Aus dem Unfallgeschehen
Jagd

Martin Empl

Martin Empl, alternierender Vorstandsvorsitzender der SVLFG: "Immer wieder kommt es bei der Nutzung und dem Bau von Ansitzeinrichtungen zu schweren Unfällen. Überprüfen Sie diese regelmäßig vor der Nutzung und beachten Sie die Sicherheitsregeln der LBG beim Auf- und Abbau."

Weitere Informationen
Sie sind hier: Prävention Aktuelles Meldungen 2015

Unfallschwerpunkt Hochsitz

Bei der Jagd kommt es oft zu gefährlichen Situationen. Einen Unfallschwerpunkt bilden Fehler bei Bau oder Montage oder die mangelhafte Wartung des Hochsitzes, wie die drei folgenden Unfälle zeigen.

Unfall 1: Beim Bau einer neuen Ansitzeinrichtung stellten der Jagdpächter V. und ein Helfer den Unterbau mit dem Podest auf und bestiegen dieses, um die Wandteile und das Dach der Kanzel zu montieren. Zuerst stieg der Jagdpächter auf das Podest und sein Helfer reichte die Wandteile nach oben. Im Anschluss bestieg der Helfer über die bereits angebrachte Aufstiegsleiter ebenfalls das Podest. Nach Montage der Kanzel wollten beide absteigen und be­traten zusammen das Kanzelpodest, um sich beim Absteigen gegenseitig Hilfestellung zu leisten. Durch die einseitige Gewichtsverlagerung und die noch nicht komplett erstellte Abstützung des Ansitzes geriet dieser in Schieflage und stürzte um. Bei dem Sturz aus circa drei Metern Höhe zog sich der Helfer eine komplexe Sprunggelenksfraktur am linken Bein sowie etliche Prellungen zu.

Unfallursache fehlende Abstützung
Das Podest wurde in der fehlerhaften Annahme, dass die Konstruktion auch ohne die fehlende Schrägabstützung schon standsicher sei, betreten.

Hochsitz

Wie man sicher einen Hochsitz aufbaut, lesen Sie in der Broschüre "Sichere Hochsitzkonstruktion".

Unfall 2: Am Unfalltag betrat Jäger B. einen circa sechs Meter hohen Hochsitz mit geschlossener Kanzel. Als er den Hochsitz kurz verlassen wollte, brach er beim Heraustreten aus der Kanzel durch den etwa fünf Zentimeter dicken Holzfußboden. Er stürze ab und zog sich tödliche Verletzungen zu.

Unfallursache mangelhafte Wartung
Der Hochsitz besaß eine stabile Unterkonstruktion aus Stahlstützen und die Holzbohlen waren in eine ebenfalls aus Stahl gefertigte Rahmenkonstruktion eingelegt. Wo Holz auf Metall aufliegt, kann sich leicht Fäulnis bilden, da sich dort Feuchtigkeit sammelt und über längere Zeit hält. Da die Bohlen bei einer reinen Sichtprüfung nicht zwingend als morsch erkannt werden können, muss hier sorgfältiger geprüft werden. Zur Überprüfung hätte ein Werkzeug (zum Beispiel Spitzhammer) genutzt werden müssen. Diese Überprüfung ist mindestens einmal jährlich und vor jeder Nutzung der Ansitzeinrichtung durchzuführen.

Unfall 3: Bei der Demontage eines älteren Hochsitzes schraubte der Jagdpächter L. die Befestigung der Aufstiegsleiter ab. Auf der gegenüberliegenden Seite waren zwei Helfer von einer Standleiter aus mit dem Abbau der Kanzel beschäftigt. Da drei der vier Eckpfeiler des Hochsitzes morsch waren, kippte der Hochsitz und fiel auf den Jagpächter. Er zog sich schwere Verletzungen der Wirbelsäule und etliche Rippenfrakturen zu.

Unfallursache fehlerhaftes Arbeitsverfahren
Vor der Demontage hätte die Standsicherheit des Hochsitzes geprüft und ein geeignetes Arbeitsverfahren für dessen Abbau gewählt werden müssen. Grundsätzlich dürfen Arbeiten in der Höhe nur von einem sicheren Standplatz aus ausgeführt werden (zum Beispiel Hubarbeitsbühne oder Arbeitsplattform am Frontlader).  

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