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Sicherheitstipps für Erdarbeiten

Nicht jedes Unfallrisiko ist sofort zu erkennen. Wer denkt schon beim Einlegen von Entwässerungs- oder Drainagerohren, beim Aushub von Schächten oder Gruben für Fundamente an Lebensgefahr?

Gerade auf kleineren Baustellen, die Betriebsleiter selbst durchführen, ist die Gefahr hereinbrechender oder abrutschender Erdmassen groß. Das zeigen immer wieder tragische Unfälle auf unseren landwirtschaftlichen Betrieben, aber auch im Garten- und Landschaftsbau. Die Einhaltung der Sicherheitsregeln hilft Unfälle zu verhindern.

Verbaumaßnahmen durchführen 

Wer Gräben aushebt, muss sie ab einer Tiefe von 1,25 Metern verbauen oder an beiden Seiten im 45 Grad Winkel anböschen. Letzteres gilt aber nur bis zu einer maximalen Grabentiefe bis 1,75 Meter. Beim Grabverbau auf Friedhöfen gilt, dass die Mitarbeiter die Grubenwände generell allseitig verbauen müssen.

Schwere Verletzungen durch Druck der Erdmassen

Personen, die durch nachgebende, einstürzende Grabenwände verschüttet werden, haben geringe Überlebenschancen. Selbst Teilverschüttungen führen häufig zum Tod. Ein Kubikmeter Erde wiegt etwa 2 Tonnen -  gut vorstellbar, wie groß hier die Gefahr ist. Durch den enormen Druck der Erdmassen wird im Fall einer Verschüttung das Blut in die oberen Organe gepresst. „Die Opfer von Grabeneinbrüchen sterben an inneren Verblutungen“ erklärt ein Notfallmediziner. „Es ist, als würden sie mit einer Planierwalze an eine Wand gedrückt.“

Gefährliche Zonen erkennen

Besonders „heimtückisch“ sind Grabenwände, die natürliche oder von Menschen erzeugte Störzonen aufweisen. Natürliche Störzonen sind Grobsandbänder (Flins) oder stark wasserhaltige Mergelschichten. Von Menschen erzeugte Störzonen sind Grab- und Verfüllarbeiten, die an der neuen Baustelle in der Vergangenheit stattgefunden haben. Sie geben bei Druckveränderungen durch Grabarbeiten den über ihnen gelagerten Erdmassen ohne Vorwarnung nach. Personen im Graben sind in solchen Fällen chancenlos. Auch erhöhen sie bei Arbeiten am und im Graben das Risiko enorm.

Beurteilung durch Fachleute notwendig

Weil nur sicherheitsbewusste Bauprofis das Risiko von Erdarbeiten richtig beurteilen können, ist es wichtig:

  1. Baustelle von einem Fachmann vor Beginn der Arbeiten besichtigen lassen, inklusive angrenzender Gebäude, Verkehrswege, Betriebseinrichtungen (z. B. Silos) und Energieversorgungsleitungen (Strom, Gas)
  2. Grabentiefe, einschließlich Sicherungsmaßnahmen, und mögliche Statikprobleme aktiv ansprechen
  3. Baufirmen beauftragen und Sicherungsmaßnahmen als Bauherr überwachen. Gerne den zuständigen Präventionsmitarbeiter der SVLFG als beratenden Partner auf die Baustelle holen.

Folgende Fehler sind häufig zu beobachten:

  • Gräben werden tiefer als ursprünglich geplant und Verbaumaterial steht nicht rechtzeitig zur Verfügung
  • Aushubmaterial wird unmittelbar am Grabenrand abgelagert und erhöht damit den Druck auf die Grabenwände (Sicherheitsabstand mind. 0,6 m!)
  • Fahrzeuge (auch schweres Gerät) befahren die Grabenränder oder werden dort aufgestellt (z. B. Krane)
  • Bauhelfer begeben sich in ungesicherte Gräben, um die Grabensohle zu ebnen oder Rohrstücke zu verbinden
  • „Erfahrene“ Baggerfahrer werden eingesetzt („Ich baggere schon dreißig Jahre Gräben aus und es ist nie was passiert“), die trotzdem zu wenig Ahnung von den sicherheitsrelevanten Anforderungen haben
  • Unmittelbar angrenzende Gebäude oder Betriebseinrichtungen (Silowände) werden als Schutz wahrgenommen, obwohl sie tatsächlich das Risiko von Erdeinbrüchen massiv erhöhen

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