Landwirt mit Krücken
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Verletztenrente

Die Verletztenrente dient der Sicherung des allgemeinen Lebensunterhalts. Hierbei soll pauschal der Ausfall an Arbeitsentgelt und -einkommen ausgeglichen werden, der durch die Folgen des Arbeitsunfalls beziehungsweise der Berufskrankheit eintritt. Zugleich hat sie die Funktion eines Ersatzes des Gesundheitsschadens sowie eines immateriellen Schadensausgleichs, wie zum Beispiel durch die unfallbedingt erhöhten Anstrengungen des Versicherten sowie sonstige persönliche Bedürfnisse.

Voraussetzungen

Generell erhält der Versicherte eine Rente, wenn

  • seine Erwerbsfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit (Versicherungsfall) um wenigstens 20 Prozent gemindert ist.

Seit dem 1. Januar 2008 besteht für den Personenkreis der landwirtschaftlichen Unternehmer, deren Ehegatten bzw. Lebenspartner und den im landwirtschaftlichen Unternehmen nicht nur vorübergehend mitarbeitenden Familienangehörigen eine davon abweichende gesetzliche Bestimmung. Sie haben Anspruch auf eine Rente, wenn die Erwerbsfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit (Versicherungsfall) um wenigstens 30 Prozent gemindert ist.

In beiden Fällen muss

  • diese Minderung der Erwerbsfähigkeit nach Ablauf von 26 Wochen nach Eintritt des Versicherungsfalles noch bestehen.

Die Höhe der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) wird auf Grund eines ärztlichen Gutachtens festgestellt. Ist die Erwerbsfähigkeit in Folge mehrerer Versicherungsfälle gemindert, besteht für jeden, auch für einen früheren Versicherungsfall, Anspruch auf Rente. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn die MdE dieser Versicherungsfälle zusammen wenigstens 20 beziehungsweise 30 Prozent beträgt. Dabei werden die Folgen eines Versicherungsfalles nur berücksichtigt, wenn die Erwerbsfähigkeit um wenigstens 10 Prozent gemindert ist.

Renten an Versicherte werden nach Wegfall der Arbeitsunfähigkeit und damit regelmäßig im Anschluss an die Verletztengeldzahlung gewährt. Bestand kein Anspruch auf Verletztengeld werden sie, soweit 26 Wochen nach Eintritt des Versicherungsfalles noch eine MdE von wenigstens 20 beziehungsweise 30 Prozent vorliegt, ab dem Tag nach dem Versicherungsfall gezahlt.

Ebenfalls ab dem 1. Januar 2008 besteht für den Personenkreis der landwirtschaftlichen Unternehmer, Ehegatten oder Lebenspartner nach Gesetz und Satzung eine Wartezeit von 26 Wochen, das heißt, die Rentenzahlung beginnt mit dem Beginn der 27. Woche vom Tag der ärztlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit bzw. vom Tag, an dem eine Heilbehandlungsmaßnahme beginnt, die den Versicherten an der Ausübung einer ganztägigen Erwerbstätigkeit hindert.

Renten an Versicherte werden entweder als vorläufige Entschädigung festgesetzt oder - spätestens nach Ablauf von drei Jahren nach dem Versicherungsfall - als Rente auf unbestimmte Zeit geleistet. Renten in Form der vorläufigen Entschädigung können in Höhe des voraussichtlichen Gesamtbetrages mit einer Einmalzahlung abgefunden werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch bei laufenden Renten auf Antrag eine Abfindung möglich.

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