Fahrsilo
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Gefährdung durch Gase im Fahrsilo

In den ersten Stunden und Tagen des Silierprozesses aus dem Fahrsilo austretende Schadgase führen im Extremfall zu tödlichen Unfällen. Um diese zu vermeiden, nennt die SVLFG praktikable Schutzmaßnahmen.

Eine mögliche Gefährdung beim Arbeiten an der Silomiete besteht dann, wenn augenscheinlich noch Gärgas unter der Folie ansteht und die Silomiete entgegen der Beratungsempfehlung nicht nach sieben Wochen, sondern bereits nach wenigen Tagen wieder geöffnet werden soll. Gefahren bestehen nicht nur für Menschen, sondern im gleichen Maße auch für neben einer Silomiete untergebrachte Tiere, z. B. Kälber in Kälberhütten.

Gärgase gehören zum Silageprozess und sind unvermeidbar. Bei den Gärgasen handelt es sich u.a. um nitrose Gase (Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid), die sich aus Nitrat der Pflanzen bilden. Werden nitrose Gase eingeatmet, bilden sich im Körper Salpetersäure und salpetrige Säure. Von ihnen geht eine Reiz- und Ätzwirkung auf Augen, Atemwege und Haut aus. Dadurch besteht die Gefahr schwerer Augen- und Lungenschäden.

Schutzmaßnahmen

Grundsätzlich sollten sich während des Silierprozesses Personen vom Silo fernhalten. Hierüber sollten alle im Betrieb Tätigen und auf dem Betrieb lebende Familienangehörige informiert sein. Besondere Maßnahmen sind notwendig, wenn sich in den ersten Stunden und Tagen des Silierprozesses am Silo die Folie hochwölbt. Sie sollten auf keinen Fall die Folie öffnen und das Gasgemisch ablassen. Tritt ein gelblich-braunes, schlieriges Gas aus bzw. wird ein stechender Geruch bemerkt, sollten Sie diesen Bereich für Menschen und Tiere unzugänglich machen.

Vorfall in Kleve

In 2014 kam es zu einem bemerkenswerten Austritt von Gärgas aus einer frischen Maismiete des Versuchs- und Bildungszentrums Landwirtschaft Haus Riswick in Kleve.

Die nachstehenden Abbildungen von Dr. Klaus Hünting, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, zeigen eine durch Gärgase angehobene Silofolie sowie die typischen Merkmale nach dem Gasaustritt.

Gaergashaube typische Merkmale nach dem Gasaustritt
Durch Gärgase angehobene Silofolie

Nitrose Gase flossen an der Silomauer herunter und wirkten
sich in der umliegenden Vegetation wie ein Herbizid aus.

  Fotos: Dr. Klaus Hünting, LWK Nordrhein-Westfalen

 

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