Für Arbeitgeber
Beratungsgespräch
Sie sind hier: Versicherung Beitrag Informationen für Arbeitgeber Personenkreise

Studenten in einem Beschäftigungsverhältnis

Für die Beurteilung der Sozialversicherungspflicht von Studenten in einem Beschäftigungsverhältnis gelten bundesweit einheitliche Kriterien.

In der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sind Studenten, die neben ihrem Studium eine Beschäftigung ausüben, grundsätzlich versicherungsfrei. In der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht.

In der Meldung zur Sozialversicherung sind die Personengruppen 105 (Praktikant) und 106 (Werkstudent) maßgebend. Da nur Rentenversicherungspflicht besteht, ist die Beitragsgruppe 0100 anzugeben.

20-Stunden-Grenze

Voraussetzung für die Versicherungsfreiheit des beschäftigten Studenten in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ist allerdings, dass er trotz der Beschäftigung seinem Erscheinungs-
bild nach weiterhin als Studenten anzusehen ist. Hiervon ist auszugehen, wenn die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden beträgt. Ob es sich dabei um ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis handelt, ist unerheblich.

Im Übrigen spielt auch die Höhe des Arbeitsentgelts keine Rolle.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass das Erscheinungsbild als Student nicht mehr gegeben ist, wenn die Beschäftigung an mehr als 20 Stunden in der Woche ausgeübt wird. Beim Überschreiten der 20-Stunden-Grenze tritt die Arbeitnehmereigenschaft in den Vordergrund mit der Folge, dass dann grundsätzlich volle Sozialversicherungspflicht als Arbeitnehmer besteht.

Vorlesungsfreie Zeit

Versicherungsfreiheit kann in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung aber im Einzelfall auch dann noch bestehen, wenn die Beschäftigung an mehr als 20 Stunden in der Woche ausgeübt wird. Voraussetzung ist jedoch, dass Zeit und Arbeitskraft des Studenten überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden. Dies ist z B. dann der Fall, wenn die Beschäftigung überwiegend an den Wochenenden oder in den Abend- und Nachtstunden ausgeübt wird. Wird die Beschäftigung ausschließlich in der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien) mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden ausgeübt, ist dies unerheblich. Da hierbei unterstellt werden kann, dass Zeit und Arbeitskraft des Studenten überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden, besteht grundsätzlich Versicherungsfreiheit.

Besonderheiten bei der landwirtschaftlichen Krankenkasse

Besonderheiten für die in der landwirtschaftlichen Krankenkasse versicherte Studenten gibt es nur insoweit, als dass die landwirtschaftliche Krankenkasse keine wählbare Krankenkasse im Sinne des § 175 SGB V ist. Kann eine studentische Krankenversicherung aufgrund des aufgenommenen Beschäftigungsverhältnisses nicht mehr durchgeführt werden und tritt stattdessen Versicherungspflicht als Arbeitnehmer ein, ist der Arbeitnehmer bei einer wählbaren Kasse anzumelden.

Die landwirtschaftliche Krankenkasse kann für die Durchführung der Arbeitnehmerpflicht-
versicherung nicht gewählt werden.

[Druckversion] [Startseite]
© 2017 Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)