Sichere Instandhaltung 

In der Landwirtschaft führen Unternehmer und Beschäftigte die Instandhaltungsarbeiten überwiegend vorzugsweise selbst durch. Wir geben Hinweise zum arbeitsschutzgerechten Verhalten in der Werkstatt.

Mit Fachkunde, Ruhe und der richtigen PSA

Voraussetzungen

Um Maschinen und Geräte instand zu halten, ist eine fachkundige Ausbildung nicht nur von Vorteil, sondern zum Teil sogar vorgeschrieben.

So dürfen sicherheitsrelevante Arbeiten, beispielsweise an Bremsen, nur von autorisiertem Personal, zum Beispiel in Fachwerkstätten, durchgeführt werden. Bei unsachgemäßer Wartung bestehen Verletzungs- und Lebensgefahr. Stets ist die Bedienungsanleitung mit den Wartungshinweisen des Herstellers zu beachten. 

Planen Sie Ihre Instandhaltungsarbeiten in Ruhe und Schritt für Schritt. Denken Sie dabei an Ihre Persönliche Schutzausrüstung (PSA), wie zum Beispiel Handschuhe, Augenschutz und Gehörschutz. Sie ist genauso wichtig in der Planung wie die benötigten Werkzeuge. 

Unsere Sicherheitstipps:

Ein aufgeräumter und sortierter Arbeitsplatz ist die Basis für eine sichere Instandhaltung. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Arbeitsplatz entsprechend vorzubereiten und ersparen sie sich damit eine spätere Suche nach Sachen. Wichtig ist auch eine ausreichende und saubere Beleuchtung. Ein heller Arbeitsplatz macht die Arbeit sicher.

Elektrische Geräte, wie zum Beispiel Winkelschleifer, Handleuchte oder Bohrmaschine, erfordern neben intakten Steckdosen einen Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) im Verteilerkasten. Dieser muss einen Auslösestrom vom 30 mA aufweisen und monatlich mit der Prüftaste ausgelöst werden. Erfolgt dies nicht, kann der Schalter durch Staub und Luftfeuchtigkeit verkleben und im Ernstfall eventuell nicht auslösen. Sogenannte ortsveränderliche Betriebsmittel in Werkstätten müssen jährlich und fest installierte elektrische Anlagen alle vier Jahre durch eine Elektrofachkraft überprüft werden. Vor jedem Einsatz müssen alle elektrischen Werkzeuge augenscheinlich auf äußere Mängel kontrolliert werden. Schadhafte Geräte dürfen nicht weiter benutzt werden. Lassen Sie diese nur durch eine Elektrofachkraft reparieren.

Bei der Arbeit an Traktoren und Maschinen ziehen Sie vor sämtlichen Reparaturarbeiten den Zündschlüssel ab. Bei Arbeiten am Motor oder an elektrischen Bauteilen ist die Batterie abzuklemmen (zuerst der Minus-Pol). 

Klären Sie vor den Arbeiten, ob Ihre Fachkenntnisse dafür ausreichen und ob Sie das entsprechende Werkzeug (eventuell notwendiges Spezialwerkzeug) haben. 

Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn Sie mit Gefahrstoffen in Kontakt kommen können. Kühlflüssigkeit, Hydraulikflüssigkeit und Motorenöl beeinträchtigen Ihre Haut. Nutzen Sie die geeignete Persönliche Schutzausrüstung!

Durch platzende Reifen oder wegfliegende Teile, wie zum Beispiel Sprengringe, kommt es beim Reifenfüllen immer wieder zu schweren Verletzungen. Daher sind Felgen und Reifen vor Beginn auf sichtbare Beschädigungen zu überprüfen, Reifenfüllschlauchverlängerungen einzusetzen und die Reifen nur seitlich stehend zu befüllen – selbstverständlich nicht über den zulässigen Fülldruck. 

Auf den richtigen Sitz des Reifens auf der Felge ist ebenfalls zu achten. Mittengeteilte Felgen bestehen aus zwei Teilen, die miteinander verschraubt sind. Werden irrtümlich, zum Beispiel beim Demontieren des Rades, die Felgenverbindungsschrauben anstatt der Radmuttern gelöst, können durch die wegfliegende Felgenhälfte Personen schwer verletzt werden.

Fahrzeuge oder Maschinen können mit Wagenhebern nur bis zu einer maximalen Hublast angehoben werden. In der Bedienungsanleitung finden Sie diese und die geeigneten Ansatzstellen für den Wagenheber. 

Der Untergrund muss fest und eben sein. Für Arbeiten unter dem angehoben Fahrzeug ist dieses zusätzlich mechanisch abzustützen. 

Der Wechsel von Rädern an selbstfahrenden Arbeitsmaschinen und Traktoren ist ohne den Einsatz von Hilfsmitteln , wie zum Beispiel Reifenmontagegeräten, nicht gefahrlos und vor allem nicht körperschonend möglich. Bei Großtraktoren ist der Wechsel von Räder ohne Radwechselwagen nicht möglich. 

Haben Sie die Räder sicher gewechselt, dann sind auch die abgeschraubten Räder gegen Umkippen und Wegrollen zu sichern.

Oft müssen ganze Maschinen oder Bauteile angehobenen werden, zum Beispiel Frontlader. Hier besteht die Gefahr des plötzlichen Absinkens, sei es durch unbeabsichtigtes Betätigen von Stellteilen, Bruch von Geräte- oder Hydraulikbauteilen oder sonstigen Störungen im Kraftübertragungssystem. 

Beachten Sie deshalb, dass vor Beginn der Arbeiten Fahrzeuge, Maschinen und Geräte gegen Wegrollen gesichert werden. Bei Arbeiten unter angehobenen Teilen sind diese ausreichend mechanisch abzustützen. 

Die Beleuchtung in der Werkstatt hat Einfluss auf ein sicheres Arbeiten. Sehleistung und Sehkomfort wirken sich auf die Arbeitsleistung aus. Wo es möglich ist, ist Tageslicht vorzuziehen. Bei künstlicher Beleuchtung sollte die Beleuchtungsstärke bei Maschinenarbeiten zwischen 300 und 500 Lux und bei Feinmontagearbeiten bei mindestens 500 Lux liegen.

Zur Detailausleuchtung sind griffbereite Akkuhandleuchten nützlich.

Wissen für Ihre Sicherheit zum Download

In Broschüre Instandhaltung haben unsere Fachleute ausführliche Informationen zur Sicherheit bei Instandhaltungstätigkeiten zusammengestellt. 

Die Präventionsbroschüre können Sie kostenlos herunterladen. 

Informationen für Arbeitgeber

Als Arbeitgeber gibt es nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen, die Sie erfüllen müssen, Sie tragen auch eine besondere Verantwortung für die Sicherheit und den Schutz Ihrer Mitarbeiter. Auch für den Arbeitsbereich Werkstatt sind die Gefährdungen zu beurteilen und Maßnahmen für sicheres und gesundes Arbeiten abzuleiten.

Wir unterstützen Sie dabei zum Beispiel mit Mustergefährdungsbeurteilungen, Unterweisungshilfen und Betriebsanweisungen zum Thema Instandhaltung. Die Muster können Sie auf die konkreten Bedingungen in Ihrem Unternehmen anpassen. Der Download ist für Sie kostenlos.