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Land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge: Festgefahren – was jetzt?

23.01.2020

Wenn die Böden nass und schwer sind, steigt die Gefahr, dass Schlepper oder selbstfahrende Arbeitsmaschinen im Morast stecken bleiben. Wie geht man dann am besten vor? 

Vorführaktion zum sicheren Bergen eines Schleppers

Robert Höfer, SVLFG-Präventionsmitarbeiter und Moderator des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, informierte im Rahmen eines Aktionstages in Oberfranken darüber, wie sich das Festfahren auf schweren Böden vermeiden lässt und wie festgefahrene Fahrzeuge sicher geborgen werden können.  

Gar nicht erst festfahren
Der SVLFG-Mitarbeiter betonte vor allem, wie wichtig die Arbeitsvorbereitung ist, damit es möglichst gar nicht erst zum Festfahren kommt. Ein erfahrener Teilnehmer bekräftigte die Ausführungen. Er erklärte, dass er selbst großen Wert auf eine ausführliche Mitarbeiterunterweisung vor Arbeitsbeginn legt. Dazu gehört für ihn auch, jedem Fahrer zu sagen, er solle im Zweifel lieber rechtzeitig abbrechen. „Die Fahrer sollen frühzeitig Hilfe holen, anstatt beim ehrgeizigen Versuch, das Fahrzeug aus dem nassen Boden frei zu bekommen, immer tiefer zu versinken.“ Höfer führte daraufhin aus, wie Unternehmer vor Arbeitsbeginn eine passende Gefährdungsbeurteilung machen können und gab Beispiele, wie danach weiter vorgegangen werden kann: „Im Anschluss an die Gefährdungsbeurteilung wird der Landwirt zum Beispiel prüfen, ob die Flächen überhaupt befahrbar sind. Er wird die passenden und intakten Abschleppmittel besorgen und dem Fahrer in der Mitarbeiterunterweisung vor Arbeitsbeginn mitteilen, wo er diese auf dem Fahrzeug findet, wo sie angeschlagen werden dürfen und an welche Personen er sich wenden kann, falls er Hilfe braucht.“ Informationen zu den Abschlepp-mitteln und den Anschlagpunkten gibt die jeweilige Betriebserlaubnis der Fahrzeuge.

Abschleppseil die bessere Alternative
„Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Intakte und ausreichend stark dimensionierte Abschleppseile sind an jeder Stelle gleich reißfest. Außerdem sind sie günstiger und leichter. Dadurch sind sie im Fahrzeug einfacher zu verstauen als Ketten“, sagt Höfer. Teilnehmer bestätigt die Aussage: „Viele Walz- und Transportschlepper führen eine 35-Tonnen-Abschleppschlinge mit. Sie ist nicht schwer und im Ernstfall muss man nicht erst zeitaufwendig suchen und heranschaffen.“

Zugwaage macht Energie sichtbar
Im Praxisteil erlebten die Kursteilnehmer beim Aktionstag, wie ein festgefahrener Schlepper sicher zurück auf festen Boden gebracht wird. Besonders eindrucksvoll fanden die Anwesenden den Einsatz der Zugwaage: „Als wir auf der Waage sahen, welch enorme Kräfte beim Abschleppen auf die Anschlagpunkte der Abschleppseile einwirken, war allen schnell klar, wie wichtig es sein kann, festgefahrene Fahrzeuge vor dem Abschleppen so gut es geht frei zu schaufeln – auch wenn es eine unbeliebte Arbeit ist.“

Robert Höfer erklärte: „Wenn 40 Prozent des Radradius eingesunken sind, wird das 1,4-fache der Gewichtskraft des Fahrzeuges als Zugkraft benötigt, um es freizuschleppen. Sind dagegen 80 Prozent eingesunken, benötigt es schon das Fünffache der Gewichtskraft.“ Er gab außerdem den Hinweis, dass stabile Bohlen oder Bleche verhindern können, dass der Schlepper noch tiefer im aufgewühlten Boden versinkt.

Der Bergevorgang in der Vorführung verlief mustergültig. „Zunächst wurde die Gefahrenstelle weiträumig abgesichert. Das zur Verfügung stehende Bergefahrzeug war ausreichend stark dimensioniert und der Abschleppende stimmte sich mit dem Abzuschleppenden ab, damit die Fahrzeuge synchron fuhren. So wurde der festgefahrene Schlepper ohne Komplikationen auf festen Boden zurück gebracht“, resümiert Höfer.

Richtig abschleppen – darauf kommt es an