Mit Angleichungssatz
Ackerlinien
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Besonderheiten in der Übergangszeit bis 2017

Durch die Einführung eines bundesweit gültigen Beitragsmaßstabes in der landwirtschaftlichen Krankenkasse sind je nach Betriebsstruktur unterschiedlich stark ausgeprägte Beitragsveränderungen nicht zu vermeiden.

Ein vom bisherigen Beitrag abweichender Beitrag der Unternehmer und mitarbeitenden Familienangehörigen wird jedoch erst in 2018 voll zu zahlen sein. Hierzu wird ein Angleichungssatz gebildet, der zu einer gleichmäßigen Anpassung an den neuen Beitrag führen wird.

Um den Übergang zum einheitlichen Beitragsmaßstab abzufedern, wird in der Zeit vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2017 der Beitrag schrittweise angeglichen. Diese Regelung gilt für alle im Dezember 2013 als Unternehmer oder mitarbeitende Familienangehörige bei der landwirtschaftlichen Krankenkasse versicherten Mitglieder.

Berechnung der Beitragsangleichung

Für die Berechnung der Beitragsangleichung sind fünf Faktoren maßgeblich:

1. Ausgangsbeitrag
  Der Beitrag, der im Dezember 2013 nach dem bisherigen regionalen Beitragsmaßstab gezahlt wurde.
2. Zielbeitrag
  Der Beitrag, der nach den Regeln der Beitragsberechnung für den bundesweit gültigen Beitrag zu zahlen gewesen wäre. Dieser Zielbeitrag ist daher nicht mit dem Beitrag für Januar 2014 gleichzusetzen. Es handelt sich vielmehr um einen fiktiven Beitrag, der sich für Dezember 2013 auf Basis des Finanzbedarfs der landwirtschaftlichen Krankenkasse für 2013, aber bereits unter Berücksichtigung der Beitragseinstufung nach dem neuen Beitragsmaßstab, ergeben hätte.
3. Ausgangssatz
  Verhältnis zwischen Ausgangsbeitrag und Zielbeitrag, wobei der Zielbeitrag 100 Prozent entspricht.
4. Jährlicher Veränderungssatz
  Differenz zwischen dem Ausgangssatz und 100 Prozent, geteilt durch fünf.
5. Angleichungssatz
  Der Angleichungssatz im ersten Jahr (2014) ist das Ergebnis aus der Addition des Ausgangssatzes und des jährlichen Veränderungssatzes. In den Folgejahren wird der jährliche Veränderungssatz jeweils addiert.

Beispiel 1 zur Beitragsangleichung (Zielbeitrag ist höher)

Der bisherige Beitrag war auf 290 Euro festgesetzt, der ermittelte Zielbeitrag beträgt 300 Euro und der Beitrag laut Beitragstabelle im Jahr 2014 beträgt 310,00 Euro.

Ausgangssatz: 290 Euro x 100 / 300 = 96,6667 %
jährl. Veränderungssatz: 100% - 96,6667 % = 3,3333 % / 5 = 0,6667 %
Angleichungssatz 2014: 96,6667 % + 0,6667 % = 97,3334 %
angeglichener Beitrag 2014: 310,00 Euro x 97,3334 % = 301,73 Euro

Beispiel 2 zur Beitragsangleichung (Zielbeitrag ist niedriger)

Der bisherige Beitrag war auf 310 Euro festgesetzt, der ermittelte Zielbeitrag beträgt 290 Euro und der Beitrag laut Beitragstabelle im Jahr 2014 beträgt 300,00 Euro.

Ausgangssatz: 310 Euro x 100 / 290 = 106,8966 %
jährl. Veränderungssatz: 100% - 106,8966 % = -6,8966 % / 5 = -1,3793 %
Angleichungssatz 2014:   106,8966 % - 1,3793 % = 105,5173 %
angeglichener Beitrag 2014:  300,00 Euro x 105,5173 % = 316,55 Euro

Der Ausgangs- und der jährliche Veränderungssatz werden im Beitragsbescheid der landwirtschaftlichen Krankenkasse individuell ausgewiesen. Sie bleiben in der Übergangszeit bis 31. Dezember 2017 unverändert. Dies gilt auch dann, wenn sich die betrieblichen Verhältnisse (zum Beispiel Flächenzu- oder -abgang) verändern.

Wird das Unternehmen abgegeben, erlischt der festgestellte Angleichungssatz. Er geht - im Gegensatz zur Berufsgenossenschaft - nicht auf den Betriebsnachfolger über.

 

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