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Allgemeine Tipps zur Unfallverhütung bei Biogasanlagen - Teil 1

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Biogasanlage

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Erfahrene Unternehmer kennen die Gefahren von Methan, Schwefelwasserstoff, Kohlendioxid und Ammoniak. Immer dann, wenn Gärprozesse einsetzen, werden diese Gase frei, die zum Teil bereits in geringsten Mengen gesundheitsschädlich oder gar tödlich sein können. Methan bildet in Verbindung mit Sauerstoff ein explosives Gemisch. Daher gehören Biogasanlagen zu den überwachungsbedürftigen Anlagen. Konkret heißt das: Vor Inbetriebnahme der Anlage und dann wiederkehrend ist nach der BetrSichV eine Überprüfung der explosionsgefährdeten Bereiche einer Biogasanlage zu veranlassen. Des Weiteren sind Geräte mit Schutz-, Sicherheits-, Kontroll- oder Regelfunktion sowie Gaswarneinrichtungen regelmäßig zu überprüfen. Seit dem 1. Juni 2015 gilt die neue BetrSichV mit geänderten Regelungen zu den Prüfungen!

Gemäß der ebenfalls seit 1. Juni 2015 aktualisierten GefStoffV sind explosionsgefährdete Bereiche soweit wie möglich zu verhindern. Ist dies nicht möglich, sind Zonen einzuteilen, zu kennzeichnen und Maßnahmen zur Verhinderung einer Entzündung zu ergreifen. Für die Zoneneinteilung gibt die Beispielsammlung der DGUV Regel 113-001 (EX-RL) Hilfestellung.

Im Zuständigkeitsbereich der SVLFG mit ca. 5.700 versicherten Biogasanlagen sind jährlich (Mittel 2012 - 2014) etwa 140 meldepflichtige Unfälle mit Personenschäden zu verzeichnen. Etwa die Hälfte der Unfälle ereignen sich bei Unterhaltungsarbeiten. Hier kommt es oft zu Verletzungen durch Arbeitsstoffe (Bleche, Metallspäne etc.), durch Werkzeuge (Schraubenschlüssel, Trennschleifer etc.) oder durch Sturz- und Abstürze von erhöht liegenden Arbeitsplätzen (z. B. von Leitern). Leider kommt es auch immer wieder zu tödlichen Unfällen, z. B. durch selbstanlaufende Teile von Feststoffdosierern oder durch Überrollen beim Silieren. Obwohl sich die Unfallzahlen durch Biogas auf wenige pro Jahr beschränken, besteht durch die Vergiftungs- und Explosionsgefahr ein erhebliches Risiko. Bei dem Umgang mit Biogas bedarf es also genauer Planung und vor allem Fachkunde.

 

 

 

 

 

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