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Bild Arbeit mit einer Seilwinde zur Unterstützung von Baumfällarbeiten
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Sicherer Seilwindeneinsatz bei der Holzernte

Seilwinden sind heute bei der Waldarbeit nicht mehr wegzudenken. Beim Rücken von Holz aus dem Schlag aber auch bei der Fällung und der Holzernte bieten Seilwinden eine wichtige Unterstützung, um gefährliche Situationen zu entschärfen. Allerdings sind einige grundsätzliche Sicherheitsregeln zu beachten. Sonst kann es sehr schnell passieren, dass auch unter dem Einsatz der Seilwinde unfallträchtige Situationen entstehen, die zu schwersten Verletzungen führen können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Arbeiten Sie nie allein mit der Seilwinde (Ausnahme vorhandener Funknotruf Forst)
  • Beauftragen Sie keine Personen unter 18 Jahren mit Seilwindenarbeiten.
  • Weisen Sie Beschäftigte in die Seilwindenarbeit ein.
  • Verwenden Sie nur geeignete Anschlagmittel (Ketten, Umlenkrollen Schäkel etc.), die zu den Zugkräften der Winde passen.
  • Achten Sie auf Verschleißgrenzen am Seil (Drahtbrüche, Litzenbrüche, etc.) und an den Anschlagmitteln. So beschädigte Arbeitsmittel dürfen nicht mehr verwendet werden.
  • Bei Seilabrissen das Windenseil nicht verknoten. Die einzige regelkonforme Seilendverbindung, die Sie selbst herstellen dürfen, ist das „Flämische Auge“.
  • Gleithaken im Seil müssen mit dem Haken in Richtung des Seileinlaufes zeigen. Verdrehte Haken werden an der Hakenspitze belastet und können sich verformen.
  • Beim Ausziehen des Seiles nie über dem Gleithaken an das Seil greifen. Zahlreiche Unfälle resultieren aus dieser Situation. Ein versehentliches Ziehen führt regelmäßig zu schweren Handverletzungen.
  • Ohne Funkfernsteuerung bedienen Sie die Winde nur hinter dem Schutzgitter vom Fahrersitz aus, oder mit dem Steuerseil mit mindestens 5 m seitlichem Abstand zur Winde.
  • Bei Funkfernsteuerungen gehen Sie im seitlichen Abstand neben dem Anschlag oder hinter der gezogenen Last. Denn Kurzlängen können bei Hindernissen blitzartig seitlich ausschlagen.
  • Bevor Sie die Seilwinde ansteuern, vergewissern Sie sich, dass sich niemand im Gefahrenbereich der Winde und des Windenseiles aufhält. Dies trifft besonders auf den Seilinnenwinkel bei der Verwendung von Umlenkrollen zu.
  • Beim Anschlagen des Seiles bei der seilunterstützten Fällung verwenden Sie keine Leiter, sondern eine Schubstange, um das Seil mit der KAT (Königsbronner Anschlag Technik) am Baum in mehrere Meter Höhe zu bringen (s.u.).
  • Lassen Sie Ihre Winde einmal jährlich durch eine sachkundige Person prüfen. Eine qualifizierte Prüfung umfasst u.a. eine Zugkraftmessung, Bremskraftmessung und die Messung des Überschnittes. Abweichungen von dieser Prüfpraxis müssen mit einer betrieblichen Gefährdungsbeurteilung durch den Unternehmer begründet werden.

Zu empfehlen ist der Besuch eines Seilwindenlehrganges bei der SVLFG oder den Forstlichen Bildungszentren. >>>

Seilinnenwinkel

 

 
Einsatz Schubstange beim KAT System

Flämisches Auge
Bei Seilabrissen auf keinen Fall das Windenseil verknoten! In diesem Fall ist das „Flämische Auge"die Seilendverbindung, die Sie selbst herstellen dürfen.

Einsatz Schubstange beim KAT-System

 

 

 

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