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Gesellschaftsjagden sorgfältig planen!

Neben den traditionellen Formen der Treibjagd, aber auch anderen Jagdarten wie Stöber,- Drück- oder Baujagd gewinnen großangelegte revierübergreifende Bewegungsjagden an Bedeutung. Vor allem beim Schwarzwild, dessen Populationen und damit auch die Jahresstrecke ständig steigt, versucht man neben Pirsch oder Ansitzjagd mit Bewegungsjagden (Drück-, Riegel- und Treibjagden usw.) die steigende Wilddichte zu regulieren. Damit die Jagd für alle Teilnehmer  unfallfrei bleibt, weist die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft darauf hin, dass vor allem bei Gesellschaftsjagden auf die Einhaltung verbindlicher Sicherheitsvorschriften geachtet werden muss.

Gerade Gesellschaftsjagden stellen einen hohen Anspruch an den einzelnen Waidmann, Hund und Nachsuchenführer, um den Jagdablauf erfolgreich, waid- bzw. tierschutzgerecht, aber auch sicher zu gestalten. Sorgfältige Planung und Leitung sowie ein diszipliniertes Verhalten aller Jagdteilnehmer sind dafür Voraussetzung!

Gesellschaftsjagden - ein Schwerpunkt des jagdlichen Unfallgeschehens

Über 70 Prozent aller Unfälle mit Jagdwaffen ereignen sich bei Gesellschaftsjagden. Auch im vergangenen Jahr wurden den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften wieder schwere Jagdunfälle - mehrere sogar mit tödlichem Ausgang gemeldet. Natürlich weiß jeder Jäger um die Gefahren bei Treib- und Drückjagden. Und doch führen Leichtsinnigkeit, „Schusshitzigkeit“ oder übertriebener Jagdeifer schnell zu einer Gefährdung der Jagdkameraden.

Wichtig - die Beachtung der Sicherheitsvorschriften

Daher ist es nützlich, sich immer wieder an die Hauptregeln für das Verhalten der Jäger auf Treibjagden und sonstigen Gesellschaftsjagden zu erinnern. Die einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften (VSG 4.4 „Jagd“) stehen übrigens auch auf der Rückseite des Jagdscheins zum Nachlesen!

Die Aufgaben des Jagdleiters

Eine besondere Rolle bei Gesellschaftsjagden fällt dem Jagdleiter zu. Er ist unter anderem dafür verantwortlich,

  • dass die Schützen und Treiber vor Beginn der Jagd über die notwendigen Sicherheitsbestimmungen belehrt und ihnen die Signale bekannt gegeben werden;
  • dass alle Teilnehmer der Jagd entsprechende Warnbekleidung tragen;
  • dass den Schützen ihre Stände zugewiesen werden und die Nachbarstände und Schussbereiche gezeigt werden;
  • dass die einzelnen Treiben und Schussbereiche so gestaltet sind, dass niemand gefährdet wird;
  • dass die Jagd beendet wird, wenn die Sichtverhältnisse schlecht werden.

Gesellschaftsjagden sind besonders gefährlich, weil zahlreiche Personen im Jagdgeschehen teilnehmen und dadurch im Gefahrenbereich der Schusswaffen anwesend sein können. Neben den allgemeingültigen Grundsatz: „Jeder haftet für seinen Schuss“ müssen auch die Schützen beachten,

  • dass die Waffe erst auf dem Stand geladen wird und nach Beendigung des Treibens sofort zu entladen ist, sofern der Jagdleiter nichts anderes bestimmt hat;
  • dass sie sich deutlich farblich von der Umgebung abheben, z. B. mindestens Hutband beim Schützen – besser noch mit Warnweste;
  • dass die Waffe außerhalb der Treiben entladen, mit geöffneten Verschluss und mit der Mündung nach oben oder abgeknickt geführt wird;
  • dass sie sich nach Einnahme des Standes mit ihren Nachbarn verständigen und den Stand bis zum Ende des Treibens nicht verlassen;
  • dass kein Durchziehen durch die Schützen- oder Treiberlinie erfolgt und nicht in Richtung anderer Personen angeschlagen und geschossen wird, wenn sich Personen in gefahrbringender Nähe befinden;
  • dass Durchgeh- und Treiberschützen ihre Waffen nur entladen mitführen dürfen, außer auf Feldstreifen und Kesseltreiben. Das Mitführen einer „unterladenen“ Schusswaffe ist ausnahmsweise für Durchgeh- und Treiberschützen für den Eigenschutz, Fangschuss und den Schuss auf vom Hund gestelltes Wild zulässig.

 

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