Betriebliche Gesundheitsförderung
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Wofür braucht man BEM?

Gerade nach längerer Krankheit fällt der Wiedereinstieg in die Arbeit oft schwer. Wenn der Körper nicht mehr richtig mitmacht und das Thema Krankheit plötzlich die gesamte Lebensplanung dominiert, weiß man oft nicht, ob es noch einen Weg zurück in das normale Arbeitsleben gibt. In solchen Fällen sollte man sich nicht scheuen, Hilfe anzunehmen.

Arbeitgeber sind gesetzlich dazu verpflichtet, ein betriebliches Eingliederungsmanagement anzubieten. Oft ist der Wiedereinstieg in das Arbeitsleben aber auch mit Sorgen und Ängsten verbunden. Kann ich mein gewohntes Arbeitspensum bewältigen? Was sagen meine Kolleginnen und Kollegen nach meiner Abwesenheit? Ist mein Vorgesetzter informiert? Diese und viele andere Fragen werden im betrieblichen Eingliederungsmanagement möglichst frühzeitig aufgegriffen und besprochen. Oft ist nicht nur der Erkrankte, sondern auch der Unternehmer in einer schwierigen Lage, muss er doch die fehlende Arbeitskraft ersetzen und sich mit den persönlichen Problemen, Schwierigkeiten und Fragen des erkrankten Arbeitnehmers auseinandersetzen. Gleichzeitig muss der Arbeitgeber die gesetzlichen Vorgaben, die in diesen Fällen vorgesehen sind, erfüllen. Häufig keine einfache Aufgabe für beide Seiten.

Die gesetzliche Grundlage

Sind Beschäftigte innerhalb von 12 Monaten ununterbrochen oder wiederholt insgesamt länger als 6 Wochen arbeitsunfähig, klärt der Arbeitgeber mit den zuständigen Interessenvertretungen, wie z.B. Betriebs-, Personalrat, oder Schwerbehindertenvertretung und mit Zustimmung und Beteiligung der betroffenen Person die Möglichkeiten, wie die Arbeitsunfähigkeit überwunden werden und mit welchen Leistungen oder Hilfen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden kann.

Soweit erforderlich wird der Betriebsarzt hinzugezogen. Die betroffene Person ist zuvor auf die Ziele des betrieblichen Eingliederungsmanagements sowie auf Art und Umfang der hierfür erhobenen und verwendeten Daten hinzuweisen. Kommen Leistungen zur Teilhabe oder begleitende Hilfen im Arbeitsleben in Betracht, werden vom Arbeitgeber bei Bedarf weitere Anlaufstellen wie die Deutsche Rentenversicherung oder das Integrationsamt hinzugezogen. Alle Beteiligten wirken darauf hin, dass die notwendigen Leistungen und Hilfen unverzüglich beantragt und fristgerecht erbracht werden.

BEM in der Praxis

Wenn ein Arbeitnehmer innerhalb eines Jahres länger als 42 Tage erkrankt ist – bei Teilzeitbeschäftigten beginnt die Grenze entsprechend früher – ist er berechtigt, am BEM-Verfahren teilzunehmen.

Die Teilnahme am BEM-Verfahren ist absolut freiwillig. Erkrankte müssen lediglich innerhalb von 4 Wochen beim Arbeitgeber zurückmelden, ob sie am Verfahren teilnehmen möchten oder nicht. Diese Rückmeldung wird Bestandteil der Personalakte. Alle weiteren Unterlagen, die mit einem BEM-Verfahren erstellt oder gesammelt werden, kommen in eine gesondert geführte BEM-Akte. Diese wird unter Verschluss gehalten. Überhaupt spielen Datenschutz und Schweigepflicht eine sehr große Rolle. Man kann sich absolut darauf verlassen, dass Gespräche, festgelegte Maßnahmen und Ergebnisse geschützt sind.

Falls in einer Maßnahme weitere Fachleute wie zum Beispiel der Betriebsarzt zu Rate gezogen werden müssen, bedarf es der Zustimmung des Erkrankten. Dieser unterschreibt eine Entbindung der Schweigepflicht, bevor weitere Schritte getan werden. Allerdings kann sich aus den Gesprächsergebnissen die Notwendigkeit ergeben, am Arbeitsplatz Maßnahmen zu treffen, die auch den Kolleginnen und Kollegen nicht verborgen bleiben. Auch muss häufig der oder die Vorgesetzte von notwendigen Änderungen der Arbeitsumgebung informiert werden.

Verweis auf Unterpunkt Häufig gestellte Fragen
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