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Ausländische Saisonarbeitskräfte

Auch 2017 wird eine Vielzahl ausländischer Saisonarbeitskräfte wieder eine Beschäftigung in Deutschland aufnehmen. Für viele Saisonarbeitskräfte beginnt der Einsatz bereits im April. Je nach Betriebsstruktur werden sie oft bis zum Jahresende eingesetzt. Die Mehrzahl der Arbeitskräfte stammt aus den EU-Mitgliedstaaten Polen, Rumänien und Bulgarien.

Wenn ein deutscher Arbeitgeber ausländische Saisonarbeitskräfte beschäftigen will, muss er Besonderheiten des Sozialversicherungsrechts beachten. Werden Saisonarbeiter aus EU-Mitgliedsstaaten eingestellt, so gilt der Grundsatz, dass der Arbeitnehmer nur in einem der beiden Staaten versichert ist.

Vordruck A 1 als Nachweis

Für ausländische Saisonkräfte, die weiterhin in ihrem Wohnstaat beschäftigt sind und beispielsweise während ihres bezahlten Urlaubs in Deutschland arbeiten  (Ausnahme Bulgarien), gelten ausschließlich die Rechtsvorschriften ihres Wohnstaates. Sie müssen deshalb dem deutschen Arbeitgeber einen entsprechenden Nachweis (Vordruck A 1) vorlegen. Der Arbeitgeber meldet daraufhin den Saisonarbeitnehmer im Sozialversicherungssystem des Wohnstaates an und führt die Sozialabgaben an den zuständigen Sozialversicherungsträger des Wohnstaates ab.

Liegt der Vordruck A 1 nicht vor und ergibt sich aus dem Fragebogen zur Versicherungspflicht/Versicherungsfreiheit kein Anhaltspunkt für eine Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit im Wohnstaat, so gilt für den Saisonarbeitnehmer deutsches Sozialversicherungsrecht wie für jeden anderen Beschäftigten.

Ergeben sich aus dem Fragebogen zur Versicherungspflicht/ Versicherungsfreiheit Anhaltspunkte für eine Beschäftigung- oder selbständige Tätigkeit im Wohnstaat, sollte der Arbeitgeber in jedem Fall Kontakt mit den zuständigen Stellen im Wohnstaat aufnehmen. Nur so werden Forderungen bei einer nachträglichen Vorlage des Vordruckes A 1 vermieden.Die Adressen der ausländischen Sozialversicherungsträger können von der SVLFG zur Verfügung gestellt werden.

Im Wohnstaat selbständig Erwerbstägige

Wird im Wohnstaat eine der Saisonarbeit ähnliche selbständige Erwerbstätigkeit ausgeübt (z. B. selbständiger Landwirt im Ausland und Saisonarbeit in der Landwirtschaft in Deutschland), unterliegt der Arbeitnehmer während der Saisonarbeit in Deutschland weiterhin dem ausländischen Sozialversicherungsrecht. Auch in diesem Fall muss der Saisonarbeitnehmer dem deutschen Arbeitgeber den Vordruck A1 vorlegen. Wird hingegen keine ähnliche selbständige Tätigkeit im Ausland ausgeübt, ist deutsches Sozialversicherungsrecht anzuwenden.

Versicherungsschutz für Saisonarbeitskräfte ohne Erwerbstätigkeit im Herkunftsland

Das deutsche Sozialversicherungsrecht gilt auch für Saisonkräfte, die in ihrem Herkunftsland nicht erwerbstätig sind (z. B. Hausfrauen, Rentner, Studenten). Dies umfasst auch die Regelungen zur geringfügigen Beschäftigung. Besteht Versicherungsfreiheit und die Saisonkraft verfügt über keinen Versicherungsschutz im Wohnstaat, empfiehlt sich für die Dauer der Arbeit in Deutschland der Abschluss einer privaten Krankenversicherung.

Weitere Informationen

Zur Gewinnung von Arbeitskräften hat der Gesamtverband der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeber eine lnternetplattform eingerichtet. Über die Adresse http://www.saisonarbeit-in-deutschland.de erhalten Landwirte die Möglichkeit, ihren Betrieb einfach, schnell und kostengünstig in der jeweiligen Landessprache interessierten Saisonarbeitskräften vorzustellen. So kann ein Betriebsprofil erstellt werden.

Ausführliche Informationen zum Thema gibt auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter http://www.bmel.de heraus.

Darüber hinaus stehen auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit (http://www.arbeitsagentur.de) lnformationen zur Verfügung.

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