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Höhe der Hinterbliebenenrente

Stand: 1. Juli 2017

Grundsätzlich werden alle zu einer Alterskasse gezahlten Beiträge bei der Rentenberechnung berücksichtigt. Von diesem Grundsatz gibt es jedoch für bestimmte vor dem 1. Januar1995 nicht ununterbrochen entrichtete Beiträge Ausnahmen; nähere Informationen erteilt die Landwirtschaftliche Alterskasse.

Rente nach Neurecht

Berechnung der Witwen- /Witwerrente

Der Monatsbetrag der Witwen- und Witwerrente berechnet sich nach der nachstehenden Formel, wenn

  • der Ehegatte vor dem 1.1.2002 verstorben ist oder
  • die Ehe vor diesem Tag geschlossen wurde und mindestens ein Ehegatte vor dem 2.1.1962 geboren ist:
Steigerungszahl x Rentenartfaktor 0,6 x Allgemeiner Rentenwert = Monatsrente

Die Witwen-/Witwerrente ist mit einem Rentenartfaktor von 0,55 zu ermitteln, wenn

  • bei am 1.1.2002 bereits bestehenden Ehen beide Ehegatten nach dem 1. Januar 1962 geboren wurden oder
  • die Ehe erst nach dem 31.12.2001 geschlossen wurde.

In diesen Fällen berechnet sich die Rente nach folgender Formel, wobei die Steigerungszahl um einen Zuschlag zu erhöhen ist, wenn Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung in der gesetzlichen Rentenversicherung für den hinterbliebenen Ehegatten anzurechnen sind (Kinderzuschlag):

(Steigerungszahl + Kinderzuschlag) x Rentenartfaktor 0,55 x Allgemeiner Rentenwert = Monatsrente

Hinweis: Nähere Informationen zur Berechnung des Kinderzuschlages erteilt die Landwirtschaftliche Alterskasse.

Witwen-/Witwerrente im Sterbevierteljahr

Bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach dem Sterbemonat (so genanntes Sterbevierteljahr) wird die Rente einheitlich nach folgender Formel ermittelt:

Steigerungszahl x Rentenfaktor 1,0 x Allgemeiner Rentenwert = Monatsrente

Berechnung der Halbwaisenrente

Der Monatsbeitrag der Halbwaisenrente berechnet sich nach der Formel:

Steigerungszahl x Rentenfaktor 0,2 x Allgemeiner Rentenwert = Monatsrente

Berechnung der Vollwaisenrente

Die Vollwaisenrente berechnet sich grundsätzlich wie die Halbwaisenrente, wobei die Steigerungszahl regelmäßig um einen Zuschlag zu erhöhen ist.

(Steigerungszahl + Zuschlag) x Rentenfaktor 0,2 x Allgemeiner Rentenwert = Monatsrente

Hinweis: Nähere Informationen zur Berechnung des Vollwaisenrentenzuschlags erteilt die Landwirtschaftliche Alterskasse.

Berechnung der Steigerungszahl

Die Steigerungszahl ergibt sich, indem die Anzahl der Kalendermonate mit

  • Beitragszeiten, die bei einer Alterskasse zurückgelegt wurden,
  • einer Zurechnungszeit (siehe unten stehende Erläuterungen) und
  • Zeiten des Bezugs einer Rente wegen Erwerbsminderung, die grundsätzlich mit einer Zurechnungszeit zusammentreffen müssen,

mit einem Faktor vervielfältigt wird (Kalendermonate x Faktor).

Faktor

Der Faktor beträgt:

  • 0,0833
    für mit Beiträgen als Landwirt belegte Zeiten, freiwillige Beiträge eines ehemaligen Landwirts, Zurechnungszeiten für Berechtigte, die zuletzt als Landwirt versichert waren, und Zeiten des Bezugs einer Rente wegen Erwerbsminderung an Landwirte, die mit einer Zurechnungszeit zusammentrifft, wenn danach ein Anspruch auf Rente an Landwirte oder Hinterbliebene besteht; für mit Beiträgen als mitarbeitender Familienangehöriger belegte Zeiten nur im Rahmen der Berechnung einer Waisenrente.
  • 0,0417
    für alle anderen Zeiten (insbesondere für mit Beiträgen als mitarbeitender Familienangehöriger belegte Zeiten, wenn keine Waisenrente zu berechnen ist).

Ein zugunsten oder zu Lasten von Versicherten durchgeführter Versorgungsausgleich wird durch einen Zuschlag zur Steigerungszahl oder einen Abschlag von der Steigerungszahl berücksichtigt.

Rentenartfaktor

Der Rentenartfaktor drückt bei Renten wegen Todes in pauschaler Weise die Höhe des Unterhaltsersatzes aus. Ist der Tod des Versicherten vor dem 1. Januar 2002 eingetreten oder mindestens einer der Ehegatten vor dem 2. Januar 1962 geboren und die Ehe mit dem Verstorbenen vor dem 1. Januar 2002 geschlossen worden, soll der hinterbliebene Ehegatte regelmäßig 60 Prozent der Rente beanspruchen können, auf die der Verstorbene im Todeszeitpunkt Anspruch gehabt hätte. Sind beide Ehegatten nach dem 1. Januar 1962 geboren oder wurde die Ehe nach dem 31.Dezember 2001 geschlossen, besteht ein Rentenanspruch in Höhe von 55 Prozent. Bei Waisenrenten beträgt der Unterhaltsersatz 20 Prozent.

Allgemeiner Rentenwert

Der allgemeine Rentenwert ist dynamisch ausgestaltet, das heißt er wird - wie der aktuelle Rentenwert in der gesetzlichen Rentenversicherung - grundsätzlich jährlich zum 1. Juli angepasst. Der allgemeine Rentenwert beträgt derzeit (Stand 1. Juli 2017)

14,33 EUR in den alten Bundesländern und

13,69 EUR in den neuen Bundesländern.

Beispiel (Rente nach Neurecht):

Luise und Erich E. (geb. am 7.6.1952) sind seit dem 7.8.1979 verheiratet. Erich verstirbt am 28.6.2017. Der Verstorbene hat in dem Zeitraum vom 1.10.1983 bis 30.6.2017 für insgesamt 405 Kalendermonate Beiträge als Landwirt entrichtet.

Feststellung der Steigerungszahl

405 x 0,0833 = 33,7365

(Anzahl der Kalendermonate x Faktor = Steigerungszahl)

Berechnung der Neurente

a) Witwenrente im Sterbevierteljahr

33,7365 x 1,0 x 14,33 EUR = 483,44 EUR

(Steigerungszahl x Rentenartfaktor x Allgemeiner Rentenwert = Neurente)

b) Witwenrente nach dem Sterbevierteljahr

33,7365  x 0,6 x 14,33 EUR = 290,07 EUR

(Steigerungszahl x Rentenartfaktor x Allgemeiner Rentenwert = Neurente)

Zurechnungszeiten

Die Zurechnungszeiten sind bei der Berechnung von Hinterbliebenenrenten zu berücksichtigen. Als Zurechnungszeit gilt die Zeit zwischen dem Eintritt des Todes des Versicherten und der Vollendung des 62. Lebensjahres des Verstorbenen. Es handelt sich um beitragsfreie Zeiten, die sich bei der Rentenberechnung wie tatsächlich gezahlte Beiträge auswirken.

Beispiel:

Der am 28.4.1973 geborene Thomas T. verstirbt am 14.3.2015. Er hat in dem Zeitraum vom 1.1.1994 bis 31.3.2015 für insgesamt 255 Kalendermonate Beiträge als Landwirt entrichtet. Aufgrund der Zurechnungszeit wird die Zeit vom 1.4.2015 bis zur Vollendung des 62. Lebensjahres des Verstorbenen den vorhandenen Beitragszeiten hinzugerechnet.

Bei der Rentenberechnung zu berücksichtigende Kalendermonate:

vom 1.1.1994 bis 31.3.2015 = 255 Kalendermonate (Beitragszeit)

vom 1.4.2015 bis 30.4.2035 = 241 Kalendermonate (Zurechnungszeit)

Rentenabschlag

Beim Tod eines Versicherten vor 2012 vermindert sich der allgemeine Rentenwert der Hinterbliebenenrente für jeden Monat bis zum fiktiven 63. Lebensjahr des Verstorbenen um 0,3 Prozent. Der Abschlag beträgt jedoch maximal 10,8 Prozent. Der Abschlag kann nur dann höher sein, wenn der Verstorbene eine vorzeitige Altersrente bezogen hat.

Sofern der Versicherte in der Zeit von 2012 bis 2023 verstirbt, ist ebenfalls auf das 63. Lebensjahr abzustellen, wenn der Versicherte 35 Jahre abschlagsrelevante rentenrechtliche Zeiten zurückgelegt hat. Falls diese Zeiten nicht vorliegen, wird das für die Abschlagsberechnung maßgebliche Alter schrittweise erhöht. Bei Todesfällen ab 2024 ist dann grundsätzlich das fiktive 65. Lebensjahr des Verstorbenen maßgeblich.

Beispiel:

Hubert H. (geb. am 29.9.1953) verstirbt am 25.6.2013. Da er 35 Jahre abschlagsrelevante rentenrechtliche Zeiten zurückgelegt hat, werden Abschläge bis zu seinem fiktiven 63. Lebensjahr berechnet. Er hätte sein 63. Lebensjahr mit Ablauf des 28.9.2016 vollendet. Die Witwenrente wird ab dem 1.7.2013 gezahlt.

Weil der Versicherte 39 Kalendermonate (von Juli 2013 bis September 2016) vor Ablauf des Monats, in dem er sein 63. Lebensjahr vollendet hätte, verstorben ist, ergibt sich folgender Abschlag:

39 Kalendermonate x 0,3 %= 11,7 %, jedoch erfolgt eine Begrenzung auf 10,8 %.

Der allgemeine Rentenwert in Höhe von 14,33 EUR wird um 10,8 % vermindert, so dass der Berechnung ein gekürzter allgemeiner Rentenwert von 12,78 EUR zugrunde zu legen ist.

Ein aufgrund eines Abschlags verminderter Rentenwert gilt für die gesamte Laufzeit der Rente.

Ein Abschlag ist jedoch nicht zu berücksichtigen, wenn der verstorbene Versicherte bereits vor dem 1. Januar 2001 Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit hatte und der Anspruch auf die Hinterbliebenenrente innerhalb von zwei Jahren nach dem Todesmonat entsteht.

Wird bei einer Witwen-/Witwerrente ein Kinderzuschlag gewährt, bleibt dieser vom Abschlag am allgemeinen Rentenwert verschont. Das Gleiche gilt für den Vollwaisenrentenzuschlag. In den vorgenannten Fällen ist die Steigerungszahl ohne die vorgenannten Zuschläge mit dem abschlagsgeminderten allgemeinen Rentenwert zu vervielfältigen, während die Zuschläge mit dem ungeminderten allgemeinen Rentenwert zu multiplizieren sind. Die zuvor angegebenen Berechnungsformeln verändern sich entsprechend.

Erhöhung des allgemeinen Rentenwertes

Hat der verstorbene Ehegatte bereits eine Regelaltersrente unter Berücksichtigung einer Erhöhung bezogen, wird auch der Rentenwert einer nachfolgenden Hinterbliebenenrente erhöht. Hat der Verstorbene keine Versichertenrente nach Erreichen der Regelaltersgrenze bezogen, obwohl er die Voraussetzungen hierfür erfüllt hätte oder nur nicht erfüllt hatte, weil das Unternehmen der Landwirtschaft nicht abgegeben wurde, wird ebenfalls der Rentenwert erhöht. Die Erhöhung entspricht dem, was dem Verstorbenen zugestanden hätte, nämlich 0,5 Prozent pro Kalendermonat der Nichtinanspruchnahme seiner Versichertenrente nach Erreichen der Regelaltersgrenze.

Zuschlag zur Hinterbliebenenrente

Hinterbliebene erhalten einen Rentenzuschlag, wenn der Verstorbene bereits eine Rente mit einem Zuschlag bezogen hat und die Rente an Hinterbliebene innerhalb von 24 Kalendermonaten nach seinem Tod beginnt. In diesem Fall ist für die Berechnung des Zuschlags der Abschmelzungsfaktor des Jahres maßgebend, in dem die Rente des Verstorbenen begonnen hatte.

Der Zuschlag bei der Hinterbliebenenrente mindert sich, wenn eine Rente aus eigener Versicherung an den Hinterbliebenen gewährt wird.

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