Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen 

Sie wollen in Ihrem Unternehmen eine Gefährdungsbeurteilung zu psychischen Belastungen durchführen? Wir unterstützen Sie dabei.

Sie und Ihre Beschäftigten sind bei der Arbeit psychischen Belastungen ausgesetzt, wie zum Beispiel Zeitmangel oder häufige Störungen. Auch durch solche Fehlbelastungen kann man erkranken. Daher fordert das Arbeitsschutzgesetz, dass Arbeitgeber/innen im Rahmen der allgemeinen Gefährdungsbeurteilung eine Beurteilung der psychischen Belastungen durchführen.

Was sind psychische Belastungen?

Männer bei der Planung am Tisch

Eine Arbeit ohne psychische Belastungen ist nicht denkbar. Ihre Auswirkungen lassen sich aber beeinflussen. Gut gestaltete Arbeitsbedingungen können die Gesundheit der Mitarbeiter fördern und Fehlbelastungen verringern. Optimale Arbeitsbedingungen sind darüber hinaus ein wirtschaftlich bedeutender Faktor, denn sie bedeuten ein Plus an Produktivität und Attraktivität des Arbeitgebers.

Psychische Belastung ist ein Sammelbegriff. Er vereint alle Anforderungen, die aus der Arbeitssituation heraus auf die Beschäftigten einwirken. Dazu gehören positive wie negative Einflüsse. Sie beeinflussen Denken, Gedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeit sowie auch Gefühle und Empfindungen. Beispiele für solche Belastungen sind die Lichtbedingungen am Arbeitsplatz, Hintergrundgeräusche, häufige Arbeitsunterbrechungen oder Reklamationen von Kunden. Körperliche Belastungen sprechen dagegen überwiegend Muskeln und Gelenke an. 

Arbeitsbedingungen optimieren 

Bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen geht es nicht nur darum, Arbeitsplätze zu beurteilen. Die Aufgabe liegt vielmehr darin, Bedingungen zu schaffen, die ein gesundes und produktives Arbeiten ermöglichen.

Beschäftigte befragen

Im Unterschied zu anderen Gefährdungsarten wie Lärm, Vibrationen oder Gefahrstoffe lassen sich psychische Fehlbelastungen nicht einfach mit Geräten messen. Es gibt auch keine Grenzwerte für die einzelnen Belastungsfaktoren. Für die Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastung werden daher Fragebögen, Beobachtungsinterviews oder moderierte Gruppeninterviews mit den Beschäftigten als Erhebungsmethoden eingesetzt.

GBU psychischer Belastungen im Überblick

Das Arbeitsschutzgesetz fordert ausdrücklich die Berücksichtigung der psychischen Belastung in der Gefährdungsbeurteilung.

Die Ergänzung der allgemeinen Gefährdungsbeurteilung um eine Beurteilung psychischer Belastungen ist sinnvoll, wenn:

  • Sie die arbeitsbedingten psychischen Belastungen bisher noch nicht angemessen beurteilt haben
  • wenn sich seit der letzten Beurteilung wesentliche Änderungen in den Arbeitsinhalten oder der Arbeitsorganisation ergeben haben
  • wenn Ihnen Änderungen im Verhalten oder im Arbeitsergebnis Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auffallen, die auf psychische Fehlbelastungen hinweisen könnten.
    Hellhörig sollten Sie zum Beispiel werden, wenn sich Beschäftigte häufiger beschweren oder wenn sie öfter als sonst fehlen oder kündigen. Auch wenn es häufiger zu Unfällen oder Beinahe-Unfällen kommt, kann das ein Indikator sein, dass eine GBU psychischer Belastungen notwendig ist.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung lernen Sie die Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens kennen. Sie können die psychischen Belastungen an den Arbeitsplätzen benennen und beurteilen.

So können Sie einschätzen, ob und gegebenenfalls welche Arbeitsschutzmaßnahmen erforderlich sind, um die Situation zu verbessern. Das Ziel sind Arbeitsbedingungen, die gesundes und produktives Arbeiten möglich machen. 

Bei einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen beurteilen Sie für jeden Arbeitsplatz die dort vorhandenen Belastungsfaktoren aus den vier Kategorien

  • Arbeitsorganisation,
  • Arbeitsinhalt,
  • Arbeitsumgebung und Arbeitsmittel
  • Soziale Beziehungen 

Beurteilungshilfe Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

Anhand der Beurteilungshilfe können Sie die Belastungsschwerpunkte in Ihrem Unternehmen ermitteln. Dabei können Sie die Beurteilungshilfe in Abhängigkeit von der Situation im Unternehmen als Fragebogen oder als Gesprächsleitfaden für moderierte Gruppenanalysen einsetzen.

Für jeden aufgelisteten Belastungsfaktor wird in der Beurteilungshilfe ein Sollzustand beschrieben. Die Sollzustände beschreiben Merkmale gut gestalteter Arbeit, die gesundheitsförderliches und produktives Arbeiten ermöglichen. Wenn der Sollzustand nicht erreicht ist, muss nach vorher festgelegten Regeln abgeschätzt werden, ob ein Defizit besteht, das weiteres Handeln erforderlich macht. Dann entscheiden Sie, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Fachkunde ist notwendig

Grafik vom Gesicht mit einer Wortwolke

Um eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen kompetent planen und durchführen zu können, benötigen Sie Fachkenntnisse.

Sie müssen Bescheid wissen über psychische Belastungsfaktoren, die in Ihrem Unternehmen auftreten können. Sie müssen die Methoden zum Ermitteln und Beurteilen psychischer Belastungen kennen und anwenden können.  Sie müssen einschätzen können, wie die Arbeit in Ihrem Unternehmen belastungsärmer und effektiver gestaltet werden kann. Wir unterstützen Sie dabei. In unserem kostenfreien Seminar Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen bekommen Sie alle erforderlichen Grundkenntnisse

Erklärfilm zur GBU psychischer Belastung

Zeichnung zum Erklärfilm zur GBU psychischer Belastung

Der Kurzfilm erläutert die praktische Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung anhand eines Praxisbeispiels. 

Er zeigt, wie psychische Belastungen bei der Arbeit entstehen können und macht deutlich, wie Unternehmerinnen und Unternehmer die Arbeitsbedingungen systematisch überprüfen können.