Sachkunde erforderlich
Schweißen
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Tipps für sicheres Schweißen

Unterweisung durch den Arbeitgeber

Wer mit einem Schweißgerät arbeitet, muss sachkundig sein. Arbeitnehmer müssen zusätzlich von ihrem Arbeitgeber eine Unterweisung zur Arbeitssicherheit erhalten haben. Man unterscheidet hier den „geregelten Bereich“ vom „nicht geregelten Bereich“. Für den geregelten Bereich, zum Beispiel im Bereich der Druckbehälter und Anhängeeinrichtungen, schreibt der Gesetzgeber spezielle Schweißprüfungen und Anforderungen an den Schweißer vor. Zum nicht geregelten Bereich gehören alle anderen Schweißarbeiten, zum Beispiel an Aufbauten oder Stalleinrichtungen. Jedoch gilt für alle Schweißarbeiten die erforderliche Sachkunde, die auf einem Schweißlehrgang vermittelt werden kann.

Persönliche Schutzausrüstung

Beim Schweißen muss eine Persönliche Schutzausrüstung (PSA) getragen werden. Diese schützt den Schweißer unter anderem vor ultraviloetten Strahlen, welche die Haut schädigen und die Augen „verblitzen“. Auch die Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung), welche auf ungeschützten Körperteilen Verbrennungen verursachen kann, wird von der PSA abgehalten.

Zur PSA gehören mindestens:

  • schwer entflammbare Arbeitskleidung (möglichst hoher Baumwollanteil)
  • Handschuhe (müssen für das Schweißen zugelassen sein)
  • Lederschürze
  • Sicherheitsschuhe (dicht schließend, wobei der Schaft von der Hose überdeckt sein sollte, damit keine heiße Schlacke oder Glutteile eindringen können)
  • Schweißschirm, vorzugsweise jedoch ein Schweißhelm mit automatischer Verdunkelung und Schutzfilter (so bleiben beide Hände frei und der Schutz ist gewährleistet)
  • Kopfbedeckung (bei Überkopfarbeiten)
  • Gehörschutz (bei lauten Schweißverfahren)

Gesundheitsschädlicher Rauch

Beim Schweißen von hoch legiertem oder beschichtetem Stahl entstehen gesundheitsschädliche – oft auch Krebs erregende – Rauche und Feinstäube. Allein durch das Verbrennen der Ummantelung einer Stabelektrode werden Chromate freigesetzt. Bei sich wiederholenden oder umfangreichen Arbeiten sind daher Be- und Entlüftungs- bzw. Absaugvorrichtungen zu verwenden. Im Fachmarkt sind hierfür Schweißhelme mit Filter oder mobile Einrichtungen, die direkt über der Entstehungsstelle die schädlichen Emissionen absaugen, erhältlich. Neben dem Selbstschutz beim Schweißen ist es auch wichtig, die übrigen Personen im Betrieb vor dem Verblitzen zu schützen. Als Schutz können mobile Wände oder Vorhänge dienen.

Elektrik überprüfen

Strom ist schon in geringen Stärken für den Menschen gefährlich. Daher ist vor Beginn der Arbeit mit einem Schweißgerät eine Sichtprüfung der elektrischen Leitungen, des Elektrodenhalters, der Masseklemme inklusive der Masseleitung durchzuführen. Besondere Vorsicht ist bei Schweißarbeiten unter Zwangshaltung (z. B. sitzend, kniend, liegen oder angelehnt) oder im Abstand von weniger als zwei Metern zu elektrisch leitfähigen Teilen geboten. Die Gefahr, diese Teile zufällig zu berühren, ist hier besonders hoch. An feuchten oder heißen Arbeitsplätzen wird der elektrische Widerstand der menschlichen Haut, der Arbeitskleidung und der Schutzausrüstung durch Feuchtigkeit oder Schweiß erheblich herabgesetzt. In diesen Bereichen dürfen nur Schweißgeräte eingesetzt werden, die auf aktuellen Geräten mit einem „S“ in einem Quadrat, bei älteren Geräten mit der Bezeichnung „42V“ in einem Kreis oder einem „K“ in einem Quadrat gekennzeichnet sind. Diese Zeichen bestätigen die Eignung des Schweißgeräts bei erhöhter elektrischer Gefährdung. Zudem hat der Schweißer eine nicht leitende Unterlage zu verwenden. Die Massepunkte müssen gut mit dem Werkstück verbunden sein (hierfür eignen sich Magneten) und möglichst dicht an der Schweißstelle angebracht sein. Der Stromkreis, an dem das Schweißgerät angeschlossen ist, muss mit einem Fehlerstromschutzschalter mit einem Auslösestrom von nicht mehr als 0,03 mA ausgerüstet sein.

Brandschutz sicherstellen

Beim Schweißen entsteht große Hitze und es ist mit Funkenflug und Schweißspritzern zu rechnen. Alle brennbaren Flüssigkeiten und leicht entzündliche Materialien sind aus dem Gefahrenbereich zu entfernen. Schweißarbeiten an Fahrzeugen in Bereichen des Kraftstofftanks und der Fahrzeugbatterie sollten Fachleuten überlassen werden, da erhöhte Gefährdungen bestehen. Feuerlöscher oder andere geeignete Löschmittel sind immer bereitzuhalten.

Gefährdungsbeurteilung erstellen

Der Unternehmer hat bei seiner Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz auch das Schweißen zu beurteilen. Wesentliche Punkte sind die Erstellung einer Betriebsanweisung und die Unterweisung der Beschäftigten. Außerdem ist der Einsatz der Persönlichen Schutzausrüstung, deren Zustand und Eignung zu bewerten. Die elektrische Anlage, an der das Schweißgerät angeschlossen ist, sowie das Schweißgerät selber müssen den Vorgaben entsprechen und für den Einsatzzweck geeignet sein. Schließlich sind der Einsatz einer Absauganlage, die schädliche Staub- und Rauchentwicklung sowie Maßnahmen zum Schutz Dritter zu beurteilen.

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