Ladung richtig sichern

Ladungssicherung ist ein wichtiges Thema in Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau. Hier erhalten Sie Tipps und Hinweise, wie Sie Ihre Ladung sicher transportieren können.

Sicherung auf Transportgut abstimmen

Eine Maschine, die auf einem Anhäger transportiert werden soll, wird mittels Zurrgurten durch den Fahrer gesichert.

Warum ist es wichtig, die Ladung zu sichern?

Eine ordnungsgemäße Ladungssicherung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Verkehrs- und Arbeitssicherheit.

In folgenden Situationen kann es zu ungewollter Bewegung der Ladung kommen:

  • beim starken Bremsen (Vollbremsung)
  • bei ruckartigem Beschleunigen
  • bei schlechter, unebener Fahrbahn
  • beim Auffahren vom Feld auf die Straße
  • in Kurven
  • beim schnellen Abbiegen
  • beim Ausweichen z. B. an Fahrbahnverengungen 
  • beim Fahren im Kreisverkehr
  • bei seitlich stark geneigter Fahrbahn (z. B. in Alleen)
  • beim Fahren unter Bäumen mit hochbeladenen Anhängern, z. B. wenn Äste an die Ladung stoßen
Traktor mit Anhänger, auf dem Strohballen geladen sind

FEHLENDE ODER UNZUREICHENDE LADUNGSSICHERUNG HAT FOLGEN

Eine fehlende oder unzureichende Ladungssicherung kann teuer werden und zu schweren Unfällen führen. Daher sind Rechtsfolgen möglich wie

  • Bußgeld
  • Punkte in Flensburg (Verkehrssünderkartei) 
  • Strafverfahren/Verurteilung (Geld-/Haftstrafe)
  • Entfallen des Versicherungsschutzes (Regress)

Wer ist verantwortlich?

Der Halter von Transportfahrzeugen (Unternehmer) muss:

  • geeignete Fahrzeuge sowie Hilfsmittel für die Ladungssicherung zur Verfügung stellen (z. B. Zurrpunkte, Zurrmittel, Abdeckplanen, Netze),
  • seine Fahrer schulen und gegebenenfalls überprüfen,
  • die Unfallverhütungsvorschriften einhalten,
  • für die Betriebs- und Verkehrssicherheit sorgen.

PARAGRAPHEN, DIE MAN KENNEN MUSS

- § 22, Abs. 1 Straßenverkehrsordnung (StVO) Ladung

- § 23 Abs. 1 u. 2 StVO Sonstige Pflichten des Fahrzeugführers

- § 32 StVO Verkehrshindernisse

- § 30 Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) Beschaffenheit der Fahrzeuge

- § 31 StVZO Verantwortung für den Betrieb der Fahrzeuge

- § 19 ADR (europäisches Übereinkommen zum Transport von Gefahrgut)/GGVSEB (Gefahrgutverordnung) Pflichten des Beförderers im Straßenverkehr

- § 222 Strafgesetzbuch (StGB) Fahrlässige Tötung

- § 229 StGB Fahrlässige Körperverletzung

- § 315 b StGB Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (z. B. Ladung verlieren)

- § 324 StGB Gewässerverunreinigung

- § 324 a StGB Bodenverunreinigung

- §823 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) Schadensersatzpflicht

- § 412 Handelsgesetzbuch (HGB)Ver- und Entladen

Der Verlader ist zusätzlich zum Fahrer, aber auch anstelle des Fahrers verantwortlich und haftbar, nämlich dann, wenn nur er – und nicht der Fahrer – den Zustand der Ladung kennen kann.

Die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung richten sich zunächst einmal an den Fahrer (Fahrzeugführer). 

Das muss er beachten:

  • Einhaltung von zulässigen Abmessungen, Lastverteilung, Gesamtgewicht und Achslasten
  • Ladung sichern bzw. Ladungssicherung vor Beginn
  • der Fahrt kontrollieren
  • Kontrollen während des Transportes (gegebenenfalls Nachspannen der Zurrmittel)
  • Generell gilt: Während der Fahrt muss der Fahrer sein Fahrverhalten der Ladung und den Straßenverhältnissen anpassen und, falls erforderlich, die Ladungssicherung nachbessern.

Wirksame Kräfte berechnen

Beim Transport wirken verschiedene Kräfte: Beschleunigungs-, Verzögerungs- und Fliehkräfte auf die Ladung. 

Insbesondere die Massen- und Reibungskräfte müssen bei der Ladungssicherung berücksichtigt werden. § 22 Abs.1 StVO nennt die Anforderungen zur Ladung, die in der VDI-Richtlinie 2700 konkretisiert werden.

Die beschriebenen Kräfte sind unabhängig von der gefahrenen Geschwindigkeit anzunehmen. Für die Berechnung der Kräfte zur Sicherung der Ladung wird davon ausgegangen, dass

  • bei einer Vollbremsung eine Kraft von der Ladung nach vorn wirkt, die 80 % des Ladungsgewichtes entspricht,
  • beim Befahren von Kurven und bei Ausweichmanövern eine Kraft zur Seite wirkt, die 50 % des Ladungsgewichtes entspricht,
  • beim Anfahren/Beschleunigen eine Kraft nach hinten wirkt, die 50 % des Ladungsgewichtes entspricht.

Anforderungen nach DIN EN 12642

Für LKW und Anhänger über 3,5 t zulässige Gesamtmasse, die ab 2002 hergestellt wurden, müssen die Bordwände folgenden Belastungen standhalten:

  • Stirnwand: 40 % der Nutzlast, maximal 5.000 daN
  • Seitenwände: 30 % der Nutzlast
  • Rückwand: 25 % der Nutzlast, maximal 3.100 daN

Die Einheit daN (deka-Newton) ist die übliche Kräfteangabe im Bereich der Ladungssicherung.

F = 4.000 N = 400 daN = 400 kg

Grafische Darstellung eines  Kleintransporters mit Lastenverteilungsplan und Darstellung der Lastenverteilkurve

Lastenverteilungsplan

Mit dem Lastenverteilungsplan soll sichergestellt werden, dass sich der Schwerpunkt der Ladung in einem definierten Bereich der Ladefläche befindet, damit

  • keine unzulässige Schwerpunktlage des Ladeguts entsteht
  • die zulässigen Achslasten nicht über- oder unterschritten werden (Lenkfähigkeit des Fahrzeugs)
  • die zulässige Gesamtmasse des Fahrzeugs nicht überschritten wird.

Für jedes Fahrzeug kann ein spezieller Lastverteilungsplan berechnet werden, wobei einige Fahrzeug(aufbau)hersteller dies kostenlos anbieten.

Hilfsmittel

Aus dem Rahmenteil der Ladefläche ausziehbarer Zurrpunkt

Zurrpunkte berechnen

Es gilt, die maximale Belastbarkeit der Zurrpunkte am Transportfahrzeug zu beachten. Alle Neufahrzeuge mit Pritschenaufbauten müssen mit Zurrpunkten ausgestattet sein.

Fahrzeuge mit Kippbrücken und einer zulässigen Gesamtmasse (zGM) von mehr als 7,5 t benötigen keine Zurrpunkte, wenn sie ausschließlich zum Transport von Schüttgütern eingesetzt werden.

Mit Aufkleber werden die Zurrpunkte am Fahrzeug gekennzeichnet. 
Kennzeichnung eines Zurrpunktes für ein Fahrzeug mit einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen

Belastbarkeiten bei LKW und (Sattel-) Anhängern

Nach der Norm DIN EN 12640 für Zurrpunkte von LKW, Anhänger und Sattelanhänger mit Pritschenaufbauten mit einer zulässigen Gesamtmasse (zGM) von mehr als 3,5 t sind folgende Belastbarkeiten der Zurrpunkte festgelegt:

Belastbarkeit/ ZurrpunktZulässige Gesamtmasse Fahrzeug
800 daNmehr als 3,5 t bis zu max. 7,5 t
1.000 daNmehr als 7,5 t bis zu max. 12 t
2.000 daNmehr als 12 t

Belastbarkeiten bei Kastenwagen

Bei Kastenwagen (Führerhaus und Laderaum bilden eine Einheit) mit einer zulässigen Gesamtmasse (zGM) von bis zu 7,5 t sind die Belastbarkeiten der Zurrpunkte in der Norm DIN 75410 Teil 3 festgelegt:

Belastbarkeit/ ZurrpunktZulässige Gesamtmasse Fahrzeug
400 daNbis max. 2 t
500 daNmehr als 2 t bis zu max. 5 t
800 daNmehr als 5 t bis zu max. 7,5 t

ein Zurrgurt mit einer Ratsche sichert den Transport einer Maschine auf der Ladefläche

Zurrgurte sind Gurtbänder aus synthetischen Fasern (meistens Polyester), die nicht zum Heben verwendet werden dürfen. Jeder Zurrgurt ist gekennzeichnet. Das Etikett enthält wichtige Angaben zur Verwendung

Hier sieht man, wie Zurrgurte gekennzeichnet werden müssen. Die Elemente werden erklärt.

Begriffe auf dem Zurrgurt-Etikett:

  • LC (Lashing Capacity) ist die höchste Kraft für die der Gurt im geraden Zug ausgelegt ist.
  • SHF (Standard Hand Force) ist die Kraft des Anwenders (Handkraft).
  • STF (Standard Tension Force) ist die maximal in das Gurtband einleitbare Kraft.

Die Ratsche ist für eine normale Handkraft (SHF) von 50 daN (≈ 50 kg) ausgelegt. Wird diese Handkraft aufgebracht, so kann der Anwender auf der Spannmittelseite eines Standard-Ratschenzurrgurtes eine Vorspannkraft (STF) von bis zu 320 daN (≈ 320 kg) erreichen. Die Vorspannkraft beträgt auf der dem Spannmittel entgegengesetzten Seite 50% (d.h. STF = 160 daN ≈ 160 kg), sodass die gesamte Vorspannkraft in der Umreifung eines Ladeguts mit dem einen Zurrmittel dann max. 480 daN (≈ 480 kg) beträgt. 

Zum Erreichen höherer Vorspannkräfte dürfen keine zusätzlichen Verlängerungen (z. B. Stahlprofile entsprechender Länge o. ä.) verwendet werden, da sonst z. B. die Ratsche unbrauchbar beschädigt werden kann.

Ablegereif sind Zurrgurte bei:

  • Garnbrüchen/-schnitten im Gewebe von mehr als 10 % des Gesamtquerschnitts
  • Beschädigungen tragender Nähte
  • Schädigung durch aggressive Stoffe
  • Verformungen, Anrissen, Brüchen oder anderen Beschädigungen an Spann- und Verbindungselementen

Detailaufnahme einer Ladungssicherung mittels Zurrkette mit Ratschenspanner

Bei schweren Lasten verwenden

Zurrketten werden üblicherweise zur Sicherung von schweren Lasten eingesetzt. Mit Hilfe der Spindel- oder Ratschenspanner lassen sich weitaus größere Vorspannkräfte aufbringen, als dies z. B. mit Hilfe von Ratschen bei Zurrgurten möglich ist. 

Jedoch werden Zurrketten üblicherweise nicht zum Niederzurren, sondern zum Direktzurren verwendet.


Spann- und Verbindungselemente von Zurrketten sind auszutauschen (sonst Ablegereife), wenn:

  • Querrisse, Kerben, Rillen, Verformungen und Lochfraß duch Korrosion festgestellt werden
  • die Querschnittsmaße abnehmen.
    Als Grenzwerte für die Abnahme der Querschnittsmaße ist bezüglich der Längung der Kette durch plastische Verformung einzelner Glieder ein Wert von maximal 5%, bezogen auf die Kettenteilung 3 x d (d = Durchmesser Kettenglied) und bei der Aufweitung des Hakenmauls ein Wert von maximal 10 % zu berücksichtigen).

Wichtig: Ladefläche sauberhalten!

Antirutschmatten führen zu einer deutlichen Erhöhung der Reibung (Reibbeiwert „μ“) zwischen Ladegut und Ladefläche und zwischen einzelnen Ladegütern. 

So besteht die Möglichkeit, insbesondere beim Niederzurren, die Anzahl der Zurrmittel erheblich zu reduzieren und beim Direktzurren solche Zurrmittel mit geringerer Höchstzugkraft im geraden Zug (LC) einzusetzen.

Reibbeiwert „μ“ als Kennzeichen der Reibungskraft:

Steht das Ladegut auf der Ladefläche, findet eine „Mikroverzahnung“ zwischen Ladefläche und Ladung statt, die umso stärker wird, je rauer diese Oberflächen sind. Diese Mikroverzahnung erzeugt einen Widerstand beim Verschieben – die Reibung.

Das Maß für die Reibung unterschiedlicher Materialpaarungen hinsichtlich der Ladungssicherung ist der Reibbeiwert (reibungskoeffizient)  „μ“.

Die Reibungskraft (gekennzeichnet durch den Reibbeiwert „μ“) wirkt einer Ladungsverschiebung entgegen und ist damit die Widerstandskraft, die ein bewegter Körper dem weiteren Verschieben auf einer Unterlage entgegensetzt.

Anhand von Tabellen lässt sich der Reibbeiwert in Abhängigkeit der Materialpaarung bei verschiedenen Zuständen entnehmen.

Bei losen Lasten

Netze und Planen dienen bei der Ladungssicherung zum sicheren Transport von Ast- und Strauchwerk, Schüttgütern und dergleichen. 

Der Aufbau sichert das Ladegut gegen Verrutschen, das Netz sichert gegen Herabfallen von Ästen.

Detailbild, wie ien Aufsitzrasenmäher durch sogenanntes Kopdlashing gesichert wird zum Maschinentransport. 
Die Kantenschoner verteilen die Zurrkräfte auf beide Seiten und die Zurrgurte sind gegen Beschädigung geschützt.

Kantenschoner/-gleiter verteilen beim Niederzurren die Vorspannkraft gleichmäßiger auf die der Ratsche gegenüberliegende Seite und verhindern gleichzeitig eine Beschädigung von Ladung und Gurt.

Wissen, wie es geht

Formschluss ist erreicht, wenn die Ladung an allen Seiten fest mit dem Fahrzeug oder den Zurrpunkten auf der Ladefläche verbunden ist.

Außer durch Zurrmittel kann dies auch durch formschlüssig wirkende Spannelemente in Verbindung mit ausreichend dimensionierten Bordwänden erreicht werden.

In jedem Fall gesichert

Gleichgültig für welche Ladungssicherungsart sich entschieden wird: Die Ladung muss bei verkehrsüblichen Fahrzuständen, auch Ausweichmanövern und Vollbremsungen, immer richtig gegen Verrutschen, Umfallen oder Herabfallen gesichert sein.

Die Grafik zeigt die Sicherung einer Ladung mittels vier Zurrgurten als Diagonalzurren.
Beim Diagonalzurren werden stets vier Zurrgurte verwendet. 

Direktzurren

Direktzurren ist eine Möglichkeit, die Ladung formschlüssig zu sichern.

Voraussetzung: Das Fahrzeug muss über geeignete Zurrpunkte verfügen. Von diesen aus werden Ladung und Fahrzeug durch Zurrmittel fest miteinander verbunden. Die häufigsten Arten des Direktzurrens sind das Schräg- und Diagonalzurren.


Von kraftschlüssiger Ladungssicherung spricht man dann, wenn die Ladung so fest auf die Ladefläche gepresst wird, dass sie deshalb nicht wegrutschen kann (durch die Reibung zwischen Ladung und Ladefläche).


Niederzurren

Beim Niederzurren soll die erforderliche Sicherung alleine durch die Erhöhung der Reibungskraft erreicht werden. Hierzu muss die Ladung mithilfe von Zurrmitteln auf die Ladefläche „gepresst“ werden.

Entscheidend ist die Vorspannkraft, die z. B. mit einer Ratsche in einen Zurrgurt eingebracht werden kann, die Anbringung der Zurrmittel (Zurrwinkel „α“) und die Reibungsverhältnisse zwischen Ladung und Ladefläche. Mit herkömmlichen Ratschen kann bereits eine Vorspannkraft von etwa 320 daN (≈ kg) auf der Spannmittelseite erreicht werden. Eine Erhöhung des Reibwertes kann z. B. durch rutschhemmendes Material (z. B. spezielle Antirutschmatten) erreicht werden.

Die erforderliche Anzahl der Zurrmittel (mindestens zwei) kann errechnet werden oder ist auf einfache Art und Weise aus Tabellen bzw. sonstigen Hilfsmitteln abzulesen. Je kleiner der Zurrwinkel „α“, desto größer muss die Vorspannkraft sein, um die gleiche Anpresskraft zu erreichen (Zurrwinkel α < 30° vermeiden!).

ACHTUNG

Das Niederzurren ist nur bei leichten Ladegütern und hohen Reibwerten sinnvoll.

Anzahl der Zurrmittel ermitteln beim Niederzurren

Anzahl Zurrmittel mit Vorspannkraft 250 daN auf der Ratschenseite Reibbeiwert 0,2 (z. B. Metall/ Holz), nach Gewicht der Ladung

Anzahl Zurrmittel mit Vorspannkraft 250 daN auf der RatschenseiteReibbeiwert 0,2 (z. B. Metall/ Holz), nach Gewicht der Ladung
α250 kg500 kg750 kg1.000 kg2.000 kg4.000 kg6.000 kg8.000 kg10.000 kg
90°24681632486480
60°357101937567493
45°3691223466891114
30°481216326496128160

Anzahl Zurrmittel mit Vorspannkraft 250 daN auf der Ratschenseite Reibbeiwert 0,3 (z. B. Beton/ Holz), nach Gewicht der Ladung

Anzahl Zurrmittel mit Vorspannkraft 250 daN auf der RatschenseiteReibbeiwert 0,3 (z. B. Beton/ Holz), nach Gewicht der Ladung
α250 kg500 kg750 kg1.000 kg2.000 kg4.000 kg6.000 kg8.000 kg10.000 kg
90°2345918273645
60°23461121314252
45°24571326385163
30°35791836547289

Anzahl Zurrmittel mit Vorspannkraft 250 daN auf der Ratschenseite Reibbeiwert 0,5 (z. B. Holz/ Holz), nach Gewicht der Ladung

Anzahl Zurrmittel mit Vorspannkraft 250 daN auf der RatschenseiteReibbeiwert 0,5 (z. B. Holz/ Holz), nach Gewicht der Ladung
α250 kg500 kg750 kg1.000 kg2.000 kg4.000 kg6.000 kg8.000 kg10.000 kg
90°222247101316
60°222248121519
45°2223510141923
30°2234713202632

Anzahl Zurrmittel mit Vorspannkraft 250 daN auf der Ratschenseite Reibbeiwert 0,6 (z. B. Einsatz einer Antirutschmatte), nach Gewicht der Ladung

Anzahl Zurrmittel mit Vorspannkraft 250 daN auf der RatschenseiteReibbeiwert 0,6 (z. B. Einsatz einer Antirutschmatte), nach Gewicht der Ladung
α250 kg500 kg750 kg1.000 kg2.000 kg4.000 kg6.000 kg8.000 kg10.000 kg
90°222223689
60°2222246911
45°22223481113
30°222248111518

In der Praxis können Form- und Kraftschluss auch in Kombination auftreten, z. B. wenn Strohballen mit Zurrgurten überspannt werden. Denn die Gurte umspannen die Sroh- und Heuballen nicht nur glatt, so wie es für das Niederzurren typisch ist, sondern arbeiten sich in das Material hinein.

Sichern von Heu- und Strohballen

Beim Sichern von Ladegütern (Heu- oder Strohballen) empfiehlt es sich, die Ratschen wechselseitig anzuordnen.

Bei Stroh- und Heuballen kommt erschwerend hinzu, dass die Reibung auch von Feuchtigkeit und Pressdichte der Ballen abhängt, die von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein können.

Tipps zum Transportgut

Verwenden Sie Fahrzeuge mit hohen Bordwänden, um eine entsprechende Ladungsicherung für Schüttgüter zu erreichen. 

Rollende Güter (Rüben, Kartoffeln) müssen mit ausreichendem Abstand zur Oberkante der Bordwand transportiert werden. 

Feinkörnige Schüttgüter, wie Getreide, Raps, Körnermais:
Das Transportgut ist durch Aufsatzbretter, Planen, Klappen oder ähnliche Mittel zu sichern. Bei so genannten „schwimmenden“ Schüttgütern ist die Fahrweise so zu wählen, dass der Schwerpunkt der Ladung erhalten bleibt.

Grobe Schüttgüter,wie Rüben, Kartoffeln, Holzscheite:
Die Sicherung erfolgt wie bei feinkörnigen Schüttgütern. Der Schüttkegel darf nicht zum Herabrollen des Ladegutes führen, deshalb abflachen oder andrücken.

Mit einem Anhänger mit Bordwänden werden Silage oder Häckselgut sicher transportiert.

Zwischen dem Schüttkegel und den umgebenden Bordwänden muss ausreichend Platz bleiben, um gegebenenfalls herabrutschendes Material aufzunehmen. Besteht die Gefahr, dass Teile der Ladung vom Anhänger geweht werden, sind Abdeckplanen oder engmaschigen Netzen zu verwenden.

Baumstämme

Holztransporte sollten vorzugsweise mit Spezialfahrzeugen durchgeführt werden. Die Rungen müssen die auftretenden Kräfte aufnehmen. Die Ladung ist mit Zurrmitteln zu sichern.

Zweige, Äste, Buschwerk

Das Ladegut sollte nur so auf Fahrzeuge geladen werden, dass es durch fest verzurrte Planen, engmaschige Netze oder Zurrgurte gesichert werden kann – es sei denn, die Höhe der Bordwände garantiert den sicheren Transport.

Spezialfahrzeuge mit fest auf dem Fahrgestell montierten Flüssigkeitstank und Schwallwänden sind für Flüssigkeitstransporte am besten geeignet. 

Werden Flüssigkeiten in mobilen Tanks transportiert, so müssen diese durch Formschluss mit dem Fahrzeug verbunden sein. Tanks in Gitterboxen können durch Direktzurren gesichert werden. 

Sind Tanks nur teilweise gefüllt, müssen beispielsweise starkes Bremsen und schnelle Lenkbewegungen vermieden werden.

Kisten oder Behälter können auf Fahrzeugen mit ausreichend hohen und stabilen Bordwänden befördert werden. Eine formschlüssige Sicherung ist sinnvoll. Möglich ist auch die Sicherung über Kraftschluss, wenn die Kisten ausreichend formstabil sind. Ladelücken vermeiden!

Heu- und Strohballen

Heu- und Strohballen können auf Fahrzeugen mit ladungshohen Bordwänden oder Ladegattern transportiert werden. 

Strohballen auf Plattform-Anhängern können vorn und hinten durch eine stabile, hohe Bordwand oder Rungen gesichert werden. Dabei müssen die Ballen nach vorn und hinten formschlüssig gegen die Bordwand/die Rungen gestapelt werden. 

Eine kraftschlüssige Lösung (Niederzurren) ist ebenfalls möglich. Das Stapeln muss exakt und lückenlos erfolgen. Es ist nur so hoch zu stapeln, wie gesichert werden kann. Die Sicherung zur Seite kann durch Zurrmittel erfolgen. Jeder Ballenstapel muss einzeln gesichert werden. 

Sind bei Quaderballen z. B. mehrere Zurrgurte erforderlich, sollten sich die Spann-Ratschen im Wechsel auf der linken und der rechten Fahrzeugseite befinden.

Bei Stroh- und Heuballen kommt erschwerend hinzu, dass die Reibung auch von Feuchtigkeit und Pressdichte der Ballen abhängt, die von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein können.

Silageballen

Folienverpackte Silageballen können nur auf Fahrzeugen mit ausreichend hohen Bordwänden oder Gattern sicher transportiert werden.

Auf Plattformanhängern ist eine besondere Sicherung erforderlich, da wegen der glatten Folie keine ausreichende Reibung zu erreichen ist. Ansonsten gilt dasselbe wie für Strohballen.

Achtung Kippgefahr

Da sich Zurrgurte in die Ballen eindrücken, ist es bei längeren Transportstrecken erforderlich, zwischendurch nachzuspannen. Unabhängig von der Sicherung besteht aufgrund des meist sehr hohen Schwerpunktes der Ladung Kippgefahr.

Für Tiertransporte gibt es Spezialfahrzeuge. Bewegungen der Tiere können die Fahreigenschaften – z. B. die Lage des Schwerpunkts des Fahrzeugs – beeinflussen.

Beim Transport auf Fahrzeugen ist eine formschlüssige Verladung mit Ladebordwänden oft nicht möglich. Das Fahrzeug muss für den Transport ausgelegt sein und über ausreichende stabile Zurrpunkte/-ösen verfügen (Herstellerangabe). Die Sicherung sollte durch Direktzurren erfolgen, indem geeignete Befestigungspunkte der Maschine/des Gerätes direkt mit den Zurrpunkten des Fahrzeuges verbunden werden. 

Die Verwendung von Keilen oder Radvorlegern (Formschluss) ist dem Einsatz von Antirutschmatten vorzuziehen. 

Beim Transport von Maschinen und Geräten mit Tankinhalt sind die Anforderungen der Sondervorschrift (SV) 363 des Accord Européen Relatif au Transport international des marchandises dangereuses par route (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße) - ADR zu beachten (Unterweisung des betroffenen Fahrpersonals).

SORGSAM LAGERN

 Um nicht in Gebrauch befindliche Ladungssicherungsmittel sowie Hebebänder zur Verladung gegen vorzeitige Alterung und Beschädigungen zu schützen, ist eine schonende Aufbewahrung, z. B. in gesonderten Transportbehältnissen am Fahrzeug, zu empfehlen.

Informationen für Arbeitgeber

Als Arbeitgeber gibt es nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen, die Sie erfüllen müssen. Sie tragen auch eine besondere Verantwortung für die Sicherheit und den Schutz Ihrer Mitarbeiter. Auch für Transportfahrten sind die Gefährdungen zu beurteilen und Maßnahmen für sicheres und gesundes Arbeiten abzuleiten.

Wir unterstützen Sie dabei zum Beispiel mit Mustergefährdungsbeurteilungen, Unterweisungshilfen und Betriebsanweisungen zum Thema Ladungssicherung. Die Muster können Sie auf die konkreten Bedingungen in Ihrem Unternehmen anpassen. Der Download ist für Sie kostenlos.