Grünpflege im Gartenbau

Jeder, der Grünpflegearbeiten ausführt, trägt ein hohes Maß an Verantwortung!

Im Folgenden erhalten Sie Hinweise und Ratschläge für sicheres Arbeiten in der Grünpflege. 

Mit Fachkunde , der richtigen PSA und geprüften Maschinen

Bild: Geräteträger im Einsatz bei der Grünpflege
Geräteträger 

Bau und Ausrüstung von Maschinen der Grünpflege werden in der EG-Maschinenrichtlinie und den einschlägigen Normen geregelt.

Kaufen Sie nur Maschinen, die das CE-Zeichen tragen und für die eine EG-Konformitätserklärung vorliegt. Der Kauf von GS-geprüften Maschinen und Geräten garantiert ein Höchstmaß an Gerätesicherheit.

Themen im Überblick

In der Grünpflege ist je nach Art der Tätigkeit ein geeigneter Körperschutz zu tragen. Angaben dazu finden Sie in der Bedienungsanleitung des Maschinenherstellers, in den Unfallverhütungsvorschriften und in Ihrer Gefährdungsbeurteilung.

Dazu gehören:

  • Sicherheitsschuhe
  • Schutzhandschuhe
  • Gehörschutz
  • Gesichtsschutz / Augenschutz
  • Warn-, Wetter- und Sonnenschutzkleidung

Maschinenbedienung

Als oberste Regel gilt: Bevor Sie erstmalig mit einer Maschine arbeiten, machen Sie sich mit der Bedienung vertraut. Lassen Sie sich vom Vorgesetzten in die Technik einweisen und lesen Sie die Bedienungsanleitung des Herstellers sorgfältig.

Beachten Sie auch die Sicherheitskennzeichnung (Piktogramme) auf den Geräten. Maschinen, auch wenn sie von ähnlicher Bauart sind, können sich untereinander in wichtigen Einzelheiten unterscheiden.

Sicherheitseinrichtungen

Die Sicherheitseinrichtungen schützen Ihre Gesundheit!

Sicherheitseinrichtungen an Maschinen dürfen niemals außer Funktion gesetzt werden. Dies führt nicht selten zu schweren und kostspieligen Arbeitsunfällen.

Maschinenauswahl

 

Sicheres Arbeiten ist nur mit technisch einwandfreien Maschinen möglich. Für die jeweiligen Einsatzzwecke muss immer die passende Maschine gewählt werden. 

Arbeitsunterbrechung

Wenn Sie die Arbeit unterbrechen:

  • schalten Sie den Motor aus, 
  • ziehen Sie den Zündschlüssel ab
  • und sperren Sie die Fahrerkabine zu. 

Gefährdungsbeurteilung

Vor dem Einsatz neuer Maschinen und Arbeitsverfahren führt der Arbeitgeber bzw. Verantwortliche eine Gefährdungsbeurteilung durch. Bestehende Arbeits- und Gesundheitsrisiken werden ermittelt, bewertet und entsprechende Maßnahmen festgelegt. 

Hier finden Sie Handlungshilfen zur Gefährdungsbeurteilung:

Maschinenstörungen

Bei Anzeichen einer Störung ist die Maschine sofort zu stoppen! 

Schalten Sie den Motor aus und warten Sie den Stillstand der Arbeitswerkzeuge ab. Sichern Sie die Maschine gegen ungewolltes Wiederanlaufen, gespeicherte Energien und auslaufende Gefahrstoffe (Benzin), bevor Sie nach der Ursache für die Störung suchen. Beseitigen diese nur, soweit dies gefahrlos möglich ist.

Erfahrungsgemäß lassen sich Reparaturen durch Fachpersonal sicherer und oft preiswerter ausführen. Beachten Sie, dass nur vom Hersteller empfohlene Ersatzteile verwendet werden. 

Alle Grünpflegemaschinen sind in regelmäßigen Abständen von einer befähigten Person auf Funktionssicherheit zu überprüfen.

Im öffentlichen Bereich (Straßen, Parkanlagen, Friedhöfe usw.) ist eine Sicherung der Arbeitsstelle durch Beschilderung/Absperrung erforderlich. Die Absperrmaßnahmen sind zuvor bei der zuständigen Behörde  Straßenverkehrsamt, Ordnungsamt usw.) zu beantragen.

Bitte beachten Sie, dass beim Einsatz von Maschinen stets einen ausreichender Sicherheitsabstand zu Personen einzuhalten ist. Angaben zu Gefahrenbereichen finden Sie in den Bedienungsanleitungen der Hersteller. Bei Unterschreitung der Mindestabstände sind zusätzliche Maßnahmen zu treffen.

Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen

Näheres  zu Baustellenabsicherungen gemäß der STVO finden Sie in den „Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen“ (RSA).

Der Einsatz von Grünpflegemaschinen (wie Rasenmäher, Motorheckenscheren, Balkenmäher und Freischneider) kann gesundheitliche Belastungen durch Lärm, Vibrationen und Abgase hervorrufen.

Über die Gefährdungsbeurteilung ermittelt der Unternehmer die tatsächliche Belastung und leitet die notwendigen Schutzmaßnahmen ab.

Gehörschutz

Verwenden Sie lärmarme Maschinen, z. B. Akku-Geräte, und tragen Sie geeigneten Gehörschutz (Kapselgehörschützer, Gehörschutzstöpsel, Otoplasten).

Weitere Informationen zum Geschörschutz finden Sie unter dem folgenden Link:

Hand-Arm-Vibrationen

Handgehaltene und handgeführte Maschinen verursachen Hand-Arm-Vibrationen. Bei längerer Einwirkungszeit kann es zu Durchblutungsstörungen und krankhaften Veränderungen an Gelenken und Sehnenscheiden kommen. Dabei spielen Einwirkungsdauer, Schwingungsintensität, Greifkräfte, Kälte usw. eine Rolle.  Schutz bieten vibrationsarme Maschinen oder eine Verringerung der Einsatzzeit.

Ganzkörperschwingungen

Die Bediener von Maschinen mit Fahrersitz sind Ganzkörperschwingungen ausgesetzt, die bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule verursachen können. 

Schwingungsgedämpfte und auf das Körpergewicht einstellbare Fahrersitze reduzieren die Belastung.

Kraftstoffe

Verwenden Sie schadstoffreduzierte Sonderkraftstoffe. Diese verringern u. a. den Ausstoß gesundheitsschädlicher Abgasbestandteile (z. B. Benzol, Blei, Schwefel usw.). Um schädlichen Hautkontakt zu vermeiden, verwenden Sie nur zugelassene Kanister mit Sicherheitseinfüllsystem. Beachten Sie die ADR-Kennzeichnung (Gefahrzettel, UN-Nummer, Zusatzkennzeichnung Umweltgefahr).

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Abhängig von Art und Umfang der Belastung kann eine arbeitsmedizinische Vorsorge (Angebots - oder Pflichtvorsorge) nach der Arbeitsmedizinverordnung erforderlich werden.

Sicherheitshinweise

Verletzungsgefahren bestehen bei handgeführten Sichelmähern vor allem durch die schnell rotierenden Messerwerkzeuge.

Beachten Sie daher folgende Sicherheitshinweise:

  • Halten Sie einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu Mitarbeitern und Passanten ein.
  • Auf der Rasenfläche befindliche Fremdkörper oder gar beschädigte Messerteile werden mit großer Wucht fortgeschleudert und führen zu schwersten Verletzungen und Sachschäden.
  • Fassen Sie niemals bei laufendem Motor unter das Gehäuse, um den Rasenmäher anzuheben, die Schnitthöhe zu verstellen oder Verstopfungen zu beseitigen.
  • Entfernen Sie vor den Mäharbeiten erkennbare Fremdkörper wie Flaschen, Steine oder Blechdosen.
  • Ziehen Sie als zusätzliche Sicherung den Zündkerzenstecker bei Wartungs und Reparaturarbeiten ab.
  • Vorsicht beim Rückwärtsziehen des Rasenmähers – Stolpergefahr!
  • Prüfen Sie stets vor Arbeitsbeginn oder nach Auffahren auf ein Hindernis, z. B. Grenzstein, das Messer auf einwandfreien Zustand und festen Sitz. Beschädigte Messer sofort auswechseln!
  • Eine Unwucht kann zu Messerbruch und Motorschäden führen. Daher müssen die Schneidflächen gleichmäßig nachgeschliffen werden. Lassen Sie diese Arbeit in einer Fachwerkstatt durchführen oder verwenden Sie ein entsprechendes Prüfgerät.
  • Mähen Sie niemals ohne Schutzeinrichtungen, wie z. B. Prallblech oder Grasfangeinrichtung.  

  • Prallbleche müssen sich in Schutzstellung Prallbleche müssen sich in Schutzstellung befinden und dürfen nicht hochgeklappt werden!

  • Beim Mähen an Böschungen sind besondere Schutzmaßnahmen erforderlich. Es wird in Schichtlinien, d. h. quer zum Hang, gemäht.

  • Sichern Sie bei steilerem Gelände den Rasenmäher von der Böschungskrone aus mit einem Seil gegen Abrutschen und tragen Sie evtl. Steigeisen.

  • Prüfen Sie, ob der Einsatz anderer Maschinen, z. B. Auslegermäher oder Balkenmäher, nicht die bessere Alternative ist.

  • Beim Fahren außerhalb der Mähfläche muss das Mähwerk ausgeschaltet werden.

  • Stellen Sie vor dem Verlassen des Mähers den Motor aus.

  • Vorsicht: Verletzungsgefahr am nachlaufenden Schneidwerkzeug.

  • Vorsicht: Verbrennungsgefahr an den heißen Maschinenteilen.

Akku-Sichelmäher

Akku-Rasenmäher finden zunehmend Verwendung in der professionellen Grünpflege.

Die Vorteile sprechen für sich:

  • geringere Betriebskosten 
  • Lärm– und Vibrationsminderung, 
  • keine Abgasbelastung und 
  • kein Kontakt mit Benzin.

Beim Befördern von Ersatz-Akkus sind Verpackungsvorschriften nach Gefahrgutrecht zu erfüllen. 

Informationen zu Lagerung, Transport und Verwendung der Akkus finden Sie in Bedienungsanleitungen der Hersteller / Lieferanten.

ACHTUNG

Die Akkus benötigen eine besondere Handhabung beim Transport und Lagerung.

Auch hier besteht Verletzungsgefahr durch die Schneidwerkzeuge für Hände und Füße. 

Weiterhin können Ganzkörpervibrationen bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule mitverursachen und verschlimmern. 

Schwingungsgedämpfte und auf das Körpergewicht einstellbare Fahrersitze können die Belastungen des Fahrers reduzieren.

Sicherheitshinweise

  • Kontrollieren Sie die Schutzeinrichtungen vor dem Mähen und bringen Sie diese in Schutzstellung.
  • Passen Sie die Fahrtrichtung und Geschwindigkeit dem Gelände an. Vorsicht: An Böschungen besteht Umsturzgefahr!
  • Halten Sie den Gefahrenbereich frei.
  • Schalten Sie das Mähwerk aus, bevor Sie absteigen oder außerhalb der Rasenfläche fahren.
  • Stellen Sie vor Verlassen der Maschine den Motor ab und nehmen Sie den Zündschlüssel mit.
  • Aufsitzmäher verfügen über einen Sitzkontaktschalter. Dieser schaltet den Motor oder das Mähwerk ab, wenn der Fahrer seinen Bedienplatz bei eingeschaltetem Mähwerk verlässt.
  • Während der Straßenfahrt gilt die Straßenverkehrsordnung, d. h. scharfe oder spitze Werkzeuge sind so zu sichern, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden.
  • Stellen Sie den Fahrersitz auf Ihre Körpergröße und Ihr Gewicht ein.
  • Führen Sie Einstellungsarbeiten nur bei Stillstand des Motors und der Messer durch. Verwenden Sie dafür nur geeignete Werkzeuge.
  • Die maximal zulässige Hangneigung ist in der Bedienungsanleitung und an der Maschine angegeben.

Arbeitsverfahren

Informationen für Arbeitgeber

Als Arbeitgeber gibt es nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen, die Sie erfüllen müssen. Sie tragen auch eine besondere Verantwortung für die Sicherheit und den Schutz Ihrer Mitarbeiter. Auch für die Arbeiten im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau sind die Gefährdungen zu beurteilen und Maßnahmen für sicheres und gesundes Arbeiten abzuleiten.

Wir unterstützen Sie dabei zum Beispiel mit Mustergefährdungsbeurteilungen, Unterweisungshilfen und Betriebsanweisungen zum Thema GaLaBau. Die Muster können Sie auf die konkreten Bedingungen in Ihrem Unternehmen anpassen. Der Download ist für Sie kostenlos.