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Begutachtungsinstrument/ Ermittlung Pflegegrade

Maßgebend dafür, welche Leistungen der Pflegebedürftige im Einzelnen erhält, ist der Grad der Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten bei der Durchführung von Aktivitäten und der Gestaltung von Lebensbereichen.

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung stellt im Rahmen einer Begutachtung fest, ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit vorliegen und welcher Pflegegrad zutreffend ist.

Lebensbereiche (Module)

Für die Beurteilung/ Einstufung werden folgende sechs Lebensbereiche (Module) betrachtet:

  1. Mobilität
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung
  5. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  6. Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

Um die noch vorhandenen Fähigkeiten eines Menschen bei der Begutachtung so genau wie möglich ermitteln zu können, setzt sich jedes Modul/jeder Bereich aus mehreren Kriterien zusammen.

Die Zuordnung zu einem Pflegegrad erfolgt anhand eines Punktesystems. Dazu werden in den Modulen/Bereichen 1 bis 6, die jeweils mehrere Einzelkriterien enthalten, für jedes erhobene Kriterium Punkte vergeben. Grundsätzlich gilt: Je höher die Punktzahl, desto schwerwiegender die Beeinträchtigung.

Beispiel am Modul 1: Einzelpunkte im Bereich der Mobilität

Das Modul umfasst fünf Kriterien, deren Ausprägungen in den folgenden Kategorien mit den nachstehenden Einzelpunkten gewertet werden:

Ziffer

Kriterien

selbstständig

überwiegend selbstständig

überwiegend unselbstständig

unselbstständig

1.1 Positionswechsel im Bett

0

1

2

3

1.2 Halten einers tabilen Sitzposition

0

1

2

3

1.3 Umsetzen

0

1

2

3

1.4 Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs

0

1

2

3

1.5 Treppensteigen

0

1

2

3

Zu beachten ist, dass Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten, die dazu führen, dass die Haushaltsführung nicht mehr ohne Hilfe bewältigt werden kann, bei den Kriterien der vorstehend genannten Module/Bereiche berücksichtigt werden.

Die innerhalb eines Moduls/Bereichs für die verschiedenen Kriterien vergebenen Einzelpunkte werden zusammengezählt und gewichtet. Denn entsprechend ihrer Bedeutung für den Alltag fließen die Ergebnisse aus den einzelnen Bereichen unterschiedlich stark in die Berechnung des Pflegegrades ein.

Zu beachten ist hierbei, dass aus den Modulen 2 und 3 nicht beide Werte, sondern nur der höchste der beiden gewichteten Punktwerte in die Berechnung einfließt.

Die Module werden wie folgt gewichtet:

  • Mobilität: 10 v. H.
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten sowie Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: 15 v. H.
  • Selbstversorgung: 40 v. H.
  • Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen: 20 v. H.
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte: 15 v. H.

Aus den gewichteten Punktwerten der einzelnen Module/ Bereiche wird dann der Gesamtpunktwert gebildet, der das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit bestimmt und aus dem der entsprechende Pflegegrad abgeleitet wird.

Es gibt fünf Pflegegrade. Je höher der Pflegegrad, desto eingeschränkter ist der Mensch in seiner Selbständigkeit und entsprechend auf Hilfe angewiesen.

Pflegebedürftigkeit liegt vor, wenn der gewichtete Gesamtpunktwert mindestens 12,5 Punkte erreicht.

Die erforderlichen Gesamtpunktwerte je Pflegegrad im Überblick: 

Gewichtete Punkte

Pflegegrad

Ausmaß der Pflegebedürftigkeit

12,5 bis unter 27

Pflegegrad 1

geringe Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
27 bis unter 47,5

Pflegegrad 2

erhebliche Beinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
47,5 bis unter 70

Pflegegrad 3

schwere Beinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
70 bis unter 90

Pflegegrad 4

schwerste Beinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten
90 bis 100

Pflegegrad 5

schwerste Beinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Begutachtung von Kindern

Die Feststellung von Pflegebedürftigkeit bei Kindern folgt grundsätzlich den Prinzipien der Erwachsenenbegutachtung mit den dort definierten Kriterien.

Bei pflegebedürftigen Kindern wird der Pflegegrad jedoch durch einen Vergleich der Beeinträchtigungen ihrer Selbständigkeit und ihrer Fähigkeiten mit altersentsprechend entwickelten Kindern ermittelt.

Ab einem Alter von 11 Jahren gilt die Punktsystematik für Erwachsene, für jüngere Kinder wurde eine spezielle Systematik entsprechend ihres Alters entwickelt.

Grundsätzlich besteht ein Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung für alle Pflegebedürftigen der Pflegegrade 2 bis 5. Jedoch haben nach dem ab 1. Januar 2017 geltenden Recht bereits auch Menschen mit einer geringen Beeinträchtigung der Selbständigkeit (Pflegegrad 1) Anspruch auf bestimmte Leistungen der Pflegeversicherung.

Stand: 01.01.2017

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