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Giftige Pflanzen und Beeren

Reife Beeren verlocken im Sommer zum Naschen. Solange es sich dabei um essbare Beeren handelt, spricht viel dafür, sich die gesunden Vitamine direkt aus dem Garten schmecken zu lassen. Wenn allerdings Kinder „ernten“, sollte immer ein Erwachsener ein wachsames Auge darauf haben, was der Nachwuchs in den Mund steckt.

Schutz von Kindern

Verwechslungen mit Fruchtständen giftiger Pflanzen können gerade für Kleinkinder fatale Folgen haben. Eltern und Erziehungsberechtigten wird geraten:

  • Bringen Sie Ihren Kindern bei, immer zu fragen, ob die von ihnen gefundenen Früchte oder Beeren essbar sind.
  • Halten Sie Terrasse, Balkon und Garten frei von Giftpflanzen.
  • Zeigen Sie Ihren Kindern giftige Pflanzen in der Umgebung und deren Samenstände. Erklären Sie den Kindern, warum sie diese Pflanzen nicht berühren und die Beeren keinesfalls essen dürfen.
  • Notieren Sie die Notrufnummer der für Sie zuständigen Giftnotrufzentrale deutlich sichtbar – zusammen mit den anderen Notrufnummern – bei ihrem Telefon und in ihrem Arzneimittelschrank. Eine Übersicht der Giftnotrufzentralen sowie weiterführende Informationen und Downloads finden Sie hier (von der BZgA betreut).
  • Ergänzen Sie Ihren Arzneimittelschrank um medizinische Aktivkohle. Im Fall einer Vergiftung mit Giftpflanzen leistet Aktivkohle wertvolle Dienste. Lassen Sie sich von ihrem Arzt vorsorglich über die richtige Anwendung von Aktivkohle bei Vergiftungen beraten. 
  • Die grünen Stellen an Kartoffelpflanzen sind genauso giftig wie rohe grüne Bohnen oder unreife grüne Tomaten. In Getreideähren versteckt sich selten die hochgiftige Dauerform des Mutterkorn-Pilzes. Das Mutterkorn imitiert von der Größe und vom Aussehen her ein Getreidekorn. Da es schwarz ist, kann es allerdings gut erkannt werden.   

Wie erkenne ich eine Vergiftung?

Wenn sich Kinder in der Nähe von Giftpflanzen beziehungsweise giftigen Beeren aufhalten oder sie Reste von ihnen in den Händen halten, dann ist auf jeden Fall erhöhte Vorsicht angebracht. Zu den typischen Vergiftungsanzeichen gehören auffällige Verhaltensänderungen, Zittern, Kopfschmerz, Schwindel, erhöhter Speichelfluss, Bauchschmerzen, Übelkeit, Teilnahmslosigkeit bis hin zu Bewusstseinseintrübung oder Bewusstlosigkeit.

Roter Fingerhut
Der Rote Fingerhut, meist nur Fingerhut genannt, ist eine hochgiftige Pflanze, deren Verzehr tödlich enden kann.

Mein Kind hat sich vergiftet – was tun?

  • Säubern Sie den Mundraum des Kindes sorgfältig und entfernen Sie etwaige Reste.
  • Bewahren Sie Reste der giftigen Beeren beziehungsweise der Giftpflanze auf, damit der Notarzt erkennen kann, worum es sich handelt. 
  • Rufen Sie den für Sie zuständigen Giftnotruf oder alternativ die 112 an und folgen Sie den Anweisungen. Alternativ suchen Sie sofort einen Arzt oder eine Ambulanz auf.
  • Sofern Sie medizinische Aktivkohle im Haus haben, können Sie dem Kind diese geben. Aktivkohle kann Gift binden. Verweigert das Kind die Einnahme, kann die Kohle auch in Wasser oder Saft aufgelöst verabreicht werden. Wichtig: Aktivkohle nicht bei Säure- oder Laugenvergiftungen verabreichen.
  • Lassen Sie das Kind viel stilles Mineralwasser, Leitungswasser oder Tee trinken, um die giftige Substanz zu verdünnen.
  • Bringen Sie das Kind nicht zum Erbrechen, dies könnte die Speiseröhre angreifen.

Weitere Gefahrenquellen

Kinder können sich nicht nur durch Pflanzen vergiften. Gefahrstoffe, zum Beispiel Putzmittel, Spülmittel, Sanitärreiniger, Tabak, Medikamente oder Alkohol gibt es in jedem Haushalt.

Rechts neben diesem Artikel sind unter den Links weiterführende Informationen zu finden, die allen Eltern, insbesondere in landwirtschaftlichen Betrieben, helfen, Kinder vor Vergiftungen zu schützen.

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