Sicherheit auf der Baustelle
Dach mit Fangnetz
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Dacharbeiten - Absturzsicherungen retten Menschenleben

Jedes Jahr verunglücken Personen, weil sie ungesichert von Dächern abrutschen oder auf morschen, wurmstichigen Heu-, Stroh- oder sonstigen Böden durchbrechen. Wer einen solchen Sturz überlebt, hat oft lebenslang an den Spätfolgen zu tragen.

Deshalb planen Sie die Arbeiten unbedingt im Vorfeld und überlegen Sie, ob Sie oder Ihre Mitarbeiter fachlich und körperlich geeignet sind, diese Arbeiten auszuführen und ob die geeigneten Arbeits- und Sicherungsmittel im Betrieb zur Verfügung stehen.

Im Zweifel ist eine Fachfirma mit diesen Arbeiten zu beauftragen!

Sofern - nach Prüfung des o.g. Sachverhaltes - Sie oder Ihre Mitarbeiter die Arbeiten ausführen können, wählen Sie ein sicheres Arbeitsverfahren aus. Viele Dacharbeiten lassen sich von einer Hubarbeitsbühne oder einer an den Schlepper oder Teleskoplader angebrachten Arbeitsplattform sicher ausführen.

Muss das Dach betreten werden, sind folgende Sicherungsmaßnahmen nötig:

  • Vor Beginn von Dacharbeiten muss ein Dachfanggerüst aufgestellt werden, das alle Dachkanten gegen Absturz absichert, in deren Nähe (Montage-)arbeiten verrichtet werden sollen. Fanggerüste an Dächern mit einer Neigung größer 20 Grad müssen im Traufbereich zusätzlich mit seitlichen Netzen oder Drahtgittern ausgestattet werden.
  • Bei nicht begehbaren Dächern muss das Durchbrechen verhindert werden. Vor dem Begehen sind mindestens 24 Millimeter dicke Laufbohlen auf dem Dach auszulegen. Darüber hinaus muss in allen Gebäuden ohne Geschoss- bzw. Zwischendecken (z.B. Hallen oder Scheunen) unter der Dachfläche ein Auffangnetz eingespannt werden, das durchbrechende Personen auffangen kann. Nicht durchtrittssicher sind Wellplatteneindeckungen, zum Beispiel aus Faserzement oder Kunststoff und Trapezbleche. Sie vermitteln ein trügerisches Gefühl der Stabilität, sind aber grundsätzlich nicht begehbar!
  • Auch beim Umdecken von Dächern mit gleichzeitigem Austausch der alten Latten, auf denen die Ziegel liegen, muss zusätzlich im Gebäudeinneren ein Auffangnetz gegen Personenabsturz eingezogen werden.
  • Es empfiehlt sich bei der Auswahl von Dacheindeckungen darauf zu achten, dass diese durchsturzsicher sind. Dies verringert die Unfallgefahr, wenn aus Versehen ein Tritt neben die Laufbohlen geht! Bei Fragen hierzu stehen Ihnen die Präventionsmitarbeiter der SVLFG gerne zur Verfügung.
  • Läuft über das Dach eine Stromleitung, so ist diese vor Arbeitsbeginn spannungsfrei zu schalten bzw. abzuisolieren.

Die Unfallstatistik zeigt, dass bei Dacharbeiten, die ohne die notwendigen Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden, Unfälle mit schweren und nicht selten tödlichen Verletzungen leider die Regel sind.

Nutzen Sie zur Planung und Durchführung von Dacharbeiten einen Sicherheits- und Gesundheitsplan (SiGe-plan), damit Sie keine wichtigen Sicherungsmaßnahmen vergessen!

Übrigens: Bei einer Arbeitshöhe von sieben Metern und mehr ist die Erstellung eines SiGe-Plans verpflichtend. Den SiGe-Plan für Hallen und Ställe find Sie hier: >>>

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