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Verhaltensfehler oftmals Ursache schwerer Unfälle

Zwei tödliche Unfälle in den letzten Wochen in Rheinland-Pfalz und Hessen machen wieder auf tragische Weise deutlich, wie gefährlich leichtsinniges oder unbedachtes Verhalten beim Bedienen einer Maschine  werden kann.

Lebensgefährlich - Aufenthalt im Gefahrenbereich unter angehobener Last!

Am Unfalltag wurden von einer 49-jährigen Frau und einem 19-jährigen Helfer Zaunpfähle auf einer Pferdekoppel erneuert. Als ein neuer Pfahl mit zwölf Zentimetern Durchmesser und einer Länge von etwa 2,50 Meter mit Hilfe eines ca. 500 Kilo schweren Frontladergewichtes in den Boden gedrückt werden sollte, hielt die Frau zur besseren Führung den einzudrückenden Pfahl fest. Der Schlepperfahrer senkte das Frontladergewicht ab, wobei sich dieses aus der Frontladeraufnahme (Euroaufnahme) löste und aus ca. 2,50 Meter Höhe auf die Frau fiel. Sie verstarb noch an der Unfallstelle an den schweren inneren Verletzungen. Unfallursache war eindeutig der Aufenthalt im Gefahrenbereich unter angehobener Last in direkter Umgebung des Gewichts.

Bei Störung die Maschine abschalten!

Bei einem anderen Unfall presste ein 21-jähriger Landwirt mit einer kombinierten Press-Wickelmaschine Gras-Silage zu Rundballen. Als metallische Geräusche auf eine Störung im Bereich des Einzugs hinwiesen, stieg der Mann aus der Fahrerkabine aus, um dies zu untersuchen. Er ließ dabei den Schlepper und den Zapfwellenantrieb weiterlaufen. Der Landwirt bemerkte wohl einen Silagepfropf zwischen der Pick-up und einem darüber liegenden Niederhalterrechen und versuchte ihn mit einem Fuß zu lösen. Dabei wurde das Bein des jungen Mannes vom Rotor des Schneidwerkes erfasst und der Mann innerhalb kürzester Zeit eingezogen. Unfallursache war hier die Beseitigung der Störung bei laufender Maschine.

Sicherheitsregeln beachten!

Unfälle mit Maschinen und Geräten gehören in der Landwirtschaft immer noch zu den häufigsten Unfalltypen. Das ist umso bemerkenswerter, als die Sicherheit von Maschinen heute bei der Produktentwicklung eine sehr wichtige Rolle spielt. Unfallanalysen zeigen, dass für das Unfallgeschehen oftmals ein fehlerhaftes oder unkonzentriertes Verhalten des Menschen ursächlich ist. Typische Verhaltensfehler sind der unzulässige Aufenthalt einer Person im Gefahrenbereich, das Arbeiten an laufenden Maschinen, die Bedienung von Maschinen mit unvollständiger Schutzeinrichtung und eine fehlende Persönliche Schutzausrüstung.

Arbeitszeiten einhalten - auf Pausen achten!

Die Kenntnis der Sicherheitsregeln sowie genaue Absprachen über Arbeitsabläufe und einzuhaltende Arbeitszeiten bzw. Pausen sind dienlich, damit die Arbeiten sachkundig und konzentriert ausgeführt werden können. Mangelnde Absprachen, fehlende Einweisung bzw. Sachkenntnis von Arbeitsabläufen als auch lange und anstrengende Arbeitszeiten, wie allzuoft in der Erntezeit, eventuell ohne Pausen und bei mangelnder Flüssigkeitszufuhr, machen anfällig für Konzentrationsschwäche und risikoreiches Arbeiten.

Gefährdungsbeurteilung ist verpflichtend

Oft sind Helfer oder Saisonarbeitskräfte nicht richtig eingewiesen oder handeln aus eigenem Antrieb. Hier ist besonders die Fürsorgepflicht eines Unternehmers gegenüber seinen Arbeitskräften hervorzuheben. Ein Arbeitgeber ist nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, für den Arbeitnehmer eine Gefährdungsbeurteilung für deren Tätigkeiten schriftlich auszuführen. Er muss seine Arbeitnehmer unterweisen und hat die Bedienungsanleitungen der Maschinen und Geräte jederzeit seinen Mitarbeitern zugänglich zu machen. Spezielle Betriebsanweisungen sind gut sichtbar im Bedienbereich der Maschine anzubringen. Bei der Besprechung von Arbeitseinsätzen sind immer auch Sicherheitsaspekte mit einzubeziehen. Um Verhaltensfehlern entgegenzuwirken, ist es förderlich, dass der Unternehmer sich selbst mit den Sicherheitsregeln zum Umgang mit den Maschinen vertraut macht, Arbeitsabläufe kennt und genau vorgibt. Zudem ist es für die Sicherheit auf dem Betrieb wichtig, dass der Chef selbst sicherheitsgerechtes Arbeiten vorlebt und er sicherheitswidriges Verhalten von Mitarbeitern nicht duldet.

 

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