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Am Traktor angebrachte Rundumleuchte
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Verkehrsrechtliche Bestimmungen zu Rundumleuchten

Wann darf die gelbe Rundumleuchte eingeschaltet werden?

In § 52 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) wird eindeutig beschrieben, dass nur Fahrzeuge mit ungewöhnlicher Breite und Länge oder mit ungewöhnlich breiter oder langer Ladung mit einer gelben Rundumleuchte ausgerüstet sein dürfen.

Benötigt man eine Genehmigung für die Benutzung der Rundumleuchte?

Ja. Werden die gesetzlichen Maße bei Länge und Breite überschritten, wird eine Ausnahmegenehmigung zum Befahren von öffentlichen Straßen und Wegen benötigt. Die zuständige Straßenverkehrsbehörde kann eine Erlaubnis erteilen und als Auflage wird dann meistens der Einsatz der gelben Rundumleuchte vorgeschrieben. Erst dann darf die Rundumleuchte eingesetzt werden.

Darf man die Rundumleuchte sonst noch nutzen?

Neben den beschriebenen Vorgaben ist das gelbe Blinklicht nach § 38 Absatz 3 der Straßenverkehrsordnung (StVO) weiterhin nur zulässig, um auf Arbeits- oder Unfallstellen oder vor ungewöhnlich langsam fahrenden Fahrzeugen zu warnen.

Zur Absicherung einer Gefahrenstelle ist der Einsatz sicherlich sinnvoll oder bei einem Abbiegevorgang aus einer Rebanlage in einen Weinbergsweg mit angebauten Arbeitsgeräten kann dies auch zur Verkehrssicherheit beitragen.

Darf man jede beliebige gelbe Rundumkennleuchte verwenden?

Nein. Die Rundumleuchte muss nach § 22a Absatz 1 der StVZO in einer amtlich genehmigten Bauart ausgeführt sein. Darunter fallen auch alle Leuchten, die der europäischen Richtlinie ECE-R65 entsprechen. Das Prüfzeichen E1 auf dem Typenschild zeigt, dass die Kennleuchte für Deutschland die Richtlinie erfüllt und im öffentlichen Straßenverkehr eingesetzt werden darf.

Was ist zu beachten, wenn die Rundumleuchte dauerhaft am Schlepper angebaut wird?

Soll die Rundumleuchte fest am Schlepper angebaut sein und somit zum Beispiel auch bei Fahrten ohne Überbreite am Schlepper verbleiben, so ist eine Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO bei der Straßenverkehrsbehörde zu beantragen. Wenn eine Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO erforderlich ist, muss zusätzlich auch noch eine Erlaubnis nach § 29 Abs. 3 StVO beantragt werden. Nur in dieser Erlaubnis werden dann die entsprechenden Auflagen erteilt.

Da sich durch die feste Rundumleuchte in der Regel die Höhe des Fahrzeugs ändert, besteht nach § 13 der Fahrzeug-Zulassungs-Ordnung (FZV) weiterhin eine Mitteilungspflicht über die erhöhten Fahrzeugabmessungen. Die zuständige Behörde wird die neue Fahrzeughöhe dann in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) eintragen.

Martin Vaupel, Landwirtschaftskammer Niedersachsen

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