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Zusatzversicherung

Bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten schützt Sie die landwirtschaftliche Unfallversicherung umfassend. Die vom Gesetzgeber vorgesehenen Geldleistungen - wie Verletztengeld oder Renten - stellen für viele Versicherte jedoch nur eine Grundsicherung dar. Hier reichen die gesetzlichen Leistungen oft nicht aus, um die aus dem Unfall oder der Berufskrankheit entstehenden Einkommenseinbußen auszugleichen.

Der Grundsicherungscharakter hat einen guten Grund. Die Pflichtbeiträge der Unternehmen können dadurch niedrig gehalten werden. Außerdem besteht für viele Unternehmer ein Schutz durch die mögliche Fortführung oder den Wert des Unternehmens selbst. So kann der Betrieb zum Beispiel durch die Gestellung eines Betriebshelfers durch die Berufsgenossenschaft auch bei vorübergehendem Ausfall der Arbeitskraft des Unternehmers fortgeführt werden.

Gleichwohl kann sich eine finanzielle Lücke ergeben, wenn z. B. kein Betriebshelfer verfügbar ist oder der Betrieb aufgrund seiner Strukturen durch einen Betriebshelfer nicht fortgeführt werden kann. Lohnunternehmen und Unternehmen des Garten- und Landschaftsbaus sowie der Gartenpflege haben zudem keinen Anspruch auf Betriebs- und Haushaltshilfe.

Eine solche Lücke in Ihrem Versicherungsschutz können Sie bei uns durch eine Zusatzversicherung schließen.

Für wen ist eine Zusatzversicherung interessant?
Wie hoch sind die gesetzlichen Geldleistungen?
Wie wirkt sich die Zusatzversicherung auf die Geldleistungen aus?
Voraussetzungen für die Geldleistungen
Gibt es Ausschlussgründe für die Zusatzversicherung?
Wie werden die Leistungen aus der Zusatzversicherung ausgezahlt?
Wie kann die Zusatzversicherung abgeschlossen werden?
Kann die Zusatzversicherung gekündigt werden?

Für wen ist eine Zusatzversicherung interessant?

Die gesetzlichen Geldleistungen für

  • Unternehmer,
  • die im Unternehmen mitarbeitenden Ehegatten oder Lebenspartner,
  • die regelmäßig wie Unternehmer selbständig Tätigen,
  • die im Unternehmen nicht nur vorübergehend mitarbeitenden Familienangehörigen ohne Arbeitsvertrag sowie für
  • freiwillig versicherte Imker

werden auf der Grundlage pauschalierter Berechnungswerte - dem gesetzlichen Jahresarbeitsverdienst (JAV) - berechnet. Für diese Versicherten kann aufgrund des Grundsicherungscharakters der gesetzlichen Leistungen eine Zusatzversicherung interessant sein.

Wie hoch sind die gesetzlichen Leistungen?

Der Jahresarbeitsverdienst ist - ohne die Berücksichtigung von Altersabschlägen - gesetzlich wie folgt festgesetzt (Stand 01.01.2017):

  • Unternehmer, deren mitarbeitende Ehegatten oder Lebenspartner, die regelmäßig wie Unternehmer Tätigen und die freiwillig versicherten Imker auf 12.417,48 Euro
  • für die im Unternehmen nicht nur vorübergehend mitarbeitenden Familienangehörigen ohne Arbeitsvertrag auf 21.420,00 Euro in den alten Bundesländern und 19.152,00 Euro in den neuen Bundesländern

Das auf dem gesetzlichen Jahresarbeitsverdienst beruhende Verletztengeld für Unternehmer beträgt im Jahr 2017 kalendertäglich 18,13 Euro. Für Unternehmer von Unternehmen ohne Bodenbewirtschaftung (z. B. Lohnunternehmen oder Unternehmen des Garten- und Landschaftsbaus und der Gartenpflege) beträgt es 27,59 Euro.

Auch die Höhe einer Verletztenrente ist neben dem Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit vom gesetzlichen Jahresarbeitsverdienst abhängig. Eine Vollrente für den Unternehmer z. B. beträgt monatlich 689,86 Euro oder 1.034,79 Euro bei einer Rente auf unbestimmte Zeit. Die Hinterbliebenenrente beträgt ohne Einkommensanrechnung maximal 413,92 Euro monatlich. Für die mitarbeitenden Familienangehörigen gelten entsprechend höhere Werte.

Wie wirkt sich die Zusatzversicherung auf die Geldleistungen aus?

Durch die Zusatzversicherung wird der gesetzliche Jahresarbeitsverdienst um einen Zusatzjahresarbeitsverdienst erhöht. Entsprechend steigen alle auf dem Jahresarbeitsverdienst beruhenden Geldleistungen. Bei einem zusätzlich versicherten Jahresarbeitsverdienst von zum Beispiel 30.000 Euro wird ein zusätzliches Verletztengeld von 66,67 Euro gezahlt. Eine Verletztenvollrente würde sich dabei von 689,86 Euro auf 2.356,53 Euro erhöhen.

Weitere Berechnungsbeispiele finden Sie rechts unter "Anträge und Informationen".

Mit unserem Beitragsrechner können Sie auch Ihre individuellen Ansprüche und Beiträge berechnen.

Voraussetzungen für die Geldleistungen

Für die Gewährung der Leistungen aus der Zusatzversicherung gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die gesetzlichen Leistungen.

Ein Anspruch auf Verletztengeld besteht grundsätzlich, wenn ein Einkommensverlust vorhanden ist. Bei landwirtschaftlichen Unternehmern mit Bodenbewirtschaftung muss

  • der Versicherte die Voraussetzungen für Betriebs- und / oder Haushaltshilfe (BHH) erfüllen (können), ohne diese Leistung in Anspruch zu nehmen,
  • das pauschalierte Verletztengeld im Einzelfall unter Berücksichtigung der Besonderheiten landwirtschaftlicher Betriebe und Haushalte sachgerecht sein und
  • beantragt werden.

Der Teil des Verletztengeldes, der aus der Zusatzversicherung gezahlt wird, wird auch neben der Inanspruchnahme einer Betriebs- oder Haushaltshilfe gewährt.

Hier erhalten Sie weitere grundsätzliche Informationen zum Thema Verletztengeld.

Eine Verletztenrente erhält der Versicherte, wenn seine Erwerbsfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit (Versicherungsfall) um wenigstens 30 Prozent gemindert ist. Diese Minderung der Erwerbsfähigkeit muss nach Ablauf von 26 Wochen nach Eintritt des Versicherungsfalles noch bestehen.

Eine Hinterbliebenenrente (Witwen-, Witwer- und Waisenrente) wird gewährt, wenn der Versicherte in Folge eines Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit stirbt. In besonderen Fällen kann auch eine Beihilfe gewährt werden.

Weitere Informationen zum Thema Hinterbliebenenleistungen erhalten Sie hier.

Gibt es Ausschlussgründe für die Zusatzversicherung?

Der Abschluss der Zusatzversicherung ist nicht an eine Gesundheitsprüfung gebunden. Gleichwohl können nicht alle Versicherte die Zusatzversicherung gleichermaßen in Anspruch nehmen. Während Rentenleistungen allen Versicherten gewährt werden, ist die Zahlung des Verletztengeldes an bestimmte Unternehmensgrößen (s. Mindestgröße) oder Unternehmensstrukturen gebunden. Unternehmer von land- und forstwirtschaftlichen Kleinstunternehmen werden regelmäßig keinen Anspruch auf Verletztengeld haben und können dann auch kein Verletztengeld aus der Zusatzversicherung erhalten.

Mitarbeitende Familienangehörigen, Ehegatten und Lebenspartner, die aufgrund eines Arbeitsvertrages im Unternehmen tätig sind, werden nach dem tatsächlichen Jahresarbeitsverdienst entschädigt. Leistungen aus der Zusatzversicherung können hier ebenfalls regelmäßig nicht in Anspruch genommen werden.

Mitarbeitende Familienangehörige ohne Arbeitsvertrag haben einen Anspruch auf Verletztenrente, ein Anspruch auf Verletztengeld besteht jedoch nur, wenn sie aufgrund der Tätigkeit auch in der landwirtschaftlichen Krankenkasse versicherungspflichtig sind. Altenteiler, die nur vorübergehend unentgeltlich im Unternehmen als mitarbeitende Familienangehörige tätig sind, sind versicherungsfrei und können kein Verletztengeld aus der Zusatzversicherung erhalten. Bei der Berechnung der Höhe von Hinterbliebenenrenten erfolgt unter Umständen eine Anrechnung des Einkommens des Hinterbliebenen. Die Einkommensanrechnung erfolgt auch auf den Teil der Rente, die aus der Zusatzversicherung gewährt wird.

Wie werden die Leistungen aus der Zusatzversicherung ausgezahlt?

Für die Gewährung der Leistungen aus der Zusatzversicherung gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die gesetzlichen Leistungen. Die Zusatzversicherungsleistungen werden mit den gesetzlichen Geldleistungen ausgezahlt. Ein zusätzlicher Antrag ist nicht erforderlich. Es gelten daher auch keine Antragsfristen.

Wie kann die Zusatzversicherung abgeschlossen werden?

Die Zusatzversicherung ist schriftlich zu beantragen. Es ist mindestens ein zusätzlicher JAV von 2.500 Euro zu versichern. Die Höchstgrenze beträgt zurzeit 50.000 Euro für Unternehmer und für mitarbeitende Familienangehörige ohne Arbeitsvertrag.

Der Abschluss der Zusatzversicherung ist für jeweils volle 100 Euro zusätzlichen JAV möglich.

Die Versicherung beginnt mit dem Tag nach Eingang des Antrags bei der SVLFG, sofern nicht ein späterer Zeitpunkt gewünscht wird.

Sie können die Zusatzversicherung formlos schriftlich oder auch mit dem unter "Anträge und Informationen" hinterlegten Antragsformular beantragen.

Wir bieten Ihnen außerdem die Möglichkeit, die Zusatzversicherung online zu beantragen:

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Sie können sich ferner das Informationspaket herunterladen. Neben Informationen zur Zusatzversicherung enthält dieses auch ein Antragsformular.

Über den Abschluss der Zusatzversicherung erhalten Sie in jedem Fall einen schriftlichen Bescheid.

Kann die Zusatzversicherung gekündigt werden?

Die Zusatzversicherung ist jederzeit zum Ende eines Kalenderjahres kündbar. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat. Ändern sich die Bedingungen der Zusatzversicherung (z. B. Leistungseinschränkung, Beitragserhöhung), steht dem Versicherten ein Sonderkündigungsrecht zum Beginn des Jahres zu.

Was kostet die Zusatzversicherung?

Der Beitrag der Zusatzversicherung bemisst sich nach dem zusätzlich versicherten Jahresarbeitsverdienst. Im Jahr 2017 beträgt der Beitrag 1,89 Euro je 100 Euro zusätzlichen Jahresarbeitsverdienstes. Für einen zusätzlich versicherten Jahresarbeitsverdienst von z. B. 30.000 Euro wären damit 567 Euro Jahresbeitrag zu bezahlen.

Sie sind bereits zusatzversichert und möchten die Höhe der Zusatzversicherungssumme anpassen? Nutzen Sie unsere vorbereitete Mitteilung "Anpassung der Versicherungssumme Zusatzversicherung".

Für weitere Fragen zur Zusatzversicherung wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiter des Beitragsbereichs oder nehmen Sie Kontakt per Mail mit uns auf. Wir beraten Sie gern.

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