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Stürzen vorbeugen

1. Richtig Auf- und Absteigen von landwirtschaftlichen Maschinen
Vom Schlepper abspringen kann böse Folgen haben
Komplizierte Brüche und aufwändige OP
Langwierige Krankengymnastik und Spätfolgen
So können Sie sich vor Stürzen schützen

2. Sturz in der Ebene
Rutschhemmende Fliesen einbauen!
Fußböden aufrauhen
Geländer anbringen
Hindernisse beseitigen
Räumen und Streuen
Der Witterung angepasstes Gehen
Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

3. Erhöht liegende Arbeitsplätze
Treppen statt Leitern!
Leitern an ständigen Aufstiegsstellen müssen mit Haken gegen Wegrutschen gesichert sein!
Treppenüberdachung und Treppenkonstruktionen
Ruhebühne, Rückenschutz bei Steigleitern
Absturzsicherungen und Geländer bei Laufstegen
Befahrbare Deckel mit Lüftungslöchern bei Güllegruben
Nicht durchsteigbare Umwehrung und Anfahrsockel bei Güllegruben
Steckbares Seitengeländer bei Fahrsilos
Angebänderte Deckel und Klappen verwenden
Vor Einstieg in Gruben diese auf Schadgase prüfen!
Anstellwinkel der Leiter beachten!
Verwendung von Leitersicherungen
Mindestens zwei feste Punkte auf Treppe und Leiter!
Regelmäßige Überprüfung und Ausbesserung der Leitern bei Bedarf
Hebebühne einsetzen statt Leitern!
Bei Dacharbeiten Anseilgeschirr verwenden!
Festes Schuhwerk mit ausreichendem Profil
Die LBG-Sicherheitsberater
Unsere Informations-Materialien


1. Richtig Auf- und Absteigen von landwirtschaftlichen Maschinen

Vom Schlepper abspringen kann böse Folgen haben
Rund 5.000 Unfälle werden den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften jährlich gemeldet, davon rund 2.000 beim Auf- und Absteigen. Häufigste Unfallursache: Vorwärts vom Fahrzeug abspringen und unglücklich auf dem Boden aufkommen. Wie schnell das geht, erzählt Landwirt Thomas Fuchs…

Film 1

Komplizierte Brüche und aufwändige OP
Der Unfallchirurg und beratender Arzt der Berufsgenossenschaften, Dr. Harald Baier, erklärt im Interview, welche medizinischen Folgen ein falsches Absteigen vom Schlepper nach sich ziehen kann. Komplizierte Brüche und langwierige operative Eingriffe sind an der Tagesordnung.

Film 2

Langwierige Krankengymnastik und Spätfolgen
Mit der medizinischen Erstversorgung ist es meist nicht getan. Eine längere Phase der Krankengymnastik schließt sich an. Wie die Therapie aussieht und welche Spätfolgen durch häufiges Abspringen auf die menschliche Wirbelsäule wirken, das erklärt der Physiotherapeut Kurt Steinbrecher.

Film 3

So können Sie sich vor Stürzen schützen
Neben den Bodenverhältnissen spielt auch das Schuhwerk eine Rolle. Worauf beim Kauf von Sicherheitsschuhen besonders geachtet werden sollte, das erläutert der LBG-Sicherheitsberater Werner Müller.

Film 4

Die LBG rät: Maßnahmen zur Unfallverhütung:

Organisatorische Maßnahmen
• Nicht vorwärts absteigen sondern rückwärts! Nicht abspringen!
• Aufstiege sauber halten
• Nicht während der Fahrt auf- und absteigen

Technische Maßnahmen
• Aufstiege rutschsicher gestalten
• Aufstiege durch weitere Tritte ergänzen

Persönliche Schutzausrüstung
• Sicherheitsschuhe mit rutschhemmender Sohle und Umknickschutz  


2. Sturz in der Ebene

Fußböden können bei ungeeignetem Bodenbelag sehr schnell zu einer ungewollten Rutschpartie führen. Auch Verkehrswege können je nach Witterungseinfluss oder wenn sich Hindernisse auf dem Weg befinden, zu schmerzhaften und langwierigen Sturzverletzungen führen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen. Mögliche Verletzungsfolgen bei Stürzen: Knochenbrüche, Querschnittslähmungen - die teuersten Unfälle für die Versichertengemeinschaft.

 
Rutschhemmende Fliesen einbauen!
Werden keramische Beläge im Rahmen von Neubau- oder Sanierungsarbeiten neu verlegt, so ist es sinnvoll, Fliesen oder Platten mit einer ausreichenden Rutschhemmung auszuwählen!
Für Stallgänge oder Melkstände ist mindestens eine Rutschhemmung R11 (besser R12) zu wählen! Der Bodenbelag im Melkstand sollte zudem säurebeständig sein.
Sturz und Fall

Fußböden aufrauhen
Bestehende, glatte Fußböden können zum Beispiel nachträglich aufgerauht werden oder mit Kunstharzbeschichtungen und Quarzsand beschichtet werden.

Sturz und Fall

Geländer anbringen
Treppen müssen sicher begehbar sein. Dazu gehört auch ein gleichbleibendes Steigungsverhältnis. Treppen mit mehr als 4 Stufen müssen einen Handlauf haben. Treppen ab 150 cm Breite mit mehr als 4 Stufen müssen auf jeder Seite einen Handlauf haben. Treppen mit mehr als 10 Stufen müssen auf jeder freiliegenden Seite ein Geländer mit Handlauf haben.

Sturz und Fall

Hindernisse beseitigen
Wer seinen Hof in Schuss und die Verkehrswege frei von abgestellten Dingen hält, verringert damit auch die Gefahr, über herumliegendes Arbeitsgerät zu fallen. Die Klassiker - bekannt aus Film und Fernsehen: der Rechen und der Gartenschlauch!

Sturz und Fall

Räumen und Streuen
Denken Sie frühzeitig daran, wie und womit Sie Ihre Betriebsstätte schnee- und eisfrei halten. Räumen Sie den Schnee auf den Betriebswegen jedes Mal vollständig weg! Vermeiden Sie das Festfahren - hier entstehen später Eisplatten!
Verwenden Sie geeignetes Streumaterial (beispielsweise Splitt). Vergessen Sie nicht das Nachstreuen bei Tauwetter!
Die Verwendung von Streusalz macht nur Sinn, wenn Sie nach dem Antauen erneut räumen, damit der Matsch nicht wieder anfriert.

Sturz und Fall  

Der Witterung angepasstes Gehen Gehen Sie bewusst und passen Sie ihr Gehtempo den Witterungs- und Bodenverhältnissen an! Hier kann eine gute Beleuchtung helfen, mögliche Gefahrenstellen frühzeitig zu erkennen.

Sturz und Fall  

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Gutes Schuhwerk ist die halbe Miete! Wichtig ist, dass Sie einen sicheren Halt darin haben. Ebenso wichtig: die rutschfeste Profilsohle. Wenn Sie ganz auf Nummer sicher gehen wollen:
Im Fachhandel gibt es auch Spikes, die Sie bei Bedarf an die Sohlen schnallen können. Sicherheitsschuhe haben eine gute rutschhemmende Profilsohle. Sie bieten ausreichenden Fersenhalt und durch die Stahlkappe ist ein ausreichender Zehenschutz vor herabfallenden Gegenständen gegeben!

Sturz und Fall  

3. Erhöht liegende Arbeitsplätze

Bei allen erhöht liegenden Arbeitsplätzen droht bei fehlenden Sicherungsvorkehrungen ein Herabfallen ( z. B. von Oberböden oder Leitern) bzw. ein Hineinstürzen (Gruben, Öffnungen).

Treppen statt Leitern!
Stürze von Leitern führen zu schwersten Verletzungen, die gerade im Alter nur noch schwer heilen. Ersetzen Sie deshalb Leitern durch Treppen wo immer das möglich ist. Benutzen Sie Leitern grundsätzlich nur, wenn Sie wirklich körperlich fit sind.

Sturz und Fall  

Leitern an ständigen Aufstiegsstellen müssen mit Haken gegen Wegrutschen gesichert sein!
Leitern müssen an den Zu- und Abgangsstellen die Möglichkeit zum leichten Übersteigen und sicheren Festhalten bieten:
Die Leiterholme überragen die Aufstiegsstelle entweder um 100 cm oder ein Handgriff ist in gleicher Höhe anzubringen.
Achtung: Stahlspitzen eignen sich nur für den Einsatz auf gewachsenem Boden!

Sturz und Fall   

Treppenüberdachung und Treppenkonstruktionen
Eine Überdachung hält Witterungseinflüsse (Nässe, Glatteis) fern und sorgt damit für ein hohes Maß an Sicherheit. Damit der Treppenlauf nicht zu steil gerät, sollte bei der Planung der Treppe die folgende Sicherheitsregel berücksichtigt werden: 2 mal Steigungshöhe plus 1 mal Auftrittstiefe = 63 cm +/- 2 cm

Sturz und Fall   

Ruhebühne, Rückenschutz bei Steigleitern
Steigleitern von mehr als 5 Meter Länge müssen ab 3 Meter über dem Boden beginnend mit einem durchgehenden, 5-teiligen Rückenschutz versehen sein. Alle 6 m müssen an einer Steigleiter Bühnen oder Klapptritte zum Ausruhen beim Aufsteigen vorhanden sein (Ausnahme: Aufstiege bis zu 10 m Länge).

Sturz und Fall   

Absturzsicherungen und Geländer bei Laufstegen
Gerade in großer Höhe über den Silos ist es wichtig, dass die Laufstege beidseitig mit einem dreiteiligen Geländer ausgerüstet sind: Brust-, Knie- und Fußleiste.

Sturz und Fall   

Befahrbare Deckel mit Lüftungslöchern bei Güllegruben
An gegenüberliegenden Seiten der Güllegrubendecke sind Entlüftungsöffnungen mit mindestens 0,04m² Querschnitt vorzusehen: dies sind z. B. zwei Öffnungen mit den Maßen 20 x 20 cm oder mit dem Durchmesser 22,5 cm.

Sturz und Fall   

Nicht durchsteigbare Umwehrung und Anfahrsockel bei Güllegruben
Offene Gülle- und Jauchegruben müssen mit einer nicht durchsteigbaren Umwehrung von mind. 1,80 m Höhe abgesichert sein

Sturz und Fall   

Steckbares Seitengeländer bei Fahrsilos
Steckbare Seitengeländer bei Fahrsilos können zum Befüllen abgenommen werden. Sie mindern das Risiko einer Beschädigung durch anfahren. Nach dem Befüllen müssen die Geländer wieder angebracht werden.

Sturz und Fall  

Angebänderte Deckel und Klappen verwenden
Solche Deckel bieten auch im geöffneten Zustand eine Sicherung gegen Absturz. Im Übrigen gilt die Regel: Die Klappen, die man aufmacht, soll man auch wieder selber zumachen – dann kann auch ein Anderer nicht hineinfallen!

 

Sturz und Fall   

Vor Einstieg in Gruben diese auf Schadgase prüfen!
Belüften Sie die Grube ausreichend lang vor dem Einsteigen und führen Sie Gasmessungen durch, ob ausreichend Atemluft in der Grube vorhanden ist. Sie müssen Anseilschutz tragen, damit Sie im Ernstfall von 2 Personen, die die Arbeiten oben auf der Grube beaufsichtigen, herausgezogen werden können. Gehen Sie auf Nummer sicher, und tragen Sie beim Einsteigen umgebungsluftunabhängigen Atemschutz.

Sturz und Fall   

Anstellwinkel der Leiter beachten!
Steht die Leiter zu flach, ist die Gefahr groß, dass sie wegrutscht! Bei zu steilem Anstellwinkel besteht Kippgefahr.

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Verwendung von Leitersicherungen
Leitern müssen immer standsicher und sicher begehbar aufgestellt werden! Dazu gehört, dass - je nach Einsatzbereich - die Leiterfüße gesichert werden müssen: durch eine zweite Person, durch Kunststoff- oder Gummifüße oder auf gewachsenem Boden durch Erdspieße.

Alle Holz- und Aluleitern lassen sich mit Erdspießen bzw. Metallspitzen nachrüsten! Diese Nachrüststacheln sind dann verschiebbar oder klappbar, so dass die Leiter auch nach der Nachrüstung noch auf festen Böden (Beton, Asphalt, Pflaster. Platten) mit den werkseitigen Kunststofffüßen eingesetzt werden kann.

Zur Sicherung des Leiterkopfes hat sich das Anbinden mit einem Zurrgurt bewährt.

Sturz und Fall  
Sturz und Fall  
Sturz und Fall  

Mindestens zwei feste Punkte auf Treppe und Leiter!
Um jeder Zeit die nötige Standsicherheit auf Treppen und Leitern zu haben, sollte immer eine Hand und ein Fuß am Geländer bzw. auf der Stufe sicheren Halt finden.

Deswegen ist z. B. Arbeiten mit der Motorsäge auf einer Leiter stehend verboten!

 

Sturz und Fall  

Regelmäßige Überprüfung und Ausbesserung der Leitern bei Bedarf
Unbrauchbare Leitern sind unverzüglich zu vernichten!
Die Unfallkosten durch eine zusammenbrechende Leiter oder durch einen Sprossenbruch stehen in keinem Verhältnis zu den Kosten einer neuen, stabilen Leiter. Kaufen Sie nur qualitativ gute Leitern (DIN EN 131 und am besten mit GS-Zeichen)!

Sturz und Fall   

Hebebühne einsetzen statt Leitern!
Arbeitskörbe oder Arbeitsplattformen im Front- oder Teleskoplader sind ideale Arbeitsplätze, um z.B. in der Höhe liegende Reparatur- oder Wartungsarbeiten sicher durchführen zu können. Zudem bieten sie die Möglichkeit, dass Arbeitsmaterial und Werkzeug gleich mit im Korb nach oben genommen werden kann.

Sturz und Fall  

Bei Dacharbeiten Anseilgeschirr verwenden!
Anseilschutz ist aber nur zulässig, wenn der Arbeitsumfang zwei Personentage nicht überschreitet! Desweiteren muss das Sicherungsseil an einem stabilen Bauteil angeschlagen werden, dass eine mögliche Stoß- bzw. Zugbelastung von 7,5 kN (~ 750 kg) aufnehmen kann.

Sind großflächige Dacharbeiten geplant, so muss vor den Dacharbeiten an allen Dachaussenkanten ein Fanggerüst aufgestellt werden!

Beim Begehen von älteren Wellplatten besteht Durchsturzgefahr! Deshalb müssen zum Begehen der Dachfläche Laufbohlen ausgelegt werden. Unter der Dachfläche müssen darüber hinaus Auffangnetze eingezogen werden, falls im Gebäude keine Zwischendecken vorhanden sind.

Sturz und Fall   

Festes Schuhwerk mit ausreichendem Profil
Sicherheitsschuhe bieten ausreichendes und gutes Profil.
Speziell für die Waldarbeit beim Umgang mit der Motorsäge sind Waldarbeiterschuhe oder -stiefel vorgeschrieben, die eine Stahlkappe und auch eine Schnittschutzeinlage haben.

 

Sturz und Fall   

Die LBG-Sicherheitsberater
Unsere LBG-Sicherheitsberater helfen gerne in allen Fragen der Arbeitssicherheit weiter!

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