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Den Augen zuliebe - Schutzbrille tragen

Allein im Jahr 2014 wurden der Landwirtschaftlichen Unfallversicherung 18.641 Arbeitsunfälle mit Augenverletzungen gemeldet. Die Folgen der Augenverletzungen reichten von der einfachen Reizung bis zur totalen Erblindung. Bei der Verwendung einer passenden Schutzbrille hätten die Augenunfälle bzw. die Schwere der Verletzungen auf ein Minimum reduziert werden können. Bei fast allen Augenunfällen war auf dem Betrieb eine Schutzbrille vorhanden. Daher stellt sich die Frage, warum zum Unfallzeitpunkt keine Schutzbrille getragen wurde.

Häufige Antworten sind:

  • Eine Gefährdung der Augen wurde nicht wahrgenommen.
  • Die Sicht war behindert, weil die Brillengläser beschlagen waren. Deshalb wurde ohne Brille weitergearbeitet.
  • Die Brille war verschmutzt und dadurch die Sicht behindert.
  • Über die vorhandene Sehhilfe passte die Schutzbrille nicht.
  • Die Schutzbrille wurde getragen und trotzdem ist es zur Augenverletzung gekommen, weil die Schutzbrille nicht richtig anlag.

Durch Erhöhung der Trageakzeptanz können die Unternehmer Augenverletzungen reduzieren. Das wird durch Sensibilisierung der Versicherten und Bereitstellung der richtigen persönlichen Arbeitsschutzbrille erreicht. Damit die Versicherten wissen, bei welchen Tätigkeiten die Augen gefährdet sind, müssen sie unterwiesen werden.

Gefährdet sind die Augen zum Beispiel:

  • durch wegfliegende Teile beim Schleifen, Bohren, Schlagen oder Arbeiten mit der Motorsense
  • durch Spritzer beim Umgang mit Gefahrstoffen, wie Reinigungs-, Desinfektions- und Pflanzenschutzmittel oder Säuren
  • durch Spritzer beim Umgang mit heißen Flüssigkeiten
  • durch UV-Strahlung oder Schlacke beim Schweißen

Bei all den genannten Tätigkeiten muss konsequent eine Schutzbrille getragen werden. Dies ist möglich, wenn sie den Bedürfnissen des einzelnen Trägers entspricht.

  • Die Schutzbrille muss gut anliegen, damit kein Fremdkörper durch Freiräume an das Auge gelangen kann.
  • Die Brillengläser sollten schlag- und kratzfest, sowie beschlagfrei sein.
  • Damit die Brille einen festen Platz hat und nicht bei der Aufbewahrung verschmutzt, ist eine Brillenaufbewahrungsbox notwendig.
  • Für Personen mit Sehbehinderung bietet sich eine Arbeitsschutzbrille mit Sehstärke an.

Je nach Gefährdungsgrad der Tätigkeit gibt es verschiedene Schutzbrillen mit unterschiedlichen Glasarten von Einstärkenbrillen bis zur Gleitsichtbrille mit getönten Gläsern.

Schutzbrillen mit Sehstärke bekommt man beim Augenoptiker vor Ort. Der Optiker überprüft die Sehstärke und berät bei der Auswahl der Fassung und Gläser.

Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es vom Präventionsdienst der SVLFG, Matthias Hansen unter 0171 4466713.

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