Ein Silogeländer muss stabil sein
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Artikel "Mehr Sicherheit am Fahrsilo" aus LSV kompakt 2/2013:

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Absturzsicherungen an Fahrsiloanlagen retten Leben

Neues Stecksystem macht die Arbeit sicherer

Auf Biogasanlagen oder großen Milchviehbetrieben sind heute Fahrsilos mit Seitenwänden von mehr als drei Metern Höhe keine Seltenheit mehr. Bei besonders breiten Kammern entstehen Absturzhöhen an der Anschnittkante von bis zu acht Metern und mehr. Spätestens wenn die Kammern sich leeren, entstehen Gefahrenstellen. Hier ohne Absturzsicherung zu arbeiten, ist grob fahrlässig. Geländer haben sich bewährt.

Bild Fahrsilo Überblick
Bild: Fahrsilo Überblick

Vor Einbau informieren

Stören die Geländer beim Silieren, dürfen diese für den Befüllvorgang abgeklappt oder geöffnet werden. Die SVLFG rät: „Informieren Sie sich vor dem Einbau eines Silogeländers, ob und wie leicht dieses entfernt werden kann und wie stabil es ausgeführt ist. Stecksysteme erleichtern die Arbeit. Informieren Sie sich, wie die Montage funktioniert. Auch für schräge Silowände gibt es inzwischen gute Lösungen. Ein weiteres Kaufkriterium sollte die Möglichkeit der einfachen und kostengünstigen Beschaffung von Ersatzteilen sein. Bei Modellen, deren waagrechte Knie- und Brustgeländer zum Beispiel aus Gerüststangen bestehen, ist dies ohne weiteres gewährleistet."

Bild Montage waagerechter Knie- und Brustgeländer aus Gerüststangen
Bild: Montage waagerechter Knie- und Brustgeländer aus Gerüststangen

Erfahrungen eines Landwirts

Biogasanlagenbetreiber Albert R. aus Oberbayern hat ein neues Geländer an seinem Traunsteiner Fahrsilo (Wandhöhe bis zu 2,20 Meter, schräge Silowände) nachgerüstet.

Er hat ein auf sein Silo abgestimmtes Stecksystem gewählt. „Ein Silogeländer muss stabil sein, damit es auch wirklich hält, wenn es darauf ankommt. Außerdem muss der Auf- und Abbau einfach und in einem akzeptablen Zeitrahmen möglich sein. Und es muss den Sicherheitsansprüchen entsprechen.“ Aus diesen Gründen hat der Landwirt ein fertiges Stecksystem eines namhaften Herstellers gewählt. Albert R. hat sich aus Zeitgründen entschieden, das Geländer montieren zu lassen. Aber nach seiner Einschätzung kann jeder etwas handwerklich Begabte diese Arbeiten auch selber ausführen.

Bild Silogeländersysteme mit verzinkten Geländerfüßen zum Anklemmen
Bild: Neue Silogeländersysteme mit verzinkten Geländerfüßen zum Anklemmen bieten gute Lösungen auch für schräge Silowände

Gut zu wissen: „Die erste Montage ist etwas arbeitsintensiv. Die Geländersockel werden einmalig an der Silowand angeklemmt.“ Damit das Silieren reibungslos abläuft, muss das Silogeländer für Albert R. komplett abnehmbar sein. Das muss rasch und einfach gehen. „Der Auf- und Abbau dauert bei meinem Silo mit 35 Metern Seitenlänge etwa eine halbe Stunde. Das ist akzeptabel.“

Eigenbau oder Fertigsystem?

„So ein Geländer kann man auch selber bauen, wenn man Tüftler ist und Zeit hat“, sagt Albert R. Aber: „Die Einzelteile müssen sowieso zugekauft werden, die Füße müssen verzinkt sein und der Herstellungs- und Montageaufwand ist erheblich.“ Ob das wirklich günstiger ist als die Profilösung, zweifelt Albert R. an. Außerdem ist er mit seinem Betrieb voll ausgelastet und will auch nicht womöglich nachbessern müssen, wenn Eigenbaulösungen nicht sofort funktionieren. „Mir fehlt die Zeit für Eigenbau. Bei diesem System weiß ich, es entspricht den Anforderungen, es ist aufgrund statischer Berechnungen richtig dimensioniert und es hält. Damit bin ich auf jeden Fall auf der sicheren Seite.“

Silogeländer - gut, dass es da war …

Silogeländer sind wichtig, nicht nur lästig. Am besten wissen das alle, die einmal die Erfahrung gemacht haben, wie es ist, fast in die Tiefe zu fallen. „Ich bin auf einer Zwischenwand gelaufen, die zwei Silos voneinander getrennt hat. Plötzlich bin ich abgerutscht. Zum Glück war das Geländer da“, erinnert sich Albert R. „Es war ein schlechtes Gefühl, zu wissen: Ohne das Geländer wäre ich jetzt dort unten. Ich weiß nicht, ob ich mich ohne das Seil vom Handlauf noch irgendwo hätte halten können.“ Verstärkt wurde sein Schrecken, weil das Seil durch den Ruck beim Festhalten nachgegeben hat. Nicht viel, aber genug, dass Albert R. mit einem Fuß den Halt verloren hat und weggerutscht ist. Die Silowände waren zwar „nur“ 1,70 Meter hoch, trotzdem kann sich jeder ausmalen, was hätte passieren können, wenn Albert R. unglücklich unten aufgekommen wäre. Heute sagt er: „Ich war damals froh, dass überhaupt irgendetwas zum Festhalten da war. Optimal ist die Lösung mit einem Seilgeländer aber nicht.“ Auch aus dieser Erfahrung heraus hat Albert R. jetzt ein Silogeländer mit stabilen waagerechten Streben in Knie- und Brusthöhe. Natürlich ist es ein Kostenfaktor, aber die Erfahrung zeigt, dass Geld hier sinnvoll eingesetzt ist.  

Anforderungen an die Sicherheit

Egal wo sie auftreten, mögliche Absturzstellen müssen gegen Personenabsturz abgesichert werden. Nach der Vorschrift für Sicherheit- und Gesundheitsschutz VSG 2.2 trifft das auch auf Lagerstätten (Fahrsilos) ab einer Absturzhöhe von einem Meter Höhe zu. Das Gleiche gilt für Lagerstätten mit schrägen Wänden, zum Beispiel bei den „Traunsteiner Silos“, die nicht steiler als 70° und höher als 1,30 Meter sind.

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