BEM - was ist das?
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Sie sind hier: Prävention Betriebliche Gesundheitsförderung - ein Angebot der SVLFG

Häufig gestellte Fragen

Kann mich der Arbeitgeber wegen Arbeitsunfähigkeitszeiten abmahnen oder kündigen?

Eine Abmahnung ist nicht möglich, da nur Vertragsverletzungen bzw. Dienstpflichtverletzungen abmahnungsfähig sind. Krankheitsfehlzeiten stellen grundsätzlich keine Vertragsverletzungen dar, weil man hierauf in der Regel keinen Einfluss hat.

Eine Kündigung wegen krankheitsbedingter Fehlzeiten ist unter bestimmten Voraussetzungen grundsätzlich möglich, wenn betriebliche oder außerbetriebliche Präventionsmaßnahmen erfolglos bleiben. Ziel des Betrieblichen Eingliederungsmanagements ist es, diese Folgen im Vorfeld zu vermeiden. Dem Beschäftigten soll Hilfestellung und Unterstützung im Krankheitsfall angeboten werden.

Muss ich dem Arbeitgeber Auskunft über die Ursache meiner Arbeitsunfähigkeit geben?

Nein, nur die Krankenkasse erhält vom Arzt die Diagnosen. Dem Arbeitgeber ist aber mitzuteilen, wenn der Beschäftigte wegen eines Unfalls arbeitsunfähig ist. Im Rahmen des Gespräches wird gleichwohl die Gelegenheit gegeben, freiwillig auch über die medizinischen Ursachen der Arbeitsunfähigkeit zu sprechen. Gegebenenfalls wird in einem Gespräch mit dem Betriebsarzt die Diagnose bekannt gegeben werden, um geeignete Maßnahmen zur Überwindung der Arbeitsunfähigkeit bzw. Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit einleiten zu können.

Ist die „stufenweise Wiedereingliederung“ das Gleiche wie BEM?

Nein, die stufenweise Wiedereingliederung ist nur eine Möglichkeit, auf die man sich im BEM-Verfahren einigen kann. Hier erstellt der Arzt einen Stufenplan zur langsamen Rückkehr ins Berufsleben. Dabei wird die Arbeitszeit oder die Arbeitsbelastung zuerst reduziert und dann über einen festgelegten Zeitraum schrittweise wieder gesteigert. Die stufenweise Wiedereingliederung muss rechtzeitig von der Personalabteilung genehmigt werden, am besten 14 Tage vor Arbeitsbeginn.

Was macht das BEM-Team innerhalb der BGF?

Die Mitarbeiter des BEM-Teams leisten in erster Linie konzeptionelle Arbeit. Sie erstellen Handlungsleitfäden und geben sowohl den Unternehmern als auch den Betroffenen hilfreiche Informationen an die Hand. Broschüren und Flyer, aber auch Webseiten sollen den Betroffenen Hilfestellung geben. Wichtige Zielgruppe sind die  klein- und mittelständischen Unternehmen. Sie stellen den Großteil der Versicherten dar und bedürfen besonderer Unterstützung.

In die Verfahren in den versicherten Betrieben greifen die Mitarbeiter des BEM-Teams nicht ein. Sie stehen aber den Personalvertretungen und Unternehmensführungen für Fragen rund um das BEM gerne zur Verfügung.

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