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Einsatz von Personen-Notsignal-Anlagen
DGUV Regel 112-139, bisher: BGR/GUV-R 139

PDF-Datei Auszug aus den Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz zur Alleinarbeit im Forst (VSG 4.3)

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GPS-gestützter Funknotruf kann Leben retten

Je rascher Rettungskräfte bei einem Unfall vor Ort sind, umso höher ist die Chance, dass die verunglückte Person überlebt und gesundheitliche Folgeschäden vermieden werden. Besonders bei Waldunfällen kann es sehr schwierig werden, das Unfallopfer zu finden. Die SVLFG empfiehlt deshalb moderne GPS-gestützte Notruf- und Ortungssysteme. Diese nutzen das weltumspannende, satellitengestützte Navigationssystem GPS (Globales Positioning System). Diese "mobilen Notrufsäulen" bringen einen echten Zeitvorteil.

GPS-gestützte Personen-Notsignal-Anlagen auf Forstschleppern mit Funkseilwinde

GPS-gestützte Personen-Notsignal-Anlagen auf Forstschleppern mit Funkseilwinde lösen bei einem Arbeitsunfall im Wald selbsttätig Alarm aus und führen Rettungskräfte zuverlässig zum Unfallort.

Am Sichersten ist es, nur zu mehreren im Wald zu arbeiten. Wer allein mit der Seilwinde Holz rückt, braucht zu seinem eigenen Schutz zumindest eine Personen-Notsignal-Anlage. So schreibt es die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft für ihre Versicherten vor.

Anders als Mobiltelefone mit Notruf-App löst die Personen-Notsignal-Anlage selbsttätig Alarm aus und informiert über eine dafür qualifizierte Funknotrufzentrale die integrierte Rettungsleitstelle, wenn der Holzrücker selbst bei einem Unfall dazu nicht mehr in der Lage ist.

So funktioniert ein Funknotruf

Eine Personen-Notsignal-Anlage besteht aus einem Sender, der in der Funkfernsteuerung der Seilwinde eingebaut ist und auf Bewegung reagiert und einer Mobilfunkanlage mit GPS Lokalisierung am Schlepper zur Alarmierung. Diese Mobilfunkanlage ist fest auf dem Forstschlepper eingebaut. Zusätzlich ist die Anlage noch mit einem Warnlicht und einer Hupe ausgestattet. Sobald sich der Holzrücker mit seiner Funkfernsteuerung einige Minuten nicht mehr bewegt, alarmiert der Sender in der die Mobilfunkanlage auf dem Schlepper. Diese löst zunächst einen Voralarm aus mit Licht- und Tonsignal aus, um einen Fehlalarm zu vermeiden. Wurde die Funkfernbedienung also zum Beispiel nur abgelegt, und ist es dadurch versehentlich zum Voralarm gekommen sein, kann der Holzrücker den Vorgang einfach wieder abstellen. Ist der Rücker aber tatsächlich verunglückt und kann sich selbst nicht mehr helfen, geht der Voralarm automatisch in einen Alarm über und weiter an eine Funknotrufzentrale und von dort an die integrierte Rettungsleitstelle. Dabei werden die Positionsdaten des Unfallorts übermittelt, so dass dieser von den Rettungskräften auch im unwegsamen Gelände sicher festgestellt werden kann. Zur Sicherheit erfolgt noch ein letzter Rückrufversuch seitens der Funknotrufzentrale, ob tatsächlich ein Notfall vorliegt. Zusätzlich zur Leitstelle können je nach Programmierung der PNA weitere Personen über SMS oder über eine Sprachnachricht alarmiert werden.

Grafik_PNA-Forst_DGUV_400

Und das passiert im Notfall

Innerhalb weniger Minuten  löst die unbewegt liegende Funkfernsteuerung den Voralarm aus, einige Minuten später erfolgt planmäßig die Information der integrierten Leitstelle. Von dort wird die BRK-Einsatzzentrale vor Ort alarmiert und mit den GPS-Daten des Unfallortes versorgt, die die Rettungskräfte zum Unfallort schickt.

Idealer Weise dauert es von der Alarmierung bis zum Eintreffen des Rettungswagens am Unfallort selbst im unwegsamen Gelände in der Regel nicht länger als 10 bis 20 Minuten. Die integrierte Leitstelle hat verschiedene Möglichkeiten, auf die sie zurückgreifen kann, damit Verletzte schnell gefunden werden. Dazu gehören zum Beispiel die Alarmierung von Bergwacht und Feuerwehr, sowie der Einsatz eines Rettungshubschrauber oder kleiner fliegender Systeme („Rettungsdrohnen“). Je nach Situation kommen auch Ortungssysteme und Wärmebildkameras zum Einsatz.

Technik kann Ersthelfer nicht ersetzen

Jede Rettungskette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Damit technische Lösungen reibungslos funktionieren, müssen optimale Voraussetzungen vorliegen. Das beginnt mit dem „Faktor Mensch“, der die vorhandenen Geräte einschalten und nutzen muss, geht bei der Personen-Notsignal-Anlage über die stabile Mobilfunkverbindung, über die der Notruf abgesetzt wird, bis hin zur Ausstattung der Rettungsfahrzeuge, die über ein Ortungssystem verfügen müssen. Sind diese Parameter erfüllt, ist eine Personen-Notsignal-Anlage eine wertvolle Hilfe für Menschen, die alleine mit der Seilwinde arbeiten. Die sicherste Lösung bleibt aber nach wie vor, nie alleine im Wald zu arbeiten. Auch die beste Personen-Notsignal-Anlage ersetzt nicht den Ersthelfer vor Ort, der die lebensrettenden Sofortmaßnahmen durchführen und das Rettungsfahrzeug zum nächsten Rettungspunkt lotsen kann.

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