicherung erreicht werden, ohne dass individuelle Abschreibungsmöglichkeiten und Steuersparmodelle Einfluss nehmen können. 

Die Bundesregierung hat sich im Koalitionspapier ausdrücklich für den Erhalt des Sondersystems der landwirtschaftlichen Sozialversicherung ausgesprochen. Dies schließt natürlich auch ein Festhalten an der seit 1972 bestehenden Pflichtversicherung für landwirtschaftliche Unternehmer ein.

Auf die besonderen Leistungsangebote der SVLFG zur Prävention, in der „Kampagne“ aber auch auf die vielfältigen auf den Berufsstand abgestimmten Gesundheitsangebote und nicht zuletzt auf die Betriebshilfe ist hinzuweisen.

Vor diesem Hintergrund hat der Gesetzgeber keine laufende „Kündigungsmöglichkeit“ vorgesehen.

Bei Beginn der Versicherungspflicht gibt es für Unternehmer mit einem Wirtschaftswert von mehr als 60.000 DM innerhalb von drei Monaten die Möglichkeit, sich unwiderruflich befreien zu lassen. 

Für junge und gesunde Landwirte mag dies im Einzelfall zutreffen. Für ältere und vorerkrankte Landwirte dürfte dies eher nicht der Fall sein. Bei Familien ist zudem zu beachten, dass in der privaten Krankenversicherung für jeden Versicherten ein eigener Beitrag zu zahlen ist (keine beitragsfreie Familienversicherung). 

HINWEIS

Sofern keine Vorerkrankungen vorliegen, lassen sich die verschiedensten Zusatzleistungen durch eine private Zusatzversicherung relativ günstig abdecken. 

Vom Einzelzimmer im Krankenhaus über die Chefarztbehandlung bis zur Designerbrille und vollständiger Gebisssanierung mit Zahnimplantaten ist alles möglich. 

Und immer daran denken

In der gesetzlichen Krankenversicherung bemessen sich die Beiträge nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Je höher das Einkommen, desto höher ist der Beitrag. In der PKV werden die Beiträge nach Alter und Gesundheitszustand berechnet. Das heißt, wenn im Alter das Einkommen sinkt und auch der Gesundheitszustand nicht mehr zum Besten bestellt ist, zahlt man in der PKV den höchsten Beitrag. Das Einkommen spielt dabei keine Rolle.

Außerdem:

Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur noch unter sehr eingeschränkten Voraussetzungen möglich und in den überwiegenden Fällen insbesondere nach dem 55. Geburtstag meist ganz ausgeschlossen. 

Die Beitragsfestsetzung für freiwillige Mitglieder erfolgt nach den beitragspflichtigen Einnahmen. Dabei sind sowohl bei der landwirtschaftlichen Krankenkasse als auch bei allen anderen gesetzlichen Krankenkassen Grenzwerte zu beachten.

Die beitragspflichtigen Einnahmen betragen im Jahr 2019 für alle Versicherten mindestens 1.038,33 € monatlich (2018 mindestens 1.015,00 € monatlich); geringere tatsächliche Einnahmen werden auf diesen Betrag zur Beitragsfestsetzung angehoben.

Die Beiträge für freiwillig Versicherte sind zum Teil erheblich gestiegen. Auch die neuen Beiträge bleiben jedoch vergleichsweise "günstig", wie der folgende Vergleich der Krankenversicherungsbeiträge zeigt.

Beitragsvergleich 2017

Beitragsvergleich 2017
Beitragspflichtige EinnahmenBeitrag zur landwirtschaftlichen Krankenkasse 2017Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung - Beitragssatz 14,6 %
Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung - Beitragssatz 14,0 % (ohne Krankengeldanspruch)*
991,67 €121,04 €144,78 €138,83 €
2.231,25 €271,56 €325,76 €312,38 €
4.350,00 €529,68 €635,10 €609,00 €

Beitragsvergleich 2018

Beitragsvergleich 2018
Beitragspflichtige EinnahmenBeitrag zur landwirtschaftlichen Krankenkasse 2018Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung - Beitragssatz 14,6 %
Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung - Beitragssatz 14,0 % (ohne Krankengeldanspruch)*
1.015,00 €136,94 €148,19 €142,10 €
2.283,75 €310,59 €333,43 €319,73 €
4.425,00 €545,58 €646,05 €619,50 €

Beitragsvergleich 2019

Beitragsvergleich 2019
Beitragspflichtige EinnahmenBeitrag zur landwirtschaftlichen Krankenkasse 2019Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung - Beitragssatz 14,6 %
Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung - Beitragssatz 14,0 % (ohne Krankengeldanspruch)*
1.038,33 €145,00 €151,60 €
145,37 €
4.537,50 €613,00 €662,48 €635,25 €

* Der Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung erhöht sich ggf. noch um einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag.