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Mit 60+ noch Bäume ausreißen?

Jahrzehnte schwerer körperlicher Arbeit und großer Verantwortung für Familie und Betrieb haben unsere Senioren hinter sich. Bei der Waldarbeit sind sie besonderen Gefahren ausgesetzt. Deshalb ist es wichtig, ihre großen Erfahrungen ohne Unfallrisiko zu nutzen.

Reaktionsfähigkeit und Fitness lassen nach

Ältere Menschen haben ein deutlich erhöhtes Risiko, sich bei der Waldarbeit zu verletzen oder schwer zu verunglücken. Die Gründe dafür sind vielfältig:

Die körperliche Fitness, vor allem aber auch das nötige Reaktionsvermögen und die für die Waldarbeit notwendige Beweglichkeit, um in gefährlichen Situationen rasch aus dem Gefahrenbereich zu kommen, fehlen im Alter häufig. Dazu kommt, dass durch lärm- und altersbedingte Schwerhörigkeit Warnrufe oder Geräusche von brechenden Ästen, die unvermittelt aus dem Kronenbereich fallen, nicht mehr wahrgenommen werden.

Kommt es tatsächlich zum Unfall, haben Senioren unter den Folgen meist viel mehr und länger zu leiden, als Jüngere. Irreparable Kopfverletzungen oder Gehbehinderungen durch Bein- oder Hüftbrüche sind dann die Folge der gut gemeinten, aber gefährlichen Fehleinschätzung der eigenen Kraft und Fähigkeiten. Anstatt selbstbestimmt zu leben ist man nach einem solchen Unfall unter Umständen auf ständige Hilfe selbst bei einfachsten Handgriffen angewiesen.

Männer über 60 Jahre besonders häufig Unfallopfer

Jedes Jahr spricht die SVLFG-Unfallbilanz eine deutliche Sprache: Unfälle im Wald zählen zu den Schwersten in der Land- und Forstwirtschaft. Lange haben die betroffenen Menschen an den Unfallfolgen zu tragen - manche bleiben ihr Leben lang beeinträchtigt.

Bei der Waldarbeit häufen sich auch die Unfälle mit tödlichem Ausgang. Die Zahlen zeigen, dass besonders ältere Männer über 60 Jahre tödliche Unfälle erleiden. Auffällig ist, dass sich die Personen häufig bei Fällarbeiten im Gefahrenbereich der doppelten Baumlänge rund um den zu fällenden Baum aufhalten und dass weder Helm noch Schnittschutzhose bei der Arbeit getragen werden.

Erfahrungsschatz der Generation 60+ unfallfrei nutzen

Jahrzehnte war die Waldarbeit ein wesentlicher Bestandteil seiner Hofarbeit. Deshalb sieht der Senior aus Erfahrung heraus, welcher Baum gefällt werden muss. Ungeschickt wäre jeder Unternehmer, der dieses Wissen, diese Erfahrung nicht schätzt. Berechtigte Sorge macht sich der Hofnachfolger aber, wenn der Altenteiler unbedingt darauf besteht, selbst zur Fällung in den Wald zu gehen. Die Arbeit erscheint unaufschiebbar, auch wenn dieser Zeitpunkt unter Gesichtspunkten der allgemeinen Arbeitsorganisation nicht realistisch ist.

Der familiäre Konflikt ist vorprogrammiert. Das Ergebnis sieht dann häufig so aus, dass der Senior den Argumenten der jüngeren Generation nicht zugänglich ist, alleine in den Wald geht, sich einem unverhältnismäßig hohen Risiko aussetzt und unter Umständen noch aufgebracht ist, weil seinem Wunsch nicht umgehend entsprochen wurde.

Besonders auffallend ist, dass in solchen Situationen dann auch noch einfachste Sicherheitsregeln missachtet werden: Es ist kein Mobiltelefon dabei. Schnittschutzhose und Waldarbeiterhelm werden nicht getragen. Niemand weiß, wohin der Senior plötzlich verschwunden ist.

Was können Sie als Hofnachfolger in dieser Situation tun?

Vermitteln Sie Ihrem Vater oder Schwiegervater, dass Sie sein Anliegen ernst nehmen. Kommen Sie selbst nicht dazu, die notwendigen Arbeiten im Wald zeitnah zu erledigen, nutzen Sie die Angebote von Forstprofis. Machen Sie dem Senior unmissverständlich deutlich, dass der Wald dort in besten Händen ist. Waldbauernvereinigungen, Forstbetriebsgemeinschaften, Maschinenringe oder freie Lohnunternehmer übernehmen solche Arbeiten, während Sie andere, für das gesamte Unternehmen wichtigere Tätigkeiten erledigen können.

Welche Arbeiten passen für den Senior?

Genau wie bei der Waldarbeit gibt es auch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Arbeiten, die für Senioren viel zu gefährlich und deshalb nicht geeignet sind. Dazu gehören zum Beispiel Arbeiten auf der Leiter. An anderer Stelle wird die Hilfe jedoch dringend benötigt. Sprechen Sie sich ab und verteilen Sie die Arbeit auf dem Hof so, dass jeder eingebunden ist, ohne dabei gesundheitlichen Schaden zu nehmen oder sich überflüssig und ausgeschlossen zu fühlen.

Kein Hofnachfolger - Arbeit vergeben und Hilfen annehmen

Oft ist es auch so, dass kein Hofnachfolger da ist, der die anstehende Arbeit erledigen kann. Dazu kommt noch, dass das Feuerholz zum Heizen benötigt wird. Auch hier helfen Forstprofis weiter.

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