Babypause
Mutter mit zwei Kindern
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Schwangerschaft und Betrieb

Wenn eine Mitarbeiterin schwanger ist, sind im Unternehmen einige Vorschriften für werdende Mütter zu beachten. Sobald dem Arbeitgeber eine Schwangerschaft bekannt wird, muss er eine Gefährdungsbeurteilung für die werdende Mutter durchführen.

Der Mutterschutz gilt für alle Frauen, die in einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis stehen. Die werdende Mutter sollte ihre Schwangerschaft dem Arbeitgeber so früh wie möglich mitteilen, damit die Mutterschutzregelungen wirksam werden können.

Meldepflicht

Sobald der Arbeitgeber von der Schwangerschaft erfährt, ist er verpflichtet, die zuständige staatliche Aufsichtsbehörde unverzüglich zu informieren. Weiteren Personen darf die Schwangerschaft nicht ohne Zustimmung der werdenden Mutter bekannt gegeben werden.

Für die ärztlichen Schwangerschaftsuntersuchungen ist sie ohne Lohn- oder Gehaltsausfall von der Arbeitszeit freizustellen.

Beurteilung der Arbeitsbedingungen

In der Gefährdungsbeurteilung für die werdende Mutter sind sämtliche Gefahren für die Gesundheit sowie alle Auswirkungen auf die Schwangerschaft und Stillzeit der Mitarbeiterin zu bewerten. Dies erfolgt am besten mit Unterstützung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit bzw. des Betriebsarztes.

Ergibt die Beurteilung, dass die Gesundheit der Schwangeren durch die Art der Tätigkeit gefährdet ist oder dass Auswirkungen auf die Schwangerschaft oder Stillzeit möglich sind, resultieren daraus Beschäftigungsverbote.

Verweis auf Unterpunkt Generelle Beschäftigungsverbote

Darüber hinaus gibt es individuelle Beschäftigungsverbote, die ein Arzt aussprechen muss und die den individuellen Gesundheitszustand der Schwangeren berücksichtigen. Sobald dem Arbeitgeber so ein Attest vorliegt, gilt das individuelle Beschäftigungsverbot.

Schwangere Frauen müssen sich während der Pausen und, soweit es erforderlich ist, auch während der Arbeitszeit unter geeigneten Bedingungen hinlegen und ausruhen können.

Mutterschutzfrist

Die Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin und endet im Normalfall acht Wochen nach der Entbindung. In diesem Zeitraum besteht ein absolutes Beschäftigungsverbot. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten beträgt die Schutzfrist zwölf Wochen nach der Entbindung.

Kündigungsverbot

Der Arbeitgeber darf der Schwangeren während der Schwangerschaft und danach bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung nicht kündigen.

Durch die Stillzeit darf der Mutter kein Verdienstausfall entstehen.

Mutterschutzlohn

Kann eine werdende Mutter ihre Arbeit wegen eines allgemeinen oder individuellen Beschäftigungsverbots nicht mehr ausüben, dürfen ihr keine finanziellen Nachteile entstehen. Sie behält auch dann mindestens ihren bisherigen Durchschnittsverdienst als Mutterschutzlohn, wenn der Betrieb die werdende Mutter auf einen anderen zumutbarenArbeitsplatz umsetzt. Der Mutterschutzlohn muss wenigstens der Höhe des Durchschnittsverdienstes entsprechen, den die werdende Mutter vor Eintritt der Schwangerschaft die letzten 13 Wochen, bei monatlicher Gehaltszahlung die letzten drei Monate, erhalten hat.

Antrag auf Mutterschaftsgeld

Das Mutterschaftsgeld wird von den gesetzlichen Krankenkassen während der Schutzfrist gezahlt. Es kann frühestens sieben Wochen vor dem mutmaßlichen Geburtstermin beantragt werden, weil die ärztliche Bescheinigung frühestens eine Woche vor Beginn der Schutzfrist ausgestellt werden darf.

Quelle: BG  BAU aktuell 3/2015

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