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Behandlungsfehler

Die Qualität der medizinischen Behandlung in Deutschland ist im Allgemeinen sehr hoch. Völlig auszuschließen sind Fehler bei der ärztlichen Diagnose oder Behandlung jedoch nicht.

Unter den Begriff des ärztlichen Behandlungsfehlers fällt jede ärztliche Maßnahme, die nach dem derzeitigen Stand der medizinischen Wissenschaft und Erfahrung die gebotene Sorgfalt vermissen lässt und darum unsachgemäß erscheint.

Beispiele für Behandlungsfehler:

  • Unzureichende Aufklärung
  • Diagnosefehler
  • Therapiefehler
  • Ausführung eines überflüssigen, medizinisch nicht notwendigen Eingriffs
  • Zurückbleiben von Fremdkörpern nach Operationen
  • Übertragung einer Operation an einen dafür noch nicht qualifizierten Assistenzarzt
  • nicht ordnungsgemäße Lagerung des Patienten bei der Operation
  • Unterlassung notwendiger Maßnahmen während der Schwangerschaft oder der Geburt
  • Fehler bei der Bedienung und Kontrolle medizinisch-technischer Geräte
  • Organisationsmängel im Krankenhaus oder in der Arztpraxis

Wie können Schadensersatzansprüche durchgesetzt werden?

Wer durch eine Behandlung bzw. Pflege einen Gesundheitsschaden erleidet, hat nicht ohne weiteres einen Anspruch auf Schadensersatz bzw. Schmerzensgeld. Voraussetzung ist immer, dass neben dem Schaden ein nachgewiesener, rechtswidriger Behandlungsfehler bzw. Pflegefehler besteht und dieser für den Gesundheitsschaden auch ursächlich war.

Der Behandlungsfehler bzw. Pflegefehler muss überdies schuldhaft begangen worden sein. Die Praxis zeigt, dass die Durchsetzung solcher Ansprüche oftmals schwierig sein kann, nicht zuletzt deswegen, weil den Patienten als Anspruchsteller grundsätzlich die Beweislast trifft.
D. h. er muss nachweisen, dass ein schuldhafter Behandlungspflegefehler vorlag, der zu einem Schaden geführt hat.

In bestimmten Fällen greift jedoch eine Umkehr der Beweislast. D. h. der Behandler muss bestimmte Umstände beweisen. Dies gilt vor allem für die Frage der Aufklärung des Patienten über die konkreten Risiken der Behandlung. Vor der eigentlichen Behandlung ist nämlich zunächst das Selbstbestimmungsrecht des Patienten zu beachten. Um dieses zu gewährleisten, muss der Patient umfassend über seine Erkrankung, Nutzen und Risiken der Behandlung sowie therapierichtiges Verhalten informiert werden, damit ihm die erforderliche Einwilligung in die Behandlung überhaupt ermöglicht wird. Der Behandler hat die Aufklärung zu dokumentieren. Die Durchsetzung eigener zivilrechtlicher Ansprüche auf Schadenersatz bzw. Schmerzensgeld wegen Behandlungsfehler bzw. Pflegefehler muss vom Versicherten selbst - ggf. mit anwaltlicher Hilfe - betrieben werden.

Die landwirtschaftliche Krankenkasse ist durch das Gesetz berechtigt, ihre Versicherten bei der Verfolgung von Schadensersatzansprüchen, die bei der Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen aus Behandlungsfehlern entstehen, zu unterstützen. Eine entsprechende Unterstützung durch die Pflegekassen ist gesetzlich zwar nicht vorgesehen, wird aber praktiziert. Die Krankenkassen/Pflegekassen dürfen dabei keine Anwalts- und Prozesskosten des Versicherten übernehmen. Bei begründetem Verdacht eines Behandlungsfehlers bzw. Pflegefehlers sollte die Krankenkasse/Pflegekasse eingeschaltet werden, da diese in aller Regel ebenfalls ein Interesse an der Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen hat.

Insoweit sind folgende Angaben erforderlich:

  • Konkrete Hinweise über den Behandlungs-/Pflegeablauf (Behandlungs-/Pflegedaten)
  • Art der Behandlung/Pflege
  • Namen der behandelnden Ärzte/der beteiligten Pflegekräfte
  • Schilderung bzw. Einschätzung, worin der Behandlungsfehler bzw. Pflegefehler gesehen wird

Weitere Ansprechpartner:

Neben der landwirtschaftlichen Krankenkasse/landwirtschaftlichen Pflegekasse stehen auch weitere Institutionen zur Verfügung, die bei der Durchsetzung der Ansprüche behilflich sein können:

  • Schlichtungs- und Gutachtersteilen bei den Ärztekammern (bei medizinischen Behandlungsfehlern)
  • Selbsthilfegruppen
  • Patientenschutzvereinigungen

Die Adressen von regionalen bzw. bundesweiten Selbsthilfegruppen und Patientenschutzvereinigungen können bei

NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) Albert-Achilles-Str. 65
10709 Berlin
Telefon: 030/8914019
Fax: 030/8934014

erfragt werden.

Im Internet finden Sie NAKOS hier

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