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Rehabilitation

Als Synonym für eine medizinische Leistung zur Rehabilitation wird umgangssprachlich oftmals noch der Begriff "Kur" genutzt; er ist allerdings veraltet und bereits vor einigen Jahren aus den Gesetzbüchern entfernt worden; stattdessen werden die Begriffe "Vorsorge" und "Rehabilitation" verwendet.

Die medizinische Rehabilitation gehört zu den sogenannten Teilhabeleistungen, für die besondere Anforderungen bestehen. Für die Erforderlichkeit einer medizinischen Leistung zur Rehabilitation ist die alleinige Betrachtung der vorliegenden Krankheitsdiagnose nicht ausreichend. Maßgeblich für einen Behandlungsbedarf in Form einer medizinischen Rehabilitationsleistung sind neben der vorliegenden (Grund-)Erkrankung die daraus folgenden Funktionsschädigungen und Beeinträchtigung der Aktivitäten/Teilhabe an bestimmten Lebensbereichen (zum Beispiel Erwerbsleben, Selbstversorgung) unter Berücksichtigung des individuellen Lebenshintergrunds.

Medizinische Rehabilitationsleistungen sind darauf ausgerichtet, behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen möglichst auf Dauer in Arbeit, Beruf und Gesellschaft einzugliedern.

Während Rehabilitation zur Sicherung der Erwerbsfähigkeit primär Aufgabe der Rentenversicherung bzw. der Alterssicherung für Landwirte ist, kommt der Krankenversicherung nach dem Grundsatz „Reha vor Pflege“ die zentrale Aufgabe zu, insbesondere bei älteren Menschen durch Leistungen der medizinischen Rehabilitation eine Behinderung oder Pflegebedürftigkeit abzuwenden oder zu mindern.

Für die Erforderlichkeit einer medizinischen Leistung zur Rehabilitation ist die alleinige Betrachtung der vorliegenden Krankheitsdiagnose einschließlich des medizinischen Befundes nicht ausreichend; solche Leistungen können nur erbracht werden, wenn eine Teilhabe an bestimmten Lebensbereichen (zum Beispiel der Selbstversorgung) erheblich gefährdet oder bereits gemindert ist.

Wichtige Voraussetzung ist darüber hinaus, dass die herkömmlichen (kurativen) ambulanten Behandlungsmöglichkeiten am Wohnort bzw. in Wohnortnähe ausgeschöpft wurden bzw. keinen Erfolg bringen.

Bei den Leistungen zur medizinischen Rehabilitation handelt es sich um ein umfassendes Angebot, dem ein multimodaler (ganzheitlicher) Ansatz zugrunde liegt. Dieser Ansatz geht über das Erkennen, Behandeln und Heilen einer Krankheit hinaus. Er berücksichtigt berufliche und gesellschaftliche Aspekte, die in ihrem Zusammenspiel Auswirkungen auf die Krankheit haben können.

Zu Beginn der Rehabilitationsleistung werden nach einer individuellen Befunderhebung die Rehabilitationsziele gemeinsam zwischen Patient und dem Reha-Team entwickelt und vereinbart sowie ein entsprechender Therapieplan formuliert, der an die individuellen Anforderungen angepasst ist und auch das familiäre und soziale Umfeld berücksichtigt.

Die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation umfassen eine Vielzahl von Behandlungselementen. Zum Leistungsumfang gehören - in Abhängigkeit vom individuellen Behandlungsbedarf - insbesondere die ärztliche Behandlung, die Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln, Heilmittel einschließlich physikalischer, Sprach- und Beschäftigungstherapie, Bewegungstherapie, Hilfsmittel, Psychotherapie, Schmerzbewältigungsverfahren, Entspannungsverfahren und weitere Hilfen zur Krankheitsbewältigung.

Die Behandlungen und Therapien in den Einrichtungen werden individuell gestaltet und speziell auf die jeweilige Erkrankung abgestimmt. Sie können in Form von Einzel- oder Gruppentherapien erbracht werden.

Die Behandlung erfolgt nicht nur durch Ärzte, sondern je nach Bedarf auch durch Physiotherapeuten/Krankengymnasten, Psychologen, Bewegungstherapeuten und anderen fachlich qualifizierten Personen.

Mit diesem breit gefächerten Leistungskatalog sollen einerseits bestehende Beschwerden gelindert und andererseits Hilfestellung und Anleitung für den alltäglichen Umgang mit Funktionseinschränkungen oder Behinderungen gegeben werden. Durch die Kombination unterschiedlicher Behandlungselemente entsteht unter ganzheitlichen Gesichtspunkten ein komplexes Therapieangebot.

Zum Abschluss der Maßnahme wird in einem Gespräch erörtert, inwieweit die Rehabilitationsziele erreicht wurden. Im Reha-Entlassungsbericht werden ggf. Hinweise auf erforderliche nachgehende Leistungen, die den erreichten Behandlungserfolg nachhaltig sichern sollen, dokumentiert.

Ambulante Rehabilitation in Wohnortnähe

Reicht die ärztliche Behandlung einschließlich physikalischer Therapien (z. B. Bäder, Massagen) nicht mehr aus, um das Behandlungsziel zu erreichen (u. a. bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparates), übernimmt die landwirtschaftliche Krankenkasse eine ambulante Rehabilitation für die Dauer von in der Regel längstens 20 Behandlungstagen; die ambulante Rehabilitation wird in einer wohnortnahen Rehabilitationseinrichtung durchgeführt, mit der ein entsprechender Versorgungsvertrag besteht.

Sonderform ambulant mobile Rehabilitation

Eine besondre Form der ambulanten Rehabilitation ist die Mobile Rehabilitation. Sie richtet sich insbesondere an Menschen, die sich in einer fremden Umgebung nicht oder nur sehr schwer orientieren können und wird daher von Mobilen Rehabilitationseinrichtungen im vertrauten Wohnumfeld durchgeführt. Dort kann dann das Erlernte sofort umgesetzt werden. Dieses Rehabilitationsangebot ist stark abhängig von den vor Ort bestehenden Strukturen und kann deshalb nur dort erbracht werden, wo entsprechende Leistungserbringer vorhanden sind.

Stationäre Rehabilitation

Sofern eine ambulante medizinische Rehabilitation nicht ausreicht, übernimmt die landwirtschaftliche  eine stationäre medizinische Maßnahme mit Unterkunft und Verpflegung in einer Rehabilitationseinrichtung mit der ein Versorgungsvertrag besteht.

Zuzahlung

Sowohl bei ambulanten als auch bei stationären Rehabilitationsleistungen entrichten Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, eine Zuzahlung in Höhe von 10 Euro je Tag direkt an die Rehabilitationseinrichtung (siehe Rubrik Belastungsgrenze für Zuzahlungen). Wird eine Rehabilitationsleistung im unmittelbaren Anschluss an eine Krankenhausbehandlung – sogenannte „Anschlussrehabilitation“ – notwendig, ist die Zuzahlung auf 28 Tage im Kalenderjahr begrenzt.

Stationäre Vorsorge- und-Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter und Väter

Als spezielle stationäre Maßnahmeform, die auf die besonderen Bedürfnisse der oft mehrfach belasteten Mutter oder des Vaters ausgerichtet ist, übernimmt die landwirtschaftliche Krankenkasse die Kosten einer medizinisch notwendigen Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme in einer Einrichtung des Müttergenesungswerkes oder einer gleichartigen Einrichtung; die Leistung kann auch in Form einer Mutter- / Vater-Kind-Maßnahme erbracht werden.

Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen

Für Mütter oder Väter, die minderjährige oder behinderte bzw. chronisch kranke Kinder versorgen, besteht die Möglichkeit, gemeinsam mit ihrem Kind oder ihren Kindern an einer Mutter- / Vater-Kind-Maßnahme teilzunehmen. Voraussetzung ist u. a., dass die Mitaufnahme des Kindes notwendig ist und dem Erfolg der Maßnahme nicht entgegensteht.

Kostenübernahme und Zuzahlung

Die landwirtschaftliche Krankenkasse übernimmt die vollen Kosten der Maßnahme. Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, entrichten eine Zuzahlung von 10 Euro je Aufenthaltstag an die Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung (siehe Rubrik Belastungsgrenze für Zuzahlungen).

Verweis auf Unterpunkt Antragstellung, sozialmedizinische Beratung/ Begutachtung und Auswahl einer geeigneten Einrichtung
Verweis auf Unterpunkt Dauer und Wiederholung der Leistungen
Verweis auf Unterpunkt Vorrangige Leistungspflicht anderer Sozialversicherungsträger
Verweis auf Unterpunkt Fahrkosten bei Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen
Verweis auf Unterpunkt Wie erkenne ich frühzeitig einen Rehabilitationsbedarf ?
Verweis auf Unterpunkt Ergänzende Leistungen zur Rehabilitation
Verweis auf Unterpunkt Leistungsausführung als Persönliches Budget
Verweis auf Unterpunkt Reha-Informationen für Ärzte und Ärztinnen
Verweis auf Unterpunkt Gemeinsame Ansprechstelle der SVLFG für Teilhabeleistungen

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